Campbeltown
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Mittwoch, 5. August 2026

Kilkerran Heavily Peated Batch 6

 

Whiskybase

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Glengyle, aus deren Brennblasen die Kilkerran-Abfüllungen stammen, wird gemeinsam mit Springbank von derselben Brennereimannschaft betrieben. Üblicherweise zieht die Crew ab Herbst bis zur Weihnachtspause – also rund drei Monate im Jahr – keine 500 Meter weiter von Springbank zur 2004 wiedereröffneten Schwesternbrennerei und setzt dort die Produktion fort.

Die Abfüllungen von Springbank boomen nach wie vor, auch wenn sie meiner Meinung nach in den vergangenen eineinhalb Jahren hinsichtlich Alter und Qualität etwas nachgelassen haben. Neue Veröffentlichungen sind meist innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Etwas entspannter gestaltet sich die Situation bei den Kilkerran Single Malts. Auch sie erfreuen sich wachsender Beliebtheit, dennoch hat man hier meist noch ausreichend Zeit, sich eine Flasche der gewünschten Abfüllung zu sichern.

Für mich persönlich können die Kilkerran-Abfüllungen qualitativ problemlos mit Springbank mithalten. Sowohl der zwölfjährige Standard, der sechzehnjährige als auch die großartigen achtjährigen Abfüllungen – egal ob aus Sherry- oder Bourbonfässern – gehören für mich zu den spannendsten Whiskys aus Campbeltown.

Von der Heavily Peated-Reihe hatte ich im Laufe der Jahre bereits einige Batches im Glas, Tasting Notes dazu fehlten bislang allerdings. Das möchte ich nun mit Batch 6 nachholen. Glengyle veröffentlicht jährlich zwei Batches; inzwischen ist bereits Batch 14 erschienen. Während Kilkerran normalerweise nur leicht getorft ist, kommt für die Heavily Peated-Serie Gerste mit rund 45 ppm Phenolgehalt zum Einsatz. Die Fasszusammensetzung variiert von Batch zu Batch leicht, wobei Ex-Bourbonfässer stets den größten Anteil ausmachen. Bei Batch 6 erfolgte die Reifung zu 75 % in Bourbon- und zu 25 % in Sherryfässern. Abgefüllt wurde er mit kräftigen 57,4 % Vol.


Aussehen
Dunkler Goldton mit einem zarten Einschlag von Orange.


Nase
Zu Beginn steigt ein aromatischer, keineswegs übermäßig kräftiger Rauch aus dem Glas auf, der überraschend fruchtig und süß wirkt. Saftige, leicht geräucherte Pfirsiche liegen bildlich gesprochen auf einer Schicht frischer Erde mit einem dezenten Muff und einer angenehm schmutzigen Note. Darunter scheint felsiger Untergrund durch und verleiht dem Ganzen eine feine Mineralität. Der typische Campbeltown-Funk ist bereits vorhanden, bleibt jedoch deutlich dezenter als beispielsweise bei vielen Springbank-Abfüllungen.

Harzige Aromen sorgen beinahe für Urlaubsstimmung und lassen mich kurz an einen griechischen Retsina denken. Dazu entwickelt sich eine feine Säure, die an gegrillte Ananas erinnert. Diese Kombination funktioniert ausgesprochen gut und macht vom ersten Moment an Lust auf den ersten Schluck.

Der hohe Alkoholgehalt ist hervorragend eingebunden. Er wirkt nie scharf oder störend, sondern sorgt vielmehr immer wieder für einen angenehm frischen Impuls.

Ein wahres Komplexitätsmonster ist die Nase zwar nicht, dafür überzeugt sie mit einer ausgezeichneten Balance. Besonders gefällt mir, dass der Rauch seinem Namen „Heavily Peated“ zum Trotz nie dominant wirkt, sondern sich harmonisch mit der Fruchtigkeit und Süße verbindet.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Schluck beginnt mit einer angenehmen Ingwerschärfe. Keine pfeffrige Chili-Schärfe wie etwa bei Talisker, sondern eine warme, aromatische Würze, die rasch wieder verschwindet. Danach übernehmen moderater Rauch und würziger Torf das Kommando und präsentieren sich deutlich kräftiger, als es die süß-fruchtige Nase zunächst vermuten ließ.

Eine feine Mineralität, der leicht schmutzige Campbeltown-Funk und eine Handvoll getrockneter Küchenkräuter prägen nun das Geschmacksbild.

Mit dem zweiten Schluck gewinnt der Whisky spürbar an Süße. Gegrillte Ananas und aufgeschnittene Pfirsichhälften treten wieder in den Vordergrund, begleitet von weichem Karamell. Tatsächlich scheint der Whisky mit jedem weiteren Schluck noch etwas süßer zu werden.

Der Alkohol bleibt jederzeit präsent und kraftvoll, wirkt dabei aber niemals störend oder überfordernd.


Abgang
Das Finale fällt mittellang aus. Neben dezentem Rauch und angenehmem Torf bleiben vor allem die gegrillten Früchte und weiches Karamell noch eine Weile am Gaumen haften. Auch die Kräuterwürze und die mineralischen Noten begleiten den Nachhall bis zum Schluss.


Fazit
Versuchsweise habe ich dem Whisky einige wenige Tropfen Wasser spendiert. Für meinen Geschmack benötigt Batch 6 trotz seiner 57,4 % Vol. jedoch keine Verdünnung. Bereits pur präsentiert er sich erstaunlich ausgewogen und zugänglich.

Wie bereits erwähnt, ist der Heavily Peated Batch 6 kein Komplexitätsmonster. Was er allerdings bietet, funktioniert ausgezeichnet. Besonders gefällt mir, dass er trotz seines Namens kein übermäßig rauchiger „Stinker“ ist. Stattdessen verbindet sich der Rauch auf sehr harmonische Weise mit der Fruchtigkeit, der Süße und der leicht schmutzigen Campbeltown-Charakteristik.

Gerade diese überraschend ausgeprägte Fruchtigkeit – sowohl in der Nase als auch am Gaumen – macht ihn für mich besonders spannend. Gemeinsam mit dem dezenten Rauch ergibt sich ein äußerst stimmiges Gesamtbild.

Ich kann nur sagen: Batch 6 hat auf ganzer Linie abgeliefert. Da ich mittlerweile auch einige der nachfolgenden Batches gemeinsam mit meinen Whiskykollegen verkosten konnte, weiß ich, dass Glengyle das hohe Niveau der Serie auch in den späteren Veröffentlichungen eindrucksvoll bestätigt hat.

Donnerstag, 21. Mai 2026

The Campbeltown Connection 10y

 

Whiskybase

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Der schottische unabhängige Abfüller North Star Spirits aus Glasgow bringt unter seiner noch relativ neuen Connection-Serie Blended Malts auf den Markt, die jeweils eine der schottischen Whiskyregionen widerspiegeln. So sind neben Islay und den Highlands bislang auch die Campbeltown Connection erschienen.

Bei diesem Blended Malt mit der Altersangabe von 10 Jahren sollen laut offizieller Webseite Malts von Springbank, Glen Scotia und „anderen Campbeltown Malts“ im Vatting enthalten sein. Neben Springbank und Glen Scotia gibt es eigentlich nur noch Kilkerran. Im Internet findet man bei diversen Quellen die Information – oder besser gesagt das Gerücht –, dass in dem Blend Anteile von sehr altem Springbank aus den 1994er-Jahren sowie 25 Jahre alter Glen Scotia enthalten sein sollen. Dies wurde von NSS offiziell jedoch nie bestätigt.

Wie in Schottland gesetzlich vorgesehen, gilt für die Altersangabe immer der jüngste Bestandteil eines Whiskys. In diesem Fall haben wir es mit 10 Jahren zu tun. Die Reifung erfolgte in First-Fill- und Refill-Hogsheads. Insgesamt wurden 1.500 Flaschen ohne Kühlfiltration mit 50,7 % abgefüllt.


Aussehen
Helles Gelbgold


Nase
Eine leichte Rauchfahne weht aus dem Glas. Der Rauch wirkt eher mineralisch und weniger wie Holzkohle oder brennende Holzscheite. Er passt jedoch gut zu der zarten maritimen Note, die dieser Blended Malt anfänglich ausstrahlt. Hinter dem Rauch beziehungsweise ihn sehr schnell überlagernd liegen Aromen von Zitrusfrüchten, allen voran Zitrone und roter Grapefruit.

Was mir besonders gut gefällt, ist dieses mittel angebräunte Karamell mit der Vanille als Kopfstimme im Geruchsprofil. Leicht schmutzig, angekohlt und gleichzeitig kombiniert mit warmem Vanillepudding.

Der Alkohol könnte eine Spur besser eingebunden sein. Immer wieder kitzelt beim Riechen eine kleine Alkoholspitze leicht in der Nase. Das stört allerdings nicht so stark, dass man den Geruch nicht absolut genießen könnte. Der Whisky ist zwar kein Komplexitätsmonster mit verborgenen Schichten und Nuancen – die Aromen liegen mehr oder weniger offen vor einem –, harmonieren jedoch sehr schön miteinander und bringen einen angenehmen Campbeltown Funk mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund beißt der Alkohol anfänglich doch etwas stärker zu, als der Geruch vermuten ließ. Mit der erwähnten Alkoholschärfe verbindet sich jedoch eine Süße, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter der Pfeffernote zeigen sich außerdem Vanillecreme und mittlerweile eher tropische Fruchteinflüsse. Das Mundgefühl an sich ist kräftig und von öliger Textur geprägt.

Ich versuche ihn nun dennoch direkt mit etwas Wasser, da ich vermute beziehungsweise hoffe, dass dadurch die Schärfe in den Hintergrund tritt und mehr Aromen freigegeben werden.

