Caol Ila
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Mittwoch, 3. Dezember 2025

Caol Ila 2009/2025 15y - Mad Malt #1 (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Die Taktrate, mit der whic.de neue Abfüllungen oder gleich neue Serien an den Start bringt, ist wirklich beachtlich. Vor ein paar Wochen bekam ich ein Sample der ersten Ausgabe der neuen Reihe Mad Malt zugeschickt. Doch was verbirgt sich hinter der Mad Malt Collection? Gemeinsam mit Signatory Vintage bringt whic insgesamt 13 stark getorfte Single Malts auf den Markt. Die Reihe richtet sich an alle, die verrückt (mad) nach rauchigen Whiskys sind. 

Den Beginn macht ein 15 Jahre alter Caol Ila mit einem Finish in einem First Fill PX Hogshead, in Fassstärke von 54,9 Prozent, selbstverständlich ohne Farbstoff oder Kühlfiltration. Lediglich 340 Flaschen gab es davon, und die Abfüllung war in sehr kurzer Zeit restlos vergriffen.

Rauchige Islay Malts mit einer Reifung oder einem Finish in Sherryfässern, häufig auch in PX, sind am Markt nicht unüblich. Oft sind die Ergebnisse sehr fassorientiert, intensiv und für meinen Geschmack manchmal etwas zu stark auf der süßen Seite angesiedelt. Deshalb bin ich gleichzeitig gespannt und ein wenig skeptisch, was mich hier erwartet.


Aussehen
Nussholzboden

Fotocredit: whic.de


Nase
Intensiver, aschiger, schmieriger Rauch eines Lagerfeuers mit leicht feuchten Holzscheiten und rußiger Steinumrandung direkt am Kiesstrand, auf dem altes Seegras und Algen trocknen. So oder so ähnlich lässt sich die Erstbegegnung mit dem Whisky beschreiben.

Neben den rauchigen, maritimen Noten hat das Finish im PX-Fass deutlich Eindruck hinterlassen. So finden sich eine große Portion Pflaumenkompott, ein Beerenröster aus Heidelbeeren und Brombeeren, süße, reife Kakifrüchte, Cranberries, saftige Sultaninen, geräuchertes Balsamico-Gelee sowie Aromen von getrockneten Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen.

Der Malt driftet jedoch nicht zu sehr in eine intensiv süß-fruchtige Richtung ab. Herbe dunkle Schokolade, Muskatpulver, Zimt und das leicht angekohlte Eichenholz sorgen gemeinsam für einen würzigen Kontrapunkt zur Süße. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, den trotz der doch hohen Alkoholstärke stören keine scharfen Gerüche das Vergnügen.


Geschmack
Hier ist von Beginn an ordentlich Betrieb. Neben einer anfänglich kurz aufblitzenden Karamellsüße und dem ersten Schwall aus Asche und öligem Teer sorgt vor allem eine kurze, intensive Pfefferschärfe für Aufmerksamkeit. Es wirkt wie Lakritze mit Chilipulver, kombiniert mit süßen, weichen, getrockneten Feigen und Datteln mit einem Kern aus Marzipan. Die pikante Schärfe geht sofort wieder in eine cremige, fruchtige Süße über, die Rosinen, Pflaumenmus und die Beerenröster-Aromen mitnimmt. Die ganze Zeit bleibt die schmierige Asche mit dem Rauch im Hintergrund, was mir sehr gut gefällt.

Wie schon im Geruch so hilft auch im Mund ein würziger Gegenpol – unterstützt von winterlichen Backgewürzen wie Muskat, Zimt und Anis sowie Tabak- und Holzwürze – die Süße harmonisch in Schach zu halten.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Das lange Finish wird vor allem von der Asche und dem öligen Teer getragen, zusammen mit Tabakaromen, dunkler Schokolade, einigen süßen Stücken getrockneter Datteln und Pflaumen sowie etwas Lakritz mit seiner salzigen und würzigen Seite.


Fazit
Vielleicht liegt es an seinem Alter von 15 Jahren, aber der Whisky schafft es, seine schweren Raucharomen mit den intensiven süßen und fruchtigen Aspekten des PX-Fasses und den würzigen Noten sehr fein zu vereinen. Diese Harmonie der Aromen, ohne die Intensität zu verlieren, gefällt mir ausgesprochen gut. Ich bin froh, dass dieser Single Malt nicht in dieselbe Kerbe schlägt wie so viele Vertreter, die rauchig sind und in oft noch feuchten Sherryfässern liegen. Er ist natürlich eine Sherrybombe, aber im besten Sinne des Wortes. Auf die nächsten Vertreter der Mad Malt Reihe kann man durchaus positiv gespannt sein.

