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Der elfte Whisky der Ragnarøkkr-Reihe von whic.de, die sich der nordischen Mythologie annimmt, heißt Hrimthursar und zeigt auf dem Etikett einen der sogenannten Frostriesen, die zu den ärgsten Feinden der Götter in der nordischen Saga zählen. Als passender Single Malt wurde ein zehn Jahre alter Raucher aus einer unbekannten East-Islay-Brennerei ausgewählt.
Im Osten der Insel Islay liegen aktuell die Brennereien Caol Ila, Bunnahabhain und als jüngste Brennerei vor Ort Ardnahoe. Ardnahoe kann man ausschließen, denn dort gibt es noch keinen so alten Whisky. Von Caol Ila und Bunnahabhain gibt es zahlreiche unabhängige Abfüllungen. Von beiden Brennereien hatte ich bereits einige Whiskys mit ähnlichem Alter und einer Reifung in einem Weinfass im Glas. Die Destillate beider Brennereien funktionieren mit dieser intensiven Art der Reifung in der Regel sehr gut, wobei für mich Caol Ila sogar eine Spur besser damit umgehen kann.
Von dem Einzelfass wurden 297 Flaschen mit 52,5 % Vol. ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration abgefüllt.
Aussehen
Rötliches Kupfer
Nase
Ein intensiver speckiger Lagerfeuerrauch trifft auf süßes Beerenkompott mit Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren, das in einem tiefen gusseisernen Topf am Lagerfeuer auf einem Kieselstrand vor sich hin köchelt. Der erste Eindruck ist eine nette Verbindung aus kräftigen Rauchnoten von Holzfeuer und maritimen, mineralischen Eindrücken mit einem Hauch Meeresluft. Die süßen Fruchtaromen schmiegen sich wohltemperiert an das rauchige Profil an.
Hinter der süß-rauchigen Kombination verbirgt sich nach ein paar Minuten noch frisch gebackene Brioche und getoastete Brotscheiben mit getrockneten Kräutern.
Die knapp 52 % Alkoholstärke sind fein integriert.
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| Fotocredit: whic.de |
Geschmack
Leckerer BBQ-Rauch mit geräucherten Speckaromen und nun doch etwas mehr Aschenoten sowie das aus der Nase bereits so intensive fruchtige Beerenkompott bekommen einerseits Unterstützung durch eine Karamellcreme mit Vanille und andererseits durch eine angenehme Würze mit gleichzeitiger Schärfe von eingelegtem Ingwer und Wasabipaste.
Die Süße und Frucht geht zügig in eine herbe Bitternote über, die von der Asche herrühren könnte. Die getrockneten Kräuter sorgen zusammen mit Zimt und Gewürznelken für einen netten Kontrapunkt zur Fruchtigkeit.
Der Alkohol trocknet die Wangeninnenseiten und das Zahnfleisch im Laufe des Verkostens immer mehr aus. Im Geschmack ist der Alkohol stärker präsent, ohne unangenehm zu werden.
Abgang
Der fette Rauch legt sich geschmeidig und ölig am Gaumen und im Mundraum ab. Die Asche bleibt noch länger präsent. Darüber hinaus sind nun auch getrockneter Tabak und Leder zu schmecken.
Fazit
Dies ist ein unkomplizierter, junger, heftiger Islay-Raucher mit ansprechenden süß-fruchtigen Aromen. Er ist äußerst süffig und macht im Glas richtig Spaß. Wer extreme Komplexität sucht, ist hier fehl am Platz. Wer Rauch und Asche in Kombination mit einer durchaus gut gemachten Dessertwein-Fassreifung sucht, ist hier an der richtigen Stelle.
Ob es sich hier um einen Caol Ila oder einen Staoisha von Bunnahabhain handelt, kann ich nur schwer sagen. Tendenziell würde ich eher auf einen Caol Ila tippen.


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