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Dies ist mittlerweile die sechste Abfüllung aus der Hazelburn Oloroso Cask Matured Reihe von Springbank, die ich im Glas hatte. Kaum einen anderen Single Malt habe ich bislang über die Jahre häufiger verkostet. Dachte ich schon bei der letztjährigen Abfüllung mit ihren acht Jahren Reifezeit, dass damit hoffentlich der Boden der Verjüngung bei der Reifezeit erreicht wäre, wurde ich dieses Jahr eines Besseren belehrt.
Springbank bringt mit der aktuellen Flasche nur noch sieben Jahre Reifezeit zusammen. Die Tendenz, bei dieser immer noch extrem beliebten Brennerei aus Campbeltown immer jüngere Abfüllungen herauszubringen, scheint damit weiter anzuhalten.
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| Mit Hilfe der Grafik erkennt man gut die rasante Abwärtsbewegung hinsichtlich Alter der Abfüllungen seit 2023. 2024 kam überhaupt keine Abfüllung heraus. |
Meine anfänglichen Bedenken beim Achtjährigen, er könnte hinsichtlich Geschmack und Geruch zu jung sein, konnte die damalige Abfüllung fast gänzlich zerstreuen. Der Single Malt hatte mich positiv überzeugt und sogar überrascht. Ob dies jedoch auch bei einem nun nochmals jüngeren Malt funktioniert, wird sich zeigen. Grundsätzlich sehe ich es weiterhin problematisch, dass Springbank immer jüngeres „Gemüse“ – zum mindestens gleichbleibenden Preis – auf den Markt wirft.
Aber nun zurück zur diesjährigen Variante. Diese wurde 2018 gebrannt und 2026 mit 47,9 % vol. abgefüllt. Wie bei den Vorgängern ist die Auflage auf 9.000 Flaschen begrenzt und die Reifung erfolgt in Oloroso Casks. Der Hazelburn wird von Springbank dreifach destilliert.
Aussehen
Dunkles Nussholz.
Nase
Die Nase eröffnet deutlich schmutziger und mit mehr Funk als bei seinen Vorgängern, sogar intensiver als beim letztjährigen Achtjährigen. Richtige Schwaden von Maschinenöl und Terpentin wehen einem aus dem Glas entgegen. Heftig, aber auch irgendwie geil. Eine solche Dreckigkeit hatte ich bei einem Hazelburn bislang noch nicht. Zusammen mit maritimen Noten, Salzwasser, Algen und Mineralität glaubt man sich an einen kleinen Fischerhafen versetzt, an dem gerade bei einem alten Fischkutter der Motor überholt wird.
Nach ein paar Minuten Standzeit und etwas Sauerstoffzufuhr verflüchtigt sich der Funk etwas und lässt mehr Raum für die Aromen des Oloroso-Sherryfasses. Neben Pflaumenmus, Rosinen und Trockenfrüchten ist es vor allem eine dunkle Haselnusscreme mit ordentlich Nougat- und Schokoladenanteilen, die nun die Führung im Geruch übernimmt. Eine zarte, fruchtig-säuerliche Note steuern rote Beeren wie Brombeeren und Himbeeren bei.
Die Nase ist durchaus stimmig und für einen Hazelburn Oloroso Cask Matured sehr passend und lecker. Einzig der Alkohol scheint noch nicht zu 100 % optimal eingebunden zu sein. Immer wieder prickelt es in der Nase. Das kann durchaus dem jungen Alter geschuldet sein.
Geschmack
Unverdünnt ist der erste Schluck einerseits cremig, andererseits aber auch etwas dünn. Die Aromendichte hatte ich mir intensiver vorgestellt. Also gleich den nächsten Schluck hinterher. Hm. Es wird besser, aber noch immer nicht optimal. Insgesamt bleibt der Whisky zunächst etwas verhalten.
Zuerst zeigt sich sogar eine angenehme, nicht zu intensive Nougatsüße, die von Pflaumenmus, Zimt, Muskatnuss und Rosinen begleitet wird. Der Funk fällt am Gaumen allerdings deutlich schwächer aus als in der Nase. Dafür lassen sich Noten von Gummiabrieb und Teer erkennen, beinahe auch etwas, das an Torf erinnert.
Danach übernimmt zunehmend die Holzwürze, kurz unterbrochen von einem pikanten Peak, der an geriebenen Ingwer oder rote Chilipaste erinnert. Die Schärfe ist allerdings nur von kurzer Dauer. Anschließend dominieren wieder stärker die Holztöne, begleitet von einer gewissen Herbe und Trockenheit.
Der Alkohol scheint am Gaumen besser integriert zu sein, und auch von der Jugend des Destillats ist hier nur wenig zu spüren.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Abgang
Das Finale beginnt mit einem weiteren kurzen Aufflackern des beliebten Campbeltown Funks. Dazu gesellen sich leicht muffige Holztöne, nicht mehr ganz so saftige Rosinen und etwas Zimt. Insgesamt fällt der Abgang mittellang aus.
Fazit
Man erkennt eindeutig die gemeinsame DNA zu den anderen Vorgängerversionen. Der Funk ist vorhanden, in der Nase sogar sehr deutlich. Auch die typischen Aromen des Sherryfasses sind wieder da, allen voran die wirklich nette Kombination aus Nuss, Nougat und Schokolade. Der Geruch ist, auch wenn der Alkohol beziehungsweise die Jugend des Whiskys immer wieder etwas durchblitzt, absolut im positiven Rahmen.
Am Gaumen finde ich ihn im Vergleich zu den anderen Abfüllungen allerdings doch etwas leichter, wenn nicht sogar dünner. Hier fehlt mir die von mir bei diesen Hazelburns so geliebte, intensive Verbindung aus Funk und den alles andere als stereotypischen Sherryfass-Eindrücken. Grundsätzlich sind diese Aromen vorhanden, aber eben nicht so intensiv, wie ich es erwartet und erhofft hatte. Auch der Abgang war bei früheren Abfüllungen schon einmal länger.
Alles in allem ist dies eine ordentliche Abfüllung, aber leider nicht mehr. Gerade angesichts der sehr gelungenen Vorgänger hätte ich mir von diesem Hazelburn etwas mehr erwartet. Die Nase macht zunächst richtig Spaß und zeigt eine beeindruckende Portion Campbeltown-Funk, am Gaumen fehlt es dann jedoch an der erwarteten Tiefe und Intensität.
Ich hoffe inständig, dass es nun mit dem Verjüngen bei Springbank ein Ende hat und wir bei den kommenden Abfüllungen wieder mit den Jahren der Reifung nach oben gehen.


