Freitag, 26. Juni 2026

The Copper Giant Jamaica Rum Navy Strength – Steambound 1/13 (whic)

 

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Neben Whisk(e)y aus Schottland, Irland sowie Bourbon und Rye aus den USA ist Rum – ebenso wie Rhum Agricole, der französische Vertreter – sicherlich mein zweites großes Standbein im Bereich Spirituosen.

In den letzten Monaten habe ich mich zunehmend auch Rums mit höheren Estergehalten angenähert. Allen voran sind hier die jamaikanischen Vertreter zu nennen. Diese besonders intensiven, tropisch-funkigen Düfte und Aromen sind einerseits durchaus herausfordernd, gleichzeitig aber auch ausgesprochen faszinierend und lecker.

Mit The Copper Giant hat whic.de nun unter dem Namen Steambound seine erste eigene Rum-Serie gestartet. Den Auftakt macht ein jamaikanischer Rum in Navy Strength mit 57,2 % vol., der vier Jahre in Europa in einem PX-Sherry-Quarter-Cask reifen durfte. Ausgestattet ist er mit einem Estergehalt von beachtlichen 700 g/hLPA (Gramm pro Hektoliter reinen Alkohols) und gehört damit klar zur Kategorie der High-Ester-Rums.

Welche Brennerei sich dahinter verbirgt, ist offiziell nicht bekannt. Der angegebene Estergehalt von 700 g/hLPA liefert jedoch einen interessanten Hinweis für Spekulationen.

Im Bereich um 700 g/hLPA kommen nach heutigem Kenntnisstand im Wesentlichen drei jamaikanische Brennereien infrage. Long Pond produziert mit dem Mark STC★E (Simon Thompson Cambridge Estate) einen Rum mit etwa 550 bis 700 g/hLPA; auch der Mark TECA beginnt ungefähr in diesem Bereich und reicht darüber hinaus bis etwa 800 g/hLPA.

Auch Hampden Estate verfügt mit dem Mark HLCF (Hampden Light Continental Flavour) über einen Esterbereich von rund 500 bis 700 g/hLPA. Der nächsthöhere Mark <>H (Diamond H) bewegt sich dagegen bereits bei etwa 900 bis 1.000 g/hLPA.

Als dritte mögliche Herkunft kommt Worthy Park Estate infrage. Dort erreicht der Mark WPM etwa 600 bis 700 g/hLPA, während WPH noch einmal deutlich esterreicher ausfällt und bis über 800 g/hLPA reicht.

Eine eindeutige Zuordnung lässt sich anhand des Estergehalts allein natürlich nicht treffen. Dennoch würde ich auf Long Pond tippen, da unabhängige Hampdens eher selten sind und der Mark WPM bei Worthy Park ebenfalls nicht so häufig vorkommen.

Fotocredit: whic.de


Aussehen
Nussbraun, mittlerer Mahagoniton.


Nase
Ein regelrechter Dufttornado entströmt dem Snifter. Im unverdünnten Zustand merkt man zwar, dass die hohe Alkoholstärke die Entfaltung der Aromen zunächst etwas hemmt, doch das, was bereits wahrnehmbar ist, wirkt enorm intensiv und vielschichtig.

Typisch für Jamaika tritt zunächst eine ausgeprägte Esternote hervor, die sich vor allem in Form überreifer tropischer Früchte zeigt: zerdrückte Bananen, sehr reife Ananas, Mango und Kokosmilch bestimmen den ersten Eindruck. Hinzu kommen die von vielen geliebten, von manchen jedoch gefürchteten Funk-Noten, die an Lack, Gummireifenabrieb oder andere leicht schmutzige Industriegerüche erinnern.

Mit zunehmender Standzeit verliert die Navy Strength immer mehr ihre Dominanz. Dadurch öffnen sich die Aromen weiter und auch der Einfluss des PX-Sherryfasses tritt deutlicher hervor. Der tropische Esterfunk verbindet sich nun mit süßen, dunklen Beerenaromen des PX-Sherrys. Man könnte fast meinen, man hätte ein Haribo-Himbeergummibärchen auf Speed vor der Nase. Ergänzt wird diese fruchtige Süße durch würzige Holznoten.

Bereits zwei bis drei Tropfen Wasser auf etwa 2 cl verändern den Rum merklich. Die alkoholische Schärfe tritt zurück, während die PX-Noten mehr Raum einnehmen. Gemeinsam mit den tropischen Fruchtaromen entsteht nun für mich ein ausgesprochen harmonisches und ausgewogenes Gesamtbild.


Geschmack
Der Einstieg ist äußerst kraftvoll, der Alkohol deutlich präsent. Der Rum legt sich beinahe sirupartig auf die Zunge und fließt angenehm dickflüssig durch den Mund. Eine mittlere Schärfe wird von den bereits bekannten überreifen tropischen Früchten begleitet, allen voran Banane und Ananas.

