Whiskybase
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Sieben Jahre hat es gedauert, von 2015 bis 2022, bis Nikka erstmals wieder eine neue Abfüllung mit Altersangabe auf den Markt brachte. Am 26. Juli 2022 erschien die neue Abfüllung des Yoichi 10 Jahre in einer limitierten Version mit 9.000 Flaschen zunächst in Hokkaido, bevor sie am 15. November landesweit in Japan eingeführt wurde. Der alte Zehnjährige wurde damals, wie so viele andere Abfüllungen in Japan, aufgrund der mangelnden Bestände an gereiften Whiskys aus dem Sortiment gestrichen. Nikka selbst bezeichnet die Neuauflage ausdrücklich als erste Abfüllung mit Altersangabe seit sieben Jahren.
Anders als bei einigen älteren bzw. anderen Nikka-Produkten gibt es beim aktuellen Yoichi 10y keine Hinweise auf zugemischten schottischen Whisky. Die verfügbare Quellenlage spricht vielmehr dafür, dass es sich um vollständig in Japan erzeugten Whisky aus der Yoichi Distillery handelt. Mit 45 % Vol. wurde er in der gleichen Stärke wie sein Vorgänger abgefüllt. Bei der Filtration ist die Quellenlage allerdings widersprüchlich: Whiskybase führt die Abfüllung als nicht kühlfiltriert, während einzelne Verkostungsquellen eine Kühlfiltration angeben.
Zur konkreten Fassbelegung ist nicht allzu viel bekannt. Einige Quellen sprechen von einer Kombination aus neuen Eichenfässern sowie Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässern. Eine offizielle detaillierte Aufschlüsselung der verwendeten Fässer veröffentlicht Nikka allerdings nicht. Auch die Verwendung von Mizunara-Eiche, wie sie zumindest für ältere Yoichi-Abfüllungen teilweise genannt wird, lässt sich bei der 2022er Neuauflage anhand der verfügbaren Informationen nicht belegen.
Aussehen
Heller Blütenhonig.
Nase
Die neue Auflage des Yoichi 10y liefert einen sehr feinen, eleganten ersten Eindruck, wie man es so oft von japanischen Whiskys kennt. Was die japanischen Master Blender wirklich in Perfektion verstehen, ist das miteinander Vermengen unterschiedlicher Aromenquellen.
Der Rauch ist hier nicht dominierend, sondern liegt vielmehr als leicht aschige Untermalung unter den anderen Aromen. Neben Vanille und hellem Obst wie Birnen, Äpfeln und gelben Ringlotten, inklusive einiger tropischer Früchte wie reifen Bananen und Zitrusfrüchten, erkennt man eine feine Aromatik von Butterkeksen und Kuchen. Zarte Holznoten, die an parfümiertes Sandelholz und Jasminräucherstäbchen erinnern, umgarnen die anderen Düfte.
Die Nase ist sehr harmonisch komponiert. Vom Alkohol spürt man absolut nichts. Ich könnte ewig am Glas riechen.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Geschmack
Wie so oft bei japanischen Single Malts unterscheiden sich die ersten Eindrücke aus der Nase von der Grundcharakteristik im Mund. Trotz der lediglich 45 % Vol. trägt der Alkohol die Aromen kräftig voran. Der Whisky gleitet glatt und cremig in den Mundraum und sorgt für ein angenehmes Mundgefühl.
Im Gegensatz zum Geruch sind im Geschmack gleich zu Beginn mehr Rauch und vor allem Asche zu erkennen. Der Rauch zeigt sich dabei vor allem in Form von aromatischem Sandelholz, abbrennenden Räucherstäbchen und einer mineralischen, leicht schmutzigen Note.
Die würzigen Komponenten kommen nun ebenfalls stärker zur Geltung. Getrocknete Kräuter und leichte maritime Anklänge wie Seetang und Kieselsteine am Strand sind deutlich wahrnehmbar.
Die fruchtige Seite tritt etwas in den Hintergrund. Sie zeigt sich vor allem durch Scheiben getrockneter Bananen, angegrillte Ananasscheiben, helle Pflaumen und Birnenschalen.
Süße ist vernachlässigbar, dafür ist der Geschmack von Vanille während der gesamten Zeit im Mund präsent.
Abgang
In Richtung Abgang wird der rauchige Aspekt mit seiner trockenen Asche immer stärker. Die aromatischen Holzaromen mit Vanille und Banane bleiben ebenfalls noch länger vorhanden. Insgesamt ist das Finale mittellang und wird von den rußigen Noten getragen.
Fazit
Ein sehr eleganter japanischer Single Malt, dem man seine Altersangabe absolut glaubt. Er ist sehr fein komponiert und bietet interessanterweise zwischen Nase und Geschmack durchaus wechselnde Aromeneindrücke.
In der B-Note wäre ich nicht abgeneigt gewesen, wenn im Mund die tolle Fruchtkomposition aus der Nase einen größeren Anteil gehabt hätte. Aber auch die schöne Würzigkeit, allen voran Sandelholz und Räucherstäbchen, wissen mir zu gefallen. Wenn der Preis unter 100 € liegen würde, wäre er ein Kaufkandidat für Japan-Fans.


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