Donnerstag, 26. November 2020

Fettercairn 16y

 

Whiskybase

Nase & Aussehen
Als helles Bernstein würde ich die Farbe vom Fettercairn 16y bezeichnen. Ein dünner, öliger Film, mit zahlreichen Legs, legt sich am Glasrand an. Sehr interessante Nase! Sofort erscheinen deutlich Rosinen mit dunkel gerösteten Nüssen, die in Schokolade und Nougat eingetaucht wurden. Bourbon Vanille reiht sich in das Duftarrangement nahtlos ein. Mit mehr Zeit im Glas folgen Zwetschkenröster, fast schon Powidl, und die bekannten dunklen Fruchtaromen von den Sherryfässern. Nach dem ersten Probieren werden die Schokolade und die Nüsse noch intensiver.

Geschmack
Sehr cremiges, fast schon butteriges Mundgefühl. Von den Rosinen ist beim ersten Schluck nichts zu schmecken. Dafür weiterhin sehr deutlich die dunkle Schokolade mit Nüssen und nun dazu auch weihnachtlichen Gewürzen. Auf der Fruchtseite sind jetzt vorwiegend Beeren vorhanden. 

Abgang
Die Eiche ist im Finish bemerkbar, aber nicht hinsichtlich einer deutlichen Bitterkeit, sonder eher durch aromatische Eindrücke wie Schokolade und Gewürze. Insgesamt verweilt der Malt eher mittellang am Gaumen.

Fazit
Die Nase ist schon besonders. So eine deutliche dunkle Schokolade und vor allem Nussaromen hatte ich bisher noch in keinem Malt. Auch die eingelegten Rosinen tun ihr Übriges, dass mir der Geruch vom Fettercairn sehr gut gefällt. Beim Geschmack und im Abgang bemerke ich einen kleinen Abfall zur tollen Nase. Die Schokolade und die Nüsse sind weiterhin präsent, jedoch vermisse ich etwas die im Geruch wahrgenommenen fruchtigen Nuancen wie Rosinen und die dunklen Früchte. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Um den damals ausgerufenen Preis ist der Fettercairn aber eine sehr gute Wahl gewesen.

Donnerstag, 19. November 2020

Arran Sherry Cask 2019 vs 2020



Whiskybase Arran Sherry Cask 2019

Whiskybase Arran Sherry Cask 2020

Da ich sowohl von der damals neu auf den Markt gekommenen 2019er Version als auch von der diesjährigen Abfüllung ein Sample hatte, wollte ich mal sehen ob der Masterblender bei Arran einen guten Job macht, oder ob es vielleicht doch deutliche Unterschiede bei den beiden Samples gibt. 

Beide haben den identen Alkoholgehalt von 55,8%, sind ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Das Alter der beiden ist mir nicht bekannt, auch nicht ob vielleicht eine der beiden Versionen älter wäre.

Nase & Aussehen
Bei der Farbe zeigt sich in den Gläsern ein rötliches Bernstein. Wenn auch nur um eine Spur, so könnte die 2020iger Version um einen Hauch dunkler sein. 

2019
Leichte Sherry-Noten und sofort dahinter der für mich bei Arran NAS Abfüllungen wie dem Amarone Cask immer typische frisch fruchtig süße Geruch nach Kirschen und Erdbeeren. Ein zarter Hauch von blumigem Parfum umweht die Nase. Der Alkohol zeigt sich in einer klaren Mineralnote. Mit einiger Zeit kommt ein wenig Vanille ums Eck. Auch etwas dunklere Früchte wie Pfaumen und Datteln, aber auch eine saftige Mandarine zeigen sich mit längerer Verweildauer im Glas. Mit Wasser verändert sich die Nase unmerklich.

2020
Hier ist die Nase etwas verschlossener als bei der älteren Version. Auch die hellfruchtigen Aromen von Kirsche und Erdbeere habe ich nicht gleich zu Beginn. Dafür hat die Nase zu Anfang mehr Sherry und auch mehr aromatische Gewürze, hier scheint mehr Einfluss des Holzes vom Fass erkennbar zu sein. Süßes Karamell und Vanille ist sofort deutlicher präsent. Mit mehr Zeit im Glas nähert sich diese Version der älteren dann an. Die Früchte in der Nase werden auch hier zu Zwetschken und Datteln. Die Mandarine jedoch, die fehlt mir hier.

