Bourbon
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Donnerstag, 2. April 2026

Woodford Reserve Master’s Collection No. 16

 

Whiskybase

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Die Grundidee der 2006 von Chris Morris ins Leben gerufenen Serie war es, eine Spielwiese zu schaffen, auf der Dinge ausprobiert werden können, die im Standardsortiment nicht umsetzbar wären. So wurden über die Jahre unterschiedliche Mashbill-Rezepte, spezielle Fassarten (Madeira, Port etc.), variierende Toasting- und Charring-Levels der Fässer sowie auch historische Produktionsmethoden und Stilrichtungen wieder aufgegriffen.

Die Abfüllung No. 16, die ich diese Woche verkoste, trägt den Namen “Very Fine Rare Bourbon” und ist im Kern ein High-Age-Blend-Experiment. Dabei wurden – für amerikanischen Whiskey – sehr alte mit jüngeren Fässern vermählt. Die ältesten Bestandteile sind bis zu 17 Jahre alt und stammen aus der Anfangszeit von Chris Morris.

Für Woodford Reserve sind das fast schon biblische Dimensionen, wenn man bedenkt, dass die Standardabfüllungen der Brennerei üblicherweise bei etwa sechs bis acht Jahren Reife liegen. Ziel war es, eine klassische, „alte“ Bourbon-Charakteristik zu zeigen – eher traditionell und weniger in die aktuell oft holzlastige Richtung gehend. In diesem Zusammenhang wurde der Alkoholgehalt bewusst auf 45,2 % eingestellt.


Aussehen
Dunkles Kupfergold


Nase
Die knapp 45 % sind in der Nase de facto nicht zu spüren. Sehr weich und rund präsentiert sich dieser Bourbon, der von Minute zu Minute mehr zu einem echten Schmeichler wird.

Beim ersten Reinriechen zeigt sich eine Note, die viele vermutlich als typische Kleber- bzw. Lösungsmittelassoziation bei Bourbon interpretieren würden – ich nehme sie jedoch eher als intensiven, aromatischen Zimt wahr.

Dahinter folgen frisches Popcorn mit Butter, Karamell sowie würzige Aspekte aus dem Roggenanteil der Mashbill, die sich vor allem in brotigen und frischen Minznoten äußern.

Der Holzeinfluss ist natürlich präsent – insbesondere durch Zimt, ergänzt von Bitterschokolade, Muskatnuss und Vanille. Von einer bei älteren Bourbons nicht selten auftretenden „Eichenkeule“ mit übertriebener Bitterkeit ist man hier jedoch meilenweit entfernt.

Insgesamt wirkt die Nase sehr homogen, weich und dennoch dicht und ausdrucksstark.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Auch im Mund zeigt sich der Bourbon rund und weich – fast schon etwas zu leicht auf der Zunge. Ein paar Volumenprozente mehr hätten dem Mundgefühl möglicherweise gutgetan. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau.

Der Antritt ist deutlich würzig mit Zimt, Muskatnuss und Gewürznelken, bevor der Whisky rasch in süßere Gefilde übergeht: Karamell, Kirschmarmelade und Vollmilchschokolade mit einem Hauch Minze – fast so, als hätte man ein Schokobonbon mit Kirsch-Minze-Füllung im Mund.

Im Mittelteil tritt der Roggenanteil stärker hervor. Neben der Minze zeigt sich hier zunehmend die typische, leicht pfeffrige Würzigkeit, die man von Rye kennt.

Mit jedem weiteren Schluck gewöhnt man sich an die anfängliche Leichtigkeit. Die Aromen wirken zunehmend dichter und intensiver. Der Woodford bleibt dabei stets ein Gentleman – ausgewogen, kontrolliert und mit einer Eleganz, die die Einbindung älterer Fässer glaubhaft unterstreicht.


Abgang
Im Finish bleiben vor allem die minzigen Noten, kombiniert mit Kirsche und Zimt, länger präsent. Eine leichte Holzbitterkeit klingt ebenso nach wie Vanille und dunkle Schokolade.


Fazit
Im Vergleich zum Double Oaked – den Preis einmal komplett ausgeblendet – gefällt mir diese Limited Edition deutlich besser. Die Nase ist eine äußerst feine Angelegenheit, mit der man sich lange beschäftigen kann und immer wieder neue Nuancen entdeckt.

Im Geschmack war er mir anfangs etwas zu leicht, was das Mundgefühl betrifft. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch mit den weiteren Schlucken. Die Aromen sind insgesamt sehr ausgewogen. Neben den klassischen Bourbonnoten gefällt mir als Rye-Fan besonders, dass der Roggenanteil klar zur Geltung kommt.

Bezieht man allerdings den Preis mit ein, muss man sagen: Die rund € 120,- sind ambitioniert. Etwa € 80,- wären aus meiner Sicht angemessener.

Unterm Strich bleibt aber ein wirklich guter, eleganter Bourbon.

Donnerstag, 27. November 2025

Bib & Tucker Single Barrel Bourbon 10y

 

Whiskybase

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Der Name Bib & Tucker bezieht sich auf eine alte englische Redewendung, die vergleichbar mit „sich in Schale werfen“ die festliche Kleidung des 17. bis 19. Jahrhunderts bezeichnet. Die Bourbons dieser Marke stammen aus Tennessee und sind gesourced. Die meisten Gerüchte besagen, dass der Whisky bei George Dickel gebrannt wird. Wie bei Bourbons aus Tennessee üblich, kommt auch hier der Lincoln County Process zum Einsatz, bei dem der New Make vor der Fasslagerung durch eine Holzkohleschicht gefiltert wird.

Die Single-Barrel-Abfüllung, von der ich ein Sample habe, reifte zehn Jahre. 161 Flaschen kamen aus dem Fass und wurden mit beachtlichen 63,2 Prozent abgefüllt.


Aussehen
Bernstein


Nase
Unglaublich. Dieser Bourbon hat über 63 Prozent und dennoch bekomme ich beim Schnuppern absolut keinen Alkohol in die Nase. Kein Stechen, kein Prickeln, nichts. Wahnsinn. So smooth und weich kommt dieser Bourbon daher. Die zehn Jahre im Fass haben dem Stoff, woher er auch immer genau aus Tennessee stammt, wirklich gutgetan. Selten habe ich bei einem Bourbon so eine harmonische Nase erlebt. Natürlich finde ich eine ordentliche Portion Eichenholz, aber sie drängt sich überhaupt nicht in den Vordergrund und dominiert den Duft nicht.

Als Erstes begegnen mir in flüssige Milchschokolade getauchtes Popcorn, brauner Zucker, der gerade in der Pfanne karamellisiert, viel Vanille, Zimt, Muskatnuss sowie geröstete Haselnüsse.

Im Hintergrund zeigt sich der Rye-Anteil in der Mashbill durch Assoziationen von dunklem, würzigem Roggenbrot und einem Hauch Pfefferminze.

Der Fruchtanteil spielt eher eine untergeordnete Rolle. Zumindest ein paar Tropfen Kirschkompott mit einigen Heidelbeeren sorgen für fruchtige Momente.

Fotocredit: whiskybase.com



Geschmack
War die Alkoholstärke in der Nase kaum zu bemerken, ist sie im Mund markanter, jedoch immer noch weit entfernt davon, wie 63,2 Prozent normalerweise wirken würden. Zu Beginn zeigt sich eine leichte, an Ingwer erinnernde Schärfe, vermischt mit etwas Zimtpulver, die die Präsenz des Alkohols kurz betont. Doch sofort geht es über in eine überraschend intensive Süße, die an warmes Kirschkompott mit Vanillesauce erinnert.

Der Roggenanteil meldet sich mit After Eight, einer feinen Minznote und würziger Brotkruste zu Wort. Zimt erhält im Mittelteil Unterstützung durch Muskatnuss. Und wie schon in der Nase ist die Eiche auch im Geschmack präsent, aber niemals dominant, sondern eher im Hintergrund.


Abgang
Dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil, Zimt, Muskatnuss und die würzigen Roggenbestandteile bilden das Rückgrat des mittellangen Finales. Das Kirschkompott wandelt sich zunehmend zu einem Kirsch-Pfefferminzbonbon, das Frucht und Frische angenehm verbindet.


Fazit
Das ist mit Sicherheit einer der besten Bourbons, die ich je im Glas hatte. Von den 63,2 Prozent ist weder in der Nase noch im Mund wirklich etwas zu merken. Die Kombination aus vanillig weicher Karamellnote, dem in Milchschokolade getauchten Popcorn und der tollen Süße im Geschmack ist ganz großes Bourbon-Kino. Mir gefällt auch, dass die Eiche hier nicht so dominant ist, wie es bei älteren und hochprozentigen Bourbons oft der Fall ist. Rundum ein Genuss.

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Wild Turkey Longbranch

 

Whiskybase

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Wild Turkey und der Hollywood Schauspieler Matthew McConaughey gingen 2016 eine Partnerschaft ein. Der mit texanischen Wurzeln versehene McConaughey fungierte daraufhin als Markenbotschafter und "Creative Director" für die Brennerei aus Kentucky. 2018 kam in gemeinsamer Zusammenarbeit von McConaughey und dem Master Distiller Eddie Russell der Wild Turkey Longbranch, anfänglich für den Travel Retail Markt gedacht, auf den Markt. 

Das Besondere an diesem Kentucky Straight Bourbon Whiskey ist die zusätzliche Filterung durch Kohle des texanischen Mesquite-Baums. Damit und auch mit einer niedrigeren Alkoholstärke von 43% soll der so entstehende Bourbon einerseits etwas vom Rauch der Mesquite Holzkohle abbekommen und nochmals weicher und runder im Geschmack werden.

Der Wild Turkey Rare Breed gehört zu meinen Favoriten, wenn es um höher prozentige Bourbons geht. Daher bin ich sehr gespannt, wie oder ob mir diese Ausprägung gefallen wird.


