Mittwoch, 23. November 2022

Kavalan Solist Fino Sherry

 

Whiskybase

English Version


Von Kavalan habe ich in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Single Malt verkostet. Vor allem die Abfüllungen aus der Solist-Reihe sind hier hervorzuheben. Jeweils aus Einzelfässern in Fassstärke abgefüllt sind diese ein wahres Spektakel an intensiven Aromen im Geruch und Geschmack.

Es ist jedoch schon eine Weile her, seit ich den letzten taiwanesischen Malt im Glas hatte. Genug Zeit vergangen, ein paar Samples habe ich noch im Lager. Die Wahl fiel auf den Kavalan Fino Sherry Solist. Mit dieser Abfüllung wurde Kavalan der breiten Whisky-Community auf einen Schlag bekannt. Denn Jim Murray´s verlieh in seiner “Whisky Bible“ 2012 dem Fino Solist den Titel "World Whisky of the Year". Seit dem sind nicht nur die Preise der Abfüllungen teilweise steil nach oben gegangen, sondern auch die Absatzzahlen.

Fino ist im Gegensatz zu den beiden mehr bekannteren Sorten Oloroso und PX eine weiße trockenere Sherry-Variante, die aus der Palomino Rebsorte gewonnen wird.


Aussehen
Dunkles Nussholz


Nase
Sogleich steigen schwere mit viel Süße geschwängerte Schwaden voll von Rosinenduft aus dem Premium Snifter Glas empor. Als würde man sein Näschen in ein volles Glas mit Zuckersirup eingelegten Rosinen stecken. Krass. Danach ein leichter After Eight Effekt, eine Minznote mit Schokoladeeinfluss. Der Alkohol zeigt sich immer wieder kurz durch ein leichtes Prickeln in der Nase, er ist aber keineswegs störend. Es finden sich reife Datteln mit einer dunklen Schokolade übergossen. Alles ist sehr schwer und intensiv. Weiters sind Feigen, reife als auch getrocknete, sowie Pflaumenmus präsent. Mit ein paar Minuten im Glas gesellen sich zu den süßen Aromen von dunklen Früchten und Schokolade auch geröstete Haselnüssen, Mandeln, etwas Leder und Möbelpolitur hinzu. Interessanterweise ist nun auch eine fruchtig, säuerliche Note da - wie Stachelbeeren, Orange und Kumquat’s.
Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser geht es mehr in die würzige Richtung und es scheint, als würde der Alkohol mehr hervor treten, es sticht mehr in der Nase. Die Leder- und Tabakaromen kommen vielleicht etwas mehr hervor, dafür verliert er deutlich an Süße und der schönen Frucht.


Geschmack
Wie ein dickflüssiger, süßer Sirup gleitet der Fino Solist auf die Zunge. Sehr weich, fast schon buttercremig ist das Mundgefühl. Trotz einer leichten Astringenz durch den hohen Alkoholgehalt ist der Malt gut unverdünnt trinkbar. Im Geschmack dominieren weniger, wie im Geruch, die fruchtbetonten Aromen. Dunkle Früchte wie die Pflaumen und Datteln und die leicht säuerliche Orange sind natürlich vorhanden, es wird jedoch schnell mehr schokoladelastig. Schöne dunkle hochwertige Schokoladestücke mit gerösteten Nüssen und einer ordentlichen Portion Rumrosinen. Das alte Leder und die Möbelpolitur bekommen Verstärkung durch getrocknete Tabakblätter.
Im Mund verändert sich der Malt mit Wasser nicht zu seinem Nachteil. Er wird vielleicht etwas runder und es bleibt fruchtiger. 


Abgang
Eine sehr aromatische, leicht bittere Eichenwürze zeigen dich gegen Ende. Zusammen mit dem Leder und den Rosinen. Sehr gediegen und überraschend lange ist das Finish.


Fazit
Ein Hammerteil. Ich kann nachvollziehen warum Jim Murray ihn 2012 ausgezeichnet hat. Ein typischer hochintensiver Vertreter der Solist-Reihe. Jetzt weiß ich wieder, warum mir die Sherry- und Port-Abfüllungen damals so gemundet haben. Die Aromen werden mit einer solchen Wucht und Intensität zur Nase und auf die Zunge gebracht, dass es eine Freude ist. Wer Lust auf so eine intensive Erfahrung hat, und das nötige Kleingeld besitzt, kann hier bedenkenlos zugreifen. 

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English Version

I have already tasted one or two single malts from Kavalan in the past. The bottlings from the Solist series are particularly noteworthy. Each bottled from single casks at cask strength, they are a true spectacle of intense aromas in smell and taste.

However, it has been a while since I had the last Taiwanese malt in my glass. Enough time has passed, I still have a few samples in stock. The choice fell on the Kavalan Fino Sherry Solist. With this bottling, Kavalan became known to the broad whisky community in one fell swoop. Jim Murray's awarded the Fino Solist the title "World Whisky of the Year" in his "Whisky Bible" 2012. Since then, not only the prices of some of the bottlings have risen sharply, but also the sales figures.

Fino, in contrast to the two more well-known varieties Oloroso and PX, is a white, drier sherry variety made from the Palomino grape variety.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark walnut


Nose
Immediately, heavy swathes of raisin-scented sweetness rise from the Premium Snifter glass. It's like sticking your nose into a full glass of sugar syrup-soaked sultanas. Crass. Then a slight After Eight effect, a mint note with chocolate influence. The alcohol shows itself again and again briefly through a slight tingling in the nose, but it is not at all disturbing. Ripe dates are found doused with a dark chocolate. Everything is very heavy and intense. Figs, both ripe and dried, and plum jam are also present. With a few minutes in the glass, the sweet aromas of dark fruits and chocolate are joined by roasted hazelnuts, almonds, some leather and furniture polish. Interestingly, there is now also a fruity, tart note - like gooseberries, orange and kumquat's.
With a few drops of water, it goes more in the spicy direction and it seems like the alcohol stands out more, it stings the nose more. The leather and tobacco flavours come out maybe a little more, but it loses a lot of sweetness and the nice fruit.


Taste
Like a thick, sweet syrup, the Fino Solist glides onto the tongue. The mouthfeel is very soft, almost butter-creamy. Despite a slight astringency due to the high alcohol content, the malt is easy to drink undiluted. In the taste, the fruity aromas dominate less than in the smell. Dark fruits like the plums and dates and the slightly tart orange are naturally present, but it quickly becomes more chocolate-heavy. Nice dark high quality chocolate pieces with roasted nuts and a fair amount of rum sultanas. The old leather and furniture polish get reinforcement from dried tobacco leaves.
In the mouth, the malt does not change with water to its detriment. It becomes perhaps a little rounder and it remains fruitier. 


