Mittwoch, 8. April 2026

Linkwood 13y William Wallace - Legends of Scotland (whic)

 

Whiskybase

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Whic.de startet in Kooperation mit Signatory Vintage die neue Reihe „Legends of Scotland“, bei der Helden, Herrscher und Wendepunkte der schottischen Geschichte die Flaschenlabels zieren werden.

Die Abfüllungen mit 46 % Trinkstärke sollen das gesamte Spektrum der schottischen Single-Malt-Welt abdecken: von Ex-Bourbon über Sherry-, Port- und Weinfassreifungen bis hin zu rauchigen Varianten.

Den Auftakt der Serie macht William Wallace – ein dreizehn Jahre alter Linkwood Distillery aus dem Jahr 2012, der in zwei First-Fill-Bourbon-Barrels reifte und in 511 Flaschen abgefüllt wurde.


Aussehen
Sattes Goldgelb


Nase
Beim ersten Kennenlernen zeigt sich der Linkwood von seiner frischen, sehr zitruslastigen Seite, begleitet von einem leichten Anflug von Aceton. Dieser verflüchtigt sich jedoch bereits nach dem zweiten Hineinriechen nahezu vollständig.

Der anfänglich dominante Zitrusduft wird voller und gesetzter und entwickelt sich in Richtung Grapefruit und Pomelo. Danach treten weitere Früchte wie reife gelbe und grüne Äpfel, Birnen, Aprikosen sowie gelbe Ringlotten hervor und verbinden sich mit warmem Vanillekuchenteig zu einem sehr ansprechenden Geruchspotpourri.

Würzige Nuancen deuten auf den Einfluss des Eichenholzes hin. Insgesamt ist die Nase ein Paradebeispiel für eine Reifung im Ex-Bourbonfass. Und glücklicherweise lassen die beiden verwendeten Fässer dem Linkwood-Brand genügend Raum zur Entfaltung. Die 46 % Trinkstärke funktionieren hier hervorragend.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Vollmundig und für seine Trinkstärke überraschend kraftvoll präsentiert sich der erste Schluck. Zitronentarte mit cremig-süßer Textur trifft auf Honig, hell geröstete Getreideflocken sowie Birnen- und Apfelkompott. Die intensive Vanille, klar aus den Bourbonfässern stammend, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Geschmacksbild und umhüllt die anderen Aromen.

Im weiteren Verlauf folgt eine ausgleichende Ingwerschärfe, begleitet von einer Prise Zimt und etwas Holzwürze. Der Alkohol bringt zusätzlich frische, leicht mentholige Noten ins Spiel. Eine dezente, leicht „schmutzige“ Fassnote – in Richtung feiner Kohlestaub – ist ebenfalls wahrnehmbar.


Abgang
Die Süße, die Vanille sowie fruchtige Noten begleiten das mittellange Finish. Hinzu kommen leicht bittere Fassnoten. Gegen Ende wird es im Mundraum, insbesondere am Zahnfleisch, zunehmend trockener.


Fazit
Wie schon öfter in meinen Tasting Notes erwähnt, bin ich mittlerweile ein großer Fan von reinen Ex-Bourbonfass-Reifungen. Diese Abfüllung ist sowohl in der Nase als auch im Geschmack ein Paradebeispiel dafür: viel Vanille, Obst und Getreide- bzw. Kuchenteignoten, ergänzt durch eine angenehme Würze und eine leicht prickelnde Schärfe als Kontrapunkt.

Wer sich hier eine Flasche zum aufgerufenen Preis sichern konnte, hat einen wunderbaren Sommerwhisky erwischt, der am Balkon oder auf der Terrasse eine richtig gute Figur im Glas macht.

Donnerstag, 2. April 2026

Woodford Reserve Master’s Collection No. 16

 

Whiskybase

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Die Grundidee der 2006 von Chris Morris ins Leben gerufenen Serie war es, eine Spielwiese zu schaffen, auf der Dinge ausprobiert werden können, die im Standardsortiment nicht umsetzbar wären. So wurden über die Jahre unterschiedliche Mashbill-Rezepte, spezielle Fassarten (Madeira, Port etc.), variierende Toasting- und Charring-Levels der Fässer sowie auch historische Produktionsmethoden und Stilrichtungen wieder aufgegriffen.

