Highlands
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Dienstag, 28. Juli 2026

Loch Lomond 21y 1996 (CA)

 

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Loch Lomond produziert – wie bereits im Artikel zum Loch Lomond 14 Jahre kurz erwähnt – aufgrund seiner einzigartigen Vielfalt an Brennblasen zahlreiche unterschiedliche Destillatstile. So besitzt der klassische Loch-Lomond-Stil einen Hauch von Rauch, während Inchmurrin vollständig ungetorft daherkommt. Inchmoan hingegen bringt bereits deutlich mehr Rauch mit ins Destillat.

Bei der Cadenhead's-Abfüllung, die ich diese Woche verkoste, findet sich auf dem Etikett lediglich der Hinweis „Distilled at Loch Lomond Distillery“ sowie die Angabe, dass es sich um einen Single Malt handelt. Immerhin schließt das bereits einen Single Grain aus, den Loch Lomond ebenfalls produziert. Welcher Destillatstil – ungetorft, leicht oder stärker getorft – letztlich verwendet wurde, bleibt allerdings offen. Bekannt ist lediglich, dass der Whisky in zwei Bourbon Hogsheads reifte und daraus insgesamt 450 Flaschen mit 51,5 % Vol. abgefüllt wurden.


Aussehen
Dunkles Gelb


Nase
Geht man ausschließlich nach dem Geruch, scheint hier kein rauchiges Destillat im Fass gewesen zu sein. Für mich ist das zunächst eine klassische Inchmurrin-Nase.

Ausgeprägte Vanille, die mich an Vanillepudding mit seiner leicht künstlichen, aber wunderbar nostalgischen Note erinnert und mich sofort in meine Kindheit zurückversetzt. Dazu gesellen sich reife Früchte aus dem Obstgarten – grüne und gelbe Äpfel, Birnen, Weingartenpfirsiche und Aprikosen – begleitet von einer ordentlichen Portion Zitronen- und Limettensorbet. Der Vergleich mit Sorbet kommt nicht von ungefähr, denn der ansonsten hervorragend eingebundene Alkohol sorgt immer wieder für einen angenehm kühlen Frischekick, der die Zitrusaromen regelrecht durch die Nase trägt.

Auch die oft beschriebene Getreidenote von Loch Lomond kann ich problemlos nachvollziehen. Hinter der intensiven Fruchtigkeit zeigen sich immer deutlicher Anklänge von Cerealien, Butterkeksen und Müsli.

Das Alter ist in der Nase jederzeit erkennbar. Die Aromen wirken wunderbar gesetzt und reif, ohne dabei an Intensität eingebüßt zu haben. Gleichzeitig präsentiert sich alles ausgesprochen ausgewogen. Für einen 21-jährigen Whisky hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Komplexität gewünscht, dennoch ist das eine ausgesprochen feine Ex-Bourbon-Nase, wie gemacht für einen warmen Sommertag.


Geschmack
Knackig, frisch und kraftvoll gestaltet sich die erste Begegnung mit dem Whisky am Gaumen. Bereits mit dem ersten Schluck dominieren intensive Zitrusnoten, begleitet von Zitronenzeste. Dadurch entsteht eine schöne Kombination aus frischer Säure und einer dezenten Bitterkeit, als würde man tatsächlich an einem Stück Zitronenschale knabbern.

Fotocredit: whiskybase.com

Dazu gesellen sich salzige Anklänge, die mich an Lakritz erinnern, sowie leicht schmutzige Noten von Asche, die dem Whisky eine überraschende, fast schon funkige Seite verleihen. So hatte ich ihn nach der Nase nicht erwartet. Rauch würde ich allerdings noch immer nicht eindeutig daraus ableiten.

Überhaupt unterscheidet sich der Geschmack deutlich vom Duft. Während in der Nase Vanille und Frucht das Geschehen bestimmen, übernehmen am Gaumen intensive Kräuteraromen die Hauptrolle. Das ist spannend und ausgesprochen eigenständig.

Ab der Mitte treten zunehmend bittere Holzaromen hinzu, die angesichts von 21 Jahren Reife erfreulich zurückhaltend bleiben. Mit jedem weiteren Schluck kehrt die Vanille langsam wieder zurück – ein kleines Chamäleon –, während die Fruchtigkeit weiterhin eher im Hintergrund bleibt.


Abgang
Gegen Ende muss ich meine ursprüngliche Vermutung wohl doch revidieren. Offenbar steckt tatsächlich ein wenig Rauch im Destillat. Nicht viel, aber gerade genug, um diese leicht schmutzige, fast aschige Note auch im Nachhall präsent zu halten.

Dazu kommen etwas trockene Holzspäne, eine feine Bitterkeit sowie ein paar Apfelschalen, die den langen Ausklang begleiten.


Fazit
Dieser Whisky hat mich gehörig an der Nase herumgeführt. Während ich im Duft zunächst überhaupt keinen Rauch erkennen konnte, entwickelte sich am Gaumen zunehmend eine schmutzig-funkige Eigenständigkeit, die mich immer mehr ins Grübeln brachte. Spätestens im Abgang wurde für mich jedoch klar, dass hier vermutlich doch eher der klassische Loch-Lomond-Stil als ein Inchmurrin im Glas gelandet ist.

Unabhängig davon, welcher Destillatstil letztlich verwendet wurde, gefällt mir diese Abfüllung ausgesprochen gut. Sie zeigt eindrucksvoll, wie elegant und ausdrucksstark ein hervorragend gereifter Ex-Bourbon-Whisky sein kann. Das Alter ist jederzeit nachvollziehbar, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Komplexität gewünscht hätte. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau.

Dieser Malt zeigt einmal mehr, dass sich auch abseits der gehypten Brennereien echte Perlen finden lassen. Man muss sie nur entdecken.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Glen Garioch 12y – Ars Goetia #5 Asmodeus (whic)

 

Whiskybase

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Der Ars Goetia Asmodeus war die Black Friday Special Release des vergangenen Jahres von whic.de und gleichzeitig die fünfte Abfüllung ihrer Ars-Goetia-Reihe. Die Serie widmet sich mit ihren düsteren, diabolisch anmutenden Labels den Herrschern der Hölle und des ewigen Feuers.

Asmodeus stammt aus der jüdischen Mythologie und gilt als Dämon des Zorns, der Habgier und der Wollust. Das klingt zunächst nach einem opulenten Raubein. Entsprechend würde man wohl einen stark getorften Islay-Whisky oder eine intensiv in Sherry- oder Weinfässern gereifte Abfüllung erwarten.

Hinter dieser Edition verbirgt sich jedoch ein zwölfjähriger Glen Garioch mit Ex-Bourbonfass-Reifung. Also weder ein kräftiger Raucher noch eine Weinfassbombe. Im Gegenteil: ein ungetorfter Highlander in einem schönen Alter mit einer klassischen, fruchtbetonten Fassreifung.

Ich bin daher sehr gespannt, ob es hier tatsächlich teuflisch zugehen wird. Meine Erwartungen sind diesbezüglich eher verhalten. Aber glücklicherweise bin ich ein großer Fan von Bourbonfass-Reifungen.


Aussehen
Helles Strohgelb.


Nase
Wie bereits vermutet, ist von düsteren Höllenschwaden bei diesem Whisky absolut nichts zu finden. Ganz im Gegenteil: Süßer heller Kuchenteig mit reichlich Vanille verbindet sich mit Pfirsichen aus der Dose, Marillenkompott und weichem hellem Karamell.

Eigentlich eine sehr klassische Ex-Bourbonfass-Nase. Wären da nicht dezente Noten von nassem Heu und einer blühenden Sommerwiese mit ihren Kräutern. Sie verleihen dem Whisky mehr Tiefe und erinnern mich an den offiziellen Glen Garioch 12 Jahre, bei dem ich damals ebenfalls Assoziationen von Heidekraut hatte. Obwohl der 12-Jährige sowohl in Ex-Bourbon- als auch in Sherryfässern reift, scheinen diese grünen und kräuterigen Aromen tatsächlich Teil der Brennerei-DNA zu sein.

Die 46 % vol. zwicken gelegentlich leicht in der Nase und sorgen für eine angenehme Frische.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Sehr weich und rund beginnt der erste Schluck mit einer fast an Puderzucker erinnernden Süße. Diese wird von cremiger Vanille und warmem Birnenkompott mit etwas Zimt begleitet. Gemeinsam mit einer Spur Ingwer sorgt der Zimt für eine angenehme Würze, die sich im gesamten Mundraum ausbreitet und langsam den Weg für die Eiche freimacht.

Neben moderat bitter-würzigen Holznoten zeigen sich auch die Schale grüner Äpfel sowie eine leicht herbe Traubenkernnote. Die grünen Kräuteraromen aus der Nase treten am Gaumen dagegen deutlich in den Hintergrund. Der Alkohol ist gut eingebunden und transportiert die Aromen kraftvoll, ohne jemals aufdringlich zu wirken.


Abgang
Das Finish fällt eher mittellang aus. Die Eiche sorgt weiterhin für sanft bittere Eindrücke und verbindet sich mit Apfel- und Birnenschalen. Gleichzeitig bleibt die süße Vanillecreme bis zum Schluss präsent. Eine durchaus gelungene Wechselwirkung zwischen süßen und bitteren Aromen.


Fazit
Eine durchaus gelungene Ex-Bourbonfass-Abfüllung, die viel Trinkfreude bereitet. Der Whisky ist geradlinig, ehrlich, nicht übermäßig komplex, dafür aber ausgesprochen süffig.