Freitag, 4. Oktober 2024

Caol Ila 12y Marsala Superiore Dolce Cask (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Als ich meine Schätze wieder einmal durchsah war ich wirklich überrascht, dass sich tatsächlich eine beachtliche Anzahl an unterschiedlichen Caol Ila Abfüllungen als Samples, geschlossenen Flaschen und geöffneten Flaschen angesammelt hatte. Es ist einfach passiert. Caol Ila rangiert bei mir eigentlich nicht unter meinen Top 5 Brennereien, trotzdem greife ich immer wieder gerne zu, wenn ich eine interessante Fassreifung dieser Brennerei - vor allem aus dem Sortiment von unabhängigen Abfüllern - sehe.

So wie auch bei diesem Whisky, einem zwölfjährigen Caol Ila aus der A Dream of Scotland Reihe vom Brühler Whiskyhaus, der in einem Marsala Superiore Dolce Fass reifte. Marsala ist ein italienischer Likörwein. Der Begriff Superiore steht für eine Mindestreifung des Weins von zwei Jahren. Und Dolce zeugt von mehr als 100g/l an Restzucker. Die Basis dieses Islay-Rauchers, der in Fasstärke mit 55,9% in 611 Flaschen abgefüllt wurde, ist ganz nach den Vorlieben von Marco Bonn, dem Chef in Brühl, eine süße. 

Ich bin neugierig, wie sich das Caol Ila Destillat mit dieser Fassart kombiniert. Süße und Rauch kann interessant werden.


Aussehen
Eiswein oder Dessertwein, heller Bernstein.


Nase
Schön fettiger Rauch mit ordentlicher Aschebildung kommt aus dem Holzkohlegriller. Zusätzlich sorgen noch weicher Teer neben dem Griller für eine schmutzige Seite des Rauchs. Hat man die ersten Wellen des aschigen Rauches überwunden, entdeckt man süße Kräuteraromen, wie von einem Schweizer Rucola Zuckerl. Die Süße verwebt sich im weiteren Verlauf mit Vanille und ein paar Spritzern Zitrone und dem ätherischen Öl aus der Zitronenschale. Über all diesen Geruchseindrücken schweben die ganze Zeit maritim würzige Aromen. Der Alkohol meldet sich zwischendurch immer wieder mit einem leichten Prickeln in der Nase. Aber davon abgesehen ist es eine sehr aromatische und fein ausbalancierte Nase.


Geschmack
Ein schöner sehr süßer Antritt mit einem cremigen Mundgefühl eröffnet den Geschmacksreigen. Neben dem anfänglichen Karamell und Weinzucker ist natürlich auch der Rauch von Beginn an sehr präsent. Gepaart mit Asche und etwas Teer liegt er richtig fett schmierig im Mundraum. Dahinter lassen sich wieder viel Vanille und getrocknete Küchenkräuter finden. Die Zitrone aus der Nase ist im Geschmack überwiegend im Hintergrund. Auch der maritime Touch ist mit seinem salzigen, Seetang ähnlichen Aroma wieder vorhanden. Der Alkohol ist wuchtig und schiebt ordentlich an, ist aber kein Problem. Nach hinten heraus kommen immer mehr bittere Geschmacksnoten zum Vorschein.


Abgang
Hier kämpfen anfänglich die Süße mit dem Rauch und den sich aufbauenden Bitternoten um die Vorherrschaft. Die Süße verklingt zunehmend und die bitteren Geschmäcker, zusammen mit der teerigen Asche nehmen gegen Ende immer mehr an Fahrt auf. Vom aschigen Rauch abgesehen gestaltet sich das Finale mittellang.


Fazit
Dieser Caol Ila beweist für mich wieder zwei Dinge. Erstens Caol Ila wird häufig zu Unrecht negativ im Vergleich mit den anderen Islay Brennereien bewertet, das Destillat ist sehr gut. Zweitens, Caol Ila funktioniert mit einer Vielzahl an Fassreifungen. Diese ADoS Abfüllung gefällt mir richtig gut. Schöne tolle Nase. Süß, kräftig würziger Geschmack mit ausreichend Rauch und Asche. Einzig die zunehmende Bitterkeit gegen Ende hin stört den sonst durchwegs sehr positiven Gesamteindruck ein wenig.

