Irland
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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Dunville‘s 10y PX

 

Whiskybase

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Der Name Dunville reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und bezeichnete zu seiner Zeit eine der bekanntesten irischen Whiskeymarken. Durch den plötzlichen Tod von Robert Lambart Dunville im Jahr 1931 und das Fehlen eines Nachfolgers geriet Royal Irish Distilleries, seinerzeit die modernste und größte Brennerei Irlands und Produzent der Dunville Whiskeys, in eine wirtschaftliche Schieflage. Davon konnte sich das Unternehmen nicht mehr erholen und wurde schließlich 1936 geschlossen.

Fast 80 Jahre lang gab es keinen Whiskey mehr in Irland mit diesem Markennamen. Eine Ausnahme bildeten vereinzelt Flaschen aus der ursprünglichen Produktionszeit, die bei Auktionen zu horrenden Preisen unter den Hammer kamen.

Dies änderte sich 2013, als Shane Braniff, Gründer der Echlinville Distillery, die Markenrechte erwarb und seitdem unter diesem Namen Whiskeys vertreibt, die von anderen irischen Brennereien stammen. Inzwischen produziert die Farm Distillery Echlinville auch eigenen Whiskey und brachte 2024 die erste entsprechende Abfüllung heraus. Trotzdem wird für die verschiedenen Dunville-Varianten weiterhin zugekaufter Whiskey verwendet.

Der Whiskey für den Dunville's 10 Years PX wurde auf dem Echlinville Estate drei bis vier Jahre in PX-Fässern nachgereift. Woher der ursprünglich verwendete Whiskey stammt, ist nicht bekannt. Auch die verfügbaren Quellen sind sich nicht sicher und spekulieren entweder über Cooley oder Bushmills. Das wäre allein schon deshalb interessant, weil sich damit die Frage stellen würde, ob der Whiskey zweifach wie bei Cooley oder dreifach wie bei Bushmills destilliert wurde. Das macht geschmacklich durchaus einen Unterschied.

Der Single Malt Whiskey wurde in angenehmer Trinkstärke von 46% abgefüllt und weder gefärbt noch kühlgefiltert.


Aussehen
Rötliches Kupfer.


Nase
In der Nase beginnt der Ire zunächst mit einer angenehmen Fruchtsäure, die in Richtung saftiges Kernobst geht, um gleichzeitig mit einer mittelintensiven Süße zum PX-Finish überzuleiten.

In Vanillesaft eingelegte Rosinen, Erdbeermarmelade, Datteln und Feigen sowie dickes Pflaumenmus, leichte Nuancen von Tabak und Leder zeugen von sehr aktiven Sherryfässern. Die Nachreifung funktioniert aber recht gut. Die intensiven PX-Noten sind unverkennbar, lassen jedoch zum Glück dem Whiskey genügend Raum, um nicht zu dominant zu wirken.

Im Hintergrund liegt die ganze Zeit eine feine, aromatische Würzigkeit, die an Sandelholz und zugleich an Lebkuchengewürz mit Zimt, Nelken und Muskat erinnert. Vom Alkohol merkt man fast nichts, er ist sehr gut integriert.

Der Geruch gefällt mir gut. Die Aromen sind kräftig, gut miteinander verwoben und sorgen für ordentlich Spaß in der Nase.


Geschmack
Das hätte man vom Geruch her nicht unbedingt vermutet, aber der Whiskey startet am Gaumen zunächst eher würzig, mit einem deutlichen Holzeinfluss und dunkler, herber Schokolade, in der sich ein paar Chiliflocken verstecken. Diese leichte Schärfe hätte ich nicht erwartet. Vor allem ist auch die Süße, die in der Nase doch kräftig vorhanden war, nun deutlich abgeschwächt. Das Mundgefühl gestaltet sich sanft und leicht. Die Aromen sind zwar durchaus kräftig, aber es fehlt trotzdem etwas an Intensität.

Mit dem zweiten Schluck kommt die Süße etwas zurück, gemeinsam mit Rosinen, Datteln und Feigen sowie den eingekochten Pflaumen und Erdbeeren. Auch die Vanille ist wieder präsent, wenn auch etwas reduziert.

Es bleibt aber weiterhin würzig. Neben dem Holzeinfluss, der sich mit einer leicht bitteren Mandelnote zeigt, sind es weiterhin sanfte Pfeffernoten sowie Zimt und Muskat. Wo ich beim ersten Schluck noch etwas die Dichte und Intensität der Aromen bekrittelte, präsentieren sie sich im weiteren Genuss durchaus kräftig. Der Whiskey brauchte einfach etwas Zeit.


Abgang
Etwas Pfefferminze mit Spuren von Leder und Tabak gibt beim wohlwollend mittellangen Finale anfänglich den Ton an. Ansonsten bleiben noch die eine oder andere Rosine, die letzten Reste Pflaumenmus in der Schüssel und eine angenehme Eichenwürze länger in Erinnerung.


Fazit
Rein von seiner Kernigkeit und Würzigkeit, die vor allem am Gaumen zum Vorschein kommen, würde ich bei der Frage, ob zweifach oder dreifach destilliert, stark zu Cooley tendieren. Davon unabhängig gefällt mir dieser Ire gut im Glas. Die Unterschiede zwischen Nase und Gaumen sind einerseits doch überraschend, andererseits aber auch positiv, da er damit Gott sei Dank nicht in die zu süße PX-Falle tappt.

Ein wenig mehr Frucht hätte ich jedoch schon gerne im Mund geschmeckt. Auch das Finale hätte etwas länger ausfallen dürfen. Und trotzdem wird er mir weiterhin viel Spaß im Glas machen, vor allem jetzt in der kühleren und trüberen Herbstsaison.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Redbreast Lustau Edition

 

Whiskybase

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Im Urlaub zu Weihnachten war mir mal wieder nach einem irischen Whiskey. In meiner Sammlung tummeln sich zwar nicht annähernd so viele wie vom Nachbarn im Norden der englischen Insel, aber doch der eine oder andere. Meine Wahl fiel auf einen Redbreast 12 CS aus 2019, genauer gesagt auf die Batch-Abfüllung B1/19.

Und was soll ich sagen: Es ist jetzt Anfang Februar – und in der Flasche ist nicht mehr viel übrig. Dieser spezielle Pot-Still-Charakter mit gerösteten Müslicerealien, Rosinenkuchen und der feinen, nicht zu heftigen Würze gefällt mir so gut, dass ich mir immer wieder abends ein Glas gönne und genieße.

Aus diesem Grund entschied ich mich als wöchentliches Tasting-Objekt für den Redbreast Lustau Edition. Dabei handelt es sich um einen Non-Age-Statement Pot-Still Whiskey, der nach 9 bis 12 Jahren Reifung in Ex-Bourbon- und Sherryfässern ein einjähriges Finish in Oloroso-Sherryfässern aus der Bodega Lustau in Jerez erhielt. Abgefüllt wird er mit 46 % vol., also etwas kräftiger als der normale 12-Jährige.

Wenn der Lustau nur halb so gut ist, werden wir Freunde.


Aussehen
Rotgold bzw. dunkles Bernstein


Nase
Geruchsseitig beginnt bei mir bereits das zarte Pflänzchen der Freundschaft zu wachsen. Eine eindeutige Redbreast-Nase: Wie beim 12 CS finde ich sofort die typischen gerösteten Getreidearomen, süßen Honig, Rosinen, Zimt und Muskatnuss – ergänzt von weiteren Gewürzen, die ich nicht klar einzeln herausarbeiten kann.

Neben den Rosinen gesellen sich weitere getrocknete Früchte wie Datteln, Aprikosen und Feigen hinzu und bilden ein cremig-süßes Fruchtpotpourri. Apropos cremig: Neben dem Honig zeigen sich auch süße Milchkaramellbonbons.

Im Vergleich zu den 12 CS-Abfüllungen mit deutlich über 50 % vol. funktioniert die Trinkstärke von 46 % beim Lustau durchaus gut. Olfaktorisch ist er sehr nah am 12er und am CS. Das Sherryfinish bringt vielleicht noch eine Spur mehr Süße und Sherryeinfluss mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund empfinde ich den Sherryeinfluss deutlicher als zuvor in der Nase. Das Mundgefühl ist leicht und zugleich voll: Der Pot Still gleitet weich und cremig über die Zunge, verteilt die Aromen aber durchaus kräftig im gesamten Mundraum.

Eine ordentliche Süße ist sofort präsent. Diese stammt weniger von Honig oder Karamell, sondern vielmehr von den Sherryfrüchten. Rosinen – vielleicht etwas weniger intensiv als beim 12 CS –, Datteln und Pflaumenmus sorgen für den fruchtig-süßen Touch. Dem stehen Muskatnuss, vor allem aber Zimt sowie geröstete Nüsse und Schokolade als angenehmer Gegenpart gegenüber. Eine leicht würzige Attitüde entfaltet sich zusätzlich durch eine aufkeimende Eichenholznote.


Abgang
Rosinen und Datteln verabschieden sich mit einer Prise Zimt in einen mittellangen Abgang. Das aromatische Holz bleibt noch etwas länger am Gaumen haften. Auch wenn das Finish nicht besonders lang ist, gefällt es mir durchaus gut.


Fazit
Eine typische Redbreast-Pot-Still-Abfüllung, die ihre Verwandtschaft zum 12y und zur CS-Variante nicht verbergen kann – und auch nicht muss. Das Sherryfinish bringt zusätzliche Nuancen in das bekannte Aromen- und Geschmacksprofil.

Alles in allem eine sehr feine Pot-Still-Abfüllung, die in Nase und Mund viel Freude bereitet. Wer die CS-Variante nicht bekommt, kann beruhigt zum Lustau greifen und wird damit sicherlich glücklich.