Auf der anderen Seite fehlt ihm jedoch das gewisse Etwas, das ihn nachhaltig von vielen vergleichbaren Abfüllungen abheben würde. Wer unkomplizierte, sortenreine Single Malts aus dem Ex-Bourbonfass schätzt, macht hier sicherlich nichts falsch. Allerdings gibt es auf dem Markt zahlreiche Whiskys, die einen sehr ähnlichen Charakter bieten.

So bleibt der Ars Goetia Asmodeus für mich vor allem ein angenehmer Begleiter für einen lauen Sommerabend – mit einem spektakulären Etikett, aber einem bewusst bodenständigen und klassischen Inhalt.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Ben Nevis 10y 2014 (Wilson & Morgan)

 

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Wir erleben gerade die längste und intensivste Hitzewelle mit teilweise über 40 °C für einen Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Da ist der Konsum von Alkohol – insbesondere hochprozentiger Spirituosen – eher nicht empfehlenswert. Und wenn doch, dann greift man meist lieber zu kühlen Mixgetränken mit Eiswürfeln wie Aperol Spritz, Limoncello Spritz oder einem Gin Tonic.

Ein schwerer, intensiver Single Malt in Fassstärke aus einer Port- oder Sherryvollreifung passt dazu zunächst nicht ins Bild – und oft auch nicht auf den Gaumen. Der Alkohol wirkt schärfer, die Aromen erscheinen konzentrierter, vor allem die Eichenwürze tritt stärker hervor, und irgendwie will das Gesamtbild einfach nicht so recht funktionieren.

Das kann ich zu 100 % nachvollziehen. Trotzdem habe ich auch im Sommer immer wieder Lust auf einen Whisky – sofern es nicht gerade ein esterreicher Jamaica Rum oder ein Vertreter einer anderen Karibikinsel wird. Doch auf welche Art von Whisky habe ich bei sommerlichen Temperaturen eigentlich Lust?

Wenn ich von Whisky spreche, schließe ich dabei auch amerikanische Bourbons und Ryes mit bis zu etwa 50 % vol. ein. Die funktionieren für mich selbst an heißen Tagen hervorragend – auch pur und ohne Eis.

Bei Single Malts greife ich dagegen bevorzugt zu Abfüllungen aus Ex-Bourbonfässern oder solchen mit Weißweinreifung beziehungsweise entsprechendem Finish. Auch klassische Refill Hogsheads passen für mich wunderbar in diese Jahreszeit. Die Kombination aus Vanille, hellen und tropischen Früchten, Kokos sowie einer angenehmen Süße macht für mich einen echten Sommer-Whisky aus.

Mit diesem zehnjährigen Ben Nevis aus dem Jahr 2014 vom italienischen unabhängigen Abfüller Wilson & Morgan habe ich genau eine solche Abfüllung erwischt. Nach der Grundreifung in zwei Ex-Bourbonfässern erhielt der Whisky ein ungewöhnlich langes, 64 Monate dauerndes Finish – jeweils zur Hälfte in einem Second-Fill-PX- und einem Second-Fill-Oloroso-Sherryfass. Das Ergebnis sind 777 Flaschen mit angenehmen 48 % vol.


Aussehen
Helles Orangegold.


Nase
Bei den aktuellen Rekordtemperaturen muss selbst ein Whisky mit 48 % vol. zunächst etwas Luft bekommen, damit der Alkohol nicht zu dominant wirkt.

Die zusätzliche Ruhephase tut ihm ausgesprochen gut. Der Alkohol rückt merklich in den Hintergrund und macht Platz für die typisch kernigen Frühstücksmüsli-Noten von Ben Nevis. Dazu gesellen sich reife Zitrusfrüchte, Marillen und Pfirsiche. Mit zunehmender Zeit im Glas entwickelt sich der Duft immer stärker in Richtung matschiger, süßer gelber Trauben – fast so, als würden sie bereits für die Weinbereitung eingemaischt.

Den Einfluss der Sherryfässer erkennt man vor allem an nussigen Noten sowie einer cremigen Textur, die entfernt an weiche Feigen und Datteln erinnert.

Selbst bei dieser Hitze funktioniert der Ben Nevis in der Nase erstaunlich gut.

Fotocredit: Wilson & Morgan


Geschmack
Typischer Ben-Nevis-Stil auf Bourbonfassbasis – lecker.

Der Auftakt ist cremig und weich, begleitet von einer honigartigen Süße. Kurz darauf folgen Marillen- und Pfirsichröster mit Vanillesauce. Die bereits aus der Nase bekannten Cerealien sorgen erneut für den kernigen Brennereicharakter.

Hinzu kommen dezente mineralische Noten. Pekannüsse und Haselnüsse verbinden sich mit Feigen, Datteln und einer feinen Tabaknote, die klar auf die Sherryfässer zurückzuführen ist. Insgesamt bleibt das Aromenbild jedoch deutlich auf der helleren, fruchtigeren Seite.

Der Alkohol ist – vermutlich auch der sommerlichen Wärme geschuldet – ab der Mitte bis ins Finale gut wahrnehmbar, wirkt aber niemals störend oder unausgewogen.


Abgang
Leichte Tannine sorgen für zartbittere Eindrücke. Die Sherrynoten treten im Finale am deutlichsten hervor und werden von süßen, weichen Rosinen begleitet. Der Abgang fällt mittellang aus, wobei insbesondere die Eiche und die Rosinen noch längere Zeit am Gaumen nachklingen.


Fazit
Auch bei hochsommerlichen Temperaturen lässt sich dieser Ben Nevis ausgesprochen gut trinken. Die Kombination aus der Ex-Bourbon-Grundreifung und dem langen Finish in zwei Second-Fill-Sherryfässern gefällt mir ausgesprochen gut. Trotz der ungewöhnlich langen Nachreifung bleibt der typische Ben-Nevis-Charakter jederzeit erhalten. Die Sherryfässer ergänzen ihn um nussige und dunkelfruchtige Facetten, ohne den Brennereicharakter zu überdecken.

Kurzum: ein ausgesprochen gelungener und sehr trinkbarer zehnjähriger Ben Nevis aus der Brennerei bei Fort William.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Ballechin 18y Batch 1

 

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Die Abfüllungen von Edradour, sowohl deren nichtrauchige als auch ihre stark rauchigen Varianten mit der Bezeichnung Ballechin, sind immer gern gesehene Gäste in meinem Whiskyglas. Bislang hatte ich fast immer eher intensive Weinfassreifungen dieser kleinen Brennerei aus den Highlands im Glas. Eine Ausnahme war die zehnjährige Standardabfüllung von Ballechin, die eigentlich in Ex-Bourbon- und Sherryfässern gereift ist, bei der ich jedoch fast ausschließlich klassische Ex-Bourbon-Aromen wahrnahm, gepaart mit den für Ballechin typischen, leicht schmutzigen, nach Heu und Kuhstall duftenden Rauchnoten.

Umso mehr war ich auf das Sample des ersten Batches des Ballechin 18y gespannt. Diese regelmäßig wiederkehrende Small-Batch-Abfüllung in Fassstärke reift ausschließlich in First-Fill- und Second-Fill-Bourbon-Barrels. Dieses Batch wurde 2004 gebrannt und im April 2023 abgefüllt. Ohne zusätzliche Farbgebung und Kühlfiltration wanderte der Whisky mit 50,9 % Alkoholstärke in die Flaschen. Für eine Fassstärke sind 50,9 % eigentlich nicht besonders viel, selbst wenn man die 18 Jahre Reifezeit berücksichtigt. Vor allem wenn man bedenkt, dass das zweite Batch bereits ein Jahr später mit 57,8 % abgefüllt wurde. Es wäre interessant zu erfahren, wie es zu diesem für eine Fassstärke doch recht niedrigen Alkohollevel kam.


Aussehen
Sattes Gelbgold


Nase
Sehr dichte, schwere Rauchschwaden begrüßen mich aus dem Glas. Zuerst stark an Holzrauch und die Asche eines heruntergebrannten Lagerfeuers erinnernd, zeigen sich nach einigen Momenten auch phenolische Noten, die leicht ins Medizinische abdriften und an Heftpflaster sowie Krankenhausflair erinnern. Ich erkenne in ihm auch den deutlich älteren Bruder des 10y. Ich hatte damals beim 10y, obwohl bei ihm auch Sherryfässer beteiligt gewesen sein sollen, fast ausschließlich Ex-Bourbonfass-Aromen im Rauch wahrgenommen. Ebenso eine gewisse „nasses Heu oder auch schon Kuhstall“-Attitüde, verbunden mit einer deutlichen Süße und viel Vanille.

