Ardmore
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Mittwoch, 7. Mai 2025

Ardmore 23y 1998/2022 (EID)

 

Whsikybase

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Die Highland Brennerei Ardmore produziert grundsätzlich einen leicht rauchigen Brand - Ausnahme der Regel ist der nicht rauchige Vertreter, der unter der Markenbezeichnung Ardlair vertrieben wird. Ähnlich wie bei Benromach gefällt mir diese feine, subtile - oft mehr im Hintergrund agierende - oft erdige Rauch- und Torfnote recht gut. Für eine deutlichere Rauchnote werden, vor allem von unabhängigen Abfüllern, Ardmores oft in Islay-Fässer - meist von Laphroaig - nachgereift. 

In diesem speziellen Fall hat Elixir Distillers darauf verzichtet und den New Make einfach 23 Jahre lang in einem Hogshead in Ruhe liegen gelassen und ihn 2022 im Rahmen seiner The Single Malts of Scotland Reihe mit 51,2 Volumenprozent in 223 Flaschen abgefüllt. 


Aussehen
Helles Gold, Strohgelb.


Nase
Anfänglich etwas zugeknöpft wirkend, öffnet sich die Nase nach ein paar Minuten kontinuierlich. Zum Vorschein kommen ein wahrer Obstgarten und zahlreiche Fruchtaromen: Zitronenkuchen, Vanille, Tropische Früchte, reife gelbe und grüne Äpfel sowie Birnen, der Saft von grünen Weintrauben und Honigmelonen. Der Rauch liegt dezent im Hintergrund, spielt absolut nicht die erste Geige. Es ist überwiegend ein warmer, erdiger Rauchgeruch, der zusätzlich zu mineralischen auch süße rote Beerenaromen inne hat - ein wenig wie geräucherte Fruchtgummis. Sehr positiv ist die samtig, sirupgleiche weiche Textur der Nase sowie diese subtile Wachsnote, die man sonst eigentlich von Clynelish kennt. Man nimmt ihm das Alter absolut ab, die Aromen sind harmonisch und wirken sehr reif und gediegen. Der Geruch verändert sich mit der Zeit auch weiter. Der Obstkorb bekommt von getrockneten Küchenkräutern Unterstützung. Auch das Holz der Fässer sorgt für eine intensive Würzigkeit. Der Rauch wird mit Fortdauer präsenter.

Etwas Wasserzugabe intensiviert die Fruchtaromen noch weiter und macht den Gesamteindruck noch harmonischer. Der Alkohol ist kaum zu riechen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Ein sehr feiner weicher cremiger Antritt. Obwohl man die knapp 51% kaum merkt sind die Aromen vollmundig und von Beginn an sehr präsent, anders als in der Nase, die etwas Anlaufzeit benötigte. Zuerst wird man von einer angenehmen Honigsüße begrüßt, die wieder von einer ordentlichen Portion Fruchtigkeit und Obst begleitet wird. Neben dem reifen Kernobst sind es wie im Geruch tropische Früchte, die Honigmelone sowie der Zitronenkuchen mit seiner warmen, Teig ähnlichen Textur. Danach zeigt sich der Rauch deutlich. Mit im Gepäck hat er auch etwas auskühlende Asche und eine Adstringenz, die vor allem seitlich bei den Wangen für ein trockenes Mundgefühl sorgt. Die erdigen Noten aus der Nase werden im Geschmack durch mehr mineralische und leicht jodige Aromen ersetzt. Auch im Mund zeigt sich die lange Reifezeit und überzeugt durch eine Ausgewogenheit und Gediegenheit.

Wasser macht ihn noch süffiger, jedoch reduziert er ein wenig seinen Charakter. Die Frucht, die Süße und die Würzigkeit vermischen sich etwas zu sehr. Da hat er mir pur doch besser gefallen.


Abgang
Getrocknete Tabakblätter und Leder folgen den Holzaromen, die für eine gewisse angenehme Bitterkeit sorgen. Der Rauch, aber vor allem, die kalte Asche im Aschenbecher bleiben noch länger im Mundraum liegen und sorgen so für ein mittellanges bis langes Finish.