Und ja, ein paar Tropfen Wasser stehen ihm gut. Die anfänglich dominierende Schärfe weicht einer angenehmen Würzigkeit mit leichtem Holzeinfluss, gepaart mit einem nun noch deutlicheren Vanilleeinschlag. Die zuvor sehr stark empfundene Süße ist mit Wasser ebenfalls etwas abgemildert, aber weiterhin präsent. Fruchtseitig kommen nun zusätzlich Erdbeermarmelade beziehungsweise Erdbeersauce hinzu.


Abgang
Der Abgang fällt eher mittellang aus. Würzige Noten mit Vanille, etwas Erdbeerkompott und ein Hauch Minze kombinieren sich zu einem angenehmen Finale, bei dem ich ganz zum Schluss nochmals etwas Rauch bemerke.


Fazit
Der für mein Empfinden etwas zu aggressive Alkohol stört den Genuss ein wenig. Mit Wasser wird der Whisky jedoch deutlich angenehmer und zugleich süffiger. Wer gerne mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert, bekommt hier einen sommerlichen Whisky mit vorwiegend Bourbonfassreifung und einem schönen Kick Campbeltown-Flair.

Ich persönlich würde dennoch eher zu einem Springbank 10y oder einem Kilkerran 12y tendieren.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Glen Scotia 14y Tawny Port Finish peated – Campbeltown Malts Festival 2020

 

Whiskybase

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Das Campbeltown Malts Festival wird seit 2014 veranstaltet. Aufgrund von COVID musste die Ausgabe 2020 auf eine virtuelle Variante reduziert werden. Eine Festival-Abfüllung ließ sich Glen Scotia dennoch nicht nehmen und präsentierte einen 14 Jahre alten rauchigen Single Malt, der zunächst in einer Kombination aus Refill-Hogsheads aus amerikanischer Weißeiche, mittelstark ausgebrannten amerikanischen Eichenfässern und First-Fill-Bourbon-Barrels reifte, bevor er ein sechsmonatiges Finish in First-Fill-Tawny-Port-Hogsheads erhielt.

Insgesamt wurden 15.000 Flaschen mit 52,8 % vol. von dieser Abfüllung auf den Markt gebracht – eine ganz schöne Menge für eine limitierte Festivalabfüllung.


Aussehen
Helles Kupfer


Nase
Schöner, kräftiger erster Eindruck in der Nase! Von Beginn an beerenfruchtig: Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren, begleitet von einer cremigen Vanillesauce. Ein erdiger, leicht schmutziger Rauch – hier kommen die Campbeltown-Gene zum Vorschein – liegt dezent im Hintergrund und verbindet sich stimmig mit den übrigen Aromen. Dunkler Waldhonig und Karamell sorgen für Süße, die durch mittel­dunkle Schokolade, geröstete Haselnüsse sowie getrocknete Küchenkräuter einen herb-würzigen Gegenpol erhält.

Mit mehr Luft verändert sich die Fruchtnote bzw. wird durch eingekochtes Apfelkompott mit angenehmer Säure ergänzt. Dazu gesellen sich saftige Rosinen, während der Vanilleanteil weiter zunimmt.

Der Alkohol bringt Frische mit einer zarten Mentholnote, ist jedoch durchgehend gut integriert. Die Nase macht richtig Spaß – kantig, robust und voller Details.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Kräftiger Antritt – hat ordentlich Wumms und trägt die Aromen seidig weich auf die Zunge. Zu Beginn sehr süßer, cremiger Beerenröster, vor allem Brombeeren mit etwas Himbeere. Der Rauch-Funk mit seiner leicht schmutzigen Hafenattitüde ist stärker als in der Nase und gefällt mir sehr gut. Für einen kurzen Schärfekick, nach dem süß/fruchtigen Einstieg, sorgt schwarzer Pfeffer aus der Mühle, der jedoch rasch wieder abebbt. 

Im weiteren Verlauf wird der Geschmack würziger: getrocknete Tabakblätter, eine Spur Lederpolitur, leicht muffige, erdige Noten, getrocknete Kräuter und geröstete Haselnüsse. Die Vanille tritt im Mund in den Hintergrund.
Ab dem zweiten, dritten Schluck zeigen sich Frucht und Süße wieder etwas stärker im Zusammenspiel, die Würzigkeit bleibt jedoch dominant.

Der Alkohol - immerhin fast 53% - ist sehr stimmig eingebunden - kräftig, aber nie aufdringlich oder zu stark. Der Malt hat eine perfekte Genussstärke.


Abgang
Mittellang – Rauch und Beeren kleben regelrecht am Gaumen. Auch Tabak, Muskat und die getrockneten Kräuter verweilen noch eine ganze Zeit.


Fazit
So könnte ein Springbank 12 CS mit Portreifung schmecken. Glen Scotia braucht sich hinter Springbank mit dieser Abfüllung keineswegs zu verstecken. Intensiver Campbeltown-Style mit Beerenröster inklusive, das Fassfinish legt sich optimal über den funky Rauch.

Eigentlich gefällt mir der Malt überhaupt nicht, muss man nicht kaufen.

Nein. Glen Scotia sollte man wirklich nicht beachten.

Springbank-Fanboys, bleibt bei eurer Hype-Brennerei (die auch wirklich tolle Abfüllungen herausbringt) und steigt bloß nie auf Glen Scotia um. Dann bleibt das Preis-/Genussverhältnis weiterhin so schön gut. 

Mittwoch, 19. November 2025

Springbank 12 CS Batch 25

 

Whiskybase

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Es war reines Glück, dass ich im vergangenen Frühjahr genau an dem Tag im Onlineshop von Potstill in Wien stöberte, als das damals aktuelle Batch 25 des Springbank 12 CS verfügbar war. Da musste ich nicht lange überlegen – was man bei Springbank-Abfüllungen ohnehin tunlichst vermeiden sollte – und griff sofort zu.

Die Flasche wurde auch sogleich geöffnet und ein paar Samples fanden ihren Weg zu den Kumpels. Bis auf zwei oder drei Drams veränderte sich der Füllstand über die folgenden Monate hinweg kaum. Jetzt, mit Beginn der kühleren Jahreszeit, sticht mir die Flasche immer häufiger ins Auge und es ist gut möglich, dass sie den Winter nicht überlebt.

Es wird also Zeit, dieses Batch einer genaueren Betrachtung samt Verkostungsnotizen zu unterziehen.

Für diese Ausgabe wurde eine Fassmischung aus 70 Prozent Bourbon und 30 Prozent Sherry verwendet. Abgefüllt wurde mit kräftigen 57,2 Prozent Alkohol. Wie bei Springbank üblich gibt es weder nachträgliche Färbung noch Kühlfiltration.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Intensiv, muffig, angekohltes Holz, würzig – so eröffnet dieses Batch den Geruchsreigen. Sofort ist diese für Springbank so typische, leicht schmutzige Aromendichte präsent. Vor meinem inneren Auge entsteht ein Raum voller alter Ledermöbel, umgeben von Bücherregalen mit angestaubten Büchern. Auf dem Couchtisch liegen Krümel von altem Pfeifentabak, und vor dem Sofa steht ein Paar mit Schuhcreme gepflegte Lederhausschuhe.

In einer Schale liegen getrocknete Aprikosen und Pflaumen, die einen cremig-fruchtigen Duft verströmen. Mit steigender Luftzufuhr verwandelt sich vor allem die Pflaume in eine Erdbeermarmelade mit einem deutlichen Vanilleeinschlag. Richtig süß ist die Abfüllung nicht, Honig- oder Zuckernoten treten kaum auf, doch die Kombination aus Vanille, Aprikose und Erdbeermarmelade sorgt für eine angenehm süß-cremige Assoziation.

Eine wirklich delikate Nase, die zum Dauerschnuppern animiert. Der Alkohol ist kräftig, aber hervorragend integriert.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Unverdünnt sorgen die über 57 Prozent für einen kraftvollen und wärmenden Antritt. Ein feines Prickeln auf der Zunge, begleitet von einer anregenden Ingwer- und leichten Chilischärfe, eröffnet das Geschehen. Danach folgen Pfefferminz, cremige halbbittere Schokolade, geröstete Nüsse, die leicht angeschwärzten Holzscheite und Tabakaromen. Der typische Springbank-Funk ist ebenfalls vorhanden und zeigt sich vor allem in einer Assoziation nach einem schmutzigen Lappen voller Maschinenöl. Immer wieder erstaunlich, wie Springbank diese Aromen hervorruft.

Die fruchtige Seite wirkt eher verhalten. Getrocknete Aprikosen und ein Hauch getrockneter Beeren sind vorhanden und werden von einer fein eingebundenen Süße begleitet.

Mit Wasser wird der scharf-würzige Beginn milder und süßes, cremiges Karamell mit viel Vanille tritt stärker hervor. Auch verdünnt bleibt die fruchtige Seite zurückhaltend. Die schmutzige, funkige Seite gewinnt dafür an mineralischen Eindrücken hinzu. Sehr interessant.


Abgang
Getrocknete Aprikosen in geschmolzener dunkler Schokolade. Angekohlte Holzstücke liegen auf einem schmutzigen Lappen, der Flecken von Motoröl zeigt. Zusammen mit getrockneten Tabakblättern und Schuhpolitur bleibt all das lange im Rachen und am Gaumen haften.


Fazit
Ich bin wirklich froh, dass ich mir damals eine Flasche sichern konnte. Dieses Batch ist ein ausgesprochen leckerer Vertreter des Springbank-Stils und gefällt mir jedes Mal, wenn ich es im Glas habe – was in den nächsten Wochen sicherlich häufiger der Fall sein wird.

Ich tendiere klar dazu, ihn unverdünnt zu genießen, da er mir mit etwas Wasser zu generisch wurde. Der Funk war zwar weiterhin da, aber mir fehlte der Punch.


