USA
Posts mit dem Label USA werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. September 2026

Heaven‘s Door Straight Rye Whiskey

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL. 


Heaven’s Door ist eine amerikanische Whiskey-Marke, die 2015 von Bob Dylan gemeinsam mit dem Spirituosenunternehmer Marc Bushala und dessen Spirits Investment Partnership (SIP) gegründet wurde. Der Name Heaven’s Door ist natürlich eine Anspielung auf Bob Dylans berühmten Song „Knockin’ on Heaven’s Door“ aus dem Jahr 1973.

Das Besondere an Heaven’s Door ist die Verbindung von Whiskey und Kunst. Die Flaschen tragen als Markenzeichen Motive von Dylans charakteristischen, aus Metall gefertigten Toren, die er unter anderem aus Fundstücken und Altmetall gestaltet. Auch seine Gemälde und Skulpturen finden sich bei verschiedenen Sonderabfüllungen wieder.

In den ersten Jahren arbeitete Heaven’s Door mit verschiedenen amerikanischen Destillerien und Whiskey-Produzenten zusammen und bezog dafür ausgewählte Destillate. Die Marke entwickelte unterschiedliche Bourbons, Rye Whiskeys und limitierte Sonderabfüllungen. Erst später entstand eine eigene Destillerie in Pleasureville, Kentucky, deren Entwicklung bereits 2017 begann und in der seit 2018 eigener Bourbon produziert wird.

Ich habe vor einiger Zeit bei Krüger das 200-ml-Trio aus dem Jahr 2020 ersteigert, bestehend aus einem Tennessee Bourbon, dem Straight Rye und dem Double Barrel Whiskey. Zu diesem Zeitpunkt verwendete Heaven’s Door noch fremdgebrannte Whiskeys.

Der Straight Rye ist ein über acht Jahre gereifter, aus Indiana stammender 95/5 Rye von MGP, der nach der Reifung in neuen amerikanischen Eichenfässern rund sechs Monate in speziell getoasteten französischen Vosges-Cigar-Barrels gefinisht wurde.

Heaven's Door Spirits hat die ursprüngliche Six Mile Creek Distillery in Pleasureville, Kentucky, übernommen. Das Anwesen dient als offizieller Hauptsitz und Destillerie für Heaven's Door Distillery. Fotocredit: Heaven's Door Spirits


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Interessant. Nach dem ersten Eindruck würde man sofort meinen, einen typischen Rye aus Indiana mit dem klassischen 95-prozentigen Roggenanteil in der Mashbill vor der Nase zu haben. Und tatsächlich findet sich dieses typische Profil wieder. Angenehme frische Eukalyptusnoten treffen auf dunkles Roggenvollkornbrot, Dill und Karamell. Was für mich allerdings fehlt, ist die bei amerikanischen Ryes häufig anzutreffende Kirsche – egal ob als Frucht, Kompott oder Marmelade. Dafür gibt es ordentlich Vanille, hellere Früchte und einen Spritzer Zitrone.

Ich weiß nicht, ob es an den „nur“ 46 % vol. liegt. Meine letzten Ryes, die ich verkostet habe, hatten allesamt deutlich mehr Alkoholstärke. Jedenfalls empfinde ich die Nase als weniger kantig und kräftig. Sie präsentiert sich vielmehr weich, sanft und in sich ruhend. Nicht falsch verstehen: Die Aromen sind keinesfalls flach, sie sind lediglich insgesamt etwas dezenter ausgeprägt.

Die Eiche kommt im Hintergrund ebenfalls gut durch – kräftig, aber nicht dominant. Das Finish in den französischen Vosges-Fässern kann ich hingegen nicht wirklich eindeutig erkennen oder bestimmten Aromen zuordnen.

Mir gefällt die Nase. Sie ist eindeutig als Rye erkennbar, besitzt aber gleichzeitig ihren eigenen Stil und hebt sich damit etwas vom reinen MGP-Rye-Profil ab.


Geschmack
Der Rye präsentiert sich beim ersten Probieren mit einem sehr weichen und runden Mundgefühl. Er beginnt mit einer nicht allzu heftigen Würzigkeit, die sich durch leichte Pfefferschärfe, Krümel von geröstetem Roggenbrot und frische Pfefferminze zeigt – fast so, als würde man auf einem Pfefferminzkaugummi kauen. Und wie beim Kaugummi verfliegt auch diese frische Note nach wenigen Augenblicken wieder.

Dahinter findet sich eine angenehme Karamellnote, die eine spürbare Süße mitbringt. Vanille, Zimt und Muskatnuss sowie überraschenderweise nun doch ein Anflug von Kirschbonbons ergänzen das Geschmackspotpourri.

Die Eiche ist mit angenehmen bitteren Noten, die mich an schwarzen Kaffee oder Kakaopulver erinnern, ebenfalls deutlich präsenter, als es die Nase vermuten ließ. Die 46 % vol. sind gut integriert und transportieren die Aromen kraftvoll und völlig ausreichend.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Das Finale fällt nicht allzu lange aus. Eiche, Karamell, Zimt und Muskatnuss sowie ein Hauch von Kirschbonbons verweilen noch etwas länger im Mundraum. Ansonsten klingen die Geschmacksnoten des Ryes relativ zügig aus.


Fazit
In der Nase präsentiert sich der Heaven‘s Door Straight Rye Whiskey zunächst mit einem leicht anderen Stil, als man ihn von vergleichbaren Abfüllungen erwarten würde, ohne dabei seine Verwandtschaft zur MGP-Mashbill zu verleugnen. Ich bin ein Fan des klassischen Indiana-Rye-Stils und mag den ansonsten oftmals kräftigen Roggeneinschlag. Das Mehr an Vanille und die sanftere Gangart in der Nase gefallen mir trotzdem recht gut.

Im Geschmack tritt die Mashbill dann doch deutlich stärker zutage. Vom Finish in den französischen Vosges-Eichenfässern merke ich persönlich hingegen wenig.

Man bekommt bei dieser Abfüllung einen typischen Rye aus Indiana, der in der Nase einige interessante Akzente setzt, ohne sich dabei allzu weit vom bekannten Stil gesourcter Ryes zu entfernen. Ist das schlimm? Nein. Er schmeckt trotzdem gut – insbesondere dann, wenn man den typischen MGP-Rye-Stil mag.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Jack Daniel‘s Single Barrel Heritage Barrel

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL. 

Die Single-Barrel-Reihe von Jack Daniel’s hat mit dem Heritage Barrel permanenten Zuwachs erhalten. Zu den Besonderheiten dieser Variante zählt einerseits die Alkoholstärke von lediglich 50 %, mit der der New Make ins Fass gefüllt wird. Dadurch soll das Wasser intensiver mit dem Holz interagieren, was letztlich zu einer milderen und süßeren Aromatik im fertigen Whiskey führen soll.

Darüber hinaus lagern die Fässer für diese Abfüllung in den obersten Ebenen der Lagerhäuser in Lynchburg und sind dadurch höheren Temperaturen ausgesetzt. Dies zeigt sich auch daran, dass die Abfüllstärke ebenfalls bei 50 % liegt. Durch die stärkere Verdunstung von Wasser steigt der Alkoholgehalt während der Reifung wieder an. Zusätzlich werden die verwendeten Fässer doppelt so lange getoastet wie bei anderen Abfüllungen von Jack Daniel’s – nämlich 24 statt der üblichen 12 Minuten.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit goldenen Reflexen.


Nase
Unverkennbar Jack Daniel’s. Diese wahrscheinlich dem Lincoln County Process geschuldete weiche, karamellisierte Milchkaramellnote ist sofort präsent und wird von einer Spur Butterpopcorn begleitet.

Die Ähnlichkeiten zu den anderen Single-Barrel-Abfüllungen sind deutlich erkennbar. Mit dem millionenfach verkauften, hochverdünnten Old No. 7 hat dieser Whiskey dagegen nur noch wenig gemeinsam.

Die 50 % vol. sorgen für einen kraftvollen Transport der Aromen zur Nase und wirken stellenweise sogar etwas intensiver, als man zunächst erwarten würde. Mit etwas Luft und Standzeit verflüchtigen sich diese Alkoholspitzen jedoch zunehmend.

Zurück bleiben cremiges Toffee, dunkles Karamell, reichlich Vanille sowie Noten von Bananenbrot, Minze und Kirschsirup. Insgesamt erscheinen mir die Aromen dunkler und reifer als bei den anderen Single Barrels. Das Holz wirkt vor allem im letzten Drittel der Verkostung deutlich präsenter und kraftvoller. Das Karamell scheint nochmals eine Spur länger im Topf geköchelt zu haben. Zimt und Muskatnuss ergänzen das Aromenspiel um würzige Facetten.

Die Nase wirkt kraftvoll, zugleich aber ausgesprochen harmonisch und ausgewogen. Am liebsten würde man das Glas gar nicht mehr von der Nase nehmen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Auftakt ist sehr lebendig und wird von einem kurzen Aufflackern kräftigen schwarzen Pfeffers begleitet. Die geröstete Eiche ist sofort präsent und bringt reichlich Zimt und Muskat mit. Sehr lecker!

Hinter dieser anfänglichen Würze erscheinen süßes Toffee und Creme Brûlée mit einer dünnen Schicht knackigen Karamells. Das Mundgefühl ist cremig, beinahe schon dickflüssig. Der Kirschsirup und die Minze aus der Nase verbinden sich am Gaumen zu einem Eindruck von Pfefferminzbonbon mit Kirschgeschmack.