Nahezu zeitgleich mit schwarzem Pfeffer, Zimt und Muskat entwickelt sich eine intensive Süße, die an dunklen Honig erinnert – sowohl geschmacklich als auch von der Konsistenz.

Den Einfluss des PX-Sherryfasses empfinde ich am Gaumen sogar noch deutlicher als in der Nase. Die Beeren wirken nun eher getrocknet, dazu gesellen sich Datteln, Feigen und eine feine Nussigkeit.

Mit derselben Menge Wasser reduziert sich zwar die alkoholische Schärfe etwas, der Rum bleibt jedoch weiterhin ausgesprochen kraftvoll und intensiv. Interessanterweise nimmt die Süße meinem Eindruck nach sogar noch leicht zu.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Im langen Finale treten die schmutzigen Funk-Noten wieder stärker hervor und verbinden sich mit einer zunehmend präsenten Bitterkeit. Banane und Ananas begleiten die Verkostung bis zum Schluss und bleiben noch lange angenehm auf Zunge und Gaumen erhalten.

Mit Wasser wird mir der Rum im letzten Drittel allerdings fast etwas zu bitter. Hier treten die Gerbstoffe des Fasses für meinen Geschmack zu deutlich hervor.


Fazit
Die Kombination aus einem High-Ester-Jamaica-Rum und einer Vollreifung im PX-Sherryfass finde ich ausgesprochen spannend.

Auch Hampden verfolgt mit seinen Pagos-Abfüllungen einen ähnlichen Ansatz und kombiniert esterreichen Jamaica Rum mit einer Reifung in Oloroso- und PX-Sherryfässern. Eine Flasche davon steht zwar bereits bei mir, geöffnet habe ich sie allerdings noch nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich beide Abfüllungen stilistisch in einigen Punkten ähneln.

Trotz der Navy Strength empfehle ich diesen Rum eher ohne Wasser zu genießen. Zwar bringt eine geringe Wasserzugabe zusätzliche Facetten in die Nase, geschmacklich und insbesondere im Abgang verliert der Rum für mich jedoch etwas an Balance und wird spürbar trockener sowie bitterer.

Lieber kleine Schlückchen nehmen, lange im Mund behalten und sich Zeit lassen. So macht dieser Rum am meisten Freude.

Ich bin jedenfalls gespannt, welche Ideen whic.de für die kommenden Steambound-Abfüllungen noch bereithält. Der Auftakt ist auf jeden Fall gelungen.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Jack Daniel‘s Single Barrel Heritage Barrel

 

Whiskybase

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Die Single-Barrel-Reihe von Jack Daniel’s hat mit dem Heritage Barrel permanenten Zuwachs erhalten. Zu den Besonderheiten dieser Variante zählt einerseits die Alkoholstärke von lediglich 50 %, mit der der New Make ins Fass gefüllt wird. Dadurch soll das Wasser intensiver mit dem Holz interagieren, was letztlich zu einer milderen und süßeren Aromatik im fertigen Whiskey führen soll.

Darüber hinaus lagern die Fässer für diese Abfüllung in den obersten Ebenen der Lagerhäuser in Lynchburg und sind dadurch höheren Temperaturen ausgesetzt. Dies zeigt sich auch daran, dass die Abfüllstärke ebenfalls bei 50 % liegt. Durch die stärkere Verdunstung von Wasser steigt der Alkoholgehalt während der Reifung wieder an. Zusätzlich werden die verwendeten Fässer doppelt so lange getoastet wie bei anderen Abfüllungen von Jack Daniel’s – nämlich 24 statt der üblichen 12 Minuten.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit goldenen Reflexen.


Nase
Unverkennbar Jack Daniel’s. Diese wahrscheinlich dem Lincoln County Process geschuldete weiche, karamellisierte Milchkaramellnote ist sofort präsent und wird von einer Spur Butterpopcorn begleitet.

Die Ähnlichkeiten zu den anderen Single-Barrel-Abfüllungen sind deutlich erkennbar. Mit dem millionenfach verkauften, hochverdünnten Old No. 7 hat dieser Whiskey dagegen nur noch wenig gemeinsam.

Die 50 % vol. sorgen für einen kraftvollen Transport der Aromen zur Nase und wirken stellenweise sogar etwas intensiver, als man zunächst erwarten würde. Mit etwas Luft und Standzeit verflüchtigen sich diese Alkoholspitzen jedoch zunehmend.

Zurück bleiben cremiges Toffee, dunkles Karamell, reichlich Vanille sowie Noten von Bananenbrot, Minze und Kirschsirup. Insgesamt erscheinen mir die Aromen dunkler und reifer als bei den anderen Single Barrels. Das Holz wirkt vor allem im letzten Drittel der Verkostung deutlich präsenter und kraftvoller. Das Karamell scheint nochmals eine Spur länger im Topf geköchelt zu haben. Zimt und Muskatnuss ergänzen das Aromenspiel um würzige Facetten.