Mittwoch, 12. März 2025

Powers 12y John‘s Lane Release

 

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An den Tagen rund um den St. Patricks Day darf schon der eine oder andere irische Whiskey im Glas landen. Ich habe mir dafür ein schon älteres Sample des Powers 12y John's Lane Release auserkoren. Vom Aussehen des Samples her scheine ich noch die ältere Version, vor dem 2020 modernisierten Flaschen- und Labeldesign, im Glas zu haben. Ich habe keine Vergleichswerte, aus einigen Informationen und Tasting Notes anderer Whisky-Liebhaber, jedoch scheint es so zu sein, dass sich zwar an der Fassbelegung offiziell nichts verändert hat, der Geschmack jedoch schon anders sein soll.

John's Lane Release ist eine Reminiszenz an den ursprünglichen Standort der Powers Brennerei in Dublin. Powers gehört seit geraumer Zeit zu Irish Distillers Group und wird, wie zahlreiche andere Marken, gemeinsam in der Midleton Distillery gebrannt. Dieser Single Pot Still Irish Whiskey kam 2010 auf den Markt, damals noch mit dem markanten und bekannten goldenen Label.

Der mit 46% abgefüllte 12jährige reift hauptsächlich in 1st-Fill Bourbonfässern sowie zu einem kleineren Teil in Oloroso Sherryfässern.   

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Sattes Gelbgold.


Nase
Eine Handvoll Haferkekse mit Milchschokolade überzogen. Eine feine Würzigkeit wird von Vanille und roten Früchten flankiert, vorwiegend Kirschenkompott mit warmer Vanillesauce. Orangenmarmelade sowie eine ordentliche Portion Karamell spielen zusammen mit Gewürzen wie Muskat und Zimt kräftig mit im Geschmacksreigen. Im Hintergrund liegt eine aromatische Holznote, in der neben Eiche auch andere Hölzer wie Zedern und Sandelholz mitschwingen. Dies ist eine wirklich schöne Pot Still Nase, cremig, fruchtig, mit viel Karamell sowie Schokolade und doch blitzt immer wieder dieser typische Duft nach geröstetem Getreide und Cerealien auf. Der Einfluss der Sherryfässer ist zwar auch vorhanden, für mich jedoch deutlich reduzierter im Vergleich zu den 1st Fill Bourbonfässern. Der Alkohol spielt keine wesentliche Rolle im Geruch.


Geschmack
Ein sehr weicher Beginn, der in ein cremiges Mundgefühl übergeht. Weiches Karamell, dass mit einer Vanillesauce, die bereits leicht in puddinghafte Konsistenz übergeht, überzogen ist. Es finden sich - im positiven Sinne - zarte Anklänge eines gut gemachten Eierlikörs, vor allem diese cremig weiche Sämigkeit in Verbindung mit der intensiven Vanille.

Darunter findet man Müsli-Crunch mit den Stücken und dem Saft von Pfirsichen aus der Dose. Hinten heraus baut sich eine angenehme Würzigkeit mit etwas Muskatnuss und Zimt auf, die durch eine dunkle Schokolade mit etwas mehr als 50% Kakaoanteil verstärkt wird.

2010 kam der John's Lane Release das erste Mal auf den Markt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei den Freunden irischer Single Pot Still Whiskeys.


Abgang
Gegen Ende hin steigert sich der Kakaoanteil in der Schokolade noch ein wenig. Eine leichte, aber doch spürbare bittere Sequenz ist nun gegenwärtig. Dazu gesellt sich noch einmal ein cremig süßes Karamellbonbon, auch ein Löffel Aprikosenmarmelade ist im Finale Teil des mittellangen Abgangs.


Fazit
Ein sehr feiner und leckerer Vertreter des Pot Stills Stils. Vor allem die Verbindung von Vanille, cremigem Fudge und den gerösteten Getreidenote gefällt mir sehr gut. Wie sehr sich die von mir verkostete ältere Version gegenüber der neuen geschmacklich abhebt, wage ich nicht zu beurteilen. Ich habe auch viele positive Notes zur neueren Variante gefunden. Wer jedoch noch eine dieser älteren Flaschen zuhause stehen hat, hat einen guten Fang gemacht.

Donnerstag, 24. Oktober 2024

Jack Ryan 12y Beggars Bush

 

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English Text-Version


Am heutigen Ort des Beggars Bush Pubs, stand bereits seit 1803 ein Pub. 1827 wurde angrenzend eine britische Kaserne errichtet. Sie ist seitdem Namenspatron des Beggars Bush. Das Pub wurde 1913 von Thomas Ryan übernommen und wird seitdem von der Familie Ryan geführt und ist seit Ende der 1980iger Jahre wieder in deren Besitz. 

Zusammen mit der Übernahme des Pubs begann Thomas Ryan auch mit der Arbeit als unabhängiger Abfüller. Er ließ bei der Dublin Whiskey Distillery, die 1946 ihre Pforten schloss, Whisky produzieren und reifte ihn in einer eigenen Halle selbst in Ex-Bourbonfässern nach und nannte die Abfüllung nach seinem Sohn Jack Ryan. In Folge der Whiskey-Flaute in Irland wurde auch bei den Ryans die Reifung und der Verkauf des eigenen Whiskeys eingestellt. 

Zusammen mit dem erneuten Erstarken von irischem Whiskey begann Eunan Ryan, der Sohn von Jack Ryan, 2013 das Whiskeygeschäft wieder aufzunehmen und brachte den 12jährigen Beggars Bush auf den Markt. Abgefüllt mit 46%, reine Ex-Bourbonreifung und ohne Kältefiltration nahm er die Familientradition wieder auf.


Aussehen
Heller Weißwein


Nase
Es beginnt recht angenehm fruchtig und mild in der Nase, überwiegend zeigt sich eine sehr intensive Zitrone, reif und frisch vom Baum, die für eine angenehme Säure sorgt. Aber auch der Saft von grünen knackigen Granny Smith Äpfel ist Bestandteil des olfaktorischen Obstkorbs. Dazu gesellen sich helle grüne Trauben - passend zur Farbe des Whiskeys - und sorgen so zusätzlich für weinartige Assoziationen im Geruch. Malzige, Müsli ähnliche Aromen sind zusammen mit Vanille und Puderzucker ebenfalls die ganze Zeit präsent. Der Alkohol ist gut integriert, kein Stechen oder sonstige Fehlnoten stören in der Nase. Eine wirklich feine klassische Ex-Bourbon-Nase mit irischem Akzent.


Geschmack
So leicht und frisch wie in der Nase beginnt der Whiskey auch im Mund. Eine deutliche Süße sorgt für eine angenehme Überraschung. Der süße Moment bekommt flott Verstärkung durch den fruchtigen Part mit Zitrone und den Trauben. Auch die säuerliche Note, mit einem leichten Prickeln untermalt, setzt im Mund ein. Etwas Vanille und zarte Eichenholzaromen ergänzen die restlichen Geschmäcker. Wie in der Nase spielt auch hier der Alkohol keine Rolle.


Abgang
Zum Ende hin bekommt das Fruchtfleisch der Trauben aromatische Unterstützung durch die herbe Haut der Trauben. Insgesamt wird es hinten heraus trockener und etwas bitterer aber auch würziger. Das Finish gestaltet sich mittellang.


Fazit
Mit seinem hellfruchtigen, frischen Charakter ist dies ein sehr angenehmer irischer Vertreter. Ein absoluter Sommerwhisky. Der Beggars Bush hat mich mit seinen klaren Ex-Bourbon-Aromen positiv überrascht. Klar, er ist kein Überflieger was seine Komplexität angehet, aber er bietet sorgenfreie Genussmomente, die man zb. auch zusammen mit einem Pint Guiness im Pub genießen möchte. Wer irische Whiskeys mag, kann ihm durchaus eine Chance geben. 

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English Text-Version


Since 1803 there has been a pub on the site of the Beggars Bush Pub. A British barracks was built next door in 1827. It has since given its name to the Beggars Bush. The pub was taken over by Thomas Ryan in 1913 and has been run by the Ryan family ever since, returning to their ownership in the late 1980s.

When Thomas Ryan took over the pub, he also began to work as an independent bottler. He sourced whisky from the Dublin Whiskey Distillery, which closed in 1946, and matured it himself in ex-bourbon casks in a separate hall, naming the bottling after his son Jack Ryan. As a result of the whiskey depression in Ireland, the Ryans also stopped maturing and selling their own whiskey.

With the resurgence of Irish whiskey, Eunan Ryan, Jack Ryan's son, restarted the whiskey business in 2013, releasing the 12-year-old Beggars Bush. Bottled at 46%, pure ex-bourbon cask maturation and without chill-filtration, he continued the family tradition.

Fotocredit: jackryanwhiskey.com

Appearance
Pale white wine


Nose
The nose is pleasantly fruity and mellow, dominated by very intense lemon, ripe and fresh from the tree, with a pleasant acidity. But the juice of crisp green Granny Smith apples is also part of the olfactory fruit basket. These are joined by vibrant green grapes - matching the colour of the whisky - providing additional wine-like associations in the nose. Malty, muesli-like flavours are also present throughout, along with vanilla and icing sugar. The alcohol is well integrated, with no sharpness or other off-flavours disturbing the nose. A really fine classic ex-Bourbon nose with an Irish accent.


Palate
The whisky is as light and fresh on the palate as it is on the nose. A distinct sweetness is a pleasant surprise. The sweetness is quickly reinforced by the fruity notes of lemon and grapes. The sour note, accompanied by a slight tingling feeling, also arrives on the palate. Some vanilla and delicate oak flavours complete the rest of the palate. As with the nose, the alcohol is not present.


