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Donnerstag, 30. April 2026

Ledaig 15y Amontillado Sherry (ADoS)

 

Whiskybase

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Marco Bonn hat in seiner Reihe A Dream of Scotland bereits einige sehr feine Ledaig abgefüllt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, dass sich auch dieser 15-Jährige mit Reifung im Amontillado-Sherry-Cask nahtlos einreiht.

Ich hoffe sehr, dass der Whisky durch die – doch eher selten anzutreffende – Belegung in einem Amontillado-Sherryfass interessante Geschmacksnuancen mitbringt, die man bei den deutlich häufiger anzutreffenden Oloroso- oder PX-Varianten nicht in dieser Form findet. Gerade die Kombination aus dem eigenwilligen Rauch von Ledaig und den eher nussig-kräuterigen Aromen dieses Sherrystyils macht mich neugierig auf diesen Malt.

Lediglich 278 Flaschen wurden aus dem Fass abgefüllt – mit fassstarken 59,1 %, ohne künstliche Färbung und ohne Kühlfiltration.


Aussehen
Sehr dunkles Kupfer, fast schon Richtung Mahagoni.


Nase
Kein Kuhstall.

Bei Ledaig habe ich beim Rauch normalerweise fast immer diese typische Stall- bzw. Kuhstall-Assoziation. Die fehlt hier zu Beginn komplett. Stattdessen zeigt sich sofort eine ordentliche Portion speckiger BBQ-Noten: mariniertes Fleisch, das bereits über einem Holzofengrill brät und bei dem von Zeit zu Zeit Saft und Fett auf die glimmenden Kohlen tropfen.

Neben diesen fleischig-speckigen Barbecue-Aromen treten auch karamellisierter Honig, getrocknete Gewürze und dunkle rote Beeren hervor. Alles verbindet sich zu einem umwerfenden Geruchspotpourri, bei dem man permanent am Glas hängen bleiben möchte.

Auch das gelegentliche Prickeln und die leicht frische Schärfe des höheren Alkoholgehalts stören dabei nicht. Die Aromen wirken homogen und gesetzt, nichts Jugendliches blitzt trotz der Intensität hervor. Die 15 Jahre nimmt man ihm ohne Weiteres ab.

Mit Wasser kommt eine zusätzliche Vanillenote hinzu. Die alkoholische Schärfe reduziert sich, die übrigen Aromen verlieren etwas an Kraft, verweben sich dafür aber noch harmonischer miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Eindruck ist sehr stürmisch. Mit ordentlich Druck und Feuer geht der Ledaig ans Werk. Im Mund ist der Alkohol unverdünnt deutlich stärker wahrnehmbar als in der Nase.

Neben einer intensiven Schärfe, die an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert, zieht der Malt kräftig Wasser auf Zunge und Wangeninnenseiten – ein klassisches Zeichen für hohen Alkoholgehalt.

Daneben zeigen sich eine nicht übertriebene Karamellsüße, Orangenmarmelade mit leicht eingekochtem Charakter, getrocknete Küchenkräuter, Zimt, getrocknete Tabakblätter, viel Holzwürze und ein großes Stück dunkler, herber Schokolade.

Den Rauch nehme ich im Geschmack weniger deutlich wahr. Was bleibt, ist der Nachhall eines ausklingenden Holzfeuers mit Aschebildung sowie dunkel angebratenes Fleisch mit kräftiger Marinadenkruste.

Dieser Malt verlangt eindeutig nach ein paar Tropfen Wasser.

Und ja – Wasser tut ihm ausgesprochen gut. Nicht nur, dass die anfängliche Hitze und alkoholische Schärfe deutlich gemildert werden: Die übrigen Aromen treten klarer hervor und beginnen regelrecht zu glänzen. Er wird überraschend süffig und ausgesprochen lecker.


Abgang
Bis ins Finish hinein bleiben Hitze und die damit verbundene Schärfe zunächst präsent. Sobald diese abklingen, haften rote Beeren, Tabaknoten, Holz, Karamell und Asche noch sehr lange im Mundraum.


Fazit
Das ist für mich ein Malt, der Wasser benötigt, um seine Aromenvielfalt und -kraft wirklich ausspielen zu können. Man kann ihn selbstverständlich pur trinken, mir ist er dann – vor allem am Gaumen – etwas zu anstrengend.

Mit Wasser hingegen wird er richtig stark. Besonders gefällt mir, dass er nicht zu süß geraten ist. Die speckigen Aromen stehen ihm ausgesprochen gut.

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Port Charlotte 14y – Château Margaux Cask Finish (ADoS)

 

Whiskybase

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Ende Oktober, rund um den 31.10., verkoste ich traditionell einen Single Malt mit Halloween-Bezug – und nein, ich bin dabei nicht als Whiskyzombie verkleidet. In den vergangenen Jahren waren es immer Abfüllungen aus der „A Dream of Scotland“-Reihe des Brühler Whiskyhauses, da Marco Bonn regelmäßig Flaschen mit Halloween-Motiven etikettiert. Und natürlich wird auch heuer diese Tradition fortgeführt.

Abgesehen vom Etikett zählt jedoch vor allem der Inhalt. Dieses Mal handelt es sich um einen 14 Jahre alten Port Charlotte mit Château Margaux Cask Finish. Im Rahmen der ADoS-Serie gab es bereits eine ganze Reihe hervorragender Port Charlottes mit Weinfinish. Marco muss einen richtig guten Draht zu Bruichladdich haben, um so oft Port Charlottes Fässer zu erhalten. Entsprechend groß war die Erwartung an dieses Sample. Die Dauer des Finishs ist nicht bekannt. Abgefüllt wurde mit 56,2%, ohne Kühlfiltration und ohne Färbung, insgesamt kamen 364 Flaschen auf den Markt.


Aussehen
Rötliches Kupfergold


Nase
Die Nase beweist mir wieder, warum ich auf Port Charlottes mit Weinfassbeteiligung stehe. Ähnlich wie bei der Cask Exploration Serie von Bruichladdich hat man auch bei dieser Abfüllung eine tolle Kombination aus diesem speckigen, leicht schmutzigen Holzrauch mit tollen Aromen von süßem Beerenobst, dass zu einem noch warmen, mit Vanille verfeinertem Röster verkocht wurde. 

Man braucht etwas Zeit, bis sich die Nase durch den anfänglich dichten Rauch arbeitet. Dahinter entfalten sich reife dunkle Früchte wie Brombeeren, Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren, begleitet von säuerlich frischen Noten von Erdbeeren und Pflaumen.

Parallel zeigt sich eine würzige, erdig-herbstliche Seite mit Kräutern, altem Laub auf feuchter Wiese, gelagertem Holz und einer angenehmen, leicht muffigen Note. Der Alkohol wirkt präsent, aber gut eingebunden. Die Nase ist kraftvoll, vielschichtig und ausgesprochen einladend.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund legt der Whisky sofort los. Der Alkohol trägt den Rauch nach vorne und eröffnet ein dichtes Aromenspiel am Gaumen. Der Rauch ist kräftig, speckig, rußig, mit Assoziationen von dunkler Grillmarinade und Holzkohle.

Erst dann schiebt sich das warme, süße Beerenkompott nach, begleitet von Vanille. Die Süße bleibt deutlich, wird aber von der herb-würzigen Rauchstruktur ideal eingebettet. Das Finish des Weinfasses zeigt sich erkennbar in fruchtiger Tiefe und feinen Tanninen, ohne den Malt zu überdecken.

Altes Holz, getrockneter Tabak und ausgedrückte Teeblätter sorgen für eine angenehm herbe Kontur. Trotz der weinigen Akzente bleibt der typische Port-Charlotte-Charakter deutlich erhalten.


Abgang
Der speckige Rauch haftet lange am Gaumen, unterstützt von kalter Asche. Die Beerenaromen klingen langsam aus, während das alte Holz dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil und eine leichte Bitterkeit mitbringt. Ein langes, rauchbetontes Finale, wie man es sich von Port Charlotte wünscht.


Fazit
Marco Bonn hat in den vergangenen Jahren eine Reihe sehr gelungener Port Charlottes abgefüllt, und dieser reiht sich ohne Frage in diese Qualität ein. Die Kombination aus schwerem, speckigem Rauch und konzentrierter Beerenfrucht funktioniert hier erneut hervorragend. Das Weinfass setzt prägnante Akzente, ohne die Balance zu kippen. Ein ausdrucksstarker, vollmundiger, sehr gelungener Port Charlotte.

Donnerstag, 12. Juni 2025

Glengoyne 16y (ADoS)

 

Whiskybase

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Glengoyne ist in den Flaschen-Serien vom Brühler Whiskyhaus ein eher seltener Gast – was allein schon Grund genug war, mir schnell ein Sample dieser Abfüllung zu sichern. Der andere Grund: pure Neugier. Glengoyne harmoniert bekanntlich hervorragend mit Sherryfassreifung; in der Brennerei kommen sowohl Oloroso- als auch PX-Fässer zum Einsatz.

In letzter Zeit hat sich mein Geschmack allerdings gewandelt – reine Bourbonreifungen reizen mich zunehmend mehr. Bei Sherry- oder Weinfass-Einflüssen achte ich inzwischen besonders darauf, dass das Fass den Whisky nicht überlagert.

Genau das ist jedoch bei Abfüllungen vom Brühler Whiskyhaus eher die Ausnahme. Marco Bonn bevorzugt intensive Fassprägung – süß, kräftig und aromatisch. Oft gerät dabei der Whisky selbst etwas in den Hintergrund.

Der Glengoyne reifte vollständig in einem PX Sherry Hogshead und wurde mit 52,6 % vol. in 271 Flaschen abgefüllt. Ich war gespannt, was mich hier erwartet.

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Dunkles Mahagoni.