Aussehen
Kräftiger Bernstein


Nase
Eine große Portion Vanilleeis mit angeröstetem Popcorn, dass kurz in Butter geschwenkt und danach mit flüssigem Karamell übergossen wurde. Hinzu kommen eine Prise Muskatnuss und Zimt sowie Gewürznelken. Ein paar Tropfen Ahornsirups sind auf eine aufgeschnittene saftige Orangehälfte gefallen. Im Hintergrund liegt eine angenehme Würzigkeit zusätzlich mit etwas Minze. Dies scheint vom Roggen herzurühren, der Teil der Mashbill ist. Die Holzaromen der Eichenfässer sind, wenn überhaupt, nur sehr unterschwellig wahrzunehmen. Hier scheint die doppelte Kohlefilterung ganze Arbeit geleistet zu haben.

Insgesamt ist der Geruch sehr weich, sanft und ausgewogen, ohne jedoch die nötige Intensität vermissen zu lassen. Vom erwähnten Rauch durch die Mequite Holzkohle ist nichts zu merken. Der Alkohol ist defacto nicht zu spüren.


Geschmack
Der Longbranch beginnt mit einem cremigem und zugleich auch etwas wässrigen Mundgefühl. Die Aromen werden sehr leicht, fast schon zögerlich, in den Mundraum transportiert. Eine so nicht vom Geruch her bekannte Säure startet den Geschmacksreigen. Sehr fruchtig ist der Anfang, wie eine Handvoll Haribo Gummibärchen, hier vor allem die mit tropischen Aromen, dazu Bananen und Orangensaft. Ebenfalls vorhanden sind süßes Karamell, Vanille, etwas Muskatnuss, Zimt sowie Nelken. Der Einfluss des Eichenholz der Fässer ist deutlich weniger ausgeprägt, als bei Bourbons üblich. Wie in der Nase sorgt auch im Mund der Anteil an Roggen für eine unterschwellige Würze und Assoziation von Pfefferminze. Eine Rauchnote kann ich auch im Geschmack keine herausschmecken.


Abgang
Vanille, karamellisiertes Popcorn, Orangensaft, die letzten Reste der Gewürze, sanfte Eiche, bemerkbar durch eine dunklere Schokolade, vielleicht mit 50% Kakaoanteil, gegen Ende hin wird es im Mundraum trockener. Eher kürzerer Abgang, bis auf eine leichte Bitterkeit und dem Nachgeschmacks des Zimtes, der noch etwas länger bleibt.


Fazit
Der Geruch ist wirklich spannend. Trotz der leichten 43% schafft es der Longbranch seine durchaus nicht alltäglichen Aromen ordentlich nur Nase zu transportieren. Sehr harmonisch und ansprechend, gefällt mir deutlich besser, als ich im Vorfeld aufgrund des niedrigen Alkoholgehalts befürchtete.

Im Geschmack sieht es leider etwas anders aus. Auch hier sind zwar eine Vielzahl an Aromen vorhanden, auch wieder eher untypische für klassische Bourbons, wie der Einfluss der Gummibärchens und der Orange. Jedoch habe ich das Gefühl, dass hier mit angezogener Handbremse agiert wird. Da hätte vielleicht doch der eine oder andere Prozentpunkt mehr an Alkohol gut getan. Dies ist wirklich schade, denn der Bourbon hätte es verdient. Ist er deswegen schlecht? Nein! In keinem Fall. Jedoch ist er mir im Geschmack und im Finish leider etwas zu leicht.

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English Text-Version


Wild Turkey and Hollywood actor Matthew McConaughey formed a partnership in 2016. McConaughey, who has Texas roots, has since been a brand ambassador and creative director for the Kentucky-based distillery. In 2018, McConaughey and master distiller Eddie Russell together launched Wild Turkey Longbranch, initially aimed at the travel-retail market. 

What makes this Kentucky straight bourbon whiskey different is that it is additionally filtered using charcoal from the Texas mesquite tree. This is intended to give the resulting bourbon some of the smoke from the mesquite charcoal and make it softer and rounder on the palate, along with a lower proof of 43%.

Wild Turkey Rare Breed is one of my favourites when it comes to higher proof bourbons. I am very curious to see how or if I will like this expression.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Deep amber colour


Nose
A big portion of vanilla ice cream with roasted popcorn, briefly tossed in butter and then covered in liquid caramel. There are also hints of nutmeg, cinnamon and cloves. A few drops of maple syrup have fallen on a sliced, juicy orange half. In the background, with a bit of mint, there is a pleasant spiciness. This seems to come from the rye that is part of the mash bill. Wood aromas from the oak casks are very subliminal, if at all. The double charcoal filtration seems to have done a great job here.

Overall, the flavour is very soft, smooth and balanced, but without lacking the necessary intensity. The aforementioned smoke from the mesquite charcoal is absent. The alcohol is virtually imperceptible.


Palate
The Longbranch begins with a creamy and simultaneously slightly watery mouthfeel. The aromas are transported into the mouth in a very light and almost hesitant way. An acidity, which was not present in the nose, starts the flavour round. Very fruity at first, like a handful of Haribo gummi bears, especially the tropical ones, plus bananas and orange juice. Sweet caramel, vanilla, some nutmeg, cinnamon and cloves are also present. The influence of the oak from the casks is much less prominent than is usually the case with bourbons. In the mouth, as in the nose, the rye gives a subliminal spiciness and an association with peppermint. There are no smoky notes on the palate either.


Finish
Vanilla, caramelised popcorn, orange juice, the last remnants of spices, soft oak, noticeable through a dark chocolate, perhaps 50% cocoa, getting drier in the mouth towards the end. The finish is rather short, except for a slight bitterness and a cinnamon aftertaste that lingers a little longer.


Conclusion
The nose is really interesting. Despite its light 43%, Longbranch manages to bring its rather unusual aromas to the nose. Very harmonious and appealing, I like it much more than I feared due to the low alcohol content.

Unfortunately, the palate is quite different. Here, too, there are a variety of flavours, including some that are rather atypical for classic bourbons, such as the influence of gummy bears and orange. However, I get the feeling that the handbrake is being applied here. Maybe it would have been good to have one or two more percentage points of alcohol. Which is a shame, because the bourbon deserved it. Does that make it bad? No! Not at all. However, the palate and finish are unfortunately a little too light for me.

Donnerstag, 19. September 2024

Michter‘s US*1 Small Batch Bourbon

 

Whiskybase

English Text-Version


Die Whiskey-Marke Michter's hat eine bewegte Geschichte. Joe Magliocco, Gründer und Präsident von Chatham Imports aus New York City, erwarb 1997 die Markenrechte für Michter's für einen wortwörtlichen Pappenstiel. Der Name Michter's basiert auf der Verschmelzung der beiden Vornamen Michael und Peter des einstigen Markeneigners Lou Forman. 

Und hier wird es interessant, wirbt doch Chatham Imports, respektive Michter's damit, dass ihr Erbe auf die 1753 erste amerikanische Brennerei zurückreicht. Fakt ist, dass die aus der Schweiz eingewanderten Brüder Shenk ab diesem Jahr in Schaefferstown in Pennsylvania auf ihrer Farm auch Getreidebrand herstellten. Zwischen 1861 und 1920 firmierte die Produktionsstätte unter der Bezeichnung Bomberger, dem Namen eines direkten Nachfahren der Shenks.

Nach der Prohibition wechselte die Brennerei mehrmals die Eigentümer um in den 1970igern bei Lou Forman und seinen Partnern zu landen. In den 1990igern wurde die Anlage jedoch komplett still gelegt und die Marke Michter's geriet in Vergessenheit. Bis Joe Magliocco sie erwarb und ihr neues Leben einhauchte.

Michter's ist jedoch nicht mehr nur noch eine Whiskey-Marke. 2012 wurde eine eigene Produktionsstätte in Shively in der Nähe von Louisville in Kentucky eröffnet, seit 2015 wird dort fleißig der eigene Bourbon und Rye gebrannt.

Bis dahin gab es zwei Phasen, wie Michter's zu seinem Stoff kam. Anfangs griff man auf Fässer zurück, die entweder noch aus dem Stock der alten Brennerei stammte oder von anderen Unternehmen aus Kentucky zugekauft wurden. Ab 2003 wurden Produktionszeiten in anderen Brennereien gemietet um ihr Destillat nach ihren Produktionsspezifikationen herzustellen.
Zu diesen Spezifikationen gehörte neben der Wahl des Fassauskohlungsgrads auch reduzierte Alkoholstärken bei der Destillation und der Fassabfüllung. Vor allem die geringen Alkoholstärken bei der Produktion sind durchaus branchenunüblich. 

Mein US*1 Small Batch Bourbon ist von einem Batch aus 2022. Auf meine Frage, ob es sich hier noch um eine Abfüllung aus Phase 2 handelt, antwortete mir Sandra Winters, Brand Ambassador auf Instagram, dass der Inhalt meiner Flasche bereits aus der hauseigenen Produktion stamme.
Leider ist die verwendete Mashbill ein Betriebsgeheimnis. Jedoch verriet mir Frau Winters, dass die im Internet kolportierten Mischungen teilweise auf alte Mashbills basieren, die nicht mehr in Verwendung sind, oder schlicht falsch sind. 


Aussehen
Dunkler oranges Kupfer


Nase
Süßes Popcorn mit Butter und viel weichem flüssigen Milchkaramell! Dies ist die allererste sinnbildliche Assoziation, die mir beim ersten Schnuppern in die Nase springt. Man will sich förmlich in diesen Duft legen, so weich, cremig und voll ist er. Sehr schön! Die bei vielen Bourbons so bekannte und oft bei Kennern so beliebte intensive Würzigkeit vom Eichenholz (die Eichenkeule), die mir persönlich manchmal fast zu viel des Guten ist, drängt sich hier absolut nicht in den Vordergrund. Die Aromen vom Holz sind dennoch vorhanden, aber sie prägen den Geschmack nicht so sehr mit diesen markanten, oft bitteren, tanninhaltigen Noten. Es dominiert vor allem dieses tolle Karamell und die Vanille - wie in einem alten Süßwarenladen. Die Frucht ist ein wenig diffizil bei der Beurteilung. Die typische, klassische Kirsche, die sich oft bei Bourbons finden lässt, ist zwar zugegen, jedoch nicht in der Intensität, wie bei anderen Bourbons, die ich hatte. Unterstützung kommt durch - für mich bei Bourbons ungewohnten - süßen Rosinen und einer leicht säuerlichen Orangenmarmelade. Die Fruchtseite ist insgesamt etwas heller mit säuerlichen Einflüssen. Der Alkohol ist kaum zu spüren, die 45,7% merkt man nicht.