Finish
A very aromatic, slightly bitter oak spice show you towards the end. Along with the leather and sultanas. Very solid and surprisingly long is the finish.


Conclusion
A hammer piece. I can understand why Jim Murray awarded it in 2012. A typical high-intensity representative of the Solist series. Now I remember why I liked the sherry and port bottlings so much back then. The flavours are brought to the nose and tongue with such force and intensity that it is a joy. If you are in the mood for such an intense experience and have the necessary change, you can buy this without hesitation. 

Mittwoch, 16. November 2022

Daftmill 2006 15y

 

Whiskybase

English Version


Vor Äonen habe ich mir, während einer Dienstreise und einer damit verknüpften längeren Wartezeit auf einem Flughafen, eine Flasche von Auchentoshan im dortigen Duty Free Shop zugelegt. Der Whisky hat mir damals recht gut gemundet, mild, unaufgeregt, genau das Richtige für einen absoluten Newby im Metier, wie ich es damals war. Ich muss zugeben, dies war seit damals auch die letzte Flasche und gleichzeitige Annäherung meinerseits mit einer Lowland Brennerei.

Die Lowlands sind daher ein absolut weißer Fleck auf meiner persönlichen Whiskylandkarte. Dies gehört nun endlich geändert. Und was wäre besser geeignet, als dies mit einer fassstarken Abfüllung eines Daftmills zu tun?! Daftmill ist eine Farm-Distillery und gleichzeitig eine der kleinsten Brennereien Schottlands. Geführt von der Familie Cuthbert läuft die Produktion nur in den Perioden im Jahr, wo die Farmarbeit weitgehend still liegt, also im Mittsommer und Winter. Die Brennerei produziert im Jahr oft nicht mehr als 100 Fässer bzw. hat eine maximale Produktionskapazität von nur 20.000 Liter reinen Alkohols.

Der Daftmill 2006 reifte fünfzehn Jahre lang in 28 First-Fill Ex-Bourbon Casks und wurde 2022 mit natürlicher Fassstärke von 55,7% ungefärbt und ungefiltert in 5.338 Flaschen abgefüllt. 


Aussehen
Dunkles Gelb, wie ein gut gereifter Chardonnay Weißwein


Nase
Ganz zarte Aromen. Sehr filigran. Ein leichter Anflug von Heu und Stroh, vermischt mit dem Duft von Zitrusfrüchten und etwas Butter und Rahm. Der erste Geruch erinnert mich ein wenig an den 12y Bruichladdich von ADoS, der ebenfalls im Bourbonfass reifen durfte - vor allem durch diese feinen Nase mit der Anmutung nach Zitrone, Heu und dem Anflug nach etwas milchig/käsigem.
Nach ein paar Minuten wird es richtiggehend tropisch und fruchtig süß. Reife saftige geschnittene Stücke einer Ananas, Mangofruchtfleisch, etwas Banane, ein Hauch von Marillen- und/oder Pfirsichröster und grüner Apfel mit viel Honig und einer tollen vanilligen Kuchenteignote. Hier hat das Bourbonfass voll zugeschlagen, Bourbonnase par excellence. Wenngleich der Alkohol sich durch ein leichtes Kribbeln meldet, ist die Fassstärke mit über 55% gut integriert.
Mit ein wenig Wasser kommen die Vanille sowie vor allem jetzt die Marille als Röster oder Kompott so deutlich heraus. Toll! 


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem weichen, cremigen Mundgefühl. Lecker. Eine Vanillebombe! Gleich mit dem ersten Schluck schwappt eine solche Vanillenote auf die Zunge, wie ich es bislang noch nie bei einem Malt hatte. Dann gesellen sich wieder der warme Kuchenteig, gefüllt mit süßem Marillen- und nun eher Mangoröster dazu. Dann wechselt der Geschmack ins würzige. Die 15 Jahre im Fass zeigen sich mit einer angenehmen leichten Schärfe, die an Pfeffer oder auch einem guten Ginger Beer erinnert. Das leicht grasige und die Butter- bzw. die Hefenoten aus der Nase sind im Mund nicht mehr vorhanden - nur noch Vanille, Frucht, Kuchen und Pfeffer/Ginger. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.
Mit Wasserbeigabe wird auch im Mund die Vanille und die Frucht noch prägnanter - geht ja kaum noch - sowie auch süßer. Die Würzigkeit nimmt zwar gleichzeitig etwas ab, bleibt aber weiterhin ab dem Mittelteil deutlich und ist ein guter Gegenpol zur Vanille-Fruchtfracht.


Abgang
Immer noch viel Vanille im Finish. Gegen Ende hin werden die bitteren aber weiterhin immer noch sehr aromatischen Holzaromen etwas trockener im Mundraum. Die schöne Kombination aus Vanille, Frucht und Eichenfracht bleiben doch recht lange erhalten.


Fazit
Kurzum toll. Das ist ohne Umschweife ein toller Single Malt aus dem Ex-Bourbonfass. Vor allem diese ausgeprägte Vanille und die Frucht, die ich besonders als Marille wahrgenommen habe, wissen mich zu begeistern. Was mich weniger begeistert ist der ausgerufene Preis von bis zu € 250,-. Leider ist diese Farm-Distillery schon seit Jahren im Hype Universum weit oben gerankt. Aber vom Preis mal wohlwollend abgesehen, der Malt ist ein Genuss. Mein Interesse an den Lowlands ist auf jeden Fall geweckt. Welche Brennerei bzw. Abfüllung würdet ihr geschätzten Leser meines Blogs mir empfehlen?

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English Version


Eons ago, during a business trip and a long wait at an airport, I bought a bottle of Auchentoshan in the duty free shop there. The whisky tasted quite good to me at the time, mild, unagitated, just the right thing for an absolute newby in the profession, as I was at the time. I have to admit, this was also the last bottle and simultaneous approach on my part with a Lowland distillery since then.

The Lowlands are therefore an absolutely white spot on my personal whisky map. This finally needs to be changed. And what better way to do that than with a cask strength bottling of a Daftmill!!! Daftmill is a farm distillery and at the same time one of the smallest distilleries in Scotland. Run by the Cuthbert family, production only runs during the periods of the year when farm work is largely at a standstill, i.e. midsummer and winter. The distillery often produces no more than 100 casks a year or has a maximum production capacity of only 20,000 litres of pure alcohol.

The Daftmill 2006 matured for fifteen years in 28 first-fill ex-bourbon casks and was bottled in 2022 at natural cask strength of 55.7% uncoloured and unfiltered in 5,338 bottles. 