Die Abfüllung No. 16, die ich diese Woche verkoste, trägt den Namen “Very Fine Rare Bourbon” und ist im Kern ein High-Age-Blend-Experiment. Dabei wurden – für amerikanischen Whiskey – sehr alte mit jüngeren Fässern vermählt. Die ältesten Bestandteile sind bis zu 17 Jahre alt und stammen aus der Anfangszeit von Chris Morris.

Für Woodford Reserve sind das fast schon biblische Dimensionen, wenn man bedenkt, dass die Standardabfüllungen der Brennerei üblicherweise bei etwa sechs bis acht Jahren Reife liegen. Ziel war es, eine klassische, „alte“ Bourbon-Charakteristik zu zeigen – eher traditionell und weniger in die aktuell oft holzlastige Richtung gehend. In diesem Zusammenhang wurde der Alkoholgehalt bewusst auf 45,2 % eingestellt.


Aussehen
Dunkles Kupfergold


Nase
Die knapp 45 % sind in der Nase de facto nicht zu spüren. Sehr weich und rund präsentiert sich dieser Bourbon, der von Minute zu Minute mehr zu einem echten Schmeichler wird.

Beim ersten Reinriechen zeigt sich eine Note, die viele vermutlich als typische Kleber- bzw. Lösungsmittelassoziation bei Bourbon interpretieren würden – ich nehme sie jedoch eher als intensiven, aromatischen Zimt wahr.

Dahinter folgen frisches Popcorn mit Butter, Karamell sowie würzige Aspekte aus dem Roggenanteil der Mashbill, die sich vor allem in brotigen und frischen Minznoten äußern.

Der Holzeinfluss ist natürlich präsent – insbesondere durch Zimt, ergänzt von Bitterschokolade, Muskatnuss und Vanille. Von einer bei älteren Bourbons nicht selten auftretenden „Eichenkeule“ mit übertriebener Bitterkeit ist man hier jedoch meilenweit entfernt.

Insgesamt wirkt die Nase sehr homogen, weich und dennoch dicht und ausdrucksstark.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Auch im Mund zeigt sich der Bourbon rund und weich – fast schon etwas zu leicht auf der Zunge. Ein paar Volumenprozente mehr hätten dem Mundgefühl möglicherweise gutgetan. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau.

Der Antritt ist deutlich würzig mit Zimt, Muskatnuss und Gewürznelken, bevor der Whisky rasch in süßere Gefilde übergeht: Karamell, Kirschmarmelade und Vollmilchschokolade mit einem Hauch Minze – fast so, als hätte man ein Schokobonbon mit Kirsch-Minze-Füllung im Mund.

Im Mittelteil tritt der Roggenanteil stärker hervor. Neben der Minze zeigt sich hier zunehmend die typische, leicht pfeffrige Würzigkeit, die man von Rye kennt.

Mit jedem weiteren Schluck gewöhnt man sich an die anfängliche Leichtigkeit. Die Aromen wirken zunehmend dichter und intensiver. Der Woodford bleibt dabei stets ein Gentleman – ausgewogen, kontrolliert und mit einer Eleganz, die die Einbindung älterer Fässer glaubhaft unterstreicht.


Abgang
Im Finish bleiben vor allem die minzigen Noten, kombiniert mit Kirsche und Zimt, länger präsent. Eine leichte Holzbitterkeit klingt ebenso nach wie Vanille und dunkle Schokolade.


Fazit
Im Vergleich zum Double Oaked – den Preis einmal komplett ausgeblendet – gefällt mir diese Limited Edition deutlich besser. Die Nase ist eine äußerst feine Angelegenheit, mit der man sich lange beschäftigen kann und immer wieder neue Nuancen entdeckt.