Mittwoch, 8. Oktober 2025

Hazelburn 8y 2017/2025 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

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Hat sich Springbank in den letzten Jahren vielleicht übernommen und mehr abgefüllt, als die Lagerbestände hergaben? Oder steckt eine gezielte Strategie dahinter, dass die aktuellen Abfüllungen zunehmend jünger werden und teilweise gar keine Altersangabe mehr tragen? Bei Longrow etwa erschien zuletzt ein 7-jähriger Longrow Red, gefolgt von einem Longrow 100 Proof. Bei Springbank steht nun ein 5-jähriger 100 Proof in den Startlöchern, und bei Hazelburn gab es 2024 gar keine neue Ausgabe der Oloroso Cask Matured-Reihe.

Die jüngste Abfüllung dieser Serie wurde im März 2025 vorgestellt und bringt es nur noch auf acht Jahre im Fass. Alle Vorgänger waren deutlich älter – die Ausgabe von 2023 lag beispielsweise ganze 15 Jahre im Holz.

Ist dieser Trend zu jüngeren Abfüllungen nur eine vorübergehende Erscheinung, oder müssen wir uns langfristig darauf einstellen? Hat der anhaltende Hype die Bestände im Fasslager spürbar dezimiert? Die Brennerei, die ihrer Philosophie der Qualitätstreue bislang treu geblieben ist und bewusst unterhalb ihrer maximalen Produktionskapazität brennt, könnte sich gezwungen gesehen haben, jüngere Whiskys abzufüllen, um Serien wie diese weiterhin bedienen zu können. In der Szene kursiert bereits das Gerücht, dass der neue 5-jährige Springbank langfristig den 10-jährigen ersetzen könnte – eine Vorstellung, die mir persönlich gar nicht schmeckt.

Doch zurück zur neuen Hazelburn Oloroso Cask Matured Abfüllung. Sie wurde 2017 destilliert und 2025 mit 48,2 Prozent abgefüllt. Wie üblich ist der dreifach destillierte Single Malt weder gefärbt noch kühlfiltriert.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Der erste Eindruck ist ausgesprochen positiv. Vom jungen Alter merkt man erstaunlich wenig. Sofort präsent ist der typische Springbank-Funk mit seiner leicht „schmutzigen“ Note, hier sogar deutlicher ausgeprägt als bei manch älteren Vorgängern. Nach den ersten Eindrücken treten volle Sherrynoten hervor – Rosinen, dunkle Trockenfrüchte und intensive Vanille. Besonders interessant ist das Zusammenspiel mit säuerlicher Orangenmarmelade und cremigen Erdbeeren, die sich angenehm von klassischen Sherryaromen abheben. Die Nase wirkt älter, als das Alter vermuten lässt. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden, keine Spur von Jugend oder harten Kanten. Im Gegenteil: alles wirkt weich, harmonisch und cremig – ohne dass der typische Funk verloren ginge.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich, cremig und süß beginnt er mit Rosinen, getrockneten Feigen und Datteln. Dazu kommen leicht geräucherte Orangenschalen, Orangengelee und gekochte Backpflaumen. Dunkle Schokolade steuert eine feine Herbe bei. Der Funk ist auch hier präsent, jedoch dezenter als in der Nase. Im Mittelteil gewinnen würzige Noten die Oberhand, begleitet von einer Spur Pfeffer. Danach übernehmen alte, leicht muffige Töne – angetrockneter Pfeifentabak, altes Leder und eine Prise Schuhpolitur. Insgesamt treten die fruchtigen Sherryelemente etwas in den Hintergrund, was den herberen, nussigen und würzigen Oloroso-Charakter stärker betont. Der Alkohol ist gut eingebunden, wenn auch in der Nase noch harmonischer integriert.


Abgang
Angenehme Holzaromen, getrockneter Tabak, Rosinen und Feigen prägen den mittellangen Nachklang. Gegen Ende blitzt der charakteristische Funk nochmals kurz auf – sehr schön.


Fazit
Ich bin positiv überrascht. Ich hatte mit deutlich mehr Jugend und weniger Tiefe gerechnet, wurde aber eines Besseren belehrt. Vor allem Nase und Finish überzeugen auf ganzer Linie. Im Geschmack zeigt er klar die Handschrift der Hazelburn-Oloroso-Serie. Alles, was man erwartet, ist vorhanden, auch wenn die typischen Sherryfruchtaromen etwas reduzierter ausfallen als bei älteren Jahrgängen. Mir gefällt diese Abfüllung ausgesprochen gut. Der Preis von rund 100 Euro ist sicherlich diskutabel, aber wer Hazelburn liebt, wird hier kaum enttäuscht. Muss man ihn haben? Nein. Kann man ihn genießen? Unbedingt.

Mittwoch, 19. März 2025

Longrow Red 7y Pinot Noir Cask Matured

 

Whiskybase

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Longrow, das dritte sehr rauchige Standbein der beliebten Springbank Brennerei in Campbeltown, hat neben der normalen Core Range mit dem NAS Longrow Peated und dem 18er auch eine, mehr oder weniger jährlich erscheinende, Longrow Red Reihe. Bei dieser Serie werden ausschließlich Rotwein-Fässer für die Reifung oder dem nachträglichen Finish verwendet. Die erste Abfüllung kam 2012 mit dem Longrow 11y Carbernet Sauvignon Cask heraus. 

Meine bislang einzige Begegnung mit dieser Linie war der Longrow 11y Red 2022 Tawny Port Barrels - toller speckiger Raucher mit viel Funk und Port-Impact. Leider sind die Preise für die Reds, wie bei den meisten Springbank Flaschen, jenseits von Gut und Böse. Darum hat sich bis dato keine weitere Annäherung meinerseits ergeben. Im Sommer letzten Jahres besorgte ich mir jedoch ein Samples des Longrow 7y Red 2024 Pinot Noir Cask. Bei dieser Ausprägung reifte der Whisky anfänglich vier Jahre in Refill Bourbon Caks, bevor er für drei weitere Jahre in Pinot Noir Cask umgefüllt wurde und dort sein Finish bekam. Danach kam er mit 100 Proof bzw. 57,1 % Alkoholstärke in die Flasche.   


Aussehen
Heller roter Kupferton


Nase
Anfänglich meldet sich der Alkohol mit einem leichten Prickeln in der Nase. Dann übernimmt der mineralische Rauch, der zusammen mit noch weiß glühender Steinkohle kräftig Gas gibt. Dahinter kommt eine schon fast quietsch fruchtige Gummibären Aromatik zum Vorschein, wo ganz klar die Himbeer- und Orangebärchens dominieren. Ein wenig scheinen sie im Rauch gelegen zu haben, denn sie haben einen leicht geräucherten, speckigen Touch. Süße von Karamell ist als weitere Geruchsschicht präsent.
Mit Fortdauer geht die fruchtige Seite mehr in eine Fruchtsäure über. Die Orangen sowie Ribiseln und Stachelbeeren übernehmen immer mehr das Kommando. Im Hintergrund lassen sich getrocknete Kräuter, Baumharz sowie Teernoten erkennen.
Die Jugendlichkeit mit seinen sieben Lenzen merkt man dem Malt im Geruch schon an. Die Nase ist sehr spritzig, die Aromen poltern etwas - nicht negativ gemeint - sie scheinen noch nicht 100% perfekt mit einander verwoben. Einfach ein Jungspund mit Kraft und Dynamik.

Mit etwas Wasser werden die Aromen homogener, sie vermischen mehr miteinander. Die fruchtig süßen und säuerlichen Noten harmonieren mehr mit der harzig würzigen Seite. Nun taucht auch eine angenehme Vanille in der Nase auf. Wo war die vorher?

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Geschmack
Ohne Wasserzugabe startet der Whisky mit einem kräftigen Antritt, ziemlich Jung fühlt es sich im Mund an. Der mineralische Rauch ist relativ kurz vorhanden und wird von einer scharf würzigen Chilli-Schärfe schnell überlagert. Danach erscheint eine ordentliche Portion Asche und bringt eine deutliche Bitterkeit mit sich und sorgt dadurch für Abzüge in der B-Note.
Der Alkohol sorgt für Trockenheit auf der Zunge und am Gaumen. Wenn man diese geschmackliche Achterbahn überstanden hat, erscheinen rote Beeren, die leicht geräuchert sind, etwas Süße aber auch wieder eine säuerlich fruchtige Orangenmarmelade.

Ein paar Tropfen Wasser zähmen seine ungestüme Seite vom Beginn. Es dominieren nun mehr die Fruchtaromen mit ihrer Süße. Die Schärfe ist fast gänzlich verschwunden. Nur eine leichte würzige Note bleibt über. Die bittere Asche zeigt sich nur noch ganz dezent im Hintergrund.


Abgang
Schöne Kombination aus Rauch und roten Beeren. Dunkle Schokolade mit erhöhtem Kakaoanteil ist mit von der Partie. Im Finish ist die Bitterkeit vom Geschmack deutlich runder und angenehmer. Die Aromen haften fast schon klebrig am Gaumen und im Rachen.


Fazit
Ein junger wilder Raucher. Er ist spannend, keine Frage. Aber auch noch ein wenig unharmonisch und kantig. Vielleicht hätten ihm noch zwei, drei Jahre länger in den Fässern gut getan. Er verträgt ein paar wenige Tropfen Wasser. Dann verliert er seine raue, robuste Seite. Bin mir nicht sicher, was mir mehr gefällt.
Kann man machen, aber die aktuell aufgerufenen Preise von € 100,- und mehr ist er meiner Meinung nach nicht wert. Die Kritiken und Wertungen im Internet und in den Kreisen der Nerds sind sich auch nicht ganz einig, was man von ihm halten soll. Für mich ist er kein Kaufkandidat, vielleicht ist ja der in Bälde im Handel aufschlagende Longrow Red 100 Proof mehr ein Kaufkandidat, wobei er scheint sogar noch jünger zu sein. 

