Mull
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Donnerstag, 30. April 2026

Ledaig 15y Amontillado Sherry (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Marco Bonn hat in seiner Reihe A Dream of Scotland bereits einige sehr feine Ledaig abgefüllt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass sich auch dieser 15-Jährige mit Reifung im Amontillado-Sherry-Cask nahtlos einreiht.

Ich hoffe sehr, dass der Whisky durch die – doch eher selten anzutreffende – Belegung in einem Amontillado-Sherryfass interessante Geschmacksnuancen mitbringt, die man bei den deutlich häufiger anzutreffenden Oloroso- oder PX-Varianten nicht in dieser Form findet. Gerade die Kombination aus dem eigenwilligen Rauch von Ledaig und den eher nussig-kräuterigen Aromen dieses Sherrystyils macht mich neugierig auf diesen Malt.

Lediglich 278 Flaschen wurden aus dem Fass abgefüllt – mit fassstarken 59,1 %, ohne künstliche Färbung und ohne Kühlfiltration.


Aussehen
Sehr dunkles Kupfer, fast schon Richtung Mahagoni.


Nase
Kein Kuhstall.

Bei Ledaig habe ich beim Rauch normalerweise fast immer diese typische Stall- bzw. Kuhstall-Assoziation. Die fehlt hier zu Beginn komplett. Stattdessen zeigt sich sofort eine ordentliche Portion speckiger BBQ-Noten: mariniertes Fleisch, das bereits über einem Holzofengrill brät und bei dem von Zeit zu Zeit Saft und Fett auf die glimmenden Kohlen tropfen.

Neben diesen fleischig-speckigen Barbecue-Aromen treten auch karamellisierter Honig, getrocknete Gewürze und dunkle rote Beeren hervor. Alles verbindet sich zu einem umwerfenden Geruchspotpourri, bei dem man permanent am Glas hängen bleiben möchte.

Auch das gelegentliche Prickeln und die leicht frische Schärfe des höheren Alkoholgehalts stören dabei nicht. Die Aromen wirken homogen und gesetzt, nichts Jugendliches blitzt trotz der Intensität hervor. Die 15 Jahre nimmt man ihm ohne Weiteres ab.

Mit Wasser kommt eine zusätzliche Vanillenote hinzu. Die alkoholische Schärfe reduziert sich, die übrigen Aromen verlieren etwas an Kraft, verweben sich dafür aber noch harmonischer miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Eindruck ist sehr stürmisch. Mit ordentlich Druck und Feuer geht der Ledaig ans Werk. Im Mund ist der Alkohol unverdünnt deutlich stärker wahrnehmbar als in der Nase.

Neben einer intensiven Schärfe, die an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert, zieht der Malt kräftig Wasser auf Zunge und Wangeninnenseiten – ein klassisches Zeichen für hohen Alkoholgehalt.

Daneben zeigen sich eine nicht übertriebene Karamellsüße, Orangenmarmelade mit leicht eingekochtem Charakter, getrocknete Küchenkräuter, Zimt, getrocknete Tabakblätter, viel Holzwürze und ein großes Stück dunkler, herber Schokolade.

Den Rauch nehme ich im Geschmack weniger deutlich wahr. Was bleibt, ist der Nachhall eines ausklingenden Holzfeuers mit Aschebildung sowie dunkel angebratenes Fleisch mit kräftiger Marinadenkruste.

Dieser Malt verlangt eindeutig nach ein paar Tropfen Wasser.

Und ja – Wasser tut ihm ausgesprochen gut. Nicht nur, dass die anfängliche Hitze und alkoholische Schärfe deutlich gemildert werden: Die übrigen Aromen treten klarer hervor und beginnen regelrecht zu glänzen. Er wird überraschend süffig und ausgesprochen lecker.


Abgang
Bis ins Finish hinein bleiben Hitze und die damit verbundene Schärfe zunächst präsent. Sobald diese abklingen, haften rote Beeren, Tabaknoten, Holz, Karamell und Asche noch sehr lange im Mundraum.


Fazit
Das ist für mich ein Malt, der Wasser benötigt, um seine Aromenvielfalt und -kraft wirklich ausspielen zu können. Man kann ihn selbstverständlich pur trinken, mir ist er dann – vor allem am Gaumen – etwas zu anstrengend.

Mit Wasser hingegen wird er richtig stark. Besonders gefällt mir, dass er nicht zu süß geraten ist. Die speckigen Aromen stehen ihm ausgesprochen gut.

Mittwoch, 14. August 2024

Ledaig 10y 2008 Barrel Selection (Wilson & Morgan)

 

Whiskybase

English Text-Version


Ein Kumpel bot, anlässlich seiner Übersiedlung in eine neue Wohnung, im Freundeskreis ein paar Anbruchflaschen an. Es hatten sich mit der Zeit einfach zu viele offene Flaschen angesammelt und er wollte es sich ersparen, sie mühsam in sein neues Domizil zu schleppen. Wie nicht anders zu erwarten, waren ein paar wirklich tolle Tropfen darunter. 