Nase
Unverdünnt zieht der Alkohol beim ersten Schnuppern ordentlich in die Nase. Mit etwas Zeit im Glas legt sich dieser erste Eindruck, und eine klassische Sherry-Nase entfaltet sich – klassisch im besten Sinne des Wortes. Neben einem fein eingekochten Zwetschkenröster zeigen sich getrocknete Datteln, Feigen und Aprikosen. Die Früchte ruhen in einer cremigen, karamellisierten Milchschokoladenmasse mit gerösteten Haselnussstücken. Überraschend: Die erwartete PX-Süße bleibt dezent im Hintergrund – von einem Zuckerschock keine Spur.

Dazu kommen würzige Noten wie getrocknete Tabakblätter, Zimt, Gewürznelken und Eichenholz. Nach dem ersten alkoholischen Schub präsentiert sich eine klassische, angenehm ausgewogene Sherryreifung.

Geschmack
Hier zeigt sich der Alkohol noch präsenter als anfangs in der Nase. Sehr pikant, fast schon mit Chilischärfe vergleichbar, überrollt der Whisky den Gaumen und wärmt kräftig den Rachen. Die eigentlichen Aromen haben es schwer – herbe Holztöne und ein leicht seifiger Eindruck (Veilchenseife?) drängen sich in den Vordergrund. Da hilft nur Wasser.

Und tatsächlich: Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Schärfe gezähmt und der Whisky deutlich zugänglicher. Nun kommen endlich auch die vermissten Sherrynoten zum Vorschein – Marillenmarmelade, Pflaumenmus mit Zimt, geröstete Nüsse. Die herben Holzaromen bleiben jedoch weiterhin präsent, ebenso diese störende Seifigkeit. Kann die vom Fass kommen?


Abgang
Der Nachklang ist eher kurz. Bittere, herbe Eichennoten bleiben erhalten, begleitet von einem Hauch Apfelschale und etwas Pflaumenmus. Leichte Tabakreste verweilen auf der Zunge.


Fazit
Der Alkohol ist hier das Hauptproblem – nicht gut eingebunden und zu dominant. Die Vollreifung im PX-Fass über 16 Jahre bringt zwar eine schöne Nase hervor, lässt aber im Geschmack zu viele bittere Holztöne zu. Mit Wasser wird es besser, doch der Whisky bleibt für mich unausgewogen.

Während die Nase Lust auf mehr macht, bleibt der Geschmack deutlich dahinter zurück. Der seifige Eindruck stört, und auch Wasser bringt hier keine klare Rettung. Für mich leider keine rund gelungene Abfüllung – wir werden wohl keine Freunde.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

South Islay 21y (ADoS X-Mas)

 

Whiskybase

English Text-Version


Es ist schon wieder soweit! Das Christkind sitzt im Schlitten von Santa Claus und lässt sich von Rudolf Rotnase und seiner Renntier-Gang von Haus zu Haus fliegen. Aber bevor die Weihnachtsgeschenke aus dem Kamin purzeln wird es Zeit einen passenden Single Malt für das Weihnachtstasting auszuwählen.


Eine Tradition entsteht?
Letztes Jahr zu der Zeit hatte ich einen 24jährigen Glentauchers aus der A Dream of Scotland (ADoS)-Reihe vom Brühler Whiskyhaus mit einer netten Weihnachtselfe am Label im Glas. Und auch in diesem Jahr fiel meine Wahl auf eine Abfüllung aus der ADoS-Reihe. Marco Bonn macht es wirklich sehr clever, dass er zu den verschiedenen Anlässen wie Halloween, Weihnachten und Co. immer Abfüllungen mit zum Ereignis passenden Labels herausbringt. Ich habe auch bereits wieder eine Flasche von ihm für das nächste Jahr auf Lager das weihnachtlich angehaucht ist. Dies könnte sich durchaus als Tradition herausarbeiten, dass ich in der Woche vor bzw. nach Weihnachten einen Malt von Marco im Tasting habe - mal sehen.

So, nun aber zu meinem diesjährigen Weihnachtsmalt. Es ist dies ein 21 Jahre alter Single Malt mit einem grimmig dreinblickenden Samuraikrieger Santa Claus am Etikett abgebildet. Ebenfalls am Label sieht man den Hinweis, dass der Whisky aus einer nicht näher ausgeführten Brennerei aus dem Süden der Insel Islay stamme. Wie so oft, wenn Marco bei ADoS von South Islay spricht, versteckt sich ein Lagavulin dahinter. Laut Informationen die man hört und liest soll es auch dieses Mal so sein. Der Whisky reifte die gesamte Zeit in einem Refill Butt und es konnten 382 Flaschen mit angenehmen 48,8% Alkoholstärke abgefüllt werden. 


Aussehen
Mitteldunkler Bernstein mit einer leichten braunen Farbnuance.


Nase
Ein recht intensiver aschig, zugleich aber auch leicht fettig schmutziger Rauch schwebt sofort aus dem Nosingglas. Er liegt wie eine dichte Wolkendecke über dem Glas und verbreitet seine Aromenfracht. Anklänge von Seetang, dass auf einem Kieselsteinstrand in der Sonne trocknet, sind ebenso vorhanden wie Speckpflaumen, die gerade am heißen Grill brutzeln. Über die Pflaumen tropft ordentlich Honig und sorgt so für eine schöne Süße. Für die fruchtige Komponente mit einem Hauch von Säure sorgen reife Birnen, Aprikosen und saftige Scheiben einer Ananas, die sich den Platz am Griller mit den Speckpflaumen teilen. Ein paar Zweige getrockneter Küchenkräuter, wie Thymian, Oregano und Estragon liegen neben den glühenden Kohlen und verströmen ihren würzigen Duft. Im Hintergrund ist die ganze Zeit Bourbon Vanille zu riechen.

Erstaunlich ist, dass für seine 21 Jährchen der Malt mit dem Einfluss der Eichenfässer im Geruch geizt. Das Aromenpotpourri ist sehr harmonisch und weich, ohne viele Ecken und Kanten und ladet zum entspannten Verweilen ein. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Ein sehr cremiges Mundgefühl, der Malt umschließt regelrecht die Geschmacksknospen. Ein überraschend starker, von Honig angereicherter süßer Antritt. Hinzu gesellen sich die weich gekochten Birnen, Aprikosen, Ananas sowie die cremig Speckpflaumen. Ein Anflug einer zarten Schärfe von schwarzem Pfeffer sorgt zusammen mit den getrockneten Kräutern für einen feinen würzigen Kontrapunkt zur Süße und Frucht.

Der Rauch gestaltet sich trocken, aschig und mit Spuren von Maschinenöl. Er ist deutlich aber in keinster Weise zu dominant, und sorgt für ein gutes Rückgrat im Geschmack und lässt den anderen Aromen genug Raum für deren Entfaltung. Auch im Mund ist vom Eichenfass und dessen Holzaromen erstaunlich wenig zu schmecken.


Abgang
Ölig, fettig und speckig liegt der Rauch am Gaumen, die Kohle ist merklich abgekühlt und hat erkaltende Asche hinterlassen. Die Küchenkräuter liegen in der Asche. Ein paar Hobeln von dunkler Herrenschokolade sind ebenfalls übrig geblieben. Durch den Rauch zieht dich das wohlschmeckende Finale in die Länge.


Fazit
Ein rundherum gediegener Gentleman aus dem Süden der Insel Islay. Er ist von Beginn an sehr harmonisch in seinem Aromenspiel. Der Rauch ist super mit den anderen Bestandteilen verwoben. Man nimmt ihm dahingehend sein Alter absolut ab. Einzig vielleicht etwas mehr Holz als stärkerer Kontrast zur grundsätzlichen süßen Ausrichtung hätte ihm noch besser zu Gesicht gestanden. Aber dies ist Jammern auf hohem Niveau. Der richtige Malt für die beschauliche Weihnachtszeit, wenn man sie gemütlich in einem tiefen Ledersessel verbringt.

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English Text-Version


It's that time of year again! The Christ Child is in Santa's sleigh, being flown from house to house by Rudolph the Red Nose and his gang of reindeer. But before the parcels come tumbling down the chimney, it's time to choose a suitable single malt for the Christmas tasting.


A tradition is born?
Last year at this time I had in my glass a 24-year-old Glentauchers from the A Dream of Scotland (ADoS) range from Brühler Whiskyhaus, with a lovely Christmas elf on the label. And again this year I have chosen a bottling from the ADoS range. Marco Bonn does a really clever job of releasing bottlings for different occasions such as Halloween, Christmas and so on, with labels to suit the event. I already have another Christmas bottle in stock for next year. It may well become a tradition for me to taste a malt from Marco the week before or after Christmas - we'll see.

But now on to my Christmas Malts this year. It's a 21 year old single malt with a grim looking samurai warrior Santa Claus on the label. The label also states that the whisky comes from an unspecified distillery in the south of Islay. As so often when Marco talks about South Islay at ADoS, it is hiding a Lagavulin. From what we hear and read, this is also the case. The whisky has been matured in a refill cask the whole time and 382 bottles have been filled with a pleasant 48.8% abv. 


Appearance
Medium to dark amber with light brown lights.


Nose
A rather intense, ashy, but at the same time slightly oily and dirty smoke immediately floats out of the nose glass. It lies over the glass like a thick blanket of clouds and spreads its aroma. Hints of seaweed drying in the sun on a pebble beach are present, as are bacon plums sizzling on a hot barbecue. The plums are drizzled with honey, which adds a lovely sweetness. Ripe pears, apricots and juicy slices of pineapple share space on the grill with the bacon plums, providing a fruity component with a hint of acidity. A few sprigs of dried herbs such as thyme, oregano and tarragon lie next to the glowing coals, giving off their spicy aroma. Bourbon vanilla is in the background all the time.

Surprisingly, at 21 years old, the malt is stingy with the influence of the oak casks. Inviting you to linger and relax, the potpourri of flavours is very harmonious and smooth, without too many rough edges. The alcohol is well integrated.


Palate
A very creamy mouthfeel, the whisky literally envelops the palate. Surprisingly strong, honeyed sweetness. This is followed by softly cooked pears, apricots, pineapple and creamy bacon plums. A fine spicy counterpoint to the sweetness and fruit is provided by a hint of delicate black pepper and dried herbs.