Mittwoch, 10. April 2024

Hazelburn 15y 2008 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

English Text-Version


Die dritte Single Malt Reihe von Springbank, Hazelburn, ist nach einer Lost-Distillery benannt. Die Hazelburn Brennerei lag ebenfalls in Campbeltown und war knapp 100 Jahre, zwischen 1825 und 1925, produktiv, bis sie 1921 von Mitchell & Co., dem Eigentümerunternehmen von Springbank, gekauft und 1925 stillgelegt wurde. 1997 wurde erstmals wieder ein Hazelburn New Make destilliert und in Fässer abgefüllt. Nun aber als eigene Marke von Springbank. 2005 wurde der erste Hazeburn Single Malt in Flaschen abgefüllt.

Neben der 10jährigen Standardabfüllung gibt es seit 2017 die einmal im Jahr erscheinende Oloroso Cask Matured Serie. Wobei jährlich nicht ganz korrekt ist. 2020 gab es aufgrund von Corona leider gar keine Abfüllung und 2022 dafür gleich zwei. Die letzte ist der 2008 destillierte 15jährige aus September 2023. 

Kürzlich ist eine Flasche davon bei mir nach Hause eingezogen. Interessant ist, dass er mit seinen 55,8% die bisher alkoholkräftigste Version in dieser Serie ist.


Aussehen
Dunkles Nussbraun mit einem orangen Touch.


Nase
Sehr weiche cremige Nase. Der Alkohol ist top eingebunden, kein Stechen, kein Prickeln, einfach Aromen pur. Das Sherryfass zeigt sofort wo es lang geht. Kompott aus reifen dunklen Pflaumen mit einer Prise Muskat und Zimt. Dazu Marmelade aus Orangen und Marillen, wobei der Orangenanteil hier deutlich höher ist. Auch ein paar Orangenzesten haben sich in der Marmelade versteckt. Gemeinsam erzeugt dies eine schöne Fruchtigkeit mit einer dezenten Säure, nicht zu viel Süße und minimalen herb bitteren Momenten von den Zesten. Wunderbar ausgewogen. Eingelegte Rosinen zusammen mit cremiger Milchschokolade und Haselnüssen gesellen sich ebenso zum Geruchspotpourri wie Gerüche nach Schuhpaste, alten Ledermöbel und getrockneten Tabakblättern. Der typische Springbank-Style mit dieser gewissen schmutzig, öligen Note, als wenn sich ein paar ölige Lappen im Destillierprozess versteckt hätten, schwingt im Hintergrund mit. Anfangs noch schüchtern, nimmt der „Funk“ mit Ruhe und Sauerstoffzufuhr nach und nach an Fahrt auf. Er ist mir jedoch bei der einen und anderen Abfüllung schon mal intensiver in der Nase gelegen.

Ein paar Tropfen Wasser kitzeln noch eine sehr feine Vanillenote und ganz leichte florale Töne hervor. Die anderen Aromen bleiben weitgehend ident. 


Geschmack
Jetzt gibt er Vollgas! Zuerst noch sehr weich und cremig, fährt dieser von mir so gemochte schmutzige Stil voll an. Ich habe sogar das Gefühl, etwas Rauch und Torf zu ahnen, dazu eben dieser leicht nach Maschinenöl schmeckende Funk mit seiner angenehmen Mineralität. Der Alkohol zeigt sich mit einer leicht prickelnden Schärfe, die jedoch sehr rasch durch eine deutliche Fruchtigkeit im Mund ersetzt wird. Jetzt erscheinen die Zwetschken, nun eher in getrockneter Form, Datteln und Feigen und auch dunkle Beeren. Rosinen mit weichem süßen Toffee begleiten die Tabakblätter und das alte Ledersofa. Vor allem die Süße überrascht mich. Der Alkohol spielt auch im Mund keine Rolle, sehr gut integriert.

Mit den paar Tropfen Wasserbeigabe wird die anfänglich kurze Schärfeperiode deutlich abgemildert, aber ohne an Intensität zu verlieren. Die schöne Süße, gepaart mit Sherryaromen und Springbank-Funk bleiben homogen verwoben.


Abgang
Die Rosinen mit den Datteln und Zwetschken liegen lange am Gaumen. Jetzt erscheint auch eine leichte Trockenheit, vom Holz der Fässer getrieben. Weiterhin ist diese ganz feine Rauchassoziation zu schmecken. Das Finish bleibt lange zu genießen. 


Fazit
Ich versuche den Hype rund um Springbank und deren Abfüllungen weitgehend zu ignorieren. Allein bei den jährlichen Hazelburn Oloroso Cask Abfüllungen kann ich nicht widerstehen. Die treffen einfach zu 100% meine Geschmacksknospen. Und diese Flasche bzw. deren Inhalt ist wie wenn man einen guten alten Freund nach längerer Pause wieder trifft. Man ist sofort wieder auf einer Wellenlänge und braucht keinen Anlauf um gleich wieder das zuletzt begonnene Gespräch weiterzuführen. So ist es auch mit diesem Hazelburn. Von der ersten Geruchsprobe bis zum finalen Schluck. Ein Genuss, den ich kenne und sehr schätze. Ich bin sehr froh, eine Flasche ergattert zu haben. 

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English Text Version


Springbank's third single malt range, Hazelburn, is named after a lost distillery. The Hazelburn distillery was also located in Campbeltown and was in production for almost 100 years, between 1825 and 1925. It was bought by Mitchell & Co, the company that owned Springbank, in 1921 and closed in 1925. It was not until 1997 that a Hazelburn New Make was distilled and bottled in cask for the first time. But now as Springbank's own brand. In 2005, the first Hazeburn Single Malt was bottled.

Since 2017, the Oloroso Cask Matured series is released annually in addition to the standard 10 year bottling. Annual is not quite right. Unfortunately there was no bottling in 2020 due to the coronavirus and two in 2022. The last is the 15-year-old from September 2023, distilled in 2008. 

A bottle of this arrived at my home a short time ago. It's interesting to note that at 55.8% it's the strongest version yet.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Deep nut-brown with orange reflexes.


Nose
The nose is very smooth and creamy. The alcohol is perfectly integrated, no stinging, no tingling, just pure flavours. The sherry cask is leading the way here. There are hints of nutmeg and cinnamon and a compote of ripe dark plums. This is accompanied by orange and apricot marmalade, although the proportion of orange is much higher. There are also a few orange zests hidden in the marmalade. Together they create a lovely fruity flavour with a subtle acidity, not too much sweetness and minimal bitter moments from the peel. Wonderfully balanced. Pickled sultanas, creamy milk chocolate and hazelnuts join the olfactory potpourri, as do scents of shoe polish, old leather furniture and dried tobacco leaves. The typical Springbank style echoes in the background. There is a certain dirty, oily note, as if a few oily rags had been hidden in the distillation process. Shy at first, the 'funk' gradually picks up speed as it rests and is oxygenated. However, it was more intense in previous bottlings.

A few drops of water bring out a very fine note of vanilla and a very light floral note. The other aromas remain more or less the same. 


Taste
Now it's full throttle! Still very smooth and creamy at first, this dirty style I love so much kicks into high gear. I even have the feeling that I can detect some smoke and peat, as well as that slightly machine-oil-flavoured funk with its pleasant minerality. The alcohol comes in with a slight bite, but this is quickly replaced by a clear fruitiness in the mouth. Plums appear, now more dried, dates, figs and dark berries. Sultanas with soft, sweet toffee accompany the tobacco leaves and the old leather sofa. It was the sweetness that surprised me the most. The alcohol doesn't play a role in the mouth either, it's very well integrated.

With a few drops of water, the spiciness at the beginning is considerably softened, but without losing any of its intensity. The beautiful sweetness, paired with the sherry flavours and Springbank funk, remain homogeneously interwoven.


Finish
The sultanas, dates and prunes are still present on the palate. Driven by the wood from the casks, there is also a slight dryness. This very fine association of smoke is still very much present. The finish is long and lingering. 


Conclusion
I try to ignore most of the hype surrounding Springbank and what it gets bottled. However, I can't resist the annual Hazelburn Oloroso Cask bottlings. They just hit my taste buds 100 per cent. And this bottle and its contents are like meeting a good old friend after a long time. You're instantly connected and don't need to start from scratch to continue the conversation you've just started. It's the same with this Hazelburn. From the very first whiff to the very last sip. A pleasure I know and appreciate very much. I am very happy to have got hold of a bottle. 

Mittwoch, 16. August 2023

Longrow 18y (2020)

 

Whiskybase

English Text-Version


Der Longrow 18y ist die zweitälteste Abfüllung im rauchigen Standardsortiment von Springbank - und damit auch der älteste Whisky, den ich bisher aus dieser Brennerei aus Campbeltown hatte. Streng limitiert kommt jedes Jahr eine neue Version auf den Markt - vom von mir verkosteten 2020er gab es nur 4.300 Flaschen. Das Besondere an diesem Whisky ist, dass jedes Jahr eine andere Fasskombination verwendet wird.

So wurden für die Reifung des 2020iger Jahrgangs 25% Ex-Bourbon, 20% Rum und 55% Sherry Casks vermählt. Leider konnte ich keine Infos finden, welche Rum und Sherryfässer genau zum Einsatz kamen. Beim Sherry bin ich ziemlich sicher, dass es klassische Olorosofässer waren.  

Ich bin wirklich auf diesen rauchigen Springbank sehr gespannt, da mir der Einsteiger, der Longrow Peated schon ziemlich gut gefallen hat.