Und genau diese Assoziationen, nur nun weitaus reifer und ausgewogener, habe ich auch beim 18jährigen. Zusammen mit einer gewissen Schmutzigkeit, die sich mit dem Rauch verbindet, welcher sich immer stärker mit süßer Vanillecreme vermählt. Hinter dem Rauch erkenne ich als Fruchtnoten kühlendes Zitronensorbet, saftige Ananasstücke sowie geschälte Banane. Leicht zwischen den Fingern zerriebene Küchenkräuter sowie eine dem Alter angemessene Holzwürze runden das Aroma ab. Der Alkohol ist sehr gut mit den Aromen verwoben. Eine wirklich feine, homogene und gesetzte rauchige Bourbonnase.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Wie in der Nase gibt auch im Mund der Rauch von Beginn an den Ton an. Sehr dick, ölig und fast schon klebrig präsentiert sich der volljährige Ballechin zunächst. Vor allem warme Asche mit einem Hauch von Phenolik breitet sich im gesamten Mundraum aus. Ein echtes Rauchkraftwerk. Hinter beziehungsweise unter der Rauchdecke findet sich eine süße Vanillesauce, die über Limetten-Minz-Sorbet gegossen wurde. Die zerriebenen Küchenkräuter aus der Nase haben nun eine deutliche Spur von Räucheraromen angenommen. Mit fortschreitender Verkostung werden Gaumen, Zahnfleisch, Zunge und Wangeninnenseiten immer trockener. Dies ist eher dem Rauch als der Alkoholstärke geschuldet. Überhaupt ist der Alkohol, wie schon in der Nase, sehr gut integriert. Gegen Ende, bereits in Richtung Abgang gehend, kommen noch einige bittere Noten hinzu, die an Kochschokolade oder ungesüßtes Kakaopulver erinnern.


Abgang
Zum Finale ist natürlich der Rauch immer noch sehr präsent. Nun erkenne ich wieder die leicht schmutzige, an Gummi erinnernde Aromatik. Daneben zeigt sich weiterhin eine leicht herbe Bitterkeit. Dank des aschigen Rauchs bleibt der Whisky am Gaumen und im Rachen lange als öliger Film haften.


Fazit
Man nimmt dem Whisky seine Reifezeit von 18 Jahren absolut ab. Obwohl er mit kräftigen, robusten Aromen glänzt, wirken diese zu jeder Zeit harmonisch und gesetzt. Der Rauch hat während der 18 Jahre Reifezeit nichts von seiner Kraft und Intensität verloren. Ein schönes Wechselspiel zwischen dem starken Rauch und den reifen Ex-Bourbonnoten. Wem der spezielle Charakter von Ballechin mundet, sollte diese Abfüllung zumindest einmal gekostet haben.

Freitag, 17. April 2026

Glen Ord 16y 2009 (James Eadie - JE)

 

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Dies ist mein allererster Glen Ord. Die 1836 gegründete Brennerei aus den Highlands gehört zum Diageo-Konzern. Die Originalabfüllungen erscheinen unter dem Markennamen Singleton of Glen Ord und sind fast ausschließlich für den asiatischen Markt bestimmt. In den Special Releases von Diageo tauchen zwar gelegentlich auch Glen Ords auf, allerdings zu meist sehr ambitionierten Preisen. Entsprechend überschaubar war bislang mein Interesse an dieser Konzernbrennerei.

Nach dem überzeugenden Longmorn aus der Serie „Distilleries of Great Britain and Ireland“ von James Eadie fiel mein Blick jedoch auf diesen 16 Jahre alten Glen Ord aus derselben Reihe. Da James Eadie offenbar ein gutes Händchen bei der Fassauswahl beweist, habe ich mich zum Kauf entschlossen.

Der 2009 destillierte Single Malt reifte vollständig in einem 1st Fill Bourbon Hogshead und ist auf 272 Flaschen limitiert. Abgefüllt wurde er mit 52,5 % vol., ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration.


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Der Whisky benötigt etwas Zeit im Glas und wirkt zunächst leicht verschlossen. Mit zunehmender Belüftung öffnet er sich jedoch deutlich und präsentiert eine reife, vielschichtige Aromatik.

Im Vordergrund steht eine intensive Vanillenote – fast so, als würde man eine frische Bourbon-Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Dahinter folgen süßes Karamell und Nougat, begleitet von einer zunächst schwer greifbaren Fruchtigkeit. Diese entwickelt sich zu einem cremigen Eindruck von Birnen, Aprikosen und etwas Mango.

Im Hintergrund zeigen sich weitere, tiefere Schichten: Anklänge von gelagertem Heu und Kräutern, dazu Nüsse sowie trockenes, leicht staubiges Holz – ein robuster Unterbau. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden und bringt eine frische, leicht minzige Note mit.

Mit Wasser verstärken sich Vanille und Frucht (nun klarer in Richtung Aprikosenkompott), während die trockenen, staubigen Noten etwas an Gewicht verlieren.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Antritt ist kompakt und kraftvoll, mit deutlich wahrnehmbarem Alkohol. Die 16 Jahre Reife würde man zunächst nicht vermuten – dafür wirkt der Whisky fast etwas stürmisch und deutlich weniger gelassen als in der Nase. Ein echtes Chamäleon. Die dominierende Vanille aus der Nase tritt zunächst in den Hintergrund. Stattdessen prägen würzige Fassnoten das Bild: getrocknete Gewürze, Ingwer und schwarzer Pfeffer. Am Zahnfleisch und an den Wangen baut sich eine zunehmende Trockenheit auf.

Ab der Mitte kehrt die Vanille zurück, begleitet von Nougat und einer angenehmen Süße. Dazu gesellen sich dezente Fruchtnoten – reife Birnen, Birnenschale und ein Hauch Rosinen.

Mit Wasser wird der Whisky zugänglicher: Vanille und Frucht treten stärker hervor, während die würzige, leicht scharfe Seite zurücktritt. Er wirkt runder und süffiger, verliert dabei jedoch etwas an Ecken und Kanten.


Abgang
Im Finish verbinden sich Vanille, Ingwer, Birnenschale, Rosinen und leicht bittere Eichenholznoten zu einer ausgewogenen, lang anhaltenden Komposition. Hier zeigt sich der Whisky deutlich gereifter und harmonischer als noch im ersten Eindruck am Gaumen.


Fazit
Meine zweite Abfüllung aus dieser Serie – und mein erster Glen Ord. Beide machen Lust auf mehr. Das ist kein Whisky für nebenbei. Er hat Charakter, ist eigenständig und weit entfernt von Beliebigkeit. Die Ex-Bourbon-Reifung passt hervorragend und unterstreicht die robuste, kernige Aromatik dieses „Highlanders“.

Bleibt zu hoffen, dass Diageo weiterhin Fässer an unabhängige Abfüller wie James Eadie abgibt – denn solche Abfüllungen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial im Destillat steckt.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Knockdhu 11y 2013 (V&M)

 

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Seit ich den AnCnoc 24y im Glas hatte, habe ich die Knockdhu-Brennerei auf dem Radar. Der Whisky gefiel mir damals so gut, dass ich mir kurz darauf sehr flink eine Flasche besorgte. Wie sich herausstellte, eine weise Entscheidung, denn der Preis dieser Abfüllung ist in der Zwischenzeit deutlich nach oben geschnellt – wohl auch, weil die Kritiken durchgehend sehr positiv ausfielen.

Mein Augenmerk richtete sich danach verstärkt auf Abfüllungen unabhängiger Abfüller, die aktuell eher dünn gesät sind. Umso mehr freute mich der zehnjährige von Meadowside Blending aus 2013, den ich vor einiger Zeit mein Eigen nennen konnte. Letzten Dezember stieß ich bei meinem Whiskyladen in Wien auf eine Flasche eines elfjährigen Knockdhus vom italienischen UA Vallinch & Mallet, ebenfalls aus 2013.

Vielleicht brauchte die Brennerei in diesem Jahr kurzfristig Kapital und öffnete aus diesem Grund ihr Lager für ein paar Fassverkäufe an Unabhängige. Die Flasche liegt preislich mit knapp € 90,- im selben Rahmen wie die The Maltman-Abfüllung von Meadowside Blending. Aus dem Einzelfass kamen 339 Flaschen mit 52,9 % vol.

Unsicherheit besteht bei der genauen Fassreifung: Auf der Flasche steht lediglich „Aged in a Sherry Cask“, wohingegen auf whiskybase.com die Information zu finden ist, dass es sich um ein 2nd Fill Oloroso Sherry Cask gehandelt haben soll. Da die Angaben in der Base in der Regel zuverlässig sind, gehen wir einmal davon aus.


Aussehen
Gelbgold


Nase
Sehr weich und cremig beginnt die olfaktorische Reise. Der Alkohol ist kaum wahrnehmbar. Anfangs zeigt sich der Whisky etwas zurückhaltend, die Aromen wirken leicht und flüchtig. Die ersten Eindrücke sind eine Mischung aus Fruchtigkeit – vor allem reife rote Äpfel und Aprikosenkompott –, Malz, in Zucker eingelegten Cerealien sowie Mannerschnitten. Diese intensive Nuss-/Nougatnote in der Nase hatte ich bereits beim Zehnjährigen.

Die Reifung im 2nd Fill Sherryfass hat gut funktioniert, denn der Brennereicharakter bleibt erkennbar. Das Fass steuert neben süßem Honig, Erdbeeren und Vanille auch eine angenehme Würze mit etwas Muskatnuss und Kakao bei. Insgesamt zeigt sich ein rundes, harmonisches Aromenspiel, das unverdünnt auch nach einigen Minuten im Glas sehr leicht und luftig bleibt.

Mit Wasserzugabe öffnet sich der Whisky deutlich, die fruchtige Seite bekommt spürbar Aufwind. Der Schokonuss-Keks bleibt präsent. Mit Wasser gefällt er mir noch besser.


Geschmack
Hier ändert sich der Eindruck erstaunlich schnell. Der Whisky startet extrem süß und cremig – wie ein Löffel Honig direkt vom Glas. Kräftiges Mundgefühl, der Alkohol trägt die Aromen intensiv auf die Zunge. Auf den Honig folgt eine leichte Schärfe von schwarzem Pfeffer, die rasch in würzige Noten übergeht. Neben den bereits aus der Nase bekannten knackigen Cerealien zeigen sich Muskatnuss, Zimt, Nüsse und dunkle Schokolade.