The smoke is dry, ashy, with traces of machine oil. It is prominent but not overpowering, providing a good backbone to the palate and leaving plenty of room for the other flavours to develop. The oak barrel and its wood aromas are also surprisingly light on the palate.


Finish
The smoke is oily and greasy on the palate, the charcoal has cooled considerably, leaving cooling ashes. The kitchen herbs are in the ash. A few chips of dark men's chocolate also remain. The smoke prolongs the flavourful finish.


Conclusion
An all round dignified gentleman from the south of Islay. It is very harmonious in its interaction of flavours right from the start. The smoke is perfectly interwoven with the other components. In this aspect its age is absolutely obvious. It would have been even better with a little more wood to contrast the sweetness. But that is complaining at a high level. The right malt for the contemplative Christmas season, spent in a deep leather armchair.


Donnerstag, 21. November 2024

Cigar Malt 15y VII Edition (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Richard Paterson, Master Distiller von Dalmore, ist passionierter Zigarrenliebhaber und erkannte 1998 die Zeichen der Zeit und brachte mit "The Dalmore Cigar Malt" den ersten schottischen Single Malt auf den Markt, der speziell für den Genuss zusammen mit einer Zigarre konstruiert worden war. Der Whisky erfreute sich hoher Beliebtheit, nicht nur bei Zigarrenrauchern. Die schweren Sherry-, Tabak, Vanille- und Holzaromen fanden auch bei Nichtrauchern eine große Fangemeinde.

Mit dem Beginn der Antiraucherbewegung und gesetzlichen Bestimmungen in vielen Ländern, allen voran in den USA, wurde der Cigar Malt Anfang der 2000er Jahre vom Markt genommen. Seit ein paar Jahren boomt die Zigarre als Genussobjekt jedoch wieder und neben Dalmore haben nun auch zahlreiche andere Brennereien und unabhängige Abfüller eigene Cigar Malts Abfüllungen in ihr Sortiment aufgenommen.

So auch Marco Bonn vom Brühler Whiskyhaus. Bis jetzt sind bereits elf Editionen unter der A Dream of Scotland Serie sowie eine Abfüllung in der Tasteful 8 Reihe herausgekommen. Die 15 Jahre alte 7. Edition, die ich verkoste, ist eine Mischung aus PX- und Oloroso-Sherry Fässern und soll leicht rauchig sein. Welche Brennerei sich dahinter verbirgt ist unklar. Auch weiß man nicht, ob der Rauch direkt über getorftes Malz bei der Produktion oder erst nachträglich über ein mit rauchigem Whisky vorbelegten Fass in den finalen Malt kam. Insgesamt wurden 496 Flaschen mit 53,6% abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Mahagoni mit einem rostroten Einschlag.


Nase
Sehr intensiv, wuchtig und fast schon siruplastig. Ein Aromenbouquet voll mit klebriger Balsamico Cremé, eingekochtem Pflaumenmus, Rosinen, Maggi Gewürz, süßem Waldhonig, muffiges, altes Ledersofa, Möbelpolitur und altem Holz überfordert fast den Geruchssinn. Sehr viele Noten sind hier stark mit einander verwoben. Über all diesen Aromen schwebt eine leichte Rauchfahne, die sowohl Holzrauch als auch leichte mineralische Noten aufweist. Pur ist der Alkohol wirklich sehr fein eingebunden. Da sticht oder kitzelt nichts in der Nase. Was mir für einen Cigar Malt etwas zu wenig rauskommt ist die Tabaknote. Es ist eine vorhanden, sie ist jedoch sehr leicht und flüchtig.

Mit ein wenig Wasserbeigabe wird er spürbar zugänglicher, die Aromen lassen sich besser auseinander nehmen. Der Rauch wird etwas intensiver. Die Tabaknote ist nun mehr involviert.


Geschmack
Süßer Zuckersirup zusammen mit leicht angekochtem Pflaumenmus und der Balsamico Cremé aus der Nase fließen über meine Zunge. Junge, Junge, der Malt ist aber von der intensiven Sorte. Er kleidet komplett den Mundraum aus. Hinter der Süße erhebt sich rasch eine würzig, spritzige Note. Mit dieser einher geht auch der Rauch vom Lagerfeuer. Das alte Holz ist nun wesentlich deutlicher im Geschmack. Auf der Zunge und am Gaumen wird es trockener, es fühlt sich an, als hätte man einen Rotwein mit vielen Gerbstoffen länger im Mund gehabt. Nach hinten heraus betritt eine Bitterkeit die Bühne, die in ihrer Dichtheit überrascht. Aromen von Tabak liegen pur auch im Geschmack nicht im Vordergrund. Dies ändert sich jedoch auch im Mund durch Wasserverdünnung. Der Tabak kommt mehr raus, die Süße reduziert sich gleichzeitig. Auch die bitteren Noten sind deutlich geringer.

Abgang
Die bitteren Aromen, mit dunkler Schokolade und der Adstringenz, leiten das Finale ein. Das muffige Holz, etwas Rauch, der Balsamico Sirup und weiterhin ein paar Tropfen Honig sorgen für einen intensiven langen Abgang.


Fazit
Vor allem pur ohne Wasser ist dieser Malt ein Konzentrat an Aromen. Teilweise fast schon zu viel des Guten. Er verklebt einem fast den Mundraum. Ein wenig Wasser lässt ihn für mich richtig aufblühen. Er bleibt zwar immer noch sehr intensiv und eine wahre Sherrybombe, seine Aromen können sich jedoch besser entfalten. Das klebrige Mundgefühl wird deutlich reduziert. Ein Whisky für jeden Tag? Beileibe nicht. Der benötigt seine Ruhe und Aufmerksamkeit. Für eine ganze Flasche ist er mir ehrlich gesagt zu viel des Guten. Und da ich auch kein Raucher bin…

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English Text-Version


Richard Paterson, Master Distiller at Dalmore, is a passionate cigar aficionado. He saw the signs of the times in 1998 when he launched 'The Dalmore Cigar Malt', the first Scotch single malt specifically designed to be enjoyed with a cigar. The whisky proved to be hugely popular, and not just with cigar smokers. The heavy flavours of sherry, tobacco, vanilla and wood found a large following among non-smokers as well.

With the onset of the anti-smoking movement and legislation in many countries, particularly the USA, cigar malt was withdrawn from the market in the early 2000s. In recent years, however, cigars has enjoyed a renaissance as an object of enjoyment and, in addition to Dalmore, many other distilleries and independent bottlers have added cigar malts to their ranges.

Marco Bonn of Brühler Whiskyhaus is no exception. To date, eleven editions have been released under the A Dream of Scotland series, as well as one bottling in the Tasteful 8 series. The 15-year-old 7th Edition I am tasting is a blend of PX and Oloroso sherry casks and is said to be slightly peated. It is unclear which distillery is behind it. Nor is it known whether the smoke was added directly to the peated malt during production, or only later, via a cask pre-filled with smoky whisky. A total of 496 bottles were bottled at 53.6%.


Appearance
Dark mahogany with rust-red lights.


Nose
Very intense, powerful and almost syrupy. An aromatic bouquet full of sticky balsamic cream, cooked plum jam, sultanas, Maggi spices, sweet wild honey, musty old leather sofa, furniture polish and old wood almost overwhelms the olfactory sense. Many notes are strongly interwoven here. A light cloud of smoke hovers over all these aromas, with both wood smoke and light mineral notes. The pure alcohol is really very finely integrated. Nothing stings or tickles the nose. What I find a little lacking for a cigar malt is the tobacco note. There is one, but it is very light and fleeting.

With a little water, it becomes much more accessible and the flavours are easier to separate. The smoke becomes a little more intense. The tobacco flavour is now more involved.

Fotocredit: whiskybase.com


Palate
Sweet sugar syrup together with slightly cooked plum jam and the balsamic cream from the nose flow down the tongue. Boy, this malt is of the intense kind. It completely covers the mouth. Behind the sweetness, a spicy, tangy note quickly emerges. This is accompanied by smoke from the camp fire. The old wood is now much clearer on the palate. It gets drier on the tongue and on the palate and it feels as if a red wine with a lot of tannin has been in the mouth for a longer time. Towards the back of the mouth, a bitterness appears that is surprising in its density. On the palate, the tobacco aromas are not prominent. However, this also changes in the mouth due to the dilution with water. The tobacco becomes more prominent, while the sweetness is reduced. The bitter notes are also much less pronounced.


Finish
The bitter notes, with dark chocolate and astringency, introduce the finish. The musty wood, a little smoke, the balsamic syrup and a few drops of honey make for an intense, long finish.


Conclusion
This Whisky is a concentrate of flavours, especially on its own without water. Almost too much of a good thing in places. It almost sticks in the mouth. A little water makes it really bloom for me. It remains very intense and a real sherry bomb, but its aromas can develop better. The sticky mouthfeel is much reduced. An everyday whisky? Not at all. It needs its rest and attention. To be honest, it's too much for one bottle. And since I'm not a smoker...

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Halloween Whisky - Distilled at Northern Highlands 14y (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version

Es ist die Zeit der Geister, Kürbisse und von Süßem oder Saures. Halloween. Und zur netten Tradition geworden, verkoste ich in diesen Tagen immer eine Halloween-Abfüllung. Meist sind es Flaschen vom Brühler Whiskyhaus, die einfach tolle themenspezifische Labels für Halloween und Weihnachten kreieren. Dieses Jahr ist es eine gruselige Hexe mit totenkopfähnlichem Antlitz geworden. In der Flasche verbirgt sich ein Single Malt aus den nördlichen Highlands. Es wird gemunkelt, dass es sich hierbei um einen Old Pulteney handeln soll. 

Der Whisky reifte 14 Jahre lang in Refill-Bourboncaks und bekam außerdem ein Finish in einem Sherry Cask. Insgesamt wurden 287 Flaschen mit 52,3% abgefüllt. 


Aussehen
Dunkle Bronze.


