Islay
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Dienstag, 11. August 2026

The Islay Connection 10y

 

Whiskybase

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Die Connection Blended Malt-Reihe vom unabhängigen Abfüller North Star Spirits wurde vor kurzem durch die The Speyside Connection 10y mit Single Malts von Macallan und Tamdhu erweitert. Im Mai 2026 verkostete ich die Campbeltown-Version; das Ergebnis war durchaus okay, eine ganze Flasche würde ich davon allerdings nicht trinken wollen. Und nun kommt Islay an die Verkostungsreihe.

Bei diesem Blended Malt soll es sich um eine Mischung aus einem zehnjährigen Bowmore aus Bourbon-Fässern und einem dreizehnjährigen Bruichladdich mit Sherryfass-Reifung handeln. Da in Schottland per Gesetz immer der jüngste Anteil eines Scotch Whisky für die Altersangabe ausschlaggebend ist, wird dieser Blend mit 10 Jahren ausgewiesen. Beim Bowmore ist die Sache hinsichtlich des Rauchanteils klar, beim Bruichladdich geht aus den offiziellen Informationen allerdings nicht eindeutig hervor, ob es sich um einen rauchigen oder nicht-rauchigen Malt handelt. Der Blended Malt wurde ungefärbt und ungefiltert mit 50,4 % vol. abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Gold mit ein paar Spritzern Rosé.


Nase
Ein Blend aus Islay ohne Rauch wäre Chili ohne Bohnen. Und ja, Rauch ist durchaus vorhanden, aber gar nicht so stark und intensiv, wie ich zunächst vermutet hätte. Der Rauch erinnert an ein brennendes Lagerfeuer, wobei Holz- und Aschearomen dominieren. Dazu kommen mineralische, kalkreiche Noten – wie abgebrannter, getrockneter Seetang auf einem nassen Kieselstrand am Meer.

Was mich jedoch wirklich überrascht, ist eine für mich ziemlich deutliche Schwefelnote, die sich unmittelbar hinter dem Rauch öffnet. Sie erinnert mit Abstand an den Geruch von faulen Eiern und Zündholzköpfen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ob dies von den verwendeten Sherryfässern herrührt oder ob es sich lediglich um eine subjektive Wahrnehmung aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Aromen handelt? Keine Ahnung. Auf jeden Fall stört mich der Schwefel hier in der Nase ziemlich.

Es dauert einige Zeit, bis ich mich hier durchgearbeitet habe und auf weitere Gerüche stoße, die meine anfängliche Assoziation mit Schwefel in ein anderes Licht rücken. Und zwar milchig-käsige Noten. Diese könnten mich einerseits zusammen mit den anderen Gerüchen überhaupt erst in Richtung Schwefel gelenkt haben. Andererseits deuten sie für mich natürlich zu 100 % auf den Bruichladdich-Anteil hin. Ich hatte schon mehrmals bei jüngeren, nicht-rauchigen Laddies dieses Geruchsspektrum aus Käse und Milchsäure in der Nase.

So richtige Freunde werden diese Eindrücke und meine Nase nicht wirklich.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund sind diese Aromen zwar ebenfalls sofort präsent, allerdings stören sie mich hier nicht in der Art wie in der Nase. Sie harmonieren deutlich besser mit den anderen Geschmäckern. Das Mundgefühl ist cremig, fast schon butterweich, mit einem anfänglichen Anflug einer zarten Ingwernote. Diese wird sehr rasch durch eine sich immer stärker aufbauende Süße ersetzt. Süßes Karamell und Honig mit hellen tropischen Früchten wie Mango und Ananaskompott geben nun den Ton an. Auch malzige Noten, etwa von Müsliflocken, spielen mit.

Der Rauch ist angenehm holzig, weniger maritim als zuvor in der Nase, mit einem leichten Anflug von Torf. Ein paar geröstete Haselnüsse, die in gemahlenem Zimtpulver gerollt sind, sorgen für eine nette Würzigkeit. Von den Nüssen einmal abgesehen, nehme ich allerdings wenig bis gar keine aromatische Verbindung mit den Sherryfässern wahr.

Der Alkoholgehalt macht seine Sache durchaus sehr gut; störende alkoholische Noten sind nicht zu bemerken.


Abgang
Diese Würze wird in Richtung Abgang durch Asche, Torf und Rauch noch verstärkt. Die Aromen schmiegen sich fettig und klebrig an Rachen und Gaumen. Auch eine gewisse Trockenheit macht sich im Mundraum breit. Insgesamt ist das Finish aber, vom Rauch und der Asche abgesehen, eher kurz.


Fazit
Hm. Ich fürchte, ich werde mit diesem Blend keine langfristige Verbindung eingehen. Für mich funktioniert die Verknüpfung dieser beiden berühmten Islay-Brennereien leider nicht wirklich. Ich war sehr positiv gespannt und hoffte auf eine interessante Kombination. Das Experiment ist für mich jedoch in die Hose gegangen.

Es scheinen vor allem die Anteile des nicht-rauchigen Bruichladdich-Whiskys zu sein, mit denen ich weniger gut klarkomme.

Dienstag, 16. Juni 2026

Bruichladdich Islay Barley 2012

 

Whiskybase

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Nach der Verkostung des Bere Barley 2010 im Sommer letzten Jahres bin ich auf den Geschmack dieser Terroir-Abfüllungen von Bruichladdich gekommen, bei denen ausschließlich regionale Gerste zum Einsatz kommt. Vor allem der eher puristische, klar definierte Geschmackscharakter gefällt mir sehr – Whisky pur, ohne viel Schnickschnack.

So kam es, dass ich mir in den folgenden Monaten über das Auktionshaus Krüger einige dieser besonderen Gerstenabfüllungen zulegte. Neben weiteren Bere Barleys und einem Port Charlotte Scottish Barley fand schließlich auch ein Bruichladdich Islay Barley seinen Weg in meine Sammlung.

Die Wahl für die nächste Verkostung fiel auf den Bruichladdich Islay Barley 2012. Für diese Abfüllung wurde Gerste von acht Farmen – Coull, Cruach, Dunlossit, Island, Mulindry, Rockside, Starchmill und Sunderland Farms – aus der Umgebung der Brennerei verarbeitet. Leider hat Bruichladdich bei der letzten Überarbeitung seiner Webseite das Archiv älterer Abfüllungen aus der Navigation entfernt. Deshalb war es mir nicht möglich, aus offizieller Quelle die genaue Fasszusammenstellung nachzuvollziehen. Auf der Flasche selbst steht lediglich „8 Years in Oak Casks“, was wenig aussagekräftig ist, da schottischer Single Malt nach Definition der SWA ohnehin ausschließlich in Eichenfässern reifen darf.

In verschiedenen Quellen im Internet findet sich die Angabe, dass 75 % First Fill American Oak und 25 % French Oak Casks zum Einsatz kamen. Einige wenige Seiten präzisieren die französischen Eichenfässer sogar als Refill Wine Casks. Welche Weine diese zuvor enthielten, wird allerdings nicht weiter erläutert.

Wie bei den Terroir-Abfüllungen von Bruichladdich üblich, beträgt die Alkoholstärke 50 %. Selbstverständlich wurde weder mit Farbstoff nachgeholfen noch kühlfiltriert.


Aussehen
Helles Stroh, junger Weißwein.


Nase
Sehr hellfruchtig und zugleich maritim präsentiert sich der erste Eindruck dieses Islay Barley. Salzige Gischt und Mineralität erinnern an einen Kiesstrand am Meer. Bei der Frucht stehen vor allem das Fruchtfleisch von Nashibirnen und saftigen grünen Äpfeln im Vordergrund. Kann man Frische und Knackigkeit bei Obst riechen? Eine bessere Assoziation für diese jugendlich-saftige Note fällt mir jedenfalls nicht ein. Dazu kommen Vanille und eine eher unterschwellige Süße.

Schwenkt man den Whisky im Glas oder benetzt den Glasrand damit, erscheint auch der mir von jungen Bruichladdichs aus dem Bourbonfass bekannte Duft nach Joghurt und weichem Camembert – leicht säuerlich, fast wie vergorene Milch.

Ergänzt wird dies durch Aromen von frischem Getreide, Müsli mit Haferflocken sowie Heu und Stroh. Alkohol ist praktisch nicht wahrnehmbar. Insgesamt wirkt die Nase sehr puristisch und geradlinig: Sie konzentriert sich auf wenige Aromen, die dafür umso deutlicher und intensiver hervortreten.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Überraschend süß startet der erste Schluck. Das Mundgefühl ist ausgesprochen cremig und weich. Zu der Süße gesellen sich reichlich frische Getreide- und Müslinoten, begleitet von Zitronensaft, Ananas und Aprikosen. Nach dieser süß-fruchtigen Getreidemischung entwickelt sich eine kurz anhaltende Schärfe, die an frischen Ingwer oder weißen Pfeffer erinnert. Gleichzeitig treten leicht herbe, bittere Eichenwürze und mineralisch-salzige Noten hervor, die dem Whisky einen maritimen Touch verleihen und wunderbar mit seiner süß-pikanten Grundcharakteristik harmonieren. Der Alkohol sorgt zudem für eine angenehme spritzige Frische, die mich immer wieder an Menthol denken lässt.


