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Dienstag, 9. Juni 2026

Highland Park Full Volume

 

Whiskybase

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Highland Park mit Ex-Bourbonreifung – diese Kombination ist mir in den letzten beiden Jahren immer mehr ans genießerische Herz gewachsen. Für meinen Geschmack funktioniert der würzige, eigenständige Grundcharakter von Highland Park mit den typischen hellfruchtigen und vanilligen Aromen eines Ex-Bourbonfasses ausgezeichnet. Bis jetzt konnte ich diese Fasskombination allerdings fast ausschließlich über unabhängige Abfüller wie Meadowside Blending oder Signatory Vintage kennenlernen.

Im offiziellen Sortiment von Highland Park gibt es nur wenige Abfüllungen, die ohne Sherryfässer auskommen. Eine davon ist der Full Volume aus dem Jahr 2017, für den 481 First-Fill-Ex-Bourbon-Fässer mit Destillat aus dem Jahr 1999 befüllt wurden, das anschließend 17 Jahre reifen durfte.

Der Name „Full Volume“ entstammt der Welt der Musik. Highland Park wollte mit dieser Abfüllung die Parallelen zwischen der Arbeit eines Musikproduzenten und der eines Whisky Makers aufzeigen: In beiden Fällen geht es darum, unterschiedliche Komponenten so auszubalancieren, dass selbst bei voller Lautstärke beziehungsweise voller Aromenkraft ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Passend dazu wurde die Verpackung im Stil eines Vintage-Gitarrenverstärkers gestaltet.

Auf der Seite der als alten Gitarrenverstärker designten Verpackung sind Regler aufgedruckt (für Torf, Bourbon, Frucht und Vanille) aufgedruckt. Der Lautstärkenregler ist sogar auf 11 hochgedreht.

Ich konnte eine Flasche davon zu einem guten Preis beim Auktionshaus Krüger erstehen und bin sehr gespannt, ob eine Originalabfüllung mit dieser Fassbelegung genauso gut funktioniert wie die unabhängigen Vertreter.


Aussehen
Dunkles Strohgelb.


Nase
Die für mich so typischen Noten von Heidekraut, die sanfte, sehr eigene Würzigkeit mit ihrem Hauch von Rauch, die ich so an Highland Park schätze, lassen sich zu Beginn nicht feststellen. Dafür zeigt sich eine sehr fein ausgeprägte Bourbonnase. Richtig viel Vanille, eine angenehme, nicht übertriebene Süße, eher wie heller Kuchenteig, dazu ein tropisches Fruchtbouquet vom Feinsten. Mit einer leichten Säure, die an Ananas erinnert, dazu reife Birnen, Mirabellen und Pfirsiche.

Die amerikanische Weißeiche macht sich durch eine leicht sägemehlartige Holznote im Hintergrund bemerkbar. Der Alkohol ist gut eingebunden und bringt eine dezente Frische sowie Lebendigkeit in den Geruch. Insgesamt wirkt die Nase sehr ausbalanciert und harmonisch, man merkt ihr das Alter durchaus an.

Auch nach rund 15 Minuten erkenne ich kein Heidekraut. Bei einer Blindverkostung hätte ich hier ziemlich sicher nicht auf Highland Park getippt.


Geschmack
Im Mund eröffnet der Whisky zwar weich, wirkt jedoch merklich kraftvoller als in der Nase und zeigt sich deutlich stärker von seiner würzigen Seite. Mineralische Noten, Bittermandeln und leichte Bitterstoffe von Apfelschalen prägen den ersten Eindruck. Und da ist es! Das im Geruch so schmerzlich vermisste Heidekraut – und zwar ziemlich ausgeprägt, muss ich sagen.

Nach dem herbwürzigen Start übernimmt eine angenehme, nicht zu intensive Süße das Kommando. Sie erinnert vor allem an Puderzucker, der mit Vanille und Zitronenextrakt aromatisiert wurde.

Nach diesem süßen Intermezzo treten wieder würzigere Noten auf die Geschmacksbühne: eine Prise schwarzer Pfeffer, etwas Pfefferminze und Holzsäfte. Und immer noch ist das kräuterig-würzige Heidekraut allgegenwärtig. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Der Alkohol bleibt hervorragend integriert und klar definiert.


Abgang
Gegen Ende erahnt man eine leichte Rauchnote, als würde man an einem angebrannten Stück Holz lecken. Das Heidekraut tritt nun noch deutlicher hervor. Auch die mineralische Komponente bleibt weiterhin präsent. Insgesamt besitzt der Whisky einen mittellangen Abgang.


Fazit
Vor allem in der Nase fällt es schwer, ihn sofort als Highland Park zu identifizieren. Dort dominiert zunächst das First-Fill-Bourbonfass das Geschehen. Spätestens am Gaumen tritt der Brennereicharakter der Orkney-Destillerie jedoch deutlich hervor. Dabei erinnert er mich stellenweise stark an den 18-jährigen Secret Orkney 2002 von MBI. Der Full Volume zeigt eindrucksvoll, wie stark First-Fill-Bourbonfässer den Charakter von Highland Park zunächst überdecken können, ohne ihn jedoch vollständig zu verdrängen.

Man sollte diesem Whisky etwas Zeit geben. Ab dem zweiten Glas wirkt alles deutlich runder und harmonischer. Dann zeigt der Full Volume, was wirklich in ihm steckt. 

Donnerstag, 30. April 2026

Ledaig 15y Amontillado Sherry (ADoS)

 

Whiskybase

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Marco Bonn hat in seiner Reihe A Dream of Scotland bereits einige sehr feine Ledaig abgefüllt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass sich auch dieser 15-Jährige mit Reifung im Amontillado-Sherry-Cask nahtlos einreiht.

Ich hoffe sehr, dass der Whisky durch die – doch eher selten anzutreffende – Belegung in einem Amontillado-Sherryfass interessante Geschmacksnuancen mitbringt, die man bei den deutlich häufiger anzutreffenden Oloroso- oder PX-Varianten nicht in dieser Form findet. Gerade die Kombination aus dem eigenwilligen Rauch von Ledaig und den eher nussig-kräuterigen Aromen dieses Sherrystyils macht mich neugierig auf diesen Malt.

Lediglich 278 Flaschen wurden aus dem Fass abgefüllt – mit fassstarken 59,1 %, ohne künstliche Färbung und ohne Kühlfiltration.


Aussehen
Sehr dunkles Kupfer, fast schon Richtung Mahagoni.


Nase
Kein Kuhstall.

Bei Ledaig habe ich beim Rauch normalerweise fast immer diese typische Stall- bzw. Kuhstall-Assoziation. Die fehlt hier zu Beginn komplett. Stattdessen zeigt sich sofort eine ordentliche Portion speckiger BBQ-Noten: mariniertes Fleisch, das bereits über einem Holzofengrill brät und bei dem von Zeit zu Zeit Saft und Fett auf die glimmenden Kohlen tropfen.

Neben diesen fleischig-speckigen Barbecue-Aromen treten auch karamellisierter Honig, getrocknete Gewürze und dunkle rote Beeren hervor. Alles verbindet sich zu einem umwerfenden Geruchspotpourri, bei dem man permanent am Glas hängen bleiben möchte.

Auch das gelegentliche Prickeln und die leicht frische Schärfe des höheren Alkoholgehalts stören dabei nicht. Die Aromen wirken homogen und gesetzt, nichts Jugendliches blitzt trotz der Intensität hervor. Die 15 Jahre nimmt man ihm ohne Weiteres ab.

Mit Wasser kommt eine zusätzliche Vanillenote hinzu. Die alkoholische Schärfe reduziert sich, die übrigen Aromen verlieren etwas an Kraft, verweben sich dafür aber noch harmonischer miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Eindruck ist sehr stürmisch. Mit ordentlich Druck und Feuer geht der Ledaig ans Werk. Im Mund ist der Alkohol unverdünnt deutlich stärker wahrnehmbar als in der Nase.

Neben einer intensiven Schärfe, die an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert, zieht der Malt kräftig Wasser auf Zunge und Wangeninnenseiten – ein klassisches Zeichen für hohen Alkoholgehalt.

Daneben zeigen sich eine nicht übertriebene Karamellsüße, Orangenmarmelade mit leicht eingekochtem Charakter, getrocknete Küchenkräuter, Zimt, getrocknete Tabakblätter, viel Holzwürze und ein großes Stück dunkler, herber Schokolade.

Den Rauch nehme ich im Geschmack weniger deutlich wahr. Was bleibt, ist der Nachhall eines ausklingenden Holzfeuers mit Aschebildung sowie dunkel angebratenes Fleisch mit kräftiger Marinadenkruste.

Dieser Malt verlangt eindeutig nach ein paar Tropfen Wasser.

Und ja – Wasser tut ihm ausgesprochen gut. Nicht nur, dass die anfängliche Hitze und alkoholische Schärfe deutlich gemildert werden: Die übrigen Aromen treten klarer hervor und beginnen regelrecht zu glänzen. Er wird überraschend süffig und ausgesprochen lecker.


Abgang
Bis ins Finish hinein bleiben Hitze und die damit verbundene Schärfe zunächst präsent. Sobald diese abklingen, haften rote Beeren, Tabaknoten, Holz, Karamell und Asche noch sehr lange im Mundraum.


Fazit
Das ist für mich ein Malt, der Wasser benötigt, um seine Aromenvielfalt und -kraft wirklich ausspielen zu können. Man kann ihn selbstverständlich pur trinken, mir ist er dann – vor allem am Gaumen – etwas zu anstrengend.

Mit Wasser hingegen wird er richtig stark. Besonders gefällt mir, dass er nicht zu süß geraten ist. Die speckigen Aromen stehen ihm ausgesprochen gut.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Glen Scotia 14y Tawny Port Finish peated – Campbeltown Malts Festival 2020

 

Whiskybase

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Das Campbeltown Malts Festival wird seit 2014 veranstaltet. Aufgrund von COVID musste die Ausgabe 2020 auf eine virtuelle Variante reduziert werden. Eine Festival-Abfüllung ließ sich Glen Scotia dennoch nicht nehmen und präsentierte einen 14 Jahre alten rauchigen Single Malt, der zunächst in einer Kombination aus Refill-Hogsheads aus amerikanischer Weißeiche, mittelstark ausgebrannten amerikanischen Eichenfässern und First-Fill-Bourbon-Barrels reifte, bevor er ein sechsmonatiges Finish in First-Fill-Tawny-Port-Hogsheads erhielt.