Fotocredit: Daftmill Distillery


Appearance
Dark yellow, like a well-matured Chardonnay white wine.


Nose
Very delicate aromas. Very delicate. A slight hint of hay and straw, mixed with the scent of citrus and some butter and cream. The first smell reminds me a bit of the 12y Bruichladdich from ADoS, which was also matured in a bourbon cask - especially because of this fine nose with the impression of lemon, hay and the hint of something milky/cheesy.
After a few minutes it becomes really tropical and fruity sweet. Ripe juicy sliced pieces of a pineapple, mango pulp, some banana, a hint of apricot and/or peach roast and green apple with lots of honey and a great vanilla cake batter note. Here, the bourbon barrel has hit full force, bourbon nose par excellence. Although the alcohol makes itself known with a slight tingle, the cask strength of over 55% is well integrated.
With a little water, the vanilla and especially now the apricot come out so clearly as a roast or compote. Great. 


Taste
The malt starts with a soft, creamy mouthfeel. Yummy. A vanilla bomb! Right with the first sip, such a vanilla note spills onto the tongue as I've never had with a malt before. Then the warm cake dough, filled with sweet apricot and now rather mango roast, joins in again. Then the taste changes to spicy. The 15 years in the barrel show up with a pleasant slight spiciness, reminiscent of pepper or even a good ginger beer. The slightly grassy and the buttery or yeasty notes from the nose are no longer present in the mouth - only vanilla, fruit, cake and pepper/ginger. The alcohol is very well integrated.
With the addition of water, the vanilla and fruit become even more pronounced in the mouth - hardly possible - as well as sweeter. The spiciness decreases a little at the same time, but remains clear from the middle part onwards and is a good counterbalance to the vanilla fruitiness.


Finish
Still plenty of vanilla in the finish. Towards the end, the bitter but still very aromatic wood flavours become a little drier in the mouth. The nice combination of vanilla, fruit and oakiness lasts quite a long time.


Conclusion
In short, great. Without further ado, this is a great single malt from the ex-bourbon cask. Above all, this pronounced vanilla and the fruit, which I particularly perceived as apricot, know how to excite me. What doesn't excite me so much is the advertised price of up to € 250,-. Unfortunately, this farm distillery has been ranked high in the hype universe for years. But price aside, the malt is a delight. My interest in the Lowlands is definitely aroused. Which distillery or bottling would you esteemed readers of my blog recommend to me?

Mittwoch, 9. November 2022

Laphroaig 10y Sherry Oak

 

Whiskybase

English Version


Seit Anfang 2021 hat der klassische 10jährige von Laphroaig eine neue Variante dazubekommen. Der 10y Sherry Oak wurde anfänglich als limitierte Abfüllung präsentiert, wo es später hieß, sie könne auch in die Standard-Reihe aufgenommen werden. Bis dato ist er eigentlich durchwegs gut erhältlich. Bei der Fassreifung hat sich die Islay-Brennerei etwas überlegt. Ein Viertel des Malts reifte als Vollreifung in Refill-Oloroso Sherry Hogshead, der Rest bekam eine Doppelreifung verpasst. Dabei kam das Destillat nach 9 Jahren der klassischen Reifung in Ex-Bourbon Fässern für ein einjähriges Finish in First Fill Oloroso Seasoned Sherry Hogsheads. Danach wurden beide Teile miteinander vermischt. 

Anders als beim herkömmlichen 10y, der nur mit 40% Alkohol in die Flasche kommt, hat die Sherry-Variante mit 48% deutlich mehr Punch zu bieten. Laut offizieller Information soll diese Abfüllung weder gefärbt noch kühlgefiltert sein. 


Aussehen
Dunkles Rostbraun mit einem rötlichen Schimmer


Nase
Der Sherry Oak beginnt rauchseitig etwas untypisch für einen Laphroig. Die typischen phenolischen Aromen mit den bekannten medizinischen Assoziationen nach Mullbinde, Heftpflaster, Krankenhausflur, und so weiter fehlen anfänglich gänzlich. Es ist eher ein kalter nach Holzasche riechender Rauch, der stark mit den Sherryfassnoten verflochten ist. Mit von der Partie sind Leder, Rosinen, dunkle getrocknete Früchte wie Feigen, Datteln, Pflaumen und etwas Tabak. Nach ein wenig Standzeit und mehr Sauerstoffzufuhr wandeln sich die getrockneten Früchte zu frischen roten Beeren mit einer angenehmen Säure, Brombeeren, Heidelbeeren vielleicht. Auch der Rauch wird jetzt mehr Laphilike, mit nun doch mehr Krankenhausvibes. Überhaupt kommen nun auch mehr die Bourbonfässer mit einer leichten Zitrusfrucht und Vanilleeinschlag zum Vorschein. Als Nachklang im Geruch zeigen sich die europäischen Eichenfässer mit einer angenehmen Würzigkeit. Die 48% Alkohol sind überhaupt nicht zu merken.


Geschmack
Der Malt startet mit einem leicht öligen Mundgefühl. Gleich volle Kanne Rauch! Deutlich intensiver als in der Nase. Im Mund ist gleich vom Beginn an Jod und der typische Krankenhausstyle im satten Rauch zugegen. Gepaart aber immer noch mit etwas kalter Holzkohle, die ich beim normalen 10y nicht hatte. Eine leichte Süße mit Vanille sowie Pflaumen, den getrockneten und nun auch kandierten Früchten und das Leder mit ein paar getrockneten Tabakblättern zeugen auch im Geschmack vom Sherry Finish. Etwas Möbelpolitur ist auch dabei. Dann kommen die Aromen, die ich bei Islay Malts so schätze. Getrocknete Küchenkräuter, geräucherte Fichtennadeln, Baumharz, mit einer Spur Zitrone. Getrockneter Seetang sorgen für den maritimen Touch. 


Abgang
Weiterhin eine homogene Aromenmischung aus Würze, dem Rauch, getrockneten Früchten und etwas Vanille. Am Ende wird es trockener und die Eiche zeigt sich mit einer dezent bitteren Note, der Rauch bleibt lange als kalte Asche in Erinnerung. Insgesamt ist das Finish mittellang.


