Ledaig
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Donnerstag, 30. April 2026

Ledaig 15y Amontillado Sherry (ADoS)

 

Whiskybase

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Marco Bonn hat in seiner Reihe A Dream of Scotland bereits einige sehr feine Ledaig abgefüllt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass sich auch dieser 15-Jährige mit Reifung im Amontillado-Sherry-Cask nahtlos einreiht.

Ich hoffe sehr, dass der Whisky durch die – doch eher selten anzutreffende – Belegung in einem Amontillado-Sherryfass interessante Geschmacksnuancen mitbringt, die man bei den deutlich häufiger anzutreffenden Oloroso- oder PX-Varianten nicht in dieser Form findet. Gerade die Kombination aus dem eigenwilligen Rauch von Ledaig und den eher nussig-kräuterigen Aromen dieses Sherrystyils macht mich neugierig auf diesen Malt.

Lediglich 278 Flaschen wurden aus dem Fass abgefüllt – mit fassstarken 59,1 %, ohne künstliche Färbung und ohne Kühlfiltration.


Aussehen
Sehr dunkles Kupfer, fast schon Richtung Mahagoni.


Nase
Kein Kuhstall.

Bei Ledaig habe ich beim Rauch normalerweise fast immer diese typische Stall- bzw. Kuhstall-Assoziation. Die fehlt hier zu Beginn komplett. Stattdessen zeigt sich sofort eine ordentliche Portion speckiger BBQ-Noten: mariniertes Fleisch, das bereits über einem Holzofengrill brät und bei dem von Zeit zu Zeit Saft und Fett auf die glimmenden Kohlen tropfen.

Neben diesen fleischig-speckigen Barbecue-Aromen treten auch karamellisierter Honig, getrocknete Gewürze und dunkle rote Beeren hervor. Alles verbindet sich zu einem umwerfenden Geruchspotpourri, bei dem man permanent am Glas hängen bleiben möchte.

Auch das gelegentliche Prickeln und die leicht frische Schärfe des höheren Alkoholgehalts stören dabei nicht. Die Aromen wirken homogen und gesetzt, nichts Jugendliches blitzt trotz der Intensität hervor. Die 15 Jahre nimmt man ihm ohne Weiteres ab.

Mit Wasser kommt eine zusätzliche Vanillenote hinzu. Die alkoholische Schärfe reduziert sich, die übrigen Aromen verlieren etwas an Kraft, verweben sich dafür aber noch harmonischer miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Eindruck ist sehr stürmisch. Mit ordentlich Druck und Feuer geht der Ledaig ans Werk. Im Mund ist der Alkohol unverdünnt deutlich stärker wahrnehmbar als in der Nase.

Neben einer intensiven Schärfe, die an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert, zieht der Malt kräftig Wasser auf Zunge und Wangeninnenseiten – ein klassisches Zeichen für hohen Alkoholgehalt.

Daneben zeigen sich eine nicht übertriebene Karamellsüße, Orangenmarmelade mit leicht eingekochtem Charakter, getrocknete Küchenkräuter, Zimt, getrocknete Tabakblätter, viel Holzwürze und ein großes Stück dunkler, herber Schokolade.

Den Rauch nehme ich im Geschmack weniger deutlich wahr. Was bleibt, ist der Nachhall eines ausklingenden Holzfeuers mit Aschebildung sowie dunkel angebratenes Fleisch mit kräftiger Marinadenkruste.

Dieser Malt verlangt eindeutig nach ein paar Tropfen Wasser.

Und ja – Wasser tut ihm ausgesprochen gut. Nicht nur, dass die anfängliche Hitze und alkoholische Schärfe deutlich gemildert werden: Die übrigen Aromen treten klarer hervor und beginnen regelrecht zu glänzen. Er wird überraschend süffig und ausgesprochen lecker.


Abgang
Bis ins Finish hinein bleiben Hitze und die damit verbundene Schärfe zunächst präsent. Sobald diese abklingen, haften rote Beeren, Tabaknoten, Holz, Karamell und Asche noch sehr lange im Mundraum.


Fazit
Das ist für mich ein Malt, der Wasser benötigt, um seine Aromenvielfalt und -kraft wirklich ausspielen zu können. Man kann ihn selbstverständlich pur trinken, mir ist er dann – vor allem am Gaumen – etwas zu anstrengend.

Mit Wasser hingegen wird er richtig stark. Besonders gefällt mir, dass er nicht zu süß geraten ist. Die speckigen Aromen stehen ihm ausgesprochen gut.

Mittwoch, 14. August 2024

Ledaig 10y 2008 Barrel Selection (Wilson & Morgan)

 

Whiskybase

English Text-Version


Ein Kumpel bot, anlässlich seiner Übersiedlung in eine neue Wohnung, im Freundeskreis ein paar Anbruchflaschen an. Es hatten sich mit der Zeit einfach zu viele offene Flaschen angesammelt und er wollte es sich ersparen, sie mühsam in sein neues Domizil zu schleppen. Wie nicht anders zu erwarten, waren ein paar wirklich tolle Tropfen darunter. 