Insgesamt wurden 15.000 Flaschen mit 52,8 % vol. von dieser Abfüllung auf den Markt gebracht – eine ganz schöne Menge für eine limitierte Festivalabfüllung.


Aussehen
Helles Kupfer


Nase
Schöner, kräftiger erster Eindruck in der Nase! Von Beginn an beerenfruchtig: Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren, begleitet von einer cremigen Vanillesauce. Ein erdiger, leicht schmutziger Rauch – hier kommen die Campbeltown-Gene zum Vorschein – liegt dezent im Hintergrund und verbindet sich stimmig mit den übrigen Aromen. Dunkler Waldhonig und Karamell sorgen für Süße, die durch mittel­dunkle Schokolade, geröstete Haselnüsse sowie getrocknete Küchenkräuter einen herb-würzigen Gegenpol erhält.

Mit mehr Luft verändert sich die Fruchtnote bzw. wird durch eingekochtes Apfelkompott mit angenehmer Säure ergänzt. Dazu gesellen sich saftige Rosinen, während der Vanilleanteil weiter zunimmt.

Der Alkohol bringt Frische mit einer zarten Mentholnote, ist jedoch durchgehend gut integriert. Die Nase macht richtig Spaß – kantig, robust und voller Details.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Kräftiger Antritt – hat ordentlich Wumms und trägt die Aromen seidig weich auf die Zunge. Zu Beginn sehr süßer, cremiger Beerenröster, vor allem Brombeeren mit etwas Himbeere. Der Rauch-Funk mit seiner leicht schmutzigen Hafenattitüde ist stärker als in der Nase und gefällt mir sehr gut. Für einen kurzen Schärfekick, nach dem süß/fruchtigen Einstieg, sorgt schwarzer Pfeffer aus der Mühle, der jedoch rasch wieder abebbt. 

Im weiteren Verlauf wird der Geschmack würziger: getrocknete Tabakblätter, eine Spur Lederpolitur, leicht muffige, erdige Noten, getrocknete Kräuter und geröstete Haselnüsse. Die Vanille tritt im Mund in den Hintergrund.
Ab dem zweiten, dritten Schluck zeigen sich Frucht und Süße wieder etwas stärker im Zusammenspiel, die Würzigkeit bleibt jedoch dominant.

Der Alkohol - immerhin fast 53% - ist sehr stimmig eingebunden - kräftig, aber nie aufdringlich oder zu stark. Der Malt hat eine perfekte Genussstärke.


Abgang
Mittellang – Rauch und Beeren kleben regelrecht am Gaumen. Auch Tabak, Muskat und die getrockneten Kräuter verweilen noch eine ganze Zeit.


Fazit
So könnte ein Springbank 12 CS mit Portreifung schmecken. Glen Scotia braucht sich hinter Springbank mit dieser Abfüllung keineswegs zu verstecken. Intensiver Campbeltown-Style mit Beerenröster inklusive, das Fassfinish legt sich optimal über den funky Rauch.

Eigentlich gefällt mir der Malt überhaupt nicht, muss man nicht kaufen.

Nein. Glen Scotia sollte man wirklich nicht beachten.

Springbank-Fanboys, bleibt bei eurer Hype-Brennerei (die auch wirklich tolle Abfüllungen herausbringt) und steigt bloß nie auf Glen Scotia um. Dann bleibt das Preis-/Genussverhältnis weiterhin so schön gut. 

Donnerstag, 15. Januar 2026

Whitlaw 2013 10y PX/Oloroso Sherry (SV)

 

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Signatory Vintage füllt regelmäßig Highland Park unter dem Namen Whitlaw mit rund zehn Jahren Reifezeit in der Vintage Collection ab, erkennbar an der orange-ockerfarbenen Tube und dem gleichfarbigen Etikett. Die Fassbelegung variiert, meist kommen jedoch Oloroso- und PX-Sherryfässer zum Einsatz. Serien­typisch ist die Abfüllung mit 46 Prozent Alkohol.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Bei Highland Park suche ich immer diese für mich so typische und reizvolle Note von blühendem Heidekraut, und genau diese finde ich hier sofort wieder. Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass sich das Destillat trotz der intensiven Fassbelegung behaupten konnte. Dazu kommt Orangemarmelade mit Zesten, die einen schönen herben, würzigen Kontrast setzt. Es folgen getrocknete, zerriebene Küchenkräuter sowie ein Hauch von leicht angekohltem Holz im Hintergrund.

Dann treten die klassischen Sherrynoten in Erscheinung mit getrockneten Früchten, Pflaumenmus und gerösteten Haselnüssen. Mit der Zeit wird auch der Einfluss des PX-Fasses deutlicher, vor allem in Form von Rosinen und Erdbeermarmelade, die zusätzliche Süße einbringen. Dieses Wechselspiel der beiden Fassarten gefällt mir ausgesprochen gut, insbesondere weil die würzigen Heidekrautnoten stets präsent bleiben. Der Alkohol zeigt sich leicht spitz, wirkt aber für das Alter nicht unangenehm.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen setzt sich die Würzigkeit fort, das Heidekraut ist sofort präsent, nun begleitet von deutlich mehr Süße in Richtung Heidekrauthonig. Sehr angenehm. Die Textur ist gut, der Körper solide. Dazu kommen leichte Noten von angebranntem Holz und Ascheflocken. Frucht spielt hier eine geringere Rolle als in der Nase, vor allem Orangenstücke, getrocknete Beeren, Feigen und vereinzelte Rosinen. Ergänzt wird das Profil von Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen. Ab der Mitte übernimmt der würzige Part zunehmend die Führung, getrocknete Kräuter und der Holzeinfluss werden immer dominanter. Der Alkohol ist spürbar und kraftvoll, dabei aber gut eingebunden.


Abgang
In diese Richtung entwickelt sich auch das Finale weiter. Angebranntes Holz, getrocknete Küchenkräuter, Heidekraut und Tabak prägen das mittellange Finish.


Fazit
Ein guter, unabhängig abgefüllter Highland Park in dieser Altersklasse, mit dieser Fassauswahl und in diesem Preissegment. Er macht durchaus Spaß. Wer Highland Park mit modernem Sherryprofil mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Besonders gefällt mir, dass der Brennereicharakter trotz der Fassdominanz klar erkennbar bleibt.

Mittwoch, 24. September 2025

Scapa 10y

 

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Denkt man whiskyseitig an Orkney, fällt den meisten sofort Highland Park ein. Doch seit 1885 gibt es auf der Insel eine zweite Brennerei, die Scapa Distillery, malerisch gelegen direkt am Ufer des Scapa Flow. Die Geschichte der Brennerei ist ereignisreich, von 1994 bis 2005 ruhte die Produktion fast vollständig. Seit Herbst 2024 gibt es mit der Signatur Range wieder eine Standardreihe mit Altersangabe, die einen zehn-, einen sechzehn- und einen einundzwanzigjährigen Single Malt umfasst.

Ich habe mir von allen drei Abfüllungen ein Sample besorgt und beginne mit dem jüngsten Vertreter, dem 10y. Wie bei allen Whiskys dieser Serie reift er ausschließlich in Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche. Abgefüllt wird mit 48 Prozent, auf Kühlfiltration und Färbung wird erfreulicherweise verzichtet.


Aussehen
Blütenhonig


Nase
Zu Beginn zeigt sich eine frische mineralische Basis, dazu klare, noch wenig definierte helle Fruchtnoten, Kieselsteine und eine Meeresbrise. Mit etwas Zeit wird die Frucht präziser, vor allem grüne Äpfel, Grapefruit, Sternfrucht, Nashi-Birnen und grüne Trauben treten hervor. Hinter dem Obst liegt eine ausgeprägte Säure, die an einen jungen, knackigen Weißwein erinnert. Typisch für amerikanische Weißeiche sind Vanille und Kokos, die sich zunehmend bemerkbar machen. Hefe und feine Esternoten sorgen für eine würzige Komponente im Hintergrund. Die 48 Prozent Alkohol verleihen Volumen, auch wenn insgesamt etwas mehr Druck wünschenswert wäre.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Überraschend intensiv beginnt er mit einem Wechselspiel aus prickelnder Ingwerschärfe und einer weichen, süßen Note, die an Honig-Karamellbonbons erinnert. Das Mundgefühl ist sanft und leicht, der Whisky gleitet geschmeidig über die Zunge in den Rachen. Der Alkohol ist gut eingebunden, weniger Prozente würden ihm an Körper nehmen. Im Mittelteil folgen heller Mandelkuchenteig mit Muskat und Zimt, Pfefferminze, cremige Milchschokolade mit Trauben und die Schalen grüner Äpfel, die schon in der Nase präsent waren. Eine leichte Schärfe begleitet den zweiten Schluck, ohne zu stören. Gegen Ende tritt das Eichenholz deutlicher hervor und bringt eine gewisse Bitterkeit mit.


Abgang
Das Finish bleibt eher kurz. Apfelschale, ein Hauch Grapefruitsaft und süßes Karamellbonbon bleiben zurück, begleitet von der Schärfe einer milden Ingwerpaste.


Fazit
In der Nase wirkt er wie ein typischer zehnjähriger Bourbonfass-Whisky mit frischen Fruchtnoten, Vanille und Kokos – solide, aber etwas austauschbar. Am Gaumen zeigt er mehr Charakter, die Kombination aus Ingwer, süßem Karamell, Gewürzen und weichem Kuchenteig gefällt. Im Abgang verliert er allerdings etwas an Ausdruck. Angesichts eines Preises von 55 bis teils über 70 Euro ist diese Abfüllung für einen zehnjährigen Single Malt doch deutlich zu hoch angesetzt.