Fazit
Wenn man sich die Farbe ansieht, dann denkt man heutzutage natürlich sofort an die typischen nassen Sherryfässer. Aber im Gegensatz zu anderen Abfüllungen haben es diese hyperdominaten Fässer beim Laphroig nicht geschafft, das Destillat komplett mit Sherryaromen zu zugleistern. Der typische Rauch und die würzigen Noten können sich in der Nase und im Geschmack behaupten. Sie bekommen aber durchaus einen starken Gegenpart mit der Sherryreifung. Die Nase ist sehr ansprechend, die Kombination der dunklen Sherryaromen mit dem Laphi-Style gefällt mir sehr. im Mund wird es süßer als gedacht. Auch hier sind die Sherryaromen präsent. Aber auch die Kräuter und der maritime Einschlag ist da. Der Preis von rund € 60,- für einen 10y Single Malt ist nicht wenig. Aber leider für 2022 und Islay Bezug nicht unüblich. Mir gefällt er auf jeden Fall besser als der normale 10y - auch wenn er durch den starken Sherryeinfluss für so manchen das typische Laphroaig-Gen manipuliert. Kommt eine Großflasche ins Haus? Mal sehen…könnte durchaus vorkommen.

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English Version


Since the beginning of 2021, Laphroaig's classic 10 year old has had a new variant added to it. The 10y Sherry Oak was initially presented as a limited bottling, where it was later said that it could also be included in the standard range. To date, it has actually been consistently well available. When it came to cask maturation, the Islay distillery thought about something. A quarter of the malt matured as full maturation in refill Oloroso Sherry Hogshead, the rest got a double maturation. After 9 years of classic maturation in ex-bourbon casks, the distillate was transferred to First Fill Oloroso Seasoned Sherry Hogsheads for a one-year finish. Afterwards, both parts were blended together. 

Unlike the traditional 10y, which is bottled at only 40% alcohol, the sherry version packs a lot more punch at 48%. According to official information, this bottling is neither coloured nor chill-filtered. 

Fotocredit: Laphroaig.com


Appearance
Dark rusty brown with a reddish tinge.


Nose
On the smoke side, the Sherry Oak begins somewhat uncharacteristically for a Laphroig. The typical phenolic aromas with the familiar medicinal associations of gauze bandage, sticking plaster, hospital corridor, and so on are initially completely absent. It is rather a cold smoke smelling of wood ash, which is strongly interwoven with the sherry cask notes. There are leather, sultanas, dark dried fruits like figs, dates, plums and some tobacco. After a little time and more oxygenation, the dried fruits turn into fresh red berries with a pleasant acidity, blackberries, blueberries perhaps. The smoke also becomes more laphi-like, with more hospital vibes. In general, the bourbon barrels come to the fore with a light citrus fruit and vanilla impact. The European oak casks show up in the aftertaste with a pleasant spiciness. The 48% alcohol is not noticeable at all.


Taste
The malt starts with a slightly oily mouthfeel. Straight away full can of smoke! Much more intense than in the nose. In the mouth, iodine and the typical hospital style are present in the rich smoke right from the start. But still paired with some cold charcoal, which I didn't have with the normal 10y. A slight sweetness with vanilla as well as plums, the dried and now also candied fruits and the leather with a few dried tobacco leaves also testify to the sherry finish in the taste. Some furniture polish is also there. Then come the flavours that I like in Islay malts. Dried kitchen herbs, smoked spruce needles, tree resin, with a hint of lemon. Dried seaweed provides the maritime touch. 


Finish
Continues to be a homogeneous mix of flavours from spice, the smoke, dried fruits and some vanilla. At the end, it becomes drier and the oak shows itself with a discreetly bitter note, the smoke remains in the memory as cold ash for a long time. Overall, the finish is medium long.


Conclusion
When you look at the colour, nowadays of course you immediately think of the typical wet sherry casks. But unlike other bottlings, these hyper-dominant casks have not managed to completely saturate the Laphroig distillate with sherry flavours. The typical smoke and spicy notes can hold their own in the nose and taste. But they get a strong counterpart with the sherry maturation. The nose is very appealing, I like the combination of the dark sherry flavours with the Laphi style very much. in the mouth it becomes sweeter than expected. The sherry aromas are also present here. But the herbs and the maritime impact are also there. The price of around €60 for a 10y single malt is not cheap. But unfortunately not unusual for 2022 and Islay reference. In any case, I like it better than the normal 10y - even if the strong sherry influence manipulates the typical Laphroaig gene for some. Is a bulk bottle coming into the house? Let's see...could well happen.

Mittwoch, 2. November 2022

Glen Scotia Vintage 2003 Rum Cask Finish

 

Whiskybase

English Version


Das Campbeltown Malt Festival gibt es seit 2008 in der sich zur viktorianischen Zeit selbst ernannten "Whiskyhauptstadt der Welt". Immerhin waren 30 Brennereien in dieser kleinen Stadt einmal tätig und produzierten jede Menge Wasser des Lebens.

Nun sind mit Springbank, Glengyle und Glen Scotia nur noch drei Distilleries über - neben dem ältesten schottischen unabhängigen Abfüller Cadenheads. Mit Dál Riata und Machrihanish sind jedoch zwei neue Brennerei-Projekte am Start. Über die Qualität der dort gebrannten Single Malts brauchen wir nicht sprechen - der momentane Hype spricht Bände.

Wie beim Fèis Íle Festival auf Islay üblich, kommen auch bei diesem Festival immer eigene Abfüllungen auf den Markt. Eine dieser Abfüllungen von Glen Scotia habe ich als Sample ergattert.

Der Vintage 2003 Rum Cask Finish wurde für das Festival aus 2019 herausgebracht. Der Malt reifte etwas mehr 14 Jahre in amerikanische Hogshead-Eichenfässern und erhielt danach für rund acht Monate ein Finish in ehemaligen Demerara Rum Fässern. Es ist eine rauchige Version, die ungefärbt und ungefiltert mit 51,3% Alkohol in die Flaschen kam. 


Aussehen
Helles Gold


Nase
Eine sehr hellfruchtige Nase gleich zu Beginn. Angegrillte Ananas, Marillen und Honigmelone, die auf einem Räucherbrett auskühlen, dass auf einem Kieselstrand liegt mit teilweise getrockneten und feuchten Algenblättern darunter. Es riecht nach Meer und Mineralien.
Der Rauch ist für mich nicht wirklich stark präsent, sondern umgarnt tatsächlich mehr diese frischen, leicht tropisch anmutenden Fruchtaromen. Zusätzlich zeigt sich eine angenehme Süße, die an karamellisierten Zucker oder eine hellere Honigsorte erinnert, sowie ein ordentlicher Schuss Vanilleextrakt.
Mit etwas Standzeit und Sauerstoff kommt auch die typische Campbeltown Schmutzigkeit mehr zum Vorschein - etwas Motoröl und schmutzige Arbeitslappen. Gefällt. Im Hintergrund schwinkt eine leichtwürzige Note der Eichenfässer mit die als Anker für die fruchtig süßen Grundaromen dient. Der Alkohol ist nur dezent zu merken, richtig gut eingebunden.
Mit wenig Wasserbeigabe gelangt der Rauch mehr in den Vordergrund. Auch die Würzigkeit nimmt zu und vermischt sich mehr mit der Fruchtsüße.