Geschmack
Genauso rund und cremig er im Geruch ist, so weich beginnt er auch im Geschmack. Leicht fließt der Bourbon in den Mundraum. Sofort übernimmt eine leckere Karamell-Honig-Süße das Kommando, die von einer ordentlichen Portion Crème Brûlée mit Vanille und weichem Fudge Unterstützung bekommt. Danach zeigen sich Muskatnuss und eine Prise Zimt und läuten den würzigen Teil des Geschmacks ein. Die Eiche ist weiterhin sehr aromatisch, weit weg von den oft vorzufindenden bitter würzigen Eichenkeulen. Kirsche und etwas Minze kombinieren zu einem erfrischenden Kirschbonbon gegen Ende hin im Mund.


Abgang
Das Finish gestaltet sich doch mittellange. Vorwiegend Minze, Muskatnuss, Zimt und gebranntes Karamell sind länger im Mund präsent. Es wird, vor allem vorne beim Zahnfleisch, etwas trockener durch das Holz. Eine leichte Bitterkeit schwingt bis zum Schluss mit.


Fazit
Man will sich förmlich in diese Nase legen - was für ein Karamell-Vanille-Monster! So voll und gleichzeitig weich und harmonisch ist dieser Geruch. Klar! Man kann kritisch anmerken, dass die Ecken und Kanten fehlen. Stimmt. Auch im Geschmack ist es eine sehr runde Sache. Aber es muss ja nicht immer knackig, zackig sein. Und obwohl er nur nicht ganz 46% hat, ist er nicht flach. Er hat einen eigenen Charakter und das gefällt mir. Der Small Batch Bourbon von Michter's ist ein idealer Begleiter für entspannte Stunden, sehr süffig - die Flasche wird nicht lange überdauern. Ich werde mir sicher auch die anderen Abfüllungen der Standard-Range zulegen und mich durchkosten.

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English Text-Version


The Michter's whiskey brand has a colourful history. Joe Magliocco, founder and president of Chatham Imports in New York City, acquired the trademark rights to Michter's in 1997 for literally pennies on the dollar. The name Michter's is based on the combination of the first names Michael and Peter of former brand owner Lou Forman. 

Chatham Imports and Michter's advertise their heritage as going back to the first American distillery in 1753. In fact, the Shenk brothers, who had emigrated from Switzerland, had been producing grain spirit on their farm in Schaefferstown, Pennsylvania, since that year. Between 1861 and 1920, the distillery operated under the name Bomberger, the name of a direct descendant of the Shenks.

After Prohibition, the distillery changed hands several times before ending up with Lou Forman and his partners in the 1970s. In the 1990s, however, the distillery shut down completely and the Michter's brand was forgotten. Until Joe Magliocco bought it and breathed new life into it.

But Michter's is no longer just a whiskey brand. In 2012, the company opened its own production facility in Shively, near Louisville, Kentucky, where it has been actively distilling its own bourbon and rye since 2015. Up until then,

Michter's had gone through two stages. First, they used barrels that were either from the old distillery's stock or bought from other Kentucky companies. From 2003, Michter's began renting production time from other distilleries to produce their distillate to their specifications. In addition to the choice of cask carbonisation level, these specifications also included reduced alcoholic strengths during distillation and cask filling. In particular, the low proofs during production are quite unusual in the industry. 

My bottle of US*1 Small Batch Bourbon is from a batch made in 2022. When I asked if this was still a Phase 2 bottling, Sandra Winters, Brand Ambassador, replied on Instagram that the contents of my bottle were already made in-house.
Unfortunately, the mash bill that is used is a company secret. However, Ms Winters told me that some of the mashbill recipes circulating on the internet are based on old mashbills that are no longer in use, or are simply wrong. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark orange copper colour


Nose
Sweet popcorn with butter and lots of smooth liquid milk caramel! This is the very first association that comes to mind when I take my first sniff. You literally want to lie down in this scent, it is so soft, creamy and full. Very beautiful! The intense spiciness of the oak, so well known in many bourbons and often loved by connoisseurs, and sometimes almost too much for me personally, does not come to the fore here. The aromas of the wood are still there, but they do not dominate the taste to such an extent, with those distinctive, often bitter, tannic notes. It is this great caramel and vanilla flavour that dominates, like in an old sweet shop. The fruit is a little difficult to judge. The typical, classic cherry often found in bourbons is present, but not with the same intensity as in other bourbons I've had. It is supported by sweet sultanas and a slightly tart orange marmalade, which I am not used to in bourbons. The fruit flavour is slightly lighter overall, with tart influences. The alcohol is barely perceptible. You don't notice the 45.7%.


Palate
In the same way that it is round and creamy on the nose, it also starts off softly on the palate. The bourbon flows smoothly and lightly into the mouth. A delicious caramel-honey sweetness takes over immediately, supported by a good portion of crème brûlée with vanilla and soft fudge. The spicy part of the palate arrives with nutmeg and a pinch of cinnamon. The oak is still very aromatic, a far cry from the bitter and spicy oak flavours that can often be found in the nose. Cherry and a touch of mint combine to create a refreshing cherry sweetness in the mouth towards the end of the palate.


Finish
The finish is medium length. Mainly mint, nutmeg, cinnamon and burnt caramel linger in the mouth. The wood makes it a little drier, especially on the front of the mouth. A slight bitterness lingers until the end.


Finish
You literally want to lie down in this nose - what a caramel-vanilla monster! The taste is so full, yet so smooth and harmonious. Of course, you could criticise the lack of edginess. But it's true. The flavour is also very well balanced. But it doesn't always have to be crisp and spicy And even though it's not quite 46%, it's not flat. It has its own character and I like that. The Small Batch Bourbon from Michter's is an ideal companion for relaxed hours, very drinkable - the bottle won't last long. I will definitely buy and enjoy the other bottlings in the standard range.

Mittwoch, 17. April 2024

Noah's Mill

 


Whiskybase

English Text-Version


Wer Bourbon mag, der sollte auch einen Noah's Mill Small Batch Bourbon von Willett Distillery mal im Glas gehabt haben. Ich hole dieses Versäumnis jetzt nach. Mein Sample ist vom Batch 18-7, also aus 2018. Dies ist insofern relevant weil sich der Inhalt in der Zwischenzeit geändert hat. Willett Distillery vertreibt einige sehr bekannte Marken. Neben Noah's Mill, Willett Pot Still Reserve, Family Estate Bourbon und Family Estate 4y Rye sind im eigenen Portfolio noch so bekannte Abfüllungen wie Johnny Drum, Old Bardstown, Rowan's Creek und Pure Kentucky. 

Bei einigen dieser Marken wird eigener New Make abgefüllt, bei anderen jedoch zugekaufter (sourced) Whisky. Und genau dies passierte viele Jahre beim Noah's Mill. Die Brennerei ist ebenso wenig bekannt, wie auch die verwendete Mash Bill. Was ich bei meiner Recherche jedoch finden konnte, war die Information, dass 4 - 15jährige Bourbons als Blend für den Noah's Mill verwendet wurden. Dies ist plausibel, da bis Anfang der 2000er Jahre der Boubon eine Altersangabe von 15 Jahren hatte. Diese verschwand rund um 2007/2008 vom Label der Flaschen. 

Wann genau Willett nun auf eigenen Whisky beim Noah's Mill umgestiegen ist, ist nicht exakt geklärt - vermutlich 2021/2022. Und wenn man den Rezensionen und Vergleichen im Internet Glauben schenken will, dann hat sich das Geschmacksprofil doch deutlich verändert. Für so manchen Kenner leider nicht zum Besten.

Daher verkoste ich mit dem Batch 18-7 somit die alte - noch mit zugekauftem Whisky - hergestellte Version. Gleich geblieben ist der Alkoholgehalt von 57,15% - stellt euch vor, der Whisky hätte 57,16%, er würde wahrscheinlich komplett anders schmecken. 


Aussehen
Heller warmer Bernstein, 


Nase
Dunkles braunes Karamell mit einer leichten süßen Note, dazu eine Schüssel Kirschkompott mit Vanillesauce. Es folgt geröstetes Mischbrot mit einem nicht zu kleinen Roggenanteil im Teig. Walnüsse mit Anisgewürz sind ebenfalls Bestandteile des Brotes. Für zusätzliche würzige Aspekte sorgen Muskatnuss und Zimt. Untermalt werden die Aromen von einer recht deutlichen Eichenholzwürze. Immer wieder blitzt etwas frische Minze hervor. Dies würde ich eher dem Alkoholgehalt zurechnen, als dem Roggenanteil in der Mash Bill. Mit Fortdauer übernehmen die eichenholzigen und würzigen Aromen im Geruch immer mehr die Führung, die feinen Karamell- und Vanillenoten hingegen gehen immer mehr in den Hintergrund. Die Nase bleibt aber für so einen hochprozentigen Bourbon trotzdem ausgewogen. Die Eiche ist nicht too much.

Mit Wasserbeigabe wird der Geruch weicher, die Vanille nimmt zu und Aromen nach Blumenwiese addieren sich überraschend zum Geruchspotpourri hinzu. 


Geschmack
Der Alkohol schiebt gleich kräftig an, begleitet von einem schön cremigen und vollen Mundgefühl. Es startet sofort mit einer kurzen aber heftigen Pfefferschärfe, der am Fuße eine überraschend intensive Süße vom Karamell folgt. Sehr lecker! Kurz blitzt ein fruchtiger Touch der Kirschen auf, der jedoch flink wieder dahin ist. Dafür übernehmen alsbald würzigere Aromen, wie Zimt, Muskatnuss und Anis wieder die Oberhand. Die Eichenfracht wird mehr und mehr. Auch eine frische Mentholnote ist gegen Ende hin immer präsenter.

Mit Wasser verliert er etwas seinen anfänglichen Pfeffercatch. Die Süße dominiert dafür mehr. Er wird mehr zugänglicher, verliert etwas von seinen, prinzipiell nicht so stark ausgeprägten, Ecken und Kanten. Die Gewürze und die Eiche bleiben abschließend weiterhin dominierend.


