Mittwoch, 11. Februar 2026

Knockdhu 11y 2013 (V&M)

 

Whiskybase

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Seit ich den AnCnoc 24y im Glas hatte, habe ich die Knockdhu-Brennerei auf dem Radar. Der Whisky gefiel mir damals so gut, dass ich mir kurz darauf sehr flink eine Flasche besorgte. Wie sich herausstellte, eine weise Entscheidung, denn der Preis dieser Abfüllung ist in der Zwischenzeit deutlich nach oben geschnellt – wohl auch, weil die Kritiken durchgehend sehr positiv ausfielen.

Mein Augenmerk richtete sich danach verstärkt auf Abfüllungen unabhängiger Abfüller, die aktuell eher dünn gesät sind. Umso mehr freute mich der zehnjährige von Meadowside Blending aus 2013, den ich vor einiger Zeit mein Eigen nennen konnte. Letzten Dezember stieß ich bei meinem Whiskyladen in Wien auf eine Flasche eines elfjährigen Knockdhus vom italienischen UA Vallinch & Mallet, ebenfalls aus 2013.

Vielleicht brauchte die Brennerei in diesem Jahr kurzfristig Kapital und öffnete aus diesem Grund ihr Lager für ein paar Fassverkäufe an Unabhängige. Die Flasche liegt preislich mit knapp € 90,- im selben Rahmen wie die The Maltman-Abfüllung von Meadowside Blending. Aus dem Einzelfass kamen 339 Flaschen mit 52,9 % vol.

Unsicherheit besteht bei der genauen Fassreifung: Auf der Flasche steht lediglich „Aged in a Sherry Cask“, wohingegen auf whiskybase.com die Information zu finden ist, dass es sich um ein 2nd Fill Oloroso Sherry Cask gehandelt haben soll. Da die Angaben in der Base in der Regel zuverlässig sind, gehen wir einmal davon aus.


Aussehen
Gelbgold


Nase
Sehr weich und cremig beginnt die olfaktorische Reise. Der Alkohol ist kaum wahrnehmbar. Anfangs zeigt sich der Whisky etwas zurückhaltend, die Aromen wirken leicht und flüchtig. Die ersten Eindrücke sind eine Mischung aus Fruchtigkeit – vor allem reife rote Äpfel und Aprikosenkompott –, Malz, in Zucker eingelegten Cerealien sowie Mannerschnitten. Diese intensive Nuss-/Nougatnote in der Nase hatte ich bereits beim Zehnjährigen.

Die Reifung im 2nd Fill Sherryfass hat gut funktioniert, denn der Brennereicharakter bleibt erkennbar. Das Fass steuert neben süßem Honig, Erdbeeren und Vanille auch eine angenehme Würze mit etwas Muskatnuss und Kakao bei. Insgesamt zeigt sich ein rundes, harmonisches Aromenspiel, das unverdünnt auch nach einigen Minuten im Glas sehr leicht und luftig bleibt.

Mit Wasserzugabe öffnet sich der Whisky deutlich, die fruchtige Seite bekommt spürbar Aufwind. Der Schokonuss-Keks bleibt präsent. Mit Wasser gefällt er mir noch besser.


Geschmack
Hier ändert sich der Eindruck erstaunlich schnell. Der Whisky startet extrem süß und cremig – wie ein Löffel Honig direkt vom Glas. Kräftiges Mundgefühl, der Alkohol trägt die Aromen intensiv auf die Zunge. Auf den Honig folgt eine leichte Schärfe von schwarzem Pfeffer, die rasch in würzige Noten übergeht. Neben den bereits aus der Nase bekannten knackigen Cerealien zeigen sich Muskatnuss, Zimt, Nüsse und dunkle Schokolade.

Der Alkohol belegt die Innenseiten der Wangen und vorne das Zahnfleisch, der Speichelfluss wird angeregt. Die fruchtige Seite meldet sich – vor allem nach dem scharf-würzigen Intermezzo – mit Rosinen, Erdbeeren und getrockneten Feigen zurück.

Auch geschmacklich tut Wasser gut: Ein, zwei Tropfen reichen. Die Süße wirkt weniger dominant, die Schärfe nimmt ab und die Fruchtnoten treten deutlicher hervor.


Abgang
Das Finish ist nicht allzu lang – der Malt will getrunken werden. Neben Nüssen und cremig-süßem Nougat zeigen sich im Abgang noch Rosinen, Zimt und dunkle Schokolade.


Fazit
Wieder einmal ein wunderbares Beispiel für einen Whisky, der unverdünnt vor allem im Geschmack richtig aufdreht – und Spaß macht. Mit etwas Wasser gewinnt er sowohl in der Nase als auch am Gaumen deutlich hinzu.

Die Ähnlichkeit zur The Maltman-Abfüllung ist klar erkennbar, beide teilen denselben Grundcharakter – vor allem die intensive Nuss-/Nougatnote gefällt mir erneut sehr gut. Diese Version wirkt jedoch eine Spur reifer und ausgewogener, der Alkohol ist besser integriert. Wie sein jüngerer Verwandter ist auch er ein Trinkwhisky, der genossen werden will, aber genug Tiefe bietet, wenn man ihn aromatisch auseinandernehmen möchte.

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