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Wie jedes Jahr Ende Oktober ist es wieder an der Zeit, eine Halloween-Abfüllung zu verkosten. Bislang kam diese, soweit ich mich richtig erinnere, immer vom Brühler Whiskyhaus und stammte aus dessen A Dream of Scotland-Reihe mit ihren typischen Themenlabels. Hier tobt sich Marco Bonn regelmäßig so richtig aus – im positiven Sinne.
Auch heuer wird diese Tradition nicht gebrochen. Ausgewählt habe ich eine Abfüllung aus dem Jahr 2024. Sie stammt aus der Anfangszeit, als das Team rund um Marco Bonn zunehmend auf KI-generierte Motive für die Labels zurückgriff. Bei den ersten Versuchen mit der neuen Technik kam es dabei immer wieder zu einigen Schönheitsfehlern, beispielsweise zu viel Fingern an den Händen und Ähnlichem. Das führte in der deutschen Whiskynerd-Szene zu einiger Kritik und entsprechenden Unmutsbekundungen.
Marco Bonn griff diese Kritik auf seine charmante Art auf und produzierte für diese Abfüllung kurzerhand ein Bild mit einer Skeletthand, die nicht fünf, sondern gleich deutlich mehr Finger aufwies. Daher auch der Zusatztitel „Finger Plays“.Der Whisky in der Flasche stammt von Caol Ila und reifte 14 Jahre lang in einem Oloroso Sherry Hogshead. Mit stattlichen 56,4 % vol. in einer Auflage von 221 Flaschen abgefüllt, kam weder künstliche Färbung noch Kühlfiltration zum Einsatz.
Aussehen
Dunkles Bernstein mit rötlichem Einschlag
Nase
Der Rauch ist anfangs schon recht kräftig und präsentiert sich mit dem erwarteten und erhofften Islay-Charakter. Zunächst zeigt er vor allem ausgeprägte, quarzig-mineralische Noten, die an kalte Steinkohlebriketts erinnern, bevor er zunehmend in Richtung Holzkohle und Asche umschwenkt. Was mir gefällt, ist, dass der Rauch nicht zu dominant wird. Es bleibt immer noch genügend Raum für die anderen Aromen.
Und hier sind vor allem die den Rauch untermalenden Sherryaromen zu nennen. Neben Tabak und Leder finden sich getrocknete Küchenkräuter, Gewürznelken, Retsinawein mit seiner harzigen Attitüde, etwas Crème brûlée mit leicht angekohlter Karamellschicht sowie gehackte und angeröstete Haselnüsse.
Der Alkohol sorgt für eine angenehme, frische Mentholnote, bleibt ansonsten jedoch dezent im Hintergrund und ist insgesamt sehr gut integriert.
Geschmack
Im Mund eröffnet eine angenehme Süße den Geschmacksreigen, die ich in der Nase so gar nicht wahrgenommen habe. Diese von reifen Pflaumen und Rosinen herrührende süße Note muss sich ihren Platz natürlich mit dem sehr intensiven Rauch teilen. Dieser gestaltet sich erneut sehr mineralisch, aber auch harzig, begleitet von einer ordentlichen Portion trockener Asche. Letztere macht sich vor allem durch ein kurzfristig adstringierendes Gefühl auf der Zunge und an den Innenseiten der Wangen bemerkbar.
Danach kommt eine leichte Schärfe auf, die an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert und den Weg für getrocknete Kräuter, Leder, Tabak und angebranntes Holz freimacht.
Auch hier ist der Alkohol gut eingebunden.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Abgang
Ein Hauch erfrischender Pfefferminze sorgt zusammen mit dunkler Schokolade für einen ansprechenden After-Eight-Effekt mit seinen typischen Schoko- und Minznoten. Natürlich bleiben auch im langen Finale der Rauch und nun vor allem die Asche noch länger präsent. Daneben finden sich immer wieder Spuren von Tabak, dem Harz des Retsinaweins und auch noch ein Hauch Süße.
Fazit
Dies ist eine sehr ansprechende Caol Ila-Abfüllung vom Brühler Whiskyhaus, die einerseits alle positiven Eigenschaften eines Islay-Whiskys in Verbindung mit einer guten Sherryfassreifung vereint. Andererseits – und das gefällt mir persönlich sogar noch besser – weist sie nicht jene Überzuckerung auf, die ich bei Abfüllungen aus der A Dream of Scotland-Reihe schon so oft wahrgenommen habe. Das macht sie ungemein süffig und angenehm. Ein richtig guter Begleiter durch den Halloween-Abend.