Abgang
Mit dem Pfefferminzkaugummi geht es fließend in den nicht zu kurzen Abgang. Die Süße ist jetzt weitgehend verschwunden. Es bleiben die Muskatnuss sowie eine sehr aromatische Eichenholzwürze, die gegen Ende hin an Trockenheit am Gaumen zunimmt. 


Fazit
Ein sehr feiner Bourbon! Er hat natürlich seine Eichenwürzigkeit, jedoch harmoniert sie mit den anderen Aromen sehr schön. Mit etwas Wasser wird er weicher, feiner. Gefällt mir richtig gut. Wohlgemerkt habe ich hier noch die Version mit gesourctem Inhalt verkostet. Es wäre sehr interessant, wie der Noah‘s Mills nun mit dem eigenproduzierten Stoff schmeckt.

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English Text-Version


If you like bourbon, you should also have had a Noah's Mill Small Batch Bourbon from Willett Distillery in your glass. I'm going to make up for it now. My sample is from batch 18-7, from 2018, which is relevant because the contents have changed in the meantime. There are some very well known brands distributed by Willett Distillery. Besides Noah's Mill, Willett Pot Still Reserve, Family Estate Bourbon and Family Estate 4y Rye, their own portfolio includes Johnny Drum, Old Bardstown, Rowan's Creek and Pure Kentucky. 

Some of these brands use the company's own whisky, while others are sourced. For many years, this has been the case at Noah's Mill. The distillery is as unknown as the mashbill. What I did find during my research was the information that 4-15 year old bourbons were used to blend Noah's Mill. This is plausible, as until the early 2000s the bourbon had an age statement of 15 years. This disappeared from the bottle label around 2007/2008. 

It is not exactly clear when Willett switched to their own Noah's Mill whisky - presumably 2021/2022 - and if the reviews and comparisons on the internet are to be believed, the flavour profile has changed significantly. Unfortunately not for the best for many connoisseurs.

That's why I'm tasting the old version - still made with sourced whisky - with batch 18-7. The alcohol content of 57.15% has remained the same - imagine if the whisky had 57.16%, it would probably taste completely different. 

Fotocredit: Willett Distillery

Appearance
Pale warm amber in colour, 


Nose
Dark brown caramel with a light sweet note and a bowl of stewed cherries with vanilla sauce. This is followed by the aroma of toasted bread with a not too small amount of rye in the dough. Walnuts with aniseed spice are also part of the bread. Spice is added by nutmeg and cinnamon. The flavours are underpinned by a very distinct oak spice. There are always hints of fresh mint. I would attribute this to the alcohol content rather than the rye content in the mash bill. The oak and spice take over more and more as the nose progresses. The fine caramel and vanilla notes fade into the background. However, the nose remains balanced for such a high-proof bourbon. There is not too much of the oak.

As water is added, the scent softens, the vanilla increases and the olfactory potpourri is surprisingly enriched with meadow notes. 


Palate
The alcohol is very present right from the start, accompanied by a wonderfully creamy and full mouth feel. There is a short but intense peppery spiciness, which is followed by a surprisingly intense sweetness of caramel. Very tasty! There is a brief fruity note of cherries, but this fades away very quickly. More spicy notes of cinnamon, nutmeg and aniseed soon dominate. The oak becomes more and more intense. A fresh menthol note is also increasingly present towards the end.

With the addition of water, it loses some of its initial pepperiness. Sweetness becomes more dominating. It becomes more accessible and loses some of its rough edges, which are generally less pronounced. The spices and oak remain dominant at the end.


Finish
The peppermint gum leads smoothly into the finish, which is not too short. The sweetness has largely disappeared. The nutmeg and a very aromatic oak spice remain. The palate becomes increasingly dry towards the end. 


Conclusion
A very fine bourbon! It has its oak spice, of course. But it harmonises beautifully with the other flavours. It becomes softer and more delicate with a little water. I really like it. Mind you, I was still tasting the sourced version here. It would be very interesting to see how the Noah's Mills tastes with the self-produced whisky.

Mittwoch, 22. November 2023

Jack Daniel's Single Barrel Rye

 

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English Text-Version

Der Jack Daniel's Single Barrel Barrel Strength mit seinen mächtigen aber gleichzeitig so aromatischen 64,5%, sowie meine in diesem Sommer beginnende Zuneigung zu amerikanischen Ryes führten zum logischen Kauf des Jack Daniel's Single Barrel Rye mit 45%. Auch hier wird die klassische Single Barrel Flasche mit ihrem eher klassisch anmutenden Design verwendet. Ein bordeauxrotes Label, anstelle dem goldenen, verziert die Flasche. In der Bar sind diese beiden Flaschen nebeneinander ein wahrer Hingucker - Marketingopfer, ich weiß.

Die Rye Abfüllung kam 2017 als dritte Auskopplung der Single Barrel-Reihe auf den Markt. Und Rye als tragendender Grundstoff der Mashbill ist nicht wirklich oft gesehen bei der Brennerei aus Tennessee. A propos Mashbill, die verwendete Mischung setzt sich aus 70% Roggen, 18% Mais und 12% Gerste zusammen. Für die Reifung werden die klassichen ausgekohlten amerikanischen Weißeichenfässer verwendet, ebenso zum Einsatz kommt der berühmte Lincoln County Process zum Einsatz.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Eine sehr volle ausdrucksstarke Ryenase - gleich alles vorhanden, was sich ein Fan von Ryewhiskeys wünscht. Eine würzige Roggenbrotnote, die Frische von Eukalyptus und Minze und dies alles kombiniert mit viel Vanille und der weichen, typischen Nase von Jack Daniel’s. Der Lincoln County Process zeigt auch beim Rye seine volle Wirkung. Mit mehr Luft und Sauerstoff im Glas erscheinen rote Beeren, Kirschen, Muskatnuss, Gewürznelken - der Rye wird kräftiger, die Würzigkeit vom Roggen und des Eichenholzes der Fässer steigert sich. Alkohol ist sehr gut integriert. Die leichte Mentholnote, wie bei einer Zahnpasta mit Eukalyptusgeschmack, ist weniger dominant, als bei anderen Ryes. Die Nase ist gut austariert, der Roggen und die Vanille halten sich gut in Balance.


Geschmack
Sehr voll und angenehm im Mund. Der Roggenanteil ist sehr präsent. Starke Assoziation nach einem leckeren Minzbonbon, dass eine angenehme Frische erzeugt. Dazu aber auch eine deutlich erkennbare Süße sowie wieder viel Vanille. Kirschen mit Zimt und Muskatnuss werden mit einer aromatischen Eichenholznote begleitet. Beim zweiten Schluck hat sich der Gaumen an den Roggen gewöhnt, nun ist deutlich mehr Vanille und Kirsche im Vordergrund.


Abgang
Mit dem Vanille/Kirschkompott mit Zimt und Muskat geht es auch ins Finale. Die frische Mentholnote wird durch die Würzigkeit des Holzes vom Fass unterstützt und wechselt mit Fortdauer auf eine leicht bittere Seite. Begleitet von gerösteten, leicht gesalzenen Erdnüssen. Der Roggen mit seiner Würze und der frischen Eukalyptusnote bleiben länger im Mundraum präsent.


Fazit
Das ist ein sehr guter Rye! Die Ausgewogenheit zwischen ausreichend Roggenanteil mit all seinen Facetten zusammen mit dem vanilligen weichen Jack Daniel‘s Grundcharakter ist toll. Er ist sehr süffig und trotzdem nie eintönig. Die 45% sind stimmig und passen. Trotzdem, wenn es diesen Rye auch mit mehr Bumms gebe, der wäre eine Granate. Hm. es gibt tatsächlich in den USA eine Barrel Proof Abfüllung des Single Barrel Ryes. Aber dies ist eine Special Release und aktuell defacto nur in den USA zu bekommen, und auch dort nur sehr sporadisch. Liebe Jack Daniel's Verantwortlichen in Europa, könnten vielleicht ein paar Flaschen dieser begehrter Abfüllung den Weg nach Österreich finden? Ich opfere mich gerne...

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English Text-Version


The Jack Daniel's Single Barrel Barrel Strength with its powerful but at the same time so aromatic 64.5%, as well as my beginning passion for American Ryes this summer, led to the logical purchase of the Jack Daniel's Single Barrel Rye with 45%. Here, too, the classic single barrel bottle with its rather classic-looking design is used. A bordeaux red label decorates the bottle instead of the gold one. In the bar, these two bottles next to each other are a real eye-catcher - marketing victim, I know.

The rye expression was launched in 2017 as the third release in the single barrel series. And rye as the main ingredient of the Mashbill is not really often seen at the distillery from Tennessee. Speaking of Mashbill, the used mixture consists of 70% rye, 18% corn and 12% barley. The classic charred American white oak barrels are used for maturation, and the famous Lincoln County Process is also used.

Fotocredit: Jack Daniel's


Appearance
Amber colour.


Nose
A very full, expressive rye nose - everything a fan of rye whiskeys could wish for. A spicy rye bread note, the freshness of eucalyptus and mint and all this combined with lots of vanilla and the soft, typical Jack Daniel's nose. The Lincoln County Process also shows its full effect in the rye. With more air and oxygen in the glass, red berries, cherries, nutmeg and cloves appear - the rye becomes stronger, the spiciness of the rye and the oak from the barrels increases. The alcohol is very well integrated. The slight menthol note, as with eucalyptus-flavoured toothpaste, is less dominant than with other ryes. The nose is well balanced, the rye and vanilla are well balanced.


Flavour
Very full and pleasant in the mouth. The rye flavour is very present. Strong association with a delicious mint sweet that creates a pleasant freshness. But also a clearly recognisable sweetness and again a lot of vanilla. Cherries with cinnamon and nutmeg are accompanied by an aromatic oak note. On the second sip, the palate has become familiar with the rye and now there is significantly more vanilla and cherry in the foreground.