Mittwoch, 27. August 2025

Talisker 25y

 

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Am Anfang meines Whisky-Hobbies hatte ich durchaus die eine oder andere Standard-Abfüllung von Talisker im Glas. Bis auf den klassischen Zehnjährigen waren dies alles NAS-Varianten, die mir geschmacklich weniger zusagten. Die Distillers Edition fand ich recht gut – davon landete auch eine Flasche im Barfach. Mit dem 10y brauchte ich mehrere Anläufe, bis ich ihn schätzen lernte. Ganz anders war es beim 18y, schon das erste Sample war Liebe auf den ersten Schluck. Diese Harmonie und das Zusammenspiel von Aromen und Geschmack waren beeindruckend. Zum Glück konnte ich mir noch eine Flasche vor der Designumstellung sichern.

In den letzten Jahren habe ich die Brennerei etwas aus den Augen verloren, die neuen Abfüllungen konnten mich nicht wirklich reizen. Beim Stöbern entdeckte ich nun ein Sample des 25-Jährigen in meiner Box (ohne Boden) – Zeit also wieder einmal für einen Talisker von Skye. Der 25y ist die zweitalteste Abfüllung der Standard-Range. Gereift wird überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern, ein kleiner Teil in europäischen Refill-Fässern. Abgefüllt wird typisch Talisker mit 45,8 %. Leider kommt auch hier Farbstoff zum Einsatz.


Aussehen
Gefärbt, leicht rötliches Gold.


Nase
Zu Beginn zeigt sich ein milder, mineralischer Rauch - kalkig, steinkohlig, mit maritimen Noten – wie Meeresgischt, die auf glimmende Kohle trifft. Dahinter fruchtige Säure von gepressten Orangen, erstaunlich frisch für das Alter. Der Alkohol sticht anfangs noch etwas hervor. Ich gebe ihm noch etwas Ruhe.

Mit Zeit im Glas verändert sich das Bild deutlich. Der Rauch bleibt sanft, verbindet sich aber immer stärker mit der Orange. Dazu gesellen sich kräftige Eichennoten: geröstetes, leicht angekohltes altes Holz. Eine spannende, gediegene Kombination, die immer harmonischer wirkt. Kräuteraromen untermalen die Röstaromen, während sich die Frucht langsam von Orange hin zu dunklen Beeren, eingekochten Pflaumen und sogar gegrillter Ananas entwickelt. Alles wird abgerundet von einer feinen Süße eingekochten Karamells.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weiches, cremiges Mundgefühl, das mit einer intensiven Süße startet. Schnell tritt der Rauch hervor – kräftiger als in der Nase, wieder mineralisch, kalkig, steinkohlig und maritim. Zitrusnoten und die angegrillte Ananas steuern Frucht bei, während die dunklen Früchte eher in den Hintergrund treten. Stattdessen dominieren nun getrocknete und geräucherte Kräuter, angekohltes Eichenholz und der typische Talisker-Chili-Catch, der selbst nach 25 Jahren präsent ist. Leder, Tabakblätter, kalte Asche und Rauch leiten sanft in den Abgang über. Der Alkohol ist perfekt eingebunden, und das Zusammenspiel der Aromen wirkt komplex und gleichzeitig harmonisch – ein Whisky, der ständig neue Nuancen zeigt, solange er im Mund bleibt.


Abgang
Mittellang bis lang, dominiert von Rauch und Asche. Begleitet wird er von Kräutern, Ananas und aromatischem Holz – ohne jede Bitterkeit.


Fazit
Ein Whisky, dem man Zeit geben sollte. Dann belohnt er mit einer komplexen Nase und einem ebenso vielschichtigen Geschmack. Für sein Alter präsentiert er sich erstaunlich frisch, bleibt dabei aber harmonisch und charakterstark. Die Alkoholstärke ist perfekt gewählt, die Aromen intensiv und kräftig. Besonders schön ist, dass der berühmte Chili-Catch auch nach 25 Jahren noch spürbar ist. Trotz seiner Reife bleibt er gefährlich süffig – gediegen, aber keineswegs langweilig. Ein großartiger Talisker, wenn auch zu einem stolzen Preis.

Mittwoch, 6. November 2024

Secret Orkney 2010 14y - 100 Proof Edition #15 (SV)

 

Whiskybase

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Die zweite Flasche, die ich aus der nun nicht mehr ganz zu jungen 100 Proof Edition-Reihe von Signatory Vintage verkoste, ist ein 14jähriger Secret Orkney mit der Nummer 15. Bislang entpuppten sich die Secret Orkneys, die ich im Glas hatte, allesamt als versteckte Highland Parks (HP). Ein Umstand, der mir keine schlaflosen Nächte bereitet, bin ich doch durchaus ein Fan von unabhängig abgefüllten HPs. Und da waren sowohl reine Sherryfass gereifte wie auch puristische reine Ex-Bourbon-Varianten dabei. 

Für diese Edition wurden sowohl 1st Fill Oloroso Sherry Butts als auch Ex-Bourbon Hogsheads verwendet - eine Mischung mit Potential. Denn allein die Farbe in der Flasche suggeriert, dass man hier keine feuchten Fässer verwendet hat und somit der Grundstil von Highland Park, den ich so mag, noch genug Platz zur Entfaltung bekommen hat. Die bei der Serie obligatorischen 57,1% versprechen genug Aromenintensität.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Jawohl! Typische Highland Park Nase. Sehr leichter Holzrauch mit dieser unverwechselbaren, floralwürzigen, nicht einfach zu beschreibenden Heidekrautnote. Und dies alles eingebettet in angenehme, nicht zu überbordende, Aromen der Sherryfass-Reifung. Getrocknete Früchte, Datteln und Feigen, dazu etwas Orangenkonfitüre sowie Rosinen, Leder und getrocknete Tabakblätter. Aufgeschnittene Bourbon Vanilleschoten, die auf getrocknetes, leicht angekohltes Eichenholz gerieben wurden. Die 100 Proof sind super eingebunden, man merkt den Alkohol in der Nase überhaupt nicht.

Mit ein paar Tropfen Wasser werden die Früchte im Geruch sogar noch stärker. Es fügt sich ein Marillenröster zum vorhandenen Obst hinzu. Die übrigen für mich mit Highland Park verbundenen Aromen sind weiterhin deutlich präsent.


Geschmack
Auch hier, trotz der beachtlichen Alkoholstärke von über 57% ist der Antritt im Mund sehr angenehm und weich. Der Holzrauch ist nun im Geschmack markanter als im Geruch, verwebt jedoch weiterhin als Verbindungsglied die anderen Aromen schön miteinander. Süßer Honig umspielt die würzigen Heidekrautnoten zusammen mit getrockneten Früchten. Der Tabak bekommt einen höheren Vanilleanteil. Etwas schwarzer und roter Pfeffer sorgen für eine leichte Schärfe im Mittelteil, die aber relativ rasch wieder abklingt. Mit einer leichten Wasserverdünnung tritt der süße Honig anfänglich mehr in den Vordergrund, der Rauchgeschmack nimmt dagegen etwas ab.


Abgang
Herbe nussige Sherryaromen, gepaart mit Leder, Tabak und dem dezenten Rauch mit ein paar Rosinen. Diese Aromen liegen lange im Mundraum und es ist einfach lecker und typisch für HP.


Fazit
Man bekommt hier einen wirklich gut gereiften Highland Park aus dem Sherryfass mit all seinen klassischen Aromen, wie leichten würzigen Holzrauch, Heidekraut mit Leder und Tabak. Bedenkt man den Preis ist dies ein absoluter No-Brainer für alle, die Highland Park mögen. Bei der Original Reihe wird man um diesen Preis wahrscheinlich keine adäquate Abfüllung finden.

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English Text-Version


The 14-year-old Secret Orkney, number 15, is the second bottle I'm tasting from Signatory Vintage's not-so-young 100 Proof Edition range. So far, the Secret Orkneys I've had in my glass have all turned out to be hidden Highland Parks (HP). A fact that doesn't cause me any sleepless nights, as I'm quite a fan of independently bottled HPs. And there were both pure sherry cask matured and purist pure ex-bourbon variants. 

Both 1st fill Oloroso sherry casks and ex-bourbon hogsheads were used for this edition - a blend with potential. The colour of the whisky in the bottle alone suggests that no wet casks were used here and that the basic style of Highland Park, which I like so much, was given enough space to develop. The obligatory 57.1% for the series promises plenty of flavour intensity.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Amber in colour.


Nose
That's right! Typical Highland Park nose. Very light wood smoke with that unmistakable floral, spicy, heather note that is difficult to describe. This is all wrapped up in pleasant, not too overpowering sherry cask flavours. Dried fruit, dates and figs, plus some orange marmalade, sultanas, leather and dried tobacco leaves. Sliced bourbon vanilla pods rubbed into dried, lightly charred oak. The 100 proof are perfectly integrated, you don't even notice the alcohol in the nose.

A few drops of water intensify the fruitiness. An apricot roast is added to the existing fruit. The other flavours I associate with Highland Park are still very much present.


Palate
Again, despite the considerable alcohol content of over 57%, the mouthfeel is very pleasant and smooth. The wood smoke is now more pronounced on the palate than it was on the nose, but continues to weave the other flavours together beautifully. Sweet honey plays around the spicy notes of heather and dried fruit. The tobacco has a higher vanilla content. A little black and red pepper provides a slight spiciness in the middle, which fades relatively quickly. The sweet honey comes more to the fore, while the smoky notes fade, with a slight dilution of water.


Finish
Tart, nutty sherry flavours, paired with leather, tobacco and the subtle smoke with a few sultanas. These flavours linger in the mouth for a long time and it is simply delicious and typical of HP.


Conclusion
This is a really well matured Highland Park, with all the classic flavours of light spicy wood smoke, heather with leather and tobacco. Considering the price, this is an absolute no-brainer for anyone who likes Highland Park. You probably won't find an equivalent bottling of the original range at this price.

Mittwoch, 14. August 2024

Ledaig 10y 2008 Barrel Selection (Wilson & Morgan)

 

Whiskybase

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Ein Kumpel bot, anlässlich seiner Übersiedlung in eine neue Wohnung, im Freundeskreis ein paar Anbruchflaschen an. Es hatten sich mit der Zeit einfach zu viele offene Flaschen angesammelt und er wollte es sich ersparen, sie mühsam in sein neues Domizil zu schleppen. Wie nicht anders zu erwarten, waren ein paar wirklich tolle Tropfen darunter. 