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English Text-Version


When I looked through my treasures again, I was really surprised to find that I had actually accumulated a considerable number of different Caol Ila bottlings as samples, closed bottles and opened bottles. It just happened. Caol Ila is not really one of my top 5 distilleries, but I still like to pick it up whenever I see an interesting cask maturation from this distillery - especially from the range of independent bottlers.

This is the case with this whisky. It is a 12 year old Caol Ila from the A Dream of Scotland range from the Brühler Whisky Haus, which has been matured in a Marsala Superiore Dolce cask. Marsala is an Italian fortified wine. The term Superiore stands for a minimum ageing period of two years. And Dolce indicates more than 100g/litre of residual sugar. The base of this Islay smoker, bottled at 55.9% cask strength in 611 bottles, is a sweet one, just as Marco Bonn, the boss at Brühl, likes it. 

I'm curious to see how the Caol Ila distillate combines with this type of cask. Sweetness and smoke can be interesting.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Ice wine or dessert wine, pale amber in colour.


Nose
Nice greasy smoke with a good amount of ash from the charcoal grill. In addition, soft tar next to the grill gives a dirty side to the smoke. Once you get over the first waves of ashy smoke, you discover sweet herbal flavours. As the smoke progresses, the sweetness is interwoven with vanilla and a few dashes of lemon and the essential oil of lemon peel. Spicy maritime flavours hover over all these aromas. The alcohol shows up from time to time with a slight tingling effect on the nose. But other than that, it is a very aromatic nose, with a fine balance of flavours.


Palate
A beautiful, very sweet opening with a creamy mouthfeel introduces the aromas. In addition to the initial caramel and wine sugar, the smoke is of course very present right from the start. Coupled with ash and a bit of tar, it is really fatty Behind this is a lot of vanilla and dried herbs. The lemon from the nose is mostly in the background on the palate. The maritime touch is also present again with its salty, seaweed-like flavour. The alcohol is strong and gives a good boost, but is not a problem. Towards the end, the bitter flavours become more noticeable.


Finish
Here the sweetness is initially in a battle for dominance with the smoke and the build up of bitterness. The sweetness gradually fades and the bitterness, together with the tarry ash, gains momentum towards the end. Apart from the ashy smoke, the finish is of medium length.


Conclusion
This Caol Ila once again proves two things to me. Firstly, Caol Ila is often unfairly criticised in comparison to the other Islay distilleries. Secondly, Caol Ila works well with a variety of cask maturations. I really like this ADoS Bottling. Beautiful great nose. Sweet, strongly spicy taste with enough smoke and ash. Only the increasing bitterness towards the end detracts a little from the otherwise very positive overall impression. 

Mittwoch, 27. September 2023

Caol Ila Distillers Edition

 

Whiskybase

English Text-Version


Diageo bringt seit 1997 die Distillers Edition (DE) Serie auf den Markt. Eine der Brennereien, die seit damals immer dabei war, ist Caol Ila. Dabei bekommt die zwölfjährige Standardabfüllung immer ein - man munkelt von sechs Monaten - Finish in ausgekohlten ehemaligen Moscatelfässern. Bis 2021 hatten die Distillers Edition Abfüllungen eine Altersangabe - beim Caol Ila war dies 12 Jahre. Dies ist seit 2022 weggefallen, seit dem sind es nur noch NAS-Abfüllungen, das Alter ist nicht mehr bekannt. 

Überraschenderweise ist bei der diesjährigen Serie keine Distillers Edition von Caol Ila mehr dabei. Über die Gründe zu dieser Entscheidung lässt sich nur spekulieren für was Diageo sich die Fässer aufspart. Eventuell gibt es von der 2022iger (der ersten NAS-Abfüllung) noch genug Flaschen am Markt.

Ich habe ein Sample der 2019er Version der Edition im Glas. Wie immer hat sie 43%, ist gefärbt und kühlgefiltert.