Nase
Ein scharfer und gleichzeitig auch erfrischender Hauch nach Menthol steigt anfänglich aus dem Nosingglas empor - die Halloween Hexe lutscht an einem Eukalyptus-Zuckerl. Hinter der Pfefferminznote kommt eine deutliche Vanillenote zum Vorschein, die ziemlich sicher von den Ex-Bourbonfässern stammt. Sie verblasst nach ein paar Atemzügen etwas und wird durch Aromen von angeröstetem Gewürzholz überlagert - als würde man würzig, herbe Gewürzstäbchen abbrennen. Diese Kombo mit der Vanille ist schon recht interessant. Süßer Honig begleitet gemeinsam mit Zwetschkenmus und Kirschbonbons diese würzigen Aromen.

Nach ein paar Minuten gewinnt die Vanille wieder mehr an Kraft. Aus den Kirschbonbons ist eine süßfruchtige Kirschmarmelade geworden. Auch ein paar Rosinen sind mit von der Partie. Das Sherryfass hat nun vollends die Nase vorne. Dieses ständige Wechselspiel hat seinen Reiz.

Der Alkohol, der zu Beginn ein ziemlich kräftiges Lebenszeichen von sich gibt, bleibt zwar auch weiterhin präsent, verliert mit Fortdauer seine Intensität und verwebt sich wohlwollend mit den anderen Gerüchen und Aromen.

Mit Wasserbeigabe reduziert sich die Alkoholstärke dann deutlich. Es wird fruchtiger. Zu den bereits bekannten Früchten kommen nun auch Orangenschale und -marmelade hinzu.


Geschmack
Wie schon in der Nase, so ist der Beginn im Mund von einer kräftigen Schärfe dominiert - schmeckt, als würde man auf frische Pfefferkörner beißen. Im Gegensatz zum Geruch, wo vorwiegend der Alkohol für den kräftigen Menthol-Kick sorgt, scheint es beim Geschmack vor allem die intensive Würzigkeit vom Holz der Fässer zu sein, die diesen Schärfemoment hervorruft.

Dieser kurze Chilli Catch - ja, er erinnert flüchtig an dieses typische markante Aromenspiel eines Taliskers - wandelt sich jedoch rasch in eine intensive Honig/Karamell-Süße, die vom cremigen Zwetschkenmus begleitet wird. Dahinter kommen die Rosinen und nun auch Tabakblätter und angekohltes Holz zum Vorschein. Im letzten Drittel zeigt sich jedoch eine markante Bitterkeit, die etwas stört.

Ein paar Tropfen Wasser bändigen die Schärfe zu einem angenehmen Prickeln. Er wird richtig süffig, die Süße bleibt länger und auch die Fruchtaromen sind nun länger zu schmecken. Leider reduziert sich mit Verdünnung die bittere Seite nicht wirklich, es scheint sie sogar etwas zu intensivieren. 


Abgang
Sehr wärmend fließt der Malt im Rachen hinab in die Magengegend. Die Vanille mit dem Tabak und den Sherryaromen zeigen sich kurz nochmals. Die bittere Note bleibt bis zum Ende hin vorhanden. Das Finish ist kurz bis mittellang.


Fazit
Trotz der anfänglichen Alkoholspitze gefällt mir die Nase mit ihrem Wechselspiel zwischen den kräftigen würzigen Aromen und der Vanille/Frucht-Seite recht gut. Auch der Geschmack weiß mir zu gefallen. Jedoch nur bis zum letzten Drittel. Die doch recht deutlich aufkeimende Bitterkeit ist mir fast schon zu viel des Guten. Bei diesem Whisky bekommt man nicht Süßes oder Saures sondern eher Süßes und Bitter.

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English Text-Version


It's the time of ghosts, pumpkins and trick-or-treating. Halloween. And it has become a nice tradition that I always taste a Halloween bottling during this time. These are usually bottles from the Brühler Whisky Haus. They do some great themed labels for Halloween and Christmas. This year it's a spooky witch with a skull-like face. The bottle contains a single malt from the Northern Highlands. Rumour has it that it is an Old Pulteney. 

The whisky was matured for 14 years in refill bourbon casks, with a sherry cask finish. A total of 287 bottles were bottled at 52.3%. 

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Dark bronze in colour.


Nose
A strong but refreshing menthol note rises from the glass - the Halloween witch eating eucalyptus candy. Behind the peppermint, a clear vanilla note appears, almost certainly from the ex-bourbon casks. It fades a little after a few breaths and is overlaid by flavours of toasted spice wood - as if you were burning spicy, tangy spice sticks. The combination with the vanilla is quite interesting. Sweet honey accompanies these spicy flavours, along with plum jam and cherry candy.

After a few minutes, the vanilla regains its strength. The cherry sweets have turned into a sweet and fruity cherry jam. There are also a few sultanas in the mix. The sherry cask is now completely in the lead. This constant interplay has its charm.

The alcohol, which is very present at the start, loses its intensity over time and blends harmoniously with the other aromas and flavours.

With the addition of water, the alcohol strength is significantly reduced. It becomes more fruity. Orange peel and marmalade are now added to the already familiar fruity aromas.


Palate
As with the nose, the palate is dominated by a strong spiciness - like biting into fresh peppercorns. On the palate, it seems to be the intense spiciness of the wood that creates this spicy moment, unlike the nose where it is mainly the alcohol that provides the strong menthol kick.

However, this brief chilli catch - yes, it's fleetingly reminiscent of Talisker's distinctive interplay of flavours - quickly gives way to an intense honey/caramel sweetness, accompanied by creamy plum jam. This is followed by sultanas and now tobacco leaves and charred wood. In the last third, however, there is a distinct bitterness that is a little distracting.

A few drops of water reduce the sharpness to a pleasant tingling. It becomes really drinkable, the sweetness lingers longer and the fruit flavours can now be tasted for longer. Unfortunately, dilution does not really reduce the bitterness, it even seems to intensify it a little. 


Finish
The malt flows very warmly down the throat and into the stomach. The vanilla reappears briefly, along with the tobacco and sherry aromas. The bitter note remains until the end. The finish is short to medium in length.


Conclusion
I really like the nose with its interplay between the strong spicy flavours and the vanilla/fruit side, despite the initial alcohol peak. I also like the palate. But only until the last third. The quite noticeable bitterness is almost too much for me. You don't get trick-or-treating with this whisky, but sweet and bitter.

Freitag, 4. Oktober 2024

Caol Ila 12y Marsala Superiore Dolce Cask (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Als ich meine Schätze wieder einmal durchsah war ich wirklich überrascht, dass sich tatsächlich eine beachtliche Anzahl an unterschiedlichen Caol Ila Abfüllungen als Samples, geschlossenen Flaschen und geöffneten Flaschen angesammelt hatte. Es ist einfach passiert. Caol Ila rangiert bei mir eigentlich nicht unter meinen Top 5 Brennereien, trotzdem greife ich immer wieder gerne zu, wenn ich eine interessante Fassreifung dieser Brennerei - vor allem aus dem Sortiment von unabhängigen Abfüllern - sehe.

So wie auch bei diesem Whisky, einem zwölfjährigen Caol Ila aus der A Dream of Scotland Reihe vom Brühler Whiskyhaus, der in einem Marsala Superiore Dolce Fass reifte. Marsala ist ein italienischer Likörwein. Der Begriff Superiore steht für eine Mindestreifung des Weins von zwei Jahren. Und Dolce zeugt von mehr als 100g/l an Restzucker. Die Basis dieses Islay-Rauchers, der in Fasstärke mit 55,9% in 611 Flaschen abgefüllt wurde, ist ganz nach den Vorlieben von Marco Bonn, dem Chef in Brühl, eine süße. 

Ich bin neugierig, wie sich das Caol Ila Destillat mit dieser Fassart kombiniert. Süße und Rauch kann interessant werden.


Aussehen
Eiswein oder Dessertwein, heller Bernstein.


Nase
Schön fettiger Rauch mit ordentlicher Aschebildung kommt aus dem Holzkohlegriller. Zusätzlich sorgen noch weicher Teer neben dem Griller für eine schmutzige Seite des Rauchs. Hat man die ersten Wellen des aschigen Rauches überwunden, entdeckt man süße Kräuteraromen, wie von einem Schweizer Rucola Zuckerl. Die Süße verwebt sich im weiteren Verlauf mit Vanille und ein paar Spritzern Zitrone und dem ätherischen Öl aus der Zitronenschale. Über all diesen Geruchseindrücken schweben die ganze Zeit maritim würzige Aromen. Der Alkohol meldet sich zwischendurch immer wieder mit einem leichten Prickeln in der Nase. Aber davon abgesehen ist es eine sehr aromatische und fein ausbalancierte Nase.


Geschmack
Ein schöner sehr süßer Antritt mit einem cremigen Mundgefühl eröffnet den Geschmacksreigen. Neben dem anfänglichen Karamell und Weinzucker ist natürlich auch der Rauch von Beginn an sehr präsent. Gepaart mit Asche und etwas Teer liegt er richtig fett schmierig im Mundraum. Dahinter lassen sich wieder viel Vanille und getrocknete Küchenkräuter finden. Die Zitrone aus der Nase ist im Geschmack überwiegend im Hintergrund. Auch der maritime Touch ist mit seinem salzigen, Seetang ähnlichen Aroma wieder vorhanden. Der Alkohol ist wuchtig und schiebt ordentlich an, ist aber kein Problem. Nach hinten heraus kommen immer mehr bittere Geschmacksnoten zum Vorschein.


Abgang
Hier kämpfen anfänglich die Süße mit dem Rauch und den sich aufbauenden Bitternoten um die Vorherrschaft. Die Süße verklingt zunehmend und die bitteren Geschmäcker, zusammen mit der teerigen Asche nehmen gegen Ende immer mehr an Fahrt auf. Vom aschigen Rauch abgesehen gestaltet sich das Finale mittellang.