Der Alkohol bleibt jederzeit spürbar, ist jedoch sehr gut eingebunden und sorgt für die notwendige Intensität. Gegen Ende werden Zunge und Zahnfleisch zunehmend trockener. Ich vermute, dass dies weniger auf den Alkohol als vielmehr auf die recht präsente Eiche zurückzuführen ist.


Abgang
Leichte Bitterstoffe verbinden sich mit braunem Zucker und Zimt. Zusammen mit der Süße des Toffees entsteht eine schöne Komposition, die lange am Gaumen nachhallt.


Fazit
Eine rundum gelungene Ergänzung der Single-Barrel-Reihe!

Wie schon der Single Barrel Barrel Proof gefällt mir auch diese Abfüllung aus der Single-Barrel-Serie ausgesprochen gut. Der eigenständige Stil eines Tennessee Whiskeys und insbesondere der typische Charakter von Jack Daniel’s mit seiner weichen Karamellnote durch den zusätzlichen Kohlefilter-Durchgang sind sofort erkennbar.

Bekommt man die Flasche für rund 75 Euro, ist sie für mich ein klarer No-Brainer.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Smooth Ambler Old Scout - Straight Rye 7y Batch 61

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Smooth Ambler liegt in Maxwelton im Greenbrier County in West Virginia, USA. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und startete ursprünglich als Craft Distillery, verwendete jedoch gleichzeitig für die Old-Scout-Abfüllungen bei Bourbon und Rye gesourcten, also zugekauften Whiskey.

Vor einigen Monaten bekam ich bei einer Krüger-Whiskyauktion den Zuschlag für diese Old-Scout-Rye-Abfüllung. Die Flasche stammt aus dem Jahr 2015 und ist sieben Jahre alt. Der Rye-Whiskey kommt von der MGP-Großbrennerei aus Lawrenceburg in Indiana und basiert auf deren bekannter 95er Rye-Mashbill – also 95% Roggen und 5% gemälzte Gerste. Diese Mashbill von MGP findet man bei zahlreichen amerikanischen Marken wie beispielsweise Bulleit, George Dickel, Templeton, Redemption, Angel’s Envy oder auch James E. Pepper 1776.

Die ältere Abfüllung besitzt 99 Proof beziehungsweise 49,5% Alkoholstärke und soll nicht kühlfiltriert sein – eine Information, die ich zwar im Internet, jedoch nicht direkt auf der Flasche selbst gefunden habe.


Aussehen
Bernstein


Nase
Der Geruch kann die High Mashbill mit ihren 95% Roggen definitiv nicht verleugnen. Eine klassische Rye-Nase mit dominierenden Aromen von Minze, dunklem Brot, Kräutern, Kandiszucker und Kirschbonbons. Neben Vanille liegt eine ordentliche Portion Holzwürze im Hintergrund.

Die sieben Jahre im Fass haben die Aromen schön zusammengeführt und zu einem harmonischen Gesamtbild werden lassen. Es macht richtig Spaß, am Glas zu riechen. Vor allem die Kombination aus frischen Eukalyptusnoten und den süß-fruchtigen Kirsch-/Vanille-Zuckerln gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch die Alkoholstärke ist gut gewählt. Kein unangenehmes Stechen oder Prickeln in der Nase, gleichzeitig aber genügend Kraft und Volumen, damit der Rye nicht zu brav wirkt.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Schönes, volles und cremiges Mundgefühl, gefolgt von einer deutlichen Süße, die ich nach der Nase so nicht erwartet hätte. Direkt darauf folgen frische, leicht scharfwürzige Noten von Pfefferminze und Roggen.

Die Süße des braunen Kandiszuckers hält nicht allzu lange an, bekommt jedoch Unterstützung durch Vanille und reife Kirschen. Ab dem Mittelteil dominieren zunehmend die Minze sowie eine kräftige Würze des Eichenfasses. Dazu gesellen sich noch ein paar leicht bittere Töne. Am vorderen Zahnfleisch und seitlich an den Wangen wird es zunehmend trockener. Die knapp 50% Alkoholstärke funktionieren dabei ausgesprochen gut.


Abgang
Neben der Holzwürze mit ihren leicht bitteren Kakao- und Espressonoten kommt überraschend nochmals eine schöne Karamellsüße zum Vorschein. Auch die Kirschbonbons und die letzten Ausläufer der Pfefferminze bleiben im mittellangen Finish noch länger am Gaumen präsent.


Fazit
Ein grundsolider und sehr süffiger Rye-Whiskey mit hohem Roggenanteil in der gesourcten Mashbill von MGP. Die typischen Rye-Aromen sind klar vorhanden, wirken aber nie überbordend und sorgen insgesamt für ein angenehm harmonisches Gesamtbild.

Sowohl das etwas höhere Alter als auch die knapp 50% Alkoholstärke wirken sich durchwegs positiv aus. Ein überaus entspannter Begleiter für einen gemütlichen Abend auf der Couch – ideal zu einem Binge-Watching-Abend mit Yellowstone oder ähnlichen amerikanischen Serien.

Donnerstag, 2. April 2026

Woodford Reserve Master’s Collection No. 16

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Die Grundidee der 2006 von Chris Morris ins Leben gerufenen Serie war es, eine Spielwiese zu schaffen, auf der Dinge ausprobiert werden können, die im Standardsortiment nicht umsetzbar wären. So wurden über die Jahre unterschiedliche Mashbill-Rezepte, spezielle Fassarten (Madeira, Port etc.), variierende Toasting- und Charring-Levels der Fässer sowie auch historische Produktionsmethoden und Stilrichtungen wieder aufgegriffen.

Die Abfüllung No. 16, die ich diese Woche verkoste, trägt den Namen “Very Fine Rare Bourbon” und ist im Kern ein High-Age-Blend-Experiment. Dabei wurden – für amerikanischen Whiskey – sehr alte mit jüngeren Fässern vermählt. Die ältesten Bestandteile sind bis zu 17 Jahre alt und stammen aus der Anfangszeit von Chris Morris.

Für Woodford Reserve sind das fast schon biblische Dimensionen, wenn man bedenkt, dass die Standardabfüllungen der Brennerei üblicherweise bei etwa sechs bis acht Jahren Reife liegen. Ziel war es, eine klassische, „alte“ Bourbon-Charakteristik zu zeigen – eher traditionell und weniger in die aktuell oft holzlastige Richtung gehend. In diesem Zusammenhang wurde der Alkoholgehalt bewusst auf 45,2 % eingestellt.


Aussehen
Dunkles Kupfergold


Nase
Die knapp 45 % sind in der Nase de facto nicht zu spüren. Sehr weich und rund präsentiert sich dieser Bourbon, der von Minute zu Minute mehr zu einem echten Schmeichler wird.

Beim ersten Reinriechen zeigt sich eine Note, die viele vermutlich als typische Kleber- bzw. Lösungsmittelassoziation bei Bourbon interpretieren würden – ich nehme sie jedoch eher als intensiven, aromatischen Zimt wahr.

Dahinter folgen frisches Popcorn mit Butter, Karamell sowie würzige Aspekte aus dem Roggenanteil der Mashbill, die sich vor allem in brotigen und frischen Minznoten äußern.

Der Holzeinfluss ist natürlich präsent – insbesondere durch Zimt, ergänzt von Bitterschokolade, Muskatnuss und Vanille. Von einer bei älteren Bourbons nicht selten auftretenden „Eichenkeule“ mit übertriebener Bitterkeit ist man hier jedoch meilenweit entfernt.

Insgesamt wirkt die Nase sehr homogen, weich und dennoch dicht und ausdrucksstark.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Auch im Mund zeigt sich der Bourbon rund und weich – fast schon etwas zu leicht auf der Zunge. Ein paar Volumenprozente mehr hätten dem Mundgefühl möglicherweise gutgetan. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau.

Der Antritt ist deutlich würzig mit Zimt, Muskatnuss und Gewürznelken, bevor der Whisky rasch in süßere Gefilde übergeht: Karamell, Kirschmarmelade und Vollmilchschokolade mit einem Hauch Minze – fast so, als hätte man ein Schokobonbon mit Kirsch-Minze-Füllung im Mund.

Im Mittelteil tritt der Roggenanteil stärker hervor. Neben der Minze zeigt sich hier zunehmend die typische, leicht pfeffrige Würzigkeit, die man von Rye kennt.

Mit jedem weiteren Schluck gewöhnt man sich an die anfängliche Leichtigkeit. Die Aromen wirken zunehmend dichter und intensiver. Der Woodford bleibt dabei stets ein Gentleman – ausgewogen, kontrolliert und mit einer Eleganz, die die Einbindung älterer Fässer glaubhaft unterstreicht.


Abgang
Im Finish bleiben vor allem die minzigen Noten, kombiniert mit Kirsche und Zimt, länger präsent. Eine leichte Holzbitterkeit klingt ebenso nach wie Vanille und dunkle Schokolade.


Fazit
Im Vergleich zum Double Oaked – den Preis einmal komplett ausgeblendet – gefällt mir diese Limited Edition deutlich besser. Die Nase ist eine äußerst feine Angelegenheit, mit der man sich lange beschäftigen kann und immer wieder neue Nuancen entdeckt.

Im Geschmack war er mir anfangs etwas zu leicht, was das Mundgefühl betrifft. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch mit den weiteren Schlucken. Die Aromen sind insgesamt sehr ausgewogen. Neben den klassischen Bourbonnoten gefällt mir als Rye-Fan besonders, dass der Roggenanteil klar zur Geltung kommt.

Bezieht man allerdings den Preis mit ein, muss man sagen: Die rund € 120,- sind ambitioniert. Etwa € 80,- wären aus meiner Sicht angemessener.