Eine Flasche erweckte meine Aufmerksamkeit. Ein Ledaig mit zehn Jahren vom italienischen unabhängigen Abfüller Wilson & Morgan. Abgefüllt für seine Barrel Selection Serie mit höherem Alkoholgehalt von 50%. Das 1992 in Venedig von Fabio Rossi gegründete Unternehmen ist in Kennerkreisen für seine Abfüllungen bekannt. Keine Kühlfiltration, keine Nachfärbung und speziell bei der Barrel Selection Reihe kommen oft sehr ehrliche, nicht fassgetriebene Abfüllungen auf den Markt.

Ich war neugierig. Ledaig bzw. Tobermory ist ohnehin eine meiner favorisierten Brennereien in Schottland.  


Aussehen
Heller Weißwein


Nase
Mineralisch, staubig, trockener Rauch mit einer leicht schmutzigen Kuhstallattitüde. So beginnt dieser junge Whisky aus Mull. Hinter diesem mittelstarken Rauch duftet es nach einem geräucherten Zitronenkuchen mit viel Vanille - so eine intensive Zitrusfrucht. Spritzig und fruchtig ist der Malt mit Einsprenkelungen  von getrockneten Kräutern. Er erinnert sehr an junge Islay-Raucher wie ein Lagavulin 8y oder ein Wee Beastie von Ardbeg, jedoch finde ich, trotz seiner Spritzigkeit, die Aromen feiner abgestimmt. Er ist nicht komplex, eher einfach und straight gerade heraus, aber das Zusammenspiel zwischen dem Destillat und dem Bourbonfass hat im Geruch sehr gut harmoniert. 


Geschmack
So einfach, im besten Sinne des Wortes, und solide wie bereits in der Nase, geht es im Mund weiter. Zuerst begrüßt einen der intensive Rauch beim ersten Schluck, gefolgt von einer überraschenden Süße die sofort Begleitung durch die Zitrusfrucht und Vanille findet. Der Rauch ist nun nicht nur mineralisch sondern hat auch etwas fleischiges, wie von einem BBQ. Dazu gesellt sich eine angenehme nach Küchenkräutern schmeckende Würzigkeit die Verstärkung durch eine nicht allzu starke pfeffrige Schärfe bekommt. 


Abgang
Der leicht schmutzige Rauch wandelt sich gegen Ende hin etwas mehr zu Asche. In Verbindung mit den getrockneten Küchenkräutern sowie einer noch subtil vorhandenen Süße, klebt diese Rauch/Asche Kombination förmlich im Mundraum und verweilt dort lange.


Fazit
Back to the Roots. Dies ist ein feiner ehrlicher junger Whisky bei dem das Bourbonfass das gemacht hat, was es soll. Nämlich den Geschmack des Grunddestillats zu unterstützen und die Kernaromen zu unterstreichen. Er gefällt mir in seiner Natürlichkeit und Einfachheit, ohne dabei fad zu wirken, sehr gut. Kein Komplexitätsmonster. Will er nicht sein. Perfekt für gemütliche Stunden, zb. auf der Terrasse oder Balkon. Hat man schnell auseinandergenommen und lässt sich danach herrlich genießen.

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English Text-Version


A mate offered some open bottles to his friends when he moved into a new flat. Over time he had accumulated too many open bottles and wanted to save himself the hassle of lugging them to his new home. As you might expect, there were some really great bottles among them. 

One bottle in particular caught my eye. A ten year old Ledaig from independent Italian bottlers Wilson & Morgan. Bottled for their Barrel Selection series with a higher alcohol strength of 50%. Founded in Venice in 1992 by Fabio Rossi, the company is well known in connoisseur circles for its bottlings. No chill-filtration, no re-colouring, and the Barrel Selection range in particular often produces very honest, non-cask-driven bottlings.

I was curious. Ledaig or Tobermory is one of my favourite Scottish distilleries anyway.  

Fotocredit: Wilson & Morgan


Appearance
Pale white wine


Nose
Mineral, dusty, dry smoke with a slightly dirty cowshed flavour. That's how this young Mull whisky starts. Behind this medium-bodied smoke is a smoked lemon cake with lots of vanilla - such an intense citrus flavour. With a hint of dried herbs, the malt is spicy and fruity. It reminds me of young Islay smokers like Lagavulin 8y or Ardbeg's Wee Beastie, but despite its sparkling, I find the flavours more balanced. It is not complex, rather simple and straightforward, but the interplay between the distillate and the bourbon cask is very well matched on the nose. 