Fazit
Dieser Caol Ila beweist für mich wieder zwei Dinge. Erstens Caol Ila wird häufig zu Unrecht negativ im Vergleich mit den anderen Islay Brennereien bewertet, das Destillat ist sehr gut. Zweitens, Caol Ila funktioniert mit einer Vielzahl an Fassreifungen. Diese ADoS Abfüllung gefällt mir richtig gut. Schöne tolle Nase. Süß, kräftig würziger Geschmack mit ausreichend Rauch und Asche. Einzig die zunehmende Bitterkeit gegen Ende hin stört den sonst durchwegs sehr positiven Gesamteindruck ein wenig.

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English Text-Version


When I looked through my treasures again, I was really surprised to find that I had actually accumulated a considerable number of different Caol Ila bottlings as samples, closed bottles and opened bottles. It just happened. Caol Ila is not really one of my top 5 distilleries, but I still like to pick it up whenever I see an interesting cask maturation from this distillery - especially from the range of independent bottlers.

This is the case with this whisky. It is a 12 year old Caol Ila from the A Dream of Scotland range from the Brühler Whisky Haus, which has been matured in a Marsala Superiore Dolce cask. Marsala is an Italian fortified wine. The term Superiore stands for a minimum ageing period of two years. And Dolce indicates more than 100g/litre of residual sugar. The base of this Islay smoker, bottled at 55.9% cask strength in 611 bottles, is a sweet one, just as Marco Bonn, the boss at Brühl, likes it. 

I'm curious to see how the Caol Ila distillate combines with this type of cask. Sweetness and smoke can be interesting.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Ice wine or dessert wine, pale amber in colour.


Nose
Nice greasy smoke with a good amount of ash from the charcoal grill. In addition, soft tar next to the grill gives a dirty side to the smoke. Once you get over the first waves of ashy smoke, you discover sweet herbal flavours. As the smoke progresses, the sweetness is interwoven with vanilla and a few dashes of lemon and the essential oil of lemon peel. Spicy maritime flavours hover over all these aromas. The alcohol shows up from time to time with a slight tingling effect on the nose. But other than that, it is a very aromatic nose, with a fine balance of flavours.


Palate
A beautiful, very sweet opening with a creamy mouthfeel introduces the aromas. In addition to the initial caramel and wine sugar, the smoke is of course very present right from the start. Coupled with ash and a bit of tar, it is really fatty Behind this is a lot of vanilla and dried herbs. The lemon from the nose is mostly in the background on the palate. The maritime touch is also present again with its salty, seaweed-like flavour. The alcohol is strong and gives a good boost, but is not a problem. Towards the end, the bitter flavours become more noticeable.


Finish
Here the sweetness is initially in a battle for dominance with the smoke and the build up of bitterness. The sweetness gradually fades and the bitterness, together with the tarry ash, gains momentum towards the end. Apart from the ashy smoke, the finish is of medium length.


Conclusion
This Caol Ila once again proves two things to me. Firstly, Caol Ila is often unfairly criticised in comparison to the other Islay distilleries. Secondly, Caol Ila works well with a variety of cask maturations. I really like this ADoS Bottling. Beautiful great nose. Sweet, strongly spicy taste with enough smoke and ash. Only the increasing bitterness towards the end detracts a little from the otherwise very positive overall impression. 

Mittwoch, 20. März 2024

Mannochmore 14y Port Cask Finish (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Mannochmore ist eine dieser Brennereien, die ich bislang noch nie im Glas hatte. Und gerade die Abfüllungen diese eher unbekannten, in der zweiten oder gar dritten Reihe stehenden, Brennereien interessieren mich. Viele dieser Destillerien wurden ausschließlich für die Blendindustrie erbaut und hatten anfänglich bis in die aktuelle Zeit keine eigene Single Malt Reihe. So auch Mannochmore, die 1971 am Gelände ihrer älteren Schwesterbrennerei Glenlossie, erbaut wurde. Beide gehören zum Getränkekonzern Diageo. Der Whisky von Mannochmore ist der Basis-Malt der Blends von Haig. 

Ob es jetzt immer noch so ist, konnte ich nicht exakt herausfinden, aber auf alle Fälle noch in den 2010er Jahren wurden beide Schwestern-Destillerien von einer Mannschaft betreut, Glenlossie die ersten sechs Monate im Jahr und danach Mannochmore im Herbst und Winter, in der Zwischenzeit stand die jeweilig andere Produktion still - ähnlich wie bei Springbank und Kilkerran. 

Von Mannochmore gibt es bis auf einen 12jährigen im Rahmen der Flora & Fauna-Serie keine eigene Original-Abfüllung. Und auch die Flora & Fauna-Flasche ist nur sporadisch in Produktion, so ist laut Whiskybase die letzte F&F-Abfüllung bereits aus dem Jahr 2021, seitdem gab es keine neuen Abfüllungen mehr.

Das heißt, will man etwas von dieser Speyside-Brennerei kosten, muss man auf unabhängige Abfüller zurückgreifen - wie dieser 14jährige aus der A Dream of Scotland-Reihe vom Brühler Whiskyhaus. Dieser wurde 2008 gebrannt und verbrachte die Hauptzeit seiner Reifung in einem Ex-Bourbonfass mit einem anschließendem Finish in einem Portweinfass. Wie bei dieser Serie üblich, wurden ohne Kühlfiltration und Färbung 364 Flaschen mit 53,8% abgefüllt.


Aussehen
Leicht rostiges Kupfer.


Nase
Pflaumenmus, Haselnüsse, Milchschokolade, ein paar vereinzelte in Zuckersirup eingelegte Rosinen, Leder und Eichenwürze. Diese Gerüche sind sofort sehr präsent. Die Pflaumen wandeln sich nach ein paar Minuten mehr zu einem Marillenröster mit Unterstützung eines reifen Pfirsich.

Mit der Zeit erscheinen fruchtig säuerliche Aromen von Brombeeren und Stachelbeeren, auch die Würzigkeit, vereint mit nun eher dunklem cremigen Schokoladenmousse überlagert etwas die anfänglichen Pflaumenmusnoten. Ein paar getrocknete Tabakblätter finden sich ebenso in Geruchspektrum ein. Anfänglich ist überhaupt kein Alkohol zu spüren, mit Fortdauer wird der Alkoholeinfluss eine Spur mehr. Eine sanfte Frische überzieht die Nase, wenn man etwas tiefer ins Glas hineinriecht. 

Die Nase gefällt mir schon mal richtig gut! Die Kombination aus der dunklen Fruchtigkeit mit der Schokolade ist sehr fein.


Geschmack
Im Mund beginnt es sehr cremig mit einem seidig öligen Mundgefühl. Im Geschmack finden sich sogleich die Pflaumen- und Marillenröster ein. Zu Beginn wirklich sehr schön fruchtig. Danach folgen erneut die süß säuerlichen roten Beeren, Rosinen, etwas geröstete Nüsse, die Milchschokolade und etwas Vanille. Begleitet werden die Aromen von einer mittel starken Süße, die vor allem an Karamell und Fudge erinnert. Darauf folgt eine Würzigkeit mit anfänglich leichter Schärfe. Vorne an den Wangen und am Zahnfleisch wird es leicht trocken. Der Alkohol ist auch hier wenig präsent, sehr gut integriert.


Abgang
Mit einer nicht allzu ausgeprägten bitteren Note, ähnlich einem Espresso mit etwas Milchzugabe, gleitet der Malt ins Finish über. Tabak, Rosinen und die cremigen Fruchtröster bleiben weiterhin am Gaumen haften und sorgen so für ein mittellanges Ende.


Fazit
Das Finish im Portweinfass hat ganze Arbeit geleistet. Es dominiert aber nicht den Geschmack. Diese cremig eingekochten Früchte, zusammen mit der Schokolade gefallen mir vor allem im Geruch aber auch am Gaumen schon recht gut. Die am Ende erscheinenden Bitternoten könnten bei einigen für Missstimmung sorgen. Mich stört es weniger, im Gegenteil ich finde dies einen schönen Kontrast zu den restlichen Aromen. Mein erster Kontakt mit Mannochmore ist durchwegs positiv. Um mehr über den Grundbrand zu erfahren, werde ich mir bei Gelegenheit eine reine Ex-Bourbon-Version besorgen.

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English Text-Version


Mannochmore is one of those distilleries I've never had in my glass before. And it is the bottlings from these more obscure distilleries, the second or even third tier distilleries, that are of interest to me. Many of these distilleries were built exclusively for the blending industry and, until very recently, did not have a single malt range of their own. This is the case with Mannochmore, which was built in 1971 on the site of its older sister distillery, Glenlossie. Both are owned by Diageo. Mannochmore whisky is the base malt for Haig's blends. 

I couldn't find out if this is still the case, but in the 2010s both sister distilleries were run by the same team, Glenlossie for the first six months of the year and Mannochmore for the autumn and winter, with the other distillery closed in the meantime - similar to Springbank and Kilkerran. 

Mannochmore has no original bottling of its own, apart from a 12-year-old in the Flora & Fauna series. And the Flora & Fauna bottle is only produced sporadically: According to Whiskybase, the last F&F bottling dates back to 2021, and there have been no new bottlings since.

This means that if you want to try something from this Speyside distillery, you have to go back to the independent bottlers - like this 14-year-old from the A Dream of Scotland range from Brühler Whiskyhaus. Distilled in 2008, it spent most of its maturation in ex-Bourbon casks, finishing in Port casks. It was bottled at 53.8% without chill-filtration or colouring, as usual for this range.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Slightly rusty copper.


Nose
Plum jam, hazelnuts, milk chocolate, a few scattered raisins in a sugar syrup, leather and oak spice. These aromas are present right from the start. After a few minutes, the plums give way to toasted apricot, supported by ripe peach.

With time, the fruity, tart flavours of blackberry and gooseberry emerge. The spiciness, combined with the now rather dark, creamy chocolate mousse, somewhat overshadows the initial plum jam notes. In the aroma spectrum there are also some dried tobacco leaves. Initially, there is no alcohol at all. However, as the nose progresses, the alcoholic influence increases slightly. As you sniff a little deeper into the glass, a gentle freshness covers the nose. 

I really like the nose! The combination of dark fruits and chocolate is very subtle.