Eine Flasche erweckte meine Aufmerksamkeit. Ein Ledaig mit zehn Jahren vom italienischen unabhängigen Abfüller Wilson & Morgan. Abgefüllt für seine Barrel Selection Serie mit höherem Alkoholgehalt von 50%. Das 1992 in Venedig von Fabio Rossi gegründete Unternehmen ist in Kennerkreisen für seine Abfüllungen bekannt. Keine Kühlfiltration, keine Nachfärbung und speziell bei der Barrel Selection Reihe kommen oft sehr ehrliche, nicht fassgetriebene Abfüllungen auf den Markt.

Ich war neugierig. Ledaig bzw. Tobermory ist ohnehin eine meiner favorisierten Brennereien in Schottland.  


Aussehen
Heller Weißwein


Nase
Mineralisch, staubig, trockener Rauch mit einer leicht schmutzigen Kuhstallattitüde. So beginnt dieser junge Whisky aus Mull. Hinter diesem mittelstarken Rauch duftet es nach einem geräucherten Zitronenkuchen mit viel Vanille - so eine intensive Zitrusfrucht. Spritzig und fruchtig ist der Malt mit Einsprenkelungen  von getrockneten Kräutern. Er erinnert sehr an junge Islay-Raucher wie ein Lagavulin 8y oder ein Wee Beastie von Ardbeg, jedoch finde ich, trotz seiner Spritzigkeit, die Aromen feiner abgestimmt. Er ist nicht komplex, eher einfach und straight gerade heraus, aber das Zusammenspiel zwischen dem Destillat und dem Bourbonfass hat im Geruch sehr gut harmoniert. 


Geschmack
So einfach, im besten Sinne des Wortes, und solide wie bereits in der Nase, geht es im Mund weiter. Zuerst begrüßt einen der intensive Rauch beim ersten Schluck, gefolgt von einer überraschenden Süße die sofort Begleitung durch die Zitrusfrucht und Vanille findet. Der Rauch ist nun nicht nur mineralisch sondern hat auch etwas fleischiges, wie von einem BBQ. Dazu gesellt sich eine angenehme nach Küchenkräutern schmeckende Würzigkeit die Verstärkung durch eine nicht allzu starke pfeffrige Schärfe bekommt. 


Abgang
Der leicht schmutzige Rauch wandelt sich gegen Ende hin etwas mehr zu Asche. In Verbindung mit den getrockneten Küchenkräutern sowie einer noch subtil vorhandenen Süße, klebt diese Rauch/Asche Kombination förmlich im Mundraum und verweilt dort lange.


Fazit
Back to the Roots. Dies ist ein feiner ehrlicher junger Whisky bei dem das Bourbonfass das gemacht hat, was es soll. Nämlich den Geschmack des Grunddestillats zu unterstützen und die Kernaromen zu unterstreichen. Er gefällt mir in seiner Natürlichkeit und Einfachheit, ohne dabei fad zu wirken, sehr gut. Kein Komplexitätsmonster. Will er nicht sein. Perfekt für gemütliche Stunden, zb. auf der Terrasse oder Balkon. Hat man schnell auseinandergenommen und lässt sich danach herrlich genießen.

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English Text-Version


A mate offered some open bottles to his friends when he moved into a new flat. Over time he had accumulated too many open bottles and wanted to save himself the hassle of lugging them to his new home. As you might expect, there were some really great bottles among them. 

One bottle in particular caught my eye. A ten year old Ledaig from independent Italian bottlers Wilson & Morgan. Bottled for their Barrel Selection series with a higher alcohol strength of 50%. Founded in Venice in 1992 by Fabio Rossi, the company is well known in connoisseur circles for its bottlings. No chill-filtration, no re-colouring, and the Barrel Selection range in particular often produces very honest, non-cask-driven bottlings.

I was curious. Ledaig or Tobermory is one of my favourite Scottish distilleries anyway.  

Fotocredit: Wilson & Morgan


Appearance
Pale white wine


Nose
Mineral, dusty, dry smoke with a slightly dirty cowshed flavour. That's how this young Mull whisky starts. Behind this medium-bodied smoke is a smoked lemon cake with lots of vanilla - such an intense citrus flavour. With a hint of dried herbs, the malt is spicy and fruity. It reminds me of young Islay smokers like Lagavulin 8y or Ardbeg's Wee Beastie, but despite its sparkling, I find the flavours more balanced. It is not complex, rather simple and straightforward, but the interplay between the distillate and the bourbon cask is very well matched on the nose. 


Palate
As simple, in the best sense of the word, and solid as the nose, it continues in the mouth. The first sip is greeted by intense smoke, followed by a surprising sweetness that is immediately accompanied by citrus and vanilla. The smoke is now not only mineral, but also has a meaty, barbecue flavour. There is also a pleasant spiciness, reminiscent of herbs, with a not too strong peppery note. 


Finish
The slightly dirty smoke turns to ash towards the end. Combined with the dried herbs and a subtle sweetness, this smoke/ash combination literally sticks in the mouth and lingers for a long time.