Aussehen
Dunkles Gold, Blütenhonig


Nase
Der Geruch startet sofort kräftig. Mit sehr reifen Birnen, rote und gelbe, die bereits sehr weich und saftig sind. Auch reife Weinbergpfirsiche sind bei einer sehr fruchtigen Anfangsnase dabei. Sehr obstlastig im Vordergrund zu Beginn. Eine Spur Schwefel in Form von Streichholzköpfen ist vielleicht auch da, es lässt sich für mich schwer greifen, da es sich mit den Aromen der sehr reifen, fast schon überreifen Früchte vermischt. Es könnte sich dabei jedoch auch um intensive Esternoten handeln, die von den verwendeten Rumfässern herrühren, falls die Fässer aus Jamaika stammen würden. Im Hintergrund findet man, neben einer ordentlichen Portion Vanille, aber auch die ersten Anklänge des Springbank Funks, dieser besondere „dreckige“ Aromenstil. Dazu gesellen sich mineralische Noten und ein leichter Rauch, der nach ausgekühlter Holzkohle oder sogar Briketts riecht, ein wenig schmierig und fettig. Ein paar getrocknete Gewürze, kombiniert mit Honigsüße sind auch mit von der Partie und werden im Laufe der Zeit und Sauerstoffzufuhr im Glas intensiver. Die Aromen sind sehr harmonisch miteinander vermischt, der Alkohol ist sehr gut integriert. Tolle Nase.


Geschmack
Wachsgleich gleitet der Malt in den Mundraum, sehr weich und samtig. Eine leichte Schwefelnote ist zu schmecken, die jedoch sofort von einer Süße von Honig und Früchten weggewischt wird. Die Birnen und Pfirsiche aus dem Geschmack bekommen von Honigmelonen Unterstützung. Leichter Rauch und etwas vom Funky Springbank Dirt ist ebenfalls zugegen, bleibt aber im Hintergrund. Die Eiche meldet sich erstmals mit würzigen Holzaromen zu Wort, auch leicht bittere Aspekte nun. Die getrockneten Kräuter und die Vanille zeigen sich ebenfalls im Geschmack. Auch im Mund ist der Alkohol toll eingebunden, ich bin sogar der Meinung, knapp um die 50% hätten ihn - fast schon unmöglich - gut getan (Jammern auf höchstem Niveau).


Abgang
Die Süße bleibt auch im Finish deutlich, ebenso die Früchte. Die Würze der Holzfässer ist nun deutlicher. Ganz am Ende bleibt der Torf und Rauch zusammen mit Honig sowie den Gewürzen lange im Mundraum förmlich kleben. Der Whisky ist lange präsent, und zwar im ganzen Mundraum und Rachen. Er ist gekommen um zu bleiben, könnte man meinen.


Fazit
Der Funk ist in der Nase zwar vorhanden, jedoch scheinen die 18 Jahre und die Fasskombination den typischen funky Style von Springbank in Schach zu halten oder zu harmonisieren. Dies ist auch das Stichwort, Harmonie, genau dies ist die Nase. Sehr schön ausgewogen und weich, ohne dabei jedoch leicht oder fad zu wirken. Sehr gehaltvoll und schön. Einer dieser Whiskys, wo bei mir das Riechen fast schon reicht um zu schwelgen.

Aber ich hab gekostet. Und Gottseidank hab ich es getan. Ein so tolles Mundgefühl und die Harmonie der Aromen führt sich hier fort. Eine tolle Kombination an süß/fruchtigen Aromen mit dem Rauch und der Funkyness. 

Ein toller Malt! Sicherlich eins der Highlights in meinem Whiskyjahr 2023. Ich vergebe bei meinen Tasting-Notes nie Punkte. Bei Whiskybase jedoch schon und hier werden die 90 Punkte klar überschritten.

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English Text-Version


The Longrow 18y is the second oldest bottling in Springbank's standard peated range - and thus also the oldest whisky I have had from this Campbeltown distillery. Strictly limited, a new version is released every year - there were only 4,300 bottles of the 2020 I tasted. The special thing about this whisky is that a different cask combination is used every year.

For the 2020 maturation, 25% ex-bourbon, 20% rum and 55% sherry casks were used. Unfortunately, I couldn't find any information about which rum and sherry casks were used exactly. As for the sherry, I'm pretty sure it was classic oloroso casks.  

I'm really looking forward to this peaty Springbank, as I already quite liked the entry level Longrow Peated.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark gold, floral honey


Nose
The smell starts strongly right away. With very ripe pears, red and yellow, already very soft and juicy. Ripe vineyard peaches are also present on a very fruity initial nose. Very fruit-heavy up front at the start. A hint of sulphur in the form of match heads may also be there, it is hard for me to get a grip on as it blends with the aromas of the very ripe, almost overripe fruit. However, it could also be intense estery notes coming from the rum casks used, if the casks were from Jamaica. In the background, besides a good portion of vanilla, one also finds the first hints of Springbank funk, this special "dirty" aroma style. This is joined by mineral notes and a light smoke that smells of cooled charcoal or even briquettes, a little greasy and oily. A few dried spices combined with honey sweetness are also in the mix and become more intense with time and oxygenation in the glass. The flavours are very harmoniously blended, the alcohol is very well integrated. Great nose.


Taste
Like wax, the malt glides into the mouth, very soft and silky. A slight sulphur note can be tasted, but this is immediately wiped away by a sweetness of honey and fruits. The pears and peaches from the taste get support from honeydew melons. Light smoke and some of the funky Springbank Dirt is also present but remains in the background. The oak makes its first appearance with spicy wood flavours, also slightly bitter aspects now. The dried herbs and vanilla also show up in the taste. Also in the mouth the alcohol is great integrated, I am even of the opinion, just around 50% would have done it - almost impossible - better (complaining on the highest level).


Finish
The sweetness remains evident in the finish, as does the fruit. The spiciness of the wood casks is more evident now. At the very end, the peat and smoke, together with honey and spices, literally stick in the mouth for a long time. The whisky is present for a long time, throughout the whole mouth and throat. It has come to stay, one might think.


Conclusion
The funk is there on the nose, but the 18 years and the cask combination seem to keep the typical funky style of Springbank in control or in harmony. This is also the key word, harmony, which is exactly what the nose is. Very nicely balanced and smooth, but without being light or flat. Very full-bodied and beautiful. One of those whiskies where just smelling it is almost enough for me to indulge.

But I have tasted it. And thank God I did. Such a great mouthfeel and the harmony of flavours continues here. A great combination of sweet/fruity flavours with the smoke and funkyness. 

A great malt! Certainly one of the highlights of my whisky year 2023. I never give points in my tasting notes. On Whiskybase, however, I do, and here the 90 points are clearly exceeded.

Mittwoch, 8. März 2023

Hazelburn 12y 2010

 

Whiskybase

English-Text-Version


Diese Wochen ging in der Whiskyfanszene wieder die Post ab. Die Hype-Brennerei Springbank brachte die neuen Abfüllungen heraus. Und in Windeseile waren die Flaschen von Springbank ratzeputz ausverkauft. Und fast genauso schnell fand man eine Vielzahl dieser Flaschen auch wieder am Zweitmarkt, jedoch nicht mehr zu den Verkaufspreisen, die die Brennerei veranschlagt hatte. Und auch viele Händler und Online Shops erhöhten, falls sie überhaupt noch einen Vorrat hatten, die Preise steil nach oben.

Wer wie ich bei diesem Spielchen nicht mitmachen will, für den bleibt die Hoffnung auf Verkostungssamples. Und für den neuen Hazeburn Oloroso Cask matured konnte ich eins ergattern.

Die diesjährige Version hat zwölf Jahre in frischen Oloroso Sherry Casks reifen dürfen. Der Alkoholgehalt schwankt von Abfüllung zu Abfüllung. Dieses Jahr sind es 49,9% geworden. Ob dies Fassstärke ist glaube ich eher nicht, da hätten die Fässer in nur zwölf Jahren doch recht viel Flüssigkeit verlieren müssen. Wie immer sind auch dieses Mal 9.000 Flaschen als limitierte Menge herausgekommen. Die früheren Abfüllungen, die ich bisher kosten konnte, gefielen mir sehr gut. Bin gespannt, wie es mit der neuen aussieht.


Aussehen
Dunkles Bernstein. Doch eine Spur heller, als die vorigen verkosteten Abfüllungen.


Nase
Er geizt anfänglich mit seinen Aromen, wirkt verschlossener als seine Vorgänger. Dann erscheinen doch noch Gerüche nach muffigem alten Leder, könnte eine Spur Schwefel im Hintergrund sein? Neben einer ordentlichen Portion an gerösteten Haselnüssen liegt auch etwas Tabak in der Luft. Die Fruchtkomponente versteckt sich ein wenig. Mit etwas Zeit kommen Aprikosen- und herbe Orangenmarmelade zum Vorschein. Die sonst typischen dunklen und getrockneten Früchte fehlen beim ersten Reinriechen komplett. Ein wenig Vanille und Waldhonig. Blind hätte ich hier auf eine Ex-Bourbonreifung mit einem Finish in Sherryfässern getippt. 

Bei längerer Standzeit von 45 Minuten, bis weit über eine Stunde, verändert sich der Geruch stark. Er ist jetzt deutlich blumiger, Lavendel könnte es sein. Die Orangenmarmelade hat sich zu einem leicht verdünnten Sirup gewandelt. Der old-school Ledertouch ist gänzlich weg. Etwas Tabakaroma schwebt noch im Hintergrund. 

Die ansonsten immer vorhandene leichte funky Springbanknote vermisse ich total. Ein paar Tropfen Wasser bringen die fruchtige Seite mehr zum Glänzen, jetzt zeigt sich auch das Beerenobst neben der Aprikose. Aus der Orange wird nun eher eine Mandarine. 


Geschmack
Ein sehr weicher, cremiger Antritt und ein volles Mundgefühl. Die knapp 50% drücken ordentlich an. Wieder am Anfang eine leichte aber doch erkennbare Assoziation von Schwefel. Leder, Tabak und eine prickelnde Würzigkeit und Ingwerschärfe vom Fass gehen Hand in Hand mit einer doch süßen Fruchtnote, die nun auch von dunklen reifen Beeren stammen könnte. Der Honig ist ebenso da wie die gerösteten Haselnüsse aus dem Geruch. 

