Taiwan
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Donnerstag, 23. Juli 2026

Kavalan Solist Brandy Oak

 

Whiskybase

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Im April dieses Jahres machte David Chen, seines Zeichens Brand Ambassador von Kavalan aus Taiwan, während seiner Europa-Tour auch im beschaulichen Baden bei Wien im kleinen, aber sehr feinen Whiskyladen "The Sideways Whiskyshop" Halt, um im Rahmen eines Tastings eine Auswahl aus dem großen Portfolio von Kavalan zu präsentieren.

Neben einigen Tropfen aus der Standardreihe standen auch der 15-Jährige – eine wahre Eichenkeule vor dem Herrn – sowie zwei rauchige Vertreter und zwei Solist-Abfüllungen auf dem Programm. Natürlich durfte eine davon der Vinho Barrique Solist sein, jene Abfüllung, mit der der internationale Aufstieg von Kavalan überhaupt erst richtig begann, nachdem der Vinho 2015 bei den World Whisky Awards (WWA) zum „Besten Single Malt Whisky der Welt“ gekürt worden war.

Der zweite Solist war der Brandy Cask, eine deutlich seltener anzutreffende Abfüllung. Und gerade dieser entwickelte sich für mich zum heimlichen Gewinner des Abends. Das lag vermutlich auch daran, dass wir ihn ungeplant als Sparringspartner für ein außergewöhnlich gelungenes Foodpairing erleben durften.

Zur Halbzeit des Tastings wurde ein kleiner Imbiss serviert – ein köstliches, eine Woche lang in einem speziellen Sud gebeiztes Heringsfilet mit hauchdünn geschnittenen, ebenfalls eingelegten roten Zwiebeln.

In Taiwan – ebenso wie beispielsweise in Japan – ist es durchaus üblich, Spirituosen pur oder verdünnt, etwa als Highball, zum Essen zu genießen. Wir hatten kurz zuvor den Brandy Oak eingeschenkt bekommen. David Chen probierte daher spontan den Fisch zusammen mit dem Whisky und war begeistert, wie hervorragend dieses Pairing funktionierte.

Und tatsächlich passten die Aromen des Whiskys ausgezeichnet zu den milden, leicht fruchtig-säuerlichen Noten des eingelegten Fisches.

Doch auch ohne Begleitung von Speisen wusste der Brandy Oak zu überzeugen. Deshalb entschied ich mich noch am selben Abend, eine Flasche mit nach Hause zu nehmen. Bei den Solist-Abfüllungen handelt es sich bekanntlich immer um Einzelfassabfüllungen. Meine Flasche stammt aus einem Fass aus dem Jahr 2017 und wurde 2021 mit 56,3 % Vol. zusammen mit 329 weiteren Flaschen ohne künstliche Farbstoffe und ohne Kühlfiltration abgefüllt.

David Chen, Brand Ambassador von Kavalan voll in seinem Element

Nun darf er sich in gewohnter Atmosphäre, ganz in Ruhe, in meinem geliebten Nosingglas und vor allem ohne Fischbegleitung beweisen.


Aussehen
Brandy bzw. Cognac, dunkles Bernstein mit rötlichem Einschlag


Nase
Ein volles und kraftvolles Duftbouquet steigt aus dem Glas auf. Eine Handvoll kandierter Pfirsiche und Aprikosen bietet einen ausgesprochen einladenden Einstieg, gefolgt von karamellisierter Crème brûlée, die den Aromen eine wunderbar cremige Verbindung verleiht. Überhaupt präsentiert sich das Bouquet außergewöhnlich homogen und harmonisch.

Ein intensiver Blumenduft, der an Rosen und Orchideen erinnert, weckt deutliche Assoziationen an Melasse-Rum im spanischen Stil. Rosinen, Kokosnuss und die bereits erwähnte Vanille der Crème brûlée ergänzen dieses aromatische Bild auf sehr stimmige Weise.

Mit zunehmender Standzeit tritt schließlich auch das Holz stärker in Erscheinung – begleitet von würzigen Noten nach Zimt, Schokolade und Nüssen. Der Alkohol ist hervorragend eingebunden. War zu Beginn beim tiefen Hineinriechen noch ein leichtes Prickeln wahrnehmbar, verschwindet dieses mit etwas Zeit vollständig. Von jugendlicher Unreife oder gar metallischen Noten ist trotz seiner lediglich vier Lenze absolut nichts zu bemerken.