Unterm Strich bleibt aber ein wirklich guter, eleganter Bourbon.

Donnerstag, 27. November 2025

Bib & Tucker Single Barrel Bourbon 10y

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Der Name Bib & Tucker bezieht sich auf eine alte englische Redewendung, die vergleichbar mit „sich in Schale werfen“ die festliche Kleidung des 17. bis 19. Jahrhunderts bezeichnet. Die Bourbons dieser Marke stammen aus Tennessee und sind gesourced. Die meisten Gerüchte besagen, dass der Whisky bei George Dickel gebrannt wird. Wie bei Bourbons aus Tennessee üblich, kommt auch hier der Lincoln County Process zum Einsatz, bei dem der New Make vor der Fasslagerung durch eine Holzkohleschicht gefiltert wird.

Die Single-Barrel-Abfüllung, von der ich ein Sample habe, reifte zehn Jahre. 161 Flaschen kamen aus dem Fass und wurden mit beachtlichen 63,2 Prozent abgefüllt.


Aussehen
Bernstein


Nase
Unglaublich. Dieser Bourbon hat über 63 Prozent und dennoch bekomme ich beim Schnuppern absolut keinen Alkohol in die Nase. Kein Stechen, kein Prickeln, nichts. Wahnsinn. So smooth und weich kommt dieser Bourbon daher. Die zehn Jahre im Fass haben dem Stoff, woher er auch immer genau aus Tennessee stammt, wirklich gutgetan. Selten habe ich bei einem Bourbon so eine harmonische Nase erlebt. Natürlich finde ich eine ordentliche Portion Eichenholz, aber sie drängt sich überhaupt nicht in den Vordergrund und dominiert den Duft nicht.

Als Erstes begegnen mir in flüssige Milchschokolade getauchtes Popcorn, brauner Zucker, der gerade in der Pfanne karamellisiert, viel Vanille, Zimt, Muskatnuss sowie geröstete Haselnüsse.

Im Hintergrund zeigt sich der Rye-Anteil in der Mashbill durch Assoziationen von dunklem, würzigem Roggenbrot und einem Hauch Pfefferminze.

Der Fruchtanteil spielt eher eine untergeordnete Rolle. Zumindest ein paar Tropfen Kirschkompott mit einigen Heidelbeeren sorgen für fruchtige Momente.

Fotocredit: whiskybase.com



Geschmack
War die Alkoholstärke in der Nase kaum zu bemerken, ist sie im Mund markanter, jedoch immer noch weit entfernt davon, wie 63,2 Prozent normalerweise wirken würden. Zu Beginn zeigt sich eine leichte, an Ingwer erinnernde Schärfe, vermischt mit etwas Zimtpulver, die die Präsenz des Alkohols kurz betont. Doch sofort geht es über in eine überraschend intensive Süße, die an warmes Kirschkompott mit Vanillesauce erinnert.

Der Roggenanteil meldet sich mit After Eight, einer feinen Minznote und würziger Brotkruste zu Wort. Zimt erhält im Mittelteil Unterstützung durch Muskatnuss. Und wie schon in der Nase ist die Eiche auch im Geschmack präsent, aber niemals dominant, sondern eher im Hintergrund.


Abgang
Dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil, Zimt, Muskatnuss und die würzigen Roggenbestandteile bilden das Rückgrat des mittellangen Finales. Das Kirschkompott wandelt sich zunehmend zu einem Kirsch-Pfefferminzbonbon, das Frucht und Frische angenehm verbindet.


Fazit
Das ist mit Sicherheit einer der besten Bourbons, die ich je im Glas hatte. Von den 63,2 Prozent ist weder in der Nase noch im Mund wirklich etwas zu merken. Die Kombination aus vanillig weicher Karamellnote, dem in Milchschokolade getauchten Popcorn und der tollen Süße im Geschmack ist ganz großes Bourbon-Kino. Mir gefällt auch, dass die Eiche hier nicht so dominant ist, wie es bei älteren und hochprozentigen Bourbons oft der Fall ist. Rundum ein Genuss.

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Woodford Reserve Double Oaked

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Die Marke Woodford Reserve gehört zum US-amerikanischen Getränkekonzern Brown-Forman, zu dem auch Jack Daniel’s zählt. In der gleichnamigen Brennerei wird zwar Whiskey produziert, sie dient jedoch vorwiegend als Besucherzentrum. Die eigentliche Herstellung der Woodford-Reserve-Whiskeys findet in der nahegelegenen Early Times Distillery statt, die ebenfalls dem Konzern gehört.

Der klassische Woodford Reserve Kentucky Straight Bourbon wird dreifach in Pot Stills destilliert – eine echte Besonderheit in Kentucky, wo meist auf kontinuierliche Kolonnendestillation gesetzt wird. Die meisten Bourbons dieser Brennerei tragen keine Altersangabe, da sie aus Whiskeys verschiedenen Alters komponiert werden. Die übliche Mash-Bill besteht aus 72% Mais, 18% Roggen und 10% gemälzte Gerste.

Der Woodford Reserve Double Oaked war einer der ersten Bourbons überhaupt mit einer doppelten Fassreifung, als er 2012 erstmals in den Regalen der US-Liquor Stores erschien. Nach seiner initialen Reifung in neuen, ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Weißeiche wird der Whiskey für etwa ein weiteres Jahr in ein zweites, stärker getoastetes und zusätzlich angekohltes Eichenfass gefüllt. Diese Nachreifung soll die Aromen von Holz, Vanille und Karamell noch intensiver hervorheben.

Wie der klassische Reserve wird auch der Double Oaked mit 43,2 Prozent abgefüllt. Künstliche Färbung kommt nicht zum Einsatz, dafür jedoch – wie in den USA üblich – eine Kühlfiltration, damit der Whiskey bei Eiszugabe klar bleibt.


Aussehen
Dunkles Mahagoni


Nase
Trotz der moderaten 43 Prozent zeigt sich die Nase erstaunlich voll und ausdrucksstark. Kein Alkoholstich, stattdessen satte, intensive Aromen. Besonders auffällig ist der kräftige Zimtduft, der zunächst alles andere überlagert. Danach entfalten sich süßes Kirschkompott, reichlich Vanille und Ahornsirup. Zimt und Vanille dominieren das Bild – selten habe ich bei einem Bourbon so viel Vanille wahrgenommen.

Die doppelte Fassreifung macht sich durch eine deutliche Holzwürze bemerkbar: geröstete Haselnüsse, Harz, alte Eichenbretter und eine feine Spur von Aceton am Ende. Insgesamt ist die Nase für den geringen Alkoholgehalt bemerkenswert intensiv.

Nach dem ersten Schluck erscheinen zusätzlich Aromen von dunklem Karamell und den eingetrockneten Kaffeeresten am Boden einer Tasse.

Bei den US-Abfüllungen bekommt der Double Oaked 45,2% anstelle der 43,2% bei uns.


Geschmack
Das Mundgefühl ist ölig und etwas dünn, es wirkt aber nicht wässrig. Der Zimt aus der Nase tritt sofort wieder auf und bringt eine angenehme Schärfe mit. Die würzigen Aromen setzen sich fort: geröstete Hasel- und Erdnüsse, Harz und eine frische Minznote. Obwohl der Roggenanteil in der Mash Bill nur rund 18 Prozent beträgt, ist sein Einfluss deutlich spürbar – was mir als Rye-Fan sehr zusagt.

Die süßen Kirschen entwickeln sich nun in Richtung Maraschino, die Vanille bleibt präsent, tritt aber etwas in den Hintergrund. Ab der Mitte dominiert das Eichenholz – kräftig und forsch, was man mögen muss.


Abgang
Das Finish bringt nochmals Kirsche, Menthol und Eichenwürze, erinnert fast an ein Hustenzuckerl. Dann flacht der Whiskey jedoch recht rasch ab – hier fehlt etwas an Durchhaltevermögen. Mit ein paar Prozent mehr Alkohol hätte das Finale wahrscheinlich länger getragen.


Fazit
Trotz der eher niedrigen 43 Prozent überrascht der Double Oaked mit Intensität und Tiefe – vor allem durch seine ausgeprägte Zimtnote - in der Nase und beim Geschmack. Die doppelte Fassbelegung ist deutlich spürbar und verleiht ihm eine ausgeprägte Würze, die fast an einen höheren Roggenanteil denken lässt. Der Abgang könnte länger sein, endet etwas abrupt. Insgesamt aber ein sehr harmonischer, gefälliger Bourbon mit schönem Aromenspiel. Ein paar zusätzliche Prozent Alkohol hätten ihm vermutlich gutgetan, könnten aber auch die Eiche zu dominant gemacht haben. 

Mittwoch, 20. August 2025

Sagamore Double Oak Straight Rye Whiskey

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Sagamore Spirit wurde 2015 von Kevin Plank in Baltimore, Maryland, gegründet und war die erste Neueröffnung einer Brennerei in diesem Bundesstaat seit der Prohibition. Seit 2017 produziert Sagamore eigenen Rye Whiskey. Der überwiegende Teil des Whiskeys stammt jedoch von MGP aus Lawrenceburg, Indiana; bis zu 25 % kommen aus der hauseigenen Brennanlage.

