Dienstag, 26. Mai 2026

Allt-a-Bhainne 25y - Old Gods Thor‘s Trials I (whic)

 

Whiskybase

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Mit Thor's Trials startet whic.de einen neuen dreiteiligen Abschnitt in ihrer Old Gods Serie in Kooperation mit Signatory Vintage. Für die Abfüllung zur ersten Prüfung „Drinking the Sea“ wurde ein 25-jähriger Speysider aus der Brennerei Allt-a-Bhainne Distillery aus dem Jahr 2000 ausgewählt.

Die kolportierte Fassreifung ist interessant. Laut den Informationen am Etikett reifte der Whisky in einem Teil des Sherry Butts #4. Immerhin gingen sich 298 Flaschen aus diesem Fassanteil aus. Die Teilung eines Fasses ist dabei nichts Ungewöhnliches. Viel mehr interessierte mich – vor allem aufgrund der extrem dunklen Farbe –, ob es sich hier um eine Sherryvollreifung handelt.

Und hier wird es spannend. Es gibt bei Whiskybase von Signatory Vintage einige Abfüllungen aus der Cask Strength Collection in der berühmt-berüchtigten Vasenflasche mit demselben Destillationsdatum (26.07.2000). Jede dieser Abfüllungen ist jünger im Alter – zwischen 20 und 23 Jahren –, die Fassnummern liegen zwischen 3 und 12. Bis auf eine Abfüllung für La Maison du Whisky findet man bei allen anderen den Hinweis, dass nach der eigentlichen Reifung im Hogshead ein Finish unterschiedlicher Dauer – zwischen sechs und 27 Monaten – in einem Sherry Cask stattfand.

Ich vermute daher, dass Signatory die Nachreifung in den Sherryfässern selbst vornahm – eine Methode, die bei SV nicht unüblich ist. Was man aus den Daten nachrechnen kann: Alle Whiskys wurden im August 2020 in Sherryfässer umgefüllt.

Alle Abfüllungen von Signatory Vintage wurden am 26.07.2000 abgefüllt und bekamen im August 2020 ein Finish in Sherry Casks. Bei der Old Gods-Abfüllung von whic.de ist so eine Umfüllung von einem Hogshead in ein Sherry Cask nicht bekannt - wäre aber plausibel. 
Screenshot: whisky.de

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob dies auch bei unserer Abfüllung hier passiert ist, bevor sie von beziehungsweise für whic.de abgefüllt wurde. Wenn dem so ist – es sich also nicht um eine Vollreifung handelt –, dann lag der Whisky für rund fünfeinhalb Jahre im Sherryfass.

Rechtlich ist hier alles komplett in Ordnung. Es gibt keine rechtliche Vorgabe seitens der Scotch Whisky Association, wie lange ein Whisky in einem anderen Fass liegen muss, bevor man diese letzte Fassreifung auf das Label drucken darf.

Aber diese detektivische Suche soll nicht von der eigentlichen Flasche ablenken. Essentiell ist immer, was letztlich im Glas steckt und ob es schmeckt.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Fassstärke beträgt 52,4 %, auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet.


Aussehen
Dunkles Nussbraun – fast wie Nussschnaps.


Nase
Der Whisky begrüßt mich sogleich mit intensiven Balsamico-Noten. Allerdings weniger in Richtung Essig, sondern vielmehr wie eine reduzierte Balsamico-Creme: dickflüssig und komprimiert in ihren Aromen. Dicht darauf folgen wunderbare, volle und schwere Sherryaromen – karamellisierte Rosinen, weiche Datteln und Feigen, flüssige Milchschokolade mit Haselnüssen sowie leicht angebrannter Zucker oberhalb einer Crème brûlée. Dazu kommen Orangenschalen, die leicht geknickt wurden, damit sich deren ätherische Öle entfalten.

Hin und wieder rührt ein leichtes Prickeln in der Nase vom höheren Alkoholgehalt her. Ansonsten ist der Alkohol jedoch nicht nur nicht störend – er begleitet die Aromen regelrecht und formt sie zu einem harmonischen Ganzen. Überhaupt wirkt der Geruch extrem ruhig. Es klingt komisch, aber dieser Whisky beruhigt einen beinahe, wenn man an ihm riecht.

Mit etwas Zeit im Glas entfaltet sich der Malt immer weiter. Würzige Duftnoten wie Gewürznelken, Zimt und Muskat verbinden sich mit dichter werdendem Holzeinfluss. Es ist definitiv ein moderner Sherry Malt von seinem Grundcharakter her. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Abfüllungen wirkt der Sherry hier jedoch nicht aufgesetzt oder inhomogen mit dem Whisky selbst verbunden.


Geschmack
Der Genuss aus der Nase setzt sich nahtlos am Gaumen fort. Mit einem sehr cremigen und weichen Mundgefühl, gleichzeitig aber einem vollen und durchaus maskulinen Auftreten, eröffnet der Whisky mit einer überraschend intensiven Süße nach Nougat und Honig, die ich anhand des Geruchs so nicht erwartet hätte.

Die Milchschokolade erhält rasch Unterstützung durch in Rum eingelegte Rosinen, während Datteln und Feigen für einen fruchtig-süßen Einschlag sorgen. Ein leichtes Prickeln an den Innenseiten der Wangen sorgt für intensiven Speichelfluss. Danach tauchen Pflaumenmus und Erdbeermarmelade gemeinsam auf. Haselnüsse, Zimt, Leder und getrockneter Pfeifentabak zeigen sich zunehmend, wenn sich der Whisky in Richtung Abgang bewegt.

Der Alkohol ist dabei überhaupt nicht zu spüren – hervorragend integriert. Auch geschmacklich ist dies eine kraftvolle Sherrybombe moderner Machart, jedoch mit bemerkenswerter Gediegenheit und Harmonie.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Die Rosinen bleiben gemeinsam mit Pflaumenmus beziehungsweise Pflaumenröster und Erdbeermarmelade weiterhin deutlich im Vordergrund. Die Milchschokolade aus Nase und Geschmack wandelt sich nun langsam in dunklere Schokolade mit höherem Kakaoanteil, ohne dabei bitter zu wirken.

Auch die Leder- und Tabakassoziationen bleiben lange am Gaumen und im Rachen haften. Überhaupt hält das aromatische Endspiel noch erstaunlich lange an.


Fazit
Dies ist eine Essenz eines modernen Sherrywhiskys. Die Aromen wirken voluminös und dicht, der Alkohol ist hervorragend integriert. Hier kam definitiv ein sehr gutes Fass für die wahrscheinliche Nachreifung zum Einsatz.

Obwohl der Whisky sehr harmonisch und ausgewogen wirkt, besitzt er dennoch Komplexität und verleitet einen dazu, sich vollständig auf ihn zu konzentrieren. Das hat fast schon etwas Yogaartiges und Beruhigendes.

Natürlich sind die aufgerufenen € 250,- für Whisky beziehungsweise generell für eine Spirituose sehr viel Geld und absoluter Luxus. Gleichzeitig genügt hier bereits ein einziges Glas, um damit durch einen ganzen Abend zu kommen und zahlreiche intensive Genussmomente zu erleben.

Man muss allerdings aufpassen, nicht ständig nachzuschenken, denn man möchte permanent weiter daran riechen und nippen.

PS: Pur ist er bereits ein Genuss. Gibt man jedoch vorsichtig nur einen einzigen Tropfen Wasser hinzu, wird der Whisky sogar noch etwas besser. Aber wirklich nur einen Tropfen!

Donnerstag, 21. Mai 2026

The Campbeltown Connection 10y

 

Whiskybase

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Der schottische unabhängige Abfüller North Star Spirits aus Glasgow bringt unter seiner noch relativ neuen Connection-Serie Blended Malts auf den Markt, die jeweils eine der schottischen Whiskyregionen widerspiegeln. So sind neben Islay und den Highlands bislang auch die Campbeltown Connection erschienen.

Bei diesem Blended Malt mit der Altersangabe von 10 Jahren sollen laut offizieller Webseite Malts von Springbank, Glen Scotia und „anderen Campbeltown Malts“ im Vatting enthalten sein. Neben Springbank und Glen Scotia gibt es eigentlich nur noch Kilkerran. Im Internet findet man bei diversen Quellen die Information – oder besser gesagt das Gerücht –, dass in dem Blend Anteile von sehr altem Springbank aus den 1994er-Jahren sowie 25 Jahre alter Glen Scotia enthalten sein sollen. Dies wurde von NSS offiziell jedoch nie bestätigt.

Wie in Schottland gesetzlich vorgesehen, gilt für die Altersangabe immer der jüngste Bestandteil eines Whiskys. In diesem Fall haben wir es mit 10 Jahren zu tun. Die Reifung erfolgte in First-Fill- und Refill-Hogsheads. Insgesamt wurden 1.500 Flaschen ohne Kühlfiltration mit 50,7 % abgefüllt.


Aussehen
Helles Gelbgold


Nase
Eine leichte Rauchfahne weht aus dem Glas. Der Rauch wirkt eher mineralisch und weniger wie Holzkohle oder brennende Holzscheite. Er passt jedoch gut zu der zarten maritimen Note, die dieser Blended Malt anfänglich ausstrahlt. Hinter dem Rauch beziehungsweise ihn sehr schnell überlagernd liegen Aromen von Zitrusfrüchten, allen voran Zitrone und roter Grapefruit.

Was mir besonders gut gefällt, ist dieses mittel angebräunte Karamell mit der Vanille als Kopfstimme im Geruchsprofil. Leicht schmutzig, angekohlt und gleichzeitig kombiniert mit warmem Vanillepudding.

Der Alkohol könnte eine Spur besser eingebunden sein. Immer wieder kitzelt beim Riechen eine kleine Alkoholspitze leicht in der Nase. Das stört allerdings nicht so stark, dass man den Geruch nicht absolut genießen könnte. Der Whisky ist zwar kein Komplexitätsmonster mit verborgenen Schichten und Nuancen – die Aromen liegen mehr oder weniger offen vor einem –, harmonieren jedoch sehr schön miteinander und bringen einen angenehmen Campbeltown Funk mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund beißt der Alkohol anfänglich doch etwas stärker zu, als der Geruch vermuten ließ. Mit der erwähnten Alkoholschärfe verbindet sich jedoch eine Süße, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter der Pfeffernote zeigen sich außerdem Vanillecreme und mittlerweile eher tropische Fruchteinflüsse. Das Mundgefühl an sich ist kräftig und von öliger Textur geprägt.

Ich versuche ihn nun dennoch direkt mit etwas Wasser, da ich vermute beziehungsweise hoffe, dass dadurch die Schärfe in den Hintergrund tritt und mehr Aromen freigegeben werden.

Und ja, ein paar Tropfen Wasser stehen ihm gut. Die anfänglich dominierende Schärfe weicht einer angenehmen Würzigkeit mit leichtem Holzeinfluss, gepaart mit einem nun noch deutlicheren Vanilleeinschlag. Die zuvor sehr stark empfundene Süße ist mit Wasser ebenfalls etwas abgemildert, aber weiterhin präsent. Fruchtseitig kommen nun zusätzlich Erdbeermarmelade beziehungsweise Erdbeersauce hinzu.


Abgang
Der Abgang fällt eher mittellang aus. Würzige Noten mit Vanille, etwas Erdbeerkompott und ein Hauch Minze kombinieren sich zu einem angenehmen Finale, bei dem ich ganz zum Schluss nochmals etwas Rauch bemerke.


Fazit
Der für mein Empfinden etwas zu aggressive Alkohol stört den Genuss ein wenig. Mit Wasser wird der Whisky jedoch deutlich angenehmer und zugleich süffiger. Wer gerne mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert, bekommt hier einen sommerlichen Whisky mit vorwiegend Bourbonfassreifung und einem schönen Kick Campbeltown-Flair.

Ich persönlich würde dennoch eher zu einem Springbank 10y oder einem Kilkerran 12y tendieren.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Smooth Ambler Old Scout - Straight Rye 7y Batch 61

 

Whiskybase

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Smooth Ambler liegt in Maxwelton im Greenbrier County in West Virginia, USA. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und startete ursprünglich als Craft Distillery, verwendete jedoch gleichzeitig für die Old-Scout-Abfüllungen bei Bourbon und Rye gesourcten, also zugekauften Whiskey.

Vor einigen Monaten bekam ich bei einer Krüger-Whiskyauktion den Zuschlag für diese Old-Scout-Rye-Abfüllung. Die Flasche stammt aus dem Jahr 2015 und ist sieben Jahre alt. Der Rye-Whiskey kommt von der MGP-Großbrennerei aus Lawrenceburg in Indiana und basiert auf deren bekannter 95er Rye-Mashbill – also 95% Roggen und 5% gemälzte Gerste. Diese Mashbill von MGP findet man bei zahlreichen amerikanischen Marken wie beispielsweise Bulleit, George Dickel, Templeton, Redemption, Angel’s Envy oder auch James E. Pepper 1776.

Die ältere Abfüllung besitzt 99 Proof beziehungsweise 49,5% Alkoholstärke und soll nicht kühlfiltriert sein – eine Information, die ich zwar im Internet, jedoch nicht direkt auf der Flasche selbst gefunden habe.


Aussehen
Bernstein


Nase
Der Geruch kann die High Mashbill mit ihren 95% Roggen definitiv nicht verleugnen. Eine klassische Rye-Nase mit dominierenden Aromen von Minze, dunklem Brot, Kräutern, Kandiszucker und Kirschbonbons. Neben Vanille liegt eine ordentliche Portion Holzwürze im Hintergrund.

Die sieben Jahre im Fass haben die Aromen schön zusammengeführt und zu einem harmonischen Gesamtbild werden lassen. Es macht richtig Spaß, am Glas zu riechen. Vor allem die Kombination aus frischen Eukalyptusnoten und den süß-fruchtigen Kirsch-/Vanille-Zuckerln gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch die Alkoholstärke ist gut gewählt. Kein unangenehmes Stechen oder Prickeln in der Nase, gleichzeitig aber genügend Kraft und Volumen, damit der Rye nicht zu brav wirkt.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Schönes, volles und cremiges Mundgefühl, gefolgt von einer deutlichen Süße, die ich nach der Nase so nicht erwartet hätte. Direkt darauf folgen frische, leicht scharfwürzige Noten von Pfefferminze und Roggen.

Die Süße des braunen Kandiszuckers hält nicht allzu lange an, bekommt jedoch Unterstützung durch Vanille und reife Kirschen. Ab dem Mittelteil dominieren zunehmend die Minze sowie eine kräftige Würze des Eichenfasses. Dazu gesellen sich noch ein paar leicht bittere Töne. Am vorderen Zahnfleisch und seitlich an den Wangen wird es zunehmend trockener. Die knapp 50% Alkoholstärke funktionieren dabei ausgesprochen gut.


Abgang
Neben der Holzwürze mit ihren leicht bitteren Kakao- und Espressonoten kommt überraschend nochmals eine schöne Karamellsüße zum Vorschein. Auch die Kirschbonbons und die letzten Ausläufer der Pfefferminze bleiben im mittellangen Finish noch länger am Gaumen präsent.


Fazit
Ein grundsolider und sehr süffiger Rye-Whiskey mit hohem Roggenanteil in der gesourcten Mashbill von MGP. Die typischen Rye-Aromen sind klar vorhanden, wirken aber nie überbordend und sorgen insgesamt für ein angenehm harmonisches Gesamtbild.

Sowohl das etwas höhere Alter als auch die knapp 50% Alkoholstärke wirken sich durchwegs positiv aus. Ein überaus entspannter Begleiter für einen gemütlichen Abend auf der Couch – ideal zu einem Binge-Watching-Abend mit Yellowstone oder ähnlichen amerikanischen Serien.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1

 

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Was ich bisher von dieser jungen Islay-Brennerei Ardnahoe im Glas hatte, wusste mir durchwegs zu gefallen. Ehrliche, klassische Islay-Raucher ohne Schnickschnack, ohne besondere Fassspielereien oder Gepimpe mit Virgin Oak. Als Reifemedium kommen Ex-Bourbon- oder Sherryfässer zum Einsatz. Und offensichtlich sind die Fässer von guter bis sehr guter Qualität. Denn die eher jungen Abfüllungen mit rund fünf Jahren wirkten bislang stets deutlich reifer, als es das tatsächliche Alter vermuten ließe.

Aufgrund dieser positiven Eindrücke war es für mich ein No-Brainer, mir eine Flasche von Batch 1 der ersten fasstarken Abfüllung der Core Range zu besorgen. Mittlerweile ist bereits Batch 2 erschienen. Veröffentlicht wurde der Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1 im Oktober 2025. Der Whisky reifte ausschließlich in First-Fill-Bourbon-Barrels und wurde mit kräftigen 60,9% Fassstärke ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Sattes Strohgelb


Nase
Der hohe Alkoholgehalt lässt ihn zunächst etwas verschlossen wirken. Er geizt ein wenig mit der Preisgabe seiner noch jungen Aromen. Naturgemäß steigt bei einem Islay-Smoker zuerst eine ordentliche Rauchschwade aus dem Glas. Der Rauch erinnert an brennende Holzscheite und Holzasche, in der noch ein paar angekohlte Kräuterzweige liegen, kombiniert mit geräucherter Erdnussbutter und salzigen Brotkrümeln. Sehr speziell.

Das Ganze wirkt ausgesprochen frisch und maritim. Neben Noten von Salmiak – fast so, als würde man rohe, zum Trocknen aufgehängte Fischstücke riechen – entdecke ich hinter dem Rauch auch reichlich Zitronensaft und Zitronenzeste.

Positiv fällt auf: Trotz der knapp 61% wirkt der Alkohol keineswegs aggressiv oder stechend. Der Whisky lässt sich wunderbar verriechen, ohne dass einem die Nasenhaare weggeätzt werden.

Mit etwas Standzeit treten neben den bereits genannten Aromen zusätzlich Vanille – typisch für eine reine Ex-Bourbon-Reifung – sowie unreife Ananas hervor.

Mit ein paar Tropfen Wasser verändert sich der Grundcharakter de facto kaum. Vielleicht können sich die übrigen Aromen nun etwas besser gegen den dominanten Rauch behaupten. Vor allem Vanille, Kräuter und die Zitrusnoten gewinnen an Präsenz. Dazu kommen nun reifere Ananasnoten und ein zarter floraler Einschlag.


Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen zeigt sich der Whisky deutlich kompromissloser als in der Nase. Die pure Alkoholdrehzahl ist voll auf Krawall gebürstet. Der Rauch rauscht regelrecht durch den Mund und gibt ordentlich Gas. Er erinnert jetzt stärker an geräucherte Kräuter, Salzkruste und glühende Kohlenstücke.

Gleichzeitig kommt aber auch eine satte Süße zum Vorschein. Zunge, Gaumen und das vordere Zahnfleisch prickeln ordentlich und trocknen leicht aus. Neben frisch geriebener, würziger Ingwerwurzel zeigen sich erneut die intensive Vanille aus der Nase sowie gezuckerte, saftige Ananasstücke.

Ein paar Tropfen Wasser – auf etwa 55% herunterverdünnt – tun dem Malt ausgesprochen gut. Die dominante Alkoholhitze wird deutlich entschärft. Der Rauch bleibt weiterhin prägend, doch die übrigen Aromen erhalten nun wesentlich mehr Raum. Dadurch wird der Whisky richtig süffig.


Abgang
Im eher mittellangen Finish bleiben trockener, aschiger Rauch sowie dunkle Schokolade, Lakritze und Meersalz zurück. Dazu gesellt sich nochmals die cremige Vanillenote der Bourbonfässer.


Fazit
Im Grunde ist der Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1 ein klassischer junger Islay-Raucher aus dem Bourbonfass: knackiger Rauch, Vanille, Zitrone und Kräuter. Also zunächst nichts grundsätzlich Neues. Ardnahoe besitzt jedoch ein eigenes, leicht wiedererkennbares Geschmacksprofil, das diese bekannten Aromen zu einer eigenständigen und stimmigen Komposition zusammenführt.

Mir gefällt dieser puristische Stil ausgesprochen gut. Natürlich ist er weder ein Komplexitätsmonster noch muss man zwingend rund € 85,- dafür ausgeben. Als Fan dieser noch jungen Brennerei war er für mich dennoch ein Must-have – und enttäuscht wurde ich definitiv nicht.

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