Geschmack
Der Antritt ist kraftvoll, dabei aber auch unverdünnt sehr gut zu genießen, wenngleich der Alkohol die Aromen mit Nachdruck nach vorne trägt. Die süße Crème brûlée sorgt für ein cremiges, dichtes Mundgefühl und lässt einen ohne Kompromisse an Vanille und Süße teilhaben. Haribo-Pfirsiche sorgen für eine Fruchtigkeit, die beinahe schon ins Künstliche abzugleiten scheint.

Die Fassreifung macht sich am Gaumen deutlicher bemerkbar als noch in der Nase. Vergleiche mit spanischem Brandy oder französischem Cognac drängen sich regelrecht auf. Allen voran treten Rosinen sowie das würzige Rancio mit Zimt, Muskat und Traubentrester hervor, das zugleich eine feine Bitternote mit ins Spiel bringt.

Auch der Holzeinfluss fällt noch ausgeprägter aus als in der Nase und geht mit einer gewissen Trockenheit einher, die den gesamten Mundraum einnimmt. Das ist allerdings in erster Linie der Fassstärke geschuldet. Insgesamt wirkt der Whisky am Gaumen noch eine Spur intensiver und kraftvoller als im Duft, verliert dabei jedoch ein wenig von seiner feinen Harmonie.

Die Orangen sind weniger als Darstellung von Aromen auf dem Bild, sondern einfach weil sie farblich sehr gut zur Aufmachung harmonieren. Sorry.


Abgang
Das Finale wird von leicht bitteren Noten eingeläutet, die von Rosinen, Vanille sowie Leder und Tabak begleitet werden. Für seine gerade einmal vier Jahre Reifezeit präsentiert sich der Holzeinfluss erstaunlich deutlich. Hier zeigt sich eindrucksvoll, welchen Einfluss die intensive Fassreifung im tropisch-heißen Klima Taiwans auf den Whisky ausübt. Entsprechend lang fällt auch der Nachhall aus.


Fazit
Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser – lediglich zur Unterstützung beim weiteren Öffnen der Aromen – wird der Brandy Oak nochmals geschmeidiger und süffiger. Wohlgemerkt: Bereits pur lässt er sich ausgesprochen angenehm trinken.

Der Einfluss des Brandyfasses ist so ausgeprägt, dass der Whisky stellenweise eher an einen gereiften Weinbrand als an einen klassischen Single Malt erinnert. Die Aromen sind enorm konzentriert und bewegen sich zeitweise auf einem schmalen Grat.

Für meinen Teil, der auch einem guten Weinbrand im Glas durchaus etwas abgewinnen kann, funktioniert dieses Aromenspiel hervorragend. Wer allerdings mit Brandy oder Cognac weniger anfangen kann, könnte den Fasscharakter bereits als etwas zu dominant empfinden.

Andererseits ist genau das das erklärte Ziel der Solist-Reihe von Kavalan: intensive Fassreifungen in einem tropischen Klima, die den Fasscharakter kompromisslos in den Mittelpunkt stellen. Dafür sollte man grundsätzlich offen sein.

Im Vergleich zu den anderen Solist-Abfüllungen, die ich bislang verkostet habe, gehört der Brandy Oak für mich sicherlich zu den süffigsten, elegantesten und harmonischsten Vertretern.

Mittwoch, 4. Januar 2023

6x Yea in 2022

 

Einige Whiskys sind 2022 wieder in meinem Tastingglas gelandet. Flops, also Whiskys die absolut grauslich schmeckten, waren Gottseidank keine darunter. Manche waren grundsolide, viele gut bis sehr gut.

Aber ein paar waren darunter, die waren hervorragend. Sie zeigten mir, warum ich Singles Malts liebe und dieses Hobby so sehr schätze. Und immer wieder verblüfft bin, wie man aus Wasser, Hefe, Getreide und Holz solche Göttertränke herstellen kann.

Die sechs Malts, die mir dieses Jahr besonders in Erinnerung geblieben sind, habe ich unten stehend ohne ein echtes Ranking aufgezählt.

--- English ---

Some whiskies ended up in my tasting glass again in 2022. Flops, i.e. whiskies that tasted absolutely awful, were thankfully not among them. Some were rock solid, many good to very good.

But there were a few that were excellent. They showed me why I love single malts and appreciate this hobby so much. And I am always amazed at how you can make such drinks of the gods from water, yeast, grain and wood.

I have listed the six malts that have particularly stayed in my memory this year below, without any real ranking.