Eine Flasche erweckte meine Aufmerksamkeit. Ein Ledaig mit zehn Jahren vom italienischen unabhängigen Abfüller Wilson & Morgan. Abgefüllt für seine Barrel Selection Serie mit höherem Alkoholgehalt von 50%. Das 1992 in Venedig von Fabio Rossi gegründete Unternehmen ist in Kennerkreisen für seine Abfüllungen bekannt. Keine Kühlfiltration, keine Nachfärbung und speziell bei der Barrel Selection Reihe kommen oft sehr ehrliche, nicht fassgetriebene Abfüllungen auf den Markt.

Ich war neugierig. Ledaig bzw. Tobermory ist ohnehin eine meiner favorisierten Brennereien in Schottland.  


Aussehen
Heller Weißwein


Nase
Mineralisch, staubig, trockener Rauch mit einer leicht schmutzigen Kuhstallattitüde. So beginnt dieser junge Whisky aus Mull. Hinter diesem mittelstarken Rauch duftet es nach einem geräucherten Zitronenkuchen mit viel Vanille - so eine intensive Zitrusfrucht. Spritzig und fruchtig ist der Malt mit Einsprenkelungen  von getrockneten Kräutern. Er erinnert sehr an junge Islay-Raucher wie ein Lagavulin 8y oder ein Wee Beastie von Ardbeg, jedoch finde ich, trotz seiner Spritzigkeit, die Aromen feiner abgestimmt. Er ist nicht komplex, eher einfach und straight gerade heraus, aber das Zusammenspiel zwischen dem Destillat und dem Bourbonfass hat im Geruch sehr gut harmoniert. 


Geschmack
So einfach, im besten Sinne des Wortes, und solide wie bereits in der Nase, geht es im Mund weiter. Zuerst begrüßt einen der intensive Rauch beim ersten Schluck, gefolgt von einer überraschenden Süße die sofort Begleitung durch die Zitrusfrucht und Vanille findet. Der Rauch ist nun nicht nur mineralisch sondern hat auch etwas fleischiges, wie von einem BBQ. Dazu gesellt sich eine angenehme nach Küchenkräutern schmeckende Würzigkeit die Verstärkung durch eine nicht allzu starke pfeffrige Schärfe bekommt. 


Abgang
Der leicht schmutzige Rauch wandelt sich gegen Ende hin etwas mehr zu Asche. In Verbindung mit den getrockneten Küchenkräutern sowie einer noch subtil vorhandenen Süße, klebt diese Rauch/Asche Kombination förmlich im Mundraum und verweilt dort lange.


Fazit
Back to the Roots. Dies ist ein feiner ehrlicher junger Whisky bei dem das Bourbonfass das gemacht hat, was es soll. Nämlich den Geschmack des Grunddestillats zu unterstützen und die Kernaromen zu unterstreichen. Er gefällt mir in seiner Natürlichkeit und Einfachheit, ohne dabei fad zu wirken, sehr gut. Kein Komplexitätsmonster. Will er nicht sein. Perfekt für gemütliche Stunden, zb. auf der Terrasse oder Balkon. Hat man schnell auseinandergenommen und lässt sich danach herrlich genießen.

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English Text-Version


A mate offered some open bottles to his friends when he moved into a new flat. Over time he had accumulated too many open bottles and wanted to save himself the hassle of lugging them to his new home. As you might expect, there were some really great bottles among them. 

One bottle in particular caught my eye. A ten year old Ledaig from independent Italian bottlers Wilson & Morgan. Bottled for their Barrel Selection series with a higher alcohol strength of 50%. Founded in Venice in 1992 by Fabio Rossi, the company is well known in connoisseur circles for its bottlings. No chill-filtration, no re-colouring, and the Barrel Selection range in particular often produces very honest, non-cask-driven bottlings.

I was curious. Ledaig or Tobermory is one of my favourite Scottish distilleries anyway.  

Fotocredit: Wilson & Morgan


Appearance
Pale white wine


Nose
Mineral, dusty, dry smoke with a slightly dirty cowshed flavour. That's how this young Mull whisky starts. Behind this medium-bodied smoke is a smoked lemon cake with lots of vanilla - such an intense citrus flavour. With a hint of dried herbs, the malt is spicy and fruity. It reminds me of young Islay smokers like Lagavulin 8y or Ardbeg's Wee Beastie, but despite its sparkling, I find the flavours more balanced. It is not complex, rather simple and straightforward, but the interplay between the distillate and the bourbon cask is very well matched on the nose. 


Palate
As simple, in the best sense of the word, and solid as the nose, it continues in the mouth. The first sip is greeted by intense smoke, followed by a surprising sweetness that is immediately accompanied by citrus and vanilla. The smoke is now not only mineral, but also has a meaty, barbecue flavour. There is also a pleasant spiciness, reminiscent of herbs, with a not too strong peppery note. 


Finish
The slightly dirty smoke turns to ash towards the end. Combined with the dried herbs and a subtle sweetness, this smoke/ash combination literally sticks in the mouth and lingers for a long time.


Conclusion
Back to the roots. A fine, honest young whisky where the bourbon cask has done what it should. To support the base distillate flavour and highlight the core flavours. I really like its naturalness and simplicity, without being bland. Not a monster of complexity. It doesn't want to be. Perfect for cosy hours on the terrace or balcony. You can quickly take it apart and enjoy it afterwards.

Mittwoch, 31. Juli 2024

Arran Sauternes Cask Finish

 

Whiskybase

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Und weiter geht es bei mir mit dem "Abbau" meiner älteren Samples - wie letzte Woche bereits erläutert. Diese Woche ist es ein Arran Sauternes Cask Finish mit 50% Alkoholstärke. Vor dem in seiner Länge nicht bekannten Finish in den französischen Süßweinfässern lagerte der Whisky acht Jahre in Ex-Bourbon-Casks.


Aussehen
Gelbes Stroh oder Gelbgold


Nase
Das Finish in den Süßweinfässern hat Früchte getragen. Aus dem Glas strömen sofort nach dem Einschenken deutlich süße und fruchtige Aromen. Bei der Süße sind es überwiegend Cremeblütenhonig und Traubenzucker. Den fruchtigen Anteil dominieren anfänglich eine sehr schöne reife Honigmelone sowie ein paar Spritzer Zitronensaft. Mit Fortdauer wandelt sich die Frucht mehr in Richtung Haribo Ananas und Apfel Gummibärchen - es funktioniert jedoch ohne zu künstlich zu wirken. Auch etwas Birnenkompott schwingt mit. Butterkekse mit viel Vanille duften im Hintergrund. Eine doch spürbare alkoholische Note ist vom Start weg vorhanden. Erst nach rund einer halben Stunde verfliegen die zeitweise prickelnd, stechenden Alkoholblitzer und zurück bleiben die süß, fruchtigen Aromen. 


Geschmack
Sehr süß! Sehr viel Traubenzucker sofort auf der Zunge! Gefolgt von einem prickelnden sauren Geschmack, der die Fruchtnoten, hier vor allem Honigmelone, Apfel und Birnen, begleitet. Auch die malzigen Butterteigkekse mit viel Vanille zeigen sich. Es wechselt aber dann rasch auf die würzige Seite. Das Eichenholz wird mit einer leichten Bitternote dominanter im Mund.

Mit ein paar Tropfen Wasser wird der Traubenzucker-Effekt sogar noch stärker. Hingegen die würzig, bitteren Aromen etwas in den Hintergrund treten. 


Abgang
Gegen Ende hin wird es trockener - vor allem vorne am Zahnfleisch und an der Innenseite der Lippen. Eine leichte Schärfe der Eichenwürze ist ebenfalls vorhanden. Insgesamt ist das Finish kurz. Mit etwas Wasserverdünnung verliert auch im Abgang die würzige Seite ihre Führung im Geschmack, die Eiche wird aromatischer. Er bleibt auch etwas länger am Gaumen präsent.


Fazit
Ich sitze gemütlich auf der Terrasse in der Abendsonne und genieße die letzten Tropfen von diesem Single Malt. Und genau in so einer Umgebung funktioniert der Sauternes Cask Finish hervorragend. Sommer, Sonne, nicht zu heiße Temperaturen. Die Süße und die Frucht vom Süßwein kommen gut rüber. Der Wechsel im Geschmack auf die würzige Seite passt gut, ansonsten würde es zu eintönig werden. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist der anfänglich zeitweise etwas störende Alkohol. Wasserverdünnung braucht der Arran jedoch keine, der Geruch und Geschmack bekommen dadurch keinen erkennbaren positiven Boost.

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English Text-Version


And I continue with the "dismantling" of the archive of my older samples - as I explained last week. This week it's an Arran Sauternes Cask Finish at 50% ABV. The whisky was matured for eight years in ex-bourbon casks before being finished for an unknown time in French sweet wine casks.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Yellow straw or yellow gold


Nose
The sweet wine cask finish has borne fruit. From the moment it is poured into the glass, the nose is clearly sweet and fruity. The sweet aromas are primarily creamy blossom honey and grape sugar. The fruity flavours are initially dominated by a very nice ripe honeydew melon and a few splashes of lemon juice. As the nosing progresses, the fruit becomes more like Haribo pineapple and apple gummy bears - but it works without being too artificial. There is also a hint of stewed pear. Butter biscuits with lots of vanilla in the background. There is a noticeable alcoholic note right from the start. Only after half an hour do the occasional sparkling, pungent flashes of alcohol fade away. The sweet, fruity flavours remain. 


Taste
Very sweet! Lots of grape sugar right on the tongue! This is followed by a sparkling sourness that accompanies the fruity notes, mainly honeydew melon, apple and pear. The malty butter dough biscuits with lots of vanilla also make an appearance. The palate quickly switches to the spicy side. The oak becomes more dominant in the mouth, with a slightly bitter note.

With a few drops of water, the glucose effect becomes even stronger. On the other hand, the spicy and bitter flavours fade into the background. 