Mein Sample vom Double Oak Straight Rye Whiskey stammt aus einer Flasche des Batches 6AF, abgefüllt im März 2023. Bei dieser Abfüllung stammt der gesamte Whiskey von MGP. Verwendet wurden zwei verschiedene Mashbills: einmal 95 % Roggen und 5 % gemälzte Gerste, die andere mit 52 % Roggen, 5 % gemälzter Gerste und 43 % Mais.
Beide wurden separat destilliert und gereift, bevor sie miteinander vermählt wurden. Nach rund vier bis fünf Jahren in amerikanischen Eichenfässern reifte der Rye für weitere 18 Monate in frisch getoasteten Fässern nach, in denen sich zusätzlich Holzdauben befanden. Danach kam er ungefärbt und ohne Kühlfiltration mit 48,3 % in die Flasche.


Aussehen
Dunkles, rostrotes Kupfer.


Nase
Sehr fruchtig und voluminös startet der Rye mit dunklen, reifen Kirschen, Erdbeeren, dazu leicht blumige Noten. Die Würze des Roggens setzt früh ein – dunkles Roggenbrot, ein Hauch Minze, begleitet von einem sanften Prickeln in der Nase. Nach einigen Minuten treten Vanille und süßes Karamell hinzu. Gewürze wie Zimt und Muskat reihen sich ebenso ein, während die Holznote im Verlauf deutlicher hervortritt. Insgesamt zeigt sich eine sehr ansprechende Rye-Nase. Der Roggen führt, ohne zu dominieren, während dunkle Holz- und Karamellaromen im Zusammenspiel mit den Fruchtakzenten ein stimmiges Gleichgewicht bilden. Der Alkohol ist hervorragend integriert.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Antritt ist sehr süß mit kräftigem Karamell. Das cremige, auskleidende Mundgefühl verteilt die Aromen gleichmäßig. Die Würze des Roggens – dunkles Brot, Menthol und ein Hauch weißer Pfeffer – folgt der anfänglichen Süße. Von den Fruchtnoten der Nase bleiben im Geschmack vor allem eingelegte Kirschen präsent. Anschließend übernehmen Holz, Muskat und Zimt das Kommando. Das anfänglich süße Karamell entwickelt sich zu dunkleren, leicht bitteren Noten und verliert dadurch an Süße.


Abgang
Mit Muskat und Zimt im Schlepptau werden die Holznoten zum Ende hin dominanter. Die Süße und das Karamell sind verschwunden. Geröstetes Roggenbrot und eine dezente Eukalyptusnote sorgen für ein harmonisches Finish, das allerdings etwas länger hätte ausfallen dürfen. Zum Schluss wirkt es, als ginge dem Rye etwas die Kraft aus.


Fazit
Eine sehr ansprechende Nase, getragen von dunklem Karamell und Holznoten, in der die doppelte Reifung im Eichenfass deutlich hervorsticht. Am Gaumen gefällt er mir ebenfalls durchwegs gut, auch wenn ich mir hier noch etwas mehr Roggeneinfluss gewünscht hätte. Das Finish ist die Schwachstelle – hier verliert er an Kraft und Ausdauer. Insgesamt ein gelungener Rye, der mir gefällt, aber nicht ganz an meine bisherigen Favoriten – Jack Daniel’s Single Barrel Rye und RY3 Private Reserve Toasted Barrel Select Batch PR#008 – heranreicht.

Mittwoch, 25. Juni 2025

Jack Daniel's Bonded Rye

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Der Jack Daniel’s Single Barrel Rye mit seinen 45 % Vol. gehört für mich ganz klar zu den Top 3 Ryes, die ich bisher verkostet habe. Umso größer war die Freude, als die Brennerei Ende 2023 den neuen Bonded Rye mit 50 % Vol. auf den Markt gebracht hat – und das zu einem wirklich fairen Preis.


Was bedeutet eigentlich „Bonded“?
„Bonded“ ist kein bloßes Marketing-Wort. Dahinter steckt das Bottled-in-Bond Act von 1897, eines der ersten Verbraucherschutzgesetze in den USA. Es sollte damals für mehr Klarheit und Qualität bei der Whiskeyherstellung sorgen. Damit ein Whiskey als „Bonded“ durchgeht, muss er:

  • - aus einer einzigen Brennerei stammen,
  • - innerhalb einer Saison (Januar–Juni oder Juli–Dezember) destilliert worden sein,
  • - mindestens vier Jahre in einem staatlich überwachten Lagerhaus gereift sein,
  • - und mit exakt 50 % Vol. (100 Proof) abgefüllt werden.


Reifung & Herstellung
Wie Chris Fletcher, der Master Distiller von Jack Daniel’s, verraten hat, durfte der Bonded Rye rund sieben Jahre in klassischen amerikanischen Weißeichenfässern reifen. Die Mashbill ist typisch für Jack Daniel’s Rye: 70 % Roggen, 18 % Mais und 12 % gemälzte Gerste.

Auch hier wurde der berühmte Lincoln County Process angewendet – das Markenzeichen von Tennessee Whiskey. Dabei durchläuft das Destillat vor der Fassreifung eine Holzkohlefilterung, genauer gesagt eine Schicht aus Ahornholzkohle, die mit 70-prozentigem Jack Daniel’s Whisky getränkt wurde.

Beim Rye allerdings hat man festgestellt: Weniger ist mehr. Statt wie beim regulären Tennessee Whiskey durch 10 Fuß Holzkohle zu laufen, passiert das Destillat hier nur eine 3 Fuß dicke Schicht.

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Schöner Kupferton mit leicht rötlichem Einschlag


Nase
Süße Kirschmarmelade trifft auf Schalenstücke von Grapefruit. Dazu gesellen sich klassische, würzige Rye-Aromen – geröstetes, dunkles Roggenbrot und frischer Eukalyptus. Die sonst oft dominante Pfefferminznote hält sich dezent im Hintergrund und bildet eine angenehme Basis. Bourbon-Vanille und frisches Karamell verleihen der Nase einen süßlich-cremigen Touch, der für Jack Daniel’s typisch ist. Eine feine, aromatische Holznote rundet das Profil ab. Die 50 % Vol. machen sich anfangs durch eine gewisse alkoholische Schärfe bemerkbar, die jedoch rasch verfliegt. Zurück bleiben die fein abgestimmten Aromen, die mich stark an die 45%ige Single Barrel Variante erinnern – hier allerdings mit deutlich mehr Wucht.


Geschmack
Im Mund legt der Bonded Rye richtig los – kräftig und mit vollem Mundgefühl. Er belegt den gesamten Gaumen mit intensiven Zimt- und Muskatnoten, begleitet von einer angenehm würzigen, auf der Zunge prickelnden Pfeffernote. Ob diese Schärfe eher vom Alkohol oder der Eichenwürze stammt, lässt sich schwer sagen. Zu den orientalischen Gewürzen gesellt sich der Geschmack von Kirschbonbons mit einem deutlichen Anteil Pfefferminze. Dominant ist aber vor allem der Holzeinfluss, der besonders im Abgang nochmal ordentlich nachlegt. An Zungenspitze, Gaumen und Wangeninnenseiten zeigt sich eine adstringierende Trockenheit.


Abgang
Die herb-bitteren Tannine des Eichenholzes prägen das Finish. Hinzu kommen nochmals kirschige Noten mit Pfefferminze sowie ein Hauch Karamell. Das Finale ist lang anhaltend und intensiv.


Fazit
Schon ein paar Tropfen Wasser wirken wahre Wunder! Der Alkoholeinfluss in der Nase sowie die intensive Würze und Schärfe im Geschmack werden spürbar abgemildert. Der Rye öffnet sich merklich: Vanille, Karamell und Kirschmarmelade treten stärker hervor. Das Beste daran: Seine Kraft und Vollmundigkeit bleiben trotz Wasserzugabe erhalten.

Ohne Wasser wirkt er auf mich fast ein wenig unausgewogen und ruppig. Mit Wasser ist er hingegen eine absolut gelungene, höherprozentige Alternative zu meinem geliebten Single Barrel Rye.

Mittwoch, 30. April 2025

RY3 Private Reserve Toasted Barrel Select Batch PR# 008

 

Whiskybase

English Text-Version - please use the translation options of your browser.


Die Marke RY3 (keine Ahnung ob damit Rye oder Rye 3 gemeint ist) stammt von Phenomenal Spirits aus Virginia Beach, USA. Dieses Unternehmen besitzt keine eigene Brennerei-Anlage sondern kauft Spirituosen ein und bearbeitet sie. Dies kann in Form von Blenden oder ein nachträgliches Finish in neuen Fässern sein. Aktuell beinhaltet das Portfolio neben Rye-Whiskeys auch Rum-Abfüllungen. Man kann Phenomenal Spirits durchaus zu den unabhängigen Abfüllern rechnen, vor allem da es in den USA nicht unüblich ist, gesourcten (also zugekauften) Whiskey oder Bourbon für seine eigenen Marken zu verwenden. 

Jedoch muss man hier wissen, dass das Geschäftsmodell des Gründers daraus besteht, Unternehmen und vor allem Marken im Bereich Luxury Spirits aufzubauen und zu etablieren um sie dann an einen Investor weiterzuverkaufen.

Mit dem Hintergrund im Kopf war ich durchaus kritisch, was die Abfüllungen angeht, als sie im Herbst 2024 bei uns auf dem Markt kamen. Kritisch darum, weil ich hier an Kontinuität zweifle. 

Als Fan von amerikanischem Rye-Whisky war die Neugierde, vor allem auf die Private Reserve Barrel Abfüllung mit Toasted Barrel Finish jedoch zu groß um die Flasche links liegen zu lassen. Auf der Webseite des Unternehmens wird suggeriert, dass die "3" in der Marke RY3 bei dieser Abfüllung für drei unterschiedliche Whiskeys, drei unterschiedliche Mashbills und drei verschiedenen Altersstufen steht. 