Conclusion
Back to the roots. A fine, honest young whisky where the bourbon cask has done what it should. To support the base distillate flavour and highlight the core flavours. I really like its naturalness and simplicity, without being bland. Not a monster of complexity. It doesn't want to be. Perfect for cosy hours on the terrace or balcony. You can quickly take it apart and enjoy it afterwards.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Tobermory 20y 1995/2015 - The Maltman

 

Whiskybase

English Text-Version


Auf der Suche nach der nächsten Kostprobe fürs Tasting stieß ich in einer meiner Sampleboxen (ja, ich hab mehr davon...) auf ein Sample eines 20jährigen Tobermory, destilliert 1995 und 2015 vom unabhängigen Abfüllungen Meadowside Blending für seine The Maltman-Reihe abgefüllt. Die Reifung fand in einem Refill Sherry-Butt statt.

Tobermory - die Brennerei mag ich sehr, also passt! Das Alter von 20 Jahren, perfekt und auch der Zeitraum zwischen Destillation und Abfüllung ist sehr spannend. So viele Single Malts aus dieser Zeit hatte ich noch nicht im Glas. Und von Meadowside Blending bin ich eigentlich noch nie wirklich enttäuscht worden, was die in die Flaschen füllen hat immer Qualität.

Also ein optimales Sample für meinen wöchentlichen Tastingbeitrag. Selbstverständlich wurde nicht gefärbt und keine Kühlfiltration verwendet. Die Alkoholstärke ist mit 49,2% auch eine ideale Trinkstärke. Bleibt nur noch ran an den Whisky!


Aussehen
Sattes Goldgelb


Nase
Also gleich vorweg, der Alkohol ist perfekt integriert. Da sticht oder stört nichts beim Hineinriechen ins Glas. Auch sonst ist der Geruch sehr elegant und harmonisch. Reife rote Äpfel, Weinbergpfirsiche und eine feine Honigmelone sorgen von Beginn an für eine sehr fruchtige Atmosphäre. Begleitet werden die Fruchtaromen von einer leichten süßen Honignote. Dies ist schon sehr delikat. 

Im Hintergrund schwingt ständig eine leicht trockene Mineralität mit, ähnlich einem trockenen Weißwein, einem Grünen Veltliner oder Riesling auf kalkhaltigem Boden ausgebaut nicht unähnlich. Mit Fortdauer wird diese leicht maritim wirkende Mineralität stärker. Die Fruchtaromen bekommen nun Unterstützung vom Duft einer feuchten Waldwiese, nach einem Regenguss, erdig, pflanzlich. 

Also von den Refill Sherry-Butts merkt man anfänglich eher weniger bis gar nichts. Dies ändert sich jedoch nach ungefähr 45 Minuten Standzeit im Glas. Dann finden sich plötzlich schokoladige Töne, Haselnüsse und eine tolle Dunkelfruchtigkeit. Nach dem ersten Schluck wechselt der Eindruck komplett Richtung Sherryfass.


Geschmack
Ein cremiger und zugleich sehr Mundraum auskleidender Beginn. Nun ist der Sherryeinfluss mit getrockneten Feigen, Datteln, süßem Pflaumenmus und Rosinen omnipräsent. Das hätte ich nach der Nase so nicht erwartet! Die im Geruch vorhandenen Äpfel und Pfirsiche sind komplett verschwunden. Dafür zeigt sich eine Vollmilchschokolade mit Toffee und gerösteten Haselnüssen.

Im Mittelteil wird die Eiche kräftiger. Eine angenehme Würzigkeit, gepaart mit etwas Pfefferschärfe übernimmt von den Sherryfassnoten. In Richtung Abgang wird es im Mundraum etwas trocken werdend, vor allem seitlich an den Wangen und vorne beim Zahnfleisch.


Abgang
Es wird muffiger gegen Ende hin, die Eiche dominiert im Finish ohne bitter zu werden. Es bleibt auf der aromatischen Seite. Die Rosinen, zusammen mit den Datteln und den Haselnüssen begleiten einem noch länger. Sehr angenehmer mittellanger Abgang.


Fazit
Ein Chamäleon! Die Nase ist lange hellfruchtig mit mineralischem Touch und lässt einen eher an eine Bourbonreifung denken, um dann im Mund zum gediegen, leicht muffigen Sherrykeller zu mutieren. So einen Unterschied zwischen Geruch und Geschmack hatte ich noch nie. Der Kontrast ist interessant und funktioniert. Die Charakteristik des Whiskys gefällt mir mit seiner Eleganz und Ausgewogenheit sehr gut. Einen Whisky, der in den 90igern gebrannt wurde zu kosten ist immer spannend. 

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English Text-Version


While looking for the next sample to taste, I came across a sample of 20 year old Tobermory in one of my tasting boxes (yes, I have more...), distilled in 1995 and bottled in 2015 by independent bottlers Meadowside Blending for their The Maltman range. Matured in a refill sherry butt.

Tobermory - I really like the distillery, so it fits! The age of 20 years is perfect and the period between distillation and bottling is very exciting. I've never had so many single malts from this period in my glass. And I've never really been disappointed by Meadowside Blending, what they bottle is always of the highest quality.

So an ideal sample for my weekly tasting article.  It goes without saying that no colouring or chill filtration was used. The alcoholic strength of 49.2% is also an ideal drinking strength. 

Now it is time for the whisky!