Die Nase wirkt kraftvoll, zugleich aber ausgesprochen harmonisch und ausgewogen. Am liebsten würde man das Glas gar nicht mehr von der Nase nehmen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Auftakt ist sehr lebendig und wird von einem kurzen Aufflackern kräftigen schwarzen Pfeffers begleitet. Die geröstete Eiche ist sofort präsent und bringt reichlich Zimt und Muskat mit. Sehr lecker!

Hinter dieser anfänglichen Würze erscheinen süßes Toffee und Creme Brûlée mit einer dünnen Schicht knackigen Karamells. Das Mundgefühl ist cremig, beinahe schon dickflüssig. Der Kirschsirup und die Minze aus der Nase verbinden sich am Gaumen zu einem Eindruck von Pfefferminzbonbon mit Kirschgeschmack.

Der Alkohol bleibt jederzeit spürbar, ist jedoch sehr gut eingebunden und sorgt für die notwendige Intensität. Gegen Ende werden Zunge und Zahnfleisch zunehmend trockener. Ich vermute, dass dies weniger auf den Alkohol als vielmehr auf die recht präsente Eiche zurückzuführen ist.


Abgang
Leichte Bitterstoffe verbinden sich mit braunem Zucker und Zimt. Zusammen mit der Süße des Toffees entsteht eine schöne Komposition, die lange am Gaumen nachhallt.


Fazit
Eine rundum gelungene Ergänzung der Single-Barrel-Reihe!

Wie schon der Single Barrel Barrel Proof gefällt mir auch diese Abfüllung aus der Single-Barrel-Serie ausgesprochen gut. Der eigenständige Stil eines Tennessee Whiskeys und insbesondere der typische Charakter von Jack Daniel’s mit seiner weichen Karamellnote durch den zusätzlichen Kohlefilter-Durchgang sind sofort erkennbar.

Bekommt man die Flasche für rund 75 Euro, ist sie für mich ein klarer No-Brainer.

Dienstag, 16. Juni 2026

Bruichladdich Islay Barley 2012

 

Whiskybase

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Nach der Verkostung des Bere Barley 2010 im Sommer letzten Jahres bin ich auf den Geschmack dieser Terroir-Abfüllungen von Bruichladdich gekommen, bei denen ausschließlich regionale Gerste zum Einsatz kommt. Vor allem der eher puristische, klar definierte Geschmackscharakter gefällt mir sehr – Whisky pur, ohne viel Schnickschnack.

So kam es, dass ich mir in den folgenden Monaten über das Auktionshaus Krüger einige dieser besonderen Gerstenabfüllungen zulegte. Neben weiteren Bere Barleys und einem Port Charlotte Scottish Barley fand schließlich auch ein Bruichladdich Islay Barley seinen Weg in meine Sammlung.

Die Wahl für die nächste Verkostung fiel auf den Bruichladdich Islay Barley 2012. Für diese Abfüllung wurde Gerste von acht Farmen – Coull, Cruach, Dunlossit, Island, Mulindry, Rockside, Starchmill und Sunderland Farms – aus der Umgebung der Brennerei verarbeitet. Leider hat Bruichladdich bei der letzten Überarbeitung seiner Webseite das Archiv älterer Abfüllungen aus der Navigation entfernt. Deshalb war es mir nicht möglich, aus offizieller Quelle die genaue Fasszusammenstellung nachzuvollziehen. Auf der Flasche selbst steht lediglich „8 Years in Oak Casks“, was wenig aussagekräftig ist, da schottischer Single Malt nach Definition der SWA ohnehin ausschließlich in Eichenfässern reifen darf.

In verschiedenen Quellen im Internet findet sich die Angabe, dass 75 % First Fill American Oak und 25 % French Oak Casks zum Einsatz kamen. Einige wenige Seiten präzisieren die französischen Eichenfässer sogar als Refill Wine Casks. Welche Weine diese zuvor enthielten, wird allerdings nicht weiter erläutert.

Wie bei den Terroir-Abfüllungen von Bruichladdich üblich, beträgt die Alkoholstärke 50 %. Selbstverständlich wurde weder mit Farbstoff nachgeholfen noch kühlfiltriert.


Aussehen
Helles Stroh, junger Weißwein.


Nase
Sehr hellfruchtig und zugleich maritim präsentiert sich der erste Eindruck dieses Islay Barley. Salzige Gischt und Mineralität erinnern an einen Kiesstrand am Meer. Bei der Frucht stehen vor allem das Fruchtfleisch von Nashibirnen und saftigen grünen Äpfeln im Vordergrund. Kann man Frische und Knackigkeit bei Obst riechen? Eine bessere Assoziation für diese jugendlich-saftige Note fällt mir jedenfalls nicht ein. Dazu kommen Vanille und eine eher unterschwellige Süße.

Schwenkt man den Whisky im Glas oder benetzt den Glasrand damit, erscheint auch der mir von jungen Bruichladdichs aus dem Bourbonfass bekannte Duft nach Joghurt und weichem Camembert – leicht säuerlich, fast wie vergorene Milch.