Leider ist die Transparenz bei den Information nicht sehr weit gediehen. Offiziell findet man leider keine Informationen, aus welchen Brennereien die Whiskeys stammen, wie alt sie waren und welche Mashbills tatsächlich verwendet wurden.

Fotocredit: whiskybase.com

Im Internet findet man die Info, dass neben zwei amerikanischen Ryes auch ein Rye aus Alberta Kanada Teil des Blends sein soll und das eine der Mashbills das typische MGP 95%er Rye Rezept und die andere eben eine 100% Rye Alberta Version sein soll. Von der dritten weiß man nicht wirklich etwas. Und beim Alter findet man überhaupt keine Angaben. 

Was man weiß ist, dass für das Finish ein Medium Toasted Barrel verwendet wurde und das die Alkoholstärke beachtliche 60,8% beträgt. Ich bin sehr gespannt, was mich hier erwartet. 


Aussehen
Nussbraun mit Rotstich. Das Auge trinkt mit.


Nase
Für über 60% ist der Alkohol ziemlich gut eingebunden. Wenn man die Nase tiefer ins Glas steckt, keimt zwar schon eine leicht kühlende frische Prise auf und es zwickt ein wenig in der Nase, aber es bleibt alles absolut im Rahmen und stört den Genuss in keinster Weise. Und ein Genuss ist diese Nase tatsächlich. Deutliche Aromen von Vanille und braunen Zucker werden von einer feinen Rye-Note begleitet, die sowohl die klassischen After Eight Pfefferminz-Schokoladeblättchen aufweist als auch Assoziationen von würzigem warmen Roggenbrot mit etwas Anis beinhaltet. Alle Gerüche sind sehr rund, harmonisch und miteinander ausbalanciert. Ein paar Rosinen und ein Kirschkompott sorgen für den dezent fruchtigen Anteil an der Geruchsmischung.

Mit ein paar Tropfen Verdünnung nimmt die anfängliche Würzigkeit und Pfefferminznote ab und es erscheinen sogar blumige Aromen, vorwiegend nach Veilchen duftend - Vanille und der braune Zucker mit Ansätzen zum Karamell geben weiterhin den Ton an, der Roggen ebenso.


Geschmack
Der Vertreter ist unverdünnt gefährlich leicht zu trinken und äußerst süffig. Sehr cremig und mit vollem Geschmack startet der Rye Blend. Anfänglich dominieren süße Aromen von Karamellcreme und Vanillesauce. Dicht gefolgt von einer sich schnell im Mund ausbreitenden pfeffrigen Würzigkeit mit zusätzlichen Kräutern und Muskatnuss. Danach übernimmt wieder die Vanille im Zusammenspiel mit den Pfefferminzbonbons mit Amarenakirschgeschmack sowie dem dunkel gebackenen Roggenbrot. Ab dem Mittelteil wird der Mundraum, vorwiegend durch die Alkoholstärke, trockener. Dies alles ist sehr lecker.

Mit Wasser verweilt die Süße länger im Mund, ihre Intensität bleibt länger bestehen. Die Pfeffernote ist ebenfalls weiterhin vorhanden, aber nun etwas reduzierter. Die anderen Aromen und ihre Dichte sind auch mit Wasser immer noch gleich präsent. Das Mundgefühl geht noch mehr ins cremige über.


Abgang
Gegen Ende hin bleibt die Pfefferminze und die Ryebrot-Noten. Untermalt werden die Aromen von etwas Eichenwürze, gepaart mit einer leichten Bitterkeit. Der Abgang gestaltet sich insgesamt mittellang.


Fazit
Ich muss sagen ich bin wirklich angetan von diesem defacto No-Name Rye Blend. Es ist natürlich alles gesourced und nicht selbst gebrannt. Jedoch ist das Ausgangsmaterial dieses Blends, die drei verwendeten Ryes aus den USA und Kanada wirklich gut und die Mischung hat gepasst. Das Finish in dem getoasteten Fass hat den Rye nochmals hervorgehoben ohne die anderen Aromen zu verdrängen. Ein sehr ausgewogener hochprozentiger Rye Whiskey, der wirklich Laune macht. Bin gespannt ob die Nachfolgebatches, sofern es welche geben wird, das Niveau halten können.

Mittwoch, 15. Januar 2025

Four Roses Small Batch Select

 

Whiskybase

English Text-Version


Bislang hatte ich mit dem Four Roses Single Barrel und dem Four Roses 2020 Limited Edition Small Batch zwei Abfüllungen aus der Bourbon-Brennerei in Lawrenceburg, Kentucky im Glas. Beide waren qualitativ sehr hochwertig und gefielen mir ausnahmslos gut. Die Single Barrels gibt es auch bei uns recht gut zu kaufen. Die jährlich im September erscheinenden Limited Editions der Small Batch Reihe sind hingegen nur schwer bei uns zu bekommen, wenn überhaupt.

Die dritte Ausprägung aus der bekannten Brennerei, die ich diesmal mittels Sample verkoste, hat es bis jetzt so gut wie gar zu uns geschafft. Die Rede ist vom Four Roses Small Batch Select. Diese Abfüllung kam erstmals 2019 auf den Markt und präsentiert das obere Ende der Core-Range. 

Four Roses verfügt über zwei unterschiedliche Mashbills (B - 60% Mais, 35% Roggen, 5% Gerste, E - 75% Mais, 20% Roggen, 5% Gerste). Zusätzlich dazu kommen gleich 5 verschiedene Hefestränge zum Einsatz. Zusammen entstehen dadurch 10 verschiedene Rezepturen, mit denen die Brennerei fleißig arbeitet und experimentiert. 

Im Unterschied zum Four Roses Small Batch, der auch bei uns gut verfügbar ist, kommen beim Small Batch Select 6 statt 4 dieser Rezepturen gleichzeitig zur Auswahl. Der Whisky reift zwischen 6 bis 7 Jahre in neuen amerikanischen Eichenfässern. Die Alkoholstärke beträgt 104 Proof (52%). Ein Novum für amerikanische Bourbons ist, dass diese Abfüllung nicht kühlgefiltert wird.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Eine feine elegante Bourbon-Nase. Die Duftaromen sind sehr rund und harmonisch und lassen den Select gesetzt wirken, die längere Reifedauer merkt man ihm an. Neben dem für Bourbons klassischen Karamell finden sich auch helle Fruchtnoten von Aprikosen und zusätzliche einen Spritzer Orangensaft mit seiner leicht säuerlichen Anmutung. Die Holzwürze der Eichenfässer ist vorhanden, fein angestimmt, aber tritt wesentlich sanfter auf, als bei vielen seiner Bourbon-Kollegen üblich. Eine zarte Eukalyptus-Note und etwas Schoko-Minz-Assoziation zeugen vom Ryeeinfluss in der Gesamtrezeptur. Mit etwas mehr Sauerstoff und Zeit ergänzen rote Früchte, wie Kirschen oder Erdbeeren, den Obstkorb. Auch Backgewürze wie Muskatnuss und Zimt lassen sich finden. Der Alkohol ist nicht zu spüren, kein störendes Stechen oder ähnliches ist merkbar.


Geschmack
Ein sehr weicher und gleichzeitig auch Mund ausfüllender Antritt. Auch im Geschmack zeigt er sich von einer eleganten Seite, wenn auch der Alkohol die Aromen kräftig vorantreibt. Süßes Karamell mit Vanillesauce umfließt die Zunge und legt sich auf den Gaumen. Cocktailkirschen sind nun die vorherrschende Fruchtkomponente, von den im Geruch vorzufindenden helleren Obstsorten ist nichts mehr zu schmecken. Die würzigen Aromen nehmen Fahrt auf. Menthol und Minze zeugen wieder vom Einfluss des Ryes. Im Mittelteil kommen schwarzer Pfeffer mit einer Prise Zimt und Gewürznelken als Verstärkung der Würzigkeit hinzu. Das Holz der Eichenfässer ist im Mund deutlich präsenter, als vorhin im Geruch. Aber es bleibt dabei immer ausbalanciert.


Abgang
Die würzigen Noten beginnen im Finale, allen voran Muskat, Zimt und die Roggenkomponenten. Ein paar Tropfen des Karamell mit Vanille und der Cocktailkirsche sind ebenfalls weiterhin zu schmecken. Insgesamt ist es ein mittellanger Abgang, wo vor allem die Backgewürze länger im Rachen verweilen. Die Eiche ist da, ja, aber sie spielt keine Hauptrolle.


Fazit
Der Small Batch Select von Four Roses ist ein feiner, eleganter Bourbon, dem man sein Alter von 6 bis 7 Jahren Reifung durchaus abnimmt. Ob das viel zitierte Weglassen der Kühlfiltration Auswirkungen auf den Geschmack hatte, kann ich nicht verifizieren.
Er ist, hier vor allem in der Nase sehr weich und ausbalanciert, ohne jedoch langweilig zu werden. Die Aromen sind schön. Im Geschmack dominieren eher die würzigen Noten, ohne das Karamell aus den Fokus zu verlieren.
Das immer wieder etwas Rye-Einfluss durchblitzt gefällt mir als Rye-Fan. Wenn es ihn einmal in unseren Gefilden zum kaufen gibt und er nicht komplett überzogen bepreist ist, kann ich mir einen Großflaschenkauf durchaus vorstellen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


So far I have tasted two bottlings from the Lawrenceburg, Kentucky distillery: Four Roses Single Barrel and Four Roses 2020 Limited Edition Small Batch. Both were of very high quality. I liked them both without exception. The Single Barrels are easily available here. The Limited Editions of the Small Batch series are released every year in September. They are difficult to get here, if at all.