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich golden colour


Nose
First of all, the alcohol is perfectly integrated. There is nothing pungent or disturbing when you smell it in the glass. The aroma is also very elegant and well balanced. Ripe red apples, vineyard peaches and a fine honeydew melon create a very fruity atmosphere right from the start. The fruity aromas are accompanied by a light, sweet honey note. This is already very delicate. 

A slightly dry minerality lingers in the background, not unlike a dry white wine, a Grüner Veltliner or a Riesling grown on chalky soils. This slightly maritime minerality becomes stronger with time. The fruity aromas are now supported by the scent of a damp forest meadow after a downpour, earthy and planty. 

Initially there is little or no evidence of the refill sherry casks. This changes after about 45 minutes in the glass. Suddenly there are chocolate notes, hazelnuts and a great dark fruitiness. After the first sip, the impression changes completely to that of a sherry cask.


Palate
A creamy and very mouth-filling start. Now the sherry influence is omnipresent, with dried figs, dates, sweet plum jam and sultanas. I wouldn't have expected this from the nose! The apples and peaches present on the nose have completely disappeared. In their place is milk chocolate with toffee and roasted hazelnuts.

The oak gets stronger in the middle.  The sherry cask notes are replaced by a pleasant spiciness coupled with a little peppery sharpness. The mouth becomes a little dry towards the finish, especially on the sides of the cheeks and the front of the gums.


Finish
Towards the end, the oak dominates the finish without becoming bitter. It stays on the aromatic side. The sultanas, together with the dates and the hazelnuts, remain in the mouth for a long while. A very pleasant medium-long finish.


Conclusion
A chameleon! Lightly fruity on the nose for a long time, with a mineral touch that makes you think of a bourbon cask, only to mutate into a dignified, slightly musty sherry cellar in the mouth. I've never experienced such a difference between nose and palate. The contrast is interesting and it works. I really like the characteristics of the whisky, with its elegance and balance. It is always exciting to taste a whisky distilled in the 90s.

Mittwoch, 29. November 2023

Ledaig Sinclair Series Rioja Cask Finish

 

Whiskybase

English Text-Version


Rauchige Single Malts haben sich, zwar verspätet, aber dafür jetzt umso mehr, einen fixen Platz in meinem Whisky-Herz erobert. Neben den Rauch-Vertreter von der Insel Islay haben es mir von Beginn an auch rauchige Single Malts aus anderen schottischen Regionen angetan. So beispielsweise liebe ich den herzhaften kuhstallähnlichen Rauch von Ballechin von Edradour aus den Highlands. Aber auch die Insel-Whiskies mit Talisker, Highland Park (ok, da ist nicht viel Rauch dabei) und seit neuestem auch Tobermory bzw. Ledaig von der Insel Mull haben es mir angetan. 

Ein fixer Bestandteil der Core Range von Ledaig ist der Sinclair Series Rioja Cask Finish. Dabei handelt es sich um einen NAS-Whisky, also ohne Altersangabe. Was wir dafür wissen ist, dass nach einer gewissen Reifezeit in Ex-Bourbon-Fässern, der Malt in spanischen Rioja Rotweinfässern für ein Finish von 18 Monaten übersiedelt. Wie bei Tobermory üblich, wird mit 46,3% ungefiltert und ohne Farbstoff abgefüllt. 

Aussehen
Dunkles Safran bzw. Rostrot


Nase
Gleich von Beginn weg sind kräftige Aromen nach Rauch und warmen, süß säuerlichem Beerenkompott zu riechen. Auf einem Lagerfeuer liegen noch ein paar glimmende Holzkohlestücke, einige davon sind bereits zu Asche zerfallen. Auf dem offenen Feuer steht ein gusseisener Topf indem eine Mischung aus Himbeeren, Erdbeeren und Ribiseln mit Zucker und einer guten Prise Vanilleextrakt zu einem Kompott oder Marmelade, verkocht werden. Eine tolle Kombination aus Frucht und dem typischen Ledaig Rauch, diesem erdigen, holzkohleartigen, etwas schmutzigen Rauch, wo immer auch etwas Meersalz und maritimer Touch mitschwingt. Aber auch Noten von altem Leder und ein würziger Duft nach getrockneten, etwas angerösteter Kräuterstängel begleiten den eingekochten Beerenröster mit dem Rauchgeschmack. Der Alkoholgehalt von knapp über 46% ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Leicht trocken am Anfang jedoch auch spritzig eröffnet der Ledaig den Geschmacksreigen. Schönes kräftiges Mundgefühl, mit einem guten Schuss an süßem Karamell. Dazu ein starkes Raucharoma, deutlich mehr Holzkohle ist vorhanden und es ist aschiger, als nach dem Geruch vermutet. Auch leicht schutzige, nach Motoröl und Maschinenteile schmeckende, Noten. Dazu eine bestimmte Mineralität, die auch der Jugend geschuldet sein kann, sie wirkt aber nicht fehl am Platz, sondern verstärkt die herberen Töne. Überhaupt hat der Whisky eine schöne Ausgewogenheit zwischen Würzigkeit, vor allem durch die getrockneten Küchenkräuter und der stark präsenten Beerenfruchtigkeit. Vor allem wieder Himbeeren und Erdbeeren verbunden mit Vanille und Weingummizeug sorgen für eine tolle fruchtig süßsaure Geschmacksexplosion im Mund. 