Finish
It gets drier towards the end, especially on the front of the gums and the inside of the lips. There is also a slight spiciness from the oak. Overall, the finish is short. With a little water dilution, the spicy side of the finish loses its edge and the oak becomes more aromatic. It also lingers a little longer on the palate.


Conclusion
I'm sitting on the terrace in the evening sun, enjoying the last drops of this single malt. And the Sauternes Cask Finish works perfectly in such an atmosphere. Summer, sun, not too hot. The sweetness and the fruit of the sweet wine come through very well. The change in palate to the spicier side fits well, otherwise it would be too monotonous. The only real point of criticism is the alcohol, which is a little unpleasant at first. However, the Arran does not need to be diluted with water, and the aroma and flavour are not noticeably enhanced.

Dienstag, 2. Juli 2024

An Orkney Distillery 2008 13y Parcel No. 8 (EID)

 

Whiskybase

English Text-Version


Elixier Distillers gehört neben Meadowside Blending und Signatory Vintage zu den drei unabhängigen Abfüllern wo ich aktuell am meisten zuschlage. Bei Elixier Distillers, Sukhinder Singh gehörend, dem ehemaligen Co-Gründer/Eigentümer von The Whisky Exchange und dem aktuellen Besitzer der Tormore Brennerei, ist es vor allem die Single Malt of Scotland Reihe, wo ich immer wieder fündig werde. Faier Preis, gute Altersstruktur, schöne Fassreifungen und ein Design, dass mich mit seiner Schlichtheit anspricht. Schwarze oder dunkelgrüne Flaschen, weiße minimalistische Labels mit übersichtlichem klassischen Design.

Es stehen viele Informationen auf den Labels, sogar der Angel Share, jedoch fehlt leider oft oder eigentlich fast immer die genaue Fassauswahl. Dies ist ein kleiner Kritikpunkt, den ich habe. Aber was die Qualität der Malts angeht, bin ich nie enttäuscht worden. 

Und so verhält es auch mit unabhängig abgefüllten Highland Parks. Auch hier hatte ich bis lang immer das Glück gute Tropfen im Glas zu haben. Und so konnte ich bei dieser Abfüllung nicht widerstehen. Auch wenn auf der Flasche nicht Highland Park sondern An Orkney Distillery draufsteht ist klar, dass HP in der Flasche steckt.

Die Eckdaten waren interessant genug um ihn zu probieren. 13 Jahre Alter, 48% Alkoholstärke, Ex-Bourbon und Ex-Sherryfassreifung, passt.


Aussehen
Mahagoni


Nase
Die beiden Sherryfässer in der Fassmischung prägen zu Beginn deutlich das Geruchsprofil. Ein sehr fruchtiger Start. Süße dunkle Waldbeerenmarmelade, auch zusammen mit einer angenehmen Säure der Beeren. Ein paar rote reife Äpfel und Pflaumen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Rosinen, etwas Leder, aromatischer Pfeifentabak, dunkle Schokolade und ein leichter Muff von alten Möbeln liegen hinter der anfänglichen Fruchtigkeit. Begleitet werden diese Aromen zusätzlich von Waldhonig und Vanillenoten.

Anfänglich dachte ich, ich würde das für mich bei Highland Park Abfüllungen so typische Heidekraut nicht riechen. Doch mit mehr Luft und Wärme kommen die Heidekrautaromen immer deutlicher zum Vorschein. Dann vermischt es sich vor allem mit den Beeren, dem Tabak und Leder zu einer wirklich schönen Geruchskomposition. Lecker.

Was mir jedoch komplett abgeht ist Rauch. Gut. Der Rauch bei den Abfüllungen von Highland Park ist grundsätzlich nicht intensiv, dies ist nicht das Ziel von HP. Aber ein wenig Rauch als Untermalung der anderen Aromen ist häufig vorhanden. Hier nicht. Interessant.

Mit ein, zwei Tropfen Wasser treten Vanille und Honig etwas mehr in den Vordergrund, ohne jedoch den Grundcharakter des Malts zu sehr zu verändern.


Geschmack
Es startet mit einem recht süßen und cremigen Antritt. Das Heidekraut ist im Mund deutlicher als im Geruch zu schmecken. Dann kommen dunkle Beeren, Pflaumen und Honig. Es wechselt recht zügig zu einer würzigen Schärfe mit Pfeffer und Zimt als Hauptprotagonisten. Wie in der Nase sind vor allem die Aromen der Sherryfässer am deutlichsten wahrzunehmen.

Zwei Tropfen Wasser bewirken eine leichte Verbesserung des Übergangs zwischen der süß, fruchtigen und der würzig, scharfen Phase im Geschmack. Aber der Rauch lässt sich auch hier nicht blicken.


Abgang
Deutliche Bitterstoffe der Eichenfässer am Ende, aber auch immer noch die aromatischen Pflaumen, das Leder und Reste vom Tabak. Die Spuren vom Heidekraut mit der Eiche sowie ein Hauch von Minze sind doch mittellang im Abgang zu finden.


Fazit
Zuerst dachte ich, die Sherryfässer hätten den HP-Charakter zu sehr dahin gerafft. Mit ein paar Minuten Standzeit ändert sich dies Gottseidank. Dann kommt die Heidekrautnote in den Vordergrund und der Brennereicharakter ist zu riechen. Leider vermisse ich etwas den subtilen Rauch von Highland Park hier. Im Geschmack mag er vielen vielleicht zu rasch zu würzig werden, aber dies gefällt mir hier recht gut. Es darf auch mal mehr Eiche und Robustheit sein. Er benötigt etwas Zeit im Glas, auch Oxidation in der Flasche tut ihm meiner Meinung nach sehr gut. Rund herum eine schöne charaktervolle Abfüllung, die sich deutlich vom Standard-12er unterscheidet. 

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English Text-Version


Elixier Distillers is one of the three independent bottlers I buy most from at the moment, along with Meadowside Blending and Signatory Vintage. Owned by Sukhinder Singh, former co-founder/owner of The Whisky Exchange and current owner of the Tormore distillery, Elixier Distillers' Single Malt of Scotland range is where I always find what I'm looking for. 

Fair price, good age structure, beautiful cask maturation and a design that appeals to me with its simplicity. Black or dark green bottles, white minimalist labels with a clear, classic design. There is a lot of information on the labels, even the Angel Share, but unfortunately the exact cask selection is often or almost always missing. This is a small criticism I have. But as for the quality of the malts, I have never been disappointed. 

And it's the same with independently bottled Highland Parks. Here, too, I've always been lucky enough to have some good ones in my glass. So I couldn't resist this bottling. Even though the bottle isn't labelled Highland Park but An Orkney Distillery, it's clear that the bottle contains HP. The key data was interesting enough to try. 13 years old, 48% ABV, ex-bourbon and ex-sherry casks, fits.


Appearance
Mahogany colour


Nose
The two sherry casks in the cask mix dominate the initial aroma profile. A very fruity start. Sweet dark berry jam, again with a pleasant acidity from the berries. Some ripe red apples and plums have also crept in. Behind the initial fruitiness are sultanas, some leather, aromatic pipe tobacco, dark chocolate and a slight mustiness of old furniture. These aromas are accompanied by notes of wild honey and vanilla. 

At first I thought I couldn't smell the heather that is so typical of Highland Park bottlings. But with more air and warmth, the heather flavours become more and more apparent. Then it mixes with the berries, tobacco and leather to create a really nice flavour composition. 

Delicious.

What I miss completely is the smoke. Okay. The smoke in Highland Park's bottlings is generally not intense, this is not HP's intention. But there is often a little bit of smoke to go along with the other flavours. 

Not here. Interesting.

With a drop or two of water, the vanilla and honey come a little more to the fore, but without changing the basic character of the malt too much.


Palate
It starts with a rather sweet and creamy entry. The heather is more prominent in the mouth than in the nose. Then there are dark berries, plums and honey. It quickly becomes spicy, with pepper and cinnamon as the main protagonists. As with the nose, the sherry casks are the most prominent.

The transition between the sweet, fruity and spicy, hot phases is slightly improved by two drops of water. Again, the smoke is absent.


Finish
Distinct bitterness from the oak at the end, but the aromatic plum, leather and tobacco remains. Traces of heather with the oak and a hint of mint are still present in the medium-long finish.


Conclusion
At first I thought the sherry casks had taken away too much of the HP character. Thankfully, this changes after a few minutes of waiting. Then the heather note comes to the fore and the distillery character can be smelled. Unfortunately, I miss the subtle smoke of Highland Park. The taste might be too spicy for many, but I like it here. Sometimes it can be more oaky and robust. It needs some time in the glass, and the oxidation in the bottle is also very good for it, in my opinion. All in all, a beautiful bottling, full of character and very different from the standard 12 year old bottling. 


Mittwoch, 1. Mai 2024

Secret Orkney 2002 18y The Maltman

 

Whiskybase

English Text-Version


Ich muss gestehen, es ist nicht mein erstes Tête-à-Tête mit diesem geheimnisvollen Single Malt von den Orkney Inseln. Ich erstand die Flasche vor ein paar Monaten bei meinem Händler der Wahl in Wien. Die Flasche blieb die erste Zeit dort gelagert und jedesmal, wenn ich mich zum geselligen Beisammensein mit den anderen Jungs und Mädls der Whiskyrunde traf, wurde die Flasche aus dem Archiv hervorgeholt und ein, zwei Gläser davon genossen.

Daher weiß ich bereits ungefähr, was mich in meinem Tasting erwarten wird. Nicht zu 100 Prozent jedoch, da ein Verkosten in seiner gewohnten Umgebung in Ruhe und Stille mit seinem Glas der Wahl immer anders ist und neue Aspekte vom Whisky enthüllt, als wenn man in einer lebhaften Umgebung, mit anderen Menschen und Gläsern und auch nicht als einiziger Dram des Abends, den Whisky genießt.

Dieser Secret Orkney - ich gehe mal stark von einem Highland Park aus - ist 18 Jahre alt und verbrachte seine Zeit in einem Refill Hogshead. Aufgrund der Farbe und der Fassauswahl hatte ich die Erwartung und Hoffnung, dass ich mit dieser Abfüllung mich näher mit dem eigentlichen Destillat von HP befassen könnte und weniger durch die klassisch, typische Sherryreifung bei Geruch und Geschmack beeinflusst werden würde. Wie bei Meadowside Blending üblich wurde keine Kühlfiltration und kein Farbstoff verwendet. Abgefüllt wurden die 374 Flaschen mit 51,4% Alkohol. Also beste Voraussichten für einen gepflegten Dram.