The third expression from this famous distillery, which I am tasting this time, has almost never made it to us. I'm talking about the Four Roses Small Batch Select. First released in 2019, this bottling represents the upper end of the core range. 

Four Roses has two different mashbills (B - 60% corn, 35% rye, 5% barley, E - 75% corn, 20% rye, 5% barley). In addition, 5 different yeast strains are used. This results in a total of 10 different recipes, which the distillery is constantly experimenting with. 

Unlike the Four Roses Small Batch, which is also available here, the Small Batch Select has 6 instead of 4 of these recipes to choose from. The whisky is matured in new American oak barrels for between 6 and 7 years. The alcohol strength is 104 proof (52%). A novelty for American bourbons, this bottling is not chill-filtered.

Fotocredit: Four Roses


Appearance
Dark amber in Colour


Nose
A fine, elegant Bourbon nose. The aromas are very round and harmonious, giving the Select a settled appearance that reflects its longer maturing period. Alongside the classic bourbon caramel, there are light fruity notes of apricot and a hint of slightly acidic orange juice. The wood flavour from the oak casks is present and finely tuned. However, it is much smoother than in many of its bourbon colleagues. A delicate eucalyptus note and some chocolate-mint associations are evidence of the rye influence in the overall recipe. With a little more oxygen and time, red fruits such as cherries and strawberries complete the fruit basket. Baking spices such as nutmeg and cinnamon are also present. The alcohol is not noticeable, there is no annoying sharpness or anything like that.


Palate
A very smooth and at the same time full mouth feeling. The palate also shows an elegant side, although the alcohol brings the aromas ahead. Sweet caramel with vanilla sauce flows around the tongue and settles on the palate. Cocktail cherries are now the dominant fruit component. There is no trace of the fruits found on the nose. The spicy flavours gain momentum. Menthol and mint once again show the influence of the rye. In the middle, black pepper with a touch of cinnamon and cloves add to the spiciness. The oak wood is much more present in the palate than in the nose. But it always remains balanced.


Finish
The nutmeg, cinnamon and rye components lead the spicy notes in the finish. There are also a few drops of caramel with vanilla and cocktail cherry. All in all, it is a medium-long finish, with the baking spices in particular lingering longer in the throat. The oak is there, yes, but it does not play a leading role.


Conclusion
Four Roses Small Batch Select is a fine, elegant bourbon, which is quite recognisable for its age of 6 to 7 years. I cannot confirm whether the much-quoted omission of chill filtration had any effect on the palate.
It is very smooth and balanced, especially on the nose, but without being boring. The aromas are very nice. On the palate, the spicy notes tend to dominate, without losing the focus on the caramel.
As a rye fan, I like the fact that there is always a hint of rye influence. As soon as it is available in our region and not completely overpriced, I can well imagine buying a bottle.


Mittwoch, 11. Dezember 2024

Wild Turkey Longbranch

 

Whiskybase

English Text-Version


Wild Turkey und der Hollywood Schauspieler Matthew McConaughey gingen 2016 eine Partnerschaft ein. Der mit texanischen Wurzeln versehene McConaughey fungierte daraufhin als Markenbotschafter und "Creative Director" für die Brennerei aus Kentucky. 2018 kam in gemeinsamer Zusammenarbeit von McConaughey und dem Master Distiller Eddie Russell der Wild Turkey Longbranch, anfänglich für den Travel Retail Markt gedacht, auf den Markt. 

Das Besondere an diesem Kentucky Straight Bourbon Whiskey ist die zusätzliche Filterung durch Kohle des texanischen Mesquite-Baums. Damit und auch mit einer niedrigeren Alkoholstärke von 43% soll der so entstehende Bourbon einerseits etwas vom Rauch der Mesquite Holzkohle abbekommen und nochmals weicher und runder im Geschmack werden.

Der Wild Turkey Rare Breed gehört zu meinen Favoriten, wenn es um höher prozentige Bourbons geht. Daher bin ich sehr gespannt, wie oder ob mir diese Ausprägung gefallen wird.


Aussehen
Kräftiger Bernstein


Nase
Eine große Portion Vanilleeis mit angeröstetem Popcorn, dass kurz in Butter geschwenkt und danach mit flüssigem Karamell übergossen wurde. Hinzu kommen eine Prise Muskatnuss und Zimt sowie Gewürznelken. Ein paar Tropfen Ahornsirups sind auf eine aufgeschnittene saftige Orangehälfte gefallen. Im Hintergrund liegt eine angenehme Würzigkeit zusätzlich mit etwas Minze. Dies scheint vom Roggen herzurühren, der Teil der Mashbill ist. Die Holzaromen der Eichenfässer sind, wenn überhaupt, nur sehr unterschwellig wahrzunehmen. Hier scheint die doppelte Kohlefilterung ganze Arbeit geleistet zu haben.

Insgesamt ist der Geruch sehr weich, sanft und ausgewogen, ohne jedoch die nötige Intensität vermissen zu lassen. Vom erwähnten Rauch durch die Mequite Holzkohle ist nichts zu merken. Der Alkohol ist defacto nicht zu spüren.


Geschmack
Der Longbranch beginnt mit einem cremigem und zugleich auch etwas wässrigen Mundgefühl. Die Aromen werden sehr leicht, fast schon zögerlich, in den Mundraum transportiert. Eine so nicht vom Geruch her bekannte Säure startet den Geschmacksreigen. Sehr fruchtig ist der Anfang, wie eine Handvoll Haribo Gummibärchen, hier vor allem die mit tropischen Aromen, dazu Bananen und Orangensaft. Ebenfalls vorhanden sind süßes Karamell, Vanille, etwas Muskatnuss, Zimt sowie Nelken. Der Einfluss des Eichenholz der Fässer ist deutlich weniger ausgeprägt, als bei Bourbons üblich. Wie in der Nase sorgt auch im Mund der Anteil an Roggen für eine unterschwellige Würze und Assoziation von Pfefferminze. Eine Rauchnote kann ich auch im Geschmack keine herausschmecken.


Abgang
Vanille, karamellisiertes Popcorn, Orangensaft, die letzten Reste der Gewürze, sanfte Eiche, bemerkbar durch eine dunklere Schokolade, vielleicht mit 50% Kakaoanteil, gegen Ende hin wird es im Mundraum trockener. Eher kürzerer Abgang, bis auf eine leichte Bitterkeit und dem Nachgeschmacks des Zimtes, der noch etwas länger bleibt.


Fazit
Der Geruch ist wirklich spannend. Trotz der leichten 43% schafft es der Longbranch seine durchaus nicht alltäglichen Aromen ordentlich nur Nase zu transportieren. Sehr harmonisch und ansprechend, gefällt mir deutlich besser, als ich im Vorfeld aufgrund des niedrigen Alkoholgehalts befürchtete.

Im Geschmack sieht es leider etwas anders aus. Auch hier sind zwar eine Vielzahl an Aromen vorhanden, auch wieder eher untypische für klassische Bourbons, wie der Einfluss der Gummibärchens und der Orange. Jedoch habe ich das Gefühl, dass hier mit angezogener Handbremse agiert wird. Da hätte vielleicht doch der eine oder andere Prozentpunkt mehr an Alkohol gut getan. Dies ist wirklich schade, denn der Bourbon hätte es verdient. Ist er deswegen schlecht? Nein! In keinem Fall. Jedoch ist er mir im Geschmack und im Finish leider etwas zu leicht.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


Wild Turkey and Hollywood actor Matthew McConaughey formed a partnership in 2016. McConaughey, who has Texas roots, has since been a brand ambassador and creative director for the Kentucky-based distillery. In 2018, McConaughey and master distiller Eddie Russell together launched Wild Turkey Longbranch, initially aimed at the travel-retail market. 

What makes this Kentucky straight bourbon whiskey different is that it is additionally filtered using charcoal from the Texas mesquite tree. This is intended to give the resulting bourbon some of the smoke from the mesquite charcoal and make it softer and rounder on the palate, along with a lower proof of 43%.

Wild Turkey Rare Breed is one of my favourites when it comes to higher proof bourbons. I am very curious to see how or if I will like this expression.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Deep amber colour


Nose
A big portion of vanilla ice cream with roasted popcorn, briefly tossed in butter and then covered in liquid caramel. There are also hints of nutmeg, cinnamon and cloves. A few drops of maple syrup have fallen on a sliced, juicy orange half. In the background, with a bit of mint, there is a pleasant spiciness. This seems to come from the rye that is part of the mash bill. Wood aromas from the oak casks are very subliminal, if at all. The double charcoal filtration seems to have done a great job here.

Overall, the flavour is very soft, smooth and balanced, but without lacking the necessary intensity. The aforementioned smoke from the mesquite charcoal is absent. The alcohol is virtually imperceptible.


Palate
The Longbranch begins with a creamy and simultaneously slightly watery mouthfeel. The aromas are transported into the mouth in a very light and almost hesitant way. An acidity, which was not present in the nose, starts the flavour round. Very fruity at first, like a handful of Haribo gummi bears, especially the tropical ones, plus bananas and orange juice. Sweet caramel, vanilla, some nutmeg, cinnamon and cloves are also present. The influence of the oak from the casks is much less prominent than is usually the case with bourbons. In the mouth, as in the nose, the rye gives a subliminal spiciness and an association with peppermint. There are no smoky notes on the palate either.


Finish
Vanilla, caramelised popcorn, orange juice, the last remnants of spices, soft oak, noticeable through a dark chocolate, perhaps 50% cocoa, getting drier in the mouth towards the end. The finish is rather short, except for a slight bitterness and a cinnamon aftertaste that lingers a little longer.