Kavalan Solist Fino Sherry


Fotocredit: whiskybase.com

Tasting Notes

Jim Murray hat diesem Whisky 2012 den Titel „World Whisky of the Year“ gegeben. Und ich kann Mr. Murray nur ausnahmslos zustimmen. Eine absolute Aromenbombe. Wer intensive Sherrymalts liebt, der ist hier an der richtigen Stelle.

--- English ---

Jim Murray gave this whisky the title "World Whisky of the Year" in 2012. And I can only agree with Mr. Murray without exception. An absolute aroma bomb. If you love intense sherried malts, this is the place to be.


Daftmill 2006 15y

Fotocredit: whiskybase.com

Tasting Notes

Schon viel von dieser kleinen Brennerei in den Lowlands gehört. Ein regelrechter Hype entsteht jedes Mal, wenn eine neue Abfüllung auf den Markt kommt. Bislang immer skeptisch gegenüber gehypten Marken und Flaschen, bin ich dieses Mal froh, der Neugierde nachgegeben zu haben. Was für eine Aromenfracht von den Bourbonfässern, die hier transportiert werden. Diese Abfüllung hat meine Lust an den Lowlands geweckt.

--- English ---

I have heard a lot about this small distillery in the Lowlands. There is a lot of hype every time a new bottling comes on the market. So far always sceptical about hyped brands and bottles, this time I am glad to have given in to curiosity. What a load of aromas from the bourbon casks being carried here. This bottling has awakened my desire for the Lowlands.


Glendronach Cask Strength Batch 1

Fotocredit: whiskybase.com

Tasting Notes

Anlässlich eines Geschmacksexperiments in meinem Stamm-Whiskyforum Anfang des Jahres war unter anderem auch ein Blindsample vom Cask Strength Batch 1 dabei. So ein toller Sherry Single Malt aus dem Hause Glendronach. Er hat sogar den Allardice in meiner Rangliste verdrängt. Er hat alles, was man sich von einem Sherry Whisky erwartet, getrocknete dunkle Früchte, Rosinen, Leder- Tabakassoziationen, Schokolade, Nüsse und alles wird von einer schönen Eichenfracht getragen.

--- English ---

On the occasion of a taste experiment in my regular whisky forum at the beginning of the year, a blind sample of Cask Strength Batch 1 was also included. Such a great sherry single malt from Glendronach. It even displaced the Allardice in my ranking. It has everything you would expect from a sherry whisky, dried dark fruits, sultanas, leather-tobacco associations, chocolate, nuts and everything is carried by a nice oak freight.


Glen Elgin 1995/2020 SV

Fotocredit: whiskybase.com

Tasting Notes

Die Brennerei aus der Speyside hat sich zu einer meiner Lieblingsdestillen gemausert. Bisher hat mich noch keine Abfüllung von dort enttäuscht. Und der 24jährige aus dem Bourbonhogshead hat damit auch nicht angefangen. Eine toller gediegener Sommerwhisky aus dem Hogshead. Da passt alles.

--- English ---

The distillery from Speyside has become one of my favourite distilleries. So far, no bottling from there has disappointed me. And the 24-year-old from the bourbon hogshead didn't start there either. A great, solid summer whisky from the hogshead. Everything fits.


Glenrothes 1972 SV 33y

Fotocredit: whiskybase

Tasting Notes

Mein dienstältester Whisky ever im Glas und auch mein erster aus den 1970igern. Vollreifung im Sherryfass in Fassstärke. Was soll ich sagen? Ein Genuss diesen Old-Bottle-Style zu erleben. Kein Stress beim Transport der Aromen, er braucht Zeit und im Glas und ungeteilte Aufmerksamkeit. Ein Erlebnis.

--- English ---

My oldest whisky ever in the glass and also my first from the 1970s. Fully matured in sherry casks at cask strength. What can I say? It's a pleasure to experience this old-bottle style. No stress in transporting the aromas, it needs time and in the glass and undivided attention. An experience.


Craigellachie 23y

Fotocredit: whiskybase.com

Tasting Notes

Für mich eine der besten Ü20 OAs Abfüllungen die es gibt. Ich hatte zwei Samples über die Jahre vom 23jährigen und jedes Mal hat mich dieser Malt begeistert. Die Nase ist zum Niederknien. Ein Traum. Die Vielzahl an Fruchtaromen und das harmonische Ganze. Toll. 

--- English ---

For me, one of the best over-20 OA bottlings there is. I've had two samples of the 23-year-old over the years and each time I've been blown away by this malt. The nose is to die for. A dream. The multitude of fruit aromas and the harmonious whole. Great. 

Mittwoch, 23. November 2022

Kavalan Solist Fino Sherry

 

Whiskybase

English Version


Von Kavalan habe ich in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Single Malt verkostet. Vor allem die Abfüllungen aus der Solist-Reihe sind hier hervorzuheben. Jeweils aus Einzelfässern in Fassstärke abgefüllt sind diese ein wahres Spektakel an intensiven Aromen im Geruch und Geschmack.

Es ist jedoch schon eine Weile her, seit ich den letzten taiwanesischen Malt im Glas hatte. Genug Zeit vergangen, ein paar Samples habe ich noch im Lager. Die Wahl fiel auf den Kavalan Fino Sherry Solist. Mit dieser Abfüllung wurde Kavalan der breiten Whisky-Community auf einen Schlag bekannt. Denn Jim Murray´s verlieh in seiner “Whisky Bible“ 2012 dem Fino Solist den Titel "World Whisky of the Year". Seit dem sind nicht nur die Preise der Abfüllungen teilweise steil nach oben gegangen, sondern auch die Absatzzahlen.

Fino ist im Gegensatz zu den beiden mehr bekannteren Sorten Oloroso und PX eine weiße trockenere Sherry-Variante, die aus der Palomino Rebsorte gewonnen wird.


Aussehen
Dunkles Nussholz


Nase
Sogleich steigen schwere mit viel Süße geschwängerte Schwaden voll von Rosinenduft aus dem Premium Snifter Glas empor. Als würde man sein Näschen in ein volles Glas mit Zuckersirup eingelegten Rosinen stecken. Krass. Danach ein leichter After Eight Effekt, eine Minznote mit Schokoladeeinfluss. Der Alkohol zeigt sich immer wieder kurz durch ein leichtes Prickeln in der Nase, er ist aber keineswegs störend. Es finden sich reife Datteln mit einer dunklen Schokolade übergossen. Alles ist sehr schwer und intensiv. Weiters sind Feigen, reife als auch getrocknete, sowie Pflaumenmus präsent. Mit ein paar Minuten im Glas gesellen sich zu den süßen Aromen von dunklen Früchten und Schokolade auch geröstete Haselnüssen, Mandeln, etwas Leder und Möbelpolitur hinzu. Interessanterweise ist nun auch eine fruchtig, säuerliche Note da - wie Stachelbeeren, Orange und Kumquat’s.
Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser geht es mehr in die würzige Richtung und es scheint, als würde der Alkohol mehr hervor treten, es sticht mehr in der Nase. Die Leder- und Tabakaromen kommen vielleicht etwas mehr hervor, dafür verliert er deutlich an Süße und der schönen Frucht.


Geschmack
Wie ein dickflüssiger, süßer Sirup gleitet der Fino Solist auf die Zunge. Sehr weich, fast schon buttercremig ist das Mundgefühl. Trotz einer leichten Astringenz durch den hohen Alkoholgehalt ist der Malt gut unverdünnt trinkbar. Im Geschmack dominieren weniger, wie im Geruch, die fruchtbetonten Aromen. Dunkle Früchte wie die Pflaumen und Datteln und die leicht säuerliche Orange sind natürlich vorhanden, es wird jedoch schnell mehr schokoladelastig. Schöne dunkle hochwertige Schokoladestücke mit gerösteten Nüssen und einer ordentlichen Portion Rumrosinen. Das alte Leder und die Möbelpolitur bekommen Verstärkung durch getrocknete Tabakblätter.
Im Mund verändert sich der Malt mit Wasser nicht zu seinem Nachteil. Er wird vielleicht etwas runder und es bleibt fruchtiger. 


Abgang
Eine sehr aromatische, leicht bittere Eichenwürze zeigen dich gegen Ende. Zusammen mit dem Leder und den Rosinen. Sehr gediegen und überraschend lange ist das Finish.


Fazit
Ein Hammerteil. Ich kann nachvollziehen warum Jim Murray ihn 2012 ausgezeichnet hat. Ein typischer hochintensiver Vertreter der Solist-Reihe. Jetzt weiß ich wieder, warum mir die Sherry- und Port-Abfüllungen damals so gemundet haben. Die Aromen werden mit einer solchen Wucht und Intensität zur Nase und auf die Zunge gebracht, dass es eine Freude ist. Wer Lust auf so eine intensive Erfahrung hat, und das nötige Kleingeld besitzt, kann hier bedenkenlos zugreifen. 

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English Version

I have already tasted one or two single malts from Kavalan in the past. The bottlings from the Solist series are particularly noteworthy. Each bottled from single casks at cask strength, they are a true spectacle of intense aromas in smell and taste.