Abgang
Die roten Beeren mit den getrockneten, leicht herben Küchenkräutern und wieder etwas altes Leder sind auch im Finish weiterhin tonangebend. Ebenso bleibt auch der holzkohlelastige Rauch und die Asche noch weiterhin dominant. Eine leichte Brise Zimt zeigt sich gegen Ende, zusammen mit einer stärker werdenden Astringenz. Eventuell zeigt sich hier die Tannine der Rioja Weinfässer. Süße ist keine mehr zu schmecken. Insgesamt ist es ein doch langer Abgang für eine NAS-Abfüllung.


Fazit
Ein schönes Beispiel dafür, dass, vor allem bei rauchigen Single Malts, Altersangaben vorrangig nicht ein Alleinstellungsmerkmal für Qualität sein müssen und sind. Diese NAS-Abfüllung ist der Beweis dafür, dass auch vermeintlich junge Malts, vor allem, wenn sie rauchiger Natur sind, schon mit wenigen Jahren im Fass eine wirklich gute Figur im Glas abgeben. Diese tolle Kombination aus der Vielzahl an Beeren mit den fruchtig, säuerlich süßen Aspekten und der intensiven Rauchnote - wobei sie im Geschmack sogar nochmals zulegen kann - gefällt mir ausnahmslos gut. Ein wirklich guter junger schöner Stinker zu einem tollen Preis. Absolute Kaufempfehlung. Bin gespannt, ob Tobermory in der Sinclair Serie noch weitere Abfüllungen auf den Markt bringen wird.

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English Text-Version


Peaty single malts have, late but all the more so now, conquered a permanent place in my whisky heart. In addition to the smoky representatives from the island of Islay, I have also been a fan of smoky single malts from other Scottish regions from the very beginning. For example, I love the savoury, cowshed-like smoke of Ballechin from Edradour in the Highlands. But I also love the island whiskies with Talisker, Highland Park (ok, there's not much smoke) and, more recently, Tobermory and Ledaig from the island of Mull. 

The Sinclair Series Rioja Cask Finish is an integral part of Ledaig's Core Range. This is a NAS whisky, one without an age statement. What we do know is that after a maturation period in ex-bourbon casks, the malt is moved to Spanish Rioja red wine casks for a finish of 18 months. As is usual with Tobermory, it is bottled at 46.3% unfiltered and without colouring. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark saffron or rust red colour


Nose
Right from the start, there are strong aromas of smoke and warm, sweet and sour stewed berries. There are still a few smouldering pieces of charcoal on a campfire, some of which have already disintegrated into ash. On the open fire is a cast iron pot in which a mixture of raspberries, strawberries and currants are cooked with sugar and a good dash of vanilla extract to make a compote or jam. A great combination of fruit and the typical Ledaig smoke, this earthy, charcoal-like, somewhat dirty smoke, where there is always a hint of sea salt and a maritime touch. But notes of old leather and a spicy aroma of dried, slightly roasted herb stalks also accompany the cooked berry roaster with the smoky flavour. The alcohol content of just over 46% is very well integrated.


Flavour
Slightly dry at the beginning but also tangy, the Ledaig opens the flavour roundelay. It has a lovely strong mouthfeel with a good dash of sweet caramel. There is also a strong smoky flavour, much more charcoal is present and it is more ashy than expected from the smell. There are also some slightly dirty notes that taste of engine oil and machine parts. There is also a certain minerality, which may also be due to the youth, but it does not seem out of place, but rather emphasises the more bitter tones. In general, the whisky has a nice balance between spiciness, mainly due to the dried kitchen herbs, and the strongly present berry fruitiness. Raspberries and strawberries in particular, combined with vanilla and wine gums, create a great fruity, sweet and sour explosion of flavour in the mouth. 


Finish
The red berries with the dried, slightly tart kitchen herbs and again some old leather continue to set the tone in the finish. The charcoal-heavy smoke and ash also remain dominant. A light breeze of cinnamon appears towards the end, together with a stronger astringency. The tannins of the Rioja wine barrels may be evident here. There is no more sweetness to be tasted. Overall, it is a long finish for a NAS bottling.


Conclusion
A fine example of the fact that, especially with smoky single malts, age statements do not have to be and are not a unique selling point for quality. This NAS bottling is proof that even supposedly young malts, especially if they are smoky in nature, can make a really good figure in the glass after just a few years in the cask. This great combination of the numerous berries with the fruity, sour-sweet aspects and the intense smoky note - whereby the flavour can even increase again - I like it without exception. A really good young, beautiful stinker at a great price. An absolute recommendation to buy. I'm curious to see whether Tobermory will launch further bottlings in the Sinclair series.


Mittwoch, 22. Februar 2023

Ledaig 15y 2007 ADoS

 

Whiskybase

English Text-Version


Das Brühler Whiskyhaus rund um Marco Bonn bringt immer wieder, im Rahmen der hauseigenen A Dream of Scotland (ADoS) Reihe, etwas aus der Tobermory Brennerei auf der Isle of Mull in die Flasche. Nach dem 16jährigen Ledaig aus der Fairytale Series ist dies der zweite Raucher aus Mull, den ich von Marco Bonn verkoste.