Aussehen
Gold, dunkles Gelb


Nase
Es steigt ein angenehmer weicher Rauch nach Steinkohle mit Spuren von Asche und einem mineralischen Touch in die Nase, der Rauch kommt mir im Vergleich zum normalen 12er weniger intensiv vor. Hinter dem Rauch findet sich ein noch warmer honigsüßer Zitronenkuchen mit gegrillten Stücken einer Ananas als Topping. Nach ein paar Minuten im Glas gesellen sich ein paar Aprikosen mit Vanillezucker besteubt und überreife grüne Trauben, die bereits gelb und weich werden, zum Kuchen hinzu. 

Auch ein paar getrocknete Kräuter und maritime salzige, jodige Aromen erscheinen auf der nasalen Bildfläche. Den Alkohol merkt man überhaupt nicht. Insgesamt wirkt die Nase im Gegensatz zum normalen 12y weicher und süßer. Man könnte auch sagen, dass die Aromen mehr abgeschliffener wirken - eleganter vielleicht.


Geschmack
Ein weiches öliges Mundgefühl mit einem schönen rauchig, kaltaschigen Antritt. Der Rauch ist im Geschmack mehr präsent, als im Geruch. Dann folgt der Honig mit einer ordentlichen Süße. Die Zitrone mit der gegrillten Ananas und dem Traubensaft stehen für die fruchtige Seite. Im Mittelteil übernehmen die getrockneten Kräuter zusammen mit dem Rauch und etwas Jod und Salz wieder die Führung im Geschmack. Es wird würziger und auch mehr adstringierend. Trotz der „nur“ 43% Alkoholstärke passt die Intensität am Gaumen sehr gut. Der Whisky wirkt nicht zu schwach und bringt die Aromen sehr gut voran. 


Abgang
Das Holz vom Fass wird in Richtung Ende hinaus deutlich präsenter - leicht bittere Aromen von der Haut der Trauben und der Kerne. Die kalte Asche und der Rauch vom Lagerfeuer sind weiterhin allgegenwärtig und kleiden den Mundraum lange aus.


Fazit
Schön einmal so einen Klassiker im Glas gehabt zu haben. Die zusätzliche Nachreifung in den behandelten Moscatelfässern hat den intensiven Rauch des 12jährigen vor allem in der Nase abgeschwächt und mehr Süße und Fruchtanteile gebracht. Insgesamt wirkt er weicher und eleganter - ein Gaumenschmeichler. Die 43% funktionieren gut und wirken nie lasch oder langweilig. Bisher hatte ich noch keine Distillers Edition Abfüllung, die mir nicht gefallen hat - jedoch hatte ich die neuen NAS-Version noch nicht im Glas. 

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English Text-Version


Diageo has been launching the Distillers Edition (DE) series since 1997. One of the distilleries that has always been part of it since then is Caol Ila. The twelve-year standard bottling is always given a finish - rumour has it six months - in charred former Moscato casks. Until 2021, the Distillers Edition bottlings had an age statement - for Caol Ila, this was 12 years. This has been dropped since 2022, since then they are only NAS bottlings, the age is no longer known. 

Surprisingly, this year's series no longer includes a Distillers Edition of Caol Ila. We can only speculate about the reasons for this decision and what Diageo is saving the casks for. Perhaps there are still enough bottles of the 2022 (the first NAS bottling) on the market.

I have a sample of the 2019 version of the edition in my glass. As always, it's 43%, coloured and chill-filtered.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Gold, dark yellow


Nose
A pleasant soft smoke of coal with traces of ash and a mineral touch rises to the nose, the smoke seems less intense to me compared to the regular 12y. Behind the smoke there is a still warm honey-sweet lemon cake with grilled pieces of a pineapple as topping. After a few minutes in the glass, a few apricots dusted with vanilla sugar and overripe green grapes, already turning yellow and soft, join the cake. 

A few dried herbs and maritime salty, iodine-like aromas also appear on the nasal screen. You don't notice the alcohol at all. Overall, the nose seems softer and sweeter in contrast to the regular 12y. You could also say that the flavours seem more polished - perhaps more elegant.


Taste
A soft oily mouthfeel with a nice smoky, cold-ashy entry. The smoke is more present in the taste than in the smell. This is followed by the honey with a decent sweetness. The lemon with the grilled pineapple and grape juice represent the fruity side. In the middle part, the dried herbs together with the smoke and some iodine and salt take the lead in the taste again. It becomes spicier and also more astringent. Despite the "only" 43% alcohol strength, the intensity on the palate fits very well. The whisky does not seem too weak and brings the flavours forward very well. 