Aussehen
Sattes Goldgelb.


Nase
Da ich ihn schon ein paar Mal im Glas hatte, weiß ich bereits, dass dieser Whisky nach einer gewissen Ruhezeit und Luft verlangt. Ansonsten entdeckt man anfänglich eine feine Vanillenote, begleitet von hellen Fruchtaromen, hier vor allem reifes grünes und gelbes Kernobst, einem Löffel Blütenhonig und geröstetem Malz. Erst nach etwas mehr als zehn Minuten kommt für mich der so typische Heidekraut-Einfluss, den ich mit Whiskys von Highland Park verbinde, zum Vorschein - würzig, kräuterig mit einem floralen Touch. Rauch erkenne ich hier keinen, jedoch liegt im Hintergrund eine angenehme holzig, erdige Note, die vom Fass kommt. Und wie ich ebenfalls gelernt habe, tun ihm auch ein paar wenige Tropfen Wasser gut. Dadurch öffnet sich der Whisky mehr, die Fruchtaromen und die Vanille legen an Intensität zu, die Würzigkeit und die malzigen Noten gehen mehr in den Hintergrund. Der leichte Heidekraut-Touch bleibt, wird sogar etwas intensiver. Der Alkohol spielt nie eine dominante Rolle, er ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Sehr weich und samtig gleitet er in den Mundraum. Es beginnt mit einer deutlichen, aber nicht allzu kräftigen Süße, die nach cremigen Toffee mit etwas Honigbeigabe schmeckt. Gefolgt von eher dezenten fruchtigen Einflüssen, hier wieder vor allem reife Äpfel die eine Verstärkung von der einen oder anderen Marille bekommen, wechselt es rasch hin zu einer aromatischen Ingwerschärfe. Wie ein kurzer Chili-Catch ebnet die würzig aromatische Schärfe rasch wieder ab und die anfängliche Süße übernimmt wieder das Kommando. Von einer Rauchnote ist für mich auch im Geschmack keine Spur zu finden. Auch im Mund zeigt sich der Alkohol nur im Hintergrund und ist nie störend. Das Wechselspiel zwischen fruchtig und süß mit dem kurzen würzigen Ingwershot gefällt mir.


Abgang
Gegen Ende hin kommt das Holz kräftiger durch und es erscheinen leicht bittere Aromen, etwas dunklere Schokolade mit einem höheren Kakaogehalt, verbunden mit einer leichten Trockenheit und einem Hauch von Rauch - hier ist er nun. Dies wirkt sehr gediegen und lecker. Und er bleibt auch erfreulich länger im Mund und am Gaumen präsent.


Fazit
Das Refill Hogshead-Fass hat ausreichend Spielraum für das Destillat gelassen. Dies war meine Hoffnung und sie wurde erfüllt. Ein - für mich ist es klar - Highland Park, der keine Einflüsse durch Sherryfässer hat. Er ähnelt sehr einer klassischen Bourbonfassreifung, mit den hellen Früchten, der Vanille und Süße. Er benötigt wirklich seine Zeit um sich zu öffnen und zu entfalten. Auch ein paar Spritzer Wasser tun ihm gut. Dies kann man natürlich auch kritisch sehen, wenn ein Whisky nicht sofort abliefert. Mich stört es nicht und ich kann ihn wirklich für all jene empfehlen, die einen Highland Park auch außerhalb der gewohnten Sherryreifungspfade kennenlernen wollen.

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English Text-Version


I must admit that this is not my first tête-à-tête with this secret Orkney single malt. I bought the bottle a couple of months ago from my favourite liquor store in Vienna, Austria. It stayed there for the first few months and every time I got together with the other guys and girls of the whisky group for a social gathering, the bottle was taken out of the archive and a glass or two was enjoyed.

So I already have a pretty good idea of what to expect at my tasting. But not 100 per cent, because tasting in your usual surroundings, in peace and quiet, with the glass of your choice, is always different and reveals new aspects of the whisky than enjoying it in a lively environment, with other people and glasses, and not as the only dram of the evening.

This Secret Orkney - which I highly suspect is a Highland Park - is 18 years old and has spent its time in a refill hogshead. Based on the colour and the choice of cask, I expected and hoped that this bottling would allow me to get closer to the actual distillate from HP and not be so influenced by the classic, typical sherry maturation, both smelling and tasting. As usual with Meadowside Blending, no chill filtration or colouring was used. The 374 bottles were bottled at 51.4% ABV. So the best prospects for a well cared for dram.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich golden yellow colour.


Nose
I've had this whisky in my glass a couple of times now, so I'm already aware of its need for a certain amount of rest and air. Otherwise, the first thing you notice is a fine vanilla note, accompanied by bright fruit flavours. Mostly ripe green and yellow stone fruit, a spoonful of honey and roasted malt. Only after just over ten minutes does the typical heather influence that I associate with Highland Park whiskies emerge - spicy, herbal with a floral touch. I don't detect any smoke here. But there is a pleasant woody, earthy note in the background that comes from the cask. A few drops of water are also good, as I have learnt. This opens up the whisky more, the fruit and vanilla flavours increase in intensity, the spice and malt notes recede into the background. The light touch of heather is still there, and even becomes a little more intense. The alcohol never dominates, but is very well integrated.


Palate
The entry into the mouth is very smooth and velvety. There is a clear sweetness at the start, but not too strong, with notes of creamy toffee and a hint of honey. This is followed by more subtle fruity influences, again mainly ripe apples, which are reinforced by the odd apricot, but it quickly gives way to an aromatic gingery spiciness. Like a brief chilli kick, the aromatic spiciness quickly fades. The initial sweetness takes over again. For me, there is no trace of smokiness on the palate either. In the mouth, the alcohol is in the background and never distracting. I like the interplay between the fruity and the sweet, with a short, spicy touch of ginger.


Finish
Towards the end, the wood comes through more strongly and there are slightly bitter flavours, a slightly darker chocolate with a higher cocoa percentage, combined with a slight dryness and a hint of smoke - here it is. It all comes across as very dignified and very delicious. And it lingers pleasantly in the mouth and on the palate.


Conclusion
The refill hogshead cask left enough room for the distillate. That's what I was hoping for, and it's been fulfilled. A - I think it's clear - Highland Park that is not influenced by Sherry casks. It is very similar to a classic Bourbon cask, with the bright fruit, vanilla and sweetness. It really needs time to open up and develop. A splash of water also helps. Of course, this can also be seen in a critical light when a whisky doesn't deliver right away. It doesn't bother me at all. I can really recommend it to all those who want to get to know a Highland Park outside the usual sherry maturing paths.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Talisker 8y Diageo Special Releases 2021

 

Whiskybase

English Text-Version


Seit 2001 gibt es die Special Release Reihe von Diageo. Insgesamt waren bisher Abfüllungen aus 37 Brennereien und zwei Blends in dieser Prestige Serie vertreten. Talisker ist seit der ersten Release dabei, zu Beginn sogar gleich mit zwei Abfüllungen, einem 25y 1975 mit 59,9% um 95 Pfund und einem 28y 1973 mit 43,3% um 495 Pfund. Das waren halt noch Zeiten.

Der Ausgabepreis vom Talisker 8y aus der Release 2021 mit 59,7% war nicht viel geringer, als vom 1975er Talisker aus der ersten Release 2001. So ändern sich die Zeiten. Aber streiten wir nicht ums Geld, genießen wir lieber diese Single Malts.

Für die Reifung wurden laut Marketing-Blabla Heavily Peated Refill Casks verwendet. Welche Fässer hier wirklich zum Einsatz kamen, Fehlanzeige. Aber! Was man erfährt ist, dass die rauchigsten Fässer für diese Abfüllung ausgesucht wurden. Da bin ich gespannt.


Aussehen
Weißburgunder, heller Weißwein


Nase
Sehr zitruslastig und leicht sprittig, fast schon scharf, was hier sofort aus dem Glas strömt. Der Rauch ist nicht wirklich dominant, aber trotz des hohen Alkoholgehalts von fast 60%, der oft Raucharomen bindet und nicht zur Geltung kommen lässt, ist der Rauch durchaus präsent. Er ist ziemlich maritim, fast schon islay-like mit seiner Jodnote, dem geräucherten Seetang und einem klaren mineralischen Touch. Ich hatte kürzlich einen Lokita Mezcal Tepeztate im Glas und dessen leichte Rauchnote fördert durchaus die ein oder andere Assoziation mit dem Rauch dieses jungen Taliskers zu Tage, vor allem diese frisch, erdigen Aromen. Interessant. Hinter dem Rauch wird die allpräsente Zitrone durch Vanille und getrockneten französischen Küchenkräutern unterstützt. Die Nase ist unverdünnt wild, jung, vielleicht noch nicht ganz ausgewogen, wie beim klassischen Zehner. 

Mit Wasser bekommt, wie vermutet, der Rauch mehr Aufwind und wird aschiger und öliger. Ansonsten bleiben die Aromen weitgehend identisch, das Sprittige vom Beginn verblasst zunehmend. 


Geschmack
Kann man unverdünnt durchaus genießen, schön cremig und mundfüllend. Beginnt überraschend mit einer deutlichen Toffeesüße. Begleitet wird das Toffee von Zitronenbonbons mit Vanille. Dann übernimmt der Rauch und Torf mit kaltaschigen, maritimen und erdigen Aromen. Im Mundraum wird es durch den Alkohol rasch ziemlich trocken und auch eine gewisse Schärfe übernimmt das Kommando. Sie ist aber weniger intensiv, als man vermuten würde. Bin mir nicht sicher, ob es sich hier um den berühmt, berüchtigten Talisker Chillicatch handelt oder ob es einfach der Alkohol ist, der hier durchbricht. Danach klingt es Richtung Abgang mit getrockneten Kräutern schön aus.