Ergänzt wird dies durch Aromen von frischem Getreide, Müsli mit Haferflocken sowie Heu und Stroh. Alkohol ist praktisch nicht wahrnehmbar. Insgesamt wirkt die Nase sehr puristisch und geradlinig: Sie konzentriert sich auf wenige Aromen, die dafür umso deutlicher und intensiver hervortreten.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Überraschend süß startet der erste Schluck. Das Mundgefühl ist ausgesprochen cremig und weich. Zu der Süße gesellen sich reichlich frische Getreide- und Müslinoten, begleitet von Zitronensaft, Ananas und Aprikosen. Nach dieser süß-fruchtigen Getreidemischung entwickelt sich eine kurz anhaltende Schärfe, die an frischen Ingwer oder weißen Pfeffer erinnert. Gleichzeitig treten leicht herbe, bittere Eichenwürze und mineralisch-salzige Noten hervor, die dem Whisky einen maritimen Touch verleihen und wunderbar mit seiner süß-pikanten Grundcharakteristik harmonieren. Der Alkohol sorgt zudem für eine angenehme spritzige Frische, die mich immer wieder an Menthol denken lässt.


Abgang
Das Finale fällt nicht allzu lang aus und bewegt sich eher im kurzen bis mittellangen Bereich. Die Eiche steuert etwas Bitterkeit bei, die jedoch rasch wieder verschwindet. Danach dominieren vor allem süße und fruchtige Aromen den Ausklang.


Fazit
Der Bruichladdich Islay Barley 2012 ist für mich erneut ein schönes Beispiel eines Single Malts, der sich bewusst auf wenige Aromen konzentriert. Manchem Genießer mag er dadurch zu schlicht oder zu puristisch erscheinen. Mir gefällt dieser Stil jedoch ausgesprochen gut. Zwar muss ich ihn nicht jeden Tag im Glas haben, doch er erdet einen, lädt zum ruhigen Beschäftigen ein und belohnt mit einem entspannten, bewussten Genuss. Genau das schätze ich an solchen Whiskys sehr.

Dienstag, 9. Juni 2026

Highland Park Full Volume

 

Whiskybase

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Highland Park mit Ex-Bourbonreifung – diese Kombination ist mir in den letzten beiden Jahren immer mehr ans genießerische Herz gewachsen. Für meinen Geschmack funktioniert der würzige, eigenständige Grundcharakter von Highland Park mit den typischen hellfruchtigen und vanilligen Aromen eines Ex-Bourbonfasses ausgezeichnet. Bis jetzt konnte ich diese Fasskombination allerdings fast ausschließlich über unabhängige Abfüller wie Meadowside Blending oder Signatory Vintage kennenlernen.

Im offiziellen Sortiment von Highland Park gibt es nur wenige Abfüllungen, die ohne Sherryfässer auskommen. Eine davon ist der Full Volume aus dem Jahr 2017, für den 481 First-Fill-Ex-Bourbon-Fässer mit Destillat aus dem Jahr 1999 befüllt wurden, das anschließend 17 Jahre reifen durfte.

Der Name „Full Volume“ entstammt der Welt der Musik. Highland Park wollte mit dieser Abfüllung die Parallelen zwischen der Arbeit eines Musikproduzenten und der eines Whisky Makers aufzeigen: In beiden Fällen geht es darum, unterschiedliche Komponenten so auszubalancieren, dass selbst bei voller Lautstärke beziehungsweise voller Aromenkraft ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Passend dazu wurde die Verpackung im Stil eines Vintage-Gitarrenverstärkers gestaltet.

Auf der Seite der als alten Gitarrenverstärker designten Verpackung sind Regler aufgedruckt (für Torf, Bourbon, Frucht und Vanille) aufgedruckt. Der Lautstärkenregler ist sogar auf 11 hochgedreht.

Ich konnte eine Flasche davon zu einem guten Preis beim Auktionshaus Krüger erstehen und bin sehr gespannt, ob eine Originalabfüllung mit dieser Fassbelegung genauso gut funktioniert wie die unabhängigen Vertreter.


Aussehen
Dunkles Strohgelb.


Nase
Die für mich so typischen Noten von Heidekraut, die sanfte, sehr eigene Würzigkeit mit ihrem Hauch von Rauch, die ich so an Highland Park schätze, lassen sich zu Beginn nicht feststellen. Dafür zeigt sich eine sehr fein ausgeprägte Bourbonnase. Richtig viel Vanille, eine angenehme, nicht übertriebene Süße, eher wie heller Kuchenteig, dazu ein tropisches Fruchtbouquet vom Feinsten. Mit einer leichten Säure, die an Ananas erinnert, dazu reife Birnen, Mirabellen und Pfirsiche.

Die amerikanische Weißeiche macht sich durch eine leicht sägemehlartige Holznote im Hintergrund bemerkbar. Der Alkohol ist gut eingebunden und bringt eine dezente Frische sowie Lebendigkeit in den Geruch. Insgesamt wirkt die Nase sehr ausbalanciert und harmonisch, man merkt ihr das Alter durchaus an.