However, it has been a while since I had the last Taiwanese malt in my glass. Enough time has passed, I still have a few samples in stock. The choice fell on the Kavalan Fino Sherry Solist. With this bottling, Kavalan became known to the broad whisky community in one fell swoop. Jim Murray's awarded the Fino Solist the title "World Whisky of the Year" in his "Whisky Bible" 2012. Since then, not only the prices of some of the bottlings have risen sharply, but also the sales figures.

Fino, in contrast to the two more well-known varieties Oloroso and PX, is a white, drier sherry variety made from the Palomino grape variety.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark walnut


Nose
Immediately, heavy swathes of raisin-scented sweetness rise from the Premium Snifter glass. It's like sticking your nose into a full glass of sugar syrup-soaked sultanas. Crass. Then a slight After Eight effect, a mint note with chocolate influence. The alcohol shows itself again and again briefly through a slight tingling in the nose, but it is not at all disturbing. Ripe dates are found doused with a dark chocolate. Everything is very heavy and intense. Figs, both ripe and dried, and plum jam are also present. With a few minutes in the glass, the sweet aromas of dark fruits and chocolate are joined by roasted hazelnuts, almonds, some leather and furniture polish. Interestingly, there is now also a fruity, tart note - like gooseberries, orange and kumquat's.
With a few drops of water, it goes more in the spicy direction and it seems like the alcohol stands out more, it stings the nose more. The leather and tobacco flavours come out maybe a little more, but it loses a lot of sweetness and the nice fruit.


Taste
Like a thick, sweet syrup, the Fino Solist glides onto the tongue. The mouthfeel is very soft, almost butter-creamy. Despite a slight astringency due to the high alcohol content, the malt is easy to drink undiluted. In the taste, the fruity aromas dominate less than in the smell. Dark fruits like the plums and dates and the slightly tart orange are naturally present, but it quickly becomes more chocolate-heavy. Nice dark high quality chocolate pieces with roasted nuts and a fair amount of rum sultanas. The old leather and furniture polish get reinforcement from dried tobacco leaves.
In the mouth, the malt does not change with water to its detriment. It becomes perhaps a little rounder and it remains fruitier. 


Finish
A very aromatic, slightly bitter oak spice show you towards the end. Along with the leather and sultanas. Very solid and surprisingly long is the finish.


Conclusion
A hammer piece. I can understand why Jim Murray awarded it in 2012. A typical high-intensity representative of the Solist series. Now I remember why I liked the sherry and port bottlings so much back then. The flavours are brought to the nose and tongue with such force and intensity that it is a joy. If you are in the mood for such an intense experience and have the necessary change, you can buy this without hesitation. 

Donnerstag, 10. Juni 2021

Kavalan Solist Ex-Bourbon Cask 58,6%

 

Whiskybase

Der Ex-Bourbon ist die mittlerweile dritte Abfüllung nach der Sherry- und Port-Variante die ich aus der Solist-Reihe von Kavalan verkoste. Die beiden Vorgänger waren beide sehr intensive Aromenbomben und auf ihre Art sehr speziell und gut. Bin gespannt, wie sich der Ex-Bourbon tut. 


Nase & Aussehen
Mit einem blassen Bernstein präsentiert sich die Ex-Bourbon Variante aus der Solist Reihe. Ein dünner, öliger Film mit schüchternen Legs haftet am Glasrand. Bei der ersten Annäherung ohne Wasserzugabe ist der Whisky etwas verhalten. Apfelmus mit Vanille, dahinter eine Duftnote, die Bourbons nicht unähnlich ist und oft als Klebernote assoziiert wird. Mit ein wenig Zeit im Snifter gesellen sich noch Kokosstücke, reife Mango und Ananas zum Aromenmix hinzu. Ganz leicht weht am Ende ein Duft von Rosenseife nach. Im Hintergrund leicht jugendlich, metallisch, der Alkohol ist immer durch ein leichtes Ziehen in der Nase bemerkbar.
Mit ein paar Tropfen Wasser nimmt die Fruchtigkeit spürbar zu. Zu den bereits genannten Sorten stößt auch eine reife Blutorange dazu und das Jugendliche mit dem schärferen Alkohol reduziert sich.


Geschmack
Ohne Wasser ein leichter Körper und süffiges Mundgefühl. Süßer Antritt und danach sofort spritzig pfeffrig, würzig im Geschmack. Der Alkohol drückt ordentlich auf die Zunge. Beim zweiten Schluck können sich die Früchte, zusammen mit Vanille gegen die Schärfe doch behaupten. Da gefällt er mir deutlich besser.
Mit Wasserzugabe geht er im Mund richtig auf! Das Mundgefühl wechselt zu ölig, samtig. Die Süße nimmt, wie der Fruchtanteil, deutlich zu. Die Spritzigkeit reduziert sich etwas, wechselt aber von der anfänglichen Schärfe mehr zur Würzigkeit über.


Abgang
Leichte bittere Noten am Ende im Mund. Zitronenschale und die Schalen der Äpfel vom Mus aus der Nase. Aber auch eine lang erkennbare Süße ist vorhanden. Auch dem Finale tut Wasser gut. Die bitteren Noten werden spürbar reduziert. Die Frucht bleibt.


Fazit
Ein Komplexitätswunder ist der Ex-Bourbon der Solist-Reihe von Kavalan jetzt nicht. Im Vergleich zur Sherry- und Portabfüllung fühlt er sich in der Nase pur sogar etwas verhalten an. Dafür zeigt er im Geschmack und Abgang dann seine ganze Power. Und er will meiner Meinung nach Wasser. Mit ein paar Tropfen wird er überall deutlich runder und aromatischer. Er ist schon gut, keine Frage, jedoch für mich reicht er an die Sherry- und Portabfüllung der Solist Reihe nicht ganz heran. Ich hätte mir tatsächlich noch mehr tropischen Früchtecocktail gewünscht - einfach genauso over the top wie die anderen Solisten. Gerade bei Ex-Bourbon Malts hatte ich in letzter Zeit einige Kandidaten wie zb. den Tomatin 21y, die in dieser Preisrange durchaus harmonischer und besser waren.

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The ex-bourbon is the third bottling I have tasted from the Kavalan Solist range after the sherry and port variants. The two predecessors were both very intense aroma bombs and very special and good in their own way. I'm curious to see how the ex-bourbon does. 


Nose & Appearance
With a pale amber, the ex-bourbon variant from the Solist range presents itself. A thin, oily film with shy legs clings to the rim of the glass. On first approach without adding water, the whisky is somewhat restrained. Applesauce with vanilla, behind it a scent not unlike bourbons and often associated as a sticky note. With a little time in the snifter, pieces of coconut, ripe mango and pineapple join the mix of aromas. Very lightly, a scent of rose soap wafts in at the end. In the background, slightly youthful, metallic, the alcohol is always noticeable by a slight tug in the nose.
With a few drops of water, the fruitiness increases noticeably. A ripe blood orange joins the already mentioned varieties and the youth with the sharper alcohol is reduced.


Taste
Without water, a light body and quaffable mouthfeel. Sweet start and then immediately tangy peppery, spicy taste. The alcohol puts a lot of pressure on the tongue. At the second sip, the fruit, together with vanilla, can hold its own against the spiciness. I like it much better then.
With the addition of water, it really opens up in the mouth! The mouthfeel changes to oily, velvety. The sweetness increases significantly, as does the fruit content. The effervescence reduces somewhat, but changes from the initial sharpness more to spiciness.


Finish
Slight bitter notes at the end in the mouth. Lemon zest and the peel of apples from the mush from the nose. But there is also a long detectable sweetness. Water also does the finish good. The bitter notes are noticeably reduced. The fruit remains.


Conclusion
The ex-bourbon of Kavalan's Solist series is not a miracle of complexity. Compared to the sherry and port bottlings, it even feels somewhat restrained on the nose. On the other hand, it shows all its power in the taste and finish. And in my opinion, it wants water. With a few drops, it becomes much rounder and more aromatic everywhere. It's good, no question, but for me it doesn't quite match the sherry and port bottlings of the Solist range. I would have liked more tropical fruit cocktail - just as over the top as the other Solists. Especially with ex-bourbon malts, I have recently had some candidates like the Tomatin 21y, which were more harmonious and better in this price range.

Donnerstag, 28. Januar 2021

Kavalan Single Malt Whisky & Concertmaster Port Cask Finish



Nach den beiden High-End-Abfüllungen, Solist Port Cask und Solist Sherry Cask, wollte ich auch mal die Einsteiger-Malts von Kavalan näher kennenlernen und habe mir hierfür Samples zugelegt. 

Whiskybase Kavalan Single Malt Whisky

Der Single Malt Whisky ist das Working-Horse der Brennerei. mit 40% Alkoholgehalt abgefüllt, reifte der Whisky in insgesamt sechs verschiedenen Fasssorten. Neben frischen Bourbon- und Sherryfässern wurden auch Refill Bourbon Casks sowie Rotweinfässer aus Spanien und Weißweinfässer aus Portugal verwendet.

Nase & Aussehen
Im Glas präsentiert sich der Einsteiger-Malt in die Welt von Kavalan mit einer Farbe, die an Blütenhonig erinnert. Es sind nicht allzu viele Legs, die sich am Glasrand bilden. Sehr leichter blumiger und zugleich tropisch fruchtiger Duft gleich am Anfang in der Nase. Die Früchte sind tropischer Natur und gehen Richtung Mango, reife Ananas und Kakifrucht - mit einer Spur Fruchtäure. Sehr ansprechend! Aromen von Honig und Vanille zeigen sich ebenfalls. Etwas würziges Holz und ganz zarte Sherryfruchteinflüsse sind am Ende in der Nase bemerkbar. 

Geschmack
Das Mundgefühl ist nicht unangenehm, cremig aber auch zugleich etwas wässrig. Leichte Süße, dazu die Frucht aus der Nase, jedoch etwas dezenter. Hinzu kommen Holzaromen die dem Geschmack Würze und eine nette Malzigkeit verpassen. Es ist alles sehr harmonisch, es schiebt sich nichts in den Vordergrund. 

Abgang
Relativ kurzer, etwas alkoholischer Abgang. Leicht bitter, eher in Richtung Schokolade als Kaffee aber auch zugleich aromatisch. Gegen Ende hin kommen überraschend Noten von Tabak hinzu. 


Fazit
Die wirklich nette, sehr fruchtige Nase verspricht einiges, der Geruch gefällt mir gut. Leider kann dies der Geschmack nicht gänzlich halten. Er wirkt etwas wässrig und die Aromen tun sich schwer sich vollens zu entfalten. Ich denke mit mehr Prozente wäre er ein wirklich leckerer Genosse. Bei einem Preis von zwischen € 40,- und € 45,- ist vielleicht etwas overpriced.

Whiskybase Kavalan Concertmaster Port Cask Finish

Der Kavalan Concertmaster Port Cask Finish ist die nächste Steigerung in der Standardrange. Wie der Single Malt Whisky mit 40% abgefüllt, reifte der Malt vorab klassisch in Bourbonfässer und bekam dann ein mehrmonatiges Finish in unterschiedlichen Port-Casks (Ruby, Tawny und Vintage Port) aus Portugal.


Nase & Aussehen
Die Farbe ist ein sattes Bernstein. Am Glasrand bilden sich doch einige ölige Schlieren. Das Portweinfinish ist sogleich bemerkbar. Rote Früchte wie Beeren aber auch Erdbeeren und Rosinen sind zu Riechen. Gleichzeitig eine deutliche Süße. Mit etwas Zeit und Luft wandeln sich die Früchte zu tropischen ihren Vertretern wie Mango und auch etwas Vanille kommt hinzu. 


Geschmack
Angenehmes Mundgefühl. Deutlich würziger als in der Nase zu vermuten. Zimt, Muskat und Ingwer, kein Pfeffer, keine Schärfe. Fruchtseitig zeigen sich beim Geschmack vor allem die roten Früchtesammlung aus der Nase. Die Süße steigert sich ab dem zweiten Schluck deutlicher. Vanille rundet den Geschmack ab.


Abgang
Mit der Gewürz/Fruchtmischung geht es auch weiter in Richtung Angang. Das Finish ist vielleicht nicht extrem lange, jedoch sehr schmackhaft. Eine angenehme Wärme bleibt mit den Zimt- und Muskatnussaromen noch etwas länger im Mund. 


Fazit
Der Concertmaster ist - trotz ebenfalls nur 40% Alkoholgehalt wie beim Kavalan Single Malt - komplexer. Vor allem im Mund und im Abgang. Die Nase ist dunkelfruchtig und süß, der Geschmack dafür überraschend würziger. Zusammen eine schöne Mischung. Kann man durchaus trinken. 

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Kavalan Solist Port Cask 2016



Whiskybase

Nase & Aussehen
Wie dunkles Mahagoni schimmert der Kavalan im Glas. Der Geruch ist so dicht! Es dauert ein wenig, die einzelnen Komponenten auseinander zu dividieren. Sofort eine intensive süße Nase mit wuchtigen dunklen Sherry Aromen wie Zwetschken, Datteln und Beeren. Eine tolle Rosinenfracht enthüllt sich gleichzeitig. Orangenschalen mit Muskat und Zimt. Der Alkohol macht sich im Hintergrund mit einer minzigen und zugleich auch schokoladigen After Eight Note bemerkbar, aber für 58,6% ist er sehr gut eingebunden. Mit ein paar wenigen Tropfen Wasser erheben sich noch mehr die Früchte im Rumtopf in den Vordergrund. 

