Laphroaig
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Mittwoch, 4. Juni 2025

Laphroaig Càirdeas 2025 Lore Cask Strength

 

Whiskybase

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Eigentlich gibt es bei mir nur zwei feste Größen, wenn es um Whisky geht. Der eine Fixstern sind neue Abfüllungen aus der Cask Exploration Series von Port Charlotte. Ich liebe einfach diese faszinierende Kombination aus spannenden Fassreifungen und der intensiven, eigenwilligen Rauchigkeit, für die die rauchigen Bruichladdichs bekannt sind. Jedes Jahr aufs Neue ein Highlight.

Der zweite Pflichttermin ist das Fèis Ìle Festival auf Islay – genauer gesagt: der Moment, in dem Laphroaig seine jährliche Càirdeas-Abfüllung präsentiert. Die Frage nach dem eingesetzten Fasstyp ist jedes Mal spannend – und bisher wurde ich noch nie enttäuscht.


Der Càirdeas 2025 ist da
Kaum war der diesjährige Càirdeas im Online-Shop für die „Friends of Laphroaig“ verfügbar, hatte ich ihn auch schon bestellt. Und weil – wie schon im letzten Jahr bei der „Cask Favourites“-Abfüllung – die Flasche mit Freunden geteilt wird, war sie natürlich schnell geöffnet und einer ersten Verkostung unterzogen.

Die diesjährige Festivalflasche trägt den Namen Lore Cask Strength – und damit ist im Grunde schon viel gesagt: Es handelt sich um eine fassstarke Version der beliebten Lore-Abfüllung. Und „fassstark“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn mit satten 59,6 % Vol. Alkohol ist dies die bisher stärkste Càirdeas-Abfüllung überhaupt.


Was macht den Lore aus?
Der Lore lebt von der Kombination verschiedener Altersstufen und – noch entscheidender – von der Auswahl und Komposition fünf unterschiedlicher Fasstypen. Zum Einsatz kommen neben Virgin European Oak, First Fill Bourbon Casks auch Refill Bourbon Casks, Quarter Casks und Oloroso Sherryfässer. Die exakte Fassverteilung bleibt wie immer Laphroaigs Geheimnis.


Aussehen
Dunkles Bernstein, sattes Kupfer.


Nase
Ich beginne mit dem unverdünnten Dram. Noch bevor meine Nase das Glas erreicht, weht mir eine massive Rauchwand entgegen – kraftvoll, phenolisch und mit einem Aroma, das an schmutziges Getriebeöl erinnert. Roh, kompromisslos, geradezu brachial: ein echter „in your face“-Start. Und was für einer! Der Rauch ist intensiv und charakterstark – neben dem markanten Phenol zeigen sich maritime Noten, Jod, eine mineralische Kante und eine unterschwellige Süße, die an Karamell erinnert.

Hat man sich erst einmal durch die erste Rauchattacke geschnuppert, treten weitere Facetten zutage: angekohlte Holzreste wie aus einem abgebrannten Lagerfeuer und eine Karamellnote, die sich zunehmend mit fruchtigen Sherryeinflüssen verbindet – rote Beeren, getrocknete Aprikosen, aber auch leicht säuerliche Nuancen von Ribiseln oder unreifen Heidelbeeren. Dazu kommen dezente Kräuteranklänge und eine angenehme Holzwürze, die das Aromenspiel abrunden. Eine tiefgründige, typische „Laphi“-Nase, die sich an den Wurzeln der Marke orientiert.

Mit ein paar Tropfen Wasser bleibt der Rauch angenehm präsent. Zusätzlich tritt eine Vanillenote in den Vordergrund – vorher nur im Abgang wahrnehmbar – und die beerige Fruchtigkeit wird spürbar intensiver.


Geschmack
Ein fulminanter Einstieg: kraftvoll, ölig, den gesamten Mundraum auskleidend. Der phenolische Rauch legt sich dominant auf den Gaumen, begleitet von einem Hauch kalter Steinkohleasche. Eine aromatische Pfeffernote folgt, nicht bloß scharf, sondern vielschichtig und ausgewogen. Würzige Akzente, die an geräuchertes Paprikapulver erinnern, sorgen für Spannung.

Dann der Umschwung: Die Süße übernimmt mit Noten von weichem Karamell, eingekochtem Beerenkompott, Pflaumen und Aprikosenmarmelade. Fruchtig, cremig, komplex – und überraschend vielschichtig. Trotz der hohen Alkoholstärke lässt sich der Whisky hervorragend pur genießen. Besonders gefällt mir das harmonische Wechselspiel aus Rauch, Würze und Fruchtigkeit – letzteres hätte ich so intensiv aus der Nase nicht erwartet.

Mit Wasser wird der Dram äußerst süffig. Die cremige Textur bleibt erhalten, der Rauch dominiert weiterhin den Auftakt, doch Süße und Frucht treten stärker hervor. Die Würze bleibt präsent und verankert den Geschmack im kräftigen Grundcharakter.


Abgang
Wärmend und lang anhaltend gleitet der Whisky den Rachen hinunter. Der phenolische Rauch und die Asche verweilen eindrucksvoll lange am Gaumen. Zugleich hält sich eine milde Süße, nun verstärkt durch feine Vanillenoten, bis weit in den Nachhall hinein.