Diese Abfüllung ist 15 Jahre gereift, zuerst in Bourbon Cask und danach durfte es fürs Finish noch in ein Oloroso Sherry Fass. Die 347 Flaschen wurden mit 55,6% Fassstärke abgefüllt.


Aussehen
Dunkler Bernstein, schön ölige Konsistenz im Glas.


Nase
Der erste Eindruck in der Nase verschlägt einen sogleich auf ein altes Walfischfängerschiff aus Moby Dicks Zeiten. Rauchschwaden von einem Holzkohlenfeuer an Deck des Seglers. Tranig ölige Reste von Walfischfleisch mit Jodgeruch liegen daneben in einem Bottich. Klingt schlimm. Ist es aber nicht. Denn dahinter findet man rasch fruchtig süße Anklänge von englischer Orangenmarmelade mit dünn geschnittenen Stücken der Orangenschale, die ein leicht bitteres Aroma erzeugen und die Süße gut austarieren. Dazu gibt es Vanillepudding mit säuerlicher Beerengrütze und Kirschen sowie gerösteten Walnusskernen. Der Alkohol ist für die Stärke gut eingebunden. Er zeigt sich ganz leicht durch eine dezente Frische in der Nase und einem Prickeln, wenn man sein Riechorgan zu tief ins Glas senkt. Mit ein paar Tropfen Wasser wird es fruchtiger und die Aromen vom Pudding intensiver.


Geschmack
Ein sehr weiches, cremiges Mundgefühl. Hm. Der Malt gleitet mit einer schönen Kombination aus dem etwas schmutzigen Rauch und der Süße des eingekochten Beerenkompotts in den Mundraum. Dazu kommt wieder die Vanille. Leichte Ingwerschärfe und getrocknete Küchenkräuter übernehmen danach die Führung. Der Rauch ist immer präsent. Die holzigen Aromen der Eichenfässer kommen mehr hervor.
Im Geschmack führt minimale Wasserzugabe zu etwas mehr Süße und einer Reduktion der späteren Ingwer/Pfeffernote. Eine deutliche Verbesserung erreicht man aber nicht, würde sogar eher zu ohne Wasser tendieren.


Abgang
Weiterhin ist der Holzkohlenrauch vorhanden, kühlt jetzt aber immer mehr zur kalten Asche ab. Eine gewisse Bitterkeit der Haut der Walnüsse breitet sich aus, zusammen mit der ausgekratzten Vanilleschote und den Küchenkräutern. Zum Finish hin wird es trockener. Insgesamt ist der Abgang mittellang, vom Rauch abgesehen.


Fazit
Ich mag Ledaig. Diese schmutzigen Rauchschwaden, das leicht Dreckige, dass gefällt mir. Diese Abfüllung ist zwar nicht die komplexeste. Hätte man sich nach 15 Jahren mehr erwartet? Vielleicht. Aber eigentlich auch nicht. Man merkt die Jahre an Reifung. Er hat Kraft, aber er ist nicht mehr wild und rau. Er hat schon eine gewisse Ruhe und Ausgewogenheit im Glas, die mir persönlich sehr gefällt. Er hat, wie gesagt, nicht viele Nuancen oder Ebenen, aber die Aromen, die da sind, bespielt er sehr gut. Ob er die knapp € 150,- Ausgabepreis wert sind? Ich fürchte Ledaigs mit diesem Alter werden nicht billiger. Wer Ledaigs mag, kann hier zugreifen.

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English Text-Version


The Brühl whisky house around Marco Bonn always bottles something from the Tobermory distillery on the Isle of Mull as part of its own A Dream of Scotland (ADoS) series. After the 16-year-old Ledaig from the Fairytale Series, this is the second smoker from Mull that I taste from Marco Bonn.

This bottling is matured for 15 years, first in Bourbon Cask and then it was allowed to finish in an Oloroso Sherry cask. The 347 bottles were bottled at 55.6% cask strength.

Fotocredit: Brühler Whiskyhaus


Appearance
Dark amber, nice oily consistency in the glass.


Nose
The first impression on the nose immediately transports you to an old whaling ship from Moby Dick's time. Clouds of smoke from a charcoal fire on the deck of the ship. Oily remains of whale meat with the smell of iodine lie in a vat next to it. Sounds bad. But it is not. Because behind it you quickly find fruity sweet hints of English orange marmalade with thinly sliced pieces of orange peel that create a slightly bitter aroma and balance the sweetness well. This is accompanied by custard with tart berry grits and cherries and toasted walnut kernels. The alcohol is well integrated for the strength. It shows very slightly through a discreet freshness in the nose and a tingling sensation if you lower your smelling organ too deeply into the glass. With a few drops of water, it becomes more fruity and the flavours of the pudding more intense.