Wasserbeigabe nimmt dem Geschmack etwas an Rauheit, insgesamt wird es mehr homogener aber auch austauschbarer. Der Rauch und die etwas später einsetzende Schärfe sind weiterhin vorhanden, aber abgeschwächt. Bin mir nicht sicher, ob ich ihn unverdünnt und damit etwas wilder nicht besser fand.


Abgang
Und diese Kräutermischung ist, zusammen mit dem anhaltenden maritimen Rauch sowie nun auch einer gewissen Bitterkeit vom Eichenfass, weiterhin tonangebend. Und dies durchaus länger, dies gefällt mir, muss ich sagen. Ebenso wie die Vanille, die immer durchscheint. 


Fazit
Eine puristische Abfüllung ohne viel Schnickschnack. Wer wissen will, wie Talisker ohne viel Fasseinfluss schmeckt ist hier goldrichtig. Aufgrund seiner Jugend ist er bei seinem Aromenspiel straight, gerade heraus. Das gefällt mir. Er hat mehr Rauch als andere Abfüllungen, die ich bislang von Talisker im Glas hatte. Aber ob dies nun tatsächlich der rauchigste Talisker ist? Der Preis ist überzogen, aber es ist ein guter Malt, der mir neue Facetten von Talisker zeigte und deutlich besser ist, als so manche NAS-Abfüllung im Sortiment. 

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English Text-Version


In 2001, Diageo launched its Special Releases series. To date, this prestige series has featured bottlings from 37 distilleries and two blends. Talisker has been involved since the first release, initially with two bottlings, a 25y 1975 at 59.9% for £95 and a 28y 1973 at 43.3% for £495. Those were the days.

Released in 2021, the 59.7% 8y Talisker was priced not much lower than the 1975 Talisker released in 2001. That's how times change. But let's not argue about money, let's enjoy these single malts.

According to the marketing blah-blah, heavily peated refill casks were used for maturation. No word on which casks were actually used. What we do learn is that the smokiest casks were selected for this bottling. I'm very curious to find out.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Light white wine


Nose
Very citrusy and a bit tangy, almost spicy, which flows out of the glass right away. The smoke is not really dominant, but despite the high alcohol content of almost 60%, which often binds the smoke flavours and prevents them from coming to the fore, the smoke is definitely present. It's quite maritime, almost Islay-like. There's an iodine note, smoked seaweed and a clear mineral touch. The other day I had a Lokita Mezcal Tepeztate in my glass and its slightly smoky note definitely brings to mind one or two associations with the smoke of this young Talisker, especially those fresh, earthy flavours. Interesting. Vanilla and dried French kitchen herbs support the omnipresent lemon behind the smoke. Straight, the nose is wild, young, perhaps not quite as balanced as the Classic Ten. 

With water, as expected, the smoke gets more lift. It becomes more ashy and oily. Otherwise, the aromas remain largely the same, with the initial effervescence fading more and more. 


Taste
Beautifully creamy and mouth-filling, can definitely be enjoyed neat. Starts surprisingly with a clear toffee sweetness. The toffee is accompanied by lemon candy with vanilla. Smoke and peat then take over with cold, ashen, maritime and earthy flavours. In the mouth, the alcohol quickly makes it quite dry and a certain spiciness takes over. However, it is less intense than you might expect. I'm not sure if this is the infamous Talisker Chillicatch or if it's just the alcohol breaking through. It finishes nicely with dried herbs.

The addition of water takes some of the roughness out of the flavour, making it more homogeneous but also more interchangeable. The smoke and the slightly delayed onset of the spiciness are still there, but they are less pronounced. I'm not sure if I didn't prefer it undiluted and therefore wilder.


Finish
And this herbal mixture, together with the lingering maritime smoke and now also a certain bitterness from the oak barrel, continues to set the tone. And this is definitely longer, I have to say I like it. Just like the vanilla, which keeps shining through. 


Conclusion
This is a purist bottling, without a lot of frills. This is the one for you if you want to know what Talisker tastes like without too much cask influence. Due to its youth, it is straightforward in its play of flavours. I like that. It has more smoke than other Talisker bottlings I've had in my glass. But is this really the most smoky Talisker? The price is exaggerated, but it is a good malt that showed me new facets of Talisker and is significantly better than many NAS bottlings in the range. 

Mittwoch, 14. Februar 2024

Arran 13y Private Cask Austrian Special Release #1

 

Whiskybase

English Text-Version


An einem Donnerstagabend letzten Jahres stand unter den zahlreichen Flaschen, die jedesmal den großen Holztisch Donnerstag beim Hirschenbrunner in der Neustiftgasse in Wien bevölkern, auch eine Flasche dieses Arrans. Knapp eine Woche vorher war diese 13 Jahre alte Private Cask Abfüllung speziell für Österreich im Ladenlokal gelandet und ein lieber Club-Kollege hatte die Flasche gespendet. Ein paar Drams später war das Regalfach um eine weitere Flasche leerer und ich um eine Flasche reicher. 

Ich ließ sie als Club-Flasche im Ladenlokal von Monika und Erik und konnte den Whisky in den nächsten Wochen so regelmäßig verkosten. Aber, eine 100prozentige Aussage kann ich nur treffen, wenn ich einen Whisky in dem mir gewohnten Nosing Glas und in Ruhe zuhause probiere. Gedacht, getan, die Flasche weilt in der Zwischenzeit in meinem Whiskyregal daheim.

Ein paar Worte noch zu den Eckdaten. Der Whisky wurde am 14.12.2009 gebrannt, kam danach in das Fass mit der Nummer 2009/941, einem Oloroso Sherry Hogshead. Am 30.08.2023 wurde der Inhalt des Fasses ungefärbt und ohne Kühlfiltration auf 280 Flaschen aufgeteilt. 


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Eine feine Nase, die anfänglich die Aromen verhalten preisgeben will. Was jedoch sofort in die Nase steigt ist der Duft von viel Vanille sowie einer ordentlichen Portion Honig, Blütenhonig. Und auch, dass es ein Arran ist. Die für mich bei Arran so typischen klaren, sauberen Aromen nach Zitrone, ein wenig ins Tropische gehende beim Obst, gepaart mit einer leichten Malzigkeit, finden sich hier reichlich. 

Nach einiger Zeit und Sauerstoffaustausch im Glas kommt nicht nur das Aromenspiel deutlicher in Fahrt, der Oloroso Sherryeinfluss wird ebenfalls prägnanter, ohne jedoch das Grunddestillat zu überdecken. Hier wurden eindeutig keine dieser typischen nassen Fässer verwendet. 

Die Sherryaromen kommen hier elegant zur Geltung. Ein Hauch dunkler getrockneter Früchte bilden das Rückrat, zusammen mit dunkler Milchschokolade und Haselnüssen. Darauf liegt eine Schicht von unterschiedlichen roten Früchten, Himbeeren, Erdbeeren, ein paar Heidelbeeren und vielleicht auch vereinzelt Ribiseln, die für einen fruchtig sauren Touch sorgen. Ein warmer Marillenröster sorgt für das Topping. Unverdünnt prickelt der Alkohol anfänglich eine Spur in der Nase, dies nimmt mit der Zeit jedoch deutlich ab. 


Geschmack
Beim ersten Probieren eine schöne deutliche Süße, die sowohl Honig als auch cremiges Karamell vereint, mit einer durch den Alkohol schönen Präsenz im Mund. Danach, wie bereits im Geruch, sind anfänglich die Arran typischen Geschmacksnuancen mit Zitrone, dem Anflug von tropischen Früchten und den malzigen Noten auszumachen. Darauf folgen rasch die Sherryaromen, wie geröstete Haselnüsse, Milchschokolade, Marillenmarmelade sowie die roten Beeren. Ein leichtes Pfefferl leitet zum würzigen Teil über. Der Fasseinfluss wird spürbar mehr. 

Mit ein paar Tropfen Wasser bleibt die Süße zu Beginn, die Sherryaromen erscheinen flotter auf der geschmacklichen Bildfläche. Dafür ist die zwischenzeitliche pikante Ingwernote weniger deutlich ausgeprägt.


Abgang
Der schwarze Pfeffer flacht in Richtung Finish wieder ab. Die Nüsse und die Schokolade, nun mit mehr Kakaoanteil versehen, zeigen sich weiterhin. Vorne an der Innenseite der Wange wird es nun leicht trocken, adstringierend. Eine leichte Bitterkeit zeigt sich, es leibt aber immer sehr aromatisch. Insgesamt ist es ein mittellanges Ende.


Fazit
Ich habe diesen Single Malt nun über einen längeren Zeitraum bereits mehrfach im Glas gehabt. Und jedesmal hat er mir gefallen - auch jetzt in Ruhe und mit dem richtigen Nosingglas. Da hat jemand wirklich ein gutes Fass ausgewählt. Zu keinem Zeitpunkt übertüncht das Fass das Destillat. Auch wenn der Sherryeinfluss nicht zu kurz kommt. So machen Sherry-Vollreifungen Spaß. Trotz seines doch höheren Alkoholgehalts bleibt er immer gefährlich süffig. Für mich eine sehr schöne Einzelfassabfüllung von Arran. Vielleicht kommt irgendwann auch eine #2 dieser Austrian Special Release raus. 

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English Text-Version


On a Thursday evening last year, there was a bottle of this Arran among the many bottles that populate the large wooden table at Hirschenbrunner on Neustiftgasse in Vienna every Thursday. Just one week earlier, this 13-year-old private cask bottling had landed in the shop especially for Austria and a dear club colleague had donated the bottle. A few drams later, the shelf was one bottle emptier and I was one bottle richer. 

I left it as a club bottle in Monika and Erik's shop and was able to sample the whisky regularly over the next few weeks. However, I can only make a 100 per cent statement when I taste a whisky in my usual nosing glass and in peace and quiet at home. No sooner said than done, the bottle is now sitting on my whisky shelf at home.

A few words about the key data. The whisky was distilled on 14 December 2009 and then filled into the cask with the number 2009/941, an Oloroso sherry hogshead. On 30/08/2023, the contents of the cask were bottled uncoloured and without chill filtration in 280 bottles. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark amber colour


Nose
A fine nose that initially reveals the aromas with restraint. However, what immediately hits the nose is the aroma of lots of vanilla and a good portion of honey and blossom honey. And also that it is an Arran. The clear, clean flavours of lemon that are so typical of Arran for me, with a hint of tropical fruit, coupled with a light maltiness, can be found in plentiful supply here. 