Im Geschmack war er mir anfangs etwas zu leicht, was das Mundgefühl betrifft. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch mit den weiteren Schlucken. Die Aromen sind insgesamt sehr ausgewogen. Neben den klassischen Bourbonnoten gefällt mir als Rye-Fan besonders, dass der Roggenanteil klar zur Geltung kommt.

Bezieht man allerdings den Preis mit ein, muss man sagen: Die rund € 120,- sind ambitioniert. Etwa € 80,- wären aus meiner Sicht angemessener.

Unterm Strich bleibt aber ein wirklich guter, eleganter Bourbon.

Dienstag, 10. März 2026

Aberargie Inaugural Release

 

Whiskybase

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Die Aberargie Distillery begann im Herbst 2017 mit der Produktion. Die nur wenige Kilometer südlich der Grenze zwischen Highlands und Lowlands gelegene Anlage ist technisch gesehen eine Lowland-Brennerei und wurde von der Morrison-Familie gegründet.

Die Familiengeschichte der Morrisons ist seit Generationen eng mit dem schottischen Single Malt verknüpft. So gehörten im Laufe der Zeit Brennereien wie Bowmore, Auchentoshan und Glen Garioch zum Familienunternehmen. Nach dem Verkauf im Jahr 1994 an Suntory gründete die Familie gemeinsam mit den Mackays den unabhängigen Abfüller Morrison Scotch Whisky Distillers. Bekannte Marken daraus sind unter anderem Mac-Talla, Old Perth und Càrn Mòr.

Es braucht schon einen langen Atem und ein gut gefülltes Portemonnaie, wenn man für ein Inaugural Release – also die erste Abfüllung einer Brennerei – über acht Jahre warten kann. Die Farm-Brennerei nutzt rund 120 Hektar umliegender Felder, auf denen die beiden Gerstensorten Golden Promise und Laureate angebaut werden, die vollständig für die eigene Whiskyproduktion verwendet werden.

Vor allem die erstgenannte Sorte ist eng mit der bewusst gewählten Philosophie der Brennerei verknüpft: Die Gerste soll der zentrale Geschmackstreiber sein und nicht die verwendeten Fässer. Diese sollen lediglich die Getreidearomen unterstützen und den Brand nicht dominieren. Laut Brennerei verleiht die Golden-Promise-Gerste dem Rohbrand eine ölige Textur sowie mehr Malzigkeit, Tiefe und Körper.

Nun ist im März 2026 mit dem Inaugural Release die allererste Abfüllung von Aberargie erschienen. Die Maische besteht aus 52 % Golden Promise und 48 % Laureate. Für die Reifung wurden zu gleichen Teilen First-Fill-Bourbon- und First-Fill-Sherryfässer verwendet. Die Alkoholstärke beträgt 48,2 %.

Das Alter liegt bei mindestens acht Jahren. Diese Information steht zwar weder auf dem Flaschenlabel noch auf der Umverpackung, wurde jedoch in der Pressemitteilung der Brennerei sowie vom Importeur genannt. Wenn es nach Ralfy geht, gilt allerdings nur das, was tatsächlich auf dem Etikett steht.

Die Aberargie Distillery liegt zwar geografisch in den Lowlands, produziert jedoch stilistisch einen Highland Malt.
Fotocredit: www.aberargie.com; Morrison Scotch Whisky Distillers 


Aussehen
Helles Bernstein mit sattem Orangeton


Nase
Es ist eine sehr volle, ausdrucksstarke Nase. Geruchstechnisch ist hier bereits einiges geboten – eine positive Überraschung für eine erste Abfüllung einer so jungen Brennerei.

Zuallererst begegnet mir auf meiner olfaktorischen Reise ein mit Rosinen, Aprikosen und weichem Nougat angereichertes cremiges Porridge. Vielleicht liegt es an der Kombination der beiden Gerstensorten, aber die Getreidearomen sind für mich im Geruch bereits sehr prägend – allerdings auf eine interessante Weise.

Knackig-kerniges Knuspermüsli auf der einen Seite und weicher, cremiger Haferflockenbrei auf der anderen sorgen für eine Kombination, die Spaß macht. Milchschokolade mit Nüssen und eingekochtes Pflaumenkompott zeugen vom Einfluss der Sherryfässer. Die Bourbonfässer bringen sich vor allem durch eine Vanillenote ein.