Fazit
Ein würdiger Vertreter der 20plus Altersgruppe. Dieser Tropfen gefällt mir außerordentlich gut. Neben den für mich doch überraschend intensiven Fruchtaromen ist es vor allem seine Harmonie, eine gewisse Eleganz und die Textur im Geruch und Geschmack. Obwohl 23 Jahre lang im Fass sind die würzigen, bitteren Noten vom Holz nie im Vordergrund. Der leichte Rauch von Ardmore bietet eine sehr schöne Begleitung der anderen Aromen. Der macht im Glas wirklich Spaß und gute Laune.


Donnerstag, 14. November 2024

Ardmore 12y Port Wood Finish

 

Whiskybase

English Text-Version


Ardmore reiht sich in die Reihe von schottischen Whisky-Brennereien, die meist unter dem Radar der Whiskytrinker agiert. Die 1898 von Adam Teacher in Kennethmont in den Highlands gegründete Brennerei fungiert seitdem als das destillierte leicht rauchige Rückgrat des gleichnamigen Teachers Blends.

Der aktuelle Hauptmarkt für den Blend ist Indien, wohingegen in den letzten Jahren in anderen Märkten ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Dagegen sehr positiv verläuft die Steigerungskurve bei Single Malts von Ardmore. Dies verdankt Ardmore neben seiner Brot und Butter Flasche, dem Legacy, vor allem auch dem 12jährigen Port Wood Finish.

Seit Beginn wird in der Brennerei ein leicht rauchiges Destillat mit einem Rauchgehalt von 12 bis 14 ppm gebrannt. Man bleibt damit auch der Tradition treu, die heutzutage beim überwiegenden Teil der aktiven Brennereien in den Highlands verschwunden ist, der Erzeugung von rauchigen Single Malts.

Aber es gibt auch eine unrauchige Variante, den Ardlair. Dieser wird von Jänner bis Mai produziert, der Rest des Jahres gehört dem rauchigen Vertreter der Brennerei.

Der 12y Port Wood Finish bekommt nach seiner 12jährigen Vollreifung in Ex-Bourbon-Barrels ein nicht zeitlich nicht näher deklariertes Finish in Port-Pipes. Ohne Kältefiltration jedoch mit Farbstoff gelangt der Armore in die Flaschen.


Aussehen
Hellrötliches Kupfer


Nase
Zu aller erst erscheint ein mineralisch erdiger Rauch. Als würde ein Stein schon länger auf einem feuchten muffigen Waldboden liegen, auf dem auch Blätter verwelken. Auf dem Waldboden steht ein gusseiserner Topf mit einer noch leicht köchelnder süßen Himbeer- und Erdbeermarmelade mit ordentlich Zucker und Vanille beigemengt. Mit Fortdauer gelangen würzig aromatische Gerüche mehr in den Vordergrund. Etwas Tabak kombiniert sich mit ein paar gerösteten Nüssen und angeräuchertem Malz zu einem passenden würzigen Kontrapart zur anfänglichen Süße und Fruchtigkeit. Zitronenabrieb und getrocknete Orangenschalen sorgen im Hintergrund die ganze Zeit für eine säuerliche Note. Der Alkohol ist lebhaft, jedoch gut integriert.


Geschmack
Leicht wässriges, weiches Mundgefühl. Es startet überraschend weniger süß im Geschmack als erwartet. Spritzig, würziger Beginn mit mehr Rauch und Torf. Der Rauch hat hier nun mehr von einem Holzfeuer sowie aschige Momente. Auch ein paar verkohlte Rosmarinnadeln sind in der Asche und im Rauch zu finden. Nüsse und dunkle Schokolade, zusammen mit Leder und etwas Tabak, kommen hinter dem Rauch im Mittelteil zum Vorschein. Von der sehr feinen süßen Fruchtigkeit der Nase ist im Geschmack wenig geblieben. Hier dominieren vor allem die herb würzigen Rauchmomente. Lediglich ein paar Spritzer der Himbeer- und Erdbeermarmelade sind in das Holzfeuer getropft.


Abgang
Immer noch ordentlich Rauch und Asche. Aber auch ein paar Tabakblätter, der Rosmarin, die dunkle Schokolade sind weiterhin präsent. Der Rauch lässt das Finish schon mittellang bis lang ausfallen.