Taste
A very soft, creamy mouthfeel. Hmm. The malt glides into the mouth with a nice combination of the somewhat dirty smoke and the sweetness of the boiled down berry compote. This is joined by the vanilla again. Light ginger spiciness and dried kitchen herbs take over after that. The smoke is always present. The woody aromas of the oak barrels come out more.
In the taste, minimal addition of water leads to a little more sweetness and a reduction of the later ginger/pepper note. However, a clear improvement is not achieved, would even tend towards without water.


Finish
Charcoal smoke continues to be present, but now cools more and more to cold ash. Some bitterness from the walnut skin spreads, along with the scraped vanilla bean and kitchen herbs. It becomes drier towards the finish. Overall, the finish is medium long, apart from the smoke.


Conclusion
I like Ledaig. Those dirty puffs of smoke, the slightly dirty, I like that. This bottling is not the most complex. Would one have expected more after 15 years? Perhaps. But not really. You notice the years of maturation. It has power, but it is no longer wild and rough. It already has a certain calmness and balance in the glass, which I personally like very much. As I said, it doesn't have many nuances or levels, but the aromas that are there are played with very well. Is it worth the almost €150 price tag? I'm afraid Ledaigs of this age won't get any cheaper. If you like Ledaigs, you can buy this one.

Mittwoch, 1. Februar 2023

Secret Mull 18y - Sirens Batch 1 (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Ende letzter Woche traf ein Gratis-Probiersample von whic.de ein, dass sofort mein Interesse weckte. Der Beginn einer neuen Flaschen-Serie, Sirens - nett!, eine 18jährige Abfüllung von Secret Mull. Secret Mull? Ok. Auf der Isle of Mull gibt es genau eine Brennerei, Tobermory. Und da er auch unpeated sein soll, ist es auch wirklich ein Tobermory und kein Ledaig.

Ich kann unabhängige Abfüller wie whic.de verstehen, wenn sie die teilweise horrenden Gebühren für die Namensnennung am Label der Brennereien nicht zahlen wollen. In dem Fall, wo es auf der Insel tätsächlich nur eine Brennerei gibt, ist es für mich noch unverständlicher, warum eine Brennerei dies verlangt. Nun gut. Soll nicht unser Problem sein.

Der Malt selbst hat mich aber vor allem wegen der Fasskombination bei der Reifung interessiert. Die Basisreifung von 17 1/2 Jahren passierte in einem Cognac-Fass, bevor er für weitere sechs Monate in einem Oloroso Sherry Hogshead ein Finish bekam. Eine Reifung über so eine lange Zeit in einem Cognac-Fass trifft man nicht häufig vor. Meist werden Cognac-Fässer fürs nachträgliche Finish verwendet. Da bin ich sehr gespannt, wie sich auf den Whisky ausgewirkt hat.

313 Flaschen gingen sich aus dem Fass schlussendlich aus und wurden mit 49,5% Alkoholstärke, ungefiltert und ohne Farbzusatz in die Flasche gefüllt.


Aussehen
Dunkles Gold oder auch helles Bernstein.


Nase
Ein sehr weicher, harmonischer Geruch begrüßt die Nase gleich mit einem Aromenspiel aus gerösteten Haselnüssen, Milchschokolade und schon fast überreifen, saftigen Pflaumen - vergleichbar mit der Pflaume & Haselnuss Schokolade von Zotter. Sehr fruchtbetont. Es folgen Rosinen und dunkle Beeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Für eine dezente Fruchtsäure sorgt ein kleiner Löffel Orangenmarmelade. Zusätzlich schwingt die ganze Zeit eine süße Kombination aus Honig und Karamell mit.
Der Alkohol zeigt sich mit einer leichten Eukalyptusnote, sehr erfrischend und ein schöner Gegenpol zu dieser konzentrierten Fruchtbombe. Mit etwas Zeit im Glas erscheinen hinter den Früchten auch noch Muskatnuss und Zimt und geben dem Geruchspotpourri etwas Weihnachtsfeeling.
Durch ein paar Tropfen Wasser werden die Aromen vom Olorosofinish intensiver, vor allem die Rosinen, die getrockneten Feigen und Datteln und die Orangenmarmelade mit etwas altem Leder.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Er startet mit einem warmen, cremigen Mundgefühl. Sofort sind wieder die Haselnüsse mit der Milchschokolade, wie ein Schoko/Nuss Riegel, und dieses süßes Pflaumenmuss zu schmecken. Auch die Rosinen sind präsent. Die dunklen Beeren wandeln sich im Mund zur getrockneten Variante. Neben der Frucht erscheint eine leicht schärfer, aromatische Note, die von der Muskatnuss und dem Zimt stammen könnte. Eine schöne Eichenaromatik ergänzt die Komposition. Weiterhin sehr rund und harmonisch. Der Alkohol spielt keine Rolle, die aus der Nase bekannte Minze ist auch im Geschmack vorhanden, vor allem im Mittel- und Endteil.
Mit Wasseranteil wird die intensive Nussschoko/Pflaumenkombo vom Beginn geschmälert. Die Süße bleibt, wenn auch vielleicht etwas reduziert. Dafür übernehmen mehr die würzigen Anteile wie Muskat und Zimt und die Eiche.