Abgang
Das Finale fällt nicht allzu lang aus und bewegt sich eher im kurzen bis mittellangen Bereich. Die Eiche steuert etwas Bitterkeit bei, die jedoch rasch wieder verschwindet. Danach dominieren vor allem süße und fruchtige Aromen den Ausklang.


Fazit
Der Bruichladdich Islay Barley 2012 ist für mich erneut ein schönes Beispiel eines Single Malts, der sich bewusst auf wenige Aromen konzentriert. Manchem Genießer mag er dadurch zu schlicht oder zu puristisch erscheinen. Mir gefällt dieser Stil jedoch ausgesprochen gut. Zwar muss ich ihn nicht jeden Tag im Glas haben, doch er erdet einen, lädt zum ruhigen Beschäftigen ein und belohnt mit einem entspannten, bewussten Genuss. Genau das schätze ich an solchen Whiskys sehr.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1

 

Whiskybase

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Was ich bisher von dieser jungen Islay-Brennerei Ardnahoe im Glas hatte, wusste mir durchwegs zu gefallen. Ehrliche, klassische Islay-Raucher ohne Schnickschnack, ohne besondere Fassspielereien oder Gepimpe mit Virgin Oak. Als Reifemedium kommen Ex-Bourbon- oder Sherryfässer zum Einsatz. Und offensichtlich sind die Fässer von guter bis sehr guter Qualität. Denn die eher jungen Abfüllungen mit rund fünf Jahren wirkten bislang stets deutlich reifer, als es das tatsächliche Alter vermuten ließe.

Aufgrund dieser positiven Eindrücke war es für mich ein No-Brainer, mir eine Flasche von Batch 1 der ersten fasstarken Abfüllung der Core Range zu besorgen. Mittlerweile ist bereits Batch 2 erschienen. Veröffentlicht wurde der Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1 im Oktober 2025. Der Whisky reifte ausschließlich in First-Fill-Bourbon-Barrels und wurde mit kräftigen 60,9% Fassstärke ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Sattes Strohgelb


Nase
Der hohe Alkoholgehalt lässt ihn zunächst etwas verschlossen wirken. Er geizt ein wenig mit der Preisgabe seiner noch jungen Aromen. Naturgemäß steigt bei einem Islay-Smoker zuerst eine ordentliche Rauchschwade aus dem Glas. Der Rauch erinnert an brennende Holzscheite und Holzasche, in der noch ein paar angekohlte Kräuterzweige liegen, kombiniert mit geräucherter Erdnussbutter und salzigen Brotkrümeln. Sehr speziell.

Das Ganze wirkt ausgesprochen frisch und maritim. Neben Noten von Salmiak – fast so, als würde man rohe, zum Trocknen aufgehängte Fischstücke riechen – entdecke ich hinter dem Rauch auch reichlich Zitronensaft und Zitronenzeste.

Positiv fällt auf: Trotz der knapp 61% wirkt der Alkohol keineswegs aggressiv oder stechend. Der Whisky lässt sich wunderbar verriechen, ohne dass einem die Nasenhaare weggeätzt werden.

Mit etwas Standzeit treten neben den bereits genannten Aromen zusätzlich Vanille – typisch für eine reine Ex-Bourbon-Reifung – sowie unreife Ananas hervor.

Mit ein paar Tropfen Wasser verändert sich der Grundcharakter de facto kaum. Vielleicht können sich die übrigen Aromen nun etwas besser gegen den dominanten Rauch behaupten. Vor allem Vanille, Kräuter und die Zitrusnoten gewinnen an Präsenz. Dazu kommen nun reifere Ananasnoten und ein zarter floraler Einschlag.


Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen zeigt sich der Whisky deutlich kompromissloser als in der Nase. Die pure Alkoholdrehzahl ist voll auf Krawall gebürstet. Der Rauch rauscht regelrecht durch den Mund und gibt ordentlich Gas. Er erinnert jetzt stärker an geräucherte Kräuter, Salzkruste und glühende Kohlenstücke.

Gleichzeitig kommt aber auch eine satte Süße zum Vorschein. Zunge, Gaumen und das vordere Zahnfleisch prickeln ordentlich und trocknen leicht aus. Neben frisch geriebener, würziger Ingwerwurzel zeigen sich erneut die intensive Vanille aus der Nase sowie gezuckerte, saftige Ananasstücke.

Ein paar Tropfen Wasser – auf etwa 55% herunterverdünnt – tun dem Malt ausgesprochen gut. Die dominante Alkoholhitze wird deutlich entschärft. Der Rauch bleibt weiterhin prägend, doch die übrigen Aromen erhalten nun wesentlich mehr Raum. Dadurch wird der Whisky richtig süffig.


Abgang
Im eher mittellangen Finish bleiben trockener, aschiger Rauch sowie dunkle Schokolade, Lakritze und Meersalz zurück. Dazu gesellt sich nochmals die cremige Vanillenote der Bourbonfässer.


Fazit
Im Grunde ist der Ardnahoe 5y Cask Strength Batch 1 ein klassischer junger Islay-Raucher aus dem Bourbonfass: knackiger Rauch, Vanille, Zitrone und Kräuter. Also zunächst nichts grundsätzlich Neues. Ardnahoe besitzt jedoch ein eigenes, leicht wiedererkennbares Geschmacksprofil, das diese bekannten Aromen zu einer eigenständigen und stimmigen Komposition zusammenführt.

Mir gefällt dieser puristische Stil ausgesprochen gut. Natürlich ist er weder ein Komplexitätsmonster noch muss man zwingend rund € 85,- dafür ausgeben. Als Fan dieser noch jungen Brennerei war er für mich dennoch ein Must-have – und enttäuscht wurde ich definitiv nicht.

Dienstag, 21. April 2026

Ardbeg Corryvreckan

 

Whiskybase

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Einen Ardbeg für einen Tasting-Blogartikel hatte ich schon sehr lange nicht mehr im Nosing-Glas. Auch sonst griff ich im letzten Jahr nur selten zu einem Ardbeg. Aktuell habe ich zwar eine Flasche der achtjährigen Committee-Abfüllung „For Discussion“ geöffnet, aber warum das so ist, kann ich ehrlicherweise nicht genau sagen. Offenbar haben mich zuletzt andere Hersteller und Abfüllungen mehr interessiert.

Allerdings befinden sich noch einige Ardbegs in meiner Flaschen- und Samplesammlung. Und vor allem fehlt mir noch eine Abfüllung aus der Standardreihe, die ich bislang nicht verkostet habe. Aus diesen beiden Gründen – lange kein neuer Ardbeg-Artikel im Blog und das Schließen einer Wissenslücke – ist der Corryvreckan nun mein dieswöchiger Tasting-Partner geworden.

Der Corryvreckan ist – wie fast alle Whiskys der Core Range (mit Ausnahme des Ten) – ein NAS, also eine Abfüllung ohne Altersangabe. Benannt ist er nach dem gleichnamigen Meeresstrudel zwischen den Inseln Jura und Scarba. Die Reifung erfolgt in Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche; zudem sollen auch französische Eichenfässer zum Einsatz kommen. Ob es sich dabei um Virgin Oak oder speziell behandelte Fässer handelt, ist nicht offiziell bestätigt. Die Alkoholstärke beträgt kräftige 57,1 %. Kühlfiltration und Färbung werden nicht eingesetzt.


Aussehen
Strohgelb


Nase
Ein Schwall klassischen Ardbeg-Rauchs weht aus dem Glas – mit typischen Noten von verbranntem Gummi, heißem Asphalt im Sommer und angekohlten Küchenkräutern. Der Rauch zeigt sich zudem quarzig und mineralisch.

Dahinter – oder vielmehr gemeinsam mit dem Rauch – treten überraschend klare Aromen von süßer Vanillecreme und Zitronensorbet hervor, die Frische und Fruchtigkeit ins Spiel bringen. Der Einfluss der Bourbonfässer ist vor allem im ersten Drittel deutlich präsent.

Mit zunehmender Zeit im Glas entwickeln sich harzige Holznoten sowie ätherische Öle, die an geknickte Tannennadeln erinnern. Die Zitrusfrische wird von warmem Kuchenteig begleitet. Von den vermuteten französischen Eichenfässern lässt sich in der Nase hingegen nur wenig eindeutig erkennen.

Der Alkohol ist trotz der hohen Stärke gut eingebunden.

Mit etwas Wasser gewinnen Rauch und Harz deutlich an Intensität, während die Süße etwas zurücktritt. Vanille und Kräuter bleiben jedoch stabil.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Sehr ölig und geschmeidig legt sich der Whisky auf Zunge und Gaumen. Eine kurze, aber prägnante Pfefferschärfe eröffnet den Geschmacksverlauf. Diese wird rasch von intensiver, noch warmer Steinkohlenasche überlagert, begleitet von leicht erdigen und phenolischen Anklängen.

Der Rauch ist im Mund deutlich kräftiger als in der Nase und überzieht den gesamten Mundraum – von den Wangeninnenseiten bis hin zum Zahnfleisch – mit einem speckigen, fast klebrigen Aschefilm. Sehr intensiv und brachial.