Auch nach rund 15 Minuten erkenne ich kein Heidekraut. Bei einer Blindverkostung hätte ich hier ziemlich sicher nicht auf Highland Park getippt.


Geschmack
Im Mund eröffnet der Whisky zwar weich, wirkt jedoch merklich kraftvoller als in der Nase und zeigt sich deutlich stärker von seiner würzigen Seite. Mineralische Noten, Bittermandeln und leichte Bitterstoffe von Apfelschalen prägen den ersten Eindruck. Und da ist es! Das im Geruch so schmerzlich vermisste Heidekraut – und zwar ziemlich ausgeprägt, muss ich sagen.

Nach dem herbwürzigen Start übernimmt eine angenehme, nicht zu intensive Süße das Kommando. Sie erinnert vor allem an Puderzucker, der mit Vanille und Zitronenextrakt aromatisiert wurde.

Nach diesem süßen Intermezzo treten wieder würzigere Noten auf die Geschmacksbühne: eine Prise schwarzer Pfeffer, etwas Pfefferminze und Holzsäfte. Und immer noch ist das kräuterig-würzige Heidekraut allgegenwärtig. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Der Alkohol bleibt hervorragend integriert und klar definiert.


Abgang
Gegen Ende erahnt man eine leichte Rauchnote, als würde man an einem angebrannten Stück Holz lecken. Das Heidekraut tritt nun noch deutlicher hervor. Auch die mineralische Komponente bleibt weiterhin präsent. Insgesamt besitzt der Whisky einen mittellangen Abgang.


Fazit
Vor allem in der Nase fällt es schwer, ihn sofort als Highland Park zu identifizieren. Dort dominiert zunächst das First-Fill-Bourbonfass das Geschehen. Spätestens am Gaumen tritt der Brennereicharakter der Orkney-Destillerie jedoch deutlich hervor. Dabei erinnert er mich stellenweise stark an den 18-jährigen Secret Orkney 2002 von MBI. Der Full Volume zeigt eindrucksvoll, wie stark First-Fill-Bourbonfässer den Charakter von Highland Park zunächst überdecken können, ohne ihn jedoch vollständig zu verdrängen.

Man sollte diesem Whisky etwas Zeit geben. Ab dem zweiten Glas wirkt alles deutlich runder und harmonischer. Dann zeigt der Full Volume, was wirklich in ihm steckt. 

Mittwoch, 3. Juni 2026

Ballechin 18y Batch 1

 

Whiskybase

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Die Abfüllungen von Edradour, sowohl deren nichtrauchige als auch ihre stark rauchigen Varianten mit der Bezeichnung Ballechin, sind immer gern gesehene Gäste in meinem Whiskyglas. Bislang hatte ich fast immer eher intensive Weinfassreifungen dieser kleinen Brennerei aus den Highlands im Glas. Eine Ausnahme war die zehnjährige Standardabfüllung von Ballechin, die eigentlich in Ex-Bourbon- und Sherryfässern gereift ist, bei der ich jedoch fast ausschließlich klassische Ex-Bourbon-Aromen wahrnahm, gepaart mit den für Ballechin typischen, leicht schmutzigen, nach Heu und Kuhstall duftenden Rauchnoten.

Umso mehr war ich auf das Sample des ersten Batches des Ballechin 18y gespannt. Diese regelmäßig wiederkehrende Small-Batch-Abfüllung in Fassstärke reift ausschließlich in First-Fill- und Second-Fill-Bourbon-Barrels. Dieses Batch wurde 2004 gebrannt und im April 2023 abgefüllt. Ohne zusätzliche Farbgebung und Kühlfiltration wanderte der Whisky mit 50,9 % Alkoholstärke in die Flaschen. Für eine Fassstärke sind 50,9 % eigentlich nicht besonders viel, selbst wenn man die 18 Jahre Reifezeit berücksichtigt. Vor allem wenn man bedenkt, dass das zweite Batch bereits ein Jahr später mit 57,8 % abgefüllt wurde. Es wäre interessant zu erfahren, wie es zu diesem für eine Fassstärke doch recht niedrigen Alkohollevel kam.


Aussehen
Sattes Gelbgold


Nase
Sehr dichte, schwere Rauchschwaden begrüßen mich aus dem Glas. Zuerst stark an Holzrauch und die Asche eines heruntergebrannten Lagerfeuers erinnernd, zeigen sich nach einigen Momenten auch phenolische Noten, die leicht ins Medizinische abdriften und an Heftpflaster sowie Krankenhausflair erinnern. Ich erkenne in ihm auch den deutlich älteren Bruder des 10y. Ich hatte damals beim 10y, obwohl bei ihm auch Sherryfässer beteiligt gewesen sein sollen, fast ausschließlich Ex-Bourbonfass-Aromen im Rauch wahrgenommen. Ebenso eine gewisse „nasses Heu oder auch schon Kuhstall“-Attitüde, verbunden mit einer deutlichen Süße und viel Vanille.