Finish
Towards the end, the flesh of the grape is flavoured by the tart skin of the grapes. All in all, it becomes drier and more bitter towards the end, but also more spicy. The finish is medium long.


Conclusion
With its lightly fruity, fresh character, this is a very pleasant Irish whisky. An absolute summer whisky. The Beggars Bush surprised me with its clear ex-bourbon aromas. Sure, it's not a high-flyer in terms of complexity, but it offers carefree moments of enjoyment that you might want to enjoy with a pint of Guinness in the pub. If you like Irish whiskey, give it a chance.

Mittwoch, 22. Mai 2024

Green Spot Château Léoville Barton

 

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English Text-Version

Nach dem gescheiterten Jakobiteraufstand 1691 in Irland, verließen zahlreiche Jakobiter Irland in Richtung Kontinentaleuropa. Eine Gruppe dieser im Exil lebender Iren wurde unter dem Spitznamen "Irish Wine Geese - die irischen Weingänse" bekannt. Diese Männer und Frauen hatten sich dem Weinanbau und -handel auf der ganzen Welt erfolgreich zugewandt. 

So berichtete beispielsweise Thomas Jefferson, der erste amerikanische Botschafter in Frankreich und spätere Präsident, nach einem Besuch in Bordeaux 1787, dass die führenden Weinproduzenten-Familien in der Region alle irische Namen tragen würden. Auch der einflussreichste Weinmarkler der Stadt damals, Abraham Lawton, kam aus einer Familie von Exil-Iren. Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang auch der in Cork geborene Richard Hennessy sein, der zusammen mit seinem Sohn James und seinem Geschäftspartner Samuel Turner das nunmehr größte Cognac-Unternehmen der Welt gründete.

Ein weiterer Emigrant aus Irland war Thomas Barton, der 1747 einen Weinberg in der Nähe von Saint-Corbian im Médoc kaufte und eine der bekanntesten Weinbau-Dynastien in der Region Bordeaux gründete. Die Weingüter Château Langoa-Barton und Château Léoville Barton produzieren bis heute exquisiten Rotwein.

Und hier kommen wir zu Mitchell & Son, ein seit mehr als 200 Jahren in Dublin, Irland ansässigen Weinhändler- und Whiskyabfüller. Das Unternehmen kaufte in den 1900er Jahren New Make von Jameson aus der damaligen Bow Street Distillery (wo man heutzutage noch in Dublin eine Jameson Tour buchen kann) und reifte diesen in ihren Weinfässern in Kellern unterhalb des alten Dublins. Um zu unterscheiden, welche Fässer wie lange reifen sollten, bekamen die Fässer farblich unterschiedliche Punkte oder Kleckse (sogenannte Daubs oder Spots) - blau für 7 Jahre, grün für 10 Jahre, gelb für 12 und rot für 15 Jahre. 

Aus dieser Tradition heraus entstand die heute bekannte Spot-Reihe von Irish Distillers, dem Nachfolgekonzern der damaligen Bow Street Distillery. Die Irish Distillers, die unter anderem die Midleton Distillery in Cork betreibt füllt heutzutage immer noch für Mitchell & Son diese Single Pot Still Serie ab. Zwei der aktuellen Gren Spot Abfüllungen bekommen ein Weinfassfinish mit Weinfässern aus Weingütern die von ehemaligen "Irish Wine Geese" Familien gegründet wurden. Château Montelena aus dem Napa Valley in Kalifornien USA und Château Léoville Barton aus Bordeaux in Frankreich. 

Nachdem ich den Green Spot mit dem amerikanischen Zinfandelfinish bereits vor ein paar Jahren verkostet habe, war es höchste Zeit auch das französische Pendant zu verkosten.

Diese bei den World Whisky Awards 2016 zum besten Single Pot Still Whiskey gekürte Abfüllung wird dreifach destilliert und reifte seine ersten Jahre in einer Mischung aus Ex-Oloroso-Sherry-, neuen Bourbon- und Ex-Bourbon-Fässern. Danach bekommt der Whiskey für weitere 12 bis 24 Monate sein Finish in den Ex-Bordeaux Rotweinfässern. Ohne Farbstoff, jedoch mit Kühlfiltration, kommt der Pot Still mit 46% in die Flasche.

Weinkisten vom Château Léoville Barton. Fotocredit/Copyright: Furax


Aussehen
Sattes Rot-Gold.


Nase
Da geht es ab! Sofort ist der Pot Still präsent in der Nase. Knackig und zugleich rund, ein Widerspruch, aber so riecht er für mich. Zu Beginn dominieren Aromen nach noch warmen Müslikeksen, viele unterschiedliche Cerealien - darum knackig, herzhaft - und viel Vanille und Honig - und hier gleich seine weiche, runde Seite. Dem folgen reife grüne und rote Äpfel. Sehr feiner Ire. Nach ein paar Minuten werden die Sherryeinflüsse deutlicher. Ich entdecke getrocknete Aprikosen zusammen mit roten Beeren und Trauben sowie geröstete Nüsse mit Krokantüberzug und Zartbitterschokolade. Aromen der Eichenfässer liegen ebenso im Hintergrund und sorgen für einen würzigen Unterbau. Immer wieder blitzt zwischendurch eine nette Minznote auf. 


Geschmack
Cremiges Kirsch-Vanillepudding Dessert! In dem Moment, wo der Whisky im Mund ankommt, überrascht er mit einer satten Süße von weichem Karamell und Kirschen. Vielen reifen roten Kirschen, die zusammen mit einem Vanillepudding und Erdbeermarmelade genüsslich aus einer Schüssel gelöffelt werden. Danach lutscht man noch eins dieser Ingwerbonbons mit dieser angenehmen, aromatischen Schärfe. Ein paar Splitter von dunkler Schokolade mit einer leicht bitteren Note, geröstete Nüsse und würzige Holzaromen von den Fässern sind ebenfalls mit von der Partie. Der Alkohol ist gut eingebunden.


Abgang
Das Finish gestaltet sich mittellang. Es bleiben weiterhin ein paar Krümmel vom süßen Fudge, etwas Erdbeermarmelade, ein paar Rosinen sind nun auch dabei und cremige Milchschokolade. Ganz zum Schluss zeigt sich das Bordeauxfass, es wird adstringierend am Gaumen, auch ein paar der Schalen der roten Beeren sorgen für eine leicht bittere Note. Aber es bleibt bis zum Ende recht aromatisch und fruchtbetont. 


Fazit
Dies ist ein sehr interessanter Vertreter der Single Pot-Still-Fraktion. Die Nachreifung in den Bordeauxfässern hat eine schöne aromatische Klammer um das Vatting aus den Bourbon- und Sherryfässern gezogen. Mir gefällt die Kombination aus den knackigen Müslianteilen und den netten Kirschen, Erdbeeren und anderen Früchten mit dieser tollen Cremigkeit. Der macht Spaß im Glas! Und um den aktuellen Preis von rund € 55,- bis € 60,- kann man den durchaus mal ausprobieren.

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English Text-Version

After the failed Jacobite uprising in Ireland in 1691, many Jacobites left Ireland for continental Europe. One group of these exiled Irishmen became known as the "Irish Wine Geese". These men and women went on to become successful wine growers and traders around the world. 

Thomas Jefferson, the first American Ambassador to France and later President, reported after visiting Bordeaux in 1787 that the leading wine-producing families in the region all had Irish names. The most influential wine merchant in the city at the time, Abraham Lawton, also came from an Irish exile family. Richard Hennessy, who was born in Cork, should also be mentioned in this context. Together with his son James and his business partner Samuel Turner, he was the founder of what is now the world's largest cognac company.

Another emigrant from Ireland was Thomas Barton, who bought a vineyard near Saint-Corbian in the Médoc in 1747 and was the founder of one of the most famous wine dynasties in the Bordeaux region. Château Langoa-Barton and Château Léoville Barton still produce exquisite red wines today.

And here we come to Mitchell & Son, a wine merchant and whisky bottler based in Dublin, Ireland, for more than 200 years. In the 1900s, the company bought Jameson's New Make from the former Bow Street Distillery (where you can still book a Jameson tour in Dublin). It was then matured in their wine casks in the cellars below Old Dublin. The casks were marked with different coloured dots or spots - blue for 7 years, green for 10 years, yellow for 12 years and red for 15 years - to indicate which cask had matured for how long. 

This tradition led to the now famous Spot range produced by Irish Distillers, which succeeded the former Bow Street Distillery. This single pot still range is still bottled for Mitchell & Son by Irish Distillers, which also operates the Midleton Distillery in Cork. Two of the current Gren Spot bottlings are given a wine cask finish using wine casks from wineries that were founded by the families of the former "Irish Wine Geese". Château Montelena from Napa Valley in California USA and Château Léoville Barton from Bordeaux in France. 

The Château Léoville Barton. Fotocredit/Copyright: Furax

Having tasted the American Zinfandel-finished Green Spot a few years ago, I felt it was high time to try its French counterpart as well. This bottling, which was voted Best Single Pot Still Whiskey at the 2026 World Whisky Awards, is triple distilled and matured for the first few years in a mixture of ex-Oloroso Sherry casks, new Bourbon casks and ex-Bourbon casks. Without colouring, but with chill filtration, the pot still is bottled at 46%.


Appearance
Rich red-gold colour.


Nose
There it is! The pot still is immediately present on the nose. Crisp and round at the same time, a contradiction in terms, but that's how it smells to me. At first, the aromas of warm muesli biscuits dominate, lots of different cereals - crunchy, savoury - and lots of vanilla and honey - and its soft, round side right away. This is followed by the ripe flavours of green and red apples. Very fine Irish. After a couple of minutes, the sherry influences start to become clearer. I discover dried apricots with red berries and grapes, as well as roasted nuts with a brittle coating and dark chocolate.The oak flavours are also in the background, providing a spicy base. A nice touch of mint pops up from time to time. 