Hat man sich daran gewöhnt, treten wieder süßere Elemente hervor: Vanille und eine nun veränderte Zitrusnote, die weniger an Sorbet erinnert, sondern eher an eine Mischung aus Zitronensaft und leicht herben Zesten.

Trotz der 57,1 % lässt sich der Whisky hervorragend pur trinken. Der Alkohol wirkt zu keiner Zeit störend.

Mit Wasser verschiebt sich der Fokus: Die Pfefferschärfe tritt später auf, während Kräuter, Harz und aschige Rauchnoten stärker hervorgehoben werden.


Abgang
Leicht bitter geht es – begleitet von getrockneten Küchenkräutern, öliger Asche und sehr dunkler Schokolade – in ein lang anhaltendes Finish über. Eine markante Trockenheit sowie eine herbe Holznote bleiben am Gaumen zurück.


Fazit
Ein würdiger Vertreter des ursprünglichen, klaren Charakters eines intensiven Islay-Rauchers mit den klassischen Eigenschaften von Ardbeg. Die Direktheit und Geradlinigkeit dieser Abfüllung gefallen mir sehr gut.

Vor allem die Kombination aus kräftigem Ardbeg-Rauch und der Reifung in Bourbonfässern funktioniert für mich hervorragend. Ob der Corryvreckan als NAS die aktuell aufgerufenen Preise wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich würde ihn jedoch so mancher Committee-Abfüllung vorziehen, die oft deutlich teurer ist.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Bunnahabhain 12 CS Ed. 2022

 

Whiskybase

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Von der Cask Strength Edition des Bunnahabhain 12 Jahre, die erstmals 2021 erschien, gibt es bislang vier Ausgaben – 2024 ließ die Brennerei aus. Die erste Abfüllung habe ich damals verkostet und sie gefiel mir sehr gut: ein kraftvoller, ausdrucksstarker Sherry Malt, jedoch ohne „nasse Fässer“, eher mit dem Eindruck, als wären hier ältere, gut integrierte Fässer zum Einsatz gekommen.

Schon länger liegt bei mir ein Sample der 2022er Edition, und ich hatte schlicht Lust auf einen intensiven Sherry-Whisky. Diese Ausgabe kommt mit 56,6 % vol. daher und reifte – wie ihr Vorgänger – ausschließlich in Ex-Sherryfässern.


Aussehen
Mahagoni


Nase
Gleich vorweg: Der Alkohol ist für mich hervorragend eingebunden. Kein alkoholisches Stechen, keine störenden Mentholnoten. Die Aromen strömen satt und voll in die Nase; eine Verschlossenheit, wie sie bei hochprozentigen Whiskys häufig vorkommt, ist hier nicht auszumachen.

Typisches Oloroso-Profil: Geröstete Haselnüsse verbinden sich mit Rosinen, getrockneten Feigen und Datteln sowie dunklen Beeren – Heidel- und Brombeeren. Neben einer leicht herben Milchschokolade entwickelt sich mit der Zeit eine immer intensivere Süße, wie Karamell, das in der Pfanne bereits schön Farbe angenommen hat. Auf der würzigen Seite zeigen sich Balsamico, Zimt und ein Hauch getrockneter Küchenkräuter.

Unverdünnt ist das bereits eine sehr feine Sherrynase. Die Aromen wirken gediegen und gesetzt und suggerieren fast ein höheres Alter als die tatsächlichen 12 Jahre.

Mit etwas Wasser tritt die würzige Seite stärker hervor, die Süße wird zurückgenommen. Insgesamt wirkt das Profil etwas „heller“, die intensive Sherrynase verliert etwas an Wucht.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund merkt man die 56,6 % dann doch. Sehr kraftvoller Antritt mit prickelnder Präsenz auf der Zunge und an den Innenseiten der Wangen. Eine leichte Schärfe – eher Chili oder Ingwer als reiner Pfeffer – breitet sich rasch aus. Davon abgesehen zeigt er sich jedoch cremig und ölig.

Neben intensiver Karamellsüße sind sofort eingekochtes Zwetschgenkompott und ein Beerenröster aus Heidel- und Brombeeren mit Zimt, Vanille und Rosinen präsent. Die Fruchtnoten gehen anschließend in Holzpolitur, Tabak, Leder sowie geröstete Nüsse, Schokolade und Balsamico über. Die Aromen bleiben dabei stets gesetzt und schön miteinander verwoben.

Mit Wasser reduziert sich die anfängliche Schärfe deutlich. Die Süße ist weniger dominant, aber weiterhin sehr angenehm. Auch hier sorgt Wasser für eine gewisse „Aufhellung“ der Aromen.


Abgang
Im Verlauf treten zunehmend leicht bittere Holzeindrücke hervor. Dennoch bleibt der Whisky durchgehend aromatisch und wird nie unangenehm bitter. Rosinen, cremige getrocknete Datteln, dunkle Beeren sowie Anklänge von Tabak und Lederpolitur hallen nach. Das Finish ist durchaus lang.


Fazit
Wieder eine dieser Sherry-Abfüllungen, die mir nach wie vor richtig gut gefallen: keine „nassen Fässer“, sondern qualitativ hochwertige Oloroso-Fässer mit sauberem Einfluss. Der Sherrycharakter ist intensiv, aber auf sehr positive Weise. Ein durchwegs sehr leckerer Whisky.

Allerdings hat er nur wenig mit dem regulären 12er gemein. Die beim Standard so bekannte Kernigkeit mit maritimem Touch fehlt den CS-Abfüllungen vollständig. Mich persönlich stört das nicht – aber Puristen könnten genau das kritisieren.

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Caol Ila 2009/2025 15y - Mad Malt #1 (whic)

 

Whiskybase

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Die Taktrate, mit der whic.de neue Abfüllungen oder gleich neue Serien an den Start bringt, ist wirklich beachtlich. Vor ein paar Wochen bekam ich ein Sample der ersten Ausgabe der neuen Reihe Mad Malt zugeschickt. Doch was verbirgt sich hinter der Mad Malt Collection? Gemeinsam mit Signatory Vintage bringt whic insgesamt 13 stark getorfte Single Malts auf den Markt. Die Reihe richtet sich an alle, die verrückt (mad) nach rauchigen Whiskys sind. 

Den Beginn macht ein 15 Jahre alter Caol Ila mit einem Finish in einem First Fill PX Hogshead, in Fassstärke von 54,9 Prozent, selbstverständlich ohne Farbstoff oder Kühlfiltration. Lediglich 340 Flaschen gab es davon, und die Abfüllung war in sehr kurzer Zeit restlos vergriffen.

Rauchige Islay Malts mit einer Reifung oder einem Finish in Sherryfässern, häufig auch in PX, sind am Markt nicht unüblich. Oft sind die Ergebnisse sehr fassorientiert, intensiv und für meinen Geschmack manchmal etwas zu stark auf der süßen Seite angesiedelt. Deshalb bin ich gleichzeitig gespannt und ein wenig skeptisch, was mich hier erwartet.


Aussehen
Nussholzboden

Fotocredit: whic.de


Nase
Intensiver, aschiger, schmieriger Rauch eines Lagerfeuers mit leicht feuchten Holzscheiten und rußiger Steinumrandung direkt am Kiesstrand, auf dem altes Seegras und Algen trocknen. So oder so ähnlich lässt sich die Erstbegegnung mit dem Whisky beschreiben.

Neben den rauchigen, maritimen Noten hat das Finish im PX-Fass deutlich Eindruck hinterlassen. So finden sich eine große Portion Pflaumenkompott, ein Beerenröster aus Heidelbeeren und Brombeeren, süße, reife Kakifrüchte, Cranberries, saftige Sultaninen, geräuchertes Balsamico-Gelee sowie Aromen von getrockneten Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen.

Der Malt driftet jedoch nicht zu sehr in eine intensiv süß-fruchtige Richtung ab. Herbe dunkle Schokolade, Muskatpulver, Zimt und das leicht angekohlte Eichenholz sorgen gemeinsam für einen würzigen Kontrapunkt zur Süße. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, den trotz der doch hohen Alkoholstärke stören keine scharfen Gerüche das Vergnügen.


Geschmack
Hier ist von Beginn an ordentlich Betrieb. Neben einer anfänglich kurz aufblitzenden Karamellsüße und dem ersten Schwall aus Asche und öligem Teer sorgt vor allem eine kurze, intensive Pfefferschärfe für Aufmerksamkeit. Es wirkt wie Lakritze mit Chilipulver, kombiniert mit süßen, weichen, getrockneten Feigen und Datteln mit einem Kern aus Marzipan. Die pikante Schärfe geht sofort wieder in eine cremige, fruchtige Süße über, die Rosinen, Pflaumenmus und die Beerenröster-Aromen mitnimmt. Die ganze Zeit bleibt die schmierige Asche mit dem Rauch im Hintergrund, was mir sehr gut gefällt.