Geschmack

2019
Schönes weiches und cremiges Mundgefühl. Der Malt beginnt mit einem süßen Antritt, geht dann rasch in eine würzige Bitterkeit über, die an dunkle Schokolade mit Zimteinfluss erinnert. Auch etwas Vanille ist vorhanden. Mit ein paar Tropfen Wasser bleibt die Süße länger stehen, Frucht ist vorhanden, jedoch fast eher hellfruchtiger, vielleicht Grapefruit. Die dunklen Sherryaromen von der Nase sind nicht mehr zu schmecken.

2020
Auch hier ein schönes cremiges Mundgefühl. Der Antritt gestaltet sich vielleicht sogar etwas süßer als beim Vorgänger. Man könnte sogar Honig ins Spiel bringen. Etwas dunkler präsentiert er sich, seitens Gewürzeinflüssen wie Muskat und Nelke. Auf Seiten der Fruchtaromen sind hier die dunklen roten zu schmecken. Die prickelnde Eiche ist auch hier gegen Ende zu merken. Mit Wasser wird er deutlich süßer, fruchtiger und Vanille kommt hinzu. 

Abgang

2019
Der Abgang ist nicht sehr lange. Neben dem Zimt und der Schokolade wird der Malt gegen Ende hin deutlich adstringierend. Die bitteren Aromen ünernehmen die Führung im Mund. Mit Wasser reduzieren sich zwar die doch starken bitteren Aspekte, die Trockenheit im vorderen Mundraum bleibt bestehen.

2020
Auch im Finish ist die jüngere Version nicht so auf der bitteren Seite ohne Wasser, wie der Vorgänger. Der Mund wird auch auch trockener, jedoch fällt die Bitterkeit weniger dominant aus. Dafür hat er am Ende leicht seifige Assoziationen. 

Fazit
Beide Versionen vom Sherry Cask sind vom Grundcharakter sehr ähnlich - Good Job Mr. Arran Masterblender. Die 2019er Version ist vielleicht um eine Spur heller als die aktuelle Variante aus 2020. Der 2020iger ist in der Nase und im Geschmack etwas dunkler. Wobei die bekannten Sherrykomponenten generell bei der Abfüllung nicht dominant sind. Ist einer der beiden besser? Wenn ich wählen müsste, würde ich eher zum 2020 Jahrgang greifen. Aber wirklich überzeugt haben mich beide nicht. Sie sind beide angenehme Easy-Going Drams. Aber sie bleiben nicht in Erinnerung. Vielleicht hätten sie länger im Fass reifen sollen? Da bleibe ich doch lieber bei den alten Versionen vom 18er und 21er - die sind andere Kaliber. 

Dienstag, 10. November 2020

Caol Ila 15y Unpeated Style


Whiskybase

Ich starte meine Annäherung zu Caol Ila vielleicht etwas untypisch mit einer nicht-rauchigen Version. Aber gerade das finde ich spannend um das Destillat hinter dem Rauch und Torf zu verstehen und zu erkennen. Und das es gleich eine fassstarke Version ist, ist das Tüpfelchen am "I".

Nase & im Glas:
Die Farbe geht in Richtung Gelb, wie helles Stroh. Der erste Kontakt ist ohne Wasserzugabe. Etwas verschlossen zeigt sich die Nase. Sehr hellfruchtig zu Beginn, Zitrone und grüne, knackige Granny Smith Äpfel. Im Hintergrund schwebt etwas wie die Schalen von hellen Trauben, Traminertrauben. Auch etwas nasses Heu ist in Nuancen zu erkennen. Ganz zum Schluss gesellt sich noch etwas Eiche zum Geruch dazu. Insgesamt ein feiner harmonischer Eindruck. Nach dem ersten Schluck fügt sich noch etwas Vanille zum Gesamtgeruchskonzept hinzu. Die Früchte werden reifer.

Mit Wasser geht die Nase deutlich auf. Es wird sofort süßfruchtiger. Die hellfruchtigen, zitronenlastigen Aromen werden schwerer, reifer. Es kommen Mango und Honigmelone zu den anderen Fruchtaromen hinzu. Weiterhin Vanille. Kein Stechen vom Alkohol zu bemerken.

Geschmack:
Die Eindrücke ohne Wasser. Sehr cremiges Mundgefühl. Sofort eine angenehme Süße und die Zitrusfruchtigkeit aus der Nase, die sich mit einer leichten Pfeffernote kombiniert. Etwas Torf, aber nur minimal ist zu schmecken. Die Eiche addiert sich zur Süße und dem weißen Pfeffer mit etwas Würze. Sehr dezent. Der Alkohol ist kaum zu bemerken. Sehr schön eingebunden.

Mit Wasserzugabe wird der Geschmack nochmals um eine deutliche Spur süßer und fruchtiger. Milchschokolade und von der pfeffrigen Eiche ist kaum noch etwas vorhanden. Die Würze bleibt jedoch angenehm präsent.