Conclusion
The nose is really interesting. Despite its light 43%, Longbranch manages to bring its rather unusual aromas to the nose. Very harmonious and appealing, I like it much more than I feared due to the low alcohol content.

Unfortunately, the palate is quite different. Here, too, there are a variety of flavours, including some that are rather atypical for classic bourbons, such as the influence of gummy bears and orange. However, I get the feeling that the handbrake is being applied here. Maybe it would have been good to have one or two more percentage points of alcohol. Which is a shame, because the bourbon deserved it. Does that make it bad? No! Not at all. However, the palate and finish are unfortunately a little too light for me.

Donnerstag, 19. September 2024

Michter‘s US*1 Small Batch Bourbon

 

Whiskybase

English Text-Version


Die Whiskey-Marke Michter's hat eine bewegte Geschichte. Joe Magliocco, Gründer und Präsident von Chatham Imports aus New York City, erwarb 1997 die Markenrechte für Michter's für einen wortwörtlichen Pappenstiel. Der Name Michter's basiert auf der Verschmelzung der beiden Vornamen Michael und Peter des einstigen Markeneigners Lou Forman. 

Und hier wird es interessant, wirbt doch Chatham Imports, respektive Michter's damit, dass ihr Erbe auf die 1753 erste amerikanische Brennerei zurückreicht. Fakt ist, dass die aus der Schweiz eingewanderten Brüder Shenk ab diesem Jahr in Schaefferstown in Pennsylvania auf ihrer Farm auch Getreidebrand herstellten. Zwischen 1861 und 1920 firmierte die Produktionsstätte unter der Bezeichnung Bomberger, dem Namen eines direkten Nachfahren der Shenks.

Nach der Prohibition wechselte die Brennerei mehrmals die Eigentümer um in den 1970igern bei Lou Forman und seinen Partnern zu landen. In den 1990igern wurde die Anlage jedoch komplett still gelegt und die Marke Michter's geriet in Vergessenheit. Bis Joe Magliocco sie erwarb und ihr neues Leben einhauchte.

Michter's ist jedoch nicht mehr nur noch eine Whiskey-Marke. 2012 wurde eine eigene Produktionsstätte in Shively in der Nähe von Louisville in Kentucky eröffnet, seit 2015 wird dort fleißig der eigene Bourbon und Rye gebrannt.

Bis dahin gab es zwei Phasen, wie Michter's zu seinem Stoff kam. Anfangs griff man auf Fässer zurück, die entweder noch aus dem Stock der alten Brennerei stammte oder von anderen Unternehmen aus Kentucky zugekauft wurden. Ab 2003 wurden Produktionszeiten in anderen Brennereien gemietet um ihr Destillat nach ihren Produktionsspezifikationen herzustellen.
Zu diesen Spezifikationen gehörte neben der Wahl des Fassauskohlungsgrads auch reduzierte Alkoholstärken bei der Destillation und der Fassabfüllung. Vor allem die geringen Alkoholstärken bei der Produktion sind durchaus branchenunüblich. 

Mein US*1 Small Batch Bourbon ist von einem Batch aus 2022. Auf meine Frage, ob es sich hier noch um eine Abfüllung aus Phase 2 handelt, antwortete mir Sandra Winters, Brand Ambassador auf Instagram, dass der Inhalt meiner Flasche bereits aus der hauseigenen Produktion stamme.
Leider ist die verwendete Mashbill ein Betriebsgeheimnis. Jedoch verriet mir Frau Winters, dass die im Internet kolportierten Mischungen teilweise auf alte Mashbills basieren, die nicht mehr in Verwendung sind, oder schlicht falsch sind. 


Aussehen
Dunkler oranges Kupfer


Nase
Süßes Popcorn mit Butter und viel weichem flüssigen Milchkaramell! Dies ist die allererste sinnbildliche Assoziation, die mir beim ersten Schnuppern in die Nase springt. Man will sich förmlich in diesen Duft legen, so weich, cremig und voll ist er. Sehr schön! Die bei vielen Bourbons so bekannte und oft bei Kennern so beliebte intensive Würzigkeit vom Eichenholz (die Eichenkeule), die mir persönlich manchmal fast zu viel des Guten ist, drängt sich hier absolut nicht in den Vordergrund. Die Aromen vom Holz sind dennoch vorhanden, aber sie prägen den Geschmack nicht so sehr mit diesen markanten, oft bitteren, tanninhaltigen Noten. Es dominiert vor allem dieses tolle Karamell und die Vanille - wie in einem alten Süßwarenladen. Die Frucht ist ein wenig diffizil bei der Beurteilung. Die typische, klassische Kirsche, die sich oft bei Bourbons finden lässt, ist zwar zugegen, jedoch nicht in der Intensität, wie bei anderen Bourbons, die ich hatte. Unterstützung kommt durch - für mich bei Bourbons ungewohnten - süßen Rosinen und einer leicht säuerlichen Orangenmarmelade. Die Fruchtseite ist insgesamt etwas heller mit säuerlichen Einflüssen. Der Alkohol ist kaum zu spüren, die 45,7% merkt man nicht.


Geschmack
Genauso rund und cremig er im Geruch ist, so weich beginnt er auch im Geschmack. Leicht fließt der Bourbon in den Mundraum. Sofort übernimmt eine leckere Karamell-Honig-Süße das Kommando, die von einer ordentlichen Portion Crème Brûlée mit Vanille und weichem Fudge Unterstützung bekommt. Danach zeigen sich Muskatnuss und eine Prise Zimt und läuten den würzigen Teil des Geschmacks ein. Die Eiche ist weiterhin sehr aromatisch, weit weg von den oft vorzufindenden bitter würzigen Eichenkeulen. Kirsche und etwas Minze kombinieren zu einem erfrischenden Kirschbonbon gegen Ende hin im Mund.


Abgang
Das Finish gestaltet sich doch mittellange. Vorwiegend Minze, Muskatnuss, Zimt und gebranntes Karamell sind länger im Mund präsent. Es wird, vor allem vorne beim Zahnfleisch, etwas trockener durch das Holz. Eine leichte Bitterkeit schwingt bis zum Schluss mit.


Fazit
Man will sich förmlich in diese Nase legen - was für ein Karamell-Vanille-Monster! So voll und gleichzeitig weich und harmonisch ist dieser Geruch. Klar! Man kann kritisch anmerken, dass die Ecken und Kanten fehlen. Stimmt. Auch im Geschmack ist es eine sehr runde Sache. Aber es muss ja nicht immer knackig, zackig sein. Und obwohl er nur nicht ganz 46% hat, ist er nicht flach. Er hat einen eigenen Charakter und das gefällt mir. Der Small Batch Bourbon von Michter's ist ein idealer Begleiter für entspannte Stunden, sehr süffig - die Flasche wird nicht lange überdauern. Ich werde mir sicher auch die anderen Abfüllungen der Standard-Range zulegen und mich durchkosten.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


The Michter's whiskey brand has a colourful history. Joe Magliocco, founder and president of Chatham Imports in New York City, acquired the trademark rights to Michter's in 1997 for literally pennies on the dollar. The name Michter's is based on the combination of the first names Michael and Peter of former brand owner Lou Forman. 

Chatham Imports and Michter's advertise their heritage as going back to the first American distillery in 1753. In fact, the Shenk brothers, who had emigrated from Switzerland, had been producing grain spirit on their farm in Schaefferstown, Pennsylvania, since that year. Between 1861 and 1920, the distillery operated under the name Bomberger, the name of a direct descendant of the Shenks.

After Prohibition, the distillery changed hands several times before ending up with Lou Forman and his partners in the 1970s. In the 1990s, however, the distillery shut down completely and the Michter's brand was forgotten. Until Joe Magliocco bought it and breathed new life into it.

But Michter's is no longer just a whiskey brand. In 2012, the company opened its own production facility in Shively, near Louisville, Kentucky, where it has been actively distilling its own bourbon and rye since 2015. Up until then,

Michter's had gone through two stages. First, they used barrels that were either from the old distillery's stock or bought from other Kentucky companies. From 2003, Michter's began renting production time from other distilleries to produce their distillate to their specifications. In addition to the choice of cask carbonisation level, these specifications also included reduced alcoholic strengths during distillation and cask filling. In particular, the low proofs during production are quite unusual in the industry. 

My bottle of US*1 Small Batch Bourbon is from a batch made in 2022. When I asked if this was still a Phase 2 bottling, Sandra Winters, Brand Ambassador, replied on Instagram that the contents of my bottle were already made in-house.
Unfortunately, the mash bill that is used is a company secret. However, Ms Winters told me that some of the mashbill recipes circulating on the internet are based on old mashbills that are no longer in use, or are simply wrong. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark orange copper colour


Nose
Sweet popcorn with butter and lots of smooth liquid milk caramel! This is the very first association that comes to mind when I take my first sniff. You literally want to lie down in this scent, it is so soft, creamy and full. Very beautiful! The intense spiciness of the oak, so well known in many bourbons and often loved by connoisseurs, and sometimes almost too much for me personally, does not come to the fore here. The aromas of the wood are still there, but they do not dominate the taste to such an extent, with those distinctive, often bitter, tannic notes. It is this great caramel and vanilla flavour that dominates, like in an old sweet shop. The fruit is a little difficult to judge. The typical, classic cherry often found in bourbons is present, but not with the same intensity as in other bourbons I've had. It is supported by sweet sultanas and a slightly tart orange marmalade, which I am not used to in bourbons. The fruit flavour is slightly lighter overall, with tart influences. The alcohol is barely perceptible. You don't notice the 45.7%.


