Whiskybase
English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.
Die Connection Blended Malt-Reihe vom unabhängigen Abfüller North Star Spirits wurde vor kurzem durch die The Speyside Connection 10y mit Single Malts von Macallan und Tamdhu erweitert. Im Mai 2026 verkostete ich die Campbeltown-Version; das Ergebnis war durchaus okay, eine ganze Flasche würde ich davon allerdings nicht trinken wollen. Und nun kommt Islay an die Verkostungsreihe.
Bei diesem Blended Malt soll es sich um eine Mischung aus einem zehnjährigen Bowmore aus Bourbon-Fässern und einem dreizehnjährigen Bruichladdich mit Sherryfass-Reifung handeln. Da in Schottland per Gesetz immer der jüngste Anteil eines Scotch Whisky für die Altersangabe ausschlaggebend ist, wird dieser Blend mit 10 Jahren ausgewiesen. Beim Bowmore ist die Sache hinsichtlich des Rauchanteils klar, beim Bruichladdich geht aus den offiziellen Informationen allerdings nicht eindeutig hervor, ob es sich um einen rauchigen oder nicht-rauchigen Malt handelt. Der Blended Malt wurde ungefärbt und ungefiltert mit 50,4 % vol. abgefüllt.
Aussehen
Dunkles Gold mit ein paar Spritzern Rosé.
Nase
Ein Blend aus Islay ohne Rauch wäre Chili ohne Bohnen. Und ja, Rauch ist durchaus vorhanden, aber gar nicht so stark und intensiv, wie ich zunächst vermutet hätte. Der Rauch erinnert an ein brennendes Lagerfeuer, wobei Holz- und Aschearomen dominieren. Dazu kommen mineralische, kalkreiche Noten – wie abgebrannter, getrockneter Seetang auf einem nassen Kieselstrand am Meer.
Was mich jedoch wirklich überrascht, ist eine für mich ziemlich deutliche Schwefelnote, die sich unmittelbar hinter dem Rauch öffnet. Sie erinnert mit Abstand an den Geruch von faulen Eiern und Zündholzköpfen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ob dies von den verwendeten Sherryfässern herrührt oder ob es sich lediglich um eine subjektive Wahrnehmung aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Aromen handelt? Keine Ahnung. Auf jeden Fall stört mich der Schwefel hier in der Nase ziemlich.
Es dauert einige Zeit, bis ich mich hier durchgearbeitet habe und auf weitere Gerüche stoße, die meine anfängliche Assoziation mit Schwefel in ein anderes Licht rücken. Und zwar milchig-käsige Noten. Diese könnten mich einerseits zusammen mit den anderen Gerüchen überhaupt erst in Richtung Schwefel gelenkt haben. Andererseits deuten sie für mich natürlich zu 100 % auf den Bruichladdich-Anteil hin. Ich hatte schon mehrmals bei jüngeren, nicht-rauchigen Laddies dieses Geruchsspektrum aus Käse und Milchsäure in der Nase.
So richtige Freunde werden diese Eindrücke und meine Nase nicht wirklich.
![]() |
| Fotocredit: whiskybase.com |
Geschmack
Im Mund sind diese Aromen zwar ebenfalls sofort präsent, allerdings stören sie mich hier nicht in der Art wie in der Nase. Sie harmonieren deutlich besser mit den anderen Geschmäckern. Das Mundgefühl ist cremig, fast schon butterweich, mit einem anfänglichen Anflug einer zarten Ingwernote. Diese wird sehr rasch durch eine sich immer stärker aufbauende Süße ersetzt. Süßes Karamell und Honig mit hellen tropischen Früchten wie Mango und Ananaskompott geben nun den Ton an. Auch malzige Noten, etwa von Müsliflocken, spielen mit.
Der Rauch ist angenehm holzig, weniger maritim als zuvor in der Nase, mit einem leichten Anflug von Torf. Ein paar geröstete Haselnüsse, die in gemahlenem Zimtpulver gerollt sind, sorgen für eine nette Würzigkeit. Von den Nüssen einmal abgesehen, nehme ich allerdings wenig bis gar keine aromatische Verbindung mit den Sherryfässern wahr.
Der Alkoholgehalt macht seine Sache durchaus sehr gut; störende alkoholische Noten sind nicht zu bemerken.
Abgang
Diese Würze wird in Richtung Abgang durch Asche, Torf und Rauch noch verstärkt. Die Aromen schmiegen sich fettig und klebrig an Rachen und Gaumen. Auch eine gewisse Trockenheit macht sich im Mundraum breit. Insgesamt ist das Finish aber, vom Rauch und der Asche abgesehen, eher kurz.
Fazit
Hm. Ich fürchte, ich werde mit diesem Blend keine langfristige Verbindung eingehen. Für mich funktioniert die Verknüpfung dieser beiden berühmten Islay-Brennereien leider nicht wirklich. Ich war sehr positiv gespannt und hoffte auf eine interessante Kombination. Das Experiment ist für mich jedoch in die Hose gegangen.
Es scheinen vor allem die Anteile des nicht-rauchigen Bruichladdich-Whiskys zu sein, mit denen ich weniger gut klarkomme.