Finish
The wood from the cask becomes much more present towards the end - slightly bitter flavours from the skin of the grapes and the seeds. The cold ash and smoke from the campfire continue to be omnipresent and line the mouth for a long time.


Conclusion
Nice to have had such a classic in the glass for once. The additional maturation in the treated Moscato casks has softened the intense smoke of the 12 year old, especially on the nose, and brought more sweetness and fruit components. Overall it seems softer and more elegant - a palate pleaser. The 43% works well and never seems feeble or boring. So far, I haven't had a Distillers Edition bottling that I didn't like - however, I haven't had the new NAS version in my glass yet. 

Mittwoch, 3. August 2022

Caol Ila 12y

 

Whiskybase

English Version

Caol Ila hat einen enormen Output von mehreren Millionen Liter pro Jahr. Vieles davon geht in diverse Blends wie Johnnie Walker auf oder wird auch an die stetig wachsende Gemeinde der unabhängigen Abfüller verkauft. 

Erst Anfang der 2000er Jahre kam Caol Ila mit einer eigenen Standard Reihe auf den Markt. Diese besteht in der Zwischenzeit aus der NAS-Abfüllung Moch und den Flaschen mit Altersangabe Caol Ila 12y, 12y Distillers Edition, 18y und 25y. Darüber hinaus gibt es neben ein paar unpeated Versionen, wie den 15y oder 17y auch immer die jährliche Fèis Ìle Abfüllung.

Mit dem Caol Ila 12y habe ich eine weitere Lücke in meiner Liste der Standard Abfüllungen von Islay Brennereien abgehakt. Ich bin der Meinung, man muss die Core Ranges einer Brennerei kennen um sich ein gutes Bild über deren Destillat machen zu können. Der Einsteiger in die Age Statement Reihe reift in Ex-Bourbon Casks, ist leider kältefiltriert sowie gefärbt, und wird mit 43% abgefüllt.


Aussehen
Chardonnay Weißwein


Nase
Gleich angenehmer Lagerfeuerrauch mit einer bereits deutlichen Aschebildung zu Beginn im Geruch. Aber auch sofort starke süße, fruchtbetonte Aromen nach reifen sizilianischen Zitronen aber auch fleischigen Pfirsiche. Mit mehr Sauerstoff im Glas und Standzeit wechseln die Fruchtkomponente hin zu gelben und grünen Äpfel und saftigen Birnen mit einer ordentlichen Portion Vanille.
Und die gesamte Zeit weht im Hintergrund ein Duft nach Heftpflaster. Auch mineralisch, nach Jod - die frische Brise vom Meer, wenn es auf den Kieselstrand trifft. Die 43% sind sehr gut eingebunden, kein Stechen oder sonstige Störfaktoren durch den Alkohol. 


Geschmack
Schöner ausgewogener Antritt und weiches Mundgefühl. Sogleich mit einer deutlichen Süße und viel Obst, vorrangig Zitrone sowie Äpfel und Birnen, und Vanille. Der Rauch ist natürlich ebenfalls vorhanden, aber überhaupt nicht dominant. Er ist nun mehr auf der aschigen Seite. Ein paar Kräuter aus der Küche zusammen mit der Jodtinktur zeigen sich nach dem Fruchtkorb. Im Mittelteil meldet sich das Holz der Fässer, es wird mehr würzig und es kommt eine leichte Ingwer- und Pfeffernote zum Vorschein, aber immer noch ausgewogen. Trotz der nicht hohen Prozente an Alkohol werden die Aromen anständig auf die Zunge gebracht. 


Abgang
Es bleibt der Rauch mit den Küchenkräutern sowie der würzigen Note lange im Finish bemerkbar. Sehr angenehm. Leichte bittere Aspekte nach Espresso und geriebener Zitronenschale. 


Fazit
Ein sehr schöner zwölfjähriger Islay-Standard. Durchwegs harmonisch ohne fad zu wirken. Die Nase ist überraschend fruchtbetont. Dies wird im Geschmack durch eine angenehme Würzigkeit ausbalanciert. Die „nur“ 43% reichen vollkommen aus. Ein sehr schöner Whisky für jede Gelegenheit und ein guter Einstieg in die Range von Caol Ila.