Abgang:
Gegen Ende hin, wird der Gaumen trockener durch den Alkohol. Die Zitrone bekommt mehr von deren Schale und auch die Eiche geht in Richtung dunkle Schokolade. Der Torf ist auch im Finish ganz, ganz leicht vorhanden. Die Trauben aus der Nase zeigen sich nochmals mit ihrer Schale und den Kernen. Aber es bleibt alles sehr harmonisch und elegant.

Fazit:
Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen, mit einer unpeated Variante meine Reise zu Caol Ilas Malts zu starten. Ich finde diesen Whisky sehr gut! Besonders für einen 15jährigen. Ich würde blind auf eine längere Reifezeit tippen. Die Bewertungen in der Whiskybase kann ich teilweise absolut nicht verstehen. Vielleicht sollte man sich gleich zu Beginn des Verkostens davon freimachen, hier Rauch und Torf zu finden. Wenn man das kann, dann bekommt man einen hervorragenden Malt. Das Schöne ist, man kann einerseits gut mit Wasser spielen und andererseits (und das hatte ich bislang noch selten) er bleibt von der Nase über den Geschmack bis zum Finish gleichbleibend klasse. 

Freitag, 6. November 2020

Glengoyne Cask Strength Batch 4



Whiskybase

Von der Brennerei Glengoyne habe ich in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl ihrer Core Range mit Altersangabe im Glas gehabt. Der 21jährige, aber auch der 18jährige gefallen mir zum Beispiel außerordentlich gut. Diesmal ist es ein NAS Whisky in Fassstärke, der Cask Strength Batch No. 4. Das genaue Alter konnte ich nicht exakt recherchieren. Im Web fand ich nur eine Information, die Malts innerhalb des Batch 4 sollen 9 bis 12 Jahre alt sein. Dafür fand ich mehr Informationen zur Verwendung der Fassarten. So soll das Batch eine Kombination aus 20% First-Fill Sherry Casks aus europäischer Eiche, 10% First-Fill Sherry Casks aus amerikanischer Eiche und 70% aus Refill Eichen Fässern sein. Keine Kühlfiltration und kein Farbstoff.

Nase & Aussehen
Nicht allzu dunkles Bernstein. Der erste Eindruck, gleich nach dem Einschenken ist der einer klassischen leichten Sherrynase. Süße von Karamell, Sherrynoten und Vanille. Nach ein wenig Wartezeit im Glas erscheinen auch die typischen Rosinen und Lederassoziationen. Die Eiche ist durch eine aromatische Würzigkeit ebenfalls präsent in der Nase und harmoniert gut mit den anderen Eindrücken. Je länger der Malt im Glas verweilt, desto mehr kommt der süße Fudge sowie dunkle Fruchtnoten wie Feigen und Datteln zum Geruchspotpourri hinzu. Alkohol ist gut eingebunden, trotz der fast 59% kein Stechen oder metallischer Geruch in der Nase. Mit Wasser bleibt er süß, jedoch kommt Milchschokolade mit etwas Nüsse hinzu. 

Geschmack
Ohne Wasser kommt der Whisky recht forsch daher. Deutliche Süße und ausgeprägte Sherrynoten mit Rosinen sind sofort vorhanden. Dann kommen Muskat und Zimt. Wenig Eiche beim ersten Schluck. Mit Wasser wird der Malt deutlich runder. Er bleibt süß und fruchtig. Wie auch in der Nase kommt auch hier etwas Milchschokolade hinzu. Die Rosinen sind weiterhin vorhanden.

Abgang
Der Abgang ist, wahrscheinlich auch der Jugend geschuldet, eher kurz ohne Wasser. Die Sherryaromen sind weiterhin zu schmecken, auch etwas Eiche ist erkennbar. Gegen Ende hin wird es im Mundraum trockener, der Alkoholgehalt schlägt hier zu. Schön wärmend bewegt er sich Richtung Körpermitte hinab. Wasser bringt die würzige Eiche vom Fass mehr hervor. Das Finish wird länger. 

Fazit
Ich mag Glengoyne. Auch dieser fassstarke Kollege ist nett. Er ist süffig und wird mit Wasser deutlich aromatischer im Geschmack und Finish. Beim Geruch würde ich diesmal auf Wasser verzichten. Im Vergleich zum Aberlour A’bunadh hinkt er jedoch etwas nach. Der Aberlour hat gleich vom Beginn an mehr Kraft auf der Sherryseite. Davon angesehen ist er ein durchaus schöner, fassstarker Sherrymalt.

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