Mit Wasser wird er gefährlich süffig. Deutlich mehr Süße und Frucht, die Würzigkeit nimmt ab. Der Alkohol ist insgesamt gut eingebunden.


Abgang
Das Finish gestaltet sich als Kombination der Leder, Tabak und Beerennote mit ein wenig dunkler Schokolade, die einen schönen leckeren Kakaogehalt hat. Nicht zu dominant bitter. Das Holz der Fässer schmeckt man am Ende deutlicher. Es ist aber vor allem sehr aromatisch. Ich mag Eiche bis zu einem gewissen Grad, da passt es perfekt. Insgesamt wohlwollend lange gestaltet sich der Abgang.


Fazit
Schwierig. Nach meinen bisherigen Oloroso Cask matured Abfüllungen hatte ich mir einfach etwas anderes erwartet. Er ist im Grundcharakter viel heller, als die beiden älteren Jahrgänge, die ich  bislang verkostet habe. Die ansonsten für mich so typischen old-school Sherryaromen sind im Geruch nur peripher wahrnehmbar, das Muffige, der Geruch nach alten Ledersitzmöbeln, die dunklen getrockneten Früchte - all dies ist teilweise nur schwach bis gar nicht vorhanden. Dafür hellere Fruchtaromen und mehr würzig, nussige Aspekte. Interessant. Springbank Vibes hatte ich nie. Der Geschmack und der Abgang versöhnen dann wieder mehr. Ist es eine schlechte Abfüllung? Nein! Aber es ist nicht das, was ich erwartet habe, wenn ich einen Hazelburn mit 10+ Jahren mit Oloroso Sherryfass Reifung im Glas habe. Würde ich mir diese Abfüllung kaufen? Vom Preis, den man jetzt zahlen müsste, mal abgesehen, würde ich heute diese Frage wohl verneinen. Die alten Abfüllungen haben mir besser gefallen. Bin ich enttäuscht? Etwas.

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English Text-Version


These weeks, the whisky fan scene was abuzz again. The hype distillery Springbank brought out the new bottlings. And in no time at all, the bottles from Springbank were sold out. And almost as quickly, a large number of these bottles were found again on the secondary market, but no longer at the sales prices that the distillery had estimated. And many dealers and online shops, if they still had any stock at all, raised their prices steeply.

For those who, like me, don't want to take part in this game, the hope remains for tasting samples. And I was able to get hold of one for the new Hazeburn Oloroso Cask matured.

This year's version has been allowed to mature for twelve years in fresh Oloroso Sherry casks. The alcohol content varies from bottling to bottling. This year it's 49.9%. I don't think this is cask strength, as the casks would have lost a lot of liquid in only twelve years. As always, 9,000 bottles were released as a limited edition. I liked the earlier bottlings that I have tasted so far very much. I'm curious to see what the new one looks like.


Appearance
Dark amber. But a touch lighter than the previous bottlings tasted.


Nose
It is initially stingy with its aromas, seems more closed than its predecessors. Then smells of musty old leather appear, could there be a trace of sulphur in the background? Besides a good portion of roasted hazelnuts, there is also some tobacco in the air. The fruit component hides a little. With a little time, apricot and tart orange marmalade emerge. The otherwise typical dark and dried fruits are completely absent when first smelled. A little vanilla and forest honey. Blindly, I would have guessed an ex-bourbon maturation with a finish in sherry casks. 

With a longer standing time of 45 minutes, up to well over an hour, the smell changes a lot. It is now distinctly more floral, lavender it could be. The orange marmalade has changed to a slightly diluted syrup. The old-school leather touch is completely gone. Some tobacco aroma still hovers in the background. 

I totally miss the slight funky Springbank note that is otherwise always present. A few drops of water make the fruity side shine more, now the berry fruit shows up next to the apricot. The orange now becomes more of a tangerine. 


Taste
A very soft, creamy attack and a full mouthfeel. The just under 50% pushes on nicely. Again at the beginning a slight but still recognisable association of sulphur. Leather, tobacco and a tingling spiciness and gingeriness from the barrel go hand in hand with a sweet fruit note that could now also come from dark ripe berries. The honey is there as well as the roasted hazelnuts from the smell. 

With water, it becomes dangerously drinkable. Clearly more sweetness and fruit, the spiciness decreases. The alcohol is well integrated overall.


Finish
The finish turns out to be a combination of the leather, tobacco and berry notes with a little dark chocolate, which has a nice delicious cocoa content. Not too dominantly bitter. You can taste the wood of the casks more clearly at the end. But it is very aromatic above all. I like oak to a certain extent, so it fits perfectly. Overall, the finish is pleasantly long.


Conclusion
Difficult. After my previous Oloroso Cask matured bottlings, I simply expected something different. It is much lighter in character than the two older vintages I have tasted so far. The old-school sherry aromas that are otherwise so typical for me are only peripherally perceptible in the smell, the mustiness, the smell of old leather seating furniture, the dark dried fruits - all this is partly only faintly present or not at all. Instead, lighter fruit aromas and more spicy, nutty aspects. Interesting. I never had Springbank Vibes. The taste and the finish then reconcile more. Is it a bad bottling? No! But it's not what I expected when I have a Hazelburn with 10+ years of Oloroso sherry cask maturation in the glass. Would I buy this bottling? The price you would have to pay now aside, I would probably answer this question in the negative today. I liked the old bottlings better. Am I disappointed? A little.


Donnerstag, 5. Januar 2023

Longrow Peated

 

Whiskybase

English Version


Die Springbank Brennerei in Campbeltown hat neben Springbank und Hazelburn auch eine rauchige Reihe in ihrem Standard-Angebot. Longrow genannt. Longrow war einst eine der zahlreichen Destillerien in Campbeltown, die allerdings 1896 schließen musste. Der erste Single Malt unter der Bezeichnung Longrow wurde von Springbank 1973 veröffentlicht.

Der Einsteiger ist die rauchige Welt der Longrows ist der Longrow Peated, eine NAS (Non Age Statement)-Abfüllung. Das Alter wird von Springbank nicht offiziell genannt. Im Internet gibt es jedoch Erwähnungen, es würden Malts aus Fässern mit einem Alter von 6 bis 14 Jahren verwendet. Pro Jahr werden nur etwa 100 Fässer abgefüllt.

Für den zweifach destillierten Malt (bei den Springbank-Abfüllungen 2,5fache Destillation, im Gegensatz zu den Hazelburns, die dreifach gebrannt werden) wird die Gerste 48 Stunden über Torffeuer gedarrt - im Vergleich die Gerste für Springbank Abfüllungen wird nur 6 Stunden über Torffeuer getrocknet, danach 30 Stunden über Heißluft. Dadurch entsteht ein Phenolgehalt der getrockneten Gerste von 50 - 55 ppm (bei Springbank sind es nur 12 bis 15 ppm). Bei der Fassreifung findet man auf der offiziellen Webseite von Springbank die Information, dass sowohl Bourbon als auch Sherryfässer verwendet werden. Im Internet wird meist nur von einer reinen Bourbonreifung gesprochen. Wie bei Springbank üblich wird nicht gefärbt und keine Kühlfiltration durchgeführt.


Aussehen
Dunkles Gelb oder auch ein sattes Gelbgold


Nase
Er startet mit einem Rauch nach feuchter Holzkohle, die gerade noch so schwelt. Es schwingt aber auch ein leichter Duft nach Gummiabrieb und etwas schmutzig öliges, wie von alten Maschinenteilen, mit. Von der Intensität ist der Rauch eher mittelstark. Er dominiert den Geruch nicht, wie beispielsweise bei so manchem Islay-Kollegen, und lässt den anderen Aromen durchaus Raum um sich zu entfalten. So findet man eine deutliche Süße, wie von Puderzucker, wieder. Dazu sehr deutlich Aprikosen und Pfirsich, die sich mit etwas Standzeit in Zitrusfrüchte, zusammen mit getrockneten Kräutern wie Salbei und Rosmarin, wandeln. Im Hintergrund liegt die ganze Zeit eine frische Note mit leicht maritimen Anklängen und etwas Menthol.
Nach dem ersten Schluck offenbart sich eine sehr schöne Vanillenote, mit der ich nicht gerechnet habe - wie in kleines Vanillekuchengebäck.


Geschmack
Angenehmes, süffiges Mundgefühl, der Malt füllt den Mundraum schön aus. Sofort zeigt sich der schmutzige Rauch, nun verstärkt durch die getrockneten Küchenkräuter, als wären sie in die noch heiße Asche der niedergebrannten Holzkohle gefallen. Hinter der torfigen Rauchnote wird es wieder deutlich süßer. Wie in der Nase rührt die Süße weniger von Honig als von einem Zuckerstück oder Puderzucker her. Aber auch die Frucht ist unverkennbar im Geschmack anwesend und zwar in Form von Aprikosen und der geriebenen Schale von reifen Zitronen. Im Mittelteil kommt wieder die Frische und Minznote hervor.


Abgang
Gegen Ende hin wird es leicht trocken und adstringierend. Auch etwas salzige Lakritze mit ein paar Stücke von dunkler Schokolade ist vorhanden. Der Rauch ist lange präsent, zusammen mit dem Gummiabrieb. Insgesamt ist das Finish durchaus als mittellang bis lang zu bezeichnen.


Fazit
Der Longrow Peated ann die Verwandtschaft mit dem Springbank 10y nicht verleugnen. Obwohl man ihm eine gewisse Jugend gegenüber dem 10y Springbank anmerkt (so ist beim Springbank die Süße bereits statt Puderzucker eher in Richtung Honig gehend, die Früchte sind etwas reifer und die Minz/Mentholnote ist nicht präsent) ist die für mich so positive Springbank DNA unverkennbar. Wie bei den anderen Abfüllungen von Springbank, die ich bisher verkostet habe, gefällt mir auch beim Longrow Peated seine Geradlinigkeit und die leichte Rauheit.