Die gewählte Alkoholstärke funktioniert perfekt – kein Stechen oder unangenehme Alkoholnoten. Überhaupt sind in der Nase keine hervorspringenden jugendlichen Merkmale zu erkennen. Im Gegenteil: Der Geruch wirkt fein abgestimmt, gesetzt und harmonisch.


Geschmack
Erster Schluck: Cremiger Vanillepudding trifft auf Aprikosenmarmelade, geschmolzene Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen und crunchy Knuspermüsli mit Rosinen.

Ein leichtes Kribbeln auf der Zungenspitze und am Zahnfleisch, begleitet von einem anregenden Speichelfluss und einer dezenten pfeffrigen Schärfe, folgt den ersten Geschmackseindrücken. Danach zeigen sich Vanille, getrocknete Datteln und eine halbgetrocknete Pflaume.

Nach dem zweiten Schluck wird der Eindruck der weichen, cremigen Milchschokolade gemeinsam mit Marillenmarmelade und Rosinen weiter prägend. Nun kommt auch etwas Holzwürze hinzu, die sich mit der Pfeffernote verbindet. Auch im Geschmack ist der Alkohol sehr gut integriert.

Fotocredit: whiskybase.com

Abgang
Der erste Eindruck ist – vermutlich der Jugend geschuldet – relativ rasch beendet. Neben einer süßen Rosinennote bleibt vor allem eine dezente Bitterkeit etwas länger bestehen.

Mit weiteren Schlucken gesellen sich zu den bereits genannten Eindrücken auch etwas Vanille, mehr Rosinen und eine würzige Eichenholznote hinzu.


Fazit
Eine sehr stimmige erste Abfüllung von Aberargie! Sie ist ausgesprochen süffig und bestätigt den kolportierten Hausstil, bei dem das Getreide im Mittelpunkt stehen soll.

Vor allem in der Nase gefällt mir der Schwerpunkt auf Malzigkeit, Getreidenoten und Cremigkeit sehr gut. Auch die durchgehende Milchschokoladennote passt hervorragend und regt zum wiederholten Probieren an.

Dass die Fässer lediglich unterstützen und nicht dominieren sollen, ist hier ebenfalls gut gelungen. Die gewählte Fasskombination lässt genügend Raum für den eigentlichen Whisky.

Man darf also durchaus gespannt sein, was in naher Zukunft von dieser jungen Brennerei noch so auf den Markt kommen wird. Wie zu lesen war, sollen in den nächsten 18 Monaten zunächst weitere limitierte Abfüllungen erscheinen, die den Whiskyfreunden Philosophie und Hausstil der Brennerei noch näherbringen sollen. Danach sollen die ersten Flaschen einer dauerhaften Core Range folgen.

Mittwoch, 4. März 2026

Benromach Vintage 2012 CS Batch 3

 

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Die Vintage-Reihe repräsentiert die fassstarken Abfüllungen innerhalb der Standard-Range der Speyside-Brennerei Benromach. Die einzelnen Ausgaben werden in Batches – aus einer nicht näher spezifizierten Anzahl an erstbefüllten Sherry- und Bourbonfässern – in Fassstärke abgefüllt. Dadurch variieren sowohl der Alkoholgehalt als auch das Geschmacksprofil zwischen den einzelnen Batches.

Auf den Flaschen ist jeweils das Destillationsjahr angegeben; in der Regel liegen die Abfüllungen dieser Reihe bei einem Alter zwischen neun und zehn Jahren.

Die heute verkostete Flasche ist die Vintage 2012 Batch 3 mit 59,6 % vol. Für diesen Batch wurden 21 Fässer verwendet. Die genaue Verteilung zwischen Sherry- und Bourbonfässern innerhalb des Vattings ist nicht bekannt.