Geschmack
Leichte Süße zu Beginn auf der Zunge, die hellen, tropischen Früchte, allen voran die angegrillte Ananas und die Marille, sind auch im Geschmack sogleich vorhanden. Dazu wieder die satte Vanille aus der Nase. Dann wird es überraschend würziger - und zwar deutlich.
Der Alkohol schiebt mit einer prickelnden, fast schon pfeffrig scharfen, Intensität die Aromen voran. Auch ein paar Küchenkräuter addieren sich nun hinzu. Der Rauch ist weiterhin nicht prägend, wenn dann nur als ein kleiner Rest von kalter Asche im Holzgriller. Könnte aber auch die leicht dreckige Campbeltown Note sein. Richtung Abgang wird es mineralisch trockener, leicht adstringierend.
Im Geschmack sorgen ein wenig Wasserbeimengung für eine leichte Reduzierung der würzigen Seite und ein wenig Mehr an Frucht und Süße. Der Malt wird homogener, obwohl er auch ohne Wasser sehr gut funktioniert.


Abgang
Weiterhin recht deutlich würziger Einschlag. Die Vanille mit etwas Honigmelone und Kräutern und einer dezenten bitteren Note verweilen mittellang als Finish. Auch hier ist der Rauch, wenn überhaupt, nur durch eine leicht schmutzige aschige Spur erkennbar.


Fazit
Das Rum-Finish ist für mich vor allem über diese schöne tropischen Fruchtaromen vorhanden. Aber zu keiner Zeit zu dominant. Schöne Fassarbeit. Rauchseitig muss man sich hier nicht fürchten. Der Rauch ist bei dieser Abfüllung nur als Hintergrundsuntermalung vorhanden.
Die Campbeltown Vibes kann dieser Glen Scotia nicht verbergen, was gut ist. Eine insgesamt runde Sache. Ein Großflaschenkandidat wäre diese Abfüllung jedoch keine, dafür fehlt mir das gewisse Etwas. Einen Kilkerran 16y würde ich bevorzugen.

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English Version

The Campbeltown Malt Festival has been taking place in the self-proclaimed "Whisky Capital of the World" in Victorian times since 2008. After all, 30 distilleries were once active in this small town and produced plenty of the water of life.

Now, with Springbank, Glengyle and Glen Scotia, only three distilleries remain - along with Scotland's oldest independent bottler, Cadenheads. However, with Dál Riata and Machrihanish, two new distillery projects are starting. We don't need to talk about the quality of the single malts distilled there - the current hype speaks volumes.

As usual at the Fèis Íle Festival on Islay, there are always own bottlings on the market. I got hold of one of these Glen Scotia bottlings as a sample. The Vintage 2003 Rum Cask Finish was released for the 2019 festival. The malt was matured for just over 14 years in American Hogshead oak casks and then received a finish in ex-Demerara rum casks for around eight months. It's a smoky version that came into the bottles uncoloured and unfiltered at 51.3% alcohol. 

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Light gold


Nose
A very bright fruity nose right from the start. Grilled pineapple, apricots and honeydew melon cooling on a smoking board lying on a pebble beach with partially dried and damp seaweed leaves underneath. It smells of the sea and minerals.
For me, the smoke is not really strongly present, but actually ensnares more these fresh, slightly tropical fruit aromas. In addition, a pleasant sweetness reminiscent of caramelised sugar or a lighter honey variety shows up, as well as a decent dash of vanilla extract.
With some standing time and oxygen, the typical Campbeltown dirtiness also comes out more - some engine oil and dirty work rags. Likes. In the background, a slightly spicy note from the oak casks sways along and serves as an anchor for the fruity-sweet basic flavours. The alcohol is only subtly noticeable, really well integrated.
With a little water added, the smoke comes more to the fore. The spiciness also increases and mixes more with the fruity sweetness.


Taste
Slight sweetness on the tongue at the beginning, the bright, tropical fruits, first and foremost the grilled pineapple and apricot, are also immediately present in the taste. And again the rich vanilla from the nose. Then it becomes surprisingly spicier - and noticeably so. The alcohol pushes the flavours forward with a tingling, almost peppery sharp intensity. A few kitchen herbs are also added now.
The smoke is still not dominant, if then only as a small residue of cold ash in the wood grill. Could also be the slightly dirty Campbeltown note. Towards the finish, it becomes drier mineral-wise, slightly astringent.
On the palate, a little water admixture provides a slight reduction of the spicy side and a little more fruit and sweetness. The malt becomes more homogeneous, although it works very well without water.


Finish
Still quite clearly spicy. The vanilla with some honeydew melon and herbs and a subtle bitter note linger for a medium long finish. Again, the smoke is only discernible, if at all, through a slightly dirty ashy trace.


Conclusion
The rum finish is present for me mainly via those lovely tropical fruit flavours. But at no time too dominant. Beautiful cask work. Smoke-wise, there's nothing to fear here. The smoke is only there as background background in this bottling.
This Glen Scotia can't hide the Campbeltown vibes, which is good. A rounded affair overall. However, this bottling would not be a candidate for a large bottle, because it lacks that certain something. I would prefer a Kilkerran 16y.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Balvenie 12y Double Wood

 

Whiskybase

English Version


Die Brennerei Balvenie liegt in der Speyside, genau genommen in der 1817 von James Duff gegründeten selbsternannten Whiskyhauptstadt Dufftown und ist am selben Areal beheimatet wie Glenfiddich. Gegründet 1892 ist sie, wie Glenfiddich, im Besitz von William Grant & Sons. 

Balvenie hat in den letzten Jahren immer mehr aus dem Schatten von Glenfiddich, der Brennerei die seit vielen Jahren weltweit den meisten SingleMalt verkauft, treten können. 2021 war man bereits an Position sechs mit fast fünf Millionen verkauften Flaschen und nähert sich stetig Glenmorangie, dass noch an fünfter Stelle im Ranking der Brennereien der meist verkauften Single Malts liegt.

Für viele war der Balvenie 12y Double Wood die Einstiegsdroge in die Single Malt Welt. Dieser bereits seit Jahrzehnten verfügbare Malt war dank des damaligen Master Blenders David Stewart einer, wenn nicht sogar der erste, Whisky bei dem ein Finish, also das zusätzliche Reifen eines Whiskys in einer anderen Fassart, zur Anwendung kam. Der 12y Double Wood reift die Hauptzeit klassisch in Ex-Bourbonfässern und kommt danach für ungefähr neun Monate in Ex-Oloroso Sherryfässern aus europäischer Eiche. 