Palate
As simple, in the best sense of the word, and solid as the nose, it continues in the mouth. The first sip is greeted by intense smoke, followed by a surprising sweetness that is immediately accompanied by citrus and vanilla. The smoke is now not only mineral, but also has a meaty, barbecue flavour. There is also a pleasant spiciness, reminiscent of herbs, with a not too strong peppery note. 


Finish
The slightly dirty smoke turns to ash towards the end. Combined with the dried herbs and a subtle sweetness, this smoke/ash combination literally sticks in the mouth and lingers for a long time.


Conclusion
Back to the roots. A fine, honest young whisky where the bourbon cask has done what it should. To support the base distillate flavour and highlight the core flavours. I really like its naturalness and simplicity, without being bland. Not a monster of complexity. It doesn't want to be. Perfect for cosy hours on the terrace or balcony. You can quickly take it apart and enjoy it afterwards.

Mittwoch, 29. November 2023

Ledaig Sinclair Series Rioja Cask Finish

 

Whiskybase

English Text-Version


Rauchige Single Malts haben sich, zwar verspätet, aber dafür jetzt umso mehr, einen fixen Platz in meinem Whisky-Herz erobert. Neben den Rauch-Vertreter von der Insel Islay haben es mir von Beginn an auch rauchige Single Malts aus anderen schottischen Regionen angetan. So beispielsweise liebe ich den herzhaften kuhstallähnlichen Rauch von Ballechin von Edradour aus den Highlands. Aber auch die Insel-Whiskies mit Talisker, Highland Park (ok, da ist nicht viel Rauch dabei) und seit neuestem auch Tobermory bzw. Ledaig von der Insel Mull haben es mir angetan. 

Ein fixer Bestandteil der Core Range von Ledaig ist der Sinclair Series Rioja Cask Finish. Dabei handelt es sich um einen NAS-Whisky, also ohne Altersangabe. Was wir dafür wissen ist, dass nach einer gewissen Reifezeit in Ex-Bourbon-Fässern, der Malt in spanischen Rioja Rotweinfässern für ein Finish von 18 Monaten übersiedelt. Wie bei Tobermory üblich, wird mit 46,3% ungefiltert und ohne Farbstoff abgefüllt. 

Aussehen
Dunkles Safran bzw. Rostrot


Nase
Gleich von Beginn weg sind kräftige Aromen nach Rauch und warmen, süß säuerlichem Beerenkompott zu riechen. Auf einem Lagerfeuer liegen noch ein paar glimmende Holzkohlestücke, einige davon sind bereits zu Asche zerfallen. Auf dem offenen Feuer steht ein gusseisener Topf indem eine Mischung aus Himbeeren, Erdbeeren und Ribiseln mit Zucker und einer guten Prise Vanilleextrakt zu einem Kompott oder Marmelade, verkocht werden. Eine tolle Kombination aus Frucht und dem typischen Ledaig Rauch, diesem erdigen, holzkohleartigen, etwas schmutzigen Rauch, wo immer auch etwas Meersalz und maritimer Touch mitschwingt. Aber auch Noten von altem Leder und ein würziger Duft nach getrockneten, etwas angerösteter Kräuterstängel begleiten den eingekochten Beerenröster mit dem Rauchgeschmack. Der Alkoholgehalt von knapp über 46% ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Leicht trocken am Anfang jedoch auch spritzig eröffnet der Ledaig den Geschmacksreigen. Schönes kräftiges Mundgefühl, mit einem guten Schuss an süßem Karamell. Dazu ein starkes Raucharoma, deutlich mehr Holzkohle ist vorhanden und es ist aschiger, als nach dem Geruch vermutet. Auch leicht schutzige, nach Motoröl und Maschinenteile schmeckende, Noten. Dazu eine bestimmte Mineralität, die auch der Jugend geschuldet sein kann, sie wirkt aber nicht fehl am Platz, sondern verstärkt die herberen Töne. Überhaupt hat der Whisky eine schöne Ausgewogenheit zwischen Würzigkeit, vor allem durch die getrockneten Küchenkräuter und der stark präsenten Beerenfruchtigkeit. Vor allem wieder Himbeeren und Erdbeeren verbunden mit Vanille und Weingummizeug sorgen für eine tolle fruchtig süßsaure Geschmacksexplosion im Mund. 


Abgang
Die roten Beeren mit den getrockneten, leicht herben Küchenkräutern und wieder etwas altes Leder sind auch im Finish weiterhin tonangebend. Ebenso bleibt auch der holzkohlelastige Rauch und die Asche noch weiterhin dominant. Eine leichte Brise Zimt zeigt sich gegen Ende, zusammen mit einer stärker werdenden Astringenz. Eventuell zeigt sich hier die Tannine der Rioja Weinfässer. Süße ist keine mehr zu schmecken. Insgesamt ist es ein doch langer Abgang für eine NAS-Abfüllung.