Finish
The vanilla/cherry compote with cinnamon and nutmeg also leads into the finish. The fresh menthol note is supported by the spiciness of the wood from the cask and changes to a slightly bitter side as the flavour continues. Accompanied by roasted, lightly salted peanuts. The rye with its spiciness and the fresh eucalyptus note remain present in the mouth for longer.


Conclusion
This is a very good rye! The balance between sufficient rye flavour with all its facets together with the vanilla-like soft Jack Daniel's basic character is great. It is very quaffable and yet never boring. The 45% is harmonious and fitting. Nevertheless, if this rye were also available with more oomph, it would be a grenade. Hm. There is actually a barrel proof bottling of the single barrel rye in the USA. But this is a special release and is currently de facto only available in the USA, and even there only very sporadically. Dear Jack Daniel's managers in Europe, could perhaps a few bottles of this desirable bottling find their way to Austria? I would gladly sacrifice myself...

Donnerstag, 16. Februar 2023

Knob Creek 9y

 

Whiskybase

English Text-Version


Dieser Kentucky Straight Bourbon ist Mitglied der Small Batch Bourbon Collection von Jim Beam, zu der neben dem Baker's und Basil Hayden's auch der Booker's gehört, den ich schon als Flasche mein eigen nennen konnte. Knob Creek ist die erfolgreichste Abfüllung dieser Serie. Von 2016 bis 2020 kam er ohne Altersangaben auf den Markt, Jim Beam konnte zu dieser Zeit nicht garantieren, dass wirklich die Lagerzeit von 9 Jahren erreicht werden konnte. Seit 2020 ist die NAS-Version wieder vom Markt verschwunden und die 9 Jahre Alterskennzeichnis steht wieder auf den Flaschen.

Verwendet wird für den Knob Creek die selbe Mash Bill wie beim Baker's und Booker's mit 75% Mais, 13% Roggen, 12% gemälzter Gerste. Die Reifung erfolgt in ausgekohlten amerikanischen Weißeichenfässern und abgefüllt wird mit 100 amerikanischen Proof - also 50% ABV.


Aussehen
Dunkles Bernstein oder auch sattes Bronze.


Nase
Der bei Bourbons häufig auftretende Geruch nach frisch geöffneter Maisdose ist hier nur dezent beim ersten Reinschnuppern zugegen und verflüchtigt sich rasch. Dafür tritt eine nette Kombination aus aromatischer Eichenwürze und Kirscheukalyptusbonbons in den Vordergrund. Hinzu gesellen sich Aromen vom Mark frisch aufgeschnittenen Bourbon Vanillestangen und etwas dunkel gewordenes Karamell. Die 50% sind sehr gut eingebunden, den Alkohol spürt man kaum im Geruch. Die Nase ist gut ausbalanciert. Die Aromen werden im richtigen Maße nach vorne geschoben, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.
Mit ein, zwei Tropfen Wasser wird er leichter, sogar fruchtiger und weicher. Die Würzigkeit nimmt ab. 


Geschmack
Schön süß, mit viel Karamell und Vanille gleitet der Bourbon weich in den Mundraum. Die Aromen von Kirschenbonbons mit dem Eukalyptusanteil folgt der Süße auf dem Fuße. Danach übernimmt die Würzigkeit der Eichenfässer und auch der Roggen meldet sich stärker zu Wort. Der Alkohol ist auch im Mund kein Problem. Im Gegenteil, beim Geschmack hätten zwei, drei Prozente vielleicht sogar ganz gut getan.
Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser wird es vanilliger, die Süße bleibt länger präsent und die Würze reduziert sich, leider auch die Kirsche und die Minze vom Roggen.


Abgang
Die würzigen Eichenaromen bleiben noch länger am Gaumen kleben, zusammen mit einer netten undefinierbaren Fruchtbasis, einer leichten Süße und dem Anflug von Minze, der vom Roggenbestandteil des Mash Bills stammen könnte.


Fazit
Der Knob Creek 9y ist sicherlich der „Einsteiger“ Bourbon in die Small Batch Collection von Jim Beam, wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit höher prozentigen Bourbons, wie dem Booker’s, hatte.
Die Nase ist sehr gefällig, vor allem die Kirscharomen mit der leichten Pfefferminze und der Eichenwürze gefallen. Insgesamt ist die Würzigkeit der Eichenfässer hier nicht so konzentriert und intensiv, wie beispielsweise beim Booker’s oder dem Rare Breed von Wild Turkey.
Im Geschmack bekommt man das geliefert, was der Geruch andeutet. In einer schönen Balance. Ein wenig mehr Bumms hätte mir da vielleicht gefallen. Mit Wasser wird er fast unverschämt süffig. Insgesamt ein sehr ansprechender Bourbon, der für einen gemütlichen Sipper am Abend perfekt ist. Und für seinen aktuellen Preis von knapp € 30,- ist er ein PLV-Tipp!

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Englisch Text-Version


This Kentucky Straight Bourbon is a member of Jim Beam's Small Batch Bourbon Collection, which includes Baker's and Basil Hayden's as well as Booker's, which I already had the pleasure of calling my own in a bottle. Knob Creek is the most successful bottling of this series. From 2016 to 2020 it came on the market without any age statement, Jim Beam could not guarantee at that time that really the storage time of 9 years could be reached. Since 2020, the NAS version has disappeared from the market and the 9-year age label is again on the bottles.

Knob Creek uses the same mash bill as Baker's and Booker's with 75% corn, 13% rye, 12% malted barley. Maturation is in charred American white oak casks and bottled at 100 American proof - so 50% ABV.

Fotocredit: Beam Suntory


Appearance
Dark amber or even rich bronze.


Nose
The smell of freshly opened corn cans that is often found in bourbons is only subtly present here at first sniffing and quickly dissipates. Instead, a nice combination of aromatic oak spice and cherry eucalyptus candy comes to the fore. Aromas of freshly cut bourbon vanilla sticks and a little darkened caramel join in. The 50% is very well integrated, the alcohol is hardly noticeable in the aroma. The nose is well balanced. The flavours are pushed forward in the right measure, not too much but also not too little.
With a drop or two of water, it becomes lighter, even fruitier and softer. The spiciness decreases. 


Taste
Nice and sweet, with lots of caramel and vanilla, the bourbon glides smoothly into the mouth. The flavours of cherry candy with the eucalyptus part follows on the heels of the sweetness. Then the spiciness of the oak barrels takes over and the rye also makes its presence felt more strongly. The alcohol is not a problem in the mouth either. On the contrary, two or three percent would have been good for the taste.
With a few drops of water, it becomes more vanilla, the sweetness remains present longer and the spiciness reduces, unfortunately also the cherry and the mint from the rye.


Finish
The spicy oak flavours stick to the palate even longer, along with a nice indefinable fruit base, a slight sweetness and the hint of mint that could be from the rye component of the Mash Bill.


Conclusion
The Knob Creek 9y is certainly the "starter" bourbon in Jim Beam's Small Batch Collection, if you haven't had much experience with higher percentage bourbons, like Booker's.
The nose is very pleasing, especially the cherry aromas with the light peppermint and oak spiciness. Overall, the spiciness of the oak barrels here is not as concentrated and intense as, for example, Booker's or Wild Turkey's Rare Breed.
On the palate, you get what the smell suggests. In a nice balance. I might have liked a little more punch. With water, it becomes almost outrageously drinkable. All in all, a very appealing bourbon that is perfect for a cosy sipper in the evening. And for its current price of just under € 30,-, it is a PLV tip!

Mittwoch, 15. Juni 2022

Willett Pot Still Reserve

 

Whiskybase


Wer nicht nur auf die inneren Werte einer Flasche, sondern sich auch für schöne Flaschendesigns, interessiert wird über kurz oder lang nicht am Willett Pot Still Reserve vorbeikommen. Selten so eine schöne Flasche gesehen, die einer Pot Still Brennblase nachempfunden ist.

Aber genau hier liegt auch die Gefahr. Sehr oft assoziiert man tolle, aufwendige Flaschen damit, dass deren Inhalt dafür weniger attraktiv ist - ganz nach dem Motto "Außen hui, innen pfui". Dieses Vorurteil scheint auch ein wenig beim Willet Pot Still Reserve vorzuherrschen, will man so manch einem Kommentar auf diversen Online Plattformen glauben. Aber ist die Kritik berrechtigt, dass man mit einem äußeren Glanz inhaltliche Schwächen kaschieren will? Das wollte ich wissen und besorgte mir eine der Originalflasche nachempfundene Sample-Flasche. 

Der Willett Pot Still Reserve wird, wie der Name schon sagt, im Pot Still Verfahren hergestellt. Es handelt sich dabei um einen Small Batch Kentucky Straight Bourbon Whiskey von Kentucky Bourbon Distillers. Aus deren Warehouses stammen so bekannte Marken wie Noah's Mill, Rowan's Creek, Johnny Drum Privat Stock und Pure Kentucky.

Aus offiziellen Quellen konnte ich zur Zusammensetzung der Mashbill zwar nichts finden, jedoch im Web kursiert in einigen Shop-Seiten und Blogs die Information, dass die Rezeptur sich folgend zusammensetzen soll: 65% Mais, 15% gemälzte Gerste und 20% Weizen. Das hier statt dem bei Bourbon oft verwendeten Roggen Weizen in der Maische verwendet wurde, finde ich sehr interessant und macht mich umso neugieriger. Abgefüllt wird mit 47% Alkohol oder 94 Proof. 


Aussehen
Rostbraun


Nase
Anfänglich ein leichter, fast schon lieblicher parfümierter Geruch nach Veilchen. Keine wirkliche Spur der oft erkannten Klebernote. Die typischen Eichenholz und Vanille Aromen sind natürlich vorhanden, jedoch nicht so intensiv wie bei den letzten, wohlgemerkt höher prozentigen, Bourbons, die ich in letzter Zeit verkostet habe. Es bleibt Raum für hellere fruchtigere Duftnoten, wie Zitrone, Orange, Gewürznelken aber auch Stachelbeeren oder Ribiseln mit einem säuerlichen Touch. Der Alkohol ist kaum wahrnehmbar, sehr gut eingebunden.
Interessant, mit ein paar Tropfen Wasser kommt die Eiche und die Vanille mehr zur Geltung. Die Gewürze wie Muskat, Zimt und Nelken ebenso, dafür tritt das leicht Blumige von zuvor mehr in den Hintergrund.


