Dienstag, 25. August 2026

Yoichi 10y 2022

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL


Sieben Jahre hat es gedauert, von 2015 bis 2022, bis Nikka erstmals wieder eine neue Abfüllung mit Altersangabe auf den Markt brachte. Am 26. Juli 2022 erschien die neue Abfüllung des Yoichi 10 Jahre in einer limitierten Version mit 9.000 Flaschen zunächst in Hokkaido, bevor sie am 15. November landesweit in Japan eingeführt wurde. Der alte Zehnjährige wurde damals, wie so viele andere Abfüllungen in Japan, aufgrund der mangelnden Bestände an gereiften Whiskys aus dem Sortiment gestrichen. Nikka selbst bezeichnet die Neuauflage ausdrücklich als erste Abfüllung mit Altersangabe seit sieben Jahren.

Anders als bei einigen älteren bzw. anderen Nikka-Produkten gibt es beim aktuellen Yoichi 10y keine Hinweise auf zugemischten schottischen Whisky. Die verfügbare Quellenlage spricht vielmehr dafür, dass es sich um vollständig in Japan erzeugten Whisky aus der Yoichi Distillery handelt. Mit 45 % Vol. wurde er in der gleichen Stärke wie sein Vorgänger abgefüllt. Bei der Filtration ist die Quellenlage allerdings widersprüchlich: Whiskybase führt die Abfüllung als nicht kühlfiltriert, während einzelne Verkostungsquellen eine Kühlfiltration angeben.

Zur konkreten Fassbelegung ist nicht allzu viel bekannt. Einige Quellen sprechen von einer Kombination aus neuen Eichenfässern sowie Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässern. Eine offizielle detaillierte Aufschlüsselung der verwendeten Fässer veröffentlicht Nikka allerdings nicht. Auch die Verwendung von Mizunara-Eiche, wie sie zumindest für ältere Yoichi-Abfüllungen teilweise genannt wird, lässt sich bei der 2022er Neuauflage anhand der verfügbaren Informationen nicht belegen.


Aussehen
Heller Blütenhonig.


Nase
Die neue Auflage des Yoichi 10y liefert einen sehr feinen, eleganten ersten Eindruck, wie man es so oft von japanischen Whiskys kennt. Was die japanischen Master Blender wirklich in Perfektion verstehen, ist das miteinander Vermengen unterschiedlicher Aromenquellen.

Der Rauch ist hier nicht dominierend, sondern liegt vielmehr als leicht aschige Untermalung unter den anderen Aromen. Neben Vanille und hellem Obst wie Birnen, Äpfeln und gelben Ringlotten, inklusive einiger tropischer Früchte wie reifen Bananen und Zitrusfrüchten, erkennt man eine feine Aromatik von Butterkeksen und Kuchen. Zarte Holznoten, die an parfümiertes Sandelholz und Jasminräucherstäbchen erinnern, umgarnen die anderen Düfte.

Die Nase ist sehr harmonisch komponiert. Vom Alkohol spürt man absolut nichts. Ich könnte ewig am Glas riechen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Wie so oft bei japanischen Single Malts unterscheiden sich die ersten Eindrücke aus der Nase von der Grundcharakteristik im Mund. Trotz der lediglich 45 % Vol. trägt der Alkohol die Aromen kräftig voran. Der Whisky gleitet glatt und cremig in den Mundraum und sorgt für ein angenehmes Mundgefühl.

Im Gegensatz zum Geruch sind im Geschmack gleich zu Beginn mehr Rauch und vor allem Asche zu erkennen. Der Rauch zeigt sich dabei vor allem in Form von aromatischem Sandelholz, abbrennenden Räucherstäbchen und einer mineralischen, leicht schmutzigen Note.

Die würzigen Komponenten kommen nun ebenfalls stärker zur Geltung. Getrocknete Kräuter und leichte maritime Anklänge wie Seetang und Kieselsteine am Strand sind deutlich wahrnehmbar.

Die fruchtige Seite tritt etwas in den Hintergrund. Sie zeigt sich vor allem durch Scheiben getrockneter Bananen, angegrillte Ananasscheiben, helle Pflaumen und Birnenschalen.

Süße ist vernachlässigbar, dafür ist der Geschmack von Vanille während der gesamten Zeit im Mund präsent.


Abgang
In Richtung Abgang wird der rauchige Aspekt mit seiner trockenen Asche immer stärker. Die aromatischen Holzaromen mit Vanille und Banane bleiben ebenfalls noch länger vorhanden. Insgesamt ist das Finale mittellang und wird von den rußigen Noten getragen.