Und genau diese Assoziationen, nur nun weitaus reifer und ausgewogener, habe ich auch beim 18jährigen. Zusammen mit einer gewissen Schmutzigkeit, die sich mit dem Rauch verbindet, welcher sich immer stärker mit süßer Vanillecreme vermählt. Hinter dem Rauch erkenne ich als Fruchtnoten kühlendes Zitronensorbet, saftige Ananasstücke sowie geschälte Banane. Leicht zwischen den Fingern zerriebene Küchenkräuter sowie eine dem Alter angemessene Holzwürze runden das Aroma ab. Der Alkohol ist sehr gut mit den Aromen verwoben. Eine wirklich feine, homogene und gesetzte rauchige Bourbonnase.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Wie in der Nase gibt auch im Mund der Rauch von Beginn an den Ton an. Sehr dick, ölig und fast schon klebrig präsentiert sich der volljährige Ballechin zunächst. Vor allem warme Asche mit einem Hauch von Phenolik breitet sich im gesamten Mundraum aus. Ein echtes Rauchkraftwerk. Hinter beziehungsweise unter der Rauchdecke findet sich eine süße Vanillesauce, die über Limetten-Minz-Sorbet gegossen wurde. Die zerriebenen Küchenkräuter aus der Nase haben nun eine deutliche Spur von Räucheraromen angenommen. Mit fortschreitender Verkostung werden Gaumen, Zahnfleisch, Zunge und Wangeninnenseiten immer trockener. Dies ist eher dem Rauch als der Alkoholstärke geschuldet. Überhaupt ist der Alkohol, wie schon in der Nase, sehr gut integriert. Gegen Ende, bereits in Richtung Abgang gehend, kommen noch einige bittere Noten hinzu, die an Kochschokolade oder ungesüßtes Kakaopulver erinnern.


Abgang
Zum Finale ist natürlich der Rauch immer noch sehr präsent. Nun erkenne ich wieder die leicht schmutzige, an Gummi erinnernde Aromatik. Daneben zeigt sich weiterhin eine leicht herbe Bitterkeit. Dank des aschigen Rauchs bleibt der Whisky am Gaumen und im Rachen lange als öliger Film haften.


Fazit
Man nimmt dem Whisky seine Reifezeit von 18 Jahren absolut ab. Obwohl er mit kräftigen, robusten Aromen glänzt, wirken diese zu jeder Zeit harmonisch und gesetzt. Der Rauch hat während der 18 Jahre Reifezeit nichts von seiner Kraft und Intensität verloren. Ein schönes Wechselspiel zwischen dem starken Rauch und den reifen Ex-Bourbonnoten. Wem der spezielle Charakter von Ballechin mundet, sollte diese Abfüllung zumindest einmal gekostet haben.

Dienstag, 26. Mai 2026

Allt-a-Bhainne 25y - Old Gods Thor‘s Trials I (whic)

 

Whiskybase

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Mit Thor's Trials startet whic.de einen neuen dreiteiligen Abschnitt in ihrer Old Gods Serie in Kooperation mit Signatory Vintage. Für die Abfüllung zur ersten Prüfung „Drinking the Sea“ wurde ein 25-jähriger Speysider aus der Brennerei Allt-a-Bhainne Distillery aus dem Jahr 2000 ausgewählt.

Die kolportierte Fassreifung ist interessant. Laut den Informationen am Etikett reifte der Whisky in einem Teil des Sherry Butts #4. Immerhin gingen sich 298 Flaschen aus diesem Fassanteil aus. Die Teilung eines Fasses ist dabei nichts Ungewöhnliches. Viel mehr interessierte mich – vor allem aufgrund der extrem dunklen Farbe –, ob es sich hier um eine Sherryvollreifung handelt.

Und hier wird es spannend. Es gibt bei Whiskybase von Signatory Vintage einige Abfüllungen aus der Cask Strength Collection in der berühmt-berüchtigten Vasenflasche mit demselben Destillationsdatum (26.07.2000). Jede dieser Abfüllungen ist jünger im Alter – zwischen 20 und 23 Jahren –, die Fassnummern liegen zwischen 3 und 12. Bis auf eine Abfüllung für La Maison du Whisky findet man bei allen anderen den Hinweis, dass nach der eigentlichen Reifung im Hogshead ein Finish unterschiedlicher Dauer – zwischen sechs und 27 Monaten – in einem Sherry Cask stattfand.

Ich vermute daher, dass Signatory die Nachreifung in den Sherryfässern selbst vornahm – eine Methode, die bei SV nicht unüblich ist. Was man aus den Daten nachrechnen kann: Alle Whiskys wurden im August 2020 in Sherryfässer umgefüllt.