Fazit
Ein schönes Beispiel dafür, dass, vor allem bei rauchigen Single Malts, Altersangaben vorrangig nicht ein Alleinstellungsmerkmal für Qualität sein müssen und sind. Diese NAS-Abfüllung ist der Beweis dafür, dass auch vermeintlich junge Malts, vor allem, wenn sie rauchiger Natur sind, schon mit wenigen Jahren im Fass eine wirklich gute Figur im Glas abgeben. Diese tolle Kombination aus der Vielzahl an Beeren mit den fruchtig, säuerlich süßen Aspekten und der intensiven Rauchnote - wobei sie im Geschmack sogar nochmals zulegen kann - gefällt mir ausnahmslos gut. Ein wirklich guter junger schöner Stinker zu einem tollen Preis. Absolute Kaufempfehlung. Bin gespannt, ob Tobermory in der Sinclair Serie noch weitere Abfüllungen auf den Markt bringen wird.

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English Text-Version


Peaty single malts have, late but all the more so now, conquered a permanent place in my whisky heart. In addition to the smoky representatives from the island of Islay, I have also been a fan of smoky single malts from other Scottish regions from the very beginning. For example, I love the savoury, cowshed-like smoke of Ballechin from Edradour in the Highlands. But I also love the island whiskies with Talisker, Highland Park (ok, there's not much smoke) and, more recently, Tobermory and Ledaig from the island of Mull. 

The Sinclair Series Rioja Cask Finish is an integral part of Ledaig's Core Range. This is a NAS whisky, one without an age statement. What we do know is that after a maturation period in ex-bourbon casks, the malt is moved to Spanish Rioja red wine casks for a finish of 18 months. As is usual with Tobermory, it is bottled at 46.3% unfiltered and without colouring. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark saffron or rust red colour


Nose
Right from the start, there are strong aromas of smoke and warm, sweet and sour stewed berries. There are still a few smouldering pieces of charcoal on a campfire, some of which have already disintegrated into ash. On the open fire is a cast iron pot in which a mixture of raspberries, strawberries and currants are cooked with sugar and a good dash of vanilla extract to make a compote or jam. A great combination of fruit and the typical Ledaig smoke, this earthy, charcoal-like, somewhat dirty smoke, where there is always a hint of sea salt and a maritime touch. But notes of old leather and a spicy aroma of dried, slightly roasted herb stalks also accompany the cooked berry roaster with the smoky flavour. The alcohol content of just over 46% is very well integrated.


Flavour
Slightly dry at the beginning but also tangy, the Ledaig opens the flavour roundelay. It has a lovely strong mouthfeel with a good dash of sweet caramel. There is also a strong smoky flavour, much more charcoal is present and it is more ashy than expected from the smell. There are also some slightly dirty notes that taste of engine oil and machine parts. There is also a certain minerality, which may also be due to the youth, but it does not seem out of place, but rather emphasises the more bitter tones. In general, the whisky has a nice balance between spiciness, mainly due to the dried kitchen herbs, and the strongly present berry fruitiness. Raspberries and strawberries in particular, combined with vanilla and wine gums, create a great fruity, sweet and sour explosion of flavour in the mouth. 


Finish
The red berries with the dried, slightly tart kitchen herbs and again some old leather continue to set the tone in the finish. The charcoal-heavy smoke and ash also remain dominant. A light breeze of cinnamon appears towards the end, together with a stronger astringency. The tannins of the Rioja wine barrels may be evident here. There is no more sweetness to be tasted. Overall, it is a long finish for a NAS bottling.


Conclusion
A fine example of the fact that, especially with smoky single malts, age statements do not have to be and are not a unique selling point for quality. This NAS bottling is proof that even supposedly young malts, especially if they are smoky in nature, can make a really good figure in the glass after just a few years in the cask. This great combination of the numerous berries with the fruity, sour-sweet aspects and the intense smoky note - whereby the flavour can even increase again - I like it without exception. A really good young, beautiful stinker at a great price. An absolute recommendation to buy. I'm curious to see whether Tobermory will launch further bottlings in the Sinclair series.


Mittwoch, 22. Februar 2023

Ledaig 15y 2007 ADoS

 

Whiskybase

English Text-Version


Das Brühler Whiskyhaus rund um Marco Bonn bringt immer wieder, im Rahmen der hauseigenen A Dream of Scotland (ADoS) Reihe, etwas aus der Tobermory Brennerei auf der Isle of Mull in die Flasche. Nach dem 16jährigen Ledaig aus der Fairytale Series ist dies der zweite Raucher aus Mull, den ich von Marco Bonn verkoste.

Diese Abfüllung ist 15 Jahre gereift, zuerst in Bourbon Cask und danach durfte es fürs Finish noch in ein Oloroso Sherry Fass. Die 347 Flaschen wurden mit 55,6% Fassstärke abgefüllt.


Aussehen
Dunkler Bernstein, schön ölige Konsistenz im Glas.