Aussehen
Rötlicher Bernstein


Nase
Die Nase wird sogleich von zartem Rauch begrüßt – wie noch leicht glühende Steinkohle, auf der sich bereits eine feine Ascheschicht gebildet hat. Erdige, leicht schmutzige Grundtöne vermischen sich mit dem Duft von gelben Ringlotten und Äpfeln. Getrocknete Aprikosen- und Pfirsichstücke bringen eine dezente, zurückhaltende Süße ins Spiel.

Ein Hauch von getrocknetem Tabak und Möbelpolitur auf altem Leder schwingt mit. Mit etwas Zeit und Luftzufuhr gesellen sich geröstete Haselnüsse und Müslistücke hinzu. Auch die Sherryaromen treten nun deutlicher hervor – allen voran getrocknete Beeren, Datteln und Feigen.
Der hohe Alkoholgehalt zeigt sich in einer zarten Eukalyptusnote, ist insgesamt jedoch sehr gut integriert.

Die Nase erinnert mich sanft an Springbank mit dieser leicht schmutzigen Rauchattitüde und dem eher moderaten Sherryprofil.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Trotz der hohen Alkoholstärke ist der Malt sehr gut pur genießbar. Ein süßer Antritt wird von Zwetschgenmus und geschmolzener Milchschokolade begleitet, die cremig über die Zunge gleiten. Der Rauch ist im Mund deutlicher wahrnehmbar als in der Nase, bleibt jedoch im unteren Intensitätsbereich.

Die Rauchcharakteristik entwickelt sich eher in Richtung Lagerfeuer mit einem Hauch von Ruß. Frische Minze und eine angenehme Pfefferschärfe unterstreichen den Alkoholgehalt. Das Schärfegefühl verweilt jedoch nicht lange und geht rasch wieder in süße Sherryaromen über – vor allem getrocknete Aprikosen, Datteln und Rosinen.

Getrocknete Gewürze wie Zimt und Muskat, kombiniert mit Tabak und Holzwürze, runden das Geschmacksprofil stimmig ab.


Abgang
Zum Ende hin kehren die erdigen, leicht schmutzigen Noten zurück. Asche und Rauch haften länger im Rachen und am Gaumen. Auch die süßen Noten der getrockneten Früchte und des Tabaks bleiben nachhaltig präsent.


Fazit
Interessanterweise zeigt sich mit Wasserzugabe – sowohl in der Nase als auch am Gaumen – eine Spur Schwefel. Sehr dezent und für mich kaum störend. Ein Hauch Schwefel, wie hier, stört mich nicht – im Gegenteil: Für mich bringt er sogar etwas zusätzliche Komplexität und eine gewisse Umami-Note ins Spiel.

Davon abgesehen ist dies erneut eine sehr leckere, kraftvolle Abfüllung von Benromach, die richtig Spaß im Glas macht.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Bunnahabhain 12 CS Ed. 2022

 

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Von der Cask Strength Edition des Bunnahabhain 12 Jahre, die erstmals 2021 erschien, gibt es bislang vier Ausgaben – 2024 ließ die Brennerei aus. Die erste Abfüllung habe ich damals verkostet und sie gefiel mir sehr gut: ein kraftvoller, ausdrucksstarker Sherry Malt, jedoch ohne „nasse Fässer“, eher mit dem Eindruck, als wären hier ältere, gut integrierte Fässer zum Einsatz gekommen.

Schon länger liegt bei mir ein Sample der 2022er Edition, und ich hatte schlicht Lust auf einen intensiven Sherry-Whisky. Diese Ausgabe kommt mit 56,6 % vol. daher und reifte – wie ihr Vorgänger – ausschließlich in Ex-Sherryfässern.


Aussehen
Mahagoni


Nase
Gleich vorweg: Der Alkohol ist für mich hervorragend eingebunden. Kein alkoholisches Stechen, keine störenden Mentholnoten. Die Aromen strömen satt und voll in die Nase; eine Verschlossenheit, wie sie bei hochprozentigen Whiskys häufig vorkommt, ist hier nicht auszumachen.