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English Version

Caol Ila has an enormous output of several million litres per year. Much of this goes into various blends such as Johnnie Walker or is also sold to the ever-growing community of independent bottlers. 

It was not until the early 2000s that Caol Ila came onto the market with its own standard range. In the meantime, this consists of the NAS bottling Moch and the bottles with the age statement Caol Ila 12y, 12y Distillers Edition, 18y and 25y. In addition to a few unpeated versions, such as the 15y or 17y, there is always the annual Fèis Ìle bottling.

With the Caol Ila 12y, I have ticked off another gap in my list of standard bottlings from Islay distilleries. I believe you need to know the core ranges of a distillery to get a good idea of its distillate. This newcomer to the Age Statement range is matured in ex-bourbon casks, is unfortunately cold-filtered and coloured, and is bottled at 43%.

Appearance
Chardonnay white wine


Nose
Immediately pleasant campfire smoke with an already noticeable ashiness at the start of the smell. But also immediately strong sweet, fruity aromas of ripe Sicilian lemons but also fleshy peaches. With more oxygen in the glass and standing time, the fruit components change to yellow and green apples and juicy pears with a good portion of vanilla.
And the whole time, a scent of sticking plaster wafts in the background. Mineral too, of iodine - the fresh breeze from the sea as it hits the pebbly beach. The 43% is very well integrated, no stinging or other disturbing factors from the alcohol. 


Taste
Nice balanced attack and soft mouthfeel. Immediately with a distinct sweetness and lots of fruit, primarily lemon and apples and pears, and vanilla. The smoke is there too, of course, but not at all dominant. It is now more on the ashy side. A few herbs from the kitchen together with the iodine tincture show up after the fruit basket. In the middle part, the wood of the barrels announces itself, it becomes more spicy and a slight ginger and pepper note appears, but still balanced. Despite the not high percentages of alcohol, the flavours are decently brought to the tongue. 

Finish
There remains the smoke with the culinary herbs as well as the spicy note noticeable for a long time in the finish. Very pleasant. Slight bitter aspects after espresso and grated lemon peel. 


Conclusion
A very nice twelve-year-old Islay standard. Harmonious throughout without being bland. The nose is surprisingly fruity. This is balanced by a pleasant spiciness in the taste. The "only" 43% is completely sufficient. A very nice whisky for every occasion and a good introduction to the Caol Ila range.

Mittwoch, 31. März 2021

3 x War of the Peat (whic) im Duell

 


Ich habe überraschend wieder einmal ein Gratis-Sample von whic bekommen (vielen Dank dafür!!!). Und zwar den neuen Ardmore 10y aus der "The War of the Peat"-Reihe. Und da ich noch zwei andere Samples aus dieser Reihe in meinem Archiv hatte, war es an der Zeit die drei mal zu kosten.


Ledaig 2007/2020 12y - War of the Peat IV (whic)


Nase & Aussehen
Ein dunkles Gelb als Farbe im Glas und vereinzelte Schlieren und Tropfenbildung am Glasrand. Zuerst ohne Wasser. Rauch wirkt zu Beginn leicht phenolisch und wie kalte Asche in einem Ofen. Danach wird der Rauch süßer und säuerlicher - geht in Richtung Räucherfleisch. Nach ein paar Minuten zeigen sich gegrillte Ananas und Pfirsich. Ebenso Kräuter wie Salbei und Thymian. Generell eine nette dreckige Gesamtnote. Einflüsse vom Sherryfass sind vordergründig nicht erkennbar. Mit Wasser wird der Geruch insgesamt runder. Die süßen Aromen nehmen Fahrt auf. Der Rauch nimmt an Intensität ab.


Geschmack
Sofort viel Rauch und Torf. Ein schönes Mundgefühl. Eine deutliche karamellige Süße, kombiniert mit einer Zitrusnote. Gewürze aus der Nase auch im Mund da. Eiche zeigt sich - etwas prickelnd und pfeffrig. Alkohol ist für 58,5% sehr gut eingebunden. Läßt sich gut pur genießen. Mit Wasser sind die gegrillten Früchte nun auch im Geschmack deutlicher.


Abgang
Der Rauch und die torfigen Aromen kombinieren sich am Ende mehr mit der Eiche. Die Zitrone aus dem Geschmack wird zur Grapefruit. Ganz zum Schluss bleibt die Asche aus der Nase noch länger abklingend präsent.