Nase
Der erste Eindruck in der Nase verschlägt einen sogleich auf ein altes Walfischfängerschiff aus Moby Dicks Zeiten. Rauchschwaden von einem Holzkohlenfeuer an Deck des Seglers. Tranig ölige Reste von Walfischfleisch mit Jodgeruch liegen daneben in einem Bottich. Klingt schlimm. Ist es aber nicht. Denn dahinter findet man rasch fruchtig süße Anklänge von englischer Orangenmarmelade mit dünn geschnittenen Stücken der Orangenschale, die ein leicht bitteres Aroma erzeugen und die Süße gut austarieren. Dazu gibt es Vanillepudding mit säuerlicher Beerengrütze und Kirschen sowie gerösteten Walnusskernen. Der Alkohol ist für die Stärke gut eingebunden. Er zeigt sich ganz leicht durch eine dezente Frische in der Nase und einem Prickeln, wenn man sein Riechorgan zu tief ins Glas senkt. Mit ein paar Tropfen Wasser wird es fruchtiger und die Aromen vom Pudding intensiver.


Geschmack
Ein sehr weiches, cremiges Mundgefühl. Hm. Der Malt gleitet mit einer schönen Kombination aus dem etwas schmutzigen Rauch und der Süße des eingekochten Beerenkompotts in den Mundraum. Dazu kommt wieder die Vanille. Leichte Ingwerschärfe und getrocknete Küchenkräuter übernehmen danach die Führung. Der Rauch ist immer präsent. Die holzigen Aromen der Eichenfässer kommen mehr hervor.
Im Geschmack führt minimale Wasserzugabe zu etwas mehr Süße und einer Reduktion der späteren Ingwer/Pfeffernote. Eine deutliche Verbesserung erreicht man aber nicht, würde sogar eher zu ohne Wasser tendieren.


Abgang
Weiterhin ist der Holzkohlenrauch vorhanden, kühlt jetzt aber immer mehr zur kalten Asche ab. Eine gewisse Bitterkeit der Haut der Walnüsse breitet sich aus, zusammen mit der ausgekratzten Vanilleschote und den Küchenkräutern. Zum Finish hin wird es trockener. Insgesamt ist der Abgang mittellang, vom Rauch abgesehen.


Fazit
Ich mag Ledaig. Diese schmutzigen Rauchschwaden, das leicht Dreckige, dass gefällt mir. Diese Abfüllung ist zwar nicht die komplexeste. Hätte man sich nach 15 Jahren mehr erwartet? Vielleicht. Aber eigentlich auch nicht. Man merkt die Jahre an Reifung. Er hat Kraft, aber er ist nicht mehr wild und rau. Er hat schon eine gewisse Ruhe und Ausgewogenheit im Glas, die mir persönlich sehr gefällt. Er hat, wie gesagt, nicht viele Nuancen oder Ebenen, aber die Aromen, die da sind, bespielt er sehr gut. Ob er die knapp € 150,- Ausgabepreis wert sind? Ich fürchte Ledaigs mit diesem Alter werden nicht billiger. Wer Ledaigs mag, kann hier zugreifen.

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English Text-Version


The Brühl whisky house around Marco Bonn always bottles something from the Tobermory distillery on the Isle of Mull as part of its own A Dream of Scotland (ADoS) series. After the 16-year-old Ledaig from the Fairytale Series, this is the second smoker from Mull that I taste from Marco Bonn.

This bottling is matured for 15 years, first in Bourbon Cask and then it was allowed to finish in an Oloroso Sherry cask. The 347 bottles were bottled at 55.6% cask strength.

Fotocredit: Brühler Whiskyhaus


Appearance
Dark amber, nice oily consistency in the glass.


Nose
The first impression on the nose immediately transports you to an old whaling ship from Moby Dick's time. Clouds of smoke from a charcoal fire on the deck of the ship. Oily remains of whale meat with the smell of iodine lie in a vat next to it. Sounds bad. But it is not. Because behind it you quickly find fruity sweet hints of English orange marmalade with thinly sliced pieces of orange peel that create a slightly bitter aroma and balance the sweetness well. This is accompanied by custard with tart berry grits and cherries and toasted walnut kernels. The alcohol is well integrated for the strength. It shows very slightly through a discreet freshness in the nose and a tingling sensation if you lower your smelling organ too deeply into the glass. With a few drops of water, it becomes more fruity and the flavours of the pudding more intense.


Taste
A very soft, creamy mouthfeel. Hmm. The malt glides into the mouth with a nice combination of the somewhat dirty smoke and the sweetness of the boiled down berry compote. This is joined by the vanilla again. Light ginger spiciness and dried kitchen herbs take over after that. The smoke is always present. The woody aromas of the oak barrels come out more.
In the taste, minimal addition of water leads to a little more sweetness and a reduction of the later ginger/pepper note. However, a clear improvement is not achieved, would even tend towards without water.