Als Einsteiger-Malt konzipiert erfährt er leider eine Kühlfiltration sowie einer Färbung mit Zuckerzuckercouleur und wird mit 40% abgefüllt.


Aussehen
Sattes Gold, jedoch leider gefärbt.


Nase
Eine leichte feine Nase die anfänglich vor allem eine säuerliche Fruchtigkeit bietet, die an Marmelade aus Sanddorn und Orangen erinnert. Ein Duft zuerst von der Schale und nachdem man sie aufgeschnitten hat auch vom Fruchtfleisch einer sehr reifen Birne zur Spätherbstzeit liegt hinter der Marmelade. Ergänzt wird der Geruch durch eine üppige Vanillenote mit einem Löffel Blütenhonig. Mit ein wenig Zeit kommt auch immer mehr das Finish im Sherryfass zur Geltung. Die Fruchtseite wird dunkler und roter. Jetzt dominieren Amarenakirschen, rote Beeren und eine nette Milchschokolade und Haselnüsse. Alle Aromen sind jetzt fest miteinander verwoben und durch einen süßen Karamellkern ummantelt.


Geschmack
Der Whisky gleitet sehr leicht und weich, fast schon wässrig, auf die Zunge. Eine leichte Süße setzt zusammen mit einem nicht mehr so starken Fruchtanteil die ersten Akzente. Im Geschmack dominieren dann schnell eher die herbwürzigen Sherryfassanteile. Etwas Zimt und Muskat, geröstete Haselnüsse sowie die Schokolade, die im Gegensatz zum Geruch im Mund etwas mehr Kakaoanteil bekommen hat. Die Eiche der Fässer macht sich mit einer sanften Würze und fast so etwas wie Rauch am Gaumen bemerkbar - dies aber nur sehr minimal. Nun sind auch Leder- und leichte Tabakaromen erkennbar.


Abgang
Eine leichte bitteren Note, einer Melange nicht unähnlich, präsentiert sich mit einer angenehm unaufgeregten Eichennote, wo immer wieder noch leicht diese rauchige Assoziation hervor blitzt. Etwas Honigsüße und auch die Schalen der Orange aus der Marmelade sind vorhanden. Ein wohlwollend mittellanges Finish.


Fazit
Trotz dem geringen Alkoholgehalt bietet die Nase eine interessante Mischung aus verschiedenen fruchtigen wie würzigen Aromen. Im Geschmack bzw. beim Mundgefühl hätten ein paar Prozentpunkte beim Alkohol sicherlich gutgetan. Hier wirkt er anfänglich etwas flach, wässrig. Die sehr leichte Rauchassoziation ist interessant. Er ist ein klassischer Einsteigermalt mit einem immer noch guten Preisleistungsverhältnisses. Wer schon tiefer in der Materie steckt, für den wird er vielleicht zu wenig Intensität bietet.

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English Version


The Balvenie distillery is located in Speyside, more precisely in the self-proclaimed whisky capital of Dufftown, founded by James Duff in 1817, and is based in the same area as Glenfiddich. Founded in 1892, it is, like Glenfiddich, owned by William Grant & Sons. 

In recent years, Balvenie has been able to step more and more out of the shadow of Glenfiddich, the distillery that has been selling the most single malt worldwide for many years. In 2021, it was already in sixth place with almost five million bottles sold and is steadily approaching Glenmorangie, which is still in fifth place in the ranking of distilleries of the best-selling single malts.

For many, the Balvenie 12y Double Wood was the gateway drug into the single malt world. This malt, which had been available for decades, was one of the first, if not the first, whiskies to use a finish, i.e. the additional maturation of a whisky in a different type of cask, thanks to the then Master Blender David Stewart. The 12y Double Wood matures the main time classically in ex-bourbon casks and then comes for about nine months in ex-Oloroso sherry casks made of European oak. 

Designed as an entry-level malt, it unfortunately undergoes chill filtration and colouring with sugar couleur and is bottled at 40%.

Balvenie 12y Double Wood


Appearance
Rich gold, but unfortunately coloured.


Nose
A light delicate nose initially offering mainly a tart fruitiness reminiscent of marmalade made from sea buckthorn and oranges. A scent first of the peel and, after cutting it open, also of the flesh of a very ripe pear at late autumn time lies behind the jam. The smell is complemented by a lush vanilla note with a spoonful of blossom honey. With a little time, the finish in the sherry cask also comes more and more to the fore. The fruit side becomes darker and redder. Amarena cherries, red berries and a nice milk chocolate and hazelnuts dominate now. All the flavours are now tightly woven together and coated by a sweet caramel core.


Taste
The whisky glides onto the tongue very easily and softly, almost watery. A slight sweetness, together with a not so strong fruit content, sets the first accents. In the taste, the tangy sherry cask components quickly dominate. A little cinnamon and nutmeg, roasted hazelnuts as well as chocolate, which, in contrast to the smell in the mouth, has been given a little more cocoa. The oak of the casks makes itself felt with a gentle spiciness and almost something like smoke on the palate - but this only very minimally. Now leather and light tobacco flavours are also noticeable.


Finish
A slight bitter note, not unlike a melange, presents itself with a pleasantly unagitated oak note, where this smoky association still flashes forth ever so slightly. Some honey sweetness and also the peel of the orange from the jam are present. A pleasantly medium-long finish.


Conclusion
Despite the low alcohol content, the nose offers an interesting mix of various fruity as well as spicy aromas. On the palate, or rather on the mouthfeel, a few percentage points on the alcohol would certainly have done good. Here, it initially seems a little flat, watery. The very light smoke association is interesting. It is a classic entry-level malt with a still good price-performance ratio. For those who are already deeper into the matter, it will perhaps offer too little intensity.

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Michel Couvreur Special Vatting Peaty Malt Whisky

 

Whiskybase

English Version


Die französische Whisky Veredlungsschmiede Michel Crouvreur ist, seit ich die beiden Overaged Varianten kosten konnte, ein Garant für einen Whisky-Stil, den ich sehr schätze. Whiskys, die eindeutig nicht jung wirken mit einer ordentlichen Portion Sherryfass-Reifung - jedoch nicht zu überbordend, wie aktuell leider sehr oft vorhanden - mit einer großen Portion Old School Flavor mit Leder, Tabak, Rosinen, roten dunklen getrockneten Früchten. Malts, mit denen man sich zum Entspannen gemütlich aufs Sofa setzt und den Tag ausklingen lässt.