Alle Abfüllungen von Signatory Vintage wurden am 26.07.2000 abgefüllt und bekamen im August 2020 ein Finish in Sherry Casks. Bei der Old Gods-Abfüllung von whic.de ist so eine Umfüllung von einem Hogshead in ein Sherry Cask nicht bekannt - wäre aber plausibel. 
Screenshot: whiskybase.com

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob dies auch bei unserer Abfüllung hier passiert ist, bevor sie von beziehungsweise für whic.de abgefüllt wurde. Wenn dem so ist – es sich also nicht um eine Vollreifung handelt –, dann lag der Whisky für rund fünfeinhalb Jahre im Sherryfass.

Rechtlich ist hier alles komplett in Ordnung. Es gibt keine rechtliche Vorgabe seitens der Scotch Whisky Association, wie lange ein Whisky in einem anderen Fass liegen muss, bevor man diese letzte Fassreifung auf das Label drucken darf.

Aber diese detektivische Suche soll nicht von der eigentlichen Flasche ablenken. Essentiell ist immer, was letztlich im Glas steckt und ob es schmeckt.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Fassstärke beträgt 52,4 %, auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet.


Aussehen
Dunkles Nussbraun – fast wie Nussschnaps.


Nase
Der Whisky begrüßt mich sogleich mit intensiven Balsamico-Noten. Allerdings weniger in Richtung Essig, sondern vielmehr wie eine reduzierte Balsamico-Creme: dickflüssig und komprimiert in ihren Aromen. Dicht darauf folgen wunderbare, volle und schwere Sherryaromen – karamellisierte Rosinen, weiche Datteln und Feigen, flüssige Milchschokolade mit Haselnüssen sowie leicht angebrannter Zucker oberhalb einer Crème brûlée. Dazu kommen Orangenschalen, die leicht geknickt wurden, damit sich deren ätherische Öle entfalten.

Hin und wieder rührt ein leichtes Prickeln in der Nase vom höheren Alkoholgehalt her. Ansonsten ist der Alkohol jedoch nicht nur nicht störend – er begleitet die Aromen regelrecht und formt sie zu einem harmonischen Ganzen. Überhaupt wirkt der Geruch extrem ruhig. Es klingt komisch, aber dieser Whisky beruhigt einen beinahe, wenn man an ihm riecht.

Mit etwas Zeit im Glas entfaltet sich der Malt immer weiter. Würzige Duftnoten wie Gewürznelken, Zimt und Muskat verbinden sich mit dichter werdendem Holzeinfluss. Es ist definitiv ein moderner Sherry Malt von seinem Grundcharakter her. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Abfüllungen wirkt der Sherry hier jedoch nicht aufgesetzt oder inhomogen mit dem Whisky selbst verbunden.


Geschmack
Der Genuss aus der Nase setzt sich nahtlos am Gaumen fort. Mit einem sehr cremigen und weichen Mundgefühl, gleichzeitig aber einem vollen und durchaus maskulinen Auftreten, eröffnet der Whisky mit einer überraschend intensiven Süße nach Nougat und Honig, die ich anhand des Geruchs so nicht erwartet hätte.

Die Milchschokolade erhält rasch Unterstützung durch in Rum eingelegte Rosinen, während Datteln und Feigen für einen fruchtig-süßen Einschlag sorgen. Ein leichtes Prickeln an den Innenseiten der Wangen sorgt für intensiven Speichelfluss. Danach tauchen Pflaumenmus und Erdbeermarmelade gemeinsam auf. Haselnüsse, Zimt, Leder und getrockneter Pfeifentabak zeigen sich zunehmend, wenn sich der Whisky in Richtung Abgang bewegt.

Der Alkohol ist dabei überhaupt nicht zu spüren – hervorragend integriert. Auch geschmacklich ist dies eine kraftvolle Sherrybombe moderner Machart, jedoch mit bemerkenswerter Gediegenheit und Harmonie.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Die Rosinen bleiben gemeinsam mit Pflaumenmus beziehungsweise Pflaumenröster und Erdbeermarmelade weiterhin deutlich im Vordergrund. Die Milchschokolade aus Nase und Geschmack wandelt sich nun langsam in dunklere Schokolade mit höherem Kakaoanteil, ohne dabei bitter zu wirken.

Auch die Leder- und Tabakassoziationen bleiben lange am Gaumen und im Rachen haften. Überhaupt hält das aromatische Endspiel noch erstaunlich lange an.


Fazit
Dies ist eine Essenz eines modernen Sherrywhiskys. Die Aromen wirken voluminös und dicht, der Alkohol ist hervorragend integriert. Hier kam definitiv ein sehr gutes Fass für die wahrscheinliche Nachreifung zum Einsatz.

Obwohl der Whisky sehr harmonisch und ausgewogen wirkt, besitzt er dennoch Komplexität und verleitet einen dazu, sich vollständig auf ihn zu konzentrieren. Das hat fast schon etwas Yogaartiges und Beruhigendes.

Natürlich sind die aufgerufenen € 250,- für Whisky beziehungsweise generell für eine Spirituose sehr viel Geld und absoluter Luxus. Gleichzeitig genügt hier bereits ein einziges Glas, um damit durch einen ganzen Abend zu kommen und zahlreiche intensive Genussmomente zu erleben.