Geschmack
Gleich ein sehr intensiv süßes und zugleich mollig cremiges Entrée im Mundraum. Danach ein schönes Wechselspiel zwischen den zitronig/orangen Fruchtaromen mit würzigen Anteilen wie Zimt, Muskat und Gewürznelken die mit etwas schärferem Ingwer oder Pfeffernoten garniert sind. Die Vanille umrahmt den Gesamteindruck, die Eiche hält sich im Mund im Hintergrund.
Mit Wasser reduziert sich die markante Süße zu Beginn. Die Würzigkeit bleibt, die Pfeffernote nimmt ab. Er wirkt jedoch insgesamt flacher. Also klare Empfehlung ist das Probieren ohne Wasser.


Abgang
Richtung Finish wird es schön wärmend, bis hinunter in den Magen. Die leichte Schärfe aus dem Geschmack bleibt auch im Abgang präsent. Zusammen mit schöner Vanille und einem Anflug von Eichenwürze. Insgesamt, die angenehme Wärme ausgenommen, eher kurze bis mittlere Verweildauer.

Fotocredit: whiskybase.com


Fazit
Wer die klassischen, oft brachialen, Aromenwalzen nach Eiche pur und Vanille mit Maissüße sucht, wird beim Willett Pot Still Reserve fehl am Platz sein, bzw. mit dieser Abfüllung nicht zurecht kommen. Er ist eher ein etwas filigraner Genosse. Die insgesamt leichte, luftig aromatisierte Nase gefällt mir sehr gut. Der weiche, süße und zugleich würzige Geschmack ist harmonisch. Einzig der Abgang könnte etwas länger sein. Ein leichter Kentucky Straight Bourbon, der aber nicht seicht ist. Der ideale Begleiter an einem warmen sonnigen Abend auf der Terrasse. Und ich kann den teils sehr negativen Kritiken nicht folgen und attestiere dem Willett Pot Still Reserve neben seinem tollen äußeren Design auch ein sehr ansprechendes Innenleben.

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Those who are not only interested in the inner values of a bottle, but also in beautiful bottle designs, will sooner or later not be able to ignore the Willett Pot Still Reserve. It's rare to see such a beautiful bottle that is modelled on a pot still.

But this is exactly where the danger lies. Very often, people associate great, lavish bottles with their contents being less attractive in return - according to the motto "on the outside, wow, on the inside". This prejudice also seems to prevail to a certain extent with the Willet Pot Still Reserve, if one is to believe some of the comments on various online platforms. But is the criticism justified that the exterior gloss is used to conceal weaknesses in the content? That's what I wanted to know, so I got myself a sample bottle based on the original. 

The Willett Pot Still Reserve is, as the name suggests, produced using the pot still method. It is a small batch Kentucky Straight Bourbon Whiskey from Kentucky Bourbon Distillers. Their warehouses produce such well-known brands as Noah's Mill, Rowan's Creek, Johnny Drum Private Stock and Pure Kentucky.

I couldn't find anything about the composition of Mashbill from official sources, but there is information circulating on the web in some shop pages and blogs that the recipe is composed as follows: 65% corn, 15% malted barley and 20% wheat. I find it very interesting that wheat was used in the mash instead of the rye often used in bourbon, which makes me all the more curious. Bottled at 47% alcohol or 94 proof. 


Appearance
Rusty brown


Nose
Initially a light, almost lovely perfumed smell of violets. No real trace of the often recognised sticky note. The typical oak and vanilla aromas are there, of course, but not as intense as in the last, mind you higher percentage, bourbons I've tasted recently. There is room for lighter fruity scents, such as lemon, orange, cloves but also gooseberries or currant with an acidic touch. The alcohol is barely perceptible, very well integrated.
Interesting, with a few drops of water, the oak and vanilla come out more. The spices like nutmeg, cinnamon and cloves as well, but the slightly floral notes from before recede more into the background.


Taste
A very intensely sweet and at the same time plump and creamy entrée in the mouth. Then a nice interplay between the lemony/orange fruit flavours with spicy parts like cinnamon, nutmeg and cloves garnished with slightly spicier ginger or pepper notes. The vanilla frames the overall impression, the oak stays in the background in the mouth.
With water, the striking sweetness reduces at the beginning. The spiciness remains, the pepper note decreases. However, it seems flatter overall. So clear recommendation is to try it without water.


Finish
Towards the finish it gets nice and warming, right down to the stomach. The slight spiciness from the taste remains present in the finish. Along with nice vanilla and a hint of oak spice. Overall, except for the pleasant warmth, rather short to medium lingering.


Conclusion
Those who are looking for the classic, often brute, aroma rolls of pure oak and vanilla with corn sweetness will be out of place with the Willett Pot Still Reserve, or will not get on with this bottling. It is rather a somewhat delicate companion. The overall light, airy aromatic nose pleases me very much. The soft, sweet and at the same time spicy taste is harmonious. Only the finish could be a little longer. A light Kentucky Straight Bourbon, but not shallow. The ideal companion on a warm sunny evening on the terrace. And I can't follow the partly very negative reviews and attest to the Willett Pot Still Reserve's great exterior design as well as its very appealing interior.

Mittwoch, 9. März 2022

Booker's 6y

 

Whiskybase


Denkt man an Jim Beam, dann hat man sofort die markant eckige Flasche mit weißem Etikett im Spirituosenregal im Supermarkt vor Augen. Aber die sich im Besitz des japanischen Suntory Konzerns befindliche Bourbon Brennerei aus Kentucky hat noch viel mehr zu bieten. 1992 wurde die Small Batch Collection, bestehend aus den Marken Booker's, Baker's, Knob Creek und Basil Hayden's, aus der Taufe gehoben. Booker's war die erste Abfüllung dieser Reihe.

Wenn die Geschichte stimmt, dann entstammt der Booker's - benannt nach dem gleichnamigen damaligen Master Distiller Booker Noe - der Idee einer speziellen Abfüllung als Weihnachtsgeschenk für Großhändler. Offenbar fanden die Beschenkten den Bourbon so gut, dass sie wissen wollten, wie sie diesen Tropfen auch regulär kaufen könnten. 

So entstand die Idee zur Small Batch Serie, die dann noch auf die anderen Marken ausgeweitet wurde. Die Grundidee hinter Booker's liegt in seiner unverfälschten Charakteristik. Es werden eine kleine Anzahl an handverlesenen Fässern ohne nächträgliche Verschönerung (Färbung und Kühlfiltration) unverdünnt in die Flasche gefüllt. Vier bis sechs solcher Batches kommt jährlich auf den Markt. Das Alter variiert zwischen 6 und 7 Jahren sowie auch der Alkoholgehalt ebenfalls, liegt aber nie unter 60%.

Meine Flasche hat ein Alter von 6 Jahren und 3 Monaten mit 62,95% Alkohol und stammt vom Batch 2019-01E.


Ausehen
Dunkles rötliches Rostbraun.


Nase
Klar, die fast 63% Alkohol sind eine Ansage und man sollte beim Riechen schon aufpassen, dass man sich die Sinneshärchen in der Nase nicht wegbrennt. Aber wenn man sich nicht zu tief ins Glas beugt, dann geht das trotz des hohen Alkoholgehalts sehr gut. Der Alkohol ist wirklich sehr gut integriert.

Das erste, was einem gleich auffällt, ist ein starkes Aroma nach Bourbon Vanille, zusammen mit einer frischen Minznote. Dies weckt Assoziationen nach einem Vanilleeis. Ein Vanilleeisbecher mit einem ordentlichen Schuss Karamellsauce. Dahinter kommt mit mehr Standzeit frisches Popcorn mit Butter und  Zimt und Muskat zum Vorschein - wie ein Bratapfel am Jahrmarktstand. Und über allem liegt dieser Geruch nach Eichenholzsaft, fast schon sirupartig. Keine bittere Noten, mehr getrocknete Küchenkräuter und aromatisches Holz wie Sandelholz oder ähnliches.

Mit etwas Wasserzugabe, damit er vielleicht so zw. 50% und 55% verdünnt ist, macht der Booker‘s mehr auf. Die konzentrierte Vanille wird leichter, dafür kommt Orangenschale dazu. Die Eiche zeigt sich mehr. Es wird sogar leicht floral. Sehr schön.


Geschmack
Beim ersten Versuch wage ich einen ganz kleinen Sipper unverdünnt. Wow! Was für ein sirupähnliches Mundgefühl. Sehr cremig und süß und volle Kanne das Karamell aus der Nase - flüssiges Toffee. Dann kommt die frische Minze und die Muskatnuss und der Zimt. Als Frucht vielleicht nun eher Richtung bittere Orangenzeste, weniger der fruchtiger Bratapfel aus dem Geruch. Er lässt sich ohne Wasser durchaus trinken, jedoch nur in kleinen Schlucken. Sehr intensiv und kraftvoll.
Beim zweiten Schluck mit einer dezenten Verdünnung bleibt das Mundgefühl cremig. Weiterhin auch eine Süße sogleich zu schmecken, wenn auch nicht mehr so intensiv. Immer noch diese tolle Minze. Kräuter und Muskatnuss sind weiter präsent. Die Orangenkonzentration im Geschmack nimmt zu. 


Abgang
Pur ohne Wasser zeigt sich die Eichenfracht mit einer überraschend, fast schon weichen, blumigen Aromatik. Schöne Holzsafteindrücke. Dies klingt eigenartig, aber ich habe eine Assoziation als wenn ein mit Bourbon gesättigtes Stück Eiche "ausgedrückt" wurde. Wenig Bitterkeit, mehr dunkle Schokolade mit mittelhohem Kakaogehalt. Toller langer Abgang.
Mit Wasser wird es sanfter. Die Grundaromen bleiben, wenn auch etwas abgeschwächt. Hier hilft das Wasser weniger, der Abgang ist pur fast besser.