Neben der extrem guten Fassauswahl gelingt dies Couvreur vor allem mit dem Lagerort, einem 150 Meter langen Felsenkeller im Burgund. Und genau von dort kommt nun auch der neue Verkostungskandidat, der Special Vatting Peaty Malt. Ein Blend aus drei verschiedenen schottischen Malts mit unterschiedlichem Alter - der jüngste ist mindestens 12 Jahre alt. Vor der Vermählung reiften die drei Whiskys in zwei Amontillado sowie einem Oloroso Sherry Fass. Wie bei Michel Couvreur üblich wird auf Färbung und Kühlfiltration verzichtet. Mit 45% Alkoholstärke wird der Special Vatting in die Flasche gefüllt.


Aussehen
Rötliches Nussbraun


Nase
Die Raucharomen sind anfänglich nicht aufdringlich. Es sind keine, wie zum Beispiel von Islay Malts gewohnten phenolischen, mineralischen Rauchschwaden. Eher von länger schon verkohlten Holzstücken und auch etwas speckiges, wie ein zu viel angebruzeltes Kotelett mit einem schönen Fettrand der zu stark angegrillt wurde und dann langsam auskühlt. Das Fleisch war mit einer schönen fruchtig, säuerlichen Marinade gebeizt gewesen. Denn der Rauch bekommt mit etwas Luft eine tolle fruchtige Komponente. Überhaupt wird es hinter dem Rauch sehr fruchtig. Getrocknete rote Früchte aber auch gleich sehr reife weiche süße Pflaumen, eine Mischung aus Erdbeer- und Orangenmarmelade sind sofort präsent in der Nase. Und dann kommen diese mir bereits vom Overaged 52% so geliebten Old-School-Aromen. Zu der Fruchtkomposition gesellt sich diese typische Mixtur aus altem, gediegenen Altherren-Salon. Dieser im positiven Sinne leicht leicht muffige Geruch nach alten Ledermöbeln, Tabakaromen die an den Wänden, Möbeln und Teppichen und Vorhängen haften und Möbelpoliturenreste. Ein Geruch, der einen einfach einlullt und zum Verweilen einlädt.


Geschmack
Der Malt startet etwas dünnflüssig aber gleichzeitig samtweich auf der Zunge. Im Gegensatz zum Geruch ist der Rauch hier im Mund nun mehr präsent. Er mutet kaltaschiger an, hat aber weiterhin auch noch diese leichte fruchtbetonte Andeutung. Zugleich ist eine unaufdringliche Süße auszumachen, weniger Honig oder Karamell. Mehr eine Fruchtsüße von getrockneten Früchten, wie Feigen, Datteln oder Aprikosen. Das Leder und die Holzpolitur sind da. Eine leichte pfeffrige Note zeigt sich in der Mitte des Geschmacks und wechselt dann wieder hin in Richtung einer angenehmen Bitterkeit, die sich aus Walnüssen und einer dunklen Schokolade mit mindestens 60% Kakaoanteil ergibt. Getrocknete Küchenkräuter blitzen immer wieder aus dem Geschmacksensemble hervor.


Abgang
Weiterhin haftet der alte Zigarrenrauch dicht am Gaumen. Man sitzt im alten Lederfauteuil und genießt ein paar Teile von einem Anisgebäck mit etwas Ingwer. Dazu getrocknete Früchte und Nüsse mit einem Schluck Espresso. Das Finish ist sehr lange.


Fazit
Der leichte Rauch lässt die Nase vielleicht um eine Nuance komplexer wirken, als beim von mir so hoch geschätzten Overaged 52%. Wobei der Malt jetzt kein filigranes Komplexitätsmonster an sich ist. Aber er verleitet einen immerzu am Glas zu riechen und den Geruch schlicht zu genießen. Ähnlich verhält es sich auch beim Geschmack und Finish. Er wirkt sehr alt und gediegen ohne je langweilig zu werden. Im Mund vielleicht nicht mehr so fruchtbetont, wie noch in der Nase. Jedoch gefällt mir der Wechsel zu den Kräutern und dem kurzen Aufflammen einer Pfeffernote sehr gut. Kurzum, toller Malt für die kältere und beschaulicher Zeit im Jahr. Da könnte sich ein Großflasche neben dem Overaged bei mir im Regal einfinden.

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English Version


The French whisky refiner Michel Crouvreur has been a guarantor for a whisky style that I appreciate very much since I was able to taste the two Overaged variants. Whiskies that clearly don't seem young with a good portion of sherry cask maturation - but not too exuberant, as is unfortunately very often the case nowadays - with a large portion of old school flavour with leather, tobacco, sultanas, red dark dried fruits. Malts with which you can sit comfortably on the sofa to relax and end the day.

In addition to the extremely good selection of casks, Couvreur succeeds above all with the storage location, a 150-metre-long rock cellar in Burgundy. And this is exactly where the new tasting candidate, the Special Vatting Peaty Malt, comes from. A blend of three different Scottish malts with different ages - the youngest is at least 12 years old. Before the blend, the three whiskies matured in two Amontillado and one Oloroso Sherry cask. As usual with Michel Couvreur, no colouring or chill filtration is used. The Special Vatting is bottled at 45% alcohol strength.


Appearance
Reddish nut brown


Nose
The smoke aromas are not initially obtrusive. There are no phenolic, mineral smoke clouds, as usual from Islay malts, for example. Rather of longer already charred pieces of wood and also something bacony, like a too much roasted cutlet with a nice fat edge that was grilled too much and then slowly cooled down. The meat had been marinated with a nice fruity, acidic marinade. Because the smoke gets a great fruity component with a little air. In general, it is very fruity behind the smoke. Dried red fruits but also very ripe soft sweet plums, a mixture of strawberry and orange marmalade are immediately present in the nose. And then come those old-school flavours I already loved so much from the Overaged 52%. The fruit composition is joined by this typical mixture of old, dignified old-man salon. In a positive sense, this slightly musty smell of old leather furniture, tobacco aromas that cling to the walls, furniture, carpets and curtains, and furniture polish residue. A smell that simply lulls you and invites you to linger.


Taste
The malt starts a little thin but at the same time velvety on the tongue. In contrast to the smell, the smoke is now more present in the mouth. It seems more cold-ashy, but still has this slight fruity hint. At the same time, there is an unobtrusive sweetness, less honey or caramel. More a fruit sweetness of dried fruits, like figs, dates or apricots. The leather and wood polish are there. A slight peppery note appears in the middle of the flavour and then shifts back towards a pleasant bitterness that comes from walnuts and a dark chocolate with at least 60% cocoa content. Dried kitchen herbs keep flashing out of the flavour ensemble.


Finish
The old cigar smoke continues to cling tightly to the palate. You sit in the old leather fauteuil and enjoy a few pieces of an aniseed biscuit with a little ginger. Along with dried fruits and nuts with a sip of espresso. The finish is very long.