Finish
Charcoal smoke continues to be present, but now cools more and more to cold ash. Some bitterness from the walnut skin spreads, along with the scraped vanilla bean and kitchen herbs. It becomes drier towards the finish. Overall, the finish is medium long, apart from the smoke.


Conclusion
I like Ledaig. Those dirty puffs of smoke, the slightly dirty, I like that. This bottling is not the most complex. Would one have expected more after 15 years? Perhaps. But not really. You notice the years of maturation. It has power, but it is no longer wild and rough. It already has a certain calmness and balance in the glass, which I personally like very much. As I said, it doesn't have many nuances or levels, but the aromas that are there are played with very well. Is it worth the almost €150 price tag? I'm afraid Ledaigs of this age won't get any cheaper. If you like Ledaigs, you can buy this one.

Mittwoch, 14. September 2022

Ledaig 2005 16y ADoS

 

Whiskybase

English Version


Marco Bonn vom Brühler Whiskyhaus hat im Rahmen seiner A Dream of Scotland (ADoS) Reihe vor kurzem auch einen sechszehn jährigen Ledaig herausgebracht. Seine Abfüllungen sind nicht nur im Design immer sehr speziell, sondern oft auch bei den verwendeten Fässern. Wer Marco kennt weiß, er mag es bei Whiskys oft recht süß. Dies ist eins der Markenzeichen der ADoS Serie.

Ledaigs sind die rauchigen Whiskys aus der Tobermory Brennerei von der Isle of Mull und davon hatte ich noch nicht so viele im Glas. Eine tolle Gelegenheit dies zu korrigieren.

Der 16jährige reifte in Ex-Bourbon und Refill Sherry-Fässern. Es wurden insgesamt 284 Flaschen, selbstverständlich ungefärbt und ungefiltert, mit 57,2% Alkohol abgefüllt. 


Aussehen
Warmer Bernstein


Nase
Sofort wabern Rauchschwaden aus dem Glas. Aber kein Holzrauch oder phenolischer Rauch wie bei Islay Whisky bekannt. Es ist ein wenig wie Kuhstallrauch, als würde Heu auf einem Misthaufen kokeln und leicht rauchen. Tastet man sich hinter den Rauch erscheint sofort ein Korb voller Marillen und Pfirsichen frisch vom Baum gepflückt, vielleicht mit ein wenig überreifem Fallobst vermischt. Dazu eine Schüssel voll mit Stücken von süßer Haribo Fruchtgummi Mischung. Mit etwas Stehzeit und Sauerstoff wechseln die Fruchtaromen zu Ananasscheiben die auf dem Holzkohlegrill liegen und der süße Saft der Ananas tropft in die Glut. Ein paar getrocknete Zweige von Kräutern wie Rosmarin und Thymian liegen auf den gegrillten und bereits karamellisierten Ananasscheiben. Eine schöne kräuterige Würzigkeit kommt zum Vorschein. Die doch beachtliche Alkoholstärke ist überhaupt nicht zu merken. 


Geschmack
Mit sehr süßem flüssigen Karamell und nach den am Ende im Geruch dominierenden Küchenkräutern schmeckend, geht es sehr weich auf die Zunge. Sofort entfaltet sich ein schöner kräftiger Antritt mit dem speziellen schmutzigen Rauch nach feuchtem Heu und Wiese und dahinter ist auch wieder der fruchtige Aromenmix präsent. Der Alkohol schiebt spürbar an, die unterschiedlichen Geschmackskomponenten, vor allem die Kräuter und der Rauch werden schön nach vorne gebracht. Etwas weißer Pfeffer und geraspelter Ingwer zeigen sich am Ende ebenfalls im Mund und erzeugen eine schöne Geschmacksharomonie zusammen mit der anfänglichen Süße und Fruchtkonzentration. Mit ein paar Tropfen Wasser wird es würziger, die süßen Fruchtaromen wandern mehr in den Hintergrund - Wasser bringt keine substanzielle Verbesserung.


Abgang
Schön wärmend gleitet der Whisky die Speiseröhre hinab. Schöne Kräuter- und Raucharomen sind weiterhin zugegen. Nun eher weniger fruchtbetont. Es wird adstringierender und es kommt mehr Holz mit einer leichten bitteren Note zum Vorschein. Der Abgang ist mittel bis lange.


Fazit
Diese schöne dreckige Rauchnase mit dem tollen Fruchtkorb gefallen mir richtig gut. Im Geschmack, unbedingt ohne Wasserzugabe probieren, weiß die Kombination aus süßer Karamellsauce mit der würzigen, geräucherten Kräutermischung zu überzeugen. Der Alkohol ist wirklich gut eingebunden. Wasser ist nicht nötig. Die 16 Jahre merkt man vor allem am Ende durch den Einschlag von aromatischen Holzaromen. Da hat Marco ein gutes Fass zur rechten Zeit abgefüllt. 