Fazit
Der Booker‘s ist eine Erfahrung. Eine durchwegs positive. Trotz dieser sehr hohen Alkoholpower kann man ihn sehr gut pur trinken. Auch die Aromen verstecken sich nicht hinter dem Alkohol. Die Vanillesoße und die Minze sind toll. Sehr süß. Und das Holz ist umwerfend. Klare Kaufempfehlung, wenn man wissen will, was Bourbon kann. Und man sollte sich nicht abschrecken lassen, weil er aus dem Hause Jim Beam kommt. Der hat absolut nichts mit den Flaschen aus dem Supermarkt gemein. Toller Stoff.

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When you think of Jim Beam, you immediately think of the distinctive square bottle with a white label on the spirits shelf in the supermarket. But the Kentucky bourbon distillery, owned by the Japanese Suntory Group, has much more to offer. In 1992, the Small Batch Collection, consisting of the brands Booker's, Baker's, Knob Creek and Basil Hayden's, was launched. Booker's was the first bottling in this series.

If the story is true, Booker's - named after the Master Distiller of the time, Booker Noe - came from the idea of a special bottling as a Christmas gift for wholesalers. Apparently, the recipients liked the bourbon so much that they wanted to know how they could also buy this drop regularly. 

This is how the idea for the Small Batch Series was born, which was then extended to the other brands. The basic idea behind Booker's lies in its unadulterated characteristics. A small number of hand-picked casks are bottled undiluted without any subsequent embellishment (colouring and chill filtration). Four to six such batches are released each year. The age varies between 6 and 7 years, as does the alcohol content, but it is never less than 60%.

My bottle has an age of 6 years and 3 months with 62.95% alcohol and comes from batch 2019-01E.

The breakdown of the barrels which were selected for this batch
Screenshot from bookersbourbon.com

Appearance
Dark reddish rusty brown.


Nose
Sure, the almost 63% alcohol is an announcement and you should already be careful when smelling it not to burn away the sensory hairs in your nose. But if you don't lean too deeply into the glass, it goes down very well despite the high alcohol content. The alcohol is really very well integrated. 

The first thing you notice right away is a strong aroma of bourbon vanilla, together with a fresh mint note. This evokes associations of vanilla ice cream. A vanilla sundae with a good dollop of caramel sauce. Behind this, with more standing time, fresh popcorn with butter and cinnamon and nutmeg emerges - like a baked apple at a fairground stall. And over everything is this smell of oak sap, almost syrupy. No bitter notes, more dried kitchen herbs and aromatic wood like sandalwood or something similar. 

With a little water added, so that it's maybe diluted somewhere between 50% and 55%, the Booker's opens up more. The concentrated vanilla becomes lighter and orange peel comes in. The oak shows more. It even becomes slightly floral. Very nice.


Taste
On the first try, I venture a very small sipper undiluted. Wow. What a syrupy mouthfeel. Very creamy and sweet and full pot the caramel from the nose - liquid toffee. Then comes the fresh mint and nutmeg and cinnamon. As a fruit, perhaps now more towards bitter orange zest, less the fruity baked apple from the smell. It is quite drinkable without water, but only in small sips. Very intense and powerful.
At the second sip with a discreet dilution, the mouthfeel remains creamy. A sweetness can still be tasted immediately, although no longer as intense. Still this great mint. Herbs and nutmeg are still present. The orange concentration in the taste increases. 


Finish
Pure without water, the oakiness shows up with a surprising, almost soft, floral aroma. Nice wood sap impressions. This sounds strange, but I have an association as if a piece of oak saturated with bourbon has been "squeezed". Little bitterness, more dark chocolate with medium-high cocoa content. Great long finish.

With water it becomes smoother. The basic flavours remain, albeit somewhat attenuated. Water helps less here, the finish is almost better neat.


Conclusion
Booker's is an experience. A thoroughly positive one. Despite this very high alcohol power, you can drink it very well neat. The flavours don't hide behind the alcohol either. The vanilla sauce and the mint are great. Very sweet. And the wood is stunning. Clear buy recommendation if you want to know what bourbon can do. And you shouldn't be put off by the fact that it comes from Jim Beam. It has absolutely nothing in common with the bottles from the supermarket. Great stuff.

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Maker's Mark 101 Travelers Exclusive

 

Whiskybase


Es gibt Tage, da muss es ein Bourbon sein. Heute ist so ein Tag. Die spontane Entscheidung fiel auf ein Sample vom Maker‘s Mark 101 Travelers Exclusive Abfüllung. Von Maker's Mark aus Kentucky habe ich bereits den Maker’s Mark Bourbon Whisky und den Makers 46 verkostet. Vor allem der letztgenannte gefiel mir damals recht gut. Mal sehen wie sich die 101er Version mit deutlich mehr Alkoholgehalt mit 50,5% (101 Proof) schlägt.


Nase & Aussehen
Die Farbe im Glas ist ein dunkles, sattes Kupfer. Der erste Eindruck ist eine intensive klassische Bourbonnase. Viel Mais, Karamell und Vanille strömen hier aus dem Glas. Jedoch wenig bis gar kein Duft nach Klebstoff, wie man oft bei Bourbon assoziiert. Der hohe Maisanteil in der Mashbill zeigt sich eben zu Beginn dominant. Dies ändert sich nach kurzer Zeit und wechselt zu schönen saftigen Orangenaromen. Diese waren für mich auch beim Makers 46 deutlich vorhanden. Zusätzlich schwingen vorweihnachtliche Gewürze wie Muskat, Zimt und Gewürznelken mit und präsentieren damit die aromatischen Eindrücke vom Holz. Schön ausgewogen und nicht zu kräftig, wie es oft bei höher prozentigen Bourbons passiert. Alkohol zeigt sich ganz leicht durch eine dezente frische After Eight Minzenote,  ist jedoch gut eingebunden.


Geschmack
Ein schöner kräftiger Antritt im Mund, dabei jedoch ölig und süffig. Zuerst viel Karamell und Vanille sowie die saftige Orange aus der Nase dominant. Relativ rasch wechselt der Geschmack in Richtung Würzigkeit vom Holz mit dem Mais in Kombination und dem Muskat und Zimt. Der Alkohol bleibt zum Abgang hin mit der Minznote präsent.


Abgang
Leicht adstringierend im Finish, die 50,5% zeigen ihre Kraft. Gegen Ende hin bekommen die Holzaromen einen blumigen Touch. Das Finale ist mittellang, die Holznoten, gepaart mit den Gewürzen bleiben noch länger im Mund präsent.


Fazit
Sehr süffig und eine schöne Kombination aus Orange, Karamell und kräftigen Gewürznuancen. Der erhöhte Alkoholgehalt gefällt mir Im Vergleich zum herkömmlichen Maker’s Mark kommen deutlich mehr Aromen beim Geruch und im Geschmack an. Ist er besser als der Makers 46? Hm. Nein. Würde ich nicht sagen. Würde ich ihn mir zulegen? Ja.

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There are days when it has to be a bourbon. Today is one of those days. The spontaneous decision fell on a sample from the Maker's Mark 101 Travelers Exclusive bottling. I have already tasted the Maker's Mark Bourbon Whisky and the Makers 46 from this Kentucky distillery. I particularly liked the latter at the time. Let's see how the 101 version with significantly more alcohol content at 50.5% (101 proof) does.


Nose & Appearance
The colour in the glass is a dark, rich copper. The first impression is an intense classic bourbon nose. Lots of corn, caramel and vanilla pouring out of the glass here. However, little to no scent of glue, as is often associated with bourbon. The high corn content in the mashbill is dominant at the beginning. This changes after a short time and switches to nice juicy orange aromas. For me, these were also clearly present in the Makers 46. In addition, pre-Christmas spices like nutmeg, cinnamon and cloves resonate and present the aromatic impressions of the wood. Nicely balanced and not too strong, as often happens with higher-percentage bourbons. Alcohol shows up very slightly with a subtle fresh after eight mint note, but is well integrated.

Fotocredit: Maker's Mark


Taste
A nice strong attack in the mouth, yet oily and drinkable. At first a lot of caramel and vanilla as well as the juicy orange from the nose dominate. Relatively quickly the taste changes towards spiciness from the wood with the corn in combination and the nutmeg and cinnamon. The alcohol remains present towards the finish with the mint note.


Finish
Slightly astringent on the finish, the 50.5% shows its power. Towards the end, the wood flavours take on a floral touch. The finish is medium long, the wood notes paired with the spices remain present in the mouth for longer.


Conclusion
Very drinkable and a nice combination of orange, caramel and strong spice nuances. I like the increased alcohol content Compared to the conventional Maker's Mark, there are clearly more aromas in the smell and taste. Is it better than the Makers 46? Hm. No. I wouldn't say so. Would I buy it? Yes.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Colonel E. H. Taylor Single Barrel

 

Whiskybase

Bei den aktuell warmen Temperaturen ist ein Bourbon im Glas immer eine gute Wahl. Gedacht, getan und in meinem Sample-Hort gestöbert. Gefunden wurde ein Sample vom Colonel E. H. Taylor Single Barrel der Buffalo Trace Distillery. 

Colonel Edmund Haynes Taylor, Jr., Eigentümer der Buffalo Trace Distillery in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Pionier der Bourbon-Industrie, war maßgeblich an der Entstehung des Bottle-in-Bond-Acts beteiligt. Taylor führte mehrere innovative Methoden - unter anderem klimatisierte Lagerhäuser für die Reifung - bei der Bourbon-Herstellung ein.

Der Colonel E.H. Taylor Jr. Single Barrel Bourbon reift 11 Jahre und 7 Monate in neuen, amerikanischen Eichenfässern in einem von Colonel Taylor 1881 erbauten Lagerhaus. Danach wird er mit 100 Proof bzw. 50% Alkohol in die Flasche gefüllt. Aktuell ist dieser Kentucky Straight Bourbon bei uns eher selten zu finden.


Nase & Aussehen
Ein schönes Mahagoni leuchtet im Glas. Ganz behäbig bewegen sich einige Schlieren am Glasrand. Leicht stechend in der Nase, der Alkohol kitzelt immer wieder ein wenig. Duft nach süßem Mais zu Beginn. Aber keine wirkliche Klebernote, die oft bei Bourbons erkannt wird. Dahinter eine saftige Orange mit Vanille, Muskat und Zimt - das volle Programm für die Weihnachtszeit und das im Sommer. Viel Karamell und geröstete Mandeln. Und im Hintergrund liegt die ganze Zeit ein sehr aromatischer Holzduft.