Palate
In the same way that it is round and creamy on the nose, it also starts off softly on the palate. The bourbon flows smoothly and lightly into the mouth. A delicious caramel-honey sweetness takes over immediately, supported by a good portion of crème brûlée with vanilla and soft fudge. The spicy part of the palate arrives with nutmeg and a pinch of cinnamon. The oak is still very aromatic, a far cry from the bitter and spicy oak flavours that can often be found in the nose. Cherry and a touch of mint combine to create a refreshing cherry sweetness in the mouth towards the end of the palate.


Finish
The finish is medium length. Mainly mint, nutmeg, cinnamon and burnt caramel linger in the mouth. The wood makes it a little drier, especially on the front of the mouth. A slight bitterness lingers until the end.


Finish
You literally want to lie down in this nose - what a caramel-vanilla monster! The taste is so full, yet so smooth and harmonious. Of course, you could criticise the lack of edginess. But it's true. The flavour is also very well balanced. But it doesn't always have to be crisp and spicy And even though it's not quite 46%, it's not flat. It has its own character and I like that. The Small Batch Bourbon from Michter's is an ideal companion for relaxed hours, very drinkable - the bottle won't last long. I will definitely buy and enjoy the other bottlings in the standard range.

Mittwoch, 17. April 2024

Noah's Mill

 


Whiskybase

English Text-Version


Wer Bourbon mag, der sollte auch einen Noah's Mill Small Batch Bourbon von Willett Distillery mal im Glas gehabt haben. Ich hole dieses Versäumnis jetzt nach. Mein Sample ist vom Batch 18-7, also aus 2018. Dies ist insofern relevant weil sich der Inhalt in der Zwischenzeit geändert hat. Willett Distillery vertreibt einige sehr bekannte Marken. Neben Noah's Mill, Willett Pot Still Reserve, Family Estate Bourbon und Family Estate 4y Rye sind im eigenen Portfolio noch so bekannte Abfüllungen wie Johnny Drum, Old Bardstown, Rowan's Creek und Pure Kentucky. 

Bei einigen dieser Marken wird eigener New Make abgefüllt, bei anderen jedoch zugekaufter (sourced) Whisky. Und genau dies passierte viele Jahre beim Noah's Mill. Die Brennerei ist ebenso wenig bekannt, wie auch die verwendete Mash Bill. Was ich bei meiner Recherche jedoch finden konnte, war die Information, dass 4 - 15jährige Bourbons als Blend für den Noah's Mill verwendet wurden. Dies ist plausibel, da bis Anfang der 2000er Jahre der Boubon eine Altersangabe von 15 Jahren hatte. Diese verschwand rund um 2007/2008 vom Label der Flaschen. 

Wann genau Willett nun auf eigenen Whisky beim Noah's Mill umgestiegen ist, ist nicht exakt geklärt - vermutlich 2021/2022. Und wenn man den Rezensionen und Vergleichen im Internet Glauben schenken will, dann hat sich das Geschmacksprofil doch deutlich verändert. Für so manchen Kenner leider nicht zum Besten.

Daher verkoste ich mit dem Batch 18-7 somit die alte - noch mit zugekauftem Whisky - hergestellte Version. Gleich geblieben ist der Alkoholgehalt von 57,15% - stellt euch vor, der Whisky hätte 57,16%, er würde wahrscheinlich komplett anders schmecken. 


Aussehen
Heller warmer Bernstein, 


Nase
Dunkles braunes Karamell mit einer leichten süßen Note, dazu eine Schüssel Kirschkompott mit Vanillesauce. Es folgt geröstetes Mischbrot mit einem nicht zu kleinen Roggenanteil im Teig. Walnüsse mit Anisgewürz sind ebenfalls Bestandteile des Brotes. Für zusätzliche würzige Aspekte sorgen Muskatnuss und Zimt. Untermalt werden die Aromen von einer recht deutlichen Eichenholzwürze. Immer wieder blitzt etwas frische Minze hervor. Dies würde ich eher dem Alkoholgehalt zurechnen, als dem Roggenanteil in der Mash Bill. Mit Fortdauer übernehmen die eichenholzigen und würzigen Aromen im Geruch immer mehr die Führung, die feinen Karamell- und Vanillenoten hingegen gehen immer mehr in den Hintergrund. Die Nase bleibt aber für so einen hochprozentigen Bourbon trotzdem ausgewogen. Die Eiche ist nicht too much.

Mit Wasserbeigabe wird der Geruch weicher, die Vanille nimmt zu und Aromen nach Blumenwiese addieren sich überraschend zum Geruchspotpourri hinzu. 


Geschmack
Der Alkohol schiebt gleich kräftig an, begleitet von einem schön cremigen und vollen Mundgefühl. Es startet sofort mit einer kurzen aber heftigen Pfefferschärfe, der am Fuße eine überraschend intensive Süße vom Karamell folgt. Sehr lecker! Kurz blitzt ein fruchtiger Touch der Kirschen auf, der jedoch flink wieder dahin ist. Dafür übernehmen alsbald würzigere Aromen, wie Zimt, Muskatnuss und Anis wieder die Oberhand. Die Eichenfracht wird mehr und mehr. Auch eine frische Mentholnote ist gegen Ende hin immer präsenter.

Mit Wasser verliert er etwas seinen anfänglichen Pfeffercatch. Die Süße dominiert dafür mehr. Er wird mehr zugänglicher, verliert etwas von seinen, prinzipiell nicht so stark ausgeprägten, Ecken und Kanten. Die Gewürze und die Eiche bleiben abschließend weiterhin dominierend.


Abgang
Mit dem Pfefferminzkaugummi geht es fließend in den nicht zu kurzen Abgang. Die Süße ist jetzt weitgehend verschwunden. Es bleiben die Muskatnuss sowie eine sehr aromatische Eichenholzwürze, die gegen Ende hin an Trockenheit am Gaumen zunimmt. 


Fazit
Ein sehr feiner Bourbon! Er hat natürlich seine Eichenwürzigkeit, jedoch harmoniert sie mit den anderen Aromen sehr schön. Mit etwas Wasser wird er weicher, feiner. Gefällt mir richtig gut. Wohlgemerkt habe ich hier noch die Version mit gesourctem Inhalt verkostet. Es wäre sehr interessant, wie der Noah‘s Mills nun mit dem eigenproduzierten Stoff schmeckt.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


If you like bourbon, you should also have had a Noah's Mill Small Batch Bourbon from Willett Distillery in your glass. I'm going to make up for it now. My sample is from batch 18-7, from 2018, which is relevant because the contents have changed in the meantime. There are some very well known brands distributed by Willett Distillery. Besides Noah's Mill, Willett Pot Still Reserve, Family Estate Bourbon and Family Estate 4y Rye, their own portfolio includes Johnny Drum, Old Bardstown, Rowan's Creek and Pure Kentucky. 

Some of these brands use the company's own whisky, while others are sourced. For many years, this has been the case at Noah's Mill. The distillery is as unknown as the mashbill. What I did find during my research was the information that 4-15 year old bourbons were used to blend Noah's Mill. This is plausible, as until the early 2000s the bourbon had an age statement of 15 years. This disappeared from the bottle label around 2007/2008. 

It is not exactly clear when Willett switched to their own Noah's Mill whisky - presumably 2021/2022 - and if the reviews and comparisons on the internet are to be believed, the flavour profile has changed significantly. Unfortunately not for the best for many connoisseurs.

That's why I'm tasting the old version - still made with sourced whisky - with batch 18-7. The alcohol content of 57.15% has remained the same - imagine if the whisky had 57.16%, it would probably taste completely different. 

Fotocredit: Willett Distillery

Appearance
Pale warm amber in colour, 


Nose
Dark brown caramel with a light sweet note and a bowl of stewed cherries with vanilla sauce. This is followed by the aroma of toasted bread with a not too small amount of rye in the dough. Walnuts with aniseed spice are also part of the bread. Spice is added by nutmeg and cinnamon. The flavours are underpinned by a very distinct oak spice. There are always hints of fresh mint. I would attribute this to the alcohol content rather than the rye content in the mash bill. The oak and spice take over more and more as the nose progresses. The fine caramel and vanilla notes fade into the background. However, the nose remains balanced for such a high-proof bourbon. There is not too much of the oak.

As water is added, the scent softens, the vanilla increases and the olfactory potpourri is surprisingly enriched with meadow notes. 


Palate
The alcohol is very present right from the start, accompanied by a wonderfully creamy and full mouth feel. There is a short but intense peppery spiciness, which is followed by a surprisingly intense sweetness of caramel. Very tasty! There is a brief fruity note of cherries, but this fades away very quickly. More spicy notes of cinnamon, nutmeg and aniseed soon dominate. The oak becomes more and more intense. A fresh menthol note is also increasingly present towards the end.

With the addition of water, it loses some of its initial pepperiness. Sweetness becomes more dominating. It becomes more accessible and loses some of its rough edges, which are generally less pronounced. The spices and oak remain dominant at the end.


Finish
The peppermint gum leads smoothly into the finish, which is not too short. The sweetness has largely disappeared. The nutmeg and a very aromatic oak spice remain. The palate becomes increasingly dry towards the end. 


Conclusion
A very fine bourbon! It has its oak spice, of course. But it harmonises beautifully with the other flavours. It becomes softer and more delicate with a little water. I really like it. Mind you, I was still tasting the sourced version here. It would be very interesting to see how the Noah's Mills tastes with the self-produced whisky.

© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall