Hazelburn
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Mittwoch, 8. Oktober 2025

Hazelburn 8y 2017/2025 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Hat sich Springbank in den letzten Jahren vielleicht übernommen und mehr abgefüllt, als die Lagerbestände hergaben? Oder steckt eine gezielte Strategie dahinter, dass die aktuellen Abfüllungen zunehmend jünger werden und teilweise gar keine Altersangabe mehr tragen? Bei Longrow etwa erschien zuletzt ein 7-jähriger Longrow Red, gefolgt von einem Longrow 100 Proof. Bei Springbank steht nun ein 5-jähriger 100 Proof in den Startlöchern, und bei Hazelburn gab es 2024 gar keine neue Ausgabe der Oloroso Cask Matured-Reihe.

Die jüngste Abfüllung dieser Serie wurde im März 2025 vorgestellt und bringt es nur noch auf acht Jahre im Fass. Alle Vorgänger waren deutlich älter – die Ausgabe von 2023 lag beispielsweise ganze 15 Jahre im Holz.

Ist dieser Trend zu jüngeren Abfüllungen nur eine vorübergehende Erscheinung, oder müssen wir uns langfristig darauf einstellen? Hat der anhaltende Hype die Bestände im Fasslager spürbar dezimiert? Die Brennerei, die ihrer Philosophie der Qualitätstreue bislang treu geblieben ist und bewusst unterhalb ihrer maximalen Produktionskapazität brennt, könnte sich gezwungen gesehen haben, jüngere Whiskys abzufüllen, um Serien wie diese weiterhin bedienen zu können. In der Szene kursiert bereits das Gerücht, dass der neue 5-jährige Springbank langfristig den 10-jährigen ersetzen könnte – eine Vorstellung, die mir persönlich gar nicht schmeckt.

Doch zurück zur neuen Hazelburn Oloroso Cask Matured Abfüllung. Sie wurde 2017 destilliert und 2025 mit 48,2 Prozent abgefüllt. Wie üblich ist der dreifach destillierte Single Malt weder gefärbt noch kühlfiltriert.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Der erste Eindruck ist ausgesprochen positiv. Vom jungen Alter merkt man erstaunlich wenig. Sofort präsent ist der typische Springbank-Funk mit seiner leicht „schmutzigen“ Note, hier sogar deutlicher ausgeprägt als bei manch älteren Vorgängern. Nach den ersten Eindrücken treten volle Sherrynoten hervor – Rosinen, dunkle Trockenfrüchte und intensive Vanille. Besonders interessant ist das Zusammenspiel mit säuerlicher Orangenmarmelade und cremigen Erdbeeren, die sich angenehm von klassischen Sherryaromen abheben. Die Nase wirkt älter, als das Alter vermuten lässt. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden, keine Spur von Jugend oder harten Kanten. Im Gegenteil: alles wirkt weich, harmonisch und cremig – ohne dass der typische Funk verloren ginge.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich, cremig und süß beginnt er mit Rosinen, getrockneten Feigen und Datteln. Dazu kommen leicht geräucherte Orangenschalen, Orangengelee und gekochte Backpflaumen. Dunkle Schokolade steuert eine feine Herbe bei. Der Funk ist auch hier präsent, jedoch dezenter als in der Nase. Im Mittelteil gewinnen würzige Noten die Oberhand, begleitet von einer Spur Pfeffer. Danach übernehmen alte, leicht muffige Töne – angetrockneter Pfeifentabak, altes Leder und eine Prise Schuhpolitur. Insgesamt treten die fruchtigen Sherryelemente etwas in den Hintergrund, was den herberen, nussigen und würzigen Oloroso-Charakter stärker betont. Der Alkohol ist gut eingebunden, wenn auch in der Nase noch harmonischer integriert.


Abgang
Angenehme Holzaromen, getrockneter Tabak, Rosinen und Feigen prägen den mittellangen Nachklang. Gegen Ende blitzt der charakteristische Funk nochmals kurz auf – sehr schön.


Fazit
Ich bin positiv überrascht. Ich hatte mit deutlich mehr Jugend und weniger Tiefe gerechnet, wurde aber eines Besseren belehrt. Vor allem Nase und Finish überzeugen auf ganzer Linie. Im Geschmack zeigt er klar die Handschrift der Hazelburn-Oloroso-Serie. Alles, was man erwartet, ist vorhanden, auch wenn die typischen Sherryfruchtaromen etwas reduzierter ausfallen als bei älteren Jahrgängen. Mir gefällt diese Abfüllung ausgesprochen gut. Der Preis von rund 100 Euro ist sicherlich diskutabel, aber wer Hazelburn liebt, wird hier kaum enttäuscht. Muss man ihn haben? Nein. Kann man ihn genießen? Unbedingt.

Mittwoch, 10. April 2024

Hazelburn 15y 2008 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

English Text-Version


Die dritte Single Malt Reihe von Springbank, Hazelburn, ist nach einer Lost-Distillery benannt. Die Hazelburn Brennerei lag ebenfalls in Campbeltown und war knapp 100 Jahre, zwischen 1825 und 1925, produktiv, bis sie 1921 von Mitchell & Co., dem Eigentümerunternehmen von Springbank, gekauft und 1925 stillgelegt wurde. 1997 wurde erstmals wieder ein Hazelburn New Make destilliert und in Fässer abgefüllt. Nun aber als eigene Marke von Springbank. 2005 wurde der erste Hazeburn Single Malt in Flaschen abgefüllt.

Neben der 10jährigen Standardabfüllung gibt es seit 2017 die einmal im Jahr erscheinende Oloroso Cask Matured Serie. Wobei jährlich nicht ganz korrekt ist. 2020 gab es aufgrund von Corona leider gar keine Abfüllung und 2022 dafür gleich zwei. Die letzte ist der 2008 destillierte 15jährige aus September 2023. 

Kürzlich ist eine Flasche davon bei mir nach Hause eingezogen. Interessant ist, dass er mit seinen 55,8% die bisher alkoholkräftigste Version in dieser Serie ist.


Aussehen
Dunkles Nussbraun mit einem orangen Touch.


Nase
Sehr weiche cremige Nase. Der Alkohol ist top eingebunden, kein Stechen, kein Prickeln, einfach Aromen pur. Das Sherryfass zeigt sofort wo es lang geht. Kompott aus reifen dunklen Pflaumen mit einer Prise Muskat und Zimt. Dazu Marmelade aus Orangen und Marillen, wobei der Orangenanteil hier deutlich höher ist. Auch ein paar Orangenzesten haben sich in der Marmelade versteckt. Gemeinsam erzeugt dies eine schöne Fruchtigkeit mit einer dezenten Säure, nicht zu viel Süße und minimalen herb bitteren Momenten von den Zesten. Wunderbar ausgewogen. Eingelegte Rosinen zusammen mit cremiger Milchschokolade und Haselnüssen gesellen sich ebenso zum Geruchspotpourri wie Gerüche nach Schuhpaste, alten Ledermöbel und getrockneten Tabakblättern. Der typische Springbank-Style mit dieser gewissen schmutzig, öligen Note, als wenn sich ein paar ölige Lappen im Destillierprozess versteckt hätten, schwingt im Hintergrund mit. Anfangs noch schüchtern, nimmt der „Funk“ mit Ruhe und Sauerstoffzufuhr nach und nach an Fahrt auf. Er ist mir jedoch bei der einen und anderen Abfüllung schon mal intensiver in der Nase gelegen.

Ein paar Tropfen Wasser kitzeln noch eine sehr feine Vanillenote und ganz leichte florale Töne hervor. Die anderen Aromen bleiben weitgehend ident. 


Geschmack
Jetzt gibt er Vollgas! Zuerst noch sehr weich und cremig, fährt dieser von mir so gemochte schmutzige Stil voll an. Ich habe sogar das Gefühl, etwas Rauch und Torf zu ahnen, dazu eben dieser leicht nach Maschinenöl schmeckende Funk mit seiner angenehmen Mineralität. Der Alkohol zeigt sich mit einer leicht prickelnden Schärfe, die jedoch sehr rasch durch eine deutliche Fruchtigkeit im Mund ersetzt wird. Jetzt erscheinen die Zwetschken, nun eher in getrockneter Form, Datteln und Feigen und auch dunkle Beeren. Rosinen mit weichem süßen Toffee begleiten die Tabakblätter und das alte Ledersofa. Vor allem die Süße überrascht mich. Der Alkohol spielt auch im Mund keine Rolle, sehr gut integriert.

Mit den paar Tropfen Wasserbeigabe wird die anfänglich kurze Schärfeperiode deutlich abgemildert, aber ohne an Intensität zu verlieren. Die schöne Süße, gepaart mit Sherryaromen und Springbank-Funk bleiben homogen verwoben.


Abgang
Die Rosinen mit den Datteln und Zwetschken liegen lange am Gaumen. Jetzt erscheint auch eine leichte Trockenheit, vom Holz der Fässer getrieben. Weiterhin ist diese ganz feine Rauchassoziation zu schmecken. Das Finish bleibt lange zu genießen. 