Fazit
Mein erster Ledaig. Yep, der ist schön schmutzig. Gefällt mir gut. Mit Wasser wird er süffiger, süßer und fruchtiger. Das Refill Sherryfass ist kaum zu erahnen - stört aber auch nicht. Ist nicht ganz easy drinking. Guter Malt!



Caol Ila 2013/2020 6y - War of the Peat V (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe zeigt sich als sattes Strohgelb, ein dünner Film mit öligen Schlieren im Glas. Ohne Wasser. Deutlich kalter Holzkohlenrauch zuerst. Danach noch nicht allzu reifes gelbes und grünes Kernobst. Auch eine aromatische Limette zeigt sich. Ordentlich Karamell. Der Rauch ist gesamte Zeit unterschwellig präsent und wechselt immer mehr in Richtung Räucherspeck. Der Alkohol ist für seine 61,8% gut eingebunden. Keine metallischen Noten oder sonstige Fehlnoten trotz seiner Jugend bemerkbar. Mit Wasser wird der Rauch noch intensiver und speckiger. Leicht maritim mit Seetang-Aroma und einer salzigen Note.


Geschmack
Sehr süßer Antritt sofort zu Beginn im Mund. Öliges Mundgefühl. Die Alkoholstärke zeigt sich durch eine leichte Schärfe die an roten aromatischen Pfeffer erinnert. Weiterhin eine sehr schöne Fruchtigkeit. Rauch ist im Geschmack da aber doch weniger dominant als man von der Nase vermutet hätte. Trotz über 60% Alkoholgehalt ist der Youngster auch ohne Verdünnung durch Wasser gut trinkbar.


Abgang
Am Ende leicht adstringierend am Gaumen und Zunge, sicherlich vor allem der Alkoholstärke geschuldet. Gegen Ende meldet sich der Rauch und der Torf wieder kompakt zurück. Etwas Eichenwürze und -bitterkeit, die sich durch eine angenehme Kaffeenote zeigt. Die Aromen vom Rauch bleiben länger im Mundraum präsent, ansonsten gestaltet sich das Finish eher mittel- bis kurzlebig.


Fazit
Trotz seiner nur 6 Jahren Alter weiß der Coal Ila zu gefallen. Mit ein paar Jahren mehr im Fass hätte er vielleicht an einigen Stellen noch runder und harmonischer sein können, aber als Junger Wilder kommt er gut zur Geltung. Ich glaube ich entwickle eine gewisse Freude an jungen Rauchern.


Ardmore 2010/2020 10y - War of the Peat VIII (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe präsentiert sich mit einem hellen Strohgelb. Ein sehr öliger Film schmiegt sich am Premium Snifter an. Der Malt startet gleich mit einem deutlichen aschigen Holzrauch. Leicht mineralisch in der Nase, der Alkohol mit 62,7% ist spürbar - aber nicht unangenehm. Neben Lakritze zeigt sich eine starke Vanillenote. Gelbe Äpfel und Zitrusaromen kombinieren sich nach ein paar Minuten Standzeit mit der süßen Bourbon-Vanille. Mit Fortdauer wandelt sich die Frucht in Richtung süßsaures Weingummi oder in noch nicht allzureife grüne Trauben.


Geschmack
Sehr öliges Mundgefühl. Zuckersüßer und gleichzeitig traubenfruchtiger Start. Die Vanillearomen aus der Nase zeigen sich. Danach kommt eine starke Pfeffrigkeit, die auch mit Wasserzugabe wenig abnimmt. Gewürze wie Zimt und Muskat sind ebenfalls vorhanden - dies könnte vom Sherryfass stammen. Untermalt wird dies alles von der Asche aus der Nase.


Abgang
Die Pfeffernote aus dem Geschmack ist auch zu Beginn beim Abgang deutlich anwesend. Der Rauch, zusammen mit der Eiche - die sich als italienischer Mokka präsentiert - treten in den Vordergrund. Beim eher mittellangen Abgang wird es gegen Ende hin nochmals etwas adstringierend durch den Alkohol.


Fazit
Überraschend starke Rauch- und Torfkomponente. Angenehm und rund in der Nase. Die fast schon an den Chili-Punch von Talisker erinnernde Schärfe im Mund überrascht, ist aber bei weitem nicht unangenehm. Dieser Ardmore kann durchaus mit seinen Rauch-Kollegen von den Inseln mithalten.