Fazit
Die Nase gefällt mir mit dieser Verbindung von mineralisch, muffigen Rauch mit Süße und den roten Beeren sehr gut. Im Geschmack ist er überraschend aschig und würzig, da fehlen mir etwas die süßen Fruchtanteile aus dem Geruch. Aber summa summarum ist dies eine sehr ordentliche Standardabfüllung. Die aktuell aufgerufenen € 40,- bis € 45,- im Schnitt ist der Port Wood alle mal wert.

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English Text-Version


Ardmore is one of those Scottish whisky distilleries that tends to fly under the radar of whisky drinkers. Founded in 1898 by Adam Teacher at Kennethmont in the Highlands, the distillery has been the distilled, slightly smoky backbone of the Teachers blend of the same name ever since.

The blend's current main market is India, while other markets have declined significantly in recent years. By contrast, the growth curve for Ardmore's single malts is very positive. In addition to its bread and butter bottle, the Legacy, Ardmore owes much of this to its 12-year-old port casks.

From the beginning, the distillery has produced a slightly smoky distillate with a smoke level of 12 to 14 ppm. This is in keeping with the tradition of producing smoky single malts that has now disappeared from most active Highland distilleries.

But there is also a non-smoky version, the Ardlair. This is produced from January to May, with the rest of the year reserved for the distillery's smoky version.

After maturing for 12 years in ex-bourbon casks, the 12y Port Wood Finish is given an undefined finish in port pipes. The Armore is bottled without chill-filtration but with colouring.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Pale reddish copper


Nose
The first thing you notice is a mineral, earthy smoke. As if a stone has been lying on a damp, musty forest floor for some time, with withering leaves on it. On the forest floor is a cast-iron pot of sweet raspberry and strawberry jam, still slightly simmering, with plenty of sugar and vanilla. As the flavour progresses, spicy aromas come to the fore. Some tobacco combines with some roasted nuts and smoked malt to provide a spicy counterpart to the initial sweetness and fruitiness. Lemon zest and dried orange peel provide an acidic note in the background throughout. The alcohol is lively but well integrated.


Palate
Slightly watery, soft mouthfeel. Surprisingly less sweet on the palate than expected. Tangy, spicy start with more smoke and peat. The smoke now has more wood fire and ashy moments. Some charred rosemary needles are also found in the ash and smoke. Nuts and dark chocolate emerge behind the smoke in the middle, along with leather and some tobacco. Little of the very fine sweet fruitiness of the nose remains on the palate. The tart, spicy smoke dominates. Only a few splashes of raspberry and strawberry jam drip into the wood fire.


Finish
Still plenty of smoke and ash. There are also some tobacco leaves, rosemary and dark chocolate. The smoke makes the finish medium to long.


Conclusion
I really like the nose with this combination of mineral, musty smoke with sweetness and the red berries. The palate is surprisingly ashy and spicy, lacking the sweet fruit notes of the nose. But all in all this is a very decent standard bottling. The Port Wood is well worth the current average price of €40,- - € 45,-.

Donnerstag, 11. November 2021

Ardmore 2010 7y The Maltman

 

Whiskybase


Passend zum herbstlichen Wetter war mir nach etwas Rauch im Glas. Typerischer Islay oder doch was anderes. In der gut gefüllten Sample-Archiv-Kiste dann diesen siebenjährigen Ardmore aus 2010 gefunden. Von Meadowside Blending hatte ich bis dato einen Glen Spey und einen Inchgower - beide Abfüllungen waren gut bis sehr gut. Aus der Highland-Brennerei hat es bisher nur eine ebenfalls aus 2010 stammende zehnjährige Abfüllung von whic geschafft.
Dieser Malt reifte seine gesamte Zeit (etwas mehr als 7 1/2 Jahre) in einem Sherry Butt und wurde danach mit 56,5% Alkoholstärke in insgesamt 708 Flaschen gefüllt.