Geschmack
Am Anfang noch prickelnd durch den Alkohol und die Eiche, wird es schnell wieder süßfruchtiger. Im Mund setzt sich dieses dichte Ensemble an fruchtigen und würzigen Geschmäckern fort. Zu den Sherryfrüchten gesellen sich Leder und Tabak hinzu. 

Mit Wasser verstärkt sich das pfeffrig/prickelnde Gefühl sogar anfänglich mehr als ohne Wasser. Dafür wird es mit Wasser fruchtiger und süßer. 

Abgang
Die Eiche blitzt kurz auf. Der Abgang ist insgesamt eher mittellang. Die Frucht- und Gewürzaromen sind kurz vorhanden. Dann dominieren die Tabaknoten. Am Ende ein wenig adstringierend am Gaumen. 

Fazit
Der ist vom Anfang bis zum Ende ein Genuss. Die Dichte im Geruch ist sehr schön. Ebenfalls toll ist, dass der Malt im Geschmack überhaupt nicht abfällt. Mit Wasser wird der Gesamteindruck süßer und runder. Vor allem im Mund. Wenn man einen Minuspunkt vergeben will, dann beim etwas kurzen Abgang. Hier merkt man am ehesten seine wahrscheinlich eher kurze Lagerzeit im Fass. Ein wirklich toller Malt, der seinen Preis, auch für die Jugend, mehr als wert ist. 

Dienstag, 3. März 2020

Kavalan Solist Sherry Cask 57,8%


Whiskybase

Der Kavalan Solist Sherry Cask ist mein erster Vertreter aus Asien. Genauer gesagt, kommt der Solist aus Taiwan. Ich bin sehr gespannt, ob ich ebenfalls so begeistert bin, wie viele andere.

Nase & Aussehen
Was für eine Farbe! Wie alt ist der Malt? Fünf Jahre? Sehr viel älter wohl nicht. Und dann so eine Farbe im Glas. Balsamico. Dunkler unverdünnter Balsamico aus Modena. Und was die Farbe bereits andeutet, ist auch mit einer Wucht in der Nase erkennbar. Unglaubliches Sherrybrett! In dunkler Schokolade eingelegte Zwetschken, wie es sie oft zu Weihnachten gibt. Auch der aromatische Balsamico, nicht der aus dem Supermarkt, das teure Zeugs in den 0,25l Fläschchen ist gemeint, das sirupartig, süßsäuerlich schmeckende, ist in der Nase. Was waren das für Sherryfässer? Oloroso nehm ich an, denn er ähnelt - wenn auch noch konzentrierter - dem Allardice von Glendronach, den ich offen stehen habe - einer meiner Lieblinge. Die Alkoholstärke drückt hier aber nochmals mehr die Aromen gegen die Nase. Leichtes Brennen in der Nase.
Mit ordentlich Wasser wird er weicher in der Nase. Es kommen zusätzlich weitere dunkle Früchte wie Datteln und Feigen zum Vorschein. Dazu etwas Vanille, nicht all zu viel - nur ein wenig.

Geschmack
Unverdünnt probiere ich ihn nicht, da ist mir der Alkoholpegel mit 57,8% doch zu heftig. Süß, brickelnd, adstringierend im Mundraum. Heftig wütet er. Der braucht eventuell noch ein paar Tropfen. Mit weiterer Wasserzugabe wird er sanfter. Die typischen Oloroso, Sherrygeschmacksknospen, wie altes Leder, dunkle Früchte sind sofort präsent. Eine Würzigkeit, eher von der Eiche des Fasses ist auch gegen Ende im Mund vorhanden.

Abgang
Dunkelfruchtig gegen Ende hin. Lecker. Verbunden mit einem schönen Nussgeschmack. Ganz zum Schluss wird es leicht bitter. Der Abgang insgesamt ist nicht allzulange, bis auf die Eiche.

Fazit
Der ist wahrlich nicht für jeden Tag. Was für eine Bombe! Für diesen Malt muss man sich ordentlich Zeit nehmen und auch die Lust haben. In der Nase weniger süß, wie erwartet. Dafür eine sehr interessante Balsamiconote. Im Mund am Anfang süß und mit ordentlich Wasser kommen auch die anderen Nuancen gut zum Vorschein. Ist er die € 120,- wert? Ja. Wer auf Sherry-Wasserstoffbomben-Feeling steht, muss ihn mal probiert haben.
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