Der Alkohol belegt die Innenseiten der Wangen und vorne das Zahnfleisch, der Speichelfluss wird angeregt. Die fruchtige Seite meldet sich – vor allem nach dem scharf-würzigen Intermezzo – mit Rosinen, Erdbeeren und getrockneten Feigen zurück.

Auch geschmacklich tut Wasser gut: Ein, zwei Tropfen reichen. Die Süße wirkt weniger dominant, die Schärfe nimmt ab und die Fruchtnoten treten deutlicher hervor.


Abgang
Das Finish ist nicht allzu lang – der Malt will getrunken werden. Neben Nüssen und cremig-süßem Nougat zeigen sich im Abgang noch Rosinen, Zimt und dunkle Schokolade.


Fazit
Wieder einmal ein wunderbares Beispiel für einen Whisky, der unverdünnt vor allem im Geschmack richtig aufdreht – und Spaß macht. Mit etwas Wasser gewinnt er sowohl in der Nase als auch am Gaumen deutlich hinzu.

Die Ähnlichkeit zur The Maltman-Abfüllung ist klar erkennbar, beide teilen denselben Grundcharakter – vor allem die intensive Nuss-/Nougatnote gefällt mir erneut sehr gut. Diese Version wirkt jedoch eine Spur reifer und ausgewogener, der Alkohol ist besser integriert. Wie sein jüngerer Verwandter ist auch er ein Trinkwhisky, der genossen werden will, aber genug Tiefe bietet, wenn man ihn aromatisch auseinandernehmen möchte.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Ingelred Ben Nevis 2001 21y (Blackadder)

 

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Ben Nevis hat sich im Jahr 2025 gemeinsam mit Highland Park und Bruichladdich, hier sowohl mit den ungetorften Abfüllungen als auch mit den rauchigen Vertretern der Port Charlotte und Octomore Serie, zu einer meiner absoluten Lieblingsbrennereien entwickelt.

An der Brennerei, die am Fuß des gleichnamigen höchsten Berges Schottlands und Großbritanniens liegt, schätze ich vor allem den kräftigen Körper des Destillats mit seinem nicht ganz sauberen, würzigen Grundcharakter und der ausgeprägten Mineralität. Besonders in Ex-Bourbon gereiften Abfüllungen kommen diese Eigenschaften für mich hervorragend zur Geltung. Genau hier spannt sich auch der Bogen zu meinem heutigen Verkostungsobjekt. Im Herbst 2024 hatte ich einen siebzehnjährigen Ben Nevis von Ingelred mit Ex-Bourbon Ausbau im Glas, und genau dieser Whisky entfachte meine Begeisterung für diesen Stil endgültig.

Bei diesem einundzwanzigjährigen Vertreter aus dem Jahr 2001 liegt der Fokus jedoch etwas anders. Nach zehn Jahren Reifung im Bourbonfass erhielt der Whisky eine weitere elfjährige Nachreifung in kalifornischen Rotweinfässern. Ich war entsprechend gespannt, wie stark sich diese zweite Fassbelegung auswirken würde und ob sie den Grundcharakter des Destillats womöglich überdeckt. Die Neugier war groß.

Die 46,4 Prozent Alkoholgehalt sollen laut Angaben Fassstärke sein. Über die 21 Jahre hinweg scheinen die Engel jedoch ausgiebig gefeiert zu haben, denn der Angel Share fällt hier durchaus beachtlich aus.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit Anklängen von dunklem Blütenhonig


Nase
Ich gönne dem Whisky einige Minuten Ruhe und nutze die Zeit, um das Glas sanft in der Hand zu erwärmen. Der erste Eindruck wirkte noch etwas unruhig und war vor allem von einer säuerlichen Traubenfruchtigkeit geprägt.

Der einundzwanzigjährige Ben Nevis belohnt diese Geduld jedoch eindrucksvoll. Die säuerlichen Weintrauben bleiben zwar präsent, doch der Whisky öffnet sich nun deutlich und entfaltet ein harmonisches Zusammenspiel der Aromen. Sehr reife, weiche Birnen und Erdbeeren erweitern den imaginären Obstkorb. Hinzu kommen cremige Milchschokolade, leicht geröstete Haselnüsse und kernige Cerealien, die sich gemeinsam zu einem Bild eines Nussini Schokoriegels fügen. Auch Vanille und Karamell sind klar wahrnehmbar.

Im Hintergrund schwebt durchgehend eine feine Mineralität, die an Kalkstein oder Staub von Lössböden erinnert, auf denen Weinreben wachsen. Der Alkohol hält sich dezent zurück und ist hervorragend eingebunden. Nach wenigen Minuten wirkt die Nase gesetzt und reif. Man spürt das Alter deutlich, denn die Aromen zeigen Kraft, ohne je aufdringlich zu wirken, und präsentieren sich ausgesprochen harmonisch.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich und cremig beginnt der Whisky seinen Auftritt am Gaumen, getragen von deutlichen Noten süßen Dulce de Leche. Das Mundgefühl ist voll und angenehm. Das Milchkaramell erhält Unterstützung von noch warmen, eingekochtem Erdbeerkompott, das eine fein abgestimmte Säurenote mitbringt. Im weiteren Verlauf zeigen sich Rosinen, Milchschokolade und leicht geröstete Nüsse.

Zimt und Ingwer sorgen zwischendurch für eine angenehme Würze und leichte Schärfe, die jedoch nur kurz anhält und rasch wieder von einer süßfruchtigen Erdbeersauce mit Vanillecreme abgelöst wird. Zum Ende hin treten die bereits aus der Nase bekannten mineralischen Noten erneut hervor, begleitet von einem kernigen, getreidigen Müsliton. Auch am Gaumen bleibt der Alkohol unauffällig, ohne Brennen oder Schärfe.


Abgang
Der Malt fließt wärmend den Rachen und die Speiseröhre hinab. Der Geschmack von Traubentrester mit leicht herben Noten von Schalen und Kernen hält lange an, begleitet von dezenter Holzwürze ohne Bitterkeit sowie von Rosinen und Erdbeeren.


Fazit
Ein hervorragender Whisky. Als erklärter Ben Nevis Fan mag ich hier vielleicht nicht ganz unvoreingenommen sein. Als puristischer Liebhaber von Ex-Bourbon Abfüllungen stehe ich jedoch Veredelungen in Sherry oder gar Weinfässern meist skeptisch gegenüber, da sie den Charakter von Ben Nevis häufig überdecken.

Bei dieser Abfüllung ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Die lange Nachreifung in Rotweinfässern prägt den Whisky zwar deutlich, lässt aber jederzeit den markanten Grundcharakter von Ben Nevis erkennen. Auch das Alter von 21 Jahren ist klar spürbar, insbesondere im harmonischen und ausgewogenen Zusammenspiel der Aromen.

Mittwoch, 5. November 2025

Secret Highland Distillery 14y - Ragnarøkkr Nr. 10 - Surtr (whic)

 

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In den letzten drei Wochen landeten zwei weitere Samples von neu erschienenen Abfüllungen von whic.de in meinem Briefkasten. Pragmatisch wie ich nun einmal bin, habe ich für die dieswöchige Verkostung einfach die erste der beiden ausgewählt.

Es handelt sich dabei um die zehnte Ausgabe der Ragnarøkkr-Reihe. Der Name der Abfüllung lautet Surtr. Surtr war in der nordischen Mythologie ein Feuerriese und zerstörte in der Ragnarök-Saga die Brücke Bifröst, die Midgard mit Asgard verbindet. In der Realität verbirgt sich hinter dem Namen ein 14-jähriger Single Malt aus einer geheim gehaltenen Brennerei in den Highlands.

Da in dieser Serie ausschließlich rauchige Vertreter abgefüllt werden, liegt also ein rauchiger Whisky im Glas. Die Rahmendaten lesen sich sehr ordentlich: Vollreifung in einem Oloroso Sherry Butt, 50,9% Alkoholstärke, 570 Flaschen, keine Färbung, keine Kühlfiltration.

Also, lassen wir den Feuerriesen ins Glas.


Aussehen
Blütenhonig


Nase
Wenn man glaubt, die Brennerei hinter einer „Secret Distillery“ zu erkennen, liegt man bekanntlich oft falsch. Bei rauchigen Highland-Whiskys denke ich meist zuerst an Ballechin von Edradour. Hier jedoch spricht der erste Eindruck dagegen. Der Rauch ist weniger intensiv und die für mich so typische „Kuhstall-Attitüde“ fehlt.

Stattdessen präsentiert sich ein Holzrauch mit kleinen, mineralisch wirkenden Steinkohlenstücken. Dazu kommen Speckscheiben mit BBQ-Marinade, in die dunkle Beeren wie Heidelbeeren oder Brombeeren eingekocht wurden. Rauch, Frucht und Süße verschmelzen sehr angenehm, die Rauchintensität ist mittelstark.