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English Version


Marco Bonn from Brühler Whiskyhaus has recently also released a sixteen-year-old Ledaig as part of his A Dream of Scotland (ADoS) series. His bottlings are always very special, not only in design, but often also in the casks used. Those who know Marco know that he often likes his whiskies quite sweet. This is one of the trademarks of the ADoS series. 

Ledaigs are the smoky whiskies from the Tobermory distillery on the Isle of Mull and I haven't had many of them in my glass yet. A great opportunity to correct this.

The 16-year-old matured in ex-bourbon and refill sherry casks. A total of 284 bottles were bottled, of course uncoloured and unfiltered, with 57.2% alcohol. 


Appearance
Warm amber


Nose
Immediately, wisps of smoke waft from the glass. But not wood smoke or phenolic smoke like Islay whisky is known for. It's a bit like cowshed smoke, as if hay were being cooled on a dung heap and smoking lightly. If you feel behind the smoke, a basket full of apricots and peaches freshly picked from the tree, perhaps mixed with a little overripe windfall fruit, immediately appears. Accompanied by a bowl full of pieces of sweet Haribo fruit gum mix. With some standing time and oxygen, the fruit flavours change to pineapple slices lying on the charcoal grill and the sweet juice of the pineapple drips into the embers. A few dried sprigs of herbs like rosemary and thyme lie on the grilled and already caramelised pineapple slices. A nice herbal spiciness emerges. The considerable alcohol strength is not noticeable at all. 


Taste
With very sweet liquid caramel and tasting of the culinary herbs that dominate in the aroma at the end, it goes very smoothly on the tongue. Immediately a nice strong attack unfolds with that special dirty smoke of damp hay and meadow and behind that the fruity mix of flavours is present again. The alcohol pushes noticeably, the different flavour components, especially the herbs and the smoke are brought forward nicely. Some white pepper and grated ginger also show up in the mouth at the end and create a nice flavour harmony together with the initial sweetness and fruit concentration. With a few drops of water it becomes spicier, the sweet fruit flavours move more into the background - water does not bring any substantial improvement.


Finish
The whisky glides down the oesophagus in a nice warming way. Nice herbal and smoky aromas are still present. Now rather less fruity. It becomes more astringent and more woody with a slight bitter note appears. The finish is medium to long.


Conclusion
I really like this nice dirty smoke nose with the great fruit basket. On the palate, definitely try it without adding water, the combination of sweet caramel sauce with the spicy, smoked herb mix knows how to convince. The alcohol is really well integrated. Water is not necessary. The 16 years are especially noticeable at the end with the impact of aromatic wood flavours. Marco has bottled a good cask at the right time. 

Mittwoch, 31. März 2021

3 x War of the Peat (whic) im Duell

 


Ich habe überraschend wieder einmal ein Gratis-Sample von whic bekommen (vielen Dank dafür!!!). Und zwar den neuen Ardmore 10y aus der "The War of the Peat"-Reihe. Und da ich noch zwei andere Samples aus dieser Reihe in meinem Archiv hatte, war es an der Zeit die drei mal zu kosten.


Ledaig 2007/2020 12y - War of the Peat IV (whic)


Nase & Aussehen
Ein dunkles Gelb als Farbe im Glas und vereinzelte Schlieren und Tropfenbildung am Glasrand. Zuerst ohne Wasser. Rauch wirkt zu Beginn leicht phenolisch und wie kalte Asche in einem Ofen. Danach wird der Rauch süßer und säuerlicher - geht in Richtung Räucherfleisch. Nach ein paar Minuten zeigen sich gegrillte Ananas und Pfirsich. Ebenso Kräuter wie Salbei und Thymian. Generell eine nette dreckige Gesamtnote. Einflüsse vom Sherryfass sind vordergründig nicht erkennbar. Mit Wasser wird der Geruch insgesamt runder. Die süßen Aromen nehmen Fahrt auf. Der Rauch nimmt an Intensität ab.


Geschmack
Sofort viel Rauch und Torf. Ein schönes Mundgefühl. Eine deutliche karamellige Süße, kombiniert mit einer Zitrusnote. Gewürze aus der Nase auch im Mund da. Eiche zeigt sich - etwas prickelnd und pfeffrig. Alkohol ist für 58,5% sehr gut eingebunden. Läßt sich gut pur genießen. Mit Wasser sind die gegrillten Früchte nun auch im Geschmack deutlicher.


Abgang
Der Rauch und die torfigen Aromen kombinieren sich am Ende mehr mit der Eiche. Die Zitrone aus dem Geschmack wird zur Grapefruit. Ganz zum Schluss bleibt die Asche aus der Nase noch länger abklingend präsent.


Fazit
Mein erster Ledaig. Yep, der ist schön schmutzig. Gefällt mir gut. Mit Wasser wird er süffiger, süßer und fruchtiger. Das Refill Sherryfass ist kaum zu erahnen - stört aber auch nicht. Ist nicht ganz easy drinking. Guter Malt!



