Whiskybase
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Der Name Dunville reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und bezeichnete zu seiner Zeit eine der bekanntesten irischen Whiskeymarken. Durch den plötzlichen Tod von Robert Lambart Dunville im Jahr 1931 und das Fehlen eines Nachfolgers geriet Royal Irish Distilleries, seinerzeit die modernste und größte Brennerei Irlands und Produzent der Dunville Whiskeys, in eine wirtschaftliche Schieflage. Davon konnte sich das Unternehmen nicht mehr erholen und wurde schließlich 1936 geschlossen.
Fast 80 Jahre lang gab es keinen Whiskey mehr in Irland mit diesem Markennamen. Eine Ausnahme bildeten vereinzelt Flaschen aus der ursprünglichen Produktionszeit, die bei Auktionen zu horrenden Preisen unter den Hammer kamen.
Dies änderte sich 2013, als Shane Braniff, Gründer der Echlinville Distillery, die Markenrechte erwarb und seitdem unter diesem Namen Whiskeys vertreibt, die von anderen irischen Brennereien stammen. Inzwischen produziert die Farm Distillery Echlinville auch eigenen Whiskey und brachte 2024 die erste entsprechende Abfüllung heraus. Trotzdem wird für die verschiedenen Dunville-Varianten weiterhin zugekaufter Whiskey verwendet.
Der Whiskey für den Dunville's 10 Years PX wurde auf dem Echlinville Estate drei bis vier Jahre in PX-Fässern nachgereift. Woher der ursprünglich verwendete Whiskey stammt, ist nicht bekannt. Auch die verfügbaren Quellen sind sich nicht sicher und spekulieren entweder über Cooley oder Bushmills. Das wäre allein schon deshalb interessant, weil sich damit die Frage stellen würde, ob der Whiskey zweifach wie bei Cooley oder dreifach wie bei Bushmills destilliert wurde. Das macht geschmacklich durchaus einen Unterschied.
Der Single Malt Whiskey wurde in angenehmer Trinkstärke von 46% abgefüllt und weder gefärbt noch kühlgefiltert.
Aussehen
Rötliches Kupfer.
Nase
In der Nase beginnt der Ire zunächst mit einer angenehmen Fruchtsäure, die in Richtung saftiges Kernobst geht, um gleichzeitig mit einer mittelintensiven Süße zum PX-Finish überzuleiten.
In Vanillesaft eingelegte Rosinen, Erdbeermarmelade, Datteln und Feigen sowie dickes Pflaumenmus, leichte Nuancen von Tabak und Leder zeugen von sehr aktiven Sherryfässern. Die Nachreifung funktioniert aber recht gut. Die intensiven PX-Noten sind unverkennbar, lassen jedoch zum Glück dem Whiskey genügend Raum, um nicht zu dominant zu wirken.
Im Hintergrund liegt die ganze Zeit eine feine, aromatische Würzigkeit, die an Sandelholz und zugleich an Lebkuchengewürz mit Zimt, Nelken und Muskat erinnert. Vom Alkohol merkt man fast nichts, er ist sehr gut integriert.
Der Geruch gefällt mir gut. Die Aromen sind kräftig, gut miteinander verwoben und sorgen für ordentlich Spaß in der Nase.
Geschmack
Das hätte man vom Geruch her nicht unbedingt vermutet, aber der Whiskey startet am Gaumen zunächst eher würzig, mit einem deutlichen Holzeinfluss und dunkler, herber Schokolade, in der sich ein paar Chiliflocken verstecken. Diese leichte Schärfe hätte ich nicht erwartet. Vor allem ist auch die Süße, die in der Nase doch kräftig vorhanden war, nun deutlich abgeschwächt. Das Mundgefühl gestaltet sich sanft und leicht. Die Aromen sind zwar durchaus kräftig, aber es fehlt trotzdem etwas an Intensität.
Mit dem zweiten Schluck kommt die Süße etwas zurück, gemeinsam mit Rosinen, Datteln und Feigen sowie den eingekochten Pflaumen und Erdbeeren. Auch die Vanille ist wieder präsent, wenn auch etwas reduziert.
Es bleibt aber weiterhin würzig. Neben dem Holzeinfluss, der sich mit einer leicht bitteren Mandelnote zeigt, sind es weiterhin sanfte Pfeffernoten sowie Zimt und Muskat. Wo ich beim ersten Schluck noch etwas die Dichte und Intensität der Aromen bekrittelte, präsentieren sie sich im weiteren Genuss durchaus kräftig. Der Whiskey brauchte einfach etwas Zeit.
Abgang
Etwas Pfefferminze mit Spuren von Leder und Tabak gibt beim wohlwollend mittellangen Finale anfänglich den Ton an. Ansonsten bleiben noch die eine oder andere Rosine, die letzten Reste Pflaumenmus in der Schüssel und eine angenehme Eichenwürze länger in Erinnerung.
Fazit
Rein von seiner Kernigkeit und Würzigkeit, die vor allem am Gaumen zum Vorschein kommen, würde ich bei der Frage, ob zweifach oder dreifach destilliert, stark zu Cooley tendieren. Davon unabhängig gefällt mir dieser Ire gut im Glas. Die Unterschiede zwischen Nase und Gaumen sind einerseits doch überraschend, andererseits aber auch positiv, da er damit Gott sei Dank nicht in die zu süße PX-Falle tappt.
Ein wenig mehr Frucht hätte ich jedoch schon gerne im Mund geschmeckt. Auch das Finale hätte etwas länger ausfallen dürfen. Und trotzdem wird er mir weiterhin viel Spaß im Glas machen, vor allem jetzt in der kühleren und trüberen Herbstsaison.