Nase & Aussehen
Vom Aussehen her leuchtet der Ardmore in einem rötlichen Rostbraun im Glas. Viele Tränen bewegen sich bedächtig am Rand hinab. Zuerst ein fettiger Rauch aus der Speckräucherkammer, der mit der Zeit auch kaltaschige Züge bekommt. Dahinter gibt der Malt kurz nach dem Einschenken eher wenige Aromen preis. Er wirkt etwas verschlossen. Der Alkohol zeigt sich deutlich mit einem doch spürbaren Stechen in der Nase. Er wirkt etwas ungehobelt, rau noch wild jung in seinen Aromen. Das verwendete Sherry Butt wird wohl ein Olorosofass gewesen sein. Herbe Anklänge von Nüssen und Kräutergewürzen zeigen sich deutlich. Auch Tabak und Lederaromen sind prägnant. Die Räuchernote wabert die ganze Zeit wie Nebelschwaden über den anderen Geruchsaromen. So finden sich auch hellrote Früchte, wie Himbeeren und Erdbeeren mit Vanille. Jedoch legt sich immer wieder diese markante Speckschwarte über den Geruch. Mit der Zeit beruhigt sich der Alkohol, tritt zurück und überlässt den anderen Geruchsanteilen den Vorrang.
Mit ein paar Tropfen Wasser kommen der Tabak sowie süßer Toffee mehr zur Geltung. 


Geschmack
Der Whisky beginnt mit einem ordentlichen Antritt und einem schönen vollen Mundgefühl. Sogleich tritt eine honiggleiche Süße in den Vordergrund, begleitet von einer aschigen Rauchigkeit. Vanille und die Früchte sind gleichsam zu schmecken. Nun wandeln sich die roten Früchte aus der Nase im Geschmack mehr in dunklere, reifere und eher getrockneten Vertreter. Auch die Gewürze sind wieder präsent. Etwas Schärfe von Ingwer und roten Pfeffer sind ebenfalls Richtung Abgang spürbar. Offensichtlich dem Alkoholgehalt und dem Holzeinfluss geschuldet.


Abgang
Am Ende sind weiterhin sehr intensiv die Tabakblätter und das alte Leder vorhanden. Dazu getrockneten Früchte und eine angenehme dunkle Kakaonote, die ganz zum Schluss in einen Mokka übergleitet. Mittellanger Abgang, wenn man vom Rauch absieht, der zusammen mit dem Tabak noch länger zu schmecken ist.


Fazit
Trotz der nur kurzen Zeit der Reifung hat das Fass tolle Arbeit geleistet. Hier war keins der aktuelle beliebten nassen Fässer am Werken. Man erkennt noch sehr gut das Destillat hinter der Sherryreifung. Der Malt benötigt etwas Ruhe im Glas bis er seine Aromen preis gibt. Diese sind aber sehr ansprechend. Der Rauch ist zwar deutlich aber nicht überbordend wahrnehmbar. Vor allem im Geschmack und im Finish verbindet er die anderen Aromen zu einem schönen Ganzen. Wer den Malt vielleicht noch am Sekundärmarkt noch sieht, kann hier zugreifen. Jedoch nicht zu jedem Preis. Eine zehnjährige Version, ebenfalls 2010 in Sherryfässern abgefüllt, ist noch verfügbar und soll gleichsam sehr gut sein. Auf jeden Fall ist es wieder eine Abfüllung aus der "The Maltman" Reihe von Meadowside Blending, die mir gefällt.

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In keeping with the autumn weather, I was in the mood for some smoke in the glass. Typical Islay or something else. Found this seven year old Ardmore from 2010 in the well filled sample archive box. From Meadowside Blending I had a Glen Spey and an Inchgower - both bottlings were good to very good. From the Highland distillery, only a ten-year-old bottling from whic, also from 2010, has made it so far. This malt matured its entire time (just over 7 1/2 years) in a sherry butt and was then bottled at 56.5% alcohol strength in a total of 708 bottles.


Nose & Appearance
In terms of appearance, the Ardmore glows a reddish rusty brown in the glass. Many tears move thoughtfully down the rim. At first a greasy smoke from the bacon smokehouse, which in time also takes on cold ashy tones. Behind this, the malt reveals rather few aromas shortly after pouring. It seems somewhat closed. The alcohol shows itself clearly with a noticeable sting in the nose. It seems a little rough, raw and still wildly young in its aromas. The sherry butt used must have been an oloroso cask. Tart hints of nuts and herbal spices are clearly evident. Tobacco and leather aromas are also prominent. The smoky note wafts over the other aromas like a cloud of mist. There are also bright red fruits like raspberries and strawberries with vanilla. However, this distinctive bacon rind lays itself over the smell again and again. Over time, the alcohol calms down, recedes and gives way to the other aromas.With a few drops of water, the tobacco and sweet toffee become more prominent.