Conclusion
The light smoke makes the nose seem perhaps a shade more complex than with the Overaged 52%, which I hold in such high esteem. The malt is not a filigree complexity monster as such. But it tempts you to keep smelling the glass and simply enjoy the smell. The taste and finish are similar. It seems very old and solid without ever becoming boring. Perhaps not as fruity in the mouth as it was on the nose. However, I like the change to herbs and the brief flare-up of a pepper note very much. In short, a great malt for the colder and more contemplative times of the year. A large bottle could find its way onto my shelf next to the Overaged.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Macallan 12y Triple Cask

 

Whiskybase

English Version

Neben der Sherry Oak Serie, wo ich bereits den 12jährigen mit 43% verkostet habe, gibt es als weitere Reihen mit Altersangabe noch Double Cask, wo amerikanische und europäische Sherryfässern verwendet werden, auch Triple Cask. Bei dieser Range kommen neben den auch bei Double Cask eingesetzten Sherryfässern aus amerikanischer und europäischer Eiche zusätzlich Ex-Bourbon-Fässer zur Anwendung.

Und den mit 12 Jahren jüngsten aus der Triple Cask-Serie habe ich letztens im Glas gehabt. Der Single Malt ist ungefärbt, jedoch ist er kühlgefiltert, wahrscheinlich damit er mit Eis genossen nicht trüb wird. Die Alkoholstärke beträgt nur 40% und ist damit hervorragend für Einsteiger geeignet.


Aussehen
Helles Gold


Nase
Gleich zu Beginn eine recht fruchtbetonte Nase! Helles grünes und gelbes Obst wie Äpfel und Birnen, aber auch Anzeichen von Zuckermelone, Marillen und etwas Saft von Mandarinen und Zitronen lässt sich hier gut aufschlüsseln. Zusätzlich gibt es einen süßen Blütenhonig mit Zitronenzesten zusammen mit einem warmen Kuchenteig - ein leckerer Streuselobstkuchen. Im Hintergrund wird es mit ein paar Minuten Standzeit recht würzig mit einer dezenten Pfeffernote. Dies scheint von den verwendeten Fässern zu kommen. Von den Sherryfässern ist jetzt im Geruch eher weniger zu bemerken. 


Geschmack
Der Malt startet mit einem weichen, nahezu sanft anmutenden Mundgefühl. Zu der sofort einsetzenden honigsüßen Note gesellt sich überraschend schnell eine deutliche würzige Pfeffer- oder auch Ingwerschärfe zum Geschmackserlebnis dazu. Ein wenig Vanille und etwas vom in der Nase vorher erkennbaren Obst ist, wenn auch nicht mehr so deutlich, noch vorhanden. Die Eiche übernimmt hier deutlicher das Kommando. Nachdem der erste würzige Anstoß verklungen ist, kommen leichte Anklänge von Leder und Tabak zum Vorschein. Dies könnte noch von den verwendeten Sherryfässern herrühren. Trotz des geringen Alkoholgehaltes ist das Geschmacksprofil nicht flach und durchaus ordentlich.


Abgang
Das Finish begleiten die Leder- und Tabak-Aromen sowie eine immer deutlichere Trockenheit und etwas Bitterkeit, die aber die Intensität eines „Kleinen Braunen“ nicht übersteigt. Insgesamt ist der Abgang eher von kurz bis wohlwollend mittellanger Dauer.


Fazit
Den Fruchtkorb in der Nase finde ich recht sympathisch und anregend. Auch die malzigen Noten, die einem Kuchenteig nahe kommen und zusammen mit dem Obst und der Süße und Vanille einen Fruchtstreuselkuchen vorgaukeln. Im Geschmack ist von dieser Fruchtigkeit jedoch eher weniger zu schmecken. Hier übernehmen recht flott die Eichenfässer und der Holzeinfluss. Die typischen Aromen von Sherryreifung suche ich eher vergeblich, mal vom dezenten Leder- und Tabakeinschlag im Mund abgesehen. Der Preis passt leider überhaupt nicht zum Gesamtergebnis. Wenn hier nicht Macallan auf dem Etikett stehen würde, würde der Preis von € 80,- bis € 90,- nie funktionieren. Für einen netten kleinen Schluck nebenher beim Ansehen eines 007 James Bond Films ist er sicherlich gut geeignet.

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English Version

In addition to the Sherry Oak series, where I have already tasted the 12-year-old with 43%, there is another series with an age statement, Double Cask, where American and European sherry casks are used, also called Triple Cask. In this range, ex-bourbon casks are used in addition to the American and European oak sherry casks used in Double Cask.

And the youngest of the Triple Cask series, 12 years old, was in my glass the other day. The single malt is uncoloured, but it is chill-filtered, probably to prevent it from becoming cloudy when enjoyed with ice. The alcohol strength is only 40%, making it excellent for beginners.

Fotocredit: The Macallan


Appearance
Light gold


Nose
Quite a fruity nose right from the start! Bright green and yellow fruits like apples and pears, but also signs of sugar melon, apricots and some juice from tangerines and lemons can be broken down well here. In addition, there is a sweet floral honey with lemon zest along with a warm cake batter - a delicious crumble fruit cake. In the background, with a few minutes of standing time, it becomes quite spicy with a subtle pepper note. This seems to come from the casks used. There is rather less of the sherry casks in the smell now. 


Taste
The malt starts with a soft, almost gentle mouthfeel. The immediate honey-sweet note is surprisingly quickly joined by a distinct spicy pepper or ginger heat to the taste experience. A little vanilla and some of the fruit that was recognisable in the nose before is still present, although not as clearly. The oak takes over more clearly here. After the initial spicy kick has faded, light hints of leather and tobacco emerge. This could still come from the sherry casks used. Despite the low alcohol content, the flavour profile is not flat and quite decent.


Finish
The finish is accompanied by the leather and tobacco flavours as well as an increasingly obvious dryness and some bitterness, which however does not exceed the intensity of a "little brown". Overall, the finish is rather short to benevolently medium in duration.


Conclusion
I find the basket of fruit on the nose quite likeable and stimulating. Also the malty notes, which come close to a cake batter and together with the fruit and sweetness and vanilla suggest a fruit crumble cake. In the taste, however, there is rather less of this fruitiness. Here, the oak barrels and the wood influence take over quite quickly. I search in vain for the typical aromas of sherry maturation, apart from the discreet leather and tobacco impact in the mouth. Unfortunately, the price does not match the overall result at all. If it didn't say Macallan on the label, the price of € 80,- to € 90,- would never work. For a nice little sip on the side while watching a 007 James Bond film, it is certainly well suited.

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