Taste
In the mouth it starts off very creamy with a silky, oily mouthfeel. Immediately noticeable are the plum and toasted apricot flavours. Very nice and fruity to start with. This is followed by sweet and sour red berries, sultanas, some roasted nuts, milk chocolate and a little vanilla. A medium sweetness reminiscent of caramel and fudge accompanies the aromas. There is a spicy aftertaste, which is slightly hot at first. It leaves a slightly dry feeling on the cheeks and the gums. The alcohol is not very present, well integrated.


Finish
With a not too pronounced bitter note, similar to an espresso with a little milk added, the malt glides into the finish. Tobacco, sultanas and the creamy fruit toast linger on the palate, ensuring a medium-long finish.


Finish
A great job has been done with the port cask finish. However, it does not dominate the taste of the malt. I like the creamy cooked fruit and the chocolate, especially on the nose, but also on the palate. Some people might be put off by the bitter notes that appear at the end. I don't mind it so much, on the contrary, I find it a nice contrast to the rest of the flavours. My first contact with Mannochmore is entirely positive. In order to find out more about the base spirit, I am going to get hold of a pure ex-bourbon version as soon as I get the chance.

Mittwoch, 17. Januar 2024

Port Charlotte 13y - Italian Red Wine Finish (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Die rauchigen Port Charlotte Abfüllungen von Bruichladdich selbst sind eigentlich immer unter zehn Jahren. Als das Brühler Whiskyhaus im Winter 2022 diesen 13jährigen Port Charlotte in ihrer A Dream of Scotland Serie präsentierte, musste ich mir ein Sample besorgen. Rauchige Bruichladdichs mit Reifungen in Weinfässern sind für mich immer spannend, und dann auch noch mit 13 Lenzen! 

Und es hat mal wieder mehr als ein Jahr gedauert, bis ich nun doch das Sample in meinem Glas habe und den Tropfen verkosten kann. Es gibt einfach zu viele leckere Single Malts da draußen und sie rufen alle nach mir und wollen verkostet werden...

... ok, zurück zu unserem schwarzen Einhorn. Was wissen wir von diesem Port Charlotte? Die Alkoholstärke ist mit 54,3% anständig und angemessen. Es gab insgesamt 351 Flaschen, natürlich ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration. Beim interessantesten Punkt, der Reifung, wird es vage. Auf der Flasche und in der Base findet man nur den Hinweis auf ein Italian Red Wine Finish, welcher Wein hier gemeint ist und in welchem Fass oder Fässern der Whisky vorher reifte ist mir nicht bekannt. Es gibt im Internet auf der Seite glen-efze.de einen Hinweis zu der Vorbelegung. Und zwar ist dort zu finden, dass ein Teil im Refill Bourbon Barrel, der andere in 2nd Fill Sherry Hogshead reifte. Nach dem Vatting kam der Whisky für 15 Monate in das Rotweinfass. Dies klingt schon mal sehr interessant, sowohl was die Fass-Kombination für die Reifung ansich angeht, als auch in punkto Länge der Nachveredelung im Weinfass.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit rötlichem Schimmer


Nase
Unverdünnt begrüßt er mich mit einem angenehmen weichen Rauch von heißer Steinkohle. Auch eine Note von minimalen Verschmutzungsspuren, leicht ölig, dreckig anmutend, schwingt immer mit. Der Rauch wirkt nicht dominant, er liegt wie eine Schicht anfänglich über den anderen Aromen. Und diese bestehen einerseits aus einem maritim, salzig, leicht nach getrockneten Seegras riechendem Touch und andererseits aus reifen Himbeeren und Erdbeeren. Eine schöne süße und zugleich fruchtig saure Angelegenheit. Hinzu gesellen sich ein paar Spritzer Orangensaft, Vanille sowie Aromen von getrockneten Küchenkräutern. Trotz dem man den doch beachtlichen Alkoholgehalt im Geruch, vor allem durch ein sanftes Brennen, bemerkt, ist der Alkohol insgesamt sehr gut eingebunden. 

Zwei, drei Tropfen Wasser tun ihm gut. Der Rauch verwebt sich mehr mit den fruchtig, süßen Beeren und er wandelt sich noch mehr in Richtung aromatischem Holzrauch. Sehr schön. 


Geschmack
Ohne Wasserzugabe beginnt es mit einem sehr süßen Antritt, cremiges weiches Fudge. Danach wechselt es rasch in eine leicht pfeffrige Schärfe mit einem sanften Brennen. Omnipräsent ist der Rauch, speckig, kalt aschig, mundfüllend mit vielen getrockneten Kräutern. Aber auch maritim und jodig. Auf der fruchtigen Seite, die gibt es weiterhin, wenn auch nicht mehr so intensiv, wie im Geruch, finden sich am offenen Grill gebratene Erdbeeren.

Auch im Geschmack helfen wenige Tropfen Wasser und lassen den Whisky aufblühen. Die süßen fruchtigen Aromen sind deutlich intensiver und bleiben auch länger erhalten. Der kurz Pfefferchatch reduziert sich und harmonisiert besser mit den anderen Geschmacksnoten. Rauch ist weiterhin präsent und dominant.


Abgang
Sehr wärmender Abgang, weiterhin sind viel Rauch und kalte Asche im Mund. Kräuter mit Vanille, dunkler Schokolade, Walnüsse mit Haut, adstringierend vorne am Zahnfleisch, auch geriebene Zitronenschale. Der Rauch liegt lange auf der Zunge, zusammen mit den Kräutern. Schmeckt. 


Fazit
Lecker Tröpfchen. Finde ihn gut gelungen. Hier hat die Fasskombination aus Reifung und Finish wirklich gut funktioniert. Die Aromen des Finish im Rotweinfass harmonieren mit den vorigen Fässern sehr gut. Auch der typische Port Charlotte Flair, allen voran der erdig, maritime Rauch, sind weiterhin präsent. Ich mag Bruichladdich, ich mag Port Charlotte. Und hier hat die bei ADoS Abfüllungen oft bekannte Fassdominanz nicht durchgeschlagen. Alles in allem daher ein sehr feiner Malt. 

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English Text-Version


The peaty Port Charlotte bottlings from Bruichladdich itself are actually always under ten years old. When the Brühl whisky house presented this 13-year-old Port Charlotte in their A Dream of Scotland series in the winter of 2022, I had to get a sample. Peaty Bruichladdichs with maturation in wine casks are always exciting for me, and then at 13 years old too! 

And once again, it took me more than a year to get the sample in my glass and to taste it. There are just too many delicious single malts out there and they are all calling out to me and want to be tasted...

... ok, back to our black unicorn. What do we know about this Port Charlotte? The alcohol strength is decent and appropriate at 54.3%. There were 351 bottles in total, naturally without colouring and without chill filtration. The most interesting point, the maturation, is vague. On the bottle and in the base there is only a reference to an Italian red wine finish, but I don't know which wine is meant here or in which cask or casks the whisky matured previously. There is a note on the Internet at glen-efze.de about the previous maturation. It states that one part matured in a refill bourbon barrel and the other in a 2nd fill sherry hogshead. After vatting, the whisky spent 15 months in the red wine cask. This sounds very interesting, both in terms of the cask combination for the maturation itself and in terms of the length of the finishing in the wine cask.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark amber with a reddish tinge


Nose
Undiluted, it greets me with a pleasant soft smoke of burning coal. A note of minimal traces of soiling, slightly oily, seemingly dirty, always resonates. The smoke is not dominant, it initially lies like a layer over the other flavours. And these consist of a maritime, salty, slightly dried seaweed flavour on the one hand and ripe raspberries and strawberries on the other. A lovely sweet and at the same time fruity and sour flavour. There are also a few splashes of orange juice, vanilla and flavours of dried kitchen herbs. Despite the fact that the alcohol content is noticeable in the flavour, particularly through a gentle burning taste, the alcohol is very well integrated overall. 

Two or three drops of water do it well. The smoke blends more with the fruity, sweet berries and turns even more towards aromatic wood smoke. Very nice. 


Flavour
Without adding water, it starts with a very sweet entry, creamy soft fudge. It then quickly changes to a slightly peppery spiciness with a gentle burning flavour. The smoke is omnipresent, bacony, cold and ashy, mouth-filling with lots of dried herbs. But also maritime and iodised. On the fruity side, which is still there, albeit no longer as intense as in the flavour, there are strawberries roasted on an open grill.

A few drops of water also help the flavour and allow the whisky to blossom. The sweet, fruity flavours are much more intense and last longer. The short peppery note is reduced and harmonises better with the other flavours. Smoke is still present and dominant.


Finish
Very warming finish, still lots of smoke and cold ash in the mouth. Herbs with vanilla, dark chocolate, walnuts with skin, astringent at the front of the mouth, also grated lemon peel. The smoke lingers on the tongue for a long time, together with the herbs.


Conclusion
Delicious little drop. I think it worked well. The cask combination of maturation and finish worked really well here. The flavours of the finish in the red wine cask harmonise very well with the previous casks. The typical Port Charlotte flair, above all the earthy, maritime smoke, is still present. I like Bruichladdich, I like Port Charlotte. And here, the cask dominance often associated with ADoS bottlings has not shown through. All in all, a very fine malt. 

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Glentauchers 24y (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


Leise rieselt leider nicht der Schnee aber ein Weihnachtsbaum steht bereits auf der Terrasse. Zwar noch verpackt aber bereit um am 24. geschmückt zu werden. Die Geschenke sind bereits in buntem Papier gehüllt. Ich freue mich auf Weihnachten. 

Und zur Weihnachtszeit gehört auch ein schöner Weihnachtsmalt. Dieses Jahr ist es ein 24jähriger Glentauchers aus der A Dream of Scotland Serie vom Brühler Whiskyhaus. Gereift in einem Refill Oloroso Sherry Butt und angenehme 51,6% sprachen mich zusammen mit seinem Alter an. 

Ich hatte bis dato noch keinen Malts aus dieser Brennerei im Glas gehabt. Die 1897 gegründete Speyside Brennerei gehört derzeit zum Pernod Ricard Konzern und produziert überwiegend für Blends wie Black % White, Teachters und natürlich Ballantines. Erst seit 2017 gibt es mit einem 15 Jahre alten und seit 2021 einen 23jährigen als Teil der Ballantine's Single Malt Serie überhaupt Originalabfüllungen. Bis dahin kamen Glentauchers nur bei unabhängigen Abfüllern als Single Malts in die Flasche.  


Aussehen
Sattes dunkles Gold


Nase
Direkt nach dem Einschenken und während den ersten Minuten im Glas zeigt sich der Malt von seiner schüchternen Seite. Flüchtig und zart sind die Aromen, vorwiegend leichte Sherrynoten und helles Obst. Zeit und Sauerstoff erwecken nach und nach weitere Düftnoten. Ein Hauch Vanille, direkt aus der Schote, noch nicht allzu reife Marillen und Mirabellen. Eine trockene, leicht muffige Holznote schwingt im Hintergrund als Basis immer mit. Wie viel Geschmack konnten die Refill-Fässer noch hergeben?

Der Whisky benötigt wirklich Zeit im Glas. Die Aromen werden mit weiterer Standzeit kräftiger. Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Noten gesellen sich nun auch Leder und Reste von Pfeifentabak. Bei intensiverem Hineinriechen ins Glas sind Puderzucker, getrocknete Erdbeeren, Kirschen und Dörrpflaumen wahrzunehmen. Der Holzeinfluss wird stärker - Milchschokolade mit einer Handvoll gerösteter Haselnüssen, zusammen mit Karamell. 


Geschmack
Wow! Sehr cremig mit einem vollen Mundgefühl. Überraschend süß und fruchtig und sehr intensive Aromen. Ganz anders als beim Geruch. Die Dörrpflaumen aus der Nase wandeln sich in saftige Zwetschken. Hinzu kommen Rosinen, halbgetrocknete Datteln und Feigen. Die deutliche Süße kommt von weichem Toffee und Karamell. Nach dem anfänglichen Obstkorb wird es würziger. Das Holz zeigt sich mit aromatischen weißem Pfeffer mit einer dezenten Schärfe, ebenso dunkle Schokolade mit gerösteten Nüssen, sowie Tabak und Leder. Der Alkohol ist gut integriert, Wasserverdünnung ist hier nicht von Nöten. 


Abgang
Das Finish ist vor allem holzgeprägt. Leicht muffig, etwas Holzstaub, auch altes Leder. Die getrockneten Tabakblätter bleiben noch etwas länger präsent. insgesamt eher ein mittellanger Abgang. 


Fazit
Eine gewisse Unaufdringlichkeit bei den Aromen, eine ältere Gelassenheit finde ich ja grundsätzlich gut, jedoch war es mir hier etwas zu viel Understatement. Er benötigt wirklich lange bis er in die Gänge kommt. Nach einer längeren Ruhezeit von mindestens 45 Minuten werden die Aromen intensiver und da gefiel er mir dann auch deutlich besser. Der Einfluss des Sherryfasses ist durchaus zu bemerken und angenehm, es braucht halt seine Zeit.

Ganz im Gegensatz dazu der Geschmack. Hier war er von Beginn an kräftig und intensiv. Und wirklich lecker! Woher kommt diese deutliche Süße? Schöne Sherryfrüchte. Die 24 Jahre im Fass sorgen für eine Holzfracht, die andrückt aber immer aromatisch bleibt.

Bin zwiegespalten. Die schüchterne Nase gefiel mir - hier vor allem anfänglich - nur mittelprächtig, beim Geschmack hingegen traf er bei mir ins Volle.

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English Text-Version


Unfortunately, the snow isn't falling quietly, but there is already a Christmas tree on the terrace. Still wrapped but ready to be decorated on 24 December. The presents are already packed in colourful paper. I'm looking forward to Xmas. 

And the Christmas season also includes a beautiful Christmas malt. This year it's a 24-year-old Glentauchers from the A Dream of Scotland series from Brühler Whiskyhaus. Matured in a refill Oloroso sherry butt and a nice 51.6%, it appealed to me along with its age. 

I had never had a malt from this distillery in my glass before. Founded in 1897, the Speyside distillery is currently part of the Pernod Ricard Group and mainly produces for blends such as Black & White, Teachters and, of course, Ballantines. Original bottlings have only been available since 2017 with a 15-year-old and, since 2021, a 23-year-old as part of the Ballantine's Single Malt series. Until then, Glentauchers were only bottled as single malts by independent bottlers. 
 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich dark gold colour


Nose
Immediately after pouring and during the first few minutes in the glass, the malt shows its shy side. The flavours are volatile and subtle, predominantly light sherry notes and light fruit. Time and oxygen gradually awaken further flavours. A hint of vanilla, straight from the pod, not yet too ripe apricots and mirabelle plums. A dry, slightly musty woody note always hovers in the background as a fundamental note. How much flavour could the refill casks still give?

The whisky really needs time in the glass. The flavours become stronger with more time. In addition to the notes already described, leather and remnants of pipe tobacco are now also present. Smelling more intensely into the glass, icing sugar, dried strawberries, cherries and prunes can be detected. The woody influence becomes stronger - milk chocolate with a handful of roasted hazelnuts, together with caramel. 


Flavour
Wow! Very creamy with a full mouthfeel. Surprisingly sweet and fruity and very intense flavours. Quite different from the smell. The prunes from the nose turn into juicy plums. There are also sultanas, semi-dried dates and figs. The distinct sweetness comes from soft toffee and caramel. After the initial fruit basket, the flavour becomes spicier. The wood reveals itself with aromatic white pepper with a subtle spiciness, as well as dark chocolate with roasted nuts, tobacco and leather. The alcohol is well integrated, water dilution is not necessary here. 


Finish
The finish is mainly characterised by wood. Slightly musty, some wood dust, also old leather. The dried tobacco leaves remain present a little longer. Overall, a rather medium-long finish. 


Conclusion
I generally like a certain unobtrusiveness in the flavours, an older calmness, but it was a little too much understatement for me here. It really needs a long time to get going. After a longer resting time of at least 45 minutes, the flavours become more intense and then I liked it much better. The influence of the sherry cask is definitely noticeable and pleasant, it just takes time.

The flavour is quite the opposite. It was strong and intense right from the start. And really delicious! Where does this distinct sweetness come from? Beautiful sherry fruits. The 24 years in the cask give it a woody flavour, which is noticeable but always remains aromatic.

I'm ambivalent. I was only moderately impressed by the shy nose - especially at first - but the flavour hit the spot for me.

Mittwoch, 1. November 2023

South Islay Single Malt 15y - The Sweet One (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version


It's Halloween Time! Hab ich was entsprechendes im Sample Archiv, dass mich anspringt? Ja! Bei den Flaschen mit den bunten Etiketten vom Brühler Whiskyhaus starrt mich die Schwester vom Clown aus ES von Stephen King herausfordernd an. Ob ich mich traue? Klar. 

Madame Evil-Clown ist ein South Islay mit 15 Lenzen, die er in einer dreifachen Reifung vollbrachte. Neben Bourbon und Sherry wurde auch in einem Portfass veredelt. Marco vom Brühler Whiskyhaus hat zwar immer wieder auch Ardbegs abgefüllt, aber bei dieser Flasche ist höchstwahrscheinlich, will man allen Infos im Netz Glauben schenken, ein Lagavulin der Single Malt der Wahl gewesen. Wie immer bei den A Dream of Scotland Abfüllungen, wurde hier ohne Farbstoffzusatz und Kühlfiltration gearbeitet und diesmal mit 53,2% Alkoholgehalt abgefüllt. 

Der Zusatz "The Sweet One" lässt mich schon erahnen, was auf mich zukommt. 


Aussehen
Rötliches Nussholz


Nase
Aus dem Glas steigt ein für Lagavulin typischer Rauch von glimmender Holzkohle auf, am Grillgitter liegt Speck mit süßer Glasur, der langsam vor sich hin bruzelt, sein Fett tropft langsam in die Glut. Glasierte Speckpflaumen mit Feigen, Datteln und Rosinen liegen neben dem Speck in einer gusseisernen Pfanne. Auch Heidel- und Brombeeren werden auf dem Feuer mit Zucker zu einer süßfruchtigen Sauce eingekocht. Der Rauch liegt schön über dem Geruchspotpourri, untermalt und unterstützt jedoch die anderen Aromen perfekt. Angekohlte Eichenholzstücke liegen neben dem Lagerfeuer, eine salzige Brise vom nahen Meer weht immer wieder vorbei und bringt maritime sowie mineralische Eindrücke mit. Mit Fortdauer im Glas gesellen sich geröstete Haselnüsse und geschmolzene Milchschokolade zur Beerensauce. Der Alkohol ist super eingebunden, kein Stechen oder ähnliches beeinträchtigt den Barbecuegenuss.


Geschmack
Was für ein süßes Rauchdessert! Ein sehr cremiges Mundgefühl. Süßes Karamell, dass sich mit einer ordentlichen Portion Holzrauch und Stücken vom gegrillten Speck mit Zuckerglasur und leichter schwarzer Pfefferkruste vereint. Die Beerensauce bekommt durch Erdbeeren Verstärkung und hat neben der Süße nun auch eine leicht säuerlich fruchtige Seite. Die weichen Backpflaumen sorgen für eine cremige Konsistenz. Zimt und getrocknete Küchenkräuter sorgen für einen würzigen Gegenpol zur Süße. Ohne dem wäre es mir fast zu viel des Guten mit dem Zuckergoscherl. Auch im Mund spielt der Alkohol keine Rolle, der Malt ist ohne Wasserverdünnung hervorragend trinkbar.


Abgang
Die Asche von den Holzkohlestücken sorgt für einen mineralischen, zum Ende hin herber werdenden Abschluss. Der Rauch fühlt sich stärker an. Hinzu kommen noch die Reste des sich in der Pfanne angebrannten süßen Karamells. Insgesamt ist durch Hilfe des Rauches das Finish ziemlich lange.


Fazit
Die Nase ist ein süßer Rauchtraum. Da könnte ich stundenlang am Glas schnüffeln. Die Aromen sind nicht komplex oder filigran, der Whisky ist aber auch nicht eindimensional. Er spielt auf der Geruchsklaviatur seine Seiten perfekt aus, die Sherry und Portteile passen hervorragend zum Islayrauch.

Im Geschmack hingegen ist mir diese Konzentration an Süße fast too much, da hilft der Rauch und die paar würzigen Noten, damit er nicht komplett kippt. Aber da ist er am Rande des süßen Abgrundes. Aber insgesamt ist er schon ein leckeres Dessert, dass man sich von Zeit zu Zeit mal gönnen kann. 

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English Text-Version


It's Halloween Time! Do I have something in the sample archive that jumps out at me? Yes! When I look at the bottles with the colourful labels from Brühler Whisky House, the sister of the clown from Stephen King's IT stares at me challengingly. Do I dare? Of course. 

Madame Evil-Clown is a South Islay with 15 years, which it completed in a triple maturation. Besides bourbon and sherry, it was also finished in a port cask. Marco from Brühler Whiskyhaus has also bottled Ardbegs time and again, but in the case of this bottle, if all the information on the web is to be believed, a Lagavulin was most likely the single malt of choice. As always with the A Dream of Scotland bottlings, no colouring or chill filtration was used, and this time it was bottled at 53.2% alcohol. 

The addition of "The Sweet One" already gives me an idea of what to expect. 


Appearance
Reddish nut wood


Nose
A typical Lagavulin smoke of glowing charcoal rises from the glass, bacon with a sweet glaze lies on the grill grate, slowly sizzling away, its fat slowly dripping into the embers. Glazed bacon plums with figs, dates and sultanas lie next to the bacon in a cast-iron pan. Blueberries and blackberries are also cooked down on the fire with sugar into a sweet fruity sauce. The smoke sits nicely above the olfactory potpourri, but underlines and supports the other flavours perfectly. Charred pieces of oak lie next to the campfire, a salty breeze from the nearby sea keeps blowing by, bringing maritime as well as mineral impressions. With more time roasted hazelnuts and melted milk chocolate join the berry sauce. The alcohol is superbly integrated, no stinging or anything like that detracts from the barbecue enjoyment.


Taste
What a sweet smoky dessert! A very creamy mouthfeel. Sweet caramel that combines with a good portion of wood smoke and pieces of grilled bacon with sugar glaze and light black pepper crust. The berry sauce gets a boost from strawberries and now has a slightly tart fruity side in addition to the sweetness. The soft prunes provide a creamy consistency. Cinnamon and dried kitchen herbs provide a spicy counterpoint to the sweetness. Without that, it would almost be too much of a good thing for me with the sugar topping. In the mouth, too, the alcohol plays no role, the malt is eminently drinkable without water dilution.


Finish
The ash from the charcoal pieces provides a mineral finish that becomes more bitter towards the end. The smoke feels stronger. There are also the remnants of the sweet caramel that burnt itself in the pan. Overall, with the help of the smoke, the finish is quite long.


Conclusion
The nose is a sweet smoky dream. I could sniff the glass for hours on this one. The flavours are not complex or filigree, but the whisky is not one-dimensional either. It plays its sides perfectly on the olfactory keyboard, the sherry and port parts fit perfectly with the Islay smoke.

On the palate, however, this concentration of sweetness is almost too much for me, so the smoke and the few spicy notes help to keep it from tipping over completely. But there it is on the edge of the sweet abyss. But all in all, it is a delicious dessert that you can enjoy from time to time. 

Mittwoch, 22. Februar 2023

Ledaig 15y 2007 ADoS

 

Whiskybase

English Text-Version


Das Brühler Whiskyhaus rund um Marco Bonn bringt immer wieder, im Rahmen der hauseigenen A Dream of Scotland (ADoS) Reihe, etwas aus der Tobermory Brennerei auf der Isle of Mull in die Flasche. Nach dem 16jährigen Ledaig aus der Fairytale Series ist dies der zweite Raucher aus Mull, den ich von Marco Bonn verkoste.

Diese Abfüllung ist 15 Jahre gereift, zuerst in Bourbon Cask und danach durfte es fürs Finish noch in ein Oloroso Sherry Fass. Die 347 Flaschen wurden mit 55,6% Fassstärke abgefüllt.


Aussehen
Dunkler Bernstein, schön ölige Konsistenz im Glas.


Nase
Der erste Eindruck in der Nase verschlägt einen sogleich auf ein altes Walfischfängerschiff aus Moby Dicks Zeiten. Rauchschwaden von einem Holzkohlenfeuer an Deck des Seglers. Tranig ölige Reste von Walfischfleisch mit Jodgeruch liegen daneben in einem Bottich. Klingt schlimm. Ist es aber nicht. Denn dahinter findet man rasch fruchtig süße Anklänge von englischer Orangenmarmelade mit dünn geschnittenen Stücken der Orangenschale, die ein leicht bitteres Aroma erzeugen und die Süße gut austarieren. Dazu gibt es Vanillepudding mit säuerlicher Beerengrütze und Kirschen sowie gerösteten Walnusskernen. Der Alkohol ist für die Stärke gut eingebunden. Er zeigt sich ganz leicht durch eine dezente Frische in der Nase und einem Prickeln, wenn man sein Riechorgan zu tief ins Glas senkt. Mit ein paar Tropfen Wasser wird es fruchtiger und die Aromen vom Pudding intensiver.


Geschmack
Ein sehr weiches, cremiges Mundgefühl. Hm. Der Malt gleitet mit einer schönen Kombination aus dem etwas schmutzigen Rauch und der Süße des eingekochten Beerenkompotts in den Mundraum. Dazu kommt wieder die Vanille. Leichte Ingwerschärfe und getrocknete Küchenkräuter übernehmen danach die Führung. Der Rauch ist immer präsent. Die holzigen Aromen der Eichenfässer kommen mehr hervor.
Im Geschmack führt minimale Wasserzugabe zu etwas mehr Süße und einer Reduktion der späteren Ingwer/Pfeffernote. Eine deutliche Verbesserung erreicht man aber nicht, würde sogar eher zu ohne Wasser tendieren.


Abgang
Weiterhin ist der Holzkohlenrauch vorhanden, kühlt jetzt aber immer mehr zur kalten Asche ab. Eine gewisse Bitterkeit der Haut der Walnüsse breitet sich aus, zusammen mit der ausgekratzten Vanilleschote und den Küchenkräutern. Zum Finish hin wird es trockener. Insgesamt ist der Abgang mittellang, vom Rauch abgesehen.


Fazit
Ich mag Ledaig. Diese schmutzigen Rauchschwaden, das leicht Dreckige, dass gefällt mir. Diese Abfüllung ist zwar nicht die komplexeste. Hätte man sich nach 15 Jahren mehr erwartet? Vielleicht. Aber eigentlich auch nicht. Man merkt die Jahre an Reifung. Er hat Kraft, aber er ist nicht mehr wild und rau. Er hat schon eine gewisse Ruhe und Ausgewogenheit im Glas, die mir persönlich sehr gefällt. Er hat, wie gesagt, nicht viele Nuancen oder Ebenen, aber die Aromen, die da sind, bespielt er sehr gut. Ob er die knapp € 150,- Ausgabepreis wert sind? Ich fürchte Ledaigs mit diesem Alter werden nicht billiger. Wer Ledaigs mag, kann hier zugreifen.

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English Text-Version


The Brühl whisky house around Marco Bonn always bottles something from the Tobermory distillery on the Isle of Mull as part of its own A Dream of Scotland (ADoS) series. After the 16-year-old Ledaig from the Fairytale Series, this is the second smoker from Mull that I taste from Marco Bonn.

This bottling is matured for 15 years, first in Bourbon Cask and then it was allowed to finish in an Oloroso Sherry cask. The 347 bottles were bottled at 55.6% cask strength.

Fotocredit: Brühler Whiskyhaus


Appearance
Dark amber, nice oily consistency in the glass.


Nose
The first impression on the nose immediately transports you to an old whaling ship from Moby Dick's time. Clouds of smoke from a charcoal fire on the deck of the ship. Oily remains of whale meat with the smell of iodine lie in a vat next to it. Sounds bad. But it is not. Because behind it you quickly find fruity sweet hints of English orange marmalade with thinly sliced pieces of orange peel that create a slightly bitter aroma and balance the sweetness well. This is accompanied by custard with tart berry grits and cherries and toasted walnut kernels. The alcohol is well integrated for the strength. It shows very slightly through a discreet freshness in the nose and a tingling sensation if you lower your smelling organ too deeply into the glass. With a few drops of water, it becomes more fruity and the flavours of the pudding more intense.


Taste
A very soft, creamy mouthfeel. Hmm. The malt glides into the mouth with a nice combination of the somewhat dirty smoke and the sweetness of the boiled down berry compote. This is joined by the vanilla again. Light ginger spiciness and dried kitchen herbs take over after that. The smoke is always present. The woody aromas of the oak barrels come out more.
In the taste, minimal addition of water leads to a little more sweetness and a reduction of the later ginger/pepper note. However, a clear improvement is not achieved, would even tend towards without water.


Finish
Charcoal smoke continues to be present, but now cools more and more to cold ash. Some bitterness from the walnut skin spreads, along with the scraped vanilla bean and kitchen herbs. It becomes drier towards the finish. Overall, the finish is medium long, apart from the smoke.


Conclusion
I like Ledaig. Those dirty puffs of smoke, the slightly dirty, I like that. This bottling is not the most complex. Would one have expected more after 15 years? Perhaps. But not really. You notice the years of maturation. It has power, but it is no longer wild and rough. It already has a certain calmness and balance in the glass, which I personally like very much. As I said, it doesn't have many nuances or levels, but the aromas that are there are played with very well. Is it worth the almost €150 price tag? I'm afraid Ledaigs of this age won't get any cheaper. If you like Ledaigs, you can buy this one.

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