Fazit
Ein sehr eleganter japanischer Single Malt, dem man seine Altersangabe absolut glaubt. Er ist sehr fein komponiert und bietet interessanterweise zwischen Nase und Geschmack durchaus wechselnde Aromeneindrücke.

In der B-Note wäre ich nicht abgeneigt gewesen, wenn im Mund die tolle Fruchtkomposition aus der Nase einen größeren Anteil gehabt hätte. Aber auch die schöne Würzigkeit, allen voran Sandelholz und Räucherstäbchen, wissen mir zu gefallen. Wenn der Preis unter 100 € liegen würde, wäre er ein Kaufkandidat für Japan-Fans.

Mittwoch, 19. August 2026

East Islay 10y - Ragnarøkkr Nr. 11 - Hrimthursar (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.

Der elfte Whisky der Ragnarøkkr-Reihe von whic.de, die sich der nordischen Mythologie annimmt, heißt Hrimthursar und zeigt auf dem Etikett einen der sogenannten Frostriesen, die zu den ärgsten Feinden der Götter in der nordischen Saga zählen. Als passender Single Malt wurde ein zehn Jahre alter Raucher aus einer unbekannten East-Islay-Brennerei ausgewählt.

Im Osten der Insel Islay liegen aktuell die Brennereien Caol Ila, Bunnahabhain und als jüngste Brennerei vor Ort Ardnahoe. Ardnahoe kann man ausschließen, denn dort gibt es noch keinen so alten Whisky. Von Caol Ila und Bunnahabhain gibt es zahlreiche unabhängige Abfüllungen. Von beiden Brennereien hatte ich bereits einige Whiskys mit ähnlichem Alter und einer Reifung in einem Weinfass im Glas. Die Destillate beider Brennereien funktionieren mit dieser intensiven Art der Reifung in der Regel sehr gut, wobei für mich Caol Ila sogar eine Spur besser damit umgehen kann.

Von dem Einzelfass wurden 297 Flaschen mit 52,5 % Vol. ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Rötliches Kupfer


Nase
Ein intensiver speckiger Lagerfeuerrauch trifft auf süßes Beerenkompott mit Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren, das in einem tiefen gusseisernen Topf am Lagerfeuer auf einem Kieselstrand vor sich hin köchelt. Der erste Eindruck ist eine nette Verbindung aus kräftigen Rauchnoten von Holzfeuer und maritimen, mineralischen Eindrücken mit einem Hauch Meeresluft. Die süßen Fruchtaromen schmiegen sich wohltemperiert an das rauchige Profil an.

Hinter der süß-rauchigen Kombination verbirgt sich nach ein paar Minuten noch frisch gebackene Brioche und getoastete Brotscheiben mit getrockneten Kräutern.

Die knapp 52 % Alkoholstärke sind fein integriert.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Leckerer BBQ-Rauch mit geräucherten Speckaromen und nun doch etwas mehr Aschenoten sowie das aus der Nase bereits so intensive fruchtige Beerenkompott bekommen einerseits Unterstützung durch eine Karamellcreme mit Vanille und andererseits durch eine angenehme Würze mit gleichzeitiger Schärfe von eingelegtem Ingwer und Wasabipaste.

Die Süße und Frucht geht zügig in eine herbe Bitternote über, die von der Asche herrühren könnte. Die getrockneten Kräuter sorgen zusammen mit Zimt und Gewürznelken für einen netten Kontrapunkt zur Fruchtigkeit.

Der Alkohol trocknet die Wangeninnenseiten und das Zahnfleisch im Laufe des Verkostens immer mehr aus. Im Geschmack ist der Alkohol stärker präsent, ohne unangenehm zu werden.


Abgang
Der fette Rauch legt sich geschmeidig und ölig am Gaumen und im Mundraum ab. Die Asche bleibt noch länger präsent. Darüber hinaus sind nun auch getrockneter Tabak und Leder zu schmecken.


Fazit
Dies ist ein unkomplizierter, junger, heftiger Islay-Raucher mit ansprechenden süß-fruchtigen Aromen. Er ist äußerst süffig und macht im Glas richtig Spaß. Wer extreme Komplexität sucht, ist hier fehl am Platz. Wer Rauch und Asche in Kombination mit einer durchaus gut gemachten Dessertwein-Fassreifung sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

Ob es sich hier um einen Caol Ila oder einen Staoisha von Bunnahabhain handelt, kann ich nur schwer sagen. Tendenziell würde ich eher auf einen Caol Ila tippen.

Dienstag, 11. August 2026