Geschmack
Sehr angenehmes, cremiges Mundgefühl. Sofort eine deutliche Karamellsüße, gepaart mit einer schönen pfeffrigen Würzigkeit. Die Fruchtnote aus der Nase mit der Orange bekommt im Geschmack nun auch Verstärkung von Rumrosinen, hätte ich in einem Bourbon nicht vermutet. Auch die Gewürze wie Zimt, Vanille und Muskat sind weiterhin präsent. 


Abgang
Eher von kurzer Dauer ist das Ende. Die prickelnde Würzigkeit ist weiterhin da, auch die Eiche zeigt sich nun anhand einer leichten bitteren Note und aromatischen Aromen. Etwas Vanille. Auch die Muskatnuss bleibt noch kurz im Mundraum.


Fazit
Sehr netter Bourbon! Er erinnert mich in seinen Aromen etwas an den Wild Turkey Rare Breed, wenn gleich dieser vielleicht etwas brachialer die Aromenfracht an den Geniesser bringt. Die Nase lädt zum entspannten Verriechen ein. Im Mund geht dann schön die Post ab. Gute Kombination aus süßen und würzigen Noten. Einziger Schwachpunkt für mich ist der doch eher ambitionslose Abgang. Er ist relativ schnell weg. Würde ich mir eine Flasche zulegen? Aktuell liegt der Preis, wenn überhaupt verfügbar, deutlich über € 100,-. Für diesen Preis bekommt man beinahe drei Flaschen vom Rare Breed. Daher wäre er für mich kein Kaufkandidat. 

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With the current warm temperatures, a bourbon in a glass is always a good choice. Thought, done and rummaged in my sample hoard. Found a sample of Colonel E. H. Taylor Single Barrel from Buffalo Trace Distillery.

Colonel Edmund Haynes Taylor, Jr, owner of Buffalo Trace Distillery in the latter half of the 19th century and a pioneer in the bourbon industry, was instrumental in the creation of the bottle-in-bond act. Taylor introduced several innovative methods - including climate-controlled warehouses for aging - to bourbon production.

Colonel E.H. Taylor Jr. Single Barrel Bourbon is aged 11 years and 7 months in new American oak barrels in a warehouse built by Colonel Taylor in 1881. It is then bottled at 100 proof or 50% alcohol. Currently, this Kentucky Straight Bourbon is rather rare to find in our country.


Nose & Appearance
A beautiful mahogany glows in the glass. Quite sedately, some streaks move around the rim of the glass. Slightly pungent on the nose, the alcohol keeps tickling a bit. Aroma of sweet corn at the start. But no real sticky note, which is often detected in bourbons. Behind that, a juicy orange with vanilla, nutmeg and cinnamon - the full works for the holiday season and that in summer. Lots of caramel and toasted almonds. And in the background all the time is a very aromatic woody scent.


Taste
Very pleasant, creamy mouthfeel. Immediately a distinct caramel sweetness coupled with a nice peppery spiciness. The fruit note from the nose with the orange now gets reinforcement from rum raisins in the taste, I would not have guessed in a bourbon. Spices like cinnamon, vanilla and nutmeg continue to be present as well. 


Finish
Rather short-lived is the finish. The tingling spiciness is still there, also the oak now shows up by way of a slight bitter note and aromatic flavors. Some vanilla. Nutmeg also lingers briefly in the mouth.


Conclusion
Very nice bourbon! It reminds me in its aromas somewhat of the Wild Turkey Rare Breed, although this perhaps a little more brute brings the aromatic freight to the connoisseur. The nose invites a relaxed crawl. In the mouth, the post goes off nicely. Good combination of sweet and spicy notes. The only weak point for me is the rather unambitious finish. It is gone relatively quickly. Would I buy a bottle? Currently, the price, if available at all, is well over € 100. For this price you get almost three bottles of Rare Breed. Therefore, it would not be a purchase candidate for me. 

Mittwoch, 7. April 2021

Four Roses Single Barrel & 2020 Limited Edition Small Batch



Dieses Jahr habe ich tatsächlich noch keinen Bourbon verkostet. Es wird mal wieder Zeit dafür. Und in meiner Sampleliste zwei interessante Kandidaten von Four Roses entdeckt. Bin sehr gespannt.

Four Roses Single Barrel 50%

Das Alter der Fässer, aus denen der Single Barrel abgefüllt wird, soll sich laut Herstellerangaben zwischen 7 und 9 Jahren bewegen. Der Bourbon ist eine Mischung aus 60% Mais, 35% Roggen und 5% Gerstenmalz. Abgefüllt wird immer mit 50% oder 100 Proof (eine in den USA immer noch gebräuchliche Maßeinheit für den Alkoholgehalt).


Nase & Aussehen
Der Bourbon zeigt sich mit einem dunklen Gold, dass schon in Richtung Kupfer tendiert. Ein dünner Film haftet am Glasrand, wenige Legs. Die erste angenehme Erkenntnis - keine Klebernote, die häufig bei Bourbons anfangs in der Nase zu finden ist. Insgesamt ein sehr weicher Geruch. Süß mit einer ordentlichen Portion Vanille und Karamell. Eine sehr schöne klassische Bourbon-Nase. Aromen von süßem Popcorn. Neben Zimt und Muskat kommt auch die typische Würznote vom Roggen deutlich zum Vorschein - vor allem mit mehr Zeit im Glas nimmt der Roggen markant zu. Alkohol ist schön eingebunden, die 50% Alkohol sind in der Nase nicht zu merken. Die Fruchtseite ist für mich wenig ausgeprägt, eine spezifische Frucht kann ich schwer ausmachen.


Geschmack
Der Bourbon eröffnet mit einem sehr süßen Antritt und einem cremigen Mundgefühl. Zu Beginn eine leichte Säure die sich schnell in die Roggenwürzmischung aus der Nase wandelt. Eine leichte Pfeffer- und Ingwernote gesellt sich hinzu - es bleibt aber alles im Rahmen. Die leichte Schärfe harmoniert gut mit der deutlichen Süße. Nach dem zweiten Schluck nimmt die Karamellsüße sowie die Vanille sogar noch leicht zu. Interessanterweise kommt nun auch ein Kirschkräuterzuckerl zum Vorschein.


Abgang
Würzig und wärmend geht es in Richtung Finish. Die Eiche und der Rye sind nun die dominanten Aromen. Auch der Mais gesellt sich nochmals kurz dazu. Ganz zum Ende bekomme ich noch eine Schale von roten Äpfel. Der Abgang ist wohlwollend mittel bis kurz.


Fazit
Ein sehr süffiger Bourbon ohne der oft erwähnten Klebernote in der Nase. Sehr mild und viel weniger Eichenpower als beispielsweise beim Elijah Craig Small Batch oder dem Wild Turkey Rare Breed. Gefällt mir. Sehr gut zum nebenher süffeln.

2020 Four Roses Limited Edition Small Batch 55,7%

Die Limited Edition Small Batch Flaschen sind Jahresabfüllungen. Die 2020iger Version ist eine Vermengung von vier verschiedenen Mashbill- und Hefe-Rezeptmischungen mit Altersangaben zwischen 12 und 19 Jahren (Nähere Informationen zu den verschiedenen Mashbill-Rezepten von Four Roses und welche für den 2020iger verwendet wurden). Daraus ergab sich eine Alkoholstärke von 55,7%.


Nase & Aussehen
Farblich schon ein deutlicher Unterschied zum Single Barrel mit einem kräftigen dunklen Kupferstich. Wow! Ein sehr kräftiger, voluminöser Geruch, der sogleich in die Nase steigt. Starke Vanille- und süße Milchkaramellnoten gleich zu Beginn. Gemeinsam mit einem ordentlich gehäuften Teelöffel Zimt und Muskat. Deutlich weniger Roggeneinfluss als beim Single Barrel. Der Alkohol ist durch ein leichtes Mintaroma wie After Eight merkbar. Als Frucht kann ich neben einer saftigen Blutorange und deren Zesten auch etwas von einem reifen, süßen roten Apfel ausmachen. Bei der Nase bewirkt für mich Wasserzugabe keine signifikante Veränderung oder gar Verbesserung.


Geschmack
Ein kräftiger und zugleich mundfüllender Antritt. Sehr süßer und zugleich intensiv würziger Geschmack. Die Würzigkeit, gepaart mit dem Zimt und der Muskatnuss aus der Nase, könnte vom Fass kommen. Der Roggenanteil wird im Mittelteil als Kräuternote erkennbar. Karamell und eine diffuse Fruchtnote sind ebenfalls präsent. Ich kann die Fruchtkomponente nicht ganz auseinander dividieren. Mit etwas Wasserzugabe wird das Geschmacksessemble weicher, die unterschiedlichen Teile harmonisieren sehr schön miteinander.


Abgang
Die süßen Ansätze, zusammen mit der intensiven Eichenfracht bleiben lange im Finish präsent. Sehr schöne aromatische Eiche. Da zeigen sich die älteren Fässer mit 19 Jahren. Wie schon beim Single Barrel erscheinen zum Ende hin Schalen von roten Äpfel. Der Abgang ist deutlich länger als beim Single Barrel präsent.


Fazit
So viele Bourbons hatte ich zwar noch nicht im Glas, aber der Limited Edition Small Batch 2020 von Four Roses ist sicherlich der bislang beste Bourbon, den ich kosten konnte. Die Dichte und Intensität in Nase und Geschmack sind sehr schön. Insgesamt ist der Limited Edition im Vergleich zum Single Barrel voluminöser und kräftiger. Dieser Bourbon verlangt nach Aufmerksamkeit, die er auch verdient.


Wenn man an Four Roses denkt, haben die meisten von uns, ich eingeschlossen, die Flasche mit dem gelben Etikett aus dem Supermarkt vor Augen, der sich als Alkzusatz für eine Cola halbwegs eignet.
Aber sowohl der Single Barrel und vor allem der Limited Edition Small Batch zeigen nachdrücklich, was in den Lagerhäusern von Four Roses schlummert und welche guten Bourbons die Jungs dort produzieren.


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