Taste
A creamy dessert of cherries and vanilla pudding! The moment the whisky hits the palate, it surprises with a rich sweetness of soft caramel and cherries. Lots of ripe red cherries spooned out of a bowl with vanilla pudding and strawberry jam. And then you suck on one of those ginger candies, with that pleasant, aromatic, spicy taste. There are also a few pieces of dark chocolate with a slightly bitter note, roasted nuts and the spicy aromas of the wood from the casks. The alcohol is well integrated.

Fotocredit: whiskybase.com


Taste
A creamy dessert of cherries and vanilla pudding! The moment the whiskey hits the palate, it surprises with a rich sweetness of soft caramel and cherries. Lots of ripe red cherries spooned out of a bowl with vanilla pudding and strawberry jam. And then you suck on one of those ginger candies, with that pleasant, aromatic, spicy taste. There are also a few pieces of dark chocolate with a slightly bitter note, roasted nuts and the spicy aromas of the wood from the casks. The alcohol is well integrated.


Finish
The finish is medium length. There are still a few crumbs of sweet caramel, a little strawberry jam, a few sultanas are now also present and a creamy milk chocolate. At the very end, the Bordeaux cask comes through, it becomes astringent on the palate, and some of the red berry skins also provide a slightly bitter note. But it remains quite aromatic and fruity until the end. 


Conclusion
This is a very interesting example of the single pot still faction. The Bordeaux cask maturation has created a nice aromatic bracket around the bourbon and sherry cask maturation. I like the combination of the crunchy muesli flavours and the nice cherries, strawberries and other fruits with this great creaminess. It's fun in a glass! And at the current price of around € 55 - € 60, it's definitely worth a try.

Mittwoch, 13. März 2024

Bushmills Causeway Collection Cuvée Cask 10 Jahre 2010/2021

 

Whiskybase

English Text-Version

Wie jedes Jahr feiert man in Irland und auch sonst überall auf der Welt wo Iren zuhause sind - oder es zumindest ein Pub gibt - am 17. März St. Patrick's Day. Und wie jedes Jahr nehme ich diesen Feiertag zum Anlass zumindest dann endlich wieder einen irischen Whiskey zu probieren. Und diesmal ist es eine echte Prämiere für mich. Ich verkoste mit Tastingnotes meinen ersten Bushmills. Ich hatte zwar vor Äonen, wie wahrscheinlich fast jede(r) schon einmal einen Bushmills 10y im Glas, aber dies war bei mir damals neben einem Pint Guiness im Pub. Das zählt nicht als wirklich verkostet.

Mein Prämieren-Bushmills ist ebenfalls zehn Jahre alt und stammt aus der 2020 ins Leben gerufenen Causeway Collection. Diese nach den gigantischen Steinsäulen des Giant's Causeway benannten Serie bietet interessante Fassreifungen - meist in Kombinationen - und deutliche höhere Alkoholstärken bis hin zu Fassstärken. Der Causeway Collection Cuvée Cask 10 Jahre reifte einerseits in Oloroso Sherry Butts und andererseits in Ex-Bourbon Barrels bevor für weitere zwei Jahre in französischen Cuvée Fässern gefinished wurde. Limitiert auf 700 Flaschen wurde mit 54,8% Alkoholstärke abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Kupfer.


Nase
Interessant! Sofort sehr dunkel, schokoladig und cremig. Das überrascht bei dieser Fassmischung etwas. Karamellisierter Zucker dominiert anfänglich das Geruchspotpourri, zusammen mit Nougat und einer ordentlichen Portion an Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen sowie Vanille. Nach ein paar Minuten sorgen ein paar dunkle Beeren, vor allem Heidelbeeren und Brombeeren, für einen fruchtigen Gegenpart zu dem Schoko/Nusstraum. Eine etwas undefinierbare aber sehr aromatische Würzigkeit steigt immer wieder hinter den anderen Aromen aus dem Glas empor. Ebenso spürbar ist immer wieder ein kleines Prickeln vom Alkohol.

Mit etwas Wasserbeigabe nimmt die Schärfe durch den Alkohol merklich ab. Gleichzeitig schieben sich die Sherryaromen in den Vordergrund, ein paar Zündhölzer könnten im Hintergrund herumschwirren. Die Karamell, Nougatnussschokolade ist aber weiterhin deutlich vorhanden.


Geschmack
Ohne Wasserzugabe beginnt es einerseits sehr cremig, aber zeitgleich auch kräftig und kernig durch den Alkohol. Der schiebt die anderen Aromen schon sehr gut voran. Zuerst sind die Sherryaromen, dunkle Früchte, Rosinen, etwas Zwetschkenmus, leichte Leder- und Tabaknoten zu finden. Karamell sorgt für ausreichend Süße. Die gerösteten Nüssse, die Milchschokolade sowie Vanille finden sich ebenfalls wieder im Geschmack.

Mit Wasser wird es noch cremiger und nun auch süßer. Vor allem der Nougat wird hierbei im Geschmack forciert. Ok, jetzt merke ich mehr vom Schwefeleinfluss, aber er bleibt für mich absolut im Rahmen. Die Sherrynoten heben sich auch im Geschmack mit Wasserverdünnung deutlicher ab mit ihren dunklen Früchten, den Heidelbeeren, Rosinen und dem Tabak.


Abgang
Beim Finish wird es würziger und bleibt weiterhin kräftig, gepaart mit einer leichten Schärfe. Leder, Tabak und die Rosinen sorgen noch länger für einen aromatischen Übergang zum Ende und bleiben noch länger im Mundraum präsent. Und der Abgang ist durchaus mittel- bis lange bemessen.


Fazit
Also von einem dreifach destillierten, sanften Iren, wie es der klassische Bushmills 10y ist, ist diese Abfüllung weit entfernt. Dieser Bushmills überrascht mit kräftigen Karamell- und Nougatnuss Noten, die ich so bei dieser Fasstrilogie nicht erwartet hätte. Vor allem eben diese cremige Milchschokolade mit den gerösteten Nüssen in Kombination mit der von der Nase bis zum Geschmack reichenden Würzigkeit gefallen mir richtig gut. Die Fruchtkomponente ist natürlich vorhanden und wird mit Wasserzugabe sogar deutlicher. Aber er gefällt mir pur fast besser. Eine wirklich positive Überraschung ist dieser erste Bushmills aus der Causeway Collection Reihe. Da werde ich mich wohl auch durch die anderen Abfüllungen aus dieser Serie durchprobieren müssen. 

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English Text-Version


Like every year in Ireland and everywhere else in the world where the Irish live - or at least where there is a pub - St Patrick's Day is celebrated on 17 March. And as I do every year, I am using this holiday as an opportunity to finally give an Irish whiskey a try once again. And this time it's a real first for me. I'm tasting my first Bushmills with tasting notes. Like almost everyone else, I had a Bushmills 10y in my glass ages ago, but it was next to a pint of Guinness in the pub. That doesn't count as a real tasting.

My first Bushmills is also ten years old and comes from the Causeway Collection, launched in 2020. Named after the giant stone pillars of the Giant's Causeway, this range offers interesting cask maturations - mostly in combinations - and significantly higher abvs up to cask strength. Causeway Collection Cuvée Cask 10 Years is matured in Oloroso sherry butts and ex-bourbon casks before finishing in French cuvée casks for two years. Limited to 700 bottles and bottled at 54.8% ABV.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Dark copper colour.


Nose
Interesting! Immediately very dark, chocolatey and creamy. For this cask blend, a little surprising. Caramelised sugar dominates the olfactory potpourri at first, along with nougat and a good portion of milk chocolate with roasted hazelnuts and vanilla. After a few minutes, some dark berries, mainly blueberries and blackberries, provide a fruity counterpoint to the chocolate and nut dream. Behind the other aromas, an indefinable but very aromatic spiciness emerges from the glass. There is also a slight tingling feeling from the alcohol.

With the addition of a small amount of water, the spiciness of the alcohol is noticeably reduced. At the same time, the sherry flavours come to the fore, with a few matches swirling in the background. There are still plenty of caramel and nougat-chocolate aromas.


Taste
Without the addition of water, it starts out very creamy. But it's also strong and full-bodied due to the alcohol. This really brings out the other flavours. The sherry aromas, dark fruit, sultanas, some plum jam, light leather and tobacco notes are the first to appear. The caramel provides plenty of sweetness. Roasted nuts, milk chocolate and vanilla are also present.

With water, the flavour becomes even creamier and sweeter. Nougat is especially noticeable. Okay, now I notice more of the sulphur influence, but for me it remains absolutely within limits. With water, the sherry notes become more pronounced, with dark fruits, blueberries, sultanas and tobacco.


Finish
The finish becomes spicier. It remains strong, coupled with a light spiciness. The leather, the tobacco and the sultanas provide an aromatic transition to the end and linger even longer in the mouth. The finish is definitely medium to long.


Conclusion
From a triple distilled, smooth Irish spirit like the classic Bushmills 10y, this bottling is a far cry. This Bushmills is a surprise with strong notes of caramel and nougat that I would not have expected from this cask trilogy. I particularly like the creamy milk chocolate with the roasted nuts, combined with the spiciness that carries through from the nose to the palate. The fruit component is there, of course, and becomes even more pronounced with the addition of water. But I almost prefer it neat. This first Bushmills from the Causeway Collection range is a real positive surprise. I think I'm going to have to try some of the other bottlings in this series. 

Mittwoch, 26. April 2023

Teeling Blackpitts Cask Strength Big Smoke

 

Whiskybase

English Text Version


Irischer Whiskey und Rauch?
Bei dieser Fragestellung bekam man sehr lange ausschließlich Connemara als Antwort präsentiert. Connemara war bis vor wenigen Jahren die einzige Marke, die rauchigen Whiskey in Irland produzierte. In den letzten Jahren ist die Range an torfig rauchigen Abfüllungen in Irland stetig gewachsen. So haben neben Kilbeggan, Hinch und West Cork auch Teeling mit ihrem Blackpitts rauchige Whisk(e)ys in ihr Sortiment aufgenommen. Sogar die Waterford Distillery von Mark Reynier hat vor Kurzem zwei peated Whiskys herausgebracht.

Im Herbst 2022 veröffentlichte die Teeling Distillery in Dublin bereits ihre zweite rauchige Abfüllung. Nach dem Blackpitts mit 46% und Dreifach-Destillierung, der in Ex-Bourbon und Ex-Sauternes-Fässern reifte, kam mit dem Blackpitts Big Smoke eine Cask Strength Variante mit 56,5% auf den Markt. In Deutschland und Österreich ist dieses Rauchmonster erst seit Februar/März 2023 im Handel erhältlich. 

Fotocredit: Sarah777, Public domain, via Wikimedia Commons

Dublin wird von seinen Einwohnern, aufgrund der beiden markanten über der Skyline der Stadt ragenden Schornsteinen des Poolbeg Kraftwerkes, liebevoll "The Big Smoke" genannt.

Teeling hat sich diesen Nickname für seine erste stark rauchige fassstarke Abfüllung zu eigen gemacht. Im Gegensatz zum schwächeren Bruder (sowohl was den Alkoholgehalt wie auch den Rauchgrad anbelangt) erfolgte bei dieser Flasche die Reifung ausschließlich in Ex-Bourbon Fässern und er wurde nur zweifach gebrannt. Insgesamt wurden 8.400 Flaschen ohne Kühlfiltration abgefüllt.
Leider ist über eine Färbung am Label noch auf der Webseite von Teeling etwas zu finden. Eine Unart von Teeling, dass sehr oft bei ihnen vorkommt. Mehr Transparenz wäre hier sicherlich wichtig und richtig. 


Aussehen
Dunkelgelb, helles Gold


Nase
Hab ich mich vertan und mir irrtümlich einen sehr rauchigen Vertreter aus Islay ins Glas gekippt? Der Zusatz am Label „Big Smoke“ ist mal keine Übertreibung. Der Kollege wartet mit einer ordentlichen Portion an Aschenbecher, kalter Asche aus dem Holzkohlengriller und eben auch den maritimen Aromen auf, die man von Rauchern von Islay kennt und liebt. Hier findet man neben Teer auch salzige und jodige Anklänge vom Meer. Leichtes Britzeln und Stechen in der Nase zeugt vom fassstarken Alkohol. Dahinter entwickelt sich eine schöne intensive Vanillenote sowie ein Fruchtbouguet nach Zitrusfrüchten, inklusive Mandarinen, Mango, Bananen und reifer gelber Birnen. Am Ende in der Nase, nach ein wenig Standzeit im Glas, kommt noch eine feine aber doch deutliche Spur von Reifengummi ins Spiel. Interessant. 


Geschmack
Ein angenehm cremiges Mundgefühl. Sehr süß und sehr rauchig startet der Blackpitts im Mund. Sogleich auch ein starker würziger Antritt mit viel Pfeffer und Ingwer im Gebäck. Die Eiche meldet sich dominant zu Wort. Fruchtkomponenten sind trotz dem Rauch, der stark aschig und nach Teer schmeckt, und der prickelnden Würzigkeit, auch im Geschmack weiterhin vorhanden. Hier sind vor allem Mango, Bananen und die Zitronen deutlich zu schmecken. Auch im Mund ist eine Ähnlichkeit zu schottischen Islay Malts absolut da. Der Alkohol ist im Mund zwar merkbar aber überhaupt nicht störend. Im Gegenteil, er drängt die Aromen sehr gut in den Vordergrund.


Abgang
Der Gummi, diese Schmutznote aus der Nase ist im Finish sehr deutlich. Erinnert mich fast ein wenig an Campbeltown, Kilkerran oder ein Springbank. Am Ende kommt dunkle Schokolade mit ordentlich hohem Kakaoanteil zum Vorschein und bleibt lange im Mund präsent. Der Rauch legt sich fett im Mundraum ab und währt lange. 


Fazit
Blind hätte ich den Malt locker nach Islay verortet. So eine aschige und nach Teer riechende und schmeckende Rauchnote, die durch ihren maritimen Touch locker in Islay beheimatet sein könnte. Der Gegensatz zum starken Rauch durch die Süße, Vanille und den Früchten funktioniert für mich persönlich wirklich gut. Er ist lecker. Sogar sehr lecker. Für einen Islay Malt. Und genau da startet meine Verwirrung? Ist dies ein typischer rauchiger Vertreter aus Irland. Da es mein erster rauchiger Ire ist, habe ich keine Vergleichswerte. Diese Ähnlichkeit zu Islay überrascht und irritiert zugleich. Aber nochmals er ist lecker. Macht es Sinn die schwächere 46% Version zu verkosten? Oder soll man gleich bei dieser Cask Strength Variante bleiben?

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English Text Version


Irish whiskey and smoke?
For a very long time, the answer to this question was exclusively Connemara. Until a few years ago, Connemara was the only brand that produced smoky whiskey in Ireland. In recent years, the range of peaty smoky bottlings in Ireland has grown steadily. Thus, besides Kilbeggan, Hinch and West Cork, Teeling have also added smoky whisk(e)ys to their range with their Blackpitts. Even Mark Reynier's Waterford Distillery recently released two peated whiskies.

In autumn 2022, the Teeling Distillery in Dublin already released its second smoky bottling. After the Blackpitts with 46% and triple distillation, which was matured in ex-Bourbon and ex-Sauternes casks, a Cask Strength variant with 56.5% came onto the market with the Blackpitts Big Smoke. In Germany and Austria, this smoke monster has only been on sale since February/March 2023. 

Dublin is affectionately called "The Big Smoke" by its inhabitants, due to the two prominent chimneys of the Poolbeg power station towering above the city skyline. Teeling has adopted this nickname for his first strongly smoky cask strength bottling. Unlike its weaker brother (both in terms of alcohol content and smoke level), this bottle was matured exclusively in ex-bourbon casks and was only double distilled. A total of 8,400 bottles were bottled without chill filtration. Unfortunately, there is nothing to be found about a colouring on the label nor on Teeling's website. A bad habit of Teeling that happens very often. More transparency would certainly be important and correct here. 

Fotocredit: Teeling Distillery


Appearance
Dark yellow, light gold


Nose
Have I made a mistake and mistakenly poured a very smoky representative from Islay into my glass? The addition to the label "Big Smoke" is no exaggeration. The colleague comes up with a good portion of ashtray, cold ash from the charcoal grill and also the maritime aromas that one knows and loves from Islay smokers. In addition to tar, there are also salty and iodine-like hints of the sea. Slightly salty and pungent in the nose is evidence of the strong alcohol in the cask. Behind this, a nice intense vanilla note develops as well as a fruit bouguet of citrus fruits, including tangerines, mango, bananas and ripe yellow pears. At the end of the nose, after a bit of standing time in the glass, a fine but still distinct trace of tyre rubber comes into play. Interesting. 


Taste
A pleasantly creamy mouthfeel. The Blackpitts starts very sweet and very smoky in the mouth. Immediately also a strong spicy attack with lots of pepper and ginger in the biscuit. The oak makes itself heard in a dominant way. Despite the smoke, which tastes strongly ashy and like tar, and the tingling spiciness, fruit components are still present in the taste. Mango, bananas and lemons are particularly noticeable here. In the mouth, too, there is an absolute resemblance to Scottish Islay malts. The alcohol is noticeable in the mouth but not at all disturbing. On the contrary, it pushes the flavours to the fore very well.


Finish
The rubber, that dirty note from the nose is very evident in the finish. Almost reminds me a little of Campbeltown, Kilkerran or a Springbank. Dark chocolate with a decent amount of cocoa comes out at the end and stays present in the mouth for a long time. The smoke settles fatly in the mouth and lasts for a long time. 


Conclusion
Blindly, I would have easily located this malt on Islay. Such an ashy and tar-smelling and tasting smoke note that could easily be native to Islay due to its maritime touch. The contrast to the strong smoke through the sweetness, vanilla and fruit works really well for me personally. It is delicious. Even very tasty. For an Islay malt. And that's where my confusion starts? Is this a typical smoky representative from Ireland. As it is my first smoky Irish, I have no comparative values. This similarity to Islay surprises and irritates at the same time. But again, it is delicious. Does it make sense to taste the weaker 46% version? Or should I stick to the cask strength version?

Mittwoch, 7. September 2022

Teeling Brabazon 04

 

Whiskybase

English Version


Die vierte und letzte Abfüllung der Teeling Brabazon Serie ist 13 Jahre alt und wurde nach einer Reifung in Ex-Bourbonfässern zwei Jahre lang in portugiesischen Carcavelos Likörweinfässern gefinished. Am Label und auf dem Karton steht "Carcavelos White Port", dies ist jedoch eine Fehlinformation. Carcavelos Likörweine werden in einem kleinen Gebiet rund um Lissabon hergestellt. Portweine, die sich auch so nennen dürfen, stammen aus der Region Alto Douro im Douro-Tal. Wahrscheinlich ist Teeling hier nur ein marketingtechnischer Fauxpas passiert - Port verkauft sich einfach besser.

Wie die anderen Versionen ebenso, hat auch die vierte Abfüllung einen Alkoholgehalt von 49,5%, die Anzahl der Flaschen wurde auf 10.000 begrenzt. Ob gefärbt oder kühlgefiltert wurde, ist wie schon bei den Vorgängern nicht eruierbar.


Aussehen
Dunkler Bernstein 


Nase
Zu Beginn entdecke ich leichte Anklänge von typischen Sherryfass Aromen, wie geröstete Nüsse, alte Ledercouch, Möbelpolituren. Auch eine gewisse Trockenheit, wie Staub und etwas Kalk - etwas, dass ich bei allen vier Brabazon Abfüllungen in der Nase hatte, eventuell Brennereicharakter des alten Cooley New Makes. Ein Hauch von einem Schwefel zieht an der Nase vorbei, aber wirklich nur ein Hauch. Mit mehr Luft zeigen sich die Früchte. Birnen- und Apfelkompott mit Scheiben von Marillen und Pfirsichen, mit Vanillezucker überstreut und Krokant.
Der Alkohol ist zwar durch ein leichtes Ziehen in der Nase und einer gewissen Frische zu spüren, jedoch weit weniger präsent, als vor allem bei den ersten beiden Versionen. Mit Dder auer nimmt der Schwefeleinfluss im Geruch weiter zu. Es stört mich jetzt nicht wirklich, aber er könnte für so manchen zu viel sein.


Geschmack
Sehr ölig und weich kommt er gleich auf der Zungenspitze an. Sofort süßes Karamell mit den beiden Kompottvariationen aus der Nase. Danach wird es schnell würzig mit Zimt und Muskatnuss und geht mehr auf die schärfere Pfefferseite über. Der Schwefel ist auch im Mund weiterhin bemerkbar, aber nicht so intensiv und überlagern die anderen Aromen nicht. Der Alkohol ist gut eingebunden und zeigt keine störenden Fehlnoten. Mit etwas Wasserzugabe wird es sogar noch etwas süßer und cremiger, Milchschokolade und Nougat kommen nun hervor. Die Schärfe nimmt hingegen ab. Dafür erscheint altes Leder, Tabak und Rosinen. Hier gilt, mit jedem weiteren Schluck wird er besser.


Abgang
Eine leichte bittere Note, wie die dünne Haut von Haselnüssen oder auch eine etwas dunklere Schokolade bleibt länger im Mund über. Dazu eine zarte Fruchtnote nach getrockneten Früchten und etwas Eiche. 


Fazit
Einer der bisher wenigen Malts, die mir im Geschmack sogar besser gefallen haben, als im Geruch. Der Schwefel ist zwar nicht wirklich störend, aber er überlagert manch anderes Aroma mit Dauer im Glas. Hingegen im Mund nimmt er mit jedem weiteren Schluck und auch mit Zuhilfenahme von etwas Wasser Fahrt auf und gewinnt immer mehr. Hier ist der Schwefel kein Thema mehr. Insgesamt würde ich den Teeling Brabazon Series 03 jedoch leicht vorne sehen.

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English Version


The fourth and final bottling of the Teeling Brabazon series is 13 years old and, after being matured in ex-bourbon casks, was finished for two years in Portuguese Carcavelos liqueur wine casks. On the label and on the box it says "Carcavelos White Port", but this is misinformation. Carcavelos fortified wines are produced in a small area around Lisbon. Port wines that can also call themselves that come from the Alto Douro region in the Douro Valley. Teeling probably just made a marketing faux pas here - port simply sells better.

Like the other versions, the fourth bottling has an alcohol content of 49.5%, and the number of bottles was limited to 10,000. Whether it was coloured or chill-filtered is, as with the predecessors, not ascertainable.


Appearance
Dark amber 


Nose
At the beginning I detect slight hints of typical sherry cask aromas, like roasted nuts, old leather couch, furniture polishes. Also a certain dryness, like dust and some lime - something I had in my nose with all four Brabazon bottlings, possibly distillery character of the old Cooley New Makes. A hint of a sulphur drifts past the nose, but really just a hint. With more air, the fruits show. Stewed pears and apples with slices of apricots and peaches, sprinkled with vanilla sugar and brittle.
The alcohol is noticeable with a slight tug on the nose and a certain freshness, but far less present than in the first two versions in particular. With the auer, the sulphur influence in the smell increases further. It doesn't really bother me now, but it might be too much for some.


Taste
Very oily and soft, it arrives on the tip of the tongue right away. Immediately sweet caramel with the two compote variations from the nose. Then it quickly turns spicy with cinnamon and nutmeg and moves more to the spicier pepper side. The sulphur continues to be noticeable in the mouth, but not as intense and does not overpower the other flavours. The alcohol is well integrated and does not show any disturbing off notes. With a little water added, it even becomes a little sweeter and creamier, milk chocolate and nougat now come out. The spiciness, on the other hand, decreases. Instead, old leather, tobacco and sultanas appear. Here, it gets better with every sip.


Finish
A slight bitter note, like the thin skin of hazelnuts or a slightly darker chocolate lingers longer in the mouth. In addition, a delicate fruity note of dried fruits and some oak. 


Conclusion
One of the few malts so far that I liked even better in taste than in smell. The sulphur is not really disturbing, but it overpowers many other aromas in the glass. In the mouth, however, it picks up speed with every sip and with the help of a little water, and gains more and more. Here, the sulphur is no longer an issue. Overall, however, I would put the Teeling Brabazon Series 03 slightly ahead.

Mittwoch, 6. April 2022

Teeling Brabazon 03

 

Whiskybase


Nachdem bereits die Nummern 01 und 02 der Teeling Brabazon Bottling Serie in meinem Barfach und im Glas waren, war es nur logisch, dass auch die dritte Abfüllung den Weg zu mir und in mein Glas findet. Waren die ersten beiden noch Non Age Statements haben wir bei dieser Flasche eine Reifezeit von 14 Jahren zu Buche stehen. Damit müssen wir davon ausgehen, dass hier kein eigenes Destillat von der Brennerei in Dublin verwendet wurde, sondern höchstwahrscheinlich von Cooley, denn Teeling wurde erst 2015 gegründet. Die meiste Zeit davon verbrachte der 2005 gebrannte Whiskey in Ex-Bourbonfässern und wurde danach für 3 Jahre in bis zu 90 Jahre alten ehemaligen PX-Sherry-Solerafässern gefinished und mit 49,5% in die Flasche gefüllt. 

Was weder auf dem umfangreich gestalteten Karton noch selbst auf der Flasche zu finden ist, sind Hinweise ob hier gefärbt oder kühlgefiltert wurde. Zumindest die Kühlfiltration ist bei dieser Alkoholstärke eher unwahrscheinlich - jedoch man weiß es nicht. Aber ich verstehe es wirklich nicht, warum man dies nicht transparent vermerkt. 


Ausehen
Helles Kupfer.


Nase
Merkte man den beiden Vorgängern ihre Jugend durch eine scharfe, fast schon metallische, Note in der Nase durchaus an, zeigen sich die 14 Jahre Reifung der Series 03 vorne weg durch einen sanften, weichen Geruch. Der Alkohol mit fast 50% ist kaum spürbar und gut integriert. Zu Beginn noch ein wenig schüchtern, zeigen sich vorab ein spritzig frischer Zitronenabrieb und eine leichte - auch schon bei den Nr. 01 und Nr. 02 gefundene - mineralische Kalknote. Lässt man ein wenig Zeit vergehen und Sauerstoff ins Glas öffnet sich der Malt und tolle süße Aromen nach karamellisierten Nüssen und getrockneten Pflaumen mit viel Vanille treten zum Vorschein - da präsentiert sich aber das PX-Finish so richtig! Auch Rosinen und ein Hauch Aprikosen schwelgen im Geruch mit. Und im Hintergrund vielleicht eine Nuance von leichtem Schwefel, aber nur ein Hauch, nicht unangenehm, fördert die Komplexität sogar. 


Geschmack
Sehr süßer, fast wie Sirup ähnlicher Beginn mit einem cremigem Mundgefühl. Die getrockneten Früchte wie Feigen, Datteln, Rosinen und Pflaumen präsentieren sich zusammen mit dunkler Schokolade und eingelegten karamellisierten Nüssen. Danach zeigen sich würzig kräftige Aromen wie Küchenkräuter und eingelegter Ingwer für die angenehme Schärfe.
Aber auch dunkle Schokolade - hier merkt man das Eichenholz der Fässer ist zu schmecken. Geröstete karamellisierte Haselnüsse mit Zimt und Muskatnuss runden das Geschmacksspektrum ab. 


Abgang
Leicht höherer Kakaoanteil bei der dunklen Schokolade im Abgang. Weiterhin die süßen Rosinen sowie Nüsse und Muskatnuss, gegen Ende trockener werdend. Mittellanges Finish.


Fazit
Sehr interessanter Ire. Er ist für mich bisher der von Anfang an zugänglichste Vertreter der Serie - Nr. 04 fehlt mir noch zum Abschluss. Musste ich mich bei seinen Vorgängern teilweise erst im Laufe der Zeit mit dem Whiskey anfreunden, gefällt mir diese Abfüllung auf Anhieb. Das PX-Finish ist schon prägend. Aber es ist trotzdem keine absolute Sherrybombe der modernen plumpen Art.

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After numbers 01 and 02 of the Teeling Brabazon Bottling Series were already in my bar compartment and in the glass, it was only logical that the third bottling would also find its way to me and into my glass. While the first two were still Non Age Statements, this bottle has a maturation time of 14 years. This means that we have to assume that the distillery in Dublin did not use its own distillate here, but most likely from Cooley, because Teeling was only founded in 2015. The whiskey, distilled in 2005, spent most of this time in ex-bourbon casks and was then finished for 3 years in former PX sherry solera casks aged up to 90 years and bottled at 49.5%. 

What is neither to be found on the extensively designed carton nor even on the bottle are indications whether it was coloured or chill-filtered here. At least chill-filtration is rather unlikely at this alcohol strength - however, one does not know. But I really don't understand why this is not noted transparently. 


Appearance
Light copper.


Nose
While the two predecessors showed their youth with a sharp, almost metallic note in the nose, the 14 years of maturation of the Series 03 show up up front with a gentle, soft smell. The alcohol of almost 50% is hardly noticeable and well integrated. A little shy at the beginning, a tangy fresh lemon zest and a light mineral lime note - also found in the No. 01 and No. 02 - show up first. If you let a little time pass and oxygen into the glass, the malt opens up and great sweet aromas of caramelised nuts and dried plums with lots of vanilla emerge - but that's when the PX finish really presents itself! Sultanas and a hint of apricots also revel in the smell. And in the background, perhaps a nuance of light sulphur, but just a hint, not unpleasant, actually enhances the complexity. 


Taste
Very sweet, almost syrup-like start with a creamy mouthfeel. Dried fruits like figs, dates, sultanas and plums present themselves along with dark chocolate and pickled caramelised nuts. Then spicy strong flavours like kitchen herbs and pickled ginger show up for the pleasant spiciness.
But also dark chocolate - here you can taste the oak wood of the barrels. Roasted caramelised hazelnuts with cinnamon and nutmeg round off the flavour spectrum. 


Finish
Slightly higher cocoa content in the dark chocolate finish. Still the sweet sultanas as well as nuts and nutmeg, becoming drier towards the end. Medium-long finish.


Conclusion
Very interesting Irish. For me, it is the most accessible representative of the series so far - No. 04 is still missing for me to finish. While I had to make friends with the whiskey of its predecessors over time, I like this bottling right away. The PX finish is already distinctive. But it's still not an absolute sherry bomb of the modern clumsy kind.

Freitag, 18. Februar 2022

Teeling Brabazon 01

 

Whiskybase

Brabazon 01 ist der Auftakt einer limitierten Abfüllungsserie von Teeling. Die Reihe wurde nach William Brabazon, dem 11. Earl of Meath benannt, einer sehr gewichtigen Rolle im Irland des 16. Jahrhunderts. Das Alter des Whiskeys ist nicht bekannt, wir wissen dass er 2017 mit 49,5% abgefüllt wurde und in Sherry Fässern reifte.


Aussehen
Auf der Flasche finde ich nur die Infos, dass das Destillat nicht kühlgefiltert ist. Von einer Färbung steht weder auf der Flasche noch auf der Tube etwas. Normalerweise, wenn es ungefärbt wäre, würde es wahrscheinlich irgendwo stehen. Auch im Internet konnte ich hier keine klare Information finden - die Whiskybase meint ungefärbt. Falls dem so ist, dann ist die Farbe ein satter Bernsteinton.


Nase
Zuerst mal ohne Verwendung von Wasser bekomme ich vom Start weg gleich einen ordentlichen Alkoholstich. Die fast 50% Alkohol kommen mit einer jugendlichen Wildheit daher. Hinter der Schärfe verbirgt sich vor ab etwas metallisches. Obs am Alkohol oder der Jugend liegt, keine Ahnung. Der Teeling ist ein NAS und ich fürchte, er ist wirklich ziemlich jung. Erst nach gut 10 bis 15 Minuten im Glas entfalten sich langsam Aromen im Glas, die auf einen Sherryeinfluss hindeuten könnten. Leichter Anflug von Trockenfrüchten. Mit Wasser kommen die Trockenfrüchte noch ein wenig besser zur Geltung und eine leichte süßliche Malzigkeit ist zu erkennen.


Geschmack
Im Mund ist er überraschend mild und cremig. Eine angenehme Süße verbunden mit einer netten Würzigkeit. Der Geschmack ist deutlich besser als die Nase ohne Wasser. Mit Wasser wird der Geschmack weicher und süßer und allgemein runder. 


Abgang
Der Abgang ist eher leicht. Wenig Bitterkeit und ebenso wenig Eiche. Mit Wasser wird der Abgang etwas anhaltender und die Eiche kommt besser hervor.


Fazit
Ich habe mir die Serie 01 und 02 von der Brabazon Abfüllung nach einem Besuch von Teeling in Dublin in einem Anflug von Nostalgie gekauft. Leider kann mich die Nase nicht begeistern. Der Alkohol ist sehr deutlich in der Nase. Der Malt benötigt viel Geduld, dann kommen einige Aromen gegen den stechenden Alkohl an. Der Geschmack ist dafür eine angenehme Überraschung. Der Abgang dafür wieder reduziert.

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Brabazon 01 is the start of a limited bottling series by Teeling. The series is named after William Brabazon, the 11th Earl of Meath, a very important figure in 16th century Ireland. The age of the whiskey is not known, we know that it was bottled in 2017 at 49.5% and matured in sherry casks.


Appearance
On the bottle I only find the information that the distillate is not chill-filtered. There is no mention of colouring on the bottle or the tube. Normally, if it were uncoloured, it would probably say so somewhere. I couldn't find any clear information about this on the internet either - Whiskybase says uncoloured. If so, the colour is a rich amber shade.


Nose
First of all, without the use of water, I get a decent alcohol kick right from the start. The almost 50% alcohol comes with a youthful ferocity. Behind the spiciness, there is something metallic. I don't know if it's the alcohol or the youth. The Teeling is an NAS and I'm afraid it's really quite young. Only after a good 10 to 15 minutes in the glass do aromas slowly unfold in the glass that could indicate a sherry influence. Slight hint of dried fruit. With water, the dried fruits come to the fore a little better and a slight sweet maltiness can be detected.

Fotocredit: Teeling


Taste
In the mouth, it is surprisingly mild and creamy. A pleasant sweetness combined with a nice spiciness. The taste is clearly better than the nose without water. With water, the taste becomes softer and sweeter and generally rounder. 


Finish
The finish is rather light. Little bitterness and equally little oak. With water the finish becomes a little more persistent and the oak comes out better.


Conclusion
I bought the 01 and 02 series from the Brabazon bottling after a visit to Teeling in Dublin in a fit of nostalgia. Unfortunately, the nose fails to excite me. The alcohol is very evident on the nose. The malt needs a lot of patience, then some aromas come up against the pungent alcohol. The taste is a pleasant surprise. The finish is reduced again.

Dienstag, 20. Juli 2021

Tyrconnell 15y Madeira Cask Finish

 

Whiskybase


Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es mal wieder Zeit einen fruchtigen Iren ins Glas zu geben. Bei der Durchsicht meiner Samples irischer Malts fiel blieb mein Auge an einem interessanten Finish hängen.
Der 15y mit Madeira Finish ist nach dem 16y Oloroso Muscatel die zweite Abfüllung von Tyrconnell, die den Weg in mein Glas gefunden hat. Tyrconnell ist neben Connemara oder Kilbeggan eine der bekannten Marken der irischen Cooley Brennerei. Nach einer Reifung in Ex-Bourbon Cask bekam der Whiskey eine mehrmonatige Reifung in portugiesischen Madeira Fässern und wurde danach mit 46% angefüllt.


Nase & Aussehen
Der Ire liegt mit einer goldgelben Farbe im Glas. Die Schlieren rinnen gemächlich am Rand des Snifters hinab und hinterlassen schöne ölige Spuren. Fruchtbombe. Viel Banane kombiniert mit süßen tropischen Früchte wie Ananas, Mango und Zitrone aber auch Marille und Pfirsich. Unterstützt werden die Fruchtnoten von viel Vanille. Auch eine gewisse Säure ist vorhanden. Dahinter immer wieder leichte Aromen von getrocknetem Gras. Beim Verriechen kommt immer wieder ein kleiner Spritzer Alkohol in die Nase.


Geschmack
Sehr cremiges, fast schon butteriges Mundgefühl. Tolle Süße sofort zu Beginn. Das tropische Fruchtkompott aus der Nase tritt sofort vor den geschmacklichen Vorhang. Dazu gesellt sich neben einer angenehmen Säure auch erstmals Gewürze wie Muskat und Zimt. Sogar etwas leichter Ingwer zeigt sich. Im Mund ist der Alkohol gut eingebunden.


Abgang
Die Gewürze bekommen gegen Ende hin Verstärkung von einer dunklen Schokolade mit mittelhohem Kakaogehalt. Der Fruchtanteil wandelt sich am Schluss zur Schale von roten Äpfeln. Der Abgang zeigt sich angenehm mittel bis lang.


Fazit
Beim Tyrconnell 15 Jahre merkt man das Finish vom Madeira Finish. Es hat der Bourbonfassreifung schöne zusätzliche Weinaromen gespendet. Trotzdem überfordert er nicht. Im Gegenteil. Er hat jetzt nicht die übergroße Aromenkomplexität zu bieten. Aber was er bietet, dass macht er gut! Ist er in der Nase vor allem eine reine Fruchtbombe, bekommt er beim Geschmack noch mehr Tiefe und Charakter. Durchwegs ein sehr süffiger und schöner Ire.

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With these summer temperatures, it was time to put a fruity Irish in the glass again. While perusing my samples of Irish malts, my eye caught on an interesting finish.
The 15y with Madeira finish is the second bottling of Tyrconnell after the 16y Oloroso Muscatel that found its way into my glass. Tyrconnell is one of the well-known brands of the Irish Cooley distillery, along with Connemara or Kilbeggan. After aging in ex-bourbon cask, the whiskey got a several months aging in Portuguese Madeira casks and was then bottled at 46%.


Nose & Appearance
The Irishman sits in the glass with a golden yellow color. Streaks run leisurely down the rim of the snifter, leaving nice oily trails. Fruit bomb. Lots of banana combined with sweet tropical fruits like pineapple, mango and lemon but also apricot and peach. The fruit notes are supported by lots of vanilla. A certain acidity is also present. Behind it again and again light aromas of dried grass. When locking again and again a small splash of alcohol comes to the nose.


Taste
Very creamy, almost buttery mouthfeel. Great sweetness right off the bat. The tropical fruit compote from the nose immediately steps in front of the flavorful curtain. This is joined for the first time by spices like nutmeg and cinnamon, along with a pleasant acidity. Even some light ginger shows up. In the mouth, the alcohol is well integrated.


Finish
The spices get reinforcement towards the end from a dark chocolate with medium-high cocoa content. The fruit content turns to red apple skin at the end. The finish is pleasantly medium to long.


Conclusion
With the Tyrconnell 15 year, you notice the finish from the Madeira finish. It gave the bourbon barrel aging nice additional wine flavors. Still, it doesn't overpower. On the contrary. It does not offer the greatest complexity of aromas. But what it offers, it does well! If it is primarily a pure fruit bomb in the nose, it gets even more depth and character in the taste. Throughout a very drinkable and beautiful Irish.

Donnerstag, 18. März 2021

Redbreast 21y



Whiskybase

Bin schon eine geraume Zeit um dieses Sample herumgeschlichen. Ich wartete auf einen passenden Moment. Und St. Patricks Day kann wohl nicht passender sein. Redbreast ist - neben meinem emotionalen Favoriten Teeling - meine liebste Brennerei von der irischen Insel. Ich hatte schon einige Rotkehlchen (12y, 12y CS und 15y) im Glas und sie gefielen mir alle sehr bis besonders gut. 


Nase & Aussehen
Wenn meine Information stimmt, dann ist der Redbreast 21y leider gefärbt (warum auch immer). Die Farbe im Glas ist ansich golden. Sehr langsam und gemächlich bewegen sich zahlreiche Legs am Rand des Glases hinab. Der erste Eindruck ist ein sehr harmonischer, ruhiger. Die Bourbonfässer haben tolle Arbeit geleistet. Fast schon so etwas wie eine leichte Klebernote kommt zum Vorschein, verfliegt aber nach einiger Zeit.
Dafür bleibt Vanille und noch mehr Vanille. Dazu kombiniert sich eine schöne aber nicht zu intensive Süße. Eine Fruchtbombe! Wobei ich mir schwer tue, die einzelnen Obstsorten exakt aus diesem Obstkorb zu bestimmen. Viel reifes gelbe Kernobst wie Birne und Apfel sowie Zucker- und Honigmelonen. Aber auch tropische Gesellen wie Mango, süßsäuerliche Papaya sind vorhanden. Und im Hintergrund kommen etwas die roten Früchte vom Sherryfass heraus sowie eine sehr angenehme Würzigkeit, die die gesammte Zeit die fruchtigen Aromen umschmeichelt. Nach vielen Minuten meldet sich immer wieder eine leicht blumige Note aus dem Glas.


Geschmack
Sehr cremig und einfach rund fließt der Whiskey in den Mundraum - tolles Mundgefühl. Eine gewisse Würzigkeit, wie ich sie immer bei irischen Malts habe, entfaltet sich zu Beginn. Ist das vielleicht die ungemälzte Gerste? Dann kommen die tropischen und gelben Früchte sofort dahinter mit einer kräftigen Süße zum Vorschein. Der volle Gewürzschrank öffnet sich gerade mit Muskat, Zimt aber auch mediterrane Küchengewürze. Gegen Ende wird es ganz leicht pfeffrig vom Fass.


Abgang
Erstaunlich wenig Eiche für das Alter ist zu bemerken. Die tolle Würzigkeit aus dem Mund ist auch im gesamten Abgang vorhanden und bleibt lange im Mundraum präsent. Altes Leder- und Tabakassoziationen sind ebenfalls im Nachhall zu schmecken.


Fazit
Ich weiß nicht, was mir besser gefällt. Die Geruch oder der Geschmack. Das ist wirklich ein Brett. Ich verstehe warum dieser Malt so viele Fans hat. Ab Heute mich eingeschlossen. Eine wirklich sehr ausgewogene und zugleich gediegene Nase. Aber auch im Geschmack ein tolles Wechselspiel zwischen der Furch und der Würze. Ein wirklich schöner Abendveredler.


Donnerstag, 27. August 2020

Green Spot Château Montelena

 Green Spot Château Montelena

Whiskybase

Für den Green Spot wurden Single Pot Still Whiskeys aus Bourbon- und Sherry-Fässern mit einem Alter zwischen 7 und 10 Jahren verwendet und danach noch einmal für 12 Monate in Zinfandel-Weinfässer aus europäischer Eiche gelagert. Das Château Montelena ist im kalifornischen Nappa Valley beheimatet. 

Nase & Aussehen
Dunkles Stroh oder auch ein helleres Gold mit einem Spritzer Rose, so könnte man die Farbe vom Green Spot deuten. Zunächst ein sehr verhaltener Beginn in der Nase. Nach einiger Zeit im Glas öffnet sich die Nase, der Alkohol verblasst. Eine sehr feine Fruchtigkeit kommt zum Vorschein. Helle, rote Beeren wie Ribisel und Himbeeren, vielleicht auch etwas Erdbeermus ist mit von der Partie. Etwas Vanille unterstreicht dieses nette Fruchtpotpourri. Dahinter liegt etwas grünwürziges, Gräser auf einer frisch geschnittenen irischen Wiese. Mit noch mehr Ruhe im Glas kombiniert sich die Frucht mit der Würzigkeit. Eine sehr schöne Nase!

Geschmack
Sehr weiches, samtenes Mundgefühl. Süßes Milchkaramell zusammen mit den Beerenfrucht sind sofort im Geschmack präsent. Dann kommen Gewürze, jedoch mildwürzig, keine Schärfe vorhanden. Mit dem zweiten Schluck wird nach der Karamellfruchtigkeit die Gewürze intensiver. Etwas Zimt

Abgang
Dunkle Kaffeearomen am Ende bleiben mittellang vorhanden. Aber auch die fruchtigen Noten sind bis zum Schluss im Mund präsent. Ganz am Ende könnte man die Traubenkerne vom Zinfandelfass schmecken. 

Fazit
Mein erster „Spot“ und er gefällt auf Anhieb. Das Weinfass ist bemerkbar aber - und das ist positiv - es wirklich nicht aufgesetzt oder überlagernd. Der Green Spot Château Mentelena zeigt sich als feingliedrig, aber mit Charakter! Wiede mal ein Ire, der mich positiv stimmt.

Freitag, 12. Juni 2020

Redbreast 15y


Redbreast 15y

Nase & Aussehen
Die Farbe im Glas ist ein sattes Safrangelb. Relativ flott rinnen die Legs ölig am Rand vom Snifter hinab. Erster Eindruck ist überraschend bourbonfasslastig mit reifen Äpfel und Birnen. Vom Sherryeinfluss ist am Anfang eher wenig zu bemerken. Leichte Schärfe in der Nase. Nach einiger Zeit der Ruhe im Glas vergeht die Schärfe und überlässt einer cremigen, honiggleichen Note den Vorrang. Die Frucht wechselt nun auch langsam mehr zur Orange, tropischen Fruchtsalatmix mit Mango und Maracuja. Dahinter erkennt man ganz leicht Gewürze wie Muskat und Nelke. Die Nase ist durchaus komplex!
Mit ein paar Tropfen Wasser ist die Schärfe komplett weg und es übernehmen fruchtige, vanillige Honig-Noten die Überhand.

Geschmack
Cremiges Mundgefühl, sehr wärmend im Mundraum. Gleich zu Beginn kurz eine süße Fruchtigkeit, der Obstsalat ist präsent, die aber sehr schnell in eine pfeffrig, würzige Note übergeht. Nach dem ersten Probieren kommt auch die Vanille dazu, die sprizig, pfeffrige Würzigkeit mit Zimt und Muskat ist weniger aber immer noch sehr präsent. Die Früchte sind aber nun noch mehr im Mund vorhanden. Auch Malz ist jetzt leicht zu schmecken. Hatte ich so gar nicht in der Nase. Lecker.
Im Mund wird der Tropfen mit Wasserzugabe weniger cremig und mehr wässrig. Auch der Geschmack leidet. Also eindeutig, Wasser benötigt er beim Geschmack nicht.

Redbreast 15y

Abgang
Schön wärmend wandert er den Rachen hinab. Die Gewürze sind weiterhin dominat. Eine angenehme Bitternote, wie ein kleiner Brauner (Kaffeezubereitung in Österreich mit einem Schuss Milch oder Obers), bleibt im Mund stehen.

Fazit
Der 15jährige ist doch deutlich anders, als der 12er. Er benötigt seine entspannte Ruhe im Glas, dann macht er aber sehr schön auf. Die Nase wird dann wirklich vielfruchtig. Helles Kernobst wie Äpfel und Birnen in Kooperation mit tropischen Kollegen wie Mango, Maracuja und auch so etwas wie Birne sind dabei. Der Sherryeinfluss vom Oloroso hält sich dezent im Hintergrund. Man muss sich auf ihn einlassen, ihm Zeit geben. Dann wird man mit einem leckeren Iren belohnt. Wer jedoch denkt, man bekommt einen aufgemotzten 12jährigen ins Glas, sollte wohl eher zur Fassstärke-Variante vom 12y greifen.
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