Fazit
Beim letztjährigen Cask Favourites gingen die Meinungen unter den Fans auseinander: Für die einen war er zu wenig medizinisch-rauchig und zu sherry-lastig, für die anderen war gerade die dominante Sherry-Note genau richtig. Ich persönlich mochte ihn durchaus – allerdings wurde mir gegen Ende der Flasche die kräftige Verbindung von Sherry und Rauch fast ein wenig zu viel.

Ganz anders präsentiert sich die aktuelle Abfüllung. Hier lautet das Motto klar: „Back to the roots“. Markanter, medizinisch-phenolischer Rauch, kräftig, robust, beinahe rau – genau das, was man sich als Liebhaber klassischer Laphroaigs wünscht. Und dennoch: Die Sherrynoten fehlen nicht. Sie sind da, klar erkennbar, aber subtiler eingebunden – sowohl in der Nase als auch im Geschmack.

Unterm Strich eine rundum gelungene Festivalabfüllung. Ich bin froh, dass ich mir ein Exemplar sichern konnte – auch wenn ich sicher bin: Bis zum nächsten Fèis Ìle wird diese Flasche wohl nicht überleben. Dafür ist sie einfach zu süffig – und zu gut.

Sonntag, 6. April 2025

Laphroaig PX-Cask

 

Whiskybase

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Bei diesem Single Malt wurden von Laphroaig erstmals PX-Sherry Fässer für den Reifungsprozess verwendet. Speziell für den Travel Retail Markt 2010 herausgebracht, präsentiert sich die Abfüllung mit 48% Alkoholgehalt sowie in einer 1 Liter.

Neben dem Finish in den besagten Süßweinfässern bekam er eine Reifung in Ex-Bourbonfässern und wurde danach in kleinere Quarter Casks umgefüllt. Dies sorgt für noch intensivere Aromen. Welches Alter er hat wird offiziell nicht kolportiert, im Internet findet man Gemunkel, dass die verwendeten Whiskys nicht älter als 5 bis 10 Jahre sein sollen.

Leider wurde mit E150a Farbstoff nachgeholfen, aber zumindest wurde auf eine Kühlfiltration verzichtet.


Aussehen
Dunkler Bernstein.

Fotocredit: whiskybase.com


Nase
Schöne intensive Rauchschwaden strömen zu Beginn aus dem Glas, fettig, teerhaltig und mineralisch mit leichten phenolischen Anklängen nach brennenden Mullbinden. Der Rauch legt sich wie ein Schleier über süßes Beerenkompott aus Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Auch ein paar Streifen gebratener Frühstücksspeck, etwas Vanille, ein paar Brösel eines hellen Kuchenteigs und etwas Honig runden den Duftreigen ab. Die Nase klingt würzig im Zusammenspiel mit getrockneten Küchenkräutern, wie Salbei, Rosmarin und Majoran, und maritimen Noten nach Seeluft und Seetang ab.

Die Nase ist sehr fein, die Kombination aus den schweren süßen PX-Aromen mit dem Rauch ist schwer ok. Für einen Laphroaig ist der Rauch aber weniger dominant. Hier dürften die PX-Fässer doch deutlich am Rauch-Volumen geknabbert haben.


Geschmack
Für seine 48% ist der Antritt sehr anständig mit einem gleichzeitig weichem, cremigen Mundgefühl. Der Rauch zeigt sich im Mund nun deutlich lebhafter, als in der Nase. Sofort erscheint eine deutliche Note nach verbrannten Holzscheiten, dazu auch mehr Asche und Teer. Die gebratenen Speckscheiben sowie die getrockneten Kräuter aus der Nase finden sich auch im Mund wieder. Zusätzlich schmeckt man Honig, getrocknete Pflaumen und Aprikosen, sowie etwas Leder und Tabakblätter. Ein leichtes Prickeln von Ingwer oder schwarzem Pfeffer verleiht eine angenehme Würzigkeit. Etwas Bitterkeit in Kombination mit herber dunkler Schokolade rundet das Geschmacksprofil ab.


Abgang
Der nun vor allem von der Asche dominierte Rauch legt sich breit und fett auf den Gaumen und Rachen und bleibt dort mal eine gute Zeit lang haften. Ebenso ist der Speck mit den Pflaumen und dem Honig weiterhin aktiv und sorgt zusammen mit Holzwürze für ein langes Finish.


Fazit
Nicht so intensiv wie beispielsweise bei der letzten Càirdeas Favourites Casks Abüllung aus 2024 aber doch deutlich hervorstechend ist der Einfluss des PX-Sherryfasses. Die typische Laphroaig-DNA geht damit etwas verlustigt, da der Rauch doch einiges an seiner Intensität und dem rauen, phenolischen Aroma verliert. Trotzdem ist die Kombination der Süße, den Beeren und dem speckigen Rauch sehr süffig und lecker - wenn er auch etwas austauschbar ist, da es in der Zwischenzeit einige Abfüllungen gibt, die in die gleiche Kerbe schlagen.