Typisches Oloroso-Profil: Geröstete Haselnüsse verbinden sich mit Rosinen, getrockneten Feigen und Datteln sowie dunklen Beeren – Heidel- und Brombeeren. Neben einer leicht herben Milchschokolade entwickelt sich mit der Zeit eine immer intensivere Süße, wie Karamell, das in der Pfanne bereits schön Farbe angenommen hat. Auf der würzigen Seite zeigen sich Balsamico, Zimt und ein Hauch getrockneter Küchenkräuter.

Unverdünnt ist das bereits eine sehr feine Sherrynase. Die Aromen wirken gediegen und gesetzt und suggerieren fast ein höheres Alter als die tatsächlichen 12 Jahre.

Mit etwas Wasser tritt die würzige Seite stärker hervor, die Süße wird zurückgenommen. Insgesamt wirkt das Profil etwas „heller“, die intensive Sherrynase verliert etwas an Wucht.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund merkt man die 56,6 % dann doch. Sehr kraftvoller Antritt mit prickelnder Präsenz auf der Zunge und an den Innenseiten der Wangen. Eine leichte Schärfe – eher Chili oder Ingwer als reiner Pfeffer – breitet sich rasch aus. Davon abgesehen zeigt er sich jedoch cremig und ölig.

Neben intensiver Karamellsüße sind sofort eingekochtes Zwetschgenkompott und ein Beerenröster aus Heidel- und Brombeeren mit Zimt, Vanille und Rosinen präsent. Die Fruchtnoten gehen anschließend in Holzpolitur, Tabak, Leder sowie geröstete Nüsse, Schokolade und Balsamico über. Die Aromen bleiben dabei stets gesetzt und schön miteinander verwoben.

Mit Wasser reduziert sich die anfängliche Schärfe deutlich. Die Süße ist weniger dominant, aber weiterhin sehr angenehm. Auch hier sorgt Wasser für eine gewisse „Aufhellung“ der Aromen.


Abgang
Im Verlauf treten zunehmend leicht bittere Holzeindrücke hervor. Dennoch bleibt der Whisky durchgehend aromatisch und wird nie unangenehm bitter. Rosinen, cremige getrocknete Datteln, dunkle Beeren sowie Anklänge von Tabak und Lederpolitur hallen nach. Das Finish ist durchaus lang.


Fazit
Wieder eine dieser Sherry-Abfüllungen, die mir nach wie vor richtig gut gefallen: keine „nassen Fässer“, sondern qualitativ hochwertige Oloroso-Fässer mit sauberem Einfluss. Der Sherrycharakter ist intensiv, aber auf sehr positive Weise. Ein durchwegs sehr leckerer Whisky.

Allerdings hat er nur wenig mit dem regulären 12er gemein. Die beim Standard so bekannte Kernigkeit mit maritimem Touch fehlt den CS-Abfüllungen vollständig. Mich persönlich stört das nicht – aber Puristen könnten genau das kritisieren.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Redbreast Lustau Edition

 

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Im Urlaub zu Weihnachten war mir mal wieder nach einem irischen Whiskey. In meiner Sammlung tummeln sich zwar nicht annähernd so viele wie vom Nachbarn im Norden der englischen Insel, aber doch der eine oder andere. Meine Wahl fiel auf einen Redbreast 12 CS aus 2019, genauer gesagt auf die Batch-Abfüllung B1/19.

Und was soll ich sagen: Es ist jetzt Anfang Februar – und in der Flasche ist nicht mehr viel übrig. Dieser spezielle Pot-Still-Charakter mit gerösteten Müslicerealien, Rosinenkuchen und der feinen, nicht zu heftigen Würze gefällt mir so gut, dass ich mir immer wieder abends ein Glas gönne und genieße.

Aus diesem Grund entschied ich mich als wöchentliches Tasting-Objekt für den Redbreast Lustau Edition. Dabei handelt es sich um einen Non-Age-Statement Pot-Still Whiskey, der nach 9 bis 12 Jahren Reifung in Ex-Bourbon- und Sherryfässern ein einjähriges Finish in Oloroso-Sherryfässern aus der Bodega Lustau in Jerez erhielt. Abgefüllt wird er mit 46 % vol., also etwas kräftiger als der normale 12-Jährige.