Wie schon im Geruch so hilft auch im Mund ein würziger Gegenpol – unterstützt von winterlichen Backgewürzen wie Muskat, Zimt und Anis sowie Tabak- und Holzwürze – die Süße harmonisch in Schach zu halten.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Das lange Finish wird vor allem von der Asche und dem öligen Teer getragen, zusammen mit Tabakaromen, dunkler Schokolade, einigen süßen Stücken getrockneter Datteln und Pflaumen sowie etwas Lakritz mit seiner salzigen und würzigen Seite.


Fazit
Vielleicht liegt es an seinem Alter von 15 Jahren, aber der Whisky schafft es, seine schweren Raucharomen mit den intensiven süßen und fruchtigen Aspekten des PX-Fasses und den würzigen Noten sehr fein zu vereinen. Diese Harmonie der Aromen, ohne die Intensität zu verlieren, gefällt mir ausgesprochen gut. Ich bin froh, dass dieser Single Malt nicht in dieselbe Kerbe schlägt wie so viele Vertreter, die rauchig sind und in oft noch feuchten Sherryfässern liegen. Er ist natürlich eine Sherrybombe, aber im besten Sinne des Wortes. Auf die nächsten Vertreter der Mad Malt Reihe kann man durchaus positiv gespannt sein.

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Port Charlotte 14y – Château Margaux Cask Finish (ADoS)

 

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Ende Oktober, rund um den 31.10., verkoste ich traditionell einen Single Malt mit Halloween-Bezug – und nein, ich bin dabei nicht als Whiskyzombie verkleidet. In den vergangenen Jahren waren es immer Abfüllungen aus der „A Dream of Scotland“-Reihe des Brühler Whiskyhauses, da Marco Bonn regelmäßig Flaschen mit Halloween-Motiven etikettiert. Und natürlich wird auch heuer diese Tradition fortgeführt.

Abgesehen vom Etikett zählt jedoch vor allem der Inhalt. Dieses Mal handelt es sich um einen 14 Jahre alten Port Charlotte mit Château Margaux Cask Finish. Im Rahmen der ADoS-Serie gab es bereits eine ganze Reihe hervorragender Port Charlottes mit Weinfinish. Marco muss einen richtig guten Draht zu Bruichladdich haben, um so oft Port Charlottes Fässer zu erhalten. Entsprechend groß war die Erwartung an dieses Sample. Die Dauer des Finishs ist nicht bekannt. Abgefüllt wurde mit 56,2%, ohne Kühlfiltration und ohne Färbung, insgesamt kamen 364 Flaschen auf den Markt.


Aussehen
Rötliches Kupfergold


Nase
Die Nase beweist mir wieder, warum ich auf Port Charlottes mit Weinfassbeteiligung stehe. Ähnlich wie bei der Cask Exploration Serie von Bruichladdich hat man auch bei dieser Abfüllung eine tolle Kombination aus diesem speckigen, leicht schmutzigen Holzrauch mit tollen Aromen von süßem Beerenobst, dass zu einem noch warmen, mit Vanille verfeinertem Röster verkocht wurde. 

Man braucht etwas Zeit, bis sich die Nase durch den anfänglich dichten Rauch arbeitet. Dahinter entfalten sich reife dunkle Früchte wie Brombeeren, Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren, begleitet von säuerlich frischen Noten von Erdbeeren und Pflaumen.

Parallel zeigt sich eine würzige, erdig-herbstliche Seite mit Kräutern, altem Laub auf feuchter Wiese, gelagertem Holz und einer angenehmen, leicht muffigen Note. Der Alkohol wirkt präsent, aber gut eingebunden. Die Nase ist kraftvoll, vielschichtig und ausgesprochen einladend.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund legt der Whisky sofort los. Der Alkohol trägt den Rauch nach vorne und eröffnet ein dichtes Aromenspiel am Gaumen. Der Rauch ist kräftig, speckig, rußig, mit Assoziationen von dunkler Grillmarinade und Holzkohle.

Erst dann schiebt sich das warme, süße Beerenkompott nach, begleitet von Vanille. Die Süße bleibt deutlich, wird aber von der herb-würzigen Rauchstruktur ideal eingebettet. Das Finish des Weinfasses zeigt sich erkennbar in fruchtiger Tiefe und feinen Tanninen, ohne den Malt zu überdecken.

Altes Holz, getrockneter Tabak und ausgedrückte Teeblätter sorgen für eine angenehm herbe Kontur. Trotz der weinigen Akzente bleibt der typische Port-Charlotte-Charakter deutlich erhalten.


Abgang
Der speckige Rauch haftet lange am Gaumen, unterstützt von kalter Asche. Die Beerenaromen klingen langsam aus, während das alte Holz dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil und eine leichte Bitterkeit mitbringt. Ein langes, rauchbetontes Finale, wie man es sich von Port Charlotte wünscht.


Fazit
Marco Bonn hat in den vergangenen Jahren eine Reihe sehr gelungener Port Charlottes abgefüllt, und dieser reiht sich ohne Frage in diese Qualität ein. Die Kombination aus schwerem, speckigem Rauch und konzentrierter Beerenfrucht funktioniert hier erneut hervorragend. Das Weinfass setzt prägnante Akzente, ohne die Balance zu kippen. Ein ausdrucksstarker, vollmundiger, sehr gelungener Port Charlotte.

Mittwoch, 3. September 2025

Mac-Talla Pedro Ximénez Fèis Ìle 2023

 

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Im Juni 2023 veröffentlichte Morrison Scotch Whisky Distillers mit dem Pedro Ximénez Fèis Ìle 2023 ihre insgesamt zweite limitierte Abfüllung sowie die erste zum alljährlichen Islay-Festival. Dafür wurden 26 Sherryfässer aus dem Lager ausgewählt und miteinander vermählt. Wie für die Mac-Talla-Reihe üblich wurde auf Kühlfiltration und Farbstoff verzichtet. Abgefüllt wurde mit kräftigen 54,6 %. Über die Reifedauer in den Fässern ist nichts bekannt.


Aussehen
Dunkles Kupfer mit rötlichen Rosttönen


Nase
Der erste Eindruck ist Räucherspeck in der Pfanne, dazu Dörrpflaumen und Beerenröster, serviert am Kieselstrand, während im Holzfeuer ein paar Kohlebriketts glimmen. Ein sehr kräftiger und intensiver Islay Malt, dessen Rauch zwar dominant wirkt, aber von ausgeprägter Beerenfrucht angenehm abgefedert wird. Der PX-Einfluss ist deutlich erkennbar mit Zwetschken, Brombeeren, Heidelbeeren und einem Hauch Erdbeeren mit leichter Säure. Dazu kommen Rosinen, Crema di Balsamico und eine satte Süße. Ergänzend treten würzige Eichenholznoten und getrocknete Küchenkräuter auf. Der Alkohol sticht etwas und könnte besser eingebunden sein. Leichte metallische Anklänge lassen vermuten, dass die Reifung nicht allzu lang war.

Mit Wasser zeigt er sich floral wie blühender Flieder. Der Rauch tritt etwas zurück, ebenso die Speck- und Beerennoten. Für die Nase bringt Wasser keine Verbesserung, außer dass der Alkohol ruhiger wirkt.


Geschmack
Eine klassische Rauch-Sherrybombe mit intensiver Süße von Rosinen, Beerenmarmelade und Zwetschkenröster, die sirupartig über Zunge und Gaumen fließt. Kurz darauf setzt kräftiger Rauch ein, begleitet von kalter Asche. Im Mittelteil wird die Süße durch eine pikante Schärfe abgelöst, die an Ingwer oder weißen Pfeffer erinnert. Danach folgen würzige Kräuter, Tabak und eine Lederassoziation. Der Alkohol ist am Gaumen deutlich besser eingebunden und unterstützt die Aromen.

Mit ein paar Tropfen Wasser wirkt er noch süffiger. Die Süße tritt zurück, die Frucht kommt stärker hervor, Rauch und Asche bleiben, sind aber milder. Auch die Schärfe wirkt mehr gezähmt. Wasser macht im Mund also durchaus Sinn, zwingend nötig ist es jedoch nicht.


Abgang
Mittellang bis lang mit Rosinen, Beeren, Pflaumen und einer rauchig-aschigen Holzwürze gleitet der Whisky den Rachen hinab. 


Fazit
Ein typischer Vertreter der jungen, rauchigen Whiskys, bei dem ein aktives PX-Sherryfass deutliche Akzente von Frucht, Süße und Würze setzt. Positiv ist, dass er mit Wasser nicht abfällt, wie es bei solchen Abfüllungen oft der Fall ist. Ungemein süffig, auch wenn sich mein Geschmack inzwischen etwas von diesem Whiskytyp entfernt hat. Für jeden Tag ist er sicher zu wuchtig, aber ab und zu passt so eine intensive Rauch-Sherrybombe perfekt. Der Preis ist für das Gebotene in meinen Augen mit rund € 90,- allerdings etwas hoch angesetzt.