Mittwoch, 5. Juni 2024

Laphroaig Càirdeas 2024 Cask Favourites

 

Whiskybase

English Text-Version


Seit nun bereits 30 Jahren gibt es den Friends of Laphroaig Fanclub. Als Teil dieser Whiskygemeinschaft bekommt man unter anderem einen Quadratmeter Land auf Islay - ok, nicht wirklich so richtig, aber man bekommt eine Urkunde bzw. kann man sich auf der Webseite im eigenen Online-Bereich downloaden und wenn man auf Islay bei Laphroaig ist, kann man ein Fähnchen in seinen Landesfarben auf "sein" Land stecken. Ist eine lustige Sache. Des weiteren bekommt man als Fan auch einen Gratis-Whisky beim Besuch der Brennerei. Und! Für die meisten Fans wahrscheinlich das wichtigste Event im Jahr, man ist exklusiv berechtigt die jährliche Càirdeas Abfüllung zu erwerben. 


Freundschaft
Das Wort Càirdeas stammt aus dem Gälischen und bedeutet Freundschaft. Die Großmutter eines früheren Distillery Managers machte den Vorschlag, die Abfüllung für die Friends of Laphroaig eben Càirdeas zu taufen - eine sehr gute Idee, wie ich finde. Seit 2008 kommt einmal im Jahr eine Càirdeas Abfüllung heraus. Jede Flasche besitzt ein spezielles Finish bzw. eine spezielle Reifung oder eine andere individuelle Interpretation des Stils von Laphroaig. In der Regel erscheinen die Abfüllungen rund um das Fèis Ìle Festival auf Islay.

Zum 30jährigen Bestehen der Fan-Gemeinschaft präsentiert Laphroaig eine zehnjährige Ausprägung mit dem Titel Cask Favourites. Dahinter verbirgt sich eine Vermählung von zwei vorigen beliebten Abfüllungen, und zwar dem Triple Wood Cask aus 2019 und dem PX Cask aus 2021. Ungefärbt und ohne Kühlfiltration kam der Single Malt mit 52,4% Alkoholstärke in die Abfüllanlage.


Aussehen
Dunkles Mahagoni mit orangem Touch


Nase
Es beginnt, nicht ganz unerwartet, mit einer ordentlichen Rauchentwicklung. Schwere speckige Rauchschwaden, die aber vor allem Aromen von glimmenden Holz- und Steinkohlestücken und abgebrannten Holzscheiten transportieren, als die bei Laphis ansonsten so bekannten medizinischen, Jodtinkturen, die so schön stinken. Dies ist schon mal anders. Oder auch nicht. Denn rauchseitig sehe ich leichte Ähnlichkeiten mit dem zehnjährigen Sherry Oak. Auch dort hatte ich eher speckige Holzkohle als den typisch phenolischen Grundcharakter. 

Hinter dem Rauch wartet eine gehörige Beerigkeit. Ja, ein Beerenröster bestehend aus Heidelbeeren, aber vor allem aus Brombeeren und einer sehr überraschenden Fruchtsüße, die sich delikat mit dem Rauch verwebt. Über dem Kohlenfeuer angebrannte Küchenkräuterzweige, angebranntes Eichenholz, ein paar alte Lederlappen liegen auch in der Nähe. Ich habe absolut keinen Schwefel in der Nase, da dies vereinzelt in einigen Rezessionen erwähnt wurde, kann ich so nicht bestätigen. Der Geruch ist schon mal sehr fein und dabei ist der Alkohol perfekt eingebunden. Also bei der Nase will ich kein Wasser dazu geben.


Geschmack
Extrem ölig fließt der Malt in den Mundraum. Gepaart mit einer für mich so bei Laphroaig noch nie dagewesenen Süße. Das ist schon Honig pur. Sofort setzt eine prickelnde, leichte Schärfe, wie von einem Ingwerstück oder einem frischen Pfefferkorn, ein. Sehr lecker! Und jetzt kommt der Rauch. Sehr intensiv, sehr voll, mundausfüllend. Etwas Jod, ja, aber vor allem geht es mehr in Richtung Lagerfeuer. Hinter dem Rauch erscheinen Pflaumen im Speckmantel, geräucherter, fettiger Bauchspeck, eine Pfanne mit Beerenröster und ein paar Zweige der gerösteten Kräuter liegen daneben. Die Kräuter bringen eine leichte harzige Note mit ins Geschmacksprofil. Nach hinten raus wird es, vor allem am Gaumen, etwas trockener. Der Alkohol ist auch hier toll integriert, da braucht es echt keine Wasserverdünnung.


Abgang
Die Pflaumen und der Räucherspeck tragen das Finale mit den Kräutern und dem fettigen Rauch. Vor allem letzterer ist noch länger zu schmecken. Ganz zum Schluss kommt eine leicht bittere Note zum Vorschein, als hätte man auf eine besonders dunkle, leicht verkohlte, Kruste vom Speck gebissen.


Fazit
Ich weiß jetzt schon, der Laphi wird die Fangemeinde polarisieren. Der eher puristisch angehauchte Teil der Fans wird hier Kritik üben, denn es fehlt ihm sicherlich die sonst bei Laphroaig so typische phenole, brachiale Wucht, die so viele lieben. Die Fans von Rauch, Süße und Sherryaromen werden ihn aber genau dafür lieben. Ich mag ihn - Untertreibung. Ich finde ihn grad saulecker. Er ist nicht super filigran, ganz und gar nicht. Er ist ein toller Rauchmalt aus Islay mit einem sehr gut integrierten PX-Einfluss. Die Hälfte der Flasche ist bereits für Samples für Freunde reserviert. Hm. Hm.