Hinter dem Rauch findet man würzige, getrocknete Küchenkräuter und eine fruchtig-säuerliche Zitrusnote — wie Zitronenzuckerl oder eine noch nicht ganz reife Mandarine. Mit Zeit im Glas wird das Ganze cremiger; Vanille tritt deutlicher hervor, die Mandarine wandelt sich langsam Richtung Orangenmarmelade. Der Alkohol ist spürbar, aber gut eingebunden.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Auf der Zunge startet der Whisky kraftvoll, der Rauch wirkt hier sofort intensiver als in der Nase. Während ich im Geruch eher in Richtung Ardmore tendiert habe, schiebt sich jetzt doch Edradour/Ballechin wieder ins Gedächtnis.

Der Rauch wirkt wie heruntergebranntes Holz mit Aschepartikeln. Dazu kommt ein Hauch „Stall“ und feuchtes Heu. Die Süße wirkt wie weiches cremiges Fudge und sorgt für ein schönes Gegengewicht. Danach übernehmen würzige Noten immer mehr das Kommando. So finden sich getrocknete Kräuter, Walnüsse mit Haut, Leder, Tabak und etwas Eichenholzsaft im Geshmack wieder. Weißer Pfeffer und Zimt sorgen für einen zusätzlichen pikanten Akzent. Der Alkohol ist ausgezeichnet integriert.


Abgang
Das Finale gestaltet sich lang anhaltend mit viel Rauch und Asche sowie mit Zimt, dunkler Schokolade, braunem Zucker und Tabak.


Fazit
Eine wirklich gelungene Abfüllung. Der Rauch ist kräftig, doch die anderen Aromen kommen nicht zu kurz. Ein paar Minuten Zeit im Glas lohnen sich besonders für die Nase. Am Gaumen übernehmen die würzigen Noten mehr die Kontrolle, was zu einem spannenden Wechselspiel zwischen Würze und Süße führt. Die 14 Jahre Reifezeit nimmt man ihm definitiv ab.

Und ja, ich lege mich fest — ich halte das für einen Ballechin. Falls jemand Genaueres weiß, gerne unten in die Kommentare.

Mittwoch, 30. Juli 2025

Dalmore Vintage 2007 10y

 

Whiskybase

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Die für den französischen Markt aufgelegte Abfüllung Dalmore Vintage 2007 besitzt einen für Dalmore-Verhältnisse erfreulich hohen Alkoholgehalt von 46%. Der Großteil der Abfüllungen dieser im Luxus-Whisky-Markt beheimateten Brennerei wird bekanntlich nur mit 40% abgefüllt.

Dieser zehn Jahre alte Whisky reifte überwiegend in 1st Fill American Oak Casks, bevor er ein abschließendes Finish in Apostoles Sherry Butts aus der Bodega Gonzalez Byass erhielt.

Der Apostoles-Sherry-Stil liegt zwischen einem Fino und einem Oloroso: Er wird wie ein Oloroso oxidativ gereift, besitzt aber die Trockenheit eines Finos. Nach Angaben der Brennerei reifte der Sherry rund 30 Jahre lang – wahrscheinlich im Solera-Verfahren – in diesen Fässern. Solch alte Fässer sind in der Whiskywelt mittlerweile eine Seltenheit.

Bezüglich Kühlfiltration und Färbung gibt es keine verlässliche Quelle, auf der Flasche selbst sind kaum Informationen zu finden. Normalerweise färbt Dalmore seinen Whisky und kühlfiltriert ihn. Bei 46% Vol. wäre eine Kühlfiltration, um Ausflockungen bei der Zugabe von Eis zu verhindern, jedoch nicht notwendig.


Aussehen
Gelbbraun


Nase
Diese Jahrgangsabfüllung präsentiert sich zunächst filigran und verspielt, ohne ein Aromenschwergewicht zu sein. Zu Beginn finden sich zarte florale Noten sowie feine Fruchtaromen von Marillenkompott, süßen Himbeeren und Erdbeeren, begleitet von reifen, aufgeschnittenen Pflaumen. Vanillepudding und Milchschokolade untermalen das Duftprofil.

Nach etwas Standzeit und Sauerstoffzufuhr verändert sich die Nase und entwickelt sich in eine aromatisch-würzigere Richtung, ähnlich wie harziger Wein mit Honigsüße. Die Aromen werden insgesamt voller und intensiver. Der Alkohol ist als leichte, frische Prise spürbar. Diese Variabilität gefällt mir gut – man muss sich jedoch darauf einlassen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
So leicht und luftig der Malt zu Beginn in der Nase wirkt, so intensiv und kräftig präsentiert er sich beim ersten Schluck. Eine fast sirupartige Honigsüße legt sich dickflüssig über den gesamten Mundraum. Unterstützt wird diese Süße von getrockneten, leicht kandierten Marillen.

Die Beeren aus der Nase treten am Gaumen hingegen nicht auf. Als willkommener Kontrast fungiert eine sich rasch aufbauende Würzigkeit mit weißem Pfeffer, Zimt und Muskatnuss. Mit zunehmend herben, leicht bitteren Holznoten – vor allem in Form von schwarzem Kaffee – geht es zügig ins Finish über.


Abgang
Neben der leicht bitteren Eiche finden sich Rosinen und die Pflaumen aus der Nase. Auch die Honigsüße klingt noch nach, wenn auch deutlich reduziert. Das Finish ist insgesamt eher kurz.


Fazit
Dies ist eine durchaus untypische Abfüllung von Dalmore. Vor allem die Nase überzeugt mit ihrer zarten Verspieltheit, während mir die fast brachiale Süße am Gaumen schon fast zu viel des Guten ist. Dennoch gefällt mir dieser Whisky, wenn auch mit Abstrichen, recht gut.

Er ist kein Vergleich zum 15‑jährigen Dalmore, bei dem ich besonders mit der muffigen Nase haderte. Außerdem zeigt er deutlich, dass ein höherer Alkoholgehalt als die üblichen 40% den Dalmore-Abfüllungen sehr gut zu Gesicht stehen würden.


Mittwoch, 2. Juli 2025

Knockdhu 2013 10y (MBl)

 

Whiskybase

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Knockdhu stammt aus dem Gälischen und bedeutet „Schwarzer Hügel“. Der Markenname, unter dem die Brennerei ihren Single Malt vertreibt, lautet allerdings anders. AnCnoc ist ebenfalls ein gälisches Wort und heißt schlicht „Der Hügel“.

Der Hintergrund für den Wechsel auf einen anderen Namen liegt in der Entscheidung der Eigentümer, die befürchteten, dass man ihre Whiskys leicht mit denen der ähnlich klingenden Knockando Distillery verwechseln könnte. Aus diesem Grund laufen alle Originalabfüllungen unter der Marke AnCnoc.

Bislang hat man unabhängig abgefüllte Ausgaben dieser Brennerei eher selten in den Regalen gefunden. In den letzten Monaten sind aber doch vereinzelt einige Flaschen unter der Bezeichnung Knockdhu bei verschiedenen unabhängigen Abfüllern aufgetaucht.

Eine davon ist der Knockdhu 2013 aus der The Maltman-Reihe von Meadowside Blending. Dieser Zehnjährige reifte von April 2013 bis Januar 2024 in einem Hogshead, aus dem schließlich 295 Flaschen mit einem Alkoholgehalt von 52,3 % hervorkamen. Wie bei der Maltman-Serie üblich, wurde weder gefärbt noch kühlfiltriert.


Aussehen
Rötliches, dunkles Kupfer.


Nase
Ein intensives Aromenspiel – die Düfte steigen kräftig in die Nase. Der Alkohol kitzelt leicht und bringt eine frische Pfefferminznote mit. Zu Beginn wirkt er malzig und würzig, zusammen mit einer Prise Muskatnuss und Zimt.

Danach zeigen sich geriebene Haselnüsse, leicht dunkel gebackene Shortbreads mit einer nussigen Butternote und Schokolade, die deutlich mehr Kakaoanteil hat als normale Milchschokolade, ungefähr 50 %. Im Hintergrund blitzen Rosinen und getrocknete Feigen hervor. Für sein relativ junges Alter hat der Whisky erstaunlich viel Holzwürze aus dem Eichenfass aufgenommen.

Nach ein paar Minuten Standzeit bekommen die Nüsse Verstärkung durch cremiges Karamell. Die Schokolade, die weiterhin eine Hauptrolle spielt, wird milder und entwickelt sich zu einer cremigen Milchschokolade. In Summe erinnert mich das Ganze dann an ein in Alkohol getauchtes Nussini.

Mit etwas Wasser treten getrocknete rote Früchte und ein Hauch Marillenkompott hervor, während die Schokoladen- und Nuss-Assoziationen etwas in den Hintergrund rücken.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund überrascht er zunächst mit einem weichen, cremigen Mundgefühl. Der Start ist süß, mit viel weichem Karamell und Nougat. Pflaumenmus und Rumrosinen begleiten die Süße, unterlegt von Milchschokolade.

Danach schlägt der Whisky geschmacklich in eine würzigere Richtung um. Ein bisschen Zimt und weißer Pfeffer leiten den Wechsel ein. Die intensiv gerösteten Nussaromen aus der Nase treten im Mund deutlich in den Hintergrund.

Mit ein paar Tropfen Wasser verwandelt er sich fast in ein kleines Schokoladenkonfekt. Die Süße nimmt eher noch zu, die Milchschokolade bleibt präsent, während die Rosinen etwas frischer wirken – fast wie halbgetrocknet, mit saftigem Fruchtfleisch. Die würzige Schärfe reduziert sich und wird zu einer milderen Note von eingelegtem Ingwer, die die Süße angenehm begleitet.