Man muss allerdings aufpassen, nicht ständig nachzuschenken, denn man möchte permanent weiter daran riechen und nippen.

PS: Pur ist er bereits ein Genuss. Gibt man jedoch vorsichtig nur einen einzigen Tropfen Wasser hinzu, wird der Whisky sogar noch etwas besser. Aber wirklich nur einen Tropfen!

Donnerstag, 21. Mai 2026

The Campbeltown Connection 10y

 

Whiskybase

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Der schottische unabhängige Abfüller North Star Spirits aus Glasgow bringt unter seiner noch relativ neuen Connection-Serie Blended Malts auf den Markt, die jeweils eine der schottischen Whiskyregionen widerspiegeln. So sind neben Islay und den Highlands bislang auch die Campbeltown Connection erschienen.

Bei diesem Blended Malt mit der Altersangabe von 10 Jahren sollen laut offizieller Webseite Malts von Springbank, Glen Scotia und „anderen Campbeltown Malts“ im Vatting enthalten sein. Neben Springbank und Glen Scotia gibt es eigentlich nur noch Kilkerran. Im Internet findet man bei diversen Quellen die Information – oder besser gesagt das Gerücht –, dass in dem Blend Anteile von sehr altem Springbank aus den 1994er-Jahren sowie 25 Jahre alter Glen Scotia enthalten sein sollen. Dies wurde von NSS offiziell jedoch nie bestätigt.

Wie in Schottland gesetzlich vorgesehen, gilt für die Altersangabe immer der jüngste Bestandteil eines Whiskys. In diesem Fall haben wir es mit 10 Jahren zu tun. Die Reifung erfolgte in First-Fill- und Refill-Hogsheads. Insgesamt wurden 1.500 Flaschen ohne Kühlfiltration mit 50,7 % abgefüllt.


Aussehen
Helles Gelbgold


Nase
Eine leichte Rauchfahne weht aus dem Glas. Der Rauch wirkt eher mineralisch und weniger wie Holzkohle oder brennende Holzscheite. Er passt jedoch gut zu der zarten maritimen Note, die dieser Blended Malt anfänglich ausstrahlt. Hinter dem Rauch beziehungsweise ihn sehr schnell überlagernd liegen Aromen von Zitrusfrüchten, allen voran Zitrone und roter Grapefruit.

Was mir besonders gut gefällt, ist dieses mittel angebräunte Karamell mit der Vanille als Kopfstimme im Geruchsprofil. Leicht schmutzig, angekohlt und gleichzeitig kombiniert mit warmem Vanillepudding.

Der Alkohol könnte eine Spur besser eingebunden sein. Immer wieder kitzelt beim Riechen eine kleine Alkoholspitze leicht in der Nase. Das stört allerdings nicht so stark, dass man den Geruch nicht absolut genießen könnte. Der Whisky ist zwar kein Komplexitätsmonster mit verborgenen Schichten und Nuancen – die Aromen liegen mehr oder weniger offen vor einem –, harmonieren jedoch sehr schön miteinander und bringen einen angenehmen Campbeltown Funk mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund beißt der Alkohol anfänglich doch etwas stärker zu, als der Geruch vermuten ließ. Mit der erwähnten Alkoholschärfe verbindet sich jedoch eine Süße, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter der Pfeffernote zeigen sich außerdem Vanillecreme und mittlerweile eher tropische Fruchteinflüsse. Das Mundgefühl an sich ist kräftig und von öliger Textur geprägt.

Ich versuche ihn nun dennoch direkt mit etwas Wasser, da ich vermute beziehungsweise hoffe, dass dadurch die Schärfe in den Hintergrund tritt und mehr Aromen freigegeben werden.

Und ja, ein paar Tropfen Wasser stehen ihm gut. Die anfänglich dominierende Schärfe weicht einer angenehmen Würzigkeit mit leichtem Holzeinfluss, gepaart mit einem nun noch deutlicheren Vanilleeinschlag. Die zuvor sehr stark empfundene Süße ist mit Wasser ebenfalls etwas abgemildert, aber weiterhin präsent. Fruchtseitig kommen nun zusätzlich Erdbeermarmelade beziehungsweise Erdbeersauce hinzu.


Abgang
Der Abgang fällt eher mittellang aus. Würzige Noten mit Vanille, etwas Erdbeerkompott und ein Hauch Minze kombinieren sich zu einem angenehmen Finale, bei dem ich ganz zum Schluss nochmals etwas Rauch bemerke.


Fazit
Der für mein Empfinden etwas zu aggressive Alkohol stört den Genuss ein wenig. Mit Wasser wird der Whisky jedoch deutlich angenehmer und zugleich süffiger. Wer gerne mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert, bekommt hier einen sommerlichen Whisky mit vorwiegend Bourbonfassreifung und einem schönen Kick Campbeltown-Flair.

Ich persönlich würde dennoch eher zu einem Springbank 10y oder einem Kilkerran 12y tendieren.

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