After some time and an exchange of oxygen in the glass, not only does the interplay of flavours become more pronounced, but the Oloroso sherry influence also becomes more prominent without overwhelming the base distillate. Clearly none of these typical wet casks were used here. 

The sherry flavours are elegantly accentuated here. A hint of dark dried fruit forms the backbone, together with dark milk chocolate and hazelnuts. On top of this is a layer of various red fruits, raspberries, strawberries, a few blueberries and perhaps a few currants, which provide a fruity, sour touch. A warm apricot roaster provides the topping. Undiluted, the alcohol initially tingles a little on the nose, but this decreases significantly over time. 


Flavour
On first tasting, a nice clear sweetness that combines both honey and creamy caramel, with a nice presence in the mouth due to the alcohol. Then, as in the nose, the typical Arran flavours of lemon, a hint of tropical fruit and malty notes can initially be detected. This is quickly followed by sherry flavours such as roasted hazelnuts, milk chocolate, apricot jam and red berries. A slight peppery flavour leads to the spicy part. The cask influence becomes noticeably stronger. 

With a few drops of water, the sweetness remains at the beginning and the sherry flavours appear more quickly on the palate. The spicy ginger flavour is less pronounced in the meantime.


Finish
The black pepper flavour fades again towards the finish. The nuts and chocolate, now with a higher cocoa content, continue to make themselves known. On the inside of the cheek, it now becomes slightly dry and astringent. There is a slight bitterness, but it remains very aromatic. Overall, it is a medium-long finish.


Conclusion
I have now had this single malt in my glass several times over a longer period of time. And I've enjoyed it every time - even now in a calm state and with the right nosing glass. Someone has really chosen a good cask. At no point does the cask drown out the distillate. Even if the sherry influence is not too short. This is what makes sherry maturation fun. Despite its higher alcohol strength, it always remains dangerously drinkable. For me, a very nice single cask bottling from Arran. Perhaps a #2 of this Austrian Special Release will be released at some time.

Mittwoch, 29. November 2023

Ledaig Sinclair Series Rioja Cask Finish

 

Whiskybase

English Text-Version


Rauchige Single Malts haben sich, zwar verspätet, aber dafür jetzt umso mehr, einen fixen Platz in meinem Whisky-Herz erobert. Neben den Rauch-Vertreter von der Insel Islay haben es mir von Beginn an auch rauchige Single Malts aus anderen schottischen Regionen angetan. So beispielsweise liebe ich den herzhaften kuhstallähnlichen Rauch von Ballechin von Edradour aus den Highlands. Aber auch die Insel-Whiskies mit Talisker, Highland Park (ok, da ist nicht viel Rauch dabei) und seit neuestem auch Tobermory bzw. Ledaig von der Insel Mull haben es mir angetan. 

Ein fixer Bestandteil der Core Range von Ledaig ist der Sinclair Series Rioja Cask Finish. Dabei handelt es sich um einen NAS-Whisky, also ohne Altersangabe. Was wir dafür wissen ist, dass nach einer gewissen Reifezeit in Ex-Bourbon-Fässern, der Malt in spanischen Rioja Rotweinfässern für ein Finish von 18 Monaten übersiedelt. Wie bei Tobermory üblich, wird mit 46,3% ungefiltert und ohne Farbstoff abgefüllt. 

Aussehen
Dunkles Safran bzw. Rostrot


Nase
Gleich von Beginn weg sind kräftige Aromen nach Rauch und warmen, süß säuerlichem Beerenkompott zu riechen. Auf einem Lagerfeuer liegen noch ein paar glimmende Holzkohlestücke, einige davon sind bereits zu Asche zerfallen. Auf dem offenen Feuer steht ein gusseisener Topf indem eine Mischung aus Himbeeren, Erdbeeren und Ribiseln mit Zucker und einer guten Prise Vanilleextrakt zu einem Kompott oder Marmelade, verkocht werden. Eine tolle Kombination aus Frucht und dem typischen Ledaig Rauch, diesem erdigen, holzkohleartigen, etwas schmutzigen Rauch, wo immer auch etwas Meersalz und maritimer Touch mitschwingt. Aber auch Noten von altem Leder und ein würziger Duft nach getrockneten, etwas angerösteter Kräuterstängel begleiten den eingekochten Beerenröster mit dem Rauchgeschmack. Der Alkoholgehalt von knapp über 46% ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Leicht trocken am Anfang jedoch auch spritzig eröffnet der Ledaig den Geschmacksreigen. Schönes kräftiges Mundgefühl, mit einem guten Schuss an süßem Karamell. Dazu ein starkes Raucharoma, deutlich mehr Holzkohle ist vorhanden und es ist aschiger, als nach dem Geruch vermutet. Auch leicht schutzige, nach Motoröl und Maschinenteile schmeckende, Noten. Dazu eine bestimmte Mineralität, die auch der Jugend geschuldet sein kann, sie wirkt aber nicht fehl am Platz, sondern verstärkt die herberen Töne. Überhaupt hat der Whisky eine schöne Ausgewogenheit zwischen Würzigkeit, vor allem durch die getrockneten Küchenkräuter und der stark präsenten Beerenfruchtigkeit. Vor allem wieder Himbeeren und Erdbeeren verbunden mit Vanille und Weingummizeug sorgen für eine tolle fruchtig süßsaure Geschmacksexplosion im Mund. 


Abgang
Die roten Beeren mit den getrockneten, leicht herben Küchenkräutern und wieder etwas altes Leder sind auch im Finish weiterhin tonangebend. Ebenso bleibt auch der holzkohlelastige Rauch und die Asche noch weiterhin dominant. Eine leichte Brise Zimt zeigt sich gegen Ende, zusammen mit einer stärker werdenden Astringenz. Eventuell zeigt sich hier die Tannine der Rioja Weinfässer. Süße ist keine mehr zu schmecken. Insgesamt ist es ein doch langer Abgang für eine NAS-Abfüllung.


Fazit
Ein schönes Beispiel dafür, dass, vor allem bei rauchigen Single Malts, Altersangaben vorrangig nicht ein Alleinstellungsmerkmal für Qualität sein müssen und sind. Diese NAS-Abfüllung ist der Beweis dafür, dass auch vermeintlich junge Malts, vor allem, wenn sie rauchiger Natur sind, schon mit wenigen Jahren im Fass eine wirklich gute Figur im Glas abgeben. Diese tolle Kombination aus der Vielzahl an Beeren mit den fruchtig, säuerlich süßen Aspekten und der intensiven Rauchnote - wobei sie im Geschmack sogar nochmals zulegen kann - gefällt mir ausnahmslos gut. Ein wirklich guter junger schöner Stinker zu einem tollen Preis. Absolute Kaufempfehlung. Bin gespannt, ob Tobermory in der Sinclair Serie noch weitere Abfüllungen auf den Markt bringen wird.

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English Text-Version


Peaty single malts have, late but all the more so now, conquered a permanent place in my whisky heart. In addition to the smoky representatives from the island of Islay, I have also been a fan of smoky single malts from other Scottish regions from the very beginning. For example, I love the savoury, cowshed-like smoke of Ballechin from Edradour in the Highlands. But I also love the island whiskies with Talisker, Highland Park (ok, there's not much smoke) and, more recently, Tobermory and Ledaig from the island of Mull. 

The Sinclair Series Rioja Cask Finish is an integral part of Ledaig's Core Range. This is a NAS whisky, one without an age statement. What we do know is that after a maturation period in ex-bourbon casks, the malt is moved to Spanish Rioja red wine casks for a finish of 18 months. As is usual with Tobermory, it is bottled at 46.3% unfiltered and without colouring. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark saffron or rust red colour


Nose
Right from the start, there are strong aromas of smoke and warm, sweet and sour stewed berries. There are still a few smouldering pieces of charcoal on a campfire, some of which have already disintegrated into ash. On the open fire is a cast iron pot in which a mixture of raspberries, strawberries and currants are cooked with sugar and a good dash of vanilla extract to make a compote or jam. A great combination of fruit and the typical Ledaig smoke, this earthy, charcoal-like, somewhat dirty smoke, where there is always a hint of sea salt and a maritime touch. But notes of old leather and a spicy aroma of dried, slightly roasted herb stalks also accompany the cooked berry roaster with the smoky flavour. The alcohol content of just over 46% is very well integrated.


Flavour
Slightly dry at the beginning but also tangy, the Ledaig opens the flavour roundelay. It has a lovely strong mouthfeel with a good dash of sweet caramel. There is also a strong smoky flavour, much more charcoal is present and it is more ashy than expected from the smell. There are also some slightly dirty notes that taste of engine oil and machine parts. There is also a certain minerality, which may also be due to the youth, but it does not seem out of place, but rather emphasises the more bitter tones. In general, the whisky has a nice balance between spiciness, mainly due to the dried kitchen herbs, and the strongly present berry fruitiness. Raspberries and strawberries in particular, combined with vanilla and wine gums, create a great fruity, sweet and sour explosion of flavour in the mouth. 


Finish
The red berries with the dried, slightly tart kitchen herbs and again some old leather continue to set the tone in the finish. The charcoal-heavy smoke and ash also remain dominant. A light breeze of cinnamon appears towards the end, together with a stronger astringency. The tannins of the Rioja wine barrels may be evident here. There is no more sweetness to be tasted. Overall, it is a long finish for a NAS bottling.


Conclusion
A fine example of the fact that, especially with smoky single malts, age statements do not have to be and are not a unique selling point for quality. This NAS bottling is proof that even supposedly young malts, especially if they are smoky in nature, can make a really good figure in the glass after just a few years in the cask. This great combination of the numerous berries with the fruity, sour-sweet aspects and the intense smoky note - whereby the flavour can even increase again - I like it without exception. A really good young, beautiful stinker at a great price. An absolute recommendation to buy. I'm curious to see whether Tobermory will launch further bottlings in the Sinclair series.


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