Wer es rauchig mag und etwas harsch, jedoch die Preisspirale der Springbankabfüllungen nicht mitgehen will, macht mit dem günstigeren rauchigen NAS-Bruder nichts verkehrt.

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English Version


The Springbank distillery in Campbeltown also has a smoky range in its standard range alongside Springbank and Hazelburn. Called Longrow. Longrow was once one of the many distilleries in Campbeltown, but was forced to close in 1896. The first single malt under the Longrow name was released by Springbank in 1973. The entry into the smoky world of Longrow is the Longrow Peated, a NAS (Non Age Statement) bottling. The age is not officially stated by Springbank. On the internet, however, there are mentions that malts from casks with an age of 6 to 14 years are used. Only about 100 casks are bottled per year.

For the double distilled malt (for the Springbank bottlings 2.5 times distillation, in contrast to the Hazelburns which are triple distilled) the barley is kilned over peat fire for 48 hours - in comparison the barley for Springbank bottlings is only dried over peat fire for 6 hours, then over hot air for 30 hours. This results in a phenolic content of the dried barley of 50 - 55 ppm (Springbank's is only 12 to 15 ppm). The official Springbank website states that both bourbon and sherry casks are used for cask ageing. On the internet, there is usually only talk of a pure bourbon maturation. As usual at Springbank, there is no colouring and no chill filtration.

Fotocredit: springbank.scot


Appearance
Dark yellow or even a rich yellow gold.


Nose
It starts with a smoke of damp charcoal just smouldering. But there is also a slight scent of rubber abrasion and something dirty and oily, like old machine parts. The intensity of the smoke is rather medium. It doesn't dominate the smell, as it does with some of its Islay colleagues, and leaves room for the other aromas to unfold. So you find a clear sweetness, like icing sugar. In addition, apricots and peach are very clear, which change into citrus fruits with a little time, together with dried herbs like sage and rosemary. All the time, there is a fresh note in the background with slightly maritime hints and some menthol.
After the first sip, a very nice vanilla note reveals itself, which I did not expect - like in small vanilla cake pastry.


Taste
Pleasant, quaffable mouthfeel, the malt fills the mouth nicely. Immediately the dirty smoke appears, now intensified by the dried kitchen herbs, as if they had fallen into the still hot ashes of the burnt down charcoal. Behind the peaty smokiness, it becomes noticeably sweeter again. As in the nose, the sweetness stems less from honey than from a sugar lump or icing sugar. But fruit is also unmistakably present in the taste, in the form of apricots and the grated peel of ripe lemons. In the middle part, the freshness and minty notes come out again.


Finish
Towards the end it becomes slightly dry and astringent. There is also some salty liquorice with a few bits of dark chocolate. The smoke is present for a long time, along with the gum rub. Overall, the finish can definitely be described as medium to long.


Conclusion
The Longrow Peated cannot deny its kinship with the Springbank 10y. Although you notice a certain youth compared to the 10y Springbank (the sweetness of the Springbank is already more towards honey instead of icing sugar, the fruits are a bit riper and the mint/menthol note is not present), the Springbank DNA, which is so positive for me, is unmistakable. As with the other Springbank bottlings I've tasted so far, I like the straightness and slight roughness of the Longrow Peated.
If you like it smoky and a little harsh, but don't want to follow the price spiral of the Springbank bottlings, you can't go wrong with the cheaper smoky NAS brother.

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Hazelburn 13y 2007 Oloroso Cask matured

 

Whiskybase

English Version


Letztes Jahr hatte ich die Abfüllung vom Hazelburn 13y aus 2004 im Glas und sie mundete mir hervorragend. Aufgrund des aktuellen Hypes um Springbank und dem damit verbundenen Preisanstiegs dachte ich nicht mir eine Flasche davon zulegen zu wollen. Aber wie der Zufall oder Fortuna so will, wurde in meinem Stamm-Forum eine Anbruchflasche vom Hazelburn 13y 2007 veräußert - eine Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte.

Prinzipiell bin ich gegen Anbruchflaschen nicht abgeneigt. Ich weiß, es gibt dazu in der Community geteilte Meinungen. Jedoch sehe ich es für mich als eine gute Gelegenheit Whiskys, die oft über meinem Budget liegen, ausgiebiger probieren zu können und dies zu einem akzeptablen Preis. 

Aber nun wieder zurück zur 2007er Abfüllung. Gebrannt im Juni 2007 wurden im September 2020 9.900 Flaschen mit 50,3% abgefüllt. Die Reifung fand in "Fresh Oloroso Casks" statt, wie es hinten auf der Flasche abgedruckt ist. Ich hoffe Springbank meint mit "Fresh" 1st-Fill und keine nasse Fassangelegenheit. Ungefiltert und ungefärbt ist bei Springbank selbstverständlich. 


Aussehen
Dunkles Mahagoni 


Nase
Ja, die frischen Olorosofässer kann er nicht verleugnen. Es starten sofort die typischen Aromen die man von diesem Sherrytyp kennt und erwarten kann und darf. Intensiver Duft nach getrockneten dunklen Früchten wie Feigen und Datteln. Zusammen mit einer klebrigen Süße, die von einem Waldhonig stammen könnte, den man in eine Schüssel über die Früchte sowie gerösteten Haselnüssen, Sultaninen und gehobelter dunkler Schokolade gegossen hat. Daneben steht ein geöffnetes Glas mit Erdbeermarmelade. Zusätzlich geizt er nicht mit satten Leder- und aromatische Pfeifentabaknoten. Ganz feine Assoziationen von Rauch, die wahrscheinlich mehr vom Eichenholz der Fässer als von einem getorften Malz herrühren dürften. Eine schöne gesetzte Sherrynase - keine nassen Fässer, gut so. Was mir jedoch im Moment abgeht und sich vom 2004er unterscheidet, ist die Spur der typischen Dreckigkeit, dem Springbank Funk, den ich damals beim 2004er hatte. 

Nach dem ersten unverdünnten Schluck gesellen sich noch Karamell, Nugat und Orangenmarmelade zur Geschmackskomposition hinzu.

Mit ein, zwei Tropfen Wasser verändert er sich etwas. Milchschokolade und die Nüsse treten mehr in den Vordergrund. Nun kriecht auch die Campbeltown Note etwas hervor - nicht ganz sauber geputzte Maschinenteile, mehr „rauchig“ und nach alter Holzpolitur riechend.


Geschmack
Ein sehr cremiges, fast schon ölig anmutendes Mundgefühl zu Beginn. Es beginnt mit einem honigsüßen Antritt mit einer Menge an dunklen Beeren wie Johannisbeeren und Brombeeren. Die Fruchtseite ist nun deutlich auf der frischfruchtigen und weg von getrockneten Datteln und Feigen. Nebenbei schmeckt man auch eine ordentliche Portion an gerösteten Nüssen im dunklen Schokolademantel. Die getrockneten Tabakblätter sind weiterhin präsent. Und nun merkt man auch mehr vom typischen Springbank Funk. Etwas von dieser leckeren schmutzigen Note, mit leichter Andeutung von Maschinenteilen, Mineralität und altem Holz zeigt sich nun deutlicher.

Mit wenigen Tropfen Wasser wird es mehr würziger, in Richtung Gewürzen und Kräutern und weniger süß und frisch fruchtig. Es kommen wieder etwas mehr die getrockneten Früchte zur Geltung.


Abgang
Es wird gegen Ende im Mund, vor allem seitlich an den Wangenpartien, etwas adstringierend. Weiterhin intensive Leder- und Tabakaromen. Rosinen und eine Spur von Rauch oder altem Holz addieren sich zu den anderen Noten. Toller langer Abgang.


Fazit
Er ist der 2004er Abfüllung natürlich ähnlich aber nicht komplett - keine 1:1 Kopie. Vor allem ist die typische, leicht schmutzige Ader in der Nase nicht so greifbar wie beim Vorgänger. Im Geschmack hat er eine schöne süße dunkle Beerennote, die kombiniert mit den Olorosoaromen wie Nüssen, Schokolade und Tabak toll funktioniert. Im Mund ist der Campbeltown-Style mehr vorhanden. Wasser kann man verwenden, muss man aber absolut nicht. Im Mund würde ich fast eher zu ohne Wasser tendieren. Insgesamt wieder ein sehr schöner Single Malt, passend zum Winter! Gut das ich noch rund 20cl davon habe. 

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English Version

Last year I had the 2004 Hazelburn 13y bottling in my glass and it tasted great. Due to the current hype around Springbank and the associated price increase, I didn't think I wanted to buy a bottle of it. But as luck or fortune would have it, a bottle of the Hazelburn 13y 2007 was sold in my regular forum - an opportunity I couldn't pass up.

In principle, I'm not averse to bottles being opened. I know there are divided opinions in the community. However, I see it as a good opportunity to taste whiskies that are often above my budget more extensively and at an acceptable price. 

But now back to the 2007 bottling. Distilled in June 2007, 9,900 bottles with 50.3% were bottled in September 2020. The maturation took place in "Fresh Oloroso Casks", as it is printed on the back of the bottle. I hope Springbank means 1st-fill by "Fresh" and not a wet cask affair. Unfiltered and uncoloured is a given at Springbank. 


Appearance
Dark mahogany 


Nose
Yes, it cannot deny the fresh oloroso casks. The typical aromas that one knows and can expect from this type of sherry start immediately. Intense aroma of dried dark fruits like figs and dates. Together with a sticky sweetness that could come from a forest honey poured into a bowl over the fruits as well as roasted hazelnuts, sultanas and shaved dark chocolate. Next to it is an opened jar of strawberry jam. In addition, it is not stingy with rich leather and aromatic pipe tobacco notes. Very fine associations of smoke, which probably come more from the oak of the casks than from a peated malt. A nice set sherry nose - no wet casks, good thing. However, what escapes me at the moment and is different from the 2004 is the hint of the typical dirtiness, the Springbank funk, that I had with the 2004 at the time. 