Wenn der Lustau nur halb so gut ist, werden wir Freunde.


Aussehen
Rotgold bzw. dunkles Bernstein


Nase
Geruchsseitig beginnt bei mir bereits das zarte Pflänzchen der Freundschaft zu wachsen. Eine eindeutige Redbreast-Nase: Wie beim 12 CS finde ich sofort die typischen gerösteten Getreidearomen, süßen Honig, Rosinen, Zimt und Muskatnuss – ergänzt von weiteren Gewürzen, die ich nicht klar einzeln herausarbeiten kann.

Neben den Rosinen gesellen sich weitere getrocknete Früchte wie Datteln, Aprikosen und Feigen hinzu und bilden ein cremig-süßes Fruchtpotpourri. Apropos cremig: Neben dem Honig zeigen sich auch süße Milchkaramellbonbons.

Im Vergleich zu den 12 CS-Abfüllungen mit deutlich über 50 % vol. funktioniert die Trinkstärke von 46 % beim Lustau durchaus gut. Olfaktorisch ist er sehr nah am 12er und am CS. Das Sherryfinish bringt vielleicht noch eine Spur mehr Süße und Sherryeinfluss mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund empfinde ich den Sherryeinfluss deutlicher als zuvor in der Nase. Das Mundgefühl ist leicht und zugleich voll: Der Pot Still gleitet weich und cremig über die Zunge, verteilt die Aromen aber durchaus kräftig im gesamten Mundraum.

Eine ordentliche Süße ist sofort präsent. Diese stammt weniger von Honig oder Karamell, sondern vielmehr von den Sherryfrüchten. Rosinen – vielleicht etwas weniger intensiv als beim 12 CS –, Datteln und Pflaumenmus sorgen für den fruchtig-süßen Touch. Dem stehen Muskatnuss, vor allem aber Zimt sowie geröstete Nüsse und Schokolade als angenehmer Gegenpart gegenüber. Eine leicht würzige Attitüde entfaltet sich zusätzlich durch eine aufkeimende Eichenholznote.


Abgang
Rosinen und Datteln verabschieden sich mit einer Prise Zimt in einen mittellangen Abgang. Das aromatische Holz bleibt noch etwas länger am Gaumen haften. Auch wenn das Finish nicht besonders lang ist, gefällt es mir durchaus gut.


Fazit
Eine typische Redbreast-Pot-Still-Abfüllung, die ihre Verwandtschaft zum 12y und zur CS-Variante nicht verbergen kann – und auch nicht muss. Das Sherryfinish bringt zusätzliche Nuancen in das bekannte Aromen- und Geschmacksprofil.

Alles in allem eine sehr feine Pot-Still-Abfüllung, die in Nase und Mund viel Freude bereitet. Wer die CS-Variante nicht bekommt, kann beruhigt zum Lustau greifen und wird damit sicherlich glücklich.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Knockdhu 11y 2013 (V&M)

 

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Seit ich den AnCnoc 24y im Glas hatte, habe ich die Knockdhu-Brennerei auf dem Radar. Der Whisky gefiel mir damals so gut, dass ich mir kurz darauf sehr flink eine Flasche besorgte. Wie sich herausstellte, eine weise Entscheidung, denn der Preis dieser Abfüllung ist in der Zwischenzeit deutlich nach oben geschnellt – wohl auch, weil die Kritiken durchgehend sehr positiv ausfielen.

Mein Augenmerk richtete sich danach verstärkt auf Abfüllungen unabhängiger Abfüller, die aktuell eher dünn gesät sind. Umso mehr freute mich der zehnjährige von Meadowside Blending aus 2013, den ich vor einiger Zeit mein Eigen nennen konnte. Letzten Dezember stieß ich bei meinem Whiskyladen in Wien auf eine Flasche eines elfjährigen Knockdhus vom italienischen UA Vallinch & Mallet, ebenfalls aus 2013.