Foto: whiskybase.com


Taste
The whisky starts with a decent attack and a nice full mouthfeel. Immediately, a honey-like sweetness comes to the fore, accompanied by an ashy smokiness. Vanilla and the fruits can be tasted in equal measure. Now the red fruits from the nose turn more into darker, riper and rather dried representatives in the taste. The spices are also present again. Some spiciness from ginger and red pepper are also noticeable towards the finish. Obviously due to the alcohol content and the wood influence.


Finish
At the end, the tobacco leaves and old leather are still very intensely present. In addition, dried fruits and a pleasant dark cocoa note, which slides into a mocha at the very end. Medium-long finish, if you disregard the smoke, which can be tasted for longer together with the tobacco.


Conclusion
Despite the only short time of maturation, the cask did a great job. None of the current popular wet casks were at work here. You can still see the distillate behind the sherry maturation very well. The malt needs some rest in the glass until it reveals its aromas. But these are very appealing. The smoke is clearly perceptible but not overbearing. Especially in the taste and in the finish, it combines the other flavours into a beautiful whole. Those who might still see this malt on the secondary market can grab it here. However, not at any price. A ten-year-old version, also bottled in 2010 in sherry casks, is still available and is said to be equally very good. In any case, this is another bottling from the "The Maltman" series by Meadowside Blending that I like.

Mittwoch, 31. März 2021

3 x War of the Peat (whic) im Duell

 


Ich habe überraschend wieder einmal ein Gratis-Sample von whic bekommen (vielen Dank dafür!!!). Und zwar den neuen Ardmore 10y aus der "The War of the Peat"-Reihe. Und da ich noch zwei andere Samples aus dieser Reihe in meinem Archiv hatte, war es an der Zeit die drei mal zu kosten.


Ledaig 2007/2020 12y - War of the Peat IV (whic)


Nase & Aussehen
Ein dunkles Gelb als Farbe im Glas und vereinzelte Schlieren und Tropfenbildung am Glasrand. Zuerst ohne Wasser. Rauch wirkt zu Beginn leicht phenolisch und wie kalte Asche in einem Ofen. Danach wird der Rauch süßer und säuerlicher - geht in Richtung Räucherfleisch. Nach ein paar Minuten zeigen sich gegrillte Ananas und Pfirsich. Ebenso Kräuter wie Salbei und Thymian. Generell eine nette dreckige Gesamtnote. Einflüsse vom Sherryfass sind vordergründig nicht erkennbar. Mit Wasser wird der Geruch insgesamt runder. Die süßen Aromen nehmen Fahrt auf. Der Rauch nimmt an Intensität ab.


Geschmack
Sofort viel Rauch und Torf. Ein schönes Mundgefühl. Eine deutliche karamellige Süße, kombiniert mit einer Zitrusnote. Gewürze aus der Nase auch im Mund da. Eiche zeigt sich - etwas prickelnd und pfeffrig. Alkohol ist für 58,5% sehr gut eingebunden. Läßt sich gut pur genießen. Mit Wasser sind die gegrillten Früchte nun auch im Geschmack deutlicher.


Abgang
Der Rauch und die torfigen Aromen kombinieren sich am Ende mehr mit der Eiche. Die Zitrone aus dem Geschmack wird zur Grapefruit. Ganz zum Schluss bleibt die Asche aus der Nase noch länger abklingend präsent.


Fazit
Mein erster Ledaig. Yep, der ist schön schmutzig. Gefällt mir gut. Mit Wasser wird er süffiger, süßer und fruchtiger. Das Refill Sherryfass ist kaum zu erahnen - stört aber auch nicht. Ist nicht ganz easy drinking. Guter Malt!



Caol Ila 2013/2020 6y - War of the Peat V (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe zeigt sich als sattes Strohgelb, ein dünner Film mit öligen Schlieren im Glas. Ohne Wasser. Deutlich kalter Holzkohlenrauch zuerst. Danach noch nicht allzu reifes gelbes und grünes Kernobst. Auch eine aromatische Limette zeigt sich. Ordentlich Karamell. Der Rauch ist gesamte Zeit unterschwellig präsent und wechselt immer mehr in Richtung Räucherspeck. Der Alkohol ist für seine 61,8% gut eingebunden. Keine metallischen Noten oder sonstige Fehlnoten trotz seiner Jugend bemerkbar. Mit Wasser wird der Rauch noch intensiver und speckiger. Leicht maritim mit Seetang-Aroma und einer salzigen Note.