After the first undiluted sip, caramel, nougat and orange marmalade join the taste composition.

With a drop or two of water, it changes somewhat. Milk chocolate and the nuts come more to the fore. Now the Campbeltown note creeps out a bit too - not quite cleanly cleaned machine parts, more "smoky" and smelling of old wood polish.


Taste
A very creamy, almost oily mouthfeel to start. It starts with a honeyed attack with a lot of dark berries like currants and blackberries. The fruit side is now clearly on the fresh-fruited and away from dried dates and figs. Along the way, you also taste a fair amount of roasted nuts in a dark chocolate coat. The dried tobacco leaves are still present. And now you notice more of the typical Springbank funk. Something of that delicious dirty note, with slight hints of machine parts, minerality and old wood now shows more clearly.

With a few drops of water it becomes more spicy, towards spices and herbs and less sweet and freshly fruity. The dried fruits come to the fore a little more again.


Finish
It gets a little astringent towards the end in the mouth, especially on the sides of the cheek areas. Continued intense leather and tobacco flavours. Sultanas and a hint of smoke or old wood add to the other notes. Great long finish.

Conclusion
It is similar to the 2004 bottling of course but not completely - not a 1:1 copy. Above all, the typical, slightly dirty vein in the nose is not as tangible as in its predecessor. On the palate, it has a nice sweet dark berry note that works great when combined with the oloroso flavours like nuts, chocolate and tobacco. In the mouth, the Campbeltown style is more present. You can use water, but you absolutely don't have to. In the mouth, I would almost tend towards without water. All in all, another very nice single malt, fitting for winter! Good that I still have about 20cl of it. 

Mittwoch, 2. November 2022

Glen Scotia Vintage 2003 Rum Cask Finish

 

Whiskybase

English Version


Das Campbeltown Malt Festival gibt es seit 2008 in der sich zur viktorianischen Zeit selbst ernannten "Whiskyhauptstadt der Welt". Immerhin waren 30 Brennereien in dieser kleinen Stadt einmal tätig und produzierten jede Menge Wasser des Lebens.

Nun sind mit Springbank, Glengyle und Glen Scotia nur noch drei Distilleries über - neben dem ältesten schottischen unabhängigen Abfüller Cadenheads. Mit Dál Riata und Machrihanish sind jedoch zwei neue Brennerei-Projekte am Start. Über die Qualität der dort gebrannten Single Malts brauchen wir nicht sprechen - der momentane Hype spricht Bände.

Wie beim Fèis Íle Festival auf Islay üblich, kommen auch bei diesem Festival immer eigene Abfüllungen auf den Markt. Eine dieser Abfüllungen von Glen Scotia habe ich als Sample ergattert.

Der Vintage 2003 Rum Cask Finish wurde für das Festival aus 2019 herausgebracht. Der Malt reifte etwas mehr 14 Jahre in amerikanische Hogshead-Eichenfässern und erhielt danach für rund acht Monate ein Finish in ehemaligen Demerara Rum Fässern. Es ist eine rauchige Version, die ungefärbt und ungefiltert mit 51,3% Alkohol in die Flaschen kam. 


Aussehen
Helles Gold


Nase
Eine sehr hellfruchtige Nase gleich zu Beginn. Angegrillte Ananas, Marillen und Honigmelone, die auf einem Räucherbrett auskühlen, dass auf einem Kieselstrand liegt mit teilweise getrockneten und feuchten Algenblättern darunter. Es riecht nach Meer und Mineralien.
Der Rauch ist für mich nicht wirklich stark präsent, sondern umgarnt tatsächlich mehr diese frischen, leicht tropisch anmutenden Fruchtaromen. Zusätzlich zeigt sich eine angenehme Süße, die an karamellisierten Zucker oder eine hellere Honigsorte erinnert, sowie ein ordentlicher Schuss Vanilleextrakt.
Mit etwas Standzeit und Sauerstoff kommt auch die typische Campbeltown Schmutzigkeit mehr zum Vorschein - etwas Motoröl und schmutzige Arbeitslappen. Gefällt. Im Hintergrund schwinkt eine leichtwürzige Note der Eichenfässer mit die als Anker für die fruchtig süßen Grundaromen dient. Der Alkohol ist nur dezent zu merken, richtig gut eingebunden.
Mit wenig Wasserbeigabe gelangt der Rauch mehr in den Vordergrund. Auch die Würzigkeit nimmt zu und vermischt sich mehr mit der Fruchtsüße.


Geschmack
Leichte Süße zu Beginn auf der Zunge, die hellen, tropischen Früchte, allen voran die angegrillte Ananas und die Marille, sind auch im Geschmack sogleich vorhanden. Dazu wieder die satte Vanille aus der Nase. Dann wird es überraschend würziger - und zwar deutlich.
Der Alkohol schiebt mit einer prickelnden, fast schon pfeffrig scharfen, Intensität die Aromen voran. Auch ein paar Küchenkräuter addieren sich nun hinzu. Der Rauch ist weiterhin nicht prägend, wenn dann nur als ein kleiner Rest von kalter Asche im Holzgriller. Könnte aber auch die leicht dreckige Campbeltown Note sein. Richtung Abgang wird es mineralisch trockener, leicht adstringierend.
Im Geschmack sorgen ein wenig Wasserbeimengung für eine leichte Reduzierung der würzigen Seite und ein wenig Mehr an Frucht und Süße. Der Malt wird homogener, obwohl er auch ohne Wasser sehr gut funktioniert.


Abgang
Weiterhin recht deutlich würziger Einschlag. Die Vanille mit etwas Honigmelone und Kräutern und einer dezenten bitteren Note verweilen mittellang als Finish. Auch hier ist der Rauch, wenn überhaupt, nur durch eine leicht schmutzige aschige Spur erkennbar.


Fazit
Das Rum-Finish ist für mich vor allem über diese schöne tropischen Fruchtaromen vorhanden. Aber zu keiner Zeit zu dominant. Schöne Fassarbeit. Rauchseitig muss man sich hier nicht fürchten. Der Rauch ist bei dieser Abfüllung nur als Hintergrundsuntermalung vorhanden.
Die Campbeltown Vibes kann dieser Glen Scotia nicht verbergen, was gut ist. Eine insgesamt runde Sache. Ein Großflaschenkandidat wäre diese Abfüllung jedoch keine, dafür fehlt mir das gewisse Etwas. Einen Kilkerran 16y würde ich bevorzugen.

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English Version

The Campbeltown Malt Festival has been taking place in the self-proclaimed "Whisky Capital of the World" in Victorian times since 2008. After all, 30 distilleries were once active in this small town and produced plenty of the water of life.

Now, with Springbank, Glengyle and Glen Scotia, only three distilleries remain - along with Scotland's oldest independent bottler, Cadenheads. However, with Dál Riata and Machrihanish, two new distillery projects are starting. We don't need to talk about the quality of the single malts distilled there - the current hype speaks volumes.

As usual at the Fèis Íle Festival on Islay, there are always own bottlings on the market. I got hold of one of these Glen Scotia bottlings as a sample. The Vintage 2003 Rum Cask Finish was released for the 2019 festival. The malt was matured for just over 14 years in American Hogshead oak casks and then received a finish in ex-Demerara rum casks for around eight months. It's a smoky version that came into the bottles uncoloured and unfiltered at 51.3% alcohol. 

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Light gold


Nose
A very bright fruity nose right from the start. Grilled pineapple, apricots and honeydew melon cooling on a smoking board lying on a pebble beach with partially dried and damp seaweed leaves underneath. It smells of the sea and minerals.
For me, the smoke is not really strongly present, but actually ensnares more these fresh, slightly tropical fruit aromas. In addition, a pleasant sweetness reminiscent of caramelised sugar or a lighter honey variety shows up, as well as a decent dash of vanilla extract.
With some standing time and oxygen, the typical Campbeltown dirtiness also comes out more - some engine oil and dirty work rags. Likes. In the background, a slightly spicy note from the oak casks sways along and serves as an anchor for the fruity-sweet basic flavours. The alcohol is only subtly noticeable, really well integrated.
With a little water added, the smoke comes more to the fore. The spiciness also increases and mixes more with the fruity sweetness.


Taste
Slight sweetness on the tongue at the beginning, the bright, tropical fruits, first and foremost the grilled pineapple and apricot, are also immediately present in the taste. And again the rich vanilla from the nose. Then it becomes surprisingly spicier - and noticeably so. The alcohol pushes the flavours forward with a tingling, almost peppery sharp intensity. A few kitchen herbs are also added now.
The smoke is still not dominant, if then only as a small residue of cold ash in the wood grill. Could also be the slightly dirty Campbeltown note. Towards the finish, it becomes drier mineral-wise, slightly astringent.
On the palate, a little water admixture provides a slight reduction of the spicy side and a little more fruit and sweetness. The malt becomes more homogeneous, although it works very well without water.


Finish
Still quite clearly spicy. The vanilla with some honeydew melon and herbs and a subtle bitter note linger for a medium long finish. Again, the smoke is only discernible, if at all, through a slightly dirty ashy trace.


Conclusion
The rum finish is present for me mainly via those lovely tropical fruit flavours. But at no time too dominant. Beautiful cask work. Smoke-wise, there's nothing to fear here. The smoke is only there as background background in this bottling.
This Glen Scotia can't hide the Campbeltown vibes, which is good. A rounded affair overall. However, this bottling would not be a candidate for a large bottle, because it lacks that certain something. I would prefer a Kilkerran 16y.

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