Abgang
Zum Ende hin wird er seitlich am Gaumen und vorne am Zahnfleisch spürbar trockener. Herbere Aromen setzen ein, insgesamt klingt der Malt mittellang nach. Mit Wasser wird die Trockenheit und leichte Bitterkeit abgeschwächt. Stattdessen bleibt er länger fruchtig und cremig im Mundraum.


Fazit
Dieses Schokoladen-Nuss-Dessert in Whiskyform hat mir wirklich gut gefallen. Der Alkohol, vor allem in der Nase, ist manchmal recht knackig und frisch, aber ein paar Tropfen Wasser machen ihn zu einem sehr süffigen und ansprechenden Abendbegleiter. Insgesamt hat mir der Knockdhu mit etwas Wasser deutlich besser gefallen. Der Ausflug in die Welt der unabhängig abgefüllten AnCnocs hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt.

Donnerstag, 12. Juni 2025

Glengoyne 16y (ADoS)

 

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Glengoyne ist in den Flaschen-Serien vom Brühler Whiskyhaus ein eher seltener Gast – was allein schon Grund genug war, mir schnell ein Sample dieser Abfüllung zu sichern. Der andere Grund: pure Neugier. Glengoyne harmoniert bekanntlich hervorragend mit Sherryfassreifung; in der Brennerei kommen sowohl Oloroso- als auch PX-Fässer zum Einsatz.

In letzter Zeit hat sich mein Geschmack allerdings gewandelt – reine Bourbonreifungen reizen mich zunehmend mehr. Bei Sherry- oder Weinfass-Einflüssen achte ich inzwischen besonders darauf, dass das Fass den Whisky nicht überlagert.

Genau das ist jedoch bei Abfüllungen vom Brühler Whiskyhaus eher die Ausnahme. Marco Bonn bevorzugt intensive Fassprägung – süß, kräftig und aromatisch. Oft gerät dabei der Whisky selbst etwas in den Hintergrund.

Der Glengoyne reifte vollständig in einem PX Sherry Hogshead und wurde mit 52,6 % vol. in 271 Flaschen abgefüllt. Ich war gespannt, was mich hier erwartet.

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Dunkles Mahagoni.


Nase
Unverdünnt zieht der Alkohol beim ersten Schnuppern ordentlich in die Nase. Mit etwas Zeit im Glas legt sich dieser erste Eindruck, und eine klassische Sherry-Nase entfaltet sich – klassisch im besten Sinne des Wortes. Neben einem fein eingekochten Zwetschkenröster zeigen sich getrocknete Datteln, Feigen und Aprikosen. Die Früchte ruhen in einer cremigen, karamellisierten Milchschokoladenmasse mit gerösteten Haselnussstücken. Überraschend: Die erwartete PX-Süße bleibt dezent im Hintergrund – von einem Zuckerschock keine Spur.

Dazu kommen würzige Noten wie getrocknete Tabakblätter, Zimt, Gewürznelken und Eichenholz. Nach dem ersten alkoholischen Schub präsentiert sich eine klassische, angenehm ausgewogene Sherryreifung.

Geschmack
Hier zeigt sich der Alkohol noch präsenter als anfangs in der Nase. Sehr pikant, fast schon mit Chilischärfe vergleichbar, überrollt der Whisky den Gaumen und wärmt kräftig den Rachen. Die eigentlichen Aromen haben es schwer – herbe Holztöne und ein leicht seifiger Eindruck (Veilchenseife?) drängen sich in den Vordergrund. Da hilft nur Wasser.

Und tatsächlich: Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Schärfe gezähmt und der Whisky deutlich zugänglicher. Nun kommen endlich auch die vermissten Sherrynoten zum Vorschein – Marillenmarmelade, Pflaumenmus mit Zimt, geröstete Nüsse. Die herben Holzaromen bleiben jedoch weiterhin präsent, ebenso diese störende Seifigkeit. Kann die vom Fass kommen?


Abgang
Der Nachklang ist eher kurz. Bittere, herbe Eichennoten bleiben erhalten, begleitet von einem Hauch Apfelschale und etwas Pflaumenmus. Leichte Tabakreste verweilen auf der Zunge.


Fazit
Der Alkohol ist hier das Hauptproblem – nicht gut eingebunden und zu dominant. Die Vollreifung im PX-Fass über 16 Jahre bringt zwar eine schöne Nase hervor, lässt aber im Geschmack zu viele bittere Holztöne zu. Mit Wasser wird es besser, doch der Whisky bleibt für mich unausgewogen.

Während die Nase Lust auf mehr macht, bleibt der Geschmack deutlich dahinter zurück. Der seifige Eindruck stört, und auch Wasser bringt hier keine klare Rettung. Für mich leider keine rund gelungene Abfüllung – wir werden wohl keine Freunde.

Mittwoch, 7. Mai 2025

Ardmore 23y 1998/2022 (EID)

 

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Die Highland Brennerei Ardmore produziert grundsätzlich einen leicht rauchigen Brand - Ausnahme der Regel ist der nicht rauchige Vertreter, der unter der Markenbezeichnung Ardlair vertrieben wird. Ähnlich wie bei Benromach gefällt mir diese feine, subtile - oft mehr im Hintergrund agierende - oft erdige Rauch- und Torfnote recht gut. Für eine deutlichere Rauchnote werden, vor allem von unabhängigen Abfüllern, Ardmores oft in Islay-Fässer - meist von Laphroaig - nachgereift. 

In diesem speziellen Fall hat Elixir Distillers darauf verzichtet und den New Make einfach 23 Jahre lang in einem Hogshead in Ruhe liegen gelassen und ihn 2022 im Rahmen seiner The Single Malts of Scotland Reihe mit 51,2 Volumenprozent in 223 Flaschen abgefüllt. 


Aussehen
Helles Gold, Strohgelb.


Nase
Anfänglich etwas zugeknöpft wirkend, öffnet sich die Nase nach ein paar Minuten kontinuierlich. Zum Vorschein kommen ein wahrer Obstgarten und zahlreiche Fruchtaromen: Zitronenkuchen, Vanille, Tropische Früchte, reife gelbe und grüne Äpfel sowie Birnen, der Saft von grünen Weintrauben und Honigmelonen. Der Rauch liegt dezent im Hintergrund, spielt absolut nicht die erste Geige. Es ist überwiegend ein warmer, erdiger Rauchgeruch, der zusätzlich zu mineralischen auch süße rote Beerenaromen inne hat - ein wenig wie geräucherte Fruchtgummis. Sehr positiv ist die samtig, sirupgleiche weiche Textur der Nase sowie diese subtile Wachsnote, die man sonst eigentlich von Clynelish kennt. Man nimmt ihm das Alter absolut ab, die Aromen sind harmonisch und wirken sehr reif und gediegen. Der Geruch verändert sich mit der Zeit auch weiter. Der Obstkorb bekommt von getrockneten Küchenkräutern Unterstützung. Auch das Holz der Fässer sorgt für eine intensive Würzigkeit. Der Rauch wird mit Fortdauer präsenter.

Etwas Wasserzugabe intensiviert die Fruchtaromen noch weiter und macht den Gesamteindruck noch harmonischer. Der Alkohol ist kaum zu riechen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Ein sehr feiner weicher cremiger Antritt. Obwohl man die knapp 51% kaum merkt sind die Aromen vollmundig und von Beginn an sehr präsent, anders als in der Nase, die etwas Anlaufzeit benötigte. Zuerst wird man von einer angenehmen Honigsüße begrüßt, die wieder von einer ordentlichen Portion Fruchtigkeit und Obst begleitet wird. Neben dem reifen Kernobst sind es wie im Geruch tropische Früchte, die Honigmelone sowie der Zitronenkuchen mit seiner warmen, Teig ähnlichen Textur. Danach zeigt sich der Rauch deutlich. Mit im Gepäck hat er auch etwas auskühlende Asche und eine Adstringenz, die vor allem seitlich bei den Wangen für ein trockenes Mundgefühl sorgt. Die erdigen Noten aus der Nase werden im Geschmack durch mehr mineralische und leicht jodige Aromen ersetzt. Auch im Mund zeigt sich die lange Reifezeit und überzeugt durch eine Ausgewogenheit und Gediegenheit.

Wasser macht ihn noch süffiger, jedoch reduziert er ein wenig seinen Charakter. Die Frucht, die Süße und die Würzigkeit vermischen sich etwas zu sehr. Da hat er mir pur doch besser gefallen.


Abgang
Getrocknete Tabakblätter und Leder folgen den Holzaromen, die für eine gewisse angenehme Bitterkeit sorgen. Der Rauch, aber vor allem, die kalte Asche im Aschenbecher bleiben noch länger im Mundraum liegen und sorgen so für ein mittellanges bis langes Finish.


Fazit
Ein würdiger Vertreter der 20plus Altersgruppe. Dieser Tropfen gefällt mir außerordentlich gut. Neben den für mich doch überraschend intensiven Fruchtaromen ist es vor allem seine Harmonie, eine gewisse Eleganz und die Textur im Geruch und Geschmack. Obwohl 23 Jahre lang im Fass sind die würzigen, bitteren Noten vom Holz nie im Vordergrund. Der leichte Rauch von Ardmore bietet eine sehr schöne Begleitung der anderen Aromen. Der macht im Glas wirklich Spaß und gute Laune.