Mittwoch, 23. Juli 2025

Bruichladdich Bere Barley 2010

 

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Bruichladdich ist unter Whiskyfans bekannt und geschätzt für seine Experimentierfreude und den Blick über den Tellerrand. Besonders unter Mark Reynier hat die Islay-Brennerei das Konzept des „Terroirs“ stark geprägt. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Transparenz darüber, von welchen Bauern und welchen Feldern die Gerste stammt – diese Informationen sind bei Bruichladdich offen zugänglich. Ebenso Teil dieses Konzepts: Single Malts, die ausschließlich aus einer einzigen Gerstensorte bestehen. Die Idee dahinter: Auch die Sorte der Gerste beeinflusst den Geschmack.

Für den Classic Laddie kommt ausschließlich schottische Gerste zum Einsatz, beim Islay Barley stammt die Gerste – wie der Name schon verrät – direkt von der Insel, und für den Organic Barley wird ausschließlich biologisch angebaute Gerste verwendet.

Und dann gibt es noch die besonderen Bere Barley-Abfüllungen. Diese Gerste ist eine uralte, sechszeilige Sorte, die bereits vor rund 5.000 Jahren auf den Orkneys kultiviert wurde und als eine der ältesten Getreidesorten Europas gilt. Sie ist deutlich robuster gegenüber dem rauen Klima der schottischen Inseln als moderne Züchtungen.

Bruichladdich verwendet Bere-Gerste sowohl von den Orkneys als auch von Islay. Erstmals wurde diese Sorte dort 2006 destilliert, die erste Abfüllung erschien sechs Jahre später. Seither erscheinen in unregelmäßigen Abständen neue Jahrgänge, deren Reifezeit sich mittlerweile auf bis zu zehn Jahre gesteigert hat.

Ich habe die 2010er-Version im Glas, die im Jahr 2019 nach acht Jahren Reifung abgefüllt wurde – wie immer mit 50 % Vol., ohne Färbung oder Kühlfiltration.


Aussehen
Gelbgold.


Nase
Sehr klar und geradlinig. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden – nicht zu kräftig, nicht zu flach. Zu Beginn dominieren Vanille, Honig und reife, zerdrückte Bananen.

Dahinter kommen Noten von frisch gemälztem Getreide sowie Weizen- und Roggenbrot hinzu. Mit etwas Zeit im Glas entwickelt sich die Nase weiter: Tropische Früchte wie Ananas, Mango und Kiwi ergänzen das Bild mit ihrer Fruchtsäure. Das Brot entwickelt sich in Richtung gerösteter Brösel und bringt nussige, würzige Nuancen mit ein. Die Klarheit bleibt dabei stets erhalten, unterstützt von einer schönen mineralischen Note.

Für eine vergleichsweise junge Abfüllung wirkt die Nase sehr harmonisch – klar, aber nicht banal.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Geschmack spiegelt das Bild der Nase hervorragend wider: Tropische Früchte dominieren zunächst, begleitet von Vanille und Blütenhonig. Das Mundgefühl ist cremig, die Frucht dominiert.

Was ich bei nicht-rauchigen Laddies oft finde – eine leicht buttrig-käsige Note –, ist hier nur sanft angedeutet, fast wie ein Hauch Frischkäse. Aber keine Sorge. Das fügt sich gut ein und stört das Gesamtbild keineswegs. Vielmehr ergänzt es die Frucht und die Vanillesüße.

Eine leichte, würzige Schärfe von weißem Pfeffer sorgt für einen spannenden Kontrast. Ob diese vom jungen Alter oder von den Fässern stammt – schwer zu sagen. Aber sie passt hervorragend ins Gesamtbild.

Abgang
Ein mittellanger Abgang mit pfeffriger Würze, vielleicht auch etwas Ingwer. Dazu kommt eine leichte Bitterkeit vom Holz. Die fruchtigen Töne verblassen langsam.


Fazit
Der Bere Barley 2010 hat mich absolut positiv überrascht. Ein sehr aromatischer, ehrlicher Whisky – besonders in den wärmeren Monaten funktioniert er sicher hervorragend. Keine Experimente, keine überladenen Finishes – einfach ein sauber gemachter Single Malt, der im amerikanischem Eichenfass reifte und durchaus Charakter hat. Bin gespannt wann die nächste Abfüllung herauskommt; die letzte war 2023.

Mittwoch, 4. Juni 2025

Laphroaig Càirdeas 2025 Lore Cask Strength

 

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Eigentlich gibt es bei mir nur zwei feste Größen, wenn es um Whisky geht. Der eine Fixstern sind neue Abfüllungen aus der Cask Exploration Series von Port Charlotte. Ich liebe einfach diese faszinierende Kombination aus spannenden Fassreifungen und der intensiven, eigenwilligen Rauchigkeit, für die die rauchigen Bruichladdichs bekannt sind. Jedes Jahr aufs Neue ein Highlight.

Der zweite Pflichttermin ist das Fèis Ìle Festival auf Islay – genauer gesagt: der Moment, in dem Laphroaig seine jährliche Càirdeas-Abfüllung präsentiert. Die Frage nach dem eingesetzten Fasstyp ist jedes Mal spannend – und bisher wurde ich noch nie enttäuscht.


Der Càirdeas 2025 ist da
Kaum war der diesjährige Càirdeas im Online-Shop für die „Friends of Laphroaig“ verfügbar, hatte ich ihn auch schon bestellt. Und weil – wie schon im letzten Jahr bei der „Cask Favourites“-Abfüllung – die Flasche mit Freunden geteilt wird, war sie natürlich schnell geöffnet und einer ersten Verkostung unterzogen.

Die diesjährige Festivalflasche trägt den Namen Lore Cask Strength – und damit ist im Grunde schon viel gesagt: Es handelt sich um eine fassstarke Version der beliebten Lore-Abfüllung. Und „fassstark“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn mit satten 59,6 % Vol. Alkohol ist dies die bisher stärkste Càirdeas-Abfüllung überhaupt.


Was macht den Lore aus?
Der Lore lebt von der Kombination verschiedener Altersstufen und – noch entscheidender – von der Auswahl und Komposition fünf unterschiedlicher Fasstypen. Zum Einsatz kommen neben Virgin European Oak, First Fill Bourbon Casks auch Refill Bourbon Casks, Quarter Casks und Oloroso Sherryfässer. Die exakte Fassverteilung bleibt wie immer Laphroaigs Geheimnis.


Aussehen
Dunkles Bernstein, sattes Kupfer.


Nase
Ich beginne mit dem unverdünnten Dram. Noch bevor meine Nase das Glas erreicht, weht mir eine massive Rauchwand entgegen – kraftvoll, phenolisch und mit einem Aroma, das an schmutziges Getriebeöl erinnert. Roh, kompromisslos, geradezu brachial: ein echter „in your face“-Start. Und was für einer! Der Rauch ist intensiv und charakterstark – neben dem markanten Phenol zeigen sich maritime Noten, Jod, eine mineralische Kante und eine unterschwellige Süße, die an Karamell erinnert.

Hat man sich erst einmal durch die erste Rauchattacke geschnuppert, treten weitere Facetten zutage: angekohlte Holzreste wie aus einem abgebrannten Lagerfeuer und eine Karamellnote, die sich zunehmend mit fruchtigen Sherryeinflüssen verbindet – rote Beeren, getrocknete Aprikosen, aber auch leicht säuerliche Nuancen von Ribiseln oder unreifen Heidelbeeren. Dazu kommen dezente Kräuteranklänge und eine angenehme Holzwürze, die das Aromenspiel abrunden. Eine tiefgründige, typische „Laphi“-Nase, die sich an den Wurzeln der Marke orientiert.

Mit ein paar Tropfen Wasser bleibt der Rauch angenehm präsent. Zusätzlich tritt eine Vanillenote in den Vordergrund – vorher nur im Abgang wahrnehmbar – und die beerige Fruchtigkeit wird spürbar intensiver.


Geschmack
Ein fulminanter Einstieg: kraftvoll, ölig, den gesamten Mundraum auskleidend. Der phenolische Rauch legt sich dominant auf den Gaumen, begleitet von einem Hauch kalter Steinkohleasche. Eine aromatische Pfeffernote folgt, nicht bloß scharf, sondern vielschichtig und ausgewogen. Würzige Akzente, die an geräuchertes Paprikapulver erinnern, sorgen für Spannung.

Dann der Umschwung: Die Süße übernimmt mit Noten von weichem Karamell, eingekochtem Beerenkompott, Pflaumen und Aprikosenmarmelade. Fruchtig, cremig, komplex – und überraschend vielschichtig. Trotz der hohen Alkoholstärke lässt sich der Whisky hervorragend pur genießen. Besonders gefällt mir das harmonische Wechselspiel aus Rauch, Würze und Fruchtigkeit – letzteres hätte ich so intensiv aus der Nase nicht erwartet.

Mit Wasser wird der Dram äußerst süffig. Die cremige Textur bleibt erhalten, der Rauch dominiert weiterhin den Auftakt, doch Süße und Frucht treten stärker hervor. Die Würze bleibt präsent und verankert den Geschmack im kräftigen Grundcharakter.


Abgang
Wärmend und lang anhaltend gleitet der Whisky den Rachen hinunter. Der phenolische Rauch und die Asche verweilen eindrucksvoll lange am Gaumen. Zugleich hält sich eine milde Süße, nun verstärkt durch feine Vanillenoten, bis weit in den Nachhall hinein.