Fazit
Ich versuche den Hype rund um Springbank und deren Abfüllungen weitgehend zu ignorieren. Allein bei den jährlichen Hazelburn Oloroso Cask Abfüllungen kann ich nicht widerstehen. Die treffen einfach zu 100% meine Geschmacksknospen. Und diese Flasche bzw. deren Inhalt ist wie wenn man einen guten alten Freund nach längerer Pause wieder trifft. Man ist sofort wieder auf einer Wellenlänge und braucht keinen Anlauf um gleich wieder das zuletzt begonnene Gespräch weiterzuführen. So ist es auch mit diesem Hazelburn. Von der ersten Geruchsprobe bis zum finalen Schluck. Ein Genuss, den ich kenne und sehr schätze. Ich bin sehr froh, eine Flasche ergattert zu haben. 

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English Text Version


Springbank's third single malt range, Hazelburn, is named after a lost distillery. The Hazelburn distillery was also located in Campbeltown and was in production for almost 100 years, between 1825 and 1925. It was bought by Mitchell & Co, the company that owned Springbank, in 1921 and closed in 1925. It was not until 1997 that a Hazelburn New Make was distilled and bottled in cask for the first time. But now as Springbank's own brand. In 2005, the first Hazeburn Single Malt was bottled.

Since 2017, the Oloroso Cask Matured series is released annually in addition to the standard 10 year bottling. Annual is not quite right. Unfortunately there was no bottling in 2020 due to the coronavirus and two in 2022. The last is the 15-year-old from September 2023, distilled in 2008. 

A bottle of this arrived at my home a short time ago. It's interesting to note that at 55.8% it's the strongest version yet.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Deep nut-brown with orange reflexes.


Nose
The nose is very smooth and creamy. The alcohol is perfectly integrated, no stinging, no tingling, just pure flavours. The sherry cask is leading the way here. There are hints of nutmeg and cinnamon and a compote of ripe dark plums. This is accompanied by orange and apricot marmalade, although the proportion of orange is much higher. There are also a few orange zests hidden in the marmalade. Together they create a lovely fruity flavour with a subtle acidity, not too much sweetness and minimal bitter moments from the peel. Wonderfully balanced. Pickled sultanas, creamy milk chocolate and hazelnuts join the olfactory potpourri, as do scents of shoe polish, old leather furniture and dried tobacco leaves. The typical Springbank style echoes in the background. There is a certain dirty, oily note, as if a few oily rags had been hidden in the distillation process. Shy at first, the 'funk' gradually picks up speed as it rests and is oxygenated. However, it was more intense in previous bottlings.

A few drops of water bring out a very fine note of vanilla and a very light floral note. The other aromas remain more or less the same. 


Taste
Now it's full throttle! Still very smooth and creamy at first, this dirty style I love so much kicks into high gear. I even have the feeling that I can detect some smoke and peat, as well as that slightly machine-oil-flavoured funk with its pleasant minerality. The alcohol comes in with a slight bite, but this is quickly replaced by a clear fruitiness in the mouth. Plums appear, now more dried, dates, figs and dark berries. Sultanas with soft, sweet toffee accompany the tobacco leaves and the old leather sofa. It was the sweetness that surprised me the most. The alcohol doesn't play a role in the mouth either, it's very well integrated.

With a few drops of water, the spiciness at the beginning is considerably softened, but without losing any of its intensity. The beautiful sweetness, paired with the sherry flavours and Springbank funk, remain homogeneously interwoven.


Finish
The sultanas, dates and prunes are still present on the palate. Driven by the wood from the casks, there is also a slight dryness. This very fine association of smoke is still very much present. The finish is long and lingering. 


Conclusion
I try to ignore most of the hype surrounding Springbank and what it gets bottled. However, I can't resist the annual Hazelburn Oloroso Cask bottlings. They just hit my taste buds 100 per cent. And this bottle and its contents are like meeting a good old friend after a long time. You're instantly connected and don't need to start from scratch to continue the conversation you've just started. It's the same with this Hazelburn. From the very first whiff to the very last sip. A pleasure I know and appreciate very much. I am very happy to have got hold of a bottle. 

Mittwoch, 8. März 2023

Hazelburn 12y 2010

 

Whiskybase

English-Text-Version


Diese Wochen ging in der Whiskyfanszene wieder die Post ab. Die Hype-Brennerei Springbank brachte die neuen Abfüllungen heraus. Und in Windeseile waren die Flaschen von Springbank ratzeputz ausverkauft. Und fast genauso schnell fand man eine Vielzahl dieser Flaschen auch wieder am Zweitmarkt, jedoch nicht mehr zu den Verkaufspreisen, die die Brennerei veranschlagt hatte. Und auch viele Händler und Online Shops erhöhten, falls sie überhaupt noch einen Vorrat hatten, die Preise steil nach oben.

Wer wie ich bei diesem Spielchen nicht mitmachen will, für den bleibt die Hoffnung auf Verkostungssamples. Und für den neuen Hazeburn Oloroso Cask matured konnte ich eins ergattern.

Die diesjährige Version hat zwölf Jahre in frischen Oloroso Sherry Casks reifen dürfen. Der Alkoholgehalt schwankt von Abfüllung zu Abfüllung. Dieses Jahr sind es 49,9% geworden. Ob dies Fassstärke ist glaube ich eher nicht, da hätten die Fässer in nur zwölf Jahren doch recht viel Flüssigkeit verlieren müssen. Wie immer sind auch dieses Mal 9.000 Flaschen als limitierte Menge herausgekommen. Die früheren Abfüllungen, die ich bisher kosten konnte, gefielen mir sehr gut. Bin gespannt, wie es mit der neuen aussieht.


Aussehen
Dunkles Bernstein. Doch eine Spur heller, als die vorigen verkosteten Abfüllungen.


Nase
Er geizt anfänglich mit seinen Aromen, wirkt verschlossener als seine Vorgänger. Dann erscheinen doch noch Gerüche nach muffigem alten Leder, könnte eine Spur Schwefel im Hintergrund sein? Neben einer ordentlichen Portion an gerösteten Haselnüssen liegt auch etwas Tabak in der Luft. Die Fruchtkomponente versteckt sich ein wenig. Mit etwas Zeit kommen Aprikosen- und herbe Orangenmarmelade zum Vorschein. Die sonst typischen dunklen und getrockneten Früchte fehlen beim ersten Reinriechen komplett. Ein wenig Vanille und Waldhonig. Blind hätte ich hier auf eine Ex-Bourbonreifung mit einem Finish in Sherryfässern getippt. 

Bei längerer Standzeit von 45 Minuten, bis weit über eine Stunde, verändert sich der Geruch stark. Er ist jetzt deutlich blumiger, Lavendel könnte es sein. Die Orangenmarmelade hat sich zu einem leicht verdünnten Sirup gewandelt. Der old-school Ledertouch ist gänzlich weg. Etwas Tabakaroma schwebt noch im Hintergrund. 

Die ansonsten immer vorhandene leichte funky Springbanknote vermisse ich total. Ein paar Tropfen Wasser bringen die fruchtige Seite mehr zum Glänzen, jetzt zeigt sich auch das Beerenobst neben der Aprikose. Aus der Orange wird nun eher eine Mandarine. 


Geschmack
Ein sehr weicher, cremiger Antritt und ein volles Mundgefühl. Die knapp 50% drücken ordentlich an. Wieder am Anfang eine leichte aber doch erkennbare Assoziation von Schwefel. Leder, Tabak und eine prickelnde Würzigkeit und Ingwerschärfe vom Fass gehen Hand in Hand mit einer doch süßen Fruchtnote, die nun auch von dunklen reifen Beeren stammen könnte. Der Honig ist ebenso da wie die gerösteten Haselnüsse aus dem Geruch. 

Mit Wasser wird er gefährlich süffig. Deutlich mehr Süße und Frucht, die Würzigkeit nimmt ab. Der Alkohol ist insgesamt gut eingebunden.


Abgang
Das Finish gestaltet sich als Kombination der Leder, Tabak und Beerennote mit ein wenig dunkler Schokolade, die einen schönen leckeren Kakaogehalt hat. Nicht zu dominant bitter. Das Holz der Fässer schmeckt man am Ende deutlicher. Es ist aber vor allem sehr aromatisch. Ich mag Eiche bis zu einem gewissen Grad, da passt es perfekt. Insgesamt wohlwollend lange gestaltet sich der Abgang.


Fazit
Schwierig. Nach meinen bisherigen Oloroso Cask matured Abfüllungen hatte ich mir einfach etwas anderes erwartet. Er ist im Grundcharakter viel heller, als die beiden älteren Jahrgänge, die ich  bislang verkostet habe. Die ansonsten für mich so typischen old-school Sherryaromen sind im Geruch nur peripher wahrnehmbar, das Muffige, der Geruch nach alten Ledersitzmöbeln, die dunklen getrockneten Früchte - all dies ist teilweise nur schwach bis gar nicht vorhanden. Dafür hellere Fruchtaromen und mehr würzig, nussige Aspekte. Interessant. Springbank Vibes hatte ich nie. Der Geschmack und der Abgang versöhnen dann wieder mehr. Ist es eine schlechte Abfüllung? Nein! Aber es ist nicht das, was ich erwartet habe, wenn ich einen Hazelburn mit 10+ Jahren mit Oloroso Sherryfass Reifung im Glas habe. Würde ich mir diese Abfüllung kaufen? Vom Preis, den man jetzt zahlen müsste, mal abgesehen, würde ich heute diese Frage wohl verneinen. Die alten Abfüllungen haben mir besser gefallen. Bin ich enttäuscht? Etwas.

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English Text-Version


These weeks, the whisky fan scene was abuzz again. The hype distillery Springbank brought out the new bottlings. And in no time at all, the bottles from Springbank were sold out. And almost as quickly, a large number of these bottles were found again on the secondary market, but no longer at the sales prices that the distillery had estimated. And many dealers and online shops, if they still had any stock at all, raised their prices steeply.

For those who, like me, don't want to take part in this game, the hope remains for tasting samples. And I was able to get hold of one for the new Hazeburn Oloroso Cask matured.

This year's version has been allowed to mature for twelve years in fresh Oloroso Sherry casks. The alcohol content varies from bottling to bottling. This year it's 49.9%. I don't think this is cask strength, as the casks would have lost a lot of liquid in only twelve years. As always, 9,000 bottles were released as a limited edition. I liked the earlier bottlings that I have tasted so far very much. I'm curious to see what the new one looks like.


Appearance
Dark amber. But a touch lighter than the previous bottlings tasted.


Nose
It is initially stingy with its aromas, seems more closed than its predecessors. Then smells of musty old leather appear, could there be a trace of sulphur in the background? Besides a good portion of roasted hazelnuts, there is also some tobacco in the air. The fruit component hides a little. With a little time, apricot and tart orange marmalade emerge. The otherwise typical dark and dried fruits are completely absent when first smelled. A little vanilla and forest honey. Blindly, I would have guessed an ex-bourbon maturation with a finish in sherry casks. 

With a longer standing time of 45 minutes, up to well over an hour, the smell changes a lot. It is now distinctly more floral, lavender it could be. The orange marmalade has changed to a slightly diluted syrup. The old-school leather touch is completely gone. Some tobacco aroma still hovers in the background. 

I totally miss the slight funky Springbank note that is otherwise always present. A few drops of water make the fruity side shine more, now the berry fruit shows up next to the apricot. The orange now becomes more of a tangerine. 


Taste
A very soft, creamy attack and a full mouthfeel. The just under 50% pushes on nicely. Again at the beginning a slight but still recognisable association of sulphur. Leather, tobacco and a tingling spiciness and gingeriness from the barrel go hand in hand with a sweet fruit note that could now also come from dark ripe berries. The honey is there as well as the roasted hazelnuts from the smell. 

With water, it becomes dangerously drinkable. Clearly more sweetness and fruit, the spiciness decreases. The alcohol is well integrated overall.


Finish
The finish turns out to be a combination of the leather, tobacco and berry notes with a little dark chocolate, which has a nice delicious cocoa content. Not too dominantly bitter. You can taste the wood of the casks more clearly at the end. But it is very aromatic above all. I like oak to a certain extent, so it fits perfectly. Overall, the finish is pleasantly long.


Conclusion
Difficult. After my previous Oloroso Cask matured bottlings, I simply expected something different. It is much lighter in character than the two older vintages I have tasted so far. The old-school sherry aromas that are otherwise so typical for me are only peripherally perceptible in the smell, the mustiness, the smell of old leather seating furniture, the dark dried fruits - all this is partly only faintly present or not at all. Instead, lighter fruit aromas and more spicy, nutty aspects. Interesting. I never had Springbank Vibes. The taste and the finish then reconcile more. Is it a bad bottling? No! But it's not what I expected when I have a Hazelburn with 10+ years of Oloroso sherry cask maturation in the glass. Would I buy this bottling? The price you would have to pay now aside, I would probably answer this question in the negative today. I liked the old bottlings better. Am I disappointed? A little.


Donnerstag, 8. Dezember 2022

Hazelburn 13y 2007 Oloroso Cask matured

 

Whiskybase

English Version


Letztes Jahr hatte ich die Abfüllung vom Hazelburn 13y aus 2004 im Glas und sie mundete mir hervorragend. Aufgrund des aktuellen Hypes um Springbank und dem damit verbundenen Preisanstiegs dachte ich nicht mir eine Flasche davon zulegen zu wollen. Aber wie der Zufall oder Fortuna so will, wurde in meinem Stamm-Forum eine Anbruchflasche vom Hazelburn 13y 2007 veräußert - eine Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte.

Prinzipiell bin ich gegen Anbruchflaschen nicht abgeneigt. Ich weiß, es gibt dazu in der Community geteilte Meinungen. Jedoch sehe ich es für mich als eine gute Gelegenheit Whiskys, die oft über meinem Budget liegen, ausgiebiger probieren zu können und dies zu einem akzeptablen Preis. 

Aber nun wieder zurück zur 2007er Abfüllung. Gebrannt im Juni 2007 wurden im September 2020 9.900 Flaschen mit 50,3% abgefüllt. Die Reifung fand in "Fresh Oloroso Casks" statt, wie es hinten auf der Flasche abgedruckt ist. Ich hoffe Springbank meint mit "Fresh" 1st-Fill und keine nasse Fassangelegenheit. Ungefiltert und ungefärbt ist bei Springbank selbstverständlich. 


Aussehen
Dunkles Mahagoni 


Nase
Ja, die frischen Olorosofässer kann er nicht verleugnen. Es starten sofort die typischen Aromen die man von diesem Sherrytyp kennt und erwarten kann und darf. Intensiver Duft nach getrockneten dunklen Früchten wie Feigen und Datteln. Zusammen mit einer klebrigen Süße, die von einem Waldhonig stammen könnte, den man in eine Schüssel über die Früchte sowie gerösteten Haselnüssen, Sultaninen und gehobelter dunkler Schokolade gegossen hat. Daneben steht ein geöffnetes Glas mit Erdbeermarmelade. Zusätzlich geizt er nicht mit satten Leder- und aromatische Pfeifentabaknoten. Ganz feine Assoziationen von Rauch, die wahrscheinlich mehr vom Eichenholz der Fässer als von einem getorften Malz herrühren dürften. Eine schöne gesetzte Sherrynase - keine nassen Fässer, gut so. Was mir jedoch im Moment abgeht und sich vom 2004er unterscheidet, ist die Spur der typischen Dreckigkeit, dem Springbank Funk, den ich damals beim 2004er hatte. 

Nach dem ersten unverdünnten Schluck gesellen sich noch Karamell, Nugat und Orangenmarmelade zur Geschmackskomposition hinzu.

Mit ein, zwei Tropfen Wasser verändert er sich etwas. Milchschokolade und die Nüsse treten mehr in den Vordergrund. Nun kriecht auch die Campbeltown Note etwas hervor - nicht ganz sauber geputzte Maschinenteile, mehr „rauchig“ und nach alter Holzpolitur riechend.


Geschmack
Ein sehr cremiges, fast schon ölig anmutendes Mundgefühl zu Beginn. Es beginnt mit einem honigsüßen Antritt mit einer Menge an dunklen Beeren wie Johannisbeeren und Brombeeren. Die Fruchtseite ist nun deutlich auf der frischfruchtigen und weg von getrockneten Datteln und Feigen. Nebenbei schmeckt man auch eine ordentliche Portion an gerösteten Nüssen im dunklen Schokolademantel. Die getrockneten Tabakblätter sind weiterhin präsent. Und nun merkt man auch mehr vom typischen Springbank Funk. Etwas von dieser leckeren schmutzigen Note, mit leichter Andeutung von Maschinenteilen, Mineralität und altem Holz zeigt sich nun deutlicher.

Mit wenigen Tropfen Wasser wird es mehr würziger, in Richtung Gewürzen und Kräutern und weniger süß und frisch fruchtig. Es kommen wieder etwas mehr die getrockneten Früchte zur Geltung.


Abgang
Es wird gegen Ende im Mund, vor allem seitlich an den Wangenpartien, etwas adstringierend. Weiterhin intensive Leder- und Tabakaromen. Rosinen und eine Spur von Rauch oder altem Holz addieren sich zu den anderen Noten. Toller langer Abgang.


Fazit
Er ist der 2004er Abfüllung natürlich ähnlich aber nicht komplett - keine 1:1 Kopie. Vor allem ist die typische, leicht schmutzige Ader in der Nase nicht so greifbar wie beim Vorgänger. Im Geschmack hat er eine schöne süße dunkle Beerennote, die kombiniert mit den Olorosoaromen wie Nüssen, Schokolade und Tabak toll funktioniert. Im Mund ist der Campbeltown-Style mehr vorhanden. Wasser kann man verwenden, muss man aber absolut nicht. Im Mund würde ich fast eher zu ohne Wasser tendieren. Insgesamt wieder ein sehr schöner Single Malt, passend zum Winter! Gut das ich noch rund 20cl davon habe. 

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English Version

Last year I had the 2004 Hazelburn 13y bottling in my glass and it tasted great. Due to the current hype around Springbank and the associated price increase, I didn't think I wanted to buy a bottle of it. But as luck or fortune would have it, a bottle of the Hazelburn 13y 2007 was sold in my regular forum - an opportunity I couldn't pass up.

In principle, I'm not averse to bottles being opened. I know there are divided opinions in the community. However, I see it as a good opportunity to taste whiskies that are often above my budget more extensively and at an acceptable price. 

But now back to the 2007 bottling. Distilled in June 2007, 9,900 bottles with 50.3% were bottled in September 2020. The maturation took place in "Fresh Oloroso Casks", as it is printed on the back of the bottle. I hope Springbank means 1st-fill by "Fresh" and not a wet cask affair. Unfiltered and uncoloured is a given at Springbank. 


Appearance
Dark mahogany 


Nose
Yes, it cannot deny the fresh oloroso casks. The typical aromas that one knows and can expect from this type of sherry start immediately. Intense aroma of dried dark fruits like figs and dates. Together with a sticky sweetness that could come from a forest honey poured into a bowl over the fruits as well as roasted hazelnuts, sultanas and shaved dark chocolate. Next to it is an opened jar of strawberry jam. In addition, it is not stingy with rich leather and aromatic pipe tobacco notes. Very fine associations of smoke, which probably come more from the oak of the casks than from a peated malt. A nice set sherry nose - no wet casks, good thing. However, what escapes me at the moment and is different from the 2004 is the hint of the typical dirtiness, the Springbank funk, that I had with the 2004 at the time. 

After the first undiluted sip, caramel, nougat and orange marmalade join the taste composition.

With a drop or two of water, it changes somewhat. Milk chocolate and the nuts come more to the fore. Now the Campbeltown note creeps out a bit too - not quite cleanly cleaned machine parts, more "smoky" and smelling of old wood polish.


Taste
A very creamy, almost oily mouthfeel to start. It starts with a honeyed attack with a lot of dark berries like currants and blackberries. The fruit side is now clearly on the fresh-fruited and away from dried dates and figs. Along the way, you also taste a fair amount of roasted nuts in a dark chocolate coat. The dried tobacco leaves are still present. And now you notice more of the typical Springbank funk. Something of that delicious dirty note, with slight hints of machine parts, minerality and old wood now shows more clearly.

With a few drops of water it becomes more spicy, towards spices and herbs and less sweet and freshly fruity. The dried fruits come to the fore a little more again.


Finish
It gets a little astringent towards the end in the mouth, especially on the sides of the cheek areas. Continued intense leather and tobacco flavours. Sultanas and a hint of smoke or old wood add to the other notes. Great long finish.

Conclusion
It is similar to the 2004 bottling of course but not completely - not a 1:1 copy. Above all, the typical, slightly dirty vein in the nose is not as tangible as in its predecessor. On the palate, it has a nice sweet dark berry note that works great when combined with the oloroso flavours like nuts, chocolate and tobacco. In the mouth, the Campbeltown style is more present. You can use water, but you absolutely don't have to. In the mouth, I would almost tend towards without water. All in all, another very nice single malt, fitting for winter! Good that I still have about 20cl of it. 

Mittwoch, 1. September 2021

Hazelburn 13y 2004 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

Nach dem Springbank 10y ist der Hazelburn 13y 2004/2018 die zweite Abfüllung aus der Springbank Brennerei in Campbeltown. Im Gegensatz zu den Springbank Abfüllungen, die leicht rauchig sind, wird beim Hazelburn ohne Torfrauch gearbeitet. Ein weiterer Unterschied ist die Anzahl der Brennvorgänge. Bei Springbank wird zweieinhalb mal gebrannt, bei Hazelburn sogar dreimal destilliert. Der 13jährige Hazelburn reifte in Oloroso Sherry Fässern und wurde mit 47,4% Alkohol abgefüllt. 


Nase & Aussehen
Dunkles Bernstein, Haselnussbraun zeigt dich im Glas zusammen mit zahlreiche langsam und ölig hinabgleitenden Tränen. Gleich eine volle dunkle Sherrynase. Backpflaumen, Leder und Tabak, Rosinen und geröstete Haselnüsse. In karamellisiertem Zucker eingelegte Cerealien. Daneben auch etwas Orangensaft mit etwas -schale. Ein wenig Schuhcreme, etwas leicht Schmutziges im Aroma. Auch wenn der Hazelburn rauchlos sein soll, im Hintergrund wabbelt immer eine kleine Spur davon mit. Umschließt leicht die anderen Gerüche und verbindet sie damit zu einem schönen homogenen Gesamtgefüge.
Nach dem ersten Schluck erscheinen rote Früchte mit einer fruchtigen Frische auf der Geruchsbühne.


Geschmack
Schönes öliges und vollmundiges Mundgefühl. Bleiben wir gleich beim Öl und zwar habe ich neben einer angenehmen Süße auch zarte Noten von etwas Maschinenöl. Als würde man neben einer Autowerkstatt stehen. Auch die Nüsse und die Sherrykomponenten wie Leder und Tabak sowie die dunklen Pflaumen und Rosinen aus der Nase sind am Gaumen intensiv vorhanden. Hinzu kommen dunkle Schokolade und Kaffee. 

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Die Eiche meldet sich aromatisch gegen Ende im Mund, zusammen mit Tabakblättern und Earl Grey Tee. Adstringierend vorne beim Zahnfleisch. Leichte Mokkaaromen und Rauchassoziationen zum relativ langem Finish hin. Bleibt schön lange mit seinen etwas dreckigen maschinenöligen Noten im Mund liegen.


Fazit
Tolle volle, schwere Nase mit einem sehr gut eingebundenen Alkohol. Die positive Tendenz hält er auch weiter im Geschmack und Finish. Sehr schöner Malt. Mit den typischen Oloroso Sherry Aromen in Verbindung mit den Nüssen, Schokolade und dunklen Fruchtaromen mit nicht allzuviel Süße erinnert er mich durchaus an den Edradour 12y Caledonia. Und da ich den sehr mag, mag ich auch diese Abfüllung von Hazelburn. Leider sind, wie bei den anderen Flaschen von Springbank, die Preise in letzter Zeit stetig nach oben gegangen. Wer auf die typische Springbank-Note steht und auch auf satte Oloroso Armonen, kann hier bedenkenlos zugreifen - wenn es auch nicht günstig wird.

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After the Springbank 10y, the Hazelburn 13y 2004/2018 is the second bottling from the Springbank distillery in Campbeltown. In contrast to the Springbank bottlings, which are slightly smoky, the Hazelburn is made without peat smoke. Another difference is the number of distillations. Springbank is distilled two and a half times, Hazelburn even three times. The 13-year-old Hazelburn was matured in Oloroso Sherry casks and bottled with 47.4% alcohol. 


Nose & Appearance
Dark amber, hazelnut brown shows in the glass along with numerous slow and oily slipping tears. Immediately a full dark sherry nose. Prunes, leather and tobacco, sultanas and roasted hazelnuts. Cereals soaked in caramelised sugar. Next to that also some orange juice with a little -peel. A little shoe polish, something slightly dirty in the aroma. Even though the Hazelburn is supposed to be smokeless, there is always a little trace of it wafting along in the background. It lightly surrounds the other smells and thus combines them into a nice homogeneous overall structure.
After the first sip, red fruits with a fruity freshness appear on the olfactory stage.


Taste
Nice oily and full-bodied mouthfeel. Let's stay with the oil right away, and in addition to a pleasant sweetness, I also have delicate notes of some machine oil. Like standing next to a car repair shop. The nuts and the sherry components like leather and tobacco as well as the dark plums and sultanas from the nose are also intensely present on the palate. There is also dark chocolate and coffee. 


Finish
The oak announces itself aromatically towards the end in the mouth, along with tobacco leaves and Earl Grey tea. Astringent at the front of the gums. Light mocha flavours and smoke associations towards the relatively long finish. Lingers nicely in the mouth for a long time with its somewhat dirty machine oily notes.


Conclusion
Great full, heavy nose with a very well integrated alcohol. The positive tendency continues in the taste and finish. Very nice malt. With the typical Oloroso sherry aromas in combination with the nuts, chocolate and dark fruit flavours with not too much sweetness, it reminds me of the Edradour 12y Caledonia. And since I like that very much, I also like this bottling from Hazelburn. Unfortunately, as with the other bottles from Springbank, the prices have been going up steadily lately. If you like the typical Springbank note and also rich Oloroso Armons, you can get this without hesitation - even if it won't be cheap.

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