Gesamtfazit
Alle drei Duellanten haben einen eigenen Charakter. Der Rauch ist bei allen drei kräftig am Werk. Der Jüngste im Bunde überrascht mit einer tollen Kombination aus Caol Ila Rauch und einer schönen süßfruchtigen Komponente. Der Ledaig, der älteste in der Runde besitzt diese gewisse Dreckigkeit, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist, mir heute aber gut gefallen hat. Und der Ardmore mit der höchsten Alkoholstärke hatte ordentlich Wumms hinsichtlich Rauch und Würzigkeit. 

Am meisten überzeugt von den drei Stinkern hat mich der Caol Ila, vielleicht durch seine Ungeschliffenheit und das er trotzdem schon feine Ansätze gezeigt hat.




Dienstag, 10. November 2020

Caol Ila 15y Unpeated Style


Whiskybase

Ich starte meine Annäherung zu Caol Ila vielleicht etwas untypisch mit einer nicht-rauchigen Version. Aber gerade das finde ich spannend um das Destillat hinter dem Rauch und Torf zu verstehen und zu erkennen. Und das es gleich eine fassstarke Version ist, ist das Tüpfelchen am "I".

Nase & im Glas:
Die Farbe geht in Richtung Gelb, wie helles Stroh. Der erste Kontakt ist ohne Wasserzugabe. Etwas verschlossen zeigt sich die Nase. Sehr hellfruchtig zu Beginn, Zitrone und grüne, knackige Granny Smith Äpfel. Im Hintergrund schwebt etwas wie die Schalen von hellen Trauben, Traminertrauben. Auch etwas nasses Heu ist in Nuancen zu erkennen. Ganz zum Schluss gesellt sich noch etwas Eiche zum Geruch dazu. Insgesamt ein feiner harmonischer Eindruck. Nach dem ersten Schluck fügt sich noch etwas Vanille zum Gesamtgeruchskonzept hinzu. Die Früchte werden reifer.

Mit Wasser geht die Nase deutlich auf. Es wird sofort süßfruchtiger. Die hellfruchtigen, zitronenlastigen Aromen werden schwerer, reifer. Es kommen Mango und Honigmelone zu den anderen Fruchtaromen hinzu. Weiterhin Vanille. Kein Stechen vom Alkohol zu bemerken.

Geschmack:
Die Eindrücke ohne Wasser. Sehr cremiges Mundgefühl. Sofort eine angenehme Süße und die Zitrusfruchtigkeit aus der Nase, die sich mit einer leichten Pfeffernote kombiniert. Etwas Torf, aber nur minimal ist zu schmecken. Die Eiche addiert sich zur Süße und dem weißen Pfeffer mit etwas Würze. Sehr dezent. Der Alkohol ist kaum zu bemerken. Sehr schön eingebunden.

Mit Wasserzugabe wird der Geschmack nochmals um eine deutliche Spur süßer und fruchtiger. Milchschokolade und von der pfeffrigen Eiche ist kaum noch etwas vorhanden. Die Würze bleibt jedoch angenehm präsent.

Abgang:
Gegen Ende hin, wird der Gaumen trockener durch den Alkohol. Die Zitrone bekommt mehr von deren Schale und auch die Eiche geht in Richtung dunkle Schokolade. Der Torf ist auch im Finish ganz, ganz leicht vorhanden. Die Trauben aus der Nase zeigen sich nochmals mit ihrer Schale und den Kernen. Aber es bleibt alles sehr harmonisch und elegant.

Fazit:
Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen, mit einer unpeated Variante meine Reise zu Caol Ilas Malts zu starten. Ich finde diesen Whisky sehr gut! Besonders für einen 15jährigen. Ich würde blind auf eine längere Reifezeit tippen. Die Bewertungen in der Whiskybase kann ich teilweise absolut nicht verstehen. Vielleicht sollte man sich gleich zu Beginn des Verkostens davon freimachen, hier Rauch und Torf zu finden. Wenn man das kann, dann bekommt man einen hervorragenden Malt. Das Schöne ist, man kann einerseits gut mit Wasser spielen und andererseits (und das hatte ich bislang noch selten) er bleibt von der Nase über den Geschmack bis zum Finish gleichbleibend klasse. 

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