Whiskybase
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Das Campbeltown Malts Festival wird seit 2014 veranstaltet. Aufgrund von COVID musste die Ausgabe 2020 auf eine virtuelle Variante reduziert werden. Eine Festival-Abfüllung ließ sich Glen Scotia dennoch nicht nehmen und präsentierte einen 14 Jahre alten rauchigen Single Malt, der zunächst in einer Kombination aus Refill-Hogsheads aus amerikanischer Weißeiche, mittelstark ausgebrannten amerikanischen Eichenfässern und First-Fill-Bourbon-Barrels reifte, bevor er ein sechsmonatiges Finish in First-Fill-Tawny-Port-Hogsheads erhielt.
Insgesamt wurden 15.000 Flaschen mit 52,8 % vol. von dieser Abfüllung auf den Markt gebracht – eine ganz schöne Menge für eine limitierte Festivalabfüllung.
Aussehen
Helles Kupfer
Nase
Schöner, kräftiger erster Eindruck in der Nase! Von Beginn an beerenfruchtig: Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren, begleitet von einer cremigen Vanillesauce. Ein erdiger, leicht schmutziger Rauch – hier kommen die Campbeltown-Gene zum Vorschein – liegt dezent im Hintergrund und verbindet sich stimmig mit den übrigen Aromen. Dunkler Waldhonig und Karamell sorgen für Süße, die durch mitteldunkle Schokolade, geröstete Haselnüsse sowie getrocknete Küchenkräuter einen herb-würzigen Gegenpol erhält.
Mit mehr Luft verändert sich die Fruchtnote bzw. wird durch eingekochtes Apfelkompott mit angenehmer Säure ergänzt. Dazu gesellen sich saftige Rosinen, während der Vanilleanteil weiter zunimmt.
Der Alkohol bringt Frische mit einer zarten Mentholnote, ist jedoch durchgehend gut integriert. Die Nase macht richtig Spaß – kantig, robust und voller Details.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Geschmack
Kräftiger Antritt – hat ordentlich Wumms und trägt die Aromen seidig weich auf die Zunge. Zu Beginn sehr süßer, cremiger Beerenröster, vor allem Brombeeren mit etwas Himbeere. Der Rauch-Funk mit seiner leicht schmutzigen Hafenattitüde ist stärker als in der Nase und gefällt mir sehr gut. Für einen kurzen Schärfekick, nach dem süß/fruchtigen Einstieg, sorgt schwarzer Pfeffer aus der Mühle, der jedoch rasch wieder abebbt.
Im weiteren Verlauf wird der Geschmack würziger: getrocknete Tabakblätter, eine Spur Lederpolitur, leicht muffige, erdige Noten, getrocknete Kräuter und geröstete Haselnüsse. Die Vanille tritt im Mund in den Hintergrund.
Ab dem zweiten, dritten Schluck zeigen sich Frucht und Süße wieder etwas stärker im Zusammenspiel, die Würzigkeit bleibt jedoch dominant.
Der Alkohol - immerhin fast 53% - ist sehr stimmig eingebunden - kräftig, aber nie aufdringlich oder zu stark. Der Malt hat eine perfekte Genussstärke.
Abgang
Mittellang – Rauch und Beeren kleben regelrecht am Gaumen. Auch Tabak, Muskat und die getrockneten Kräuter verweilen noch eine ganze Zeit.
Fazit
So könnte ein Springbank 12 CS mit Portreifung schmecken. Glen Scotia braucht sich hinter Springbank mit dieser Abfüllung keineswegs zu verstecken. Intensiver Campbeltown-Style mit Beerenröster inklusive, das Fassfinish legt sich optimal über den funky Rauch.
Eigentlich gefällt mir der Malt überhaupt nicht, muss man nicht kaufen.
Nein. Glen Scotia sollte man wirklich nicht beachten.
Springbank-Fanboys, bleibt bei eurer Hype-Brennerei (die auch wirklich tolle Abfüllungen herausbringt) und steigt bloß nie auf Glen Scotia um. Dann bleibt das Preis-/Genussverhältnis weiterhin so schön gut.