Geschmack
Sehr süßer Antritt sofort zu Beginn im Mund. Öliges Mundgefühl. Die Alkoholstärke zeigt sich durch eine leichte Schärfe die an roten aromatischen Pfeffer erinnert. Weiterhin eine sehr schöne Fruchtigkeit. Rauch ist im Geschmack da aber doch weniger dominant als man von der Nase vermutet hätte. Trotz über 60% Alkoholgehalt ist der Youngster auch ohne Verdünnung durch Wasser gut trinkbar.


Abgang
Am Ende leicht adstringierend am Gaumen und Zunge, sicherlich vor allem der Alkoholstärke geschuldet. Gegen Ende meldet sich der Rauch und der Torf wieder kompakt zurück. Etwas Eichenwürze und -bitterkeit, die sich durch eine angenehme Kaffeenote zeigt. Die Aromen vom Rauch bleiben länger im Mundraum präsent, ansonsten gestaltet sich das Finish eher mittel- bis kurzlebig.


Fazit
Trotz seiner nur 6 Jahren Alter weiß der Coal Ila zu gefallen. Mit ein paar Jahren mehr im Fass hätte er vielleicht an einigen Stellen noch runder und harmonischer sein können, aber als Junger Wilder kommt er gut zur Geltung. Ich glaube ich entwickle eine gewisse Freude an jungen Rauchern.


Ardmore 2010/2020 10y - War of the Peat VIII (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe präsentiert sich mit einem hellen Strohgelb. Ein sehr öliger Film schmiegt sich am Premium Snifter an. Der Malt startet gleich mit einem deutlichen aschigen Holzrauch. Leicht mineralisch in der Nase, der Alkohol mit 62,7% ist spürbar - aber nicht unangenehm. Neben Lakritze zeigt sich eine starke Vanillenote. Gelbe Äpfel und Zitrusaromen kombinieren sich nach ein paar Minuten Standzeit mit der süßen Bourbon-Vanille. Mit Fortdauer wandelt sich die Frucht in Richtung süßsaures Weingummi oder in noch nicht allzureife grüne Trauben.


Geschmack
Sehr öliges Mundgefühl. Zuckersüßer und gleichzeitig traubenfruchtiger Start. Die Vanillearomen aus der Nase zeigen sich. Danach kommt eine starke Pfeffrigkeit, die auch mit Wasserzugabe wenig abnimmt. Gewürze wie Zimt und Muskat sind ebenfalls vorhanden - dies könnte vom Sherryfass stammen. Untermalt wird dies alles von der Asche aus der Nase.


Abgang
Die Pfeffernote aus dem Geschmack ist auch zu Beginn beim Abgang deutlich anwesend. Der Rauch, zusammen mit der Eiche - die sich als italienischer Mokka präsentiert - treten in den Vordergrund. Beim eher mittellangen Abgang wird es gegen Ende hin nochmals etwas adstringierend durch den Alkohol.


Fazit
Überraschend starke Rauch- und Torfkomponente. Angenehm und rund in der Nase. Die fast schon an den Chili-Punch von Talisker erinnernde Schärfe im Mund überrascht, ist aber bei weitem nicht unangenehm. Dieser Ardmore kann durchaus mit seinen Rauch-Kollegen von den Inseln mithalten.


Gesamtfazit
Alle drei Duellanten haben einen eigenen Charakter. Der Rauch ist bei allen drei kräftig am Werk. Der Jüngste im Bunde überrascht mit einer tollen Kombination aus Caol Ila Rauch und einer schönen süßfruchtigen Komponente. Der Ledaig, der älteste in der Runde besitzt diese gewisse Dreckigkeit, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist, mir heute aber gut gefallen hat. Und der Ardmore mit der höchsten Alkoholstärke hatte ordentlich Wumms hinsichtlich Rauch und Würzigkeit. 

Am meisten überzeugt von den drei Stinkern hat mich der Caol Ila, vielleicht durch seine Ungeschliffenheit und das er trotzdem schon feine Ansätze gezeigt hat.




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