Fazit
Beim letztjährigen Cask Favourites gingen die Meinungen unter den Fans auseinander: Für die einen war er zu wenig medizinisch-rauchig und zu sherry-lastig, für die anderen war gerade die dominante Sherry-Note genau richtig. Ich persönlich mochte ihn durchaus – allerdings wurde mir gegen Ende der Flasche die kräftige Verbindung von Sherry und Rauch fast ein wenig zu viel.

Ganz anders präsentiert sich die aktuelle Abfüllung. Hier lautet das Motto klar: „Back to the roots“. Markanter, medizinisch-phenolischer Rauch, kräftig, robust, beinahe rau – genau das, was man sich als Liebhaber klassischer Laphroaigs wünscht. Und dennoch: Die Sherrynoten fehlen nicht. Sie sind da, klar erkennbar, aber subtiler eingebunden – sowohl in der Nase als auch im Geschmack.

Unterm Strich eine rundum gelungene Festivalabfüllung. Ich bin froh, dass ich mir ein Exemplar sichern konnte – auch wenn ich sicher bin: Bis zum nächsten Fèis Ìle wird diese Flasche wohl nicht überleben. Dafür ist sie einfach zu süffig – und zu gut.

Mittwoch, 16. April 2025

Ardnahoe Bholsa

 

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Die Nordwestküste von Islay, allgemein als Bolsa oder Bholsa bezeichnet, ist ein abgelegenes Netz von Höhlen, natürlichen Felsbögen und Sandstränden. Und nach diesem Küstenabschnitt hat Ardnahoe seine letzte Veröffentlichung getauft.

Auf dem Verpackungskarton steht auf goldenem Feld mit bordeauxroter Schrift "Matured predominantly in Oloroso Sherry Casks". Was für eine herrliche Umschreibung - ich liebe dieses Understatement! Was könnte dies alles bedeuten, 50,1% oder gar 99%?

Auf der Webseite der Brennerei findet man dazu zwar keine Information, jedoch im Internet kann man bei Seiten von Whiskyhändlern lesen, dass wohl 45% Ex-Bourbon- und 55% Oloroso-Fässer verwendet wurden - somit ist die Aussage, dass der Whisky überwiegend in Sherryfässern lag korrekt.

Auch wenn man nach der Farbe geht, die deutlich dunkler ist als bei der Vorgängerversion, dem Infinite Loch, wo zwar auch Sherryfässer zur Reifung beitrugen, jedoch vorwiegend Ex-Bourbon-Fässer Anwendung fanden, muss hier deutlich mehr Sherry in der Mischung dabei sein.

Wie bei den anderen Versionen - mit Ausnahme der Society 2024 Flasche, die in Fassstärke abgefüllt wurde - kommt auch Bholsa mit einer Alkoholstärke von 50%. Alter ist, wie beim Infinite Loch, keines am Etikett zu finden. Jedoch kann der Single Malt nicht viel älter als fünf bis sechs Jahre alt sein.


Aussehen
Rötliches Kupfer.


Nase
Sehr angenehme Rauchentwicklung. Eine Mischung aus mineralischer Steinkohle mit dem einen und anderen Holzscheit, schön sauber und klar in seiner Ausprägung. Schmutzig, phenolisch oder auch eine Assoziation nach Mullbinde, Heftpflaster oder allgemein Krankenhaus sucht man vergeblich. Der Rauch ist anfänglich durchaus präsent, aber er ist nicht total dominant, er lässt den dahinter liegenden Aromen ihren Platz zur Entfaltung. Und dies ist auch gut so! Denn da verbergen sich fruchtig säuerliche rote Beeren, wie Himbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren wo ein paar Ribiseln untergemischt sind. Auch ausgepresstes Mark einer Vanilleschote und getrocknete italienische Küchenkräuter finden sich. Haselnüsse und Walnüsse zusammen mit einer leicht herben dunklen Schokolade und ein paar Krümmel Lakritze sorgen als Rückgrat gegen Ende des Geruchs für eine gute Basis. Was ein wenig überrascht ist das Fehlen einer irgendwie gearteten Süße, außer der, die man eventuell bei den roten Früchten mit schmeckt. Aber Noten von Honig, Karamell oder ähnliches, Fehlanzeige. Muss sagen, dies gefällt mir.


Geschmack
Ok. Hier im Mund zeigt der Rauch aber von Beginn weg, was er kann. Auch eine leichte Süßigkeit ist jetzt ebenfalls wahrnehmbar, immer noch sehr dezent, aber doch vorhanden. Und dann kommen die Fruchtaromen wieder zum Vorschein. Es sind abermals diese fruchtig sauren roten Beeren, wie geräucherte rote Haribo Gummibären, als wären sie zu lange über einem Lagerfeuerrauch gelegen. Etwas Kirschsaft ist auch mit von der Partie. Die für Oloroso Sherryfässern oft so typischen getrockneten Früchte, wie Datteln, Feigen und Konsorten finde ich hier weniger. Dafür aber geröstete Nüsse mit dunkler Schokolade und wieder die getrockneten Kräuter, die gen Richtung Finish die aromatische Oberhand gewinnen.


Abgang
Der Rauch bekommt nun Unterstützung von kalter Asche und nimmt nochmals zu. Ein paar Bröseln von getrockneter Tabakblätter finden sich nun auch im Geschmacksreigen. Die Beeren werden gegen Ende hin dunkler, jetzt könnten auch die Datteln da sein, die ich noch vorher im Geschmack vermisst habe (ok, vermisst habe ich sie nicht wirklich!).


Fazit
Die nächste Abfüllung dieser noch jungen Islay-Brennerei, die mir sehr gut gefällt. Zeigte der Infinte Loch noch mehr Ex-Bourbonfass Charakter mit seiner Vanille oder der Zitrus-Note hat der Bholsa eine krasse Rauch-Berrenfrucht Kombination am Start. Die bei Ardnahoe nun schon gewohnte Alkoholstärke von 50% sind perfekt integriert. Eine vermeintliche Jugendlichkeit ist nicht zu schmecken. Hier müssen wirklich gute Fässer am Wirken sein. Ich hoffe Ardnahoe macht so weiter, dann werden wir noch viel Freude mit dieser Brennerei haben.

Sonntag, 6. April 2025

Laphroaig PX-Cask

 

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Bei diesem Single Malt wurden von Laphroaig erstmals PX-Sherry Fässer für den Reifungsprozess verwendet. Speziell für den Travel Retail Markt 2010 herausgebracht, präsentiert sich die Abfüllung mit 48% Alkoholgehalt sowie in einer 1 Liter.

Neben dem Finish in den besagten Süßweinfässern bekam er eine Reifung in Ex-Bourbonfässern und wurde danach in kleinere Quarter Casks umgefüllt. Dies sorgt für noch intensivere Aromen. Welches Alter er hat wird offiziell nicht kolportiert, im Internet findet man Gemunkel, dass die verwendeten Whiskys nicht älter als 5 bis 10 Jahre sein sollen.

Leider wurde mit E150a Farbstoff nachgeholfen, aber zumindest wurde auf eine Kühlfiltration verzichtet.


Aussehen
Dunkler Bernstein.

Fotocredit: whiskybase.com


Nase
Schöne intensive Rauchschwaden strömen zu Beginn aus dem Glas, fettig, teerhaltig und mineralisch mit leichten phenolischen Anklängen nach brennenden Mullbinden. Der Rauch legt sich wie ein Schleier über süßes Beerenkompott aus Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Auch ein paar Streifen gebratener Frühstücksspeck, etwas Vanille, ein paar Brösel eines hellen Kuchenteigs und etwas Honig runden den Duftreigen ab. Die Nase klingt würzig im Zusammenspiel mit getrockneten Küchenkräutern, wie Salbei, Rosmarin und Majoran, und maritimen Noten nach Seeluft und Seetang ab.

Die Nase ist sehr fein, die Kombination aus den schweren süßen PX-Aromen mit dem Rauch ist schwer ok. Für einen Laphroaig ist der Rauch aber weniger dominant. Hier dürften die PX-Fässer doch deutlich am Rauch-Volumen geknabbert haben.


Geschmack
Für seine 48% ist der Antritt sehr anständig mit einem gleichzeitig weichem, cremigen Mundgefühl. Der Rauch zeigt sich im Mund nun deutlich lebhafter, als in der Nase. Sofort erscheint eine deutliche Note nach verbrannten Holzscheiten, dazu auch mehr Asche und Teer. Die gebratenen Speckscheiben sowie die getrockneten Kräuter aus der Nase finden sich auch im Mund wieder. Zusätzlich schmeckt man Honig, getrocknete Pflaumen und Aprikosen, sowie etwas Leder und Tabakblätter. Ein leichtes Prickeln von Ingwer oder schwarzem Pfeffer verleiht eine angenehme Würzigkeit. Etwas Bitterkeit in Kombination mit herber dunkler Schokolade rundet das Geschmacksprofil ab.


Abgang
Der nun vor allem von der Asche dominierte Rauch legt sich breit und fett auf den Gaumen und Rachen und bleibt dort mal eine gute Zeit lang haften. Ebenso ist der Speck mit den Pflaumen und dem Honig weiterhin aktiv und sorgt zusammen mit Holzwürze für ein langes Finish.