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English Text-Version


The Friends of Laphroaig fan club has been around for 30 years. As part of this whisky community you get, among other things, a square metre of land on Islay - ok, not really, but you get a certificate or you can download it from the website in your own online area. And if you're on Islay with Laphroaig, you can stick a little flag in your national colours on "your" land. It's a fun thing. As a fan, you also get a free whisky when you visit the distillery. And you get exclusive access to the annual Càirdeas bottling, probably the most important event of the year for most fans. 


Friendship
The word Càirdeas comes from Gaelic and means friendship. The grandmother of a former distillery manager suggested naming the bottling for the Friends of Laphroaig Càirdeas - a very good idea in my opinion. Since 2008, a Càirdeas bottling has been released once a year.
Each bottle is finished or matured in a particular way or represents a different interpretation of Laphroaig. The bottlings are usually released around the time of the Fèis Ìle festival on Islay. Laphroaig is releasing a ten-year-old expression called Cask Favourites to celebrate the 30th anniversary of its fan community. This is a marriage of two previous popular bottlings, the Triple Wood Cask from 2019 and the PX Cask from 2021. The single malt was bottled at 52.4% abv, uncoloured and without chill-filtration.


Appearance
Dark mahogany with orange reflections.


Nose
Not entirely unexpectedly, there is a decent amount of smoke at the start of the nose. Heavy, bacon-like clouds of smoke, but mainly giving off aromas of smouldering wood and coal and burnt logs, rather than the medicinal, iodine tinctures that Laphis is so well known for and that smell so good. This is very different. Or not. Because on the smoke side, I see slight similarities with the ten-year-old Sherry Oak. There, too, I had more bacon char than the typical phenolic character. Behind the smoke there is a real berry flavour. Yes, a berry roast consisting of blueberries, but mostly blackberries and a very surprising fruity sweetness that delicately intertwines with the smoke. Twigs of kitchen herbs burned over a coal fire, burnt oak wood and a few old leather rags are also in the vicinity. There is absolutely no sulphur in the nose, as has been mentioned in some reviews, but I cannot confirm this. The smell is very fine and the alcohol is perfectly integrated. I don't want to add water.


Palate
The malt is extremely oily in the mouth. Paired with a sweetness I have never experienced before with Laphroaig. This is pure honey. Immediately there is a tingly, light spiciness, like a piece of ginger or a fresh peppercorn. Very tasty! Now comes the smoke. Very intense, very full, mouth-filling. A little iodine, yes, but mostly it's more like a campfire. Beyond the smoke appear plums wrapped in bacon, smoked, fatty pancetta, a pan of roasted berries and a few sprigs of roasted herbs. The herbs add a slightly resinous note to the flavour profile. Towards the end it gets a little drier, especially on the palate. Again, the alcohol is well integrated, so there is no need for water dilution.


Finish
The plums and the smoked bacon carry the finish together with the herbs and the fatty smoke.  The latter, in particular, can be tasted for a long time. At the very end, a slightly bitter note appears, as if you had bitten into a particularly dark, slightly charred bacon crust.


Conclusion
I already know that the Laphi will polarise the fan community. The more purist fans will criticise it, as it certainly lacks the phenolic brute force that is so typical of the Laphroaig that so many people love. But fans of smoke, sweetness and sherry flavours will love it for exactly that. I like it - understatement. I just think it's delicious. It's not super sophisticated, not at all. It's a great smoky Islay malt with a very well integrated PX influence. Half the bottle is already reserved for samples for friends. Hm. Hm.

Mittwoch, 10. Mai 2023

Laphroaig Quarter Cask

 

Whiskybase

English Text Version

2004 nahm Laphroaig den Quarter Cask in ihr Sortiment auf. Dieser junge NAS-Whisky ist die Reminiszenz der früheren Transportfässer im 19. Jahrhundert. Denn zu dieser Zeit wurden, bevor die ersten Eisenbahnlinien durch die schottischen Highlands errichtet wurden, der Whisky mit Pferden oder Eseln auf kleinen Wegen und Pfaden von den Brennereien (anfang meist noch Schwarzbrennereien) in die Städte und Ortschaften transportiert. Und dafür wurden sogenannte Quarter Casks, also die Viertelgröße eines herkömmlichen Fasses, verwendet um seitlich bei den Packtieren zu befestigen. Diese kleinen Fässer hatten meist ein Fassungsvermögen von rund 50 Litern. 

Laphroaig Quarter Cask reifte rund fünf Jahre in Ex-Bourbon Fässern bevor er für weitere sieben Monate sein Finish in diesen kleinen Fässern bekam. Der Vorteil dieser Fässer ist die schnellere und intensivere Reifung des Whiskys - je kleiner das Fass, desto mehr Kontakt hat die Flüssigkeit mit dem Holzfass. 

Der Islay-Malt ist, wie so oft bei Laphroig, mit Farbstoff bearbeitet, aber nicht kühlfiltriert und mit einer Alkoholstärke von 48% abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Strohgelb, helles Gold. Gefärbt.


Nase
Starker phenolischer Rauch empfängt die Nase gleich beim ersten Reinschnuppern ins Glas. Der Rauch, nicht eindimensional nur nach Mullbinde und Spitalsgang riechend, hat noch andere Nuancen. Er ist quarzig, mineralisch mit einem ordentlichen Touch Süße und Vanille. Etwas Jod und Seetang ist ebenfalls zu finden, jedoch beginnt diese Seeluftassoziation bereits hinter den Rauchschwaden. Dazu gesellen sich auch Aromen von Zitrusfrüchten, die mit mehr Luft im Glas sich sogar zu zart reifen Aprikosen oder Pfirsichen verändern, die Säure nimmt ab und die weichen süßen Fruchtnoten nehmen zu. Auch ein leichter Anflug von getrockneten Küchenkräutern ist zu bemerken. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, die Aromen werden ohne Stechen oder anderer Störungen ans Riechorgan transportiert. Alles in allem eine sehr schöne intensive klassische Laphi-Nase. 


Geschmack
Ein weicher und gleichzeitig öliger Antritt, der zuerst kurz süß, mit einem Anflug von reifen Fruchtaromen beginnt. Danach wird der Mundraum von einer brachialen Rauchfracht komplett auskleidet. Der Rauch gestaltet sich nicht nur phenol sondern auch aschig, wie Asche aus einem Aschenbecher, sie glimmt noch leicht. Begleitet wird dieser Rauch von einer sehr würzigen, schon ins pfeffrig gehenden Schärfe. Ordentlicher Punch von Eiche der Fässer ist hier zu schmecken. Es wird zunehmend trockener im Mund. Dann kommen die getrockneten Küchenkräuter hervor. Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser wird der Rauch zwar etwas weniger intensiv. Die anderen Aromen haben mehr Platz um zur Geltung zu kommen, allen voran süßes Karamell, Vanille und die Aprikose. Die Würzigkeit mit der Pfefferschärfe kommt jedoch auch mit Wasser gut heraus.


Abgang
Der intensive Rauch, die noch leicht glimmende Asche, liegt sehr lange im Mund. Die Trockenheit mit der bitteren Eiche verstärken den herben Touch im Finish. Ganz am Ende wird es überraschend wieder etwas süßer in Kombination mit der Vanille und den Kräutern. Interessant.


Fazit
Das ist kein Langweiler. So muss Laphroaig. Dies ist mal ein gutes Beispiel wo eine NAS-Abfüllung eine Abfüllung mit Altersangabe rechts überholt. Wer auf Rauch, Islay und Laphi steht wird, wenn er mal den Quarter Cask im Glas hatte, wohl nie mehr eine Flasche vom 10jährigen kaufen. Ein tolles Laphroaig Profil. So will man es haben. Fett Rauch, phenolisch, medizinischer Touch, trotzdem mild und weich in der Nase und am Gaumen dann nochmals ein Ausbruch an Rauch und Würzigkeit. Sehr aromatisch und lecker. Der gefällt!

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English Text Version


In 2004, Laphroaig added the Quarter Cask to their range. This young NAS whisky is reminiscent of the earlier transport casks in the 19th century. At that time, before the first railway lines were built through the Scottish Highlands, the whisky was transported by horses or donkeys along small paths and tracks from the distilleries (in the beginning mostly still moonshine distilleries) to the towns and villages. And for this purpose, so-called quarter casks, i.e. the quarter size of a conventional cask, were used to attach to the sides of the pack animals. These small casks usually had a capacity of around 50 litres. 

Laphroaig Quarter Cask matured for about five years in ex-bourbon casks before it got its finish in these small casks for another seven months. The advantage of these casks is the faster and more intensive maturation of the whisky - the smaller the cask, the more contact the liquid has with the wooden barrel. 

The Islay Malt is, as so often with Laphroig, finished with colouring but not chill-filtered and bottled at 48% alcohol strength.

Fotocredit: Laphroaig


Appearance
Dark straw yellow, pale gold. Coloured.


Nose
Strong phenolic smoke greets the nose right from the first sniff into the glass. The smoke, not one-dimensional only smelling of gauze bandage and hospital corridor, has other nuances. It is quartz, mineral with a decent touch of sweetness and vanilla. Some iodine and seaweed can also be found, but this sea air association already starts behind the smoke clouds. Aromas of citrus fruits also join in, which with more air in the glass even change to delicately ripe apricots or peaches, the acidity decreases and the soft sweet fruit notes increase. There is also a slight hint of dried kitchen herbs. The alcohol is very well integrated, the aromas are transported to the olfactory organ without stinging or other disturbances. All in all, a very nice intense classic Laphi nose. 


Taste
A soft and at the same time oily attack that starts briefly sweet, with a hint of ripe fruit flavours. Then the mouth is completely lined by a brute smoke freight. The smoke is not only phenolic but also ashy, like ash from an ashtray, it still smoulders slightly. This smoke is accompanied by a very spicy, already peppery pungency. A good punch of oak from the barrels can be tasted here. It becomes increasingly dry in the mouth. Then the dried kitchen herbs come out. With a few drops of water, the smoke becomes a little less intense. The other flavours have more room to come to the fore, especially sweet caramel, vanilla and apricot. However, the spiciness with the pepper heat comes out well even with water.


Finish
The intense smoke, the still slightly smouldering ash, lingers in the mouth for a very long time. The dryness with the bitter oak reinforce the tart touch in the finish. At the very end, it surprisingly becomes a little sweeter again in combination with the vanilla and the herbs. Interesting.


Conclusion
This is not a bore. This is how Laphroaig has to be. This is a good example of a NAS bottling overtaking a bottling with an age statement on the right. If you like smoke, Islay and Laphi, once you've had the Quarter Cask in your glass, you'll probably never buy a bottle of the 10-year-old again. A great Laphroaig profile. That's how you want it. Bold smoke, phenolic, medicinal touch, yet mild and mellow on the nose and then another burst of smoke and spice on the palate. Very aromatic and delicious. I like this one!

Mittwoch, 9. November 2022

Laphroaig 10y Sherry Oak

 

Whiskybase

English Version


Seit Anfang 2021 hat der klassische 10jährige von Laphroaig eine neue Variante dazubekommen. Der 10y Sherry Oak wurde anfänglich als limitierte Abfüllung präsentiert, wo es später hieß, sie könne auch in die Standard-Reihe aufgenommen werden. Bis dato ist er eigentlich durchwegs gut erhältlich. Bei der Fassreifung hat sich die Islay-Brennerei etwas überlegt. Ein Viertel des Malts reifte als Vollreifung in Refill-Oloroso Sherry Hogshead, der Rest bekam eine Doppelreifung verpasst. Dabei kam das Destillat nach 9 Jahren der klassischen Reifung in Ex-Bourbon Fässern für ein einjähriges Finish in First Fill Oloroso Seasoned Sherry Hogsheads. Danach wurden beide Teile miteinander vermischt. 

Anders als beim herkömmlichen 10y, der nur mit 40% Alkohol in die Flasche kommt, hat die Sherry-Variante mit 48% deutlich mehr Punch zu bieten. Laut offizieller Information soll diese Abfüllung weder gefärbt noch kühlgefiltert sein. 


Aussehen
Dunkles Rostbraun mit einem rötlichen Schimmer


Nase
Der Sherry Oak beginnt rauchseitig etwas untypisch für einen Laphroig. Die typischen phenolischen Aromen mit den bekannten medizinischen Assoziationen nach Mullbinde, Heftpflaster, Krankenhausflur, und so weiter fehlen anfänglich gänzlich. Es ist eher ein kalter nach Holzasche riechender Rauch, der stark mit den Sherryfassnoten verflochten ist. Mit von der Partie sind Leder, Rosinen, dunkle getrocknete Früchte wie Feigen, Datteln, Pflaumen und etwas Tabak. Nach ein wenig Standzeit und mehr Sauerstoffzufuhr wandeln sich die getrockneten Früchte zu frischen roten Beeren mit einer angenehmen Säure, Brombeeren, Heidelbeeren vielleicht. Auch der Rauch wird jetzt mehr Laphilike, mit nun doch mehr Krankenhausvibes. Überhaupt kommen nun auch mehr die Bourbonfässer mit einer leichten Zitrusfrucht und Vanilleeinschlag zum Vorschein. Als Nachklang im Geruch zeigen sich die europäischen Eichenfässer mit einer angenehmen Würzigkeit. Die 48% Alkohol sind überhaupt nicht zu merken.


Geschmack
Der Malt startet mit einem leicht öligen Mundgefühl. Gleich volle Kanne Rauch! Deutlich intensiver als in der Nase. Im Mund ist gleich vom Beginn an Jod und der typische Krankenhausstyle im satten Rauch zugegen. Gepaart aber immer noch mit etwas kalter Holzkohle, die ich beim normalen 10y nicht hatte. Eine leichte Süße mit Vanille sowie Pflaumen, den getrockneten und nun auch kandierten Früchten und das Leder mit ein paar getrockneten Tabakblättern zeugen auch im Geschmack vom Sherry Finish. Etwas Möbelpolitur ist auch dabei. Dann kommen die Aromen, die ich bei Islay Malts so schätze. Getrocknete Küchenkräuter, geräucherte Fichtennadeln, Baumharz, mit einer Spur Zitrone. Getrockneter Seetang sorgen für den maritimen Touch. 


Abgang
Weiterhin eine homogene Aromenmischung aus Würze, dem Rauch, getrockneten Früchten und etwas Vanille. Am Ende wird es trockener und die Eiche zeigt sich mit einer dezent bitteren Note, der Rauch bleibt lange als kalte Asche in Erinnerung. Insgesamt ist das Finish mittellang.


Fazit
Wenn man sich die Farbe ansieht, dann denkt man heutzutage natürlich sofort an die typischen nassen Sherryfässer. Aber im Gegensatz zu anderen Abfüllungen haben es diese hyperdominaten Fässer beim Laphroig nicht geschafft, das Destillat komplett mit Sherryaromen zu zugleistern. Der typische Rauch und die würzigen Noten können sich in der Nase und im Geschmack behaupten. Sie bekommen aber durchaus einen starken Gegenpart mit der Sherryreifung. Die Nase ist sehr ansprechend, die Kombination der dunklen Sherryaromen mit dem Laphi-Style gefällt mir sehr. im Mund wird es süßer als gedacht. Auch hier sind die Sherryaromen präsent. Aber auch die Kräuter und der maritime Einschlag ist da. Der Preis von rund € 60,- für einen 10y Single Malt ist nicht wenig. Aber leider für 2022 und Islay Bezug nicht unüblich. Mir gefällt er auf jeden Fall besser als der normale 10y - auch wenn er durch den starken Sherryeinfluss für so manchen das typische Laphroaig-Gen manipuliert. Kommt eine Großflasche ins Haus? Mal sehen…könnte durchaus vorkommen.

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English Version


Since the beginning of 2021, Laphroaig's classic 10 year old has had a new variant added to it. The 10y Sherry Oak was initially presented as a limited bottling, where it was later said that it could also be included in the standard range. To date, it has actually been consistently well available. When it came to cask maturation, the Islay distillery thought about something. A quarter of the malt matured as full maturation in refill Oloroso Sherry Hogshead, the rest got a double maturation. After 9 years of classic maturation in ex-bourbon casks, the distillate was transferred to First Fill Oloroso Seasoned Sherry Hogsheads for a one-year finish. Afterwards, both parts were blended together. 

Unlike the traditional 10y, which is bottled at only 40% alcohol, the sherry version packs a lot more punch at 48%. According to official information, this bottling is neither coloured nor chill-filtered. 

Fotocredit: Laphroaig.com


Appearance
Dark rusty brown with a reddish tinge.


Nose
On the smoke side, the Sherry Oak begins somewhat uncharacteristically for a Laphroig. The typical phenolic aromas with the familiar medicinal associations of gauze bandage, sticking plaster, hospital corridor, and so on are initially completely absent. It is rather a cold smoke smelling of wood ash, which is strongly interwoven with the sherry cask notes. There are leather, sultanas, dark dried fruits like figs, dates, plums and some tobacco. After a little time and more oxygenation, the dried fruits turn into fresh red berries with a pleasant acidity, blackberries, blueberries perhaps. The smoke also becomes more laphi-like, with more hospital vibes. In general, the bourbon barrels come to the fore with a light citrus fruit and vanilla impact. The European oak casks show up in the aftertaste with a pleasant spiciness. The 48% alcohol is not noticeable at all.


Taste
The malt starts with a slightly oily mouthfeel. Straight away full can of smoke! Much more intense than in the nose. In the mouth, iodine and the typical hospital style are present in the rich smoke right from the start. But still paired with some cold charcoal, which I didn't have with the normal 10y. A slight sweetness with vanilla as well as plums, the dried and now also candied fruits and the leather with a few dried tobacco leaves also testify to the sherry finish in the taste. Some furniture polish is also there. Then come the flavours that I like in Islay malts. Dried kitchen herbs, smoked spruce needles, tree resin, with a hint of lemon. Dried seaweed provides the maritime touch. 


Finish
Continues to be a homogeneous mix of flavours from spice, the smoke, dried fruits and some vanilla. At the end, it becomes drier and the oak shows itself with a discreetly bitter note, the smoke remains in the memory as cold ash for a long time. Overall, the finish is medium long.


Conclusion
When you look at the colour, nowadays of course you immediately think of the typical wet sherry casks. But unlike other bottlings, these hyper-dominant casks have not managed to completely saturate the Laphroig distillate with sherry flavours. The typical smoke and spicy notes can hold their own in the nose and taste. But they get a strong counterpart with the sherry maturation. The nose is very appealing, I like the combination of the dark sherry flavours with the Laphi style very much. in the mouth it becomes sweeter than expected. The sherry aromas are also present here. But the herbs and the maritime impact are also there. The price of around €60 for a 10y single malt is not cheap. But unfortunately not unusual for 2022 and Islay reference. In any case, I like it better than the normal 10y - even if the strong sherry influence manipulates the typical Laphroaig gene for some. Is a bulk bottle coming into the house? Let's see...could well happen.

Mittwoch, 25. Mai 2022

Laphroaig 10y

 

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Ich habe nicht sofort mit Islay und den Malts der Brennereien dieser Insel meine Whiskyreise begonnen. Ich nahm mir diesbezüglich etwas Zeit. Ich musste mich erst langsam dem Thema Rauch nähern :-). In der Zwischenzeit fanden jedoch schon der eine und andere rauchige Vertreter der bekannten Islay Distilleries ihren Weg in mein Nosing Glas. Und der rauchig, maritime Touch gefällt mir in der Zwischenzeit wirklich ausgesprochen gut.

Eine Brennerei habe ich bislang ausgelassen - Laphroig. Bewusst, unbewusst, keine Ahnung. Aber heute ist es Zeit, den weißen Fleck auf meiner Whiskylandkarte endlich zu tilgen. Und zwar sogleich mit einer wahren Ikone in der Whiskywelt, dem Laphroaig 10 Jahre. Neben dem Ardbeg 10 und Lagavulin 16 wahrscheinlich die bekannteste Standard-Abfüllung von Islay. 

Der Laphroaig 10y wird in Ex-Bourbon-Fässern die gesamte Zeit gereift. Danach wird er kühlfiltriert und auch gefärbt mit 40% Alkohol in die Flasche gefüllt. 