Freitag, 28. März 2025

Loch Lomond 14y

 

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Loch Lomond ist eine dieser Brennereien, die die wenigsten von uns am Schirm haben oder viel Beachtung schenken. Jedoch sind sie sehr spannend. Genau an der Grenze zwischen den Lowlands und Highlands gelegen, bietet die erst 1966 eröffnete Destillerie einige Besonderheiten. So ist sie die einzige Brennerei in Schottland, die auf ihrem Gelände sowohl mit klassischen Pot Stills Single Malts als auch mit einer Column Still Grain Whisky produziert und somit einen Single Blended Scotch Whisky herstellen kann. 


Besondere Brennblase
Zusätzlich zu den Pot Stills und der Kolonnen-Brennanlage verfügt Loch Lomond über einige Straight Neck Pot Stills oder auch Lomond Stills genannt. Diese besonderen Brennblasen, die in den 1950igern entwickelt wurden, bestehen aus einem kugelförmigen Rumpf und einem zylindrischen Aufsatz. In diesem Aufsatz befinden sich versetzbare durchlöcherte Kupferplatten sowie eine verstellbare Überleitung zum Kühler. Damit wird der Rückfluss des Destillats gesteuert und somit auch das Aromenspektrum des daraus entstehenden New Makes.

Die Vielzahl der unterschiedlichen Brennblasen, inklusive der Lomond Stills (rechts im Bild), bei Loch Lomond auf einem Blick. 
Fotocredit: Loch Lomond

Mit Hilfe dieser ungewöhnlichen Brennblasen-Sammlung stellt die Brennerei eine Vielzahl an unterschiedlichen Rohbränden und Kombinationen her, die sowohl nicht rauchig, mittel rauchig oder sehr rauchig sind. Die Whiskys werden unter verschiedenen Marken vertrieben, neben Loch Lomond gibt es weiters Inchmurrin (nicht rauchig), Inchmoan (rauchig) und Single Grain (sowohl nicht rauchig als auch rauchig). Zusätzlich dazu findet man, meist bei unabhängigen Abfüllern, Bezeichnungen wie Croftengea, Graiglodge, Glen Douglas, Inchfad oder Old Rhosdhu für Loch Lomonds Whiskys wieder.


Loch Lomond 14y
Der 14jährige Loch Lomond ist nicht rauchig und erhielt nach einer Reifung in Ex-Bourbon-Fässern ein bis zu 12 Monate langes Finish in Fässern aus leicht getoastete französischer Limousin Eiche. Abgefüllt wird er mit 46%. Mein Sample stammt noch von einer Abfüllung aus 2020. In der Zwischenzeit gab es bei Loch Lomond eine Änderung bei Flaschenform und Label-Design. Es soll sich auch minimal die Zusammensetzung der Fassbelegungen bei der Core-Range geändert haben. Offizielle Angaben dazu konnte ich keine finden.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Sofort viel süßer Honig, dem der Duft reifer gelber Birnen nahtlos folgt. Überhaupt ist der Ersteindruck ein sehr fruchtiger. Es gesellen sich neben den Birnen auch saftige, etwas mehlige, gelbe Äpfel genauso zum aromatischen Duftkorb hinzu wie Zuckermelonen und Aprikosen. Etwas Zimt mischt sich zusammen mit den mit Fortdauer stärker in den Vordergrund rückenden Einflüssen vom Holz. Eine leichte Schmutznote schwebt über dem Ganzen, sie ist nicht genau zu greifen, ist aber durchaus interessant. Die Kombination aus der Würzigkeit vom Holz, wahrscheinlich macht sich hier vor allem das Finish im französischen Eichenholz bemerkbar, und den Früchten wirkt harmonisch und durchaus elegant.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund findet sich ein weicher aber durchaus voller Geschmack mit einem guten kräftigen Mundgefühl. Der Honig bekommt durch süßes Toffee Unterstützung. Fast schon cremig gestaltet sich der Anfang. Dann erscheint eine leichte Pfeffernote und eröffnet die Würzigkeit des Holzes. Muskatnuss, Zimt aber auch Noten von Roibuschtee untermalen diese holzige Dominanz. Es folgen aufgeschnittene Vanilleschoten sowie Kompott aus Zuckermelonen, Birnen und Aprikosen sowie Milchschokolade mit Kokosraspeln.


Abgang
Dem flüssigen Bounty Schokoriegel folgt wieder die, bereits aus der Nase bekannte, leicht schmutzige Note sowie noch mehr trockenes Holz mit einer leicht muffigen Attitüde. Insgesamt kommt ein mittellanges Ende zum Tragen.


Fazit
Ich bin sehr positiv überrascht. Der Whisky wirkt mit seiner ausgeprägten Holzaromatik und dem gleichzeitigen fruchtigen Auftritt fast älter, als seine 14 Jährchen, es annehmen ließen. Da hat man schon etwas im Glas mit dem man sich auch länger beschäftigen kann. Für die aktuellen rund € 50,- durchaus eine Kaufoption.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Ben Nevis 2013 11y The Maltman (MBl)

 

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English Text-Version


Beim letzten Besuch meines Whiskyhändlers, dem Hirschenbrunner in Wien, und dem gleichzeitigen Treffen mit meinen Cask Strength Girlz and Boyz, war mir für den Abend nach einem gemütlichen feel good Whisky. Beim Flanieren durch das Geschäftslokal, an den vollen Regalen vorbei, blieb mein Blick an einem Ben Nevis hängen.

Es ist spätestens nach meiner Lobeshymne auf den Ingelred Ben Nevis 17y 2005 aus dem Ex-Bourbonfass kein Geheimnis mehr, dass mir Ben Nevis und Ex-Bourbon-Reifung in Union sehr gut gefallen. Daher war die Entscheidung für den Ben Nevis 2013 11y von Meadowside Blending eine leichte. Die Flasche wurde auch sogleich geöffnet und probiert. Und, was soll ich sagen, es war ein gelungener Abend mit einem sehr netten Begleiter.


Aussehen
Strohgelb.


Nase
Der Geruch teilt sich zu Beginn einerseits ins herb Malzige mit einer guten Portion an Müsli und Getreide. Andererseits finden sich mit hellen Trauben mit einer angenehmen Säure, noch nicht gänzlich reifen grünen Birnen sowie getrockneten Bananenscheiben doch recht viel Frucht. Die Kombination dieser Aromen ist dem Duft eines trockenen Grünen Veltliner Weißweins mit seiner sortentypischen knackigen Frische und Spritzigkeit (dem Pfefferl auf österreichisch) nicht unähnlich. Untermalt wird dieses Geruchs-Gemenge vom Duft einer aufgeschnittenen Vanilleschote und einer Funk-Note, die neben Mineralität vor allem leicht schmutzig anmutend. Dafür sorgt auch eine ordentliche Würzigkeit vom Holz, die mit einer dezenten Menthol Note einhergeht.

Nach ein paar Minuten im Glas wird die Vanille intensiver, neben Milchschokolade finden sich zusätzlich auch grasige Aromen. Der kantige Brennereicharakter von Ben Nevis kommt hier wirklich schön zur Geltung.


Geschmack
Sehr netter Anfang! Sehr cremig, fast schon butterweiches Mundgefühl, dass mit einer intensiven Süße nach Honig und Karamell überrascht. Neben einer zerdrückten weichen Banane ist die Birne nun deutlich reifer geworden. Die Vanille aus der Nase ist im Geschmack von Anfang an sehr deutlich und intensiv.

Nach diesem süßen Intermezzo erscheint eine Scheibe frischen Ingwer mit seiner aromatischen Schärfe. Hinzu gesellen sich dunkle Schokolade, würziges, leicht angebräuntes Holz - aber kein Rauch! - und in Anklängen wieder dieser nette leicht schmutzige Funk.

Alkohol ist ideal eingebunden, Wasserzugabe verändert die Aromen nicht merklich und ist nicht wirklich nötig.


Abgang
Richtung Finish zeigt sich wieder mehr Holzeinfluss, der sich durch eine leichte Bitterkeit und Herbe widerspiegelt. Zusätzlich sorgen die weiche Banane zusammen mit der Haut und den Kernen der hellen Trauben auch im Abgang für einen fruchtigen Aspekt, der in einem mittel- bis durchaus langem Finish mündet.


Fazit
Diese Abfüllung macht mir wieder deutlich, warum ich Ben Nevis zusammen mit Ex-Bourbon Fässern so schätze. Der robuste Brennereicharakter und das Geschmacksprofil harmonieren einfach hervorragend mit Bourbonfässern. Der Kollege ist gefährlich süffig. Die Flasche wird nicht lange überleben. Gut so!

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English Text-Version


On my last visit to my local whisky retailer, Hirschenbrunner in Vienna, and meeting up with my Cask Strength Girlz and Boyz at the same time, I was in the mood for a cosy, feel-good whisky for the evening. Strolling through the shop, past the full shelves, my eyes were caught by a Ben Nevis.

It's no longer a secret that I'm very fond of Ben Nevis and ex-bourbon casks, especially after my praise of the Ingelred Ben Nevis 17y 2005 from the ex-bourbon cask. So the decision to try the Ben Nevis 2013 11y from Meadowside Blending was an easy one. The bottle was opened and a taste was taken immediately. And what can I say, it was a successful evening with a very nice companion.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Straw yellow in colour.


Nose
To begin with, the nose is divided into a tart malty flavour with a good portion of muesli and cereals. On the other hand, there is a lot of fruit, with green grapes with a pleasant acidity, unripe green pears and dried banana slices. The combination of these flavours is not dissimilar to the aroma of a dry Grüner Veltliner white wine, with its typical crisp freshness and effervescence (Pfefferl in Austrian). This mixture of aromas is underpinned by the scent of a cut vanilla pod and a funky note which, in addition to the minerality, is above all a little bit dirty. There is also a subtle spiciness from the wood, accompanied by a hint of menthol.