Vielleicht brauchte die Brennerei in diesem Jahr kurzfristig Kapital und öffnete aus diesem Grund ihr Lager für ein paar Fassverkäufe an Unabhängige. Die Flasche liegt preislich mit knapp € 90,- im selben Rahmen wie die The Maltman-Abfüllung von Meadowside Blending. Aus dem Einzelfass kamen 339 Flaschen mit 52,9 % vol.

Unsicherheit besteht bei der genauen Fassreifung: Auf der Flasche steht lediglich „Aged in a Sherry Cask“, wohingegen auf whiskybase.com die Information zu finden ist, dass es sich um ein 2nd Fill Oloroso Sherry Cask gehandelt haben soll. Da die Angaben in der Base in der Regel zuverlässig sind, gehen wir einmal davon aus.


Aussehen
Gelbgold


Nase
Sehr weich und cremig beginnt die olfaktorische Reise. Der Alkohol ist kaum wahrnehmbar. Anfangs zeigt sich der Whisky etwas zurückhaltend, die Aromen wirken leicht und flüchtig. Die ersten Eindrücke sind eine Mischung aus Fruchtigkeit – vor allem reife rote Äpfel und Aprikosenkompott –, Malz, in Zucker eingelegten Cerealien sowie Mannerschnitten. Diese intensive Nuss-/Nougatnote in der Nase hatte ich bereits beim Zehnjährigen.

Die Reifung im 2nd Fill Sherryfass hat gut funktioniert, denn der Brennereicharakter bleibt erkennbar. Das Fass steuert neben süßem Honig, Erdbeeren und Vanille auch eine angenehme Würze mit etwas Muskatnuss und Kakao bei. Insgesamt zeigt sich ein rundes, harmonisches Aromenspiel, das unverdünnt auch nach einigen Minuten im Glas sehr leicht und luftig bleibt.

Mit Wasserzugabe öffnet sich der Whisky deutlich, die fruchtige Seite bekommt spürbar Aufwind. Der Schokonuss-Keks bleibt präsent. Mit Wasser gefällt er mir noch besser.


Geschmack
Hier ändert sich der Eindruck erstaunlich schnell. Der Whisky startet extrem süß und cremig – wie ein Löffel Honig direkt vom Glas. Kräftiges Mundgefühl, der Alkohol trägt die Aromen intensiv auf die Zunge. Auf den Honig folgt eine leichte Schärfe von schwarzem Pfeffer, die rasch in würzige Noten übergeht. Neben den bereits aus der Nase bekannten knackigen Cerealien zeigen sich Muskatnuss, Zimt, Nüsse und dunkle Schokolade.

Der Alkohol belegt die Innenseiten der Wangen und vorne das Zahnfleisch, der Speichelfluss wird angeregt. Die fruchtige Seite meldet sich – vor allem nach dem scharf-würzigen Intermezzo – mit Rosinen, Erdbeeren und getrockneten Feigen zurück.

Auch geschmacklich tut Wasser gut: Ein, zwei Tropfen reichen. Die Süße wirkt weniger dominant, die Schärfe nimmt ab und die Fruchtnoten treten deutlicher hervor.


Abgang
Das Finish ist nicht allzu lang – der Malt will getrunken werden. Neben Nüssen und cremig-süßem Nougat zeigen sich im Abgang noch Rosinen, Zimt und dunkle Schokolade.


Fazit
Wieder einmal ein wunderbares Beispiel für einen Whisky, der unverdünnt vor allem im Geschmack richtig aufdreht – und Spaß macht. Mit etwas Wasser gewinnt er sowohl in der Nase als auch am Gaumen deutlich hinzu.

Die Ähnlichkeit zur The Maltman-Abfüllung ist klar erkennbar, beide teilen denselben Grundcharakter – vor allem die intensive Nuss-/Nougatnote gefällt mir erneut sehr gut. Diese Version wirkt jedoch eine Spur reifer und ausgewogener, der Alkohol ist besser integriert. Wie sein jüngerer Verwandter ist auch er ein Trinkwhisky, der genossen werden will, aber genug Tiefe bietet, wenn man ihn aromatisch auseinandernehmen möchte.

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