Caol Ila 2013/2020 6y - War of the Peat V (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe zeigt sich als sattes Strohgelb, ein dünner Film mit öligen Schlieren im Glas. Ohne Wasser. Deutlich kalter Holzkohlenrauch zuerst. Danach noch nicht allzu reifes gelbes und grünes Kernobst. Auch eine aromatische Limette zeigt sich. Ordentlich Karamell. Der Rauch ist gesamte Zeit unterschwellig präsent und wechselt immer mehr in Richtung Räucherspeck. Der Alkohol ist für seine 61,8% gut eingebunden. Keine metallischen Noten oder sonstige Fehlnoten trotz seiner Jugend bemerkbar. Mit Wasser wird der Rauch noch intensiver und speckiger. Leicht maritim mit Seetang-Aroma und einer salzigen Note.


Geschmack
Sehr süßer Antritt sofort zu Beginn im Mund. Öliges Mundgefühl. Die Alkoholstärke zeigt sich durch eine leichte Schärfe die an roten aromatischen Pfeffer erinnert. Weiterhin eine sehr schöne Fruchtigkeit. Rauch ist im Geschmack da aber doch weniger dominant als man von der Nase vermutet hätte. Trotz über 60% Alkoholgehalt ist der Youngster auch ohne Verdünnung durch Wasser gut trinkbar.


Abgang
Am Ende leicht adstringierend am Gaumen und Zunge, sicherlich vor allem der Alkoholstärke geschuldet. Gegen Ende meldet sich der Rauch und der Torf wieder kompakt zurück. Etwas Eichenwürze und -bitterkeit, die sich durch eine angenehme Kaffeenote zeigt. Die Aromen vom Rauch bleiben länger im Mundraum präsent, ansonsten gestaltet sich das Finish eher mittel- bis kurzlebig.


Fazit
Trotz seiner nur 6 Jahren Alter weiß der Coal Ila zu gefallen. Mit ein paar Jahren mehr im Fass hätte er vielleicht an einigen Stellen noch runder und harmonischer sein können, aber als Junger Wilder kommt er gut zur Geltung. Ich glaube ich entwickle eine gewisse Freude an jungen Rauchern.


Ardmore 2010/2020 10y - War of the Peat VIII (whic)


Nase & Aussehen
Die Farbe präsentiert sich mit einem hellen Strohgelb. Ein sehr öliger Film schmiegt sich am Premium Snifter an. Der Malt startet gleich mit einem deutlichen aschigen Holzrauch. Leicht mineralisch in der Nase, der Alkohol mit 62,7% ist spürbar - aber nicht unangenehm. Neben Lakritze zeigt sich eine starke Vanillenote. Gelbe Äpfel und Zitrusaromen kombinieren sich nach ein paar Minuten Standzeit mit der süßen Bourbon-Vanille. Mit Fortdauer wandelt sich die Frucht in Richtung süßsaures Weingummi oder in noch nicht allzureife grüne Trauben.


Geschmack
Sehr öliges Mundgefühl. Zuckersüßer und gleichzeitig traubenfruchtiger Start. Die Vanillearomen aus der Nase zeigen sich. Danach kommt eine starke Pfeffrigkeit, die auch mit Wasserzugabe wenig abnimmt. Gewürze wie Zimt und Muskat sind ebenfalls vorhanden - dies könnte vom Sherryfass stammen. Untermalt wird dies alles von der Asche aus der Nase.


Abgang
Die Pfeffernote aus dem Geschmack ist auch zu Beginn beim Abgang deutlich anwesend. Der Rauch, zusammen mit der Eiche - die sich als italienischer Mokka präsentiert - treten in den Vordergrund. Beim eher mittellangen Abgang wird es gegen Ende hin nochmals etwas adstringierend durch den Alkohol.


Fazit
Überraschend starke Rauch- und Torfkomponente. Angenehm und rund in der Nase. Die fast schon an den Chili-Punch von Talisker erinnernde Schärfe im Mund überrascht, ist aber bei weitem nicht unangenehm. Dieser Ardmore kann durchaus mit seinen Rauch-Kollegen von den Inseln mithalten.


Gesamtfazit
Alle drei Duellanten haben einen eigenen Charakter. Der Rauch ist bei allen drei kräftig am Werk. Der Jüngste im Bunde überrascht mit einer tollen Kombination aus Caol Ila Rauch und einer schönen süßfruchtigen Komponente. Der Ledaig, der älteste in der Runde besitzt diese gewisse Dreckigkeit, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist, mir heute aber gut gefallen hat. Und der Ardmore mit der höchsten Alkoholstärke hatte ordentlich Wumms hinsichtlich Rauch und Würzigkeit. 

Am meisten überzeugt von den drei Stinkern hat mich der Caol Ila, vielleicht durch seine Ungeschliffenheit und das er trotzdem schon feine Ansätze gezeigt hat.




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