Abgang
Deutlich jetzt die Reifung in den Cognacfässern. Der Nachklang hat merkliche Ähnlichkeiten mit einem Cognac. Die Würze der Eichenfässer ist vorhanden, zusammen mit einer angenehmen leicht bitteren Note, wie eine dunkle Schokolade mit etwa 55 bis 60% Kakaoanteil. Weiterhin sind die Rosinen mit den Pflaumen und nun auch getrockneten Datteln präsent. Etwas altes Leder legt sich zum Finish zu den anderen Aromen. Insgesamt ist der Abgang lange, vor allem die Frucht hält sich länger am Gaumen fest.


Fazit
Ich hatte bei einem Single Malt bisher noch nie so eine krasse Nuss/Schoko-Pflaumen Assoziation, wie bei diesem Tobermory, äh Secret Mull. Als Nussini Fan und Powidl-Aficionado ein Traum. Die Fasskombination aus Cognac-Reifung und Oloroso Sherryfass-Finish funktioniert nicht schlecht. Die Aromen sind deutlich aber nicht so überpräsent, wie bei vielen anderen modernen Sherryreifungen. Das Alter merkt man einerseits an seiner Unaufgeregtheit in der Nase und im Geschmack und vor allem im sehr langen, aromatischen Finish. Die Eiche der Cognacfässer ist deutlich zu schmecken, aber nicht zu bitter. Bleibt in der Waage mit den anderen Aromen. Wasserverdünnung braucht er nicht wirklich. Diese Abfüllung gefällt mir wieder einmal. Ich kann den Sammlern da draußen nur raten, öffnet die Flasche und genießt den Inhalt.

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English Text-Version


At the end of last week, a free sample arrived from whic.co.uk that immediately piqued my interest. The start of a new bottle series, Sirens - nice!, an 18-year-old bottling of Secret Mull. Secret Mull? Ok. There is exactly one distillery on the Isle of Mull, Tobermory. And since it's also supposed to be unpeated, it really is a Tobermory and not a Ledaig.

I can understand independent bottlers like whic.de not wanting to pay the sometimes horrendous fees for naming the distilleries' labels. In the case where there is actually only one distillery on the island, it is even more incomprehensible to me why a distillery demands this. Oh well. It's not our problem.

But the malt itself interested me mainly because of the cask combination during maturation. The basic maturation of 17 1/2 years happened in a Cognac cask before it got a finish in an Oloroso Sherry Hogshead for another six months. Maturing for such a long time in a cognac barrel is not a common occurrence. Cognac casks are usually used for the subsequent finish. I'm very curious to see how this has affected the whisky.

313 bottles finally came out of the cask and were bottled at 49.5% alcohol strength, unfiltered and without added colour.

Fotocredit: whic.de


Appearance
Dark gold or even light amber.


Nose
A very soft, harmonious smell greets the nose right away with an aroma play of roasted hazelnuts, milk chocolate and already almost overripe, juicy plums - comparable to Zotter's Plum & Hazelnut Chocolate. Very fruity. Sultanas and dark berries, blackberries and blueberries follow. A small spoonful of orange marmalade provides a subtle fruit acidity. In addition, a sweet combination of honey and caramel resonates all the time.
The alcohol shows up with a slight eucalyptus note, very refreshing and a nice counterpoint to this concentrated fruit bomb. With a little time in the glass, nutmeg and cinnamon also appear behind the fruit and give the olfactory potpourri a little Christmas feeling.
With a few drops of water, the flavours from the oloroso finish become more intense, especially the sultanas, the dried figs and dates and the orange marmalade with some old leather.


Taste
It starts with a warm, creamy mouthfeel. Immediately the hazelnuts are back with the milk chocolate, like a chocolate/nut bar, and that sweet plum mousse. The sultanas are also present. The dark berries turn to the dried variety in the mouth. Alongside the fruit, a slightly sharper, aromatic note appears, which could come from the nutmeg and cinnamon. A nice oak aroma completes the composition. Still very round and harmonious. The alcohol does not play a role, the mint known from the nose is also present in the taste, especially in the middle and end part.
With water content, the intense nut-chocolate/plum combo from the beginning is diminished. The sweetness remains, although perhaps somewhat reduced. Instead, the spicy parts like nutmeg and cinnamon and the oak take over more.


Finish
The maturation in the cognac barrels is clear now. The finish has noticeable similarities with a cognac. The spiciness of the oak barrels is present, along with a pleasant slightly bitter note, like a dark chocolate with about 55 to 60% cocoa content. Furthermore, the sultanas are present with the plums and now also dried dates. Some old leather joins the other flavours on the finish. Overall, the finish is long, especially the fruit lingers longer on the palate.


Conclusion
I have never had such a blatant nut/chocolate/plum association with a single malt as with this Tobermory, er Secret Mull. As a Nussini fan and Powidl aficionado, it's a dream. The cask combination of cognac maturation and oloroso sherry cask finish doesn't work badly. The aromas are distinct but not as over-present as in many other modern sherry maturations. The age is noticeable on the one hand in its unagitatedness on the nose and in the taste, and especially in the very long, aromatic finish. The oak of the cognac casks is clearly tasted, but not too bitter. Remains in balance with the other flavours. It doesn't really need water dilution. Once again, I like this bottling. I can only advise the collectors out there, open the bottle and enjoy the contents.

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