Fazit
Nicht so intensiv wie beispielsweise bei der letzten Càirdeas Favourites Casks Abüllung aus 2024 aber doch deutlich hervorstechend ist der Einfluss des PX-Sherryfasses. Die typische Laphroaig-DNA geht damit etwas verlustigt, da der Rauch doch einiges an seiner Intensität und dem rauen, phenolischen Aroma verliert. Trotzdem ist die Kombination der Süße, den Beeren und dem speckigen Rauch sehr süffig und lecker - wenn er auch etwas austauschbar ist, da es in der Zwischenzeit einige Abfüllungen gibt, die in die gleiche Kerbe schlagen.

Mittwoch, 5. März 2025

Islay South Coast (Ardxxx) 14y (ADoS)

 

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Letzten Sommer veranstaltete das Brühler Whiskyhaus sein eigenes kleines Islay Festival. Im Rahmen der A Dream of Scotland Reihe veröffentlichte Marco Bonn gleich drei Abfüllungen aus der Creme de la Creme der Islay Brennereien; einem 16 Jahre alten Port Charlotte von Bruichladdich im Oloroso Sherry Fass, einem 9jährigen Williamson (also Laphroaig) mit einem Manzanilla Sherry Finish und 14jährigen Abfüllung mit der Bezeichnung Islay South Coast.


Was verbirgt sich hinter Islay South Coast?
Wenn keine Namensrechte vorhanden sind, dann müssen unabhängige Abfüller in der Namensfindung kreativ sein. So versteckt sich beispielsweise hinter South Islays bei Marco Bonn in der Regel Lagavulins. Und Islay South Coast ist, wenn man den meist gut informierten Kreisen glauben kann, niemand anderer als Ardbeg. Somit hätten wir hier einen 14 Jahre alten Ardbeg mit Moscatel Sherry Finish. Dies klingt sehr spannend, ein Ardbeg mit diesem Sherry Fass ist nicht häufig anzutreffen. 


Aussehen
Dunkelgold.


Nase
Rauchschwaden steigen von einem Lagerfeuer am Kieselstrand bei dem die Holzscheite etwas feucht geworden sind auf. Reife gelbe Früchte, Mangos, Ananas, Pfirsiche liegen am Grillrost. Süßer Saft tropft ins Feuer und karamellisiert. Eine sehr ansprechende Rauchnote strömt aus dem Glas entgegen. Schon sehr Ardbegtypisch mit diesen maritimen, leicht schmutzigen Anklängen, jedoch ist mit mehr Süße vorhanden und die Fruchtaromen gehen mehr in die tropische Richtung. Der Rauch ist durchwegs präsent, lässt den anderen Geruchsanteilen aber durchaus ausreichend Entfaltungsmöglichkeit. So finde ich auch, die für mich so typischen, getrockneten italienischen Küchenkräutern, die zusammen mit den Früchten am Rost liegen und ihren würzigen Duft verströmen. Der Alkohol ist sehr gut integriert, kein Stechen oder andere störende Nebengeräusche. Man kann sich voll und ganz aufs Erkunden der Aromen konzentrieren.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund schiebt der Alkohol doch mehr an, als man von der Nase vermuten würde. Kräftig transportiert er die Geschmacksnoten nach vorne, vor allem ist die cremige Süße anfänglich die Dominante. So ein süßes Mangokompott hatte ich selten bei einem Single Malt. Weiche saftige Fruchtstücke, Karamell und dann setzt der Rauch ein. Fast schon klebrig, haftet er am Gaumen und belegt den ganzen Mundraum. Nun ist mehr Asche und Mineralien, wie Kieselsteine die man lutscht, vorhanden. Nach der ersten intensiven Rauchschwade kommt kurz eine pikante Schärfe von schwarzem Pfeffer zum Vorschein. Sie klingt aber genauso schnell wieder ab, wie sie aufgeblitzt ist und lässt Platz für eine Würzigkeit, die vor allem vom Holz und den angeräucherten Küchenkräutern stammt.


Abgang
So geht es auch im Finish weiter, dass Dank dem Rauch lange währt. Gegen Ende hin wird es spürbar bitterer. Der Rauch klebt immer noch, zusammen mit dem süßen Karamell und Spuren der Mango, am Gaumen.


Fazit
Die Abfüllung hat schon ihre Daseinsberechtigung. Durch das Moscatel Finish bekommen die typischen Islay Aromen einen spannenden süß, fruchtigen Touch. Vor allem in der Nase ist diese Kombination sehr ausgewogen und sehr fein. Der Geschmack kann hier nicht vollends mitziehen. Hier ist diese klebrige Süße teilweise fast zu viel des Guten. Der Whisky bekommt jedoch die Kurve und bleibt ausgewogen und vor allem auch sehr angenehm zu trinken. In Summe ein feiner Ardxxx mit dem typischen ADoS Profil und einem nicht alltäglichen Fassfinish.

Mittwoch, 12. Februar 2025

Bowmore 18y Deep & Complex

 

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English Text-Version


Bowmore ist schon lange sehr aktiv am Travel Retail Markt unterwegs. Bereits 2017 brachte die Islay-Brennerei mit dem 18jährigen Deep & Complex für den Retail Bereich eine neue volljährige Abfüllung heraus, die sich durch eine Komplett-Reifung in Ex-Oloroso- und PX-Sherry-Fässern von der gleichaltrigen Standard-Abfüllung unterscheidet. Der Alkoholgehalt von 43%, eine zusätzliche Färbung und Kältefiltration nennen beide Vertreter ihr Eigen.

Die Core-Range-Flasche hat mir gar nicht schlecht gemundet, mal sehen ob die Travel Retail Abfüllung ähnlich positiv abschneidet. 


Aussehen
Dunkles Mahagoni, mit Farbstoff nachgebessert.


Nase
Der Einfluss der PX-Sherryfässer offenbart sich sofort nach dem Einschenken. Rosinen und eingekochtes Pflaumenmus sorgen für die erste süß fruchtige Impression. Getrocknete Datteln und Feigen, Muskatnuss sowie Gewürznelken komplettieren zusammen mit Tabakblätter und Leder die Sherryeinflüsse im Geruch. Dezenter Rauch, der etwas schmutzig aschiges und zugleich auch mineralisches in das Geruchsgefüge einfügt, untermalt im Hintergrund die anderen Aromen. Die Kombination dieses leicht dreckig, aschigen Rauchs mit den Fruchtnoten ist sehr gefällig und bietet ein rundes, harmonisches Gesamtbild, dass schon eine gewisse Tiefe suggeriert. Komplexität ist jedoch nur wenig vorhanden, ist aber auch nicht störend. Der Alkohol ist überhaupt nicht präsent.


Geschmack
Erste Überraschung. Die 43% funktionieren wider Erwarten recht gut, das Mundgefühl ist nicht zu wässrig. Die Aromen sind ausgeprägt und dicht. Zuerst zeigt dich süßes Karamell, dem Pflaumenmus, Rosinen und Erdbeermarmelade dicht folgen.

Zweite Überraschung. Es wird deutlich würziger und herber, als die Nase vermuten ließ. Vor allem die Raucharomen geben den Ton an. Angebranntes Holz und Asche, ziemlich viel Asche sogar, angekohlte italienische Küchenkräuter, BBQ-Speck geräuchert am Rost des Kohlengrillers liegend. Dazu eine angenehme Würzigkeit vom Holz.

So gefällig und abgerundet die Nase ist, so dunkel und rauchig ist der Whisky im Geschmack. Hier passt der Zusatz „Deep & Complex“ schon eher.


Abgang
Dunkle Schokolade mit einem kleinen Espresso, eine leichte Trockenheit vorne am Zahnfleisch, immer noch reichlich Asche von Zigarren, getrocknete Tabakblätter. Der Rauch umkleidet klebrig den Gaumen und Rachen. Das Finish gestaltet sich recht lange.


Fazit
In der Nase kommt mir der Bowmore noch glattgebügelt, etwas konstruiert vor. Man hat das Gefühl die Aromen würden nur mit angezogener Handbremse unterwegs sein. Es dominieren im Geruch eindeutig die Sherryfässer das Geschehen. Der Rauch spielt die zweite Geige. Ganz anders ist es im Mund. Nach einem kurzen Aufblitzen der süß fruchtigen PX-Noten wird es deutlich würziger und der Rauch hebt ab und präsentiert seine aschige und speckige Seite. Das gefällt mir muss ich sagen. Auch die 43% stehen ihm gut zu Gesicht. Im Vergleich zum normalen 18y ist dieser deutlich sherry-betonter und rauer.

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English Text-Version


Bowmore has been very active in the travel retail market for a long time now. Back in 2017, the Islay distillery released the 18-year-old Deep & Complex, a new full-aged retail bottling that differs from the standard bottling of the same age by maturing entirely in ex-Oloroso and PX sherry casks. Both are at 43% abv, with additional colouring and chill filtration. The core range bottle didn't taste too bad to me, so let's see if the travel retail bottling does as well. 