After a few minutes in the glass, the vanilla becomes more prominent and, along with the milk chocolate, there are also grassy notes. The edgy distillery character of Ben Nevis really comes through here.


Palate
A very nice beginning! The texture is very creamy, almost buttery, with a surprisingly intense sweetness of honey and caramel. In addition to a soft, mashed banana, the pear has now become much more ripe. The vanilla from the nose is very clear and intense on the palate right from the beginning.

After this sweet opening, a slice of fresh ginger appears with its aromatic spiciness. Dark chocolate, spicy, slightly toasted wood - but no smoke! - and hints of that nice, slightly dirty funk.

The alcohol is well integrated, the addition of water does not change the flavours noticeably and is not really necessary.


Finish
Towards the finish, there is more wood again, which is reflected in a slight bitterness and astringency. The soft banana and the skins and seeds of the white grape also add a fruity aspect to the finish, which is medium to long.


Conclusion
This bottling reminds me why I love Ben Nevis and ex-bourbon casks so much. The robust distillery character and the flavour profile simply harmonise perfectly with Bourbon casks. This colleague is dangerously drinkable. The bottle won't last long. And that's a good thing!

Donnerstag, 28. November 2024

Glenturret 12y (2022)

 

Whiskybase

English Text-Version


Die Glenturret Brennerei, in den schottischen Highlands gelegen, beschreibt sich selbst als die älteste noch aktive Brennerei Schottlands. Die früheste Aufzeichnung diesbezüglich stammt aus dem Jahr 1763. Jedoch soll bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert Whisky - wenn auch nicht ganz legal - am Ort der zukünftigen Destillerie gebrannt worden sein. Glenturret gehört mit einer Kapazität von jährlich maximal 500.000 Litern reinen Alkohols zu den kleineren Brennereien in Schottland. 

Ende 2018 verkaufte der bisherige Eigentümer, die Edrington Group, die Brennerei an den Schweizer Weingroßhändler und -Produzenten Art & Terroir, der selbst Teil des französischen Luxuskonzerns Lalique Group ist. Knapp zwei Jahre später präsentierte man ein komplett neues Portfolio und Markenauftritt. Neben dem Triple Wood, der Einstiegsflasche in die Serie, sind ein 10y Peat Smoked (in der Zwischenzeit ist auch ein 7y Peat Smoked hinzugekommen), sowie die nicht rauchigen 12y, 15, 25y und 30y Abfüllungen Teil der Reihe. Speziell bei diesem neuen Konzept ist auch die Tatsache, dass hier jährliche Batches für die jeweiligen Flaschen herauskommen. Meist nicht mehr als 60 Fässer werden pro Abfüllung verwendet. Dadurch kann es auch zu leichten Nuancen zwischen den einzelnen Jahrgängen kommen.

Teil der neuen Aufmachung ist auch die Einführung einer neuen Flasche. Und diese rechteckige schwere Glasflasche gefällt mir mit ihrer klassischen Form, die an antike Säulenelemente erinnert, äußerst gut - auch das Auge trinkt mit.

Den 12jährigen, den ich verkoste, stammt aus dem 2022er Release und reifte in amerikanischen und europäischen Eichenfässern, in denen vorher teils Oloroso- oder PX-Sherry lag. Der Alkoholgehalt beträgt 46% Trinkstärke, es kam weder E-150 Farbstoff noch Kühlfiltration zum Einsatz. 


Aussehen
Dunkler Bernstein.


Nase
Ein harmonisches Wechselspiel zwischen dunklen getrockneten Früchten, Brombeeren, die etwas an Säure beitragen, Rosinen und am Ofen getrockneten Orangenscheiben auf der einen Seite sowie süßem Waldhonig, cremigen Toffees und Vanillekeksen auf der anderen Seite. Ein paar Bröseln getrockneten Tabakblätter liegen auf einer alten, leicht muffigen Eichenkommode. Feine Aromen des Eichenholzes, die anfänglich eher im Hintergrund liegen, treten mit Zeit und Sauerstoffzufuhr im Glas immer mehr in den Vordergrund und verweben sich mit den restlichen Gerüchen zu einem sehr ansprechenden Gesamteindruck. Der Alkohol ist zu keiner Zeit spürbar und wirklich sehr gut eingebunden.


Geschmack
Weiches und zugleich cremiges Mundgefühl mit einem schweren und kräftigen Antritt der Aromen. Pralinen aus Milchschokolade mit viel Vanille und einem flüssigen Kern aus Karamell.

Danach triftet es kurzfristig auf die würzige Seite. Weißer Pfeffer mit einer Prise Zimt lugt kurz hervor. Danach übernehmen Pflaumenmus, getrocknete Feigen und Datteln sowie die Brombeeren mit ihrer angenehmen Säure wieder das Kommando. Von der Orange aus dem Geruch ist eher weniger zu schmecken. Ab dem Mittelteil wird es trockener und mehr holzlastig. Die Eiche dominiert nun deutlicher das Geschehen, jedoch bleibt es immer noch sehr aromatisch.

Nach dem zweiten Schluck kommt der Sherry-Einfluss wieder mehr zur Geltung, zusammen mit ein paar getrockneten Tabakblättern und ein paar gerösteten Haselnüssen.


Abgang
Die Schokolade wechselt von Milch- zu Dunkelschokolade mit mehr Kakaoanteil. Dazu immer noch eine gute Portion Vanille und Toffee, jedoch verblasst die Süße immer mehr. Die Eichenaromen sind weiterhin sehr präsent, sehr schönes Holz. Das Finish ist durchaus von langer Dauer.


Fazit
Bei diesem zwölfjährigen Standard von Glenturret gefällt mir nicht nur die Ausstattung und das Flaschendesign, sondern auch der flüssige Inhalt der Flasche. Ein rundherum stimmiger Single Malt mit reichlich Sherry-Einfluss und einem gediegenen Auftreten. Die Kombination aus den dunklen Früchten mit der malzig, cremigen Süße und den Eichenholzaromen weiß zu gefallen. Der aktuell aufgerufen Preis von rund € 75,- ist für eine 12jährige Abfüllung durchaus eine Ansage und zielt hier eindeutig auf das Premium-Segment ab. Jedoch, anders als bei ähnlichen Predige Marken, bekommt man auch einen sehr guten Whisky.

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English Text-Version


The Glenturret Distillery, located in the Scottish Highlands, claims to be the oldest working distillery in Scotland. The earliest record dates back to 1763, but whisky is said to have been distilled on the site of the future distillery since the early 18th century, albeit not quite legally. With a maximum annual capacity of 500,000 litres of pure alcohol, Glenturret is one of Scotland's smaller distilleries. 

In late 2018, the previous owner, the Edrington Group, sold the distillery to Swiss wine wholesaler and producer Art & Terroir, itself part of the French luxury concern Lalique Group. Barely two years later, a completely new portfolio and brand image was unveiled. In addition to the Triple Wood, the range now includes a 10-year-old Peat Smoked (now joined by a 7-year-old Peat Smoked) and 12-, 15-, 25- and 30-year-old bottlings. Another feature of this new concept is the fact that annual batches are released for each bottle. Typically, no more than 60 casks are used per bottling. This can result in slight nuances between vintages.

Part of the new release is the introduction of a new shape of bottle. I really like this rectangular, heavy glass bottle with its classic shape reminiscent of antique pillars.

The 12-year-old I'm tasting is from the 2022 release and has been matured in American and European oak casks, some of which previously contained Oloroso or PX sherry. It is 46% abv and no E-150 colouring or chill filtration has been used. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark amber in colour.


Nose
A well-balanced combination of dark dried fruit, blackberry with a touch of sour, sultana and oven-dried orange slices on the one hand, and sweet forest honey, creamy toffee and vanilla biscuits on the other. A few crumbs of dried tobacco leaves lie on an old, slightly musty oak chest of drawers. Fine oak aromas, initially in the background, come to the fore with time and oxygenation in the glass, blending with the other flavours to create a very pleasing overall impression. The alcohol is never overpowering and is very well integrated.


Palate
Soft and creamy in the mouth with a heavy and powerful entry of flavours. Milk chocolate pralines with lots of vanilla and a liquid caramel core.

The palate then turns quickly to the spicy side. White pepper with a pinch of cinnamon emerges briefly. Then plum jam, dried figs and dates, and blackberries with their pleasant acidity take over. There is less of the orange flavour from the nose. In the middle of the mouth the whisky becomes drier and more woody. The oak is now more dominant, but still very aromatic.

After the second sip, the sherry influence returns, along with some dried tobacco leaves and some toasted hazelnuts.


Finish
The chocolate changes from milk chocolate to dark chocolate with a higher cocoa percentage. There is still a good quantity of vanilla and toffee, but the sweetness fades more and more. The oak flavours are still very present, very nice wood. The finish is quite long.


Conclusion
With this 12y old core bottling from Glenturret, I like not only the presentation and bottle design, but also the liquid content of the bottle. An all-round harmonious single malt with plenty of sherry influence and a dignified appearance. The combination of dark fruit with malty, creamy sweetness and oak is very appealing. The current price of around € 75,- is quite an announcement for a 12-year-old bottling and is clearly aimed at the premium segment. However, unlike similar Predige brands, this is a very good whisky.

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