Ausehen
Helles Ockergelb


Nase
Sofort ein intensiver Rauchschwall in der Nase. Stark in Richtung phenolisch, medizinisch - wie verkohlende Überreste von gebrauchten Mullbinden und Heftpflastern. Dahinter blitzt immer wieder etwas auf, wie warmer, frischer Asphalt. Nachdem sich der enorme Rauch buchstäblich etwas verzogen hat, treten nun auch die anderen Aromen in den Vordergrund. Zuerst kurz ein Spritzer Zitrone und deren Abrieb der Schale. Etwas Vanille, insgesamt wird es süßer - sogar der Rauch wird zunehmend süßer. Danach zeigt sich Baumharz, Waldkräuter und Tannennadeln.
Aber auch maritime Anklänge mit Algen, Meerwasser, Jod. Jetzt macht der Malt richtig auf! Der Rauch tritt nun immer mehr in den Hintergrund und eine schöne, satte Fruchtnote - vor allem eine reife Zitrone, aber auch fast do etwas wie Aprikosen oder Pfirsich - tritt vor den Duftvorhang. Hätte ich nicht vermutet. 


Geschmack
Etwas dünner, wässriger Antritt mit einem weichen Mundgefühl. Der niedrige Alkoholgehalt mit 40% macht sich hier bemerkbar. Sofort auch auf der Zunge eine gehörige Portion des medizinisch anmutenden Rauchs. Auch aschiger, trockener wirkt der Malt. Dann kommt die Zitrone und die Vanille als Kontrapunkt zum Vorschein. Etwas Süße ist auch da - aber nur dezent, kann sich nicht durchsetzen. Das Harz und die Waldkräuter zeigen sich ebenfalls. Zum Finish hin nochmals ein Schub Teer und Asphalt, etwas Salz und Alge.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Es wird holzbetonter, die Eiche zeigt sich. Nicht sehr stark, aber doch bemerkbar. Es wird würziger am Gaumen. Leichter Kaffee mit ein paar Tropfen Milch. Durch den Rauch bleibt er lange im Mund präsent. 


Fazit
Wenn man, besser seine Nase, sich mal an den Rauch gewöhnt hat, zeigt sich eine sehr schöne klare Aromatik im Geruch, die man einem zehnjährigen, 40%igen Malt nicht zutraut. Was die Nase angeht hat mich der Malt überzeugt.
Hier verstehe ich die Fans dieser Brennerei und des Whiskys absolut. Wenn der alkoholseitig schwachbrüstige Vertreter schon so gut riecht, wie lecker muss dann erst die CS-Version sein?
Beim Geschmack startet er für meine Verhältnisse etwas leicht und flach, steigert sich jedoch im Laufe wieder und endet in einem langen, trockenen schönen Finish.
Ein sehr, sehr ordentlicher Standard und eine schöne Einführung in diese traditionsreiche Brennerei. Ich habe noch einige andere Samples von Standardabfüllungen in meinem Archiv. Bis zum nächsten Laphroig in meinem Glas wird es nicht mehr so lange dauern.

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I did not immediately start my whisky journey with Islay and the malts from the distilleries on this island. I took some time in this regard. I had to approach the subject of smoke slowly first :-). In the meantime, however, one or two smoky representatives of the well-known Islay distilleries found their way into my nosing glass. And I really like the smoky, maritime touch in the meantime.

I have left out one distillery so far - Laphroig. Consciously, unconsciously, I don't know. But today it's time to finally erase the blank spot on my whisky map. And right away with a true icon in the whisky world, the Laphroaig 10 year. Next to the Ardbeg 10 and Lagavulin 16, probably the best-known standard bottling from Islay. 

The Laphroaig 10y is matured in ex-bourbon casks for the entire time. It is then chill-filtered and also coloured and bottled at 40% alcohol. 


Appearance
Light ochre yellow


Nose
Immediately an intense blast of smoke on the nose. Strongly towards phenolic, medicinal - like charring remains of used gauze bandages and sticking plasters. Behind it, something flashes again and again, like warm, fresh asphalt. After the enormous smoke has literally dissipated a little, the other aromas now come to the fore. First, briefly a squeeze of lemon and its abrasion of the peel. Some vanilla, overall it becomes sweeter - even the smoke becomes increasingly sweet. Then tree resin, forest herbs and pine needles appear.
But also maritime hints with seaweed, seawater, iodine. Now the malt really opens up! The smoke fades more and more into the background and a beautiful, rich fruity note - especially a ripe lemon, but also something almost like apricots or peaches - appears in front of the aroma curtain. I would not have guessed that. 


Taste
Somewhat thin, watery attack with a soft mouthfeel. The low alcohol content of 40% is noticeable here. Immediately also on the tongue a good portion of the medicinal smoke. The malt also seems ashy and dry. Then the lemon and vanilla appear as a counterpoint. There is also a little sweetness - but only subtly, it cannot assert itself. The resin and forest herbs also show up. Towards the finish, another push of tar and asphalt, some salt and seaweed.


Finish
It becomes more woody, the oak shows up. Not very strong, but still noticeable. It gets spicier on the palate. Light coffee with a few drops of milk. The smoke keeps it present in the mouth for a long time. 


Conclusion
Once you, or rather your nose, get used to the smoke, there is a very nice clear aroma in the smell, which you wouldn't expect from a ten-year-old, 40% malt. As far as the nose is concerned, the malt convinced me.
Here I absolutely understand the fans of this distillery and the whisky. If the weakly alcoholic representative already smells so good, how delicious must the CS version be?
On the palate, it starts off a little light and flat by my standards, but picks up again as it goes on, ending in a long, dry, beautiful finish.
A very, very decent standard and a nice introduction to this traditional distillery. I have some other samples of standard bottlings in my archive. It won't be that long until the next Laphroig in my glass.

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