Fotocredit: Bowmore


Appearance
Dark mahogany, coloured.


Nose
Immediately after pouring, the influence of the PX sherry casks is evident. The first impression is sweet and fruity, with sultanas and cooked plum jam. Dried dates and figs, nutmeg and cloves, tobacco leaves and leather complete the sherry influences on the nose. Subtle smoke, which adds something dirty, ashy and mineral to the olfactory structure, is supporting the other flavours in the background. The combination of this slightly dirty, ashy smoke with the fruity flavours is very pleasing and offers a rounded, harmonious overall picture that suggests some depth. There is little complexity, but it is not disturbing. The alcohol is completely absent.


Palate
The first surprise. Contrary to expectations, the 43% works quite well, the mouthfeel is not too watery. The aromas are pronounced and dense. The first flavour is sweet caramel, followed closely by plum jam, sultanas and strawberry jam. 

The second surprise. The aromas become much spicier and more bitter than the nose suggested. The smoky flavours are the most prominent. Burnt wood and ash, a lot of ash, charred Italian herbs, bacon smoked on the charcoal grill. Plus a pleasant spiciness from the wood. As pleasant and rounded as the nose is, the palate is dark and smoky. The addition 'deep and complex' is more appropriate here.


Finish
Dark chocolate with a hint of espresso, slightly dry at the front of the gums, still plenty of cigar ash, dried tobacco leaves. The smoke coats the palate and throat thickly. The finish is quite long.


Conclusion
On the nose, the Bowmore still seems to me to be smooth and a little bit contrived. You get the feeling that the flavours are only able to move forward with the handbrake on. The sherry casks clearly dominate the taste. The smoke plays second fiddle. On palate it is completely different. After a brief flash of the sweet, fruity PX notes, it becomes much spicier and the smoke takes off to show its ashy and bacony side. I have to say that I like it. The 43% also suits it well. Compared to the normal 18yo, this is much more sherried and rougher.

Mittwoch, 1. Januar 2025

Bruichladdich Port Charlotte MRC: 01 2010

 

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English Text-Version


Bruichladdich hat neben seiner nicht-rauchigen Bruichladdich Reihe mit der berühmten Octomore Serie, mit Single Malts mit dem höchsten PPM-Gehalt, und der Port Charlotte Reihe, mit mittelstarkem Rauch mit rund 40 ppm, gleich zwei rauchige Produktlinien am Start. Seit 2018 gibt es innerhalb der Port Charlotte Familie mit der Cask Exploration Serie spezielle Abfüllungen, bei der Bruichladdich sich auf besondere Fassreifung-Experimente (in der Regel Weinfässern) konzentriert.

Die erste Abfüllung dieser Reihe ist der Port Charlotte MRC: 01 2010. Hierfür wurde ausschließlich schottische erste verwendet. Die eine Hälfte reifte in 1st-Fill American Whisky Casks und der andere Teil in französischen 2nd-Fill Weinfässern. Danach wurden beide Fassarten miteinander vermählt und bekamen für ein weiteres Jahr ein Finish in französischen Bordeaux Fässern aus dem weltberühmten Weingut Mouton Rothschild. Der rund 7 Jahre junge Raucher kam mit 59,2% in die Flasche.


Aussehen
Satter Bernstein


Nase
Intensive Aromen, sofort vom Start weg. Fruchtig, hellrote Beeren, eingebunden in einen feinen ölig und zugleich auch mineralisch anmutenden Rauch. Er kann seine Verwandtschaft mit der Octomore Familie nicht leugnen. Er ist jedoch alles andere als dominant oder überbordend. Er hält sich mit den anderen Aromen die Waage und bildet ein harmonisches Gesamtbild. Vanillesauce mit roter Grütze. Mit Luft und Zeit wandeln sich die hellen Beeren hin zu dunkler Kirschmarmelade mit einer Zugabe von getrockneten Datteln. Die Datteln sind mit einer dünn geschnittenen Speckscheibe ummantelt und so auf die heiße Grillfläche gelegt. Die hohen Alkoholumdrehungen von über 59% sind extrem gut im Geruchsspiel integriert - kein Stechen oder sonstige unangenehmen Facetten sind zu merken. Eine Handvoll getrockneter Küchenkräuter wie Origano, Rosmarin und Basilikum fallen auf die Glut. Altes Ledersofa und Mobiliar, das oft mit Holzöl und Politur eingelassen wurde, altes Herrenzimmer mit einem Regal voll mit alten staubigen Büchern. Die verschiedenen Düfte sind sehr fein miteinander verwoben, schönes Aromenspiel.


Geschmack
Sehr süß und sehr fruchtig, toller kräftiger Einstieg. Eine echte Achterbahnfahrt der Aromen. Sehr cremig und samtig, und dies trotz der hohen Alkoholstärke. Der Rauch scheint reduzierter als im Geruch. Er ist sehr würzig, die Kräuter stehen im Vordergrund, auch die Mineralität ist wieder vorhanden. Eine leichte Schärfe, wie von schwarzem Pfeffer zeigt sich kurz. Dafür ist nun mehr Asche im Rauch zugegen und es wird trockener im Mundraum, vor allem an den Wangen. Die Würzigkeit der Holzfässer gewinnt entgegen der Fruchtsüße zunehmend an Stärke. Dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil und leicht angesengte Tabakblätter. Überraschend gut ohne Wasserzugabe trinkbar. Ein paar Tropfen Wasser machen ihn weicher, die Süße bleibt länger erhalten, die Würzigkeit reduziert sich gleichzeitig.


Abgang
Die aromatischen Bitterstoffe der Fässer gemeinsam mit der Asche der Steinkohle und den getrockneten Küchenkräutern bilden einen ansprechenden Abschluss, der noch Unterstützung durch ein paar rote, getrocknete Früchte bekommt. Vom Rauch und der trockenen Asche abgesehen, gestaltet sich das Finale mittellang.


Fazit
Das Experiment ist für mich sehr gut gelungen. Die Kombination aus den Rotweinfässern und dem typischen Port Charlotte-Rauch ist sehr ansprechend. Schöne kraftvolle Aromen in der Nase und im Geschmack. Rundum ein toller Vertreter der rauchigen Fraktion. Wem die jüngeren aber prestigeträchtigeren Octomores zu teuer sind, kann ohne Bedenken zu den Port Charlottes Abfüllungen greifen. Ich persönlich bin nach dieser Kostprobe eindeutig Team Port Charlotte.

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English Text-Version


Alongside the non-smoked Bruichladdich range, Bruichladdich initially had two peated product lines, the Octomore range, with the highest PPM single malts, and the Port Charlotte range, with medium smoke of around 40ppm. Since 2018, there have been special bottlings within the Port Charlotte family with the Cask Exploration series. In this series, Bruichladdich focuses on special cask maturation experiments (usually wine casks).

The first bottling in this series is Port Charlotte MRC: 01 2010, using only Scottish barley. One half was matured in American 1st fill whisky casks and the other half in French 2nd fill wine casks. The two types of cask were then vatted and finished for a further year in French Bordeaux casks from the world-famous Mouton Rothschild estate. This 7 year old smoker was bottled at 59.2%.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich amber colour


Nose
Intense aromas from the start. Fruity, light red berries, embedded in a fine, oily and mineral smoke. Its relationship with the Octomore family cannot be denied. However, it is anything but dominant or exuberant. It is in balance with the other flavours, creating a harmonious picture. Vanilla sauce with red fruit jelly. With oxygen and time, the light berries turn into dark cherry jam with the addition of dried dates. The dates are wrapped in a thin slice of bacon and placed on a hot grill. The high alcohol strength of over 59% is extremely well integrated into the flavour - no stinging or other unpleasant facets are noticeable. A handful of dried herbs such as oregano, rosemary and basil fall onto the coals. Old leather sofas and furniture that has often been oiled and polished, an gentleman room with a shelf full of dusty old books. The aromas are finely interwoven, a beautiful interplay of flavours.


Palate
Very sweet and very fruity, with a very powerful start. A real rollercoaster of flavours. Very creamy and velvety, despite the high alcohol strength. The smoke is less intense than on the nose. It is very spicy, the herbs are in the foreground and the minerality is back. There is a slight spiciness, like black pepper, that appears briefly. However, there is now more ash in the smoke and it becomes drier in the mouth, especially on the cheeks. Against the sweetness of the fruit, the spiciness of the wooden barrels becomes stronger. Dark chocolate with a higher cocoa percentage and slightly burnt tobacco leaves. Surprisingly easy to drink without water. A few drops of water make it softer, the sweetness stays longer and the spiciness is reduced at the same time.


Finish
The aromatic bitters from the casks, together with the coal ash and dried herbs, form a pleasant finish, supported by some dried red fruits. Apart from the smoke and ash, the finish is of medium length.


Conclusion
For me, the experiment was a great success. The combination of the red wine casks and the typical Port Charlotte smoke is very appealing. Beautiful, powerful aromas on the nose and palate. All in all a great representative of the peaty fraction. If you think the younger but more prestigious Octomores are too expensive, you can go for the Port Charlotte bottlings without hesitating. Personally, after this tasting, I'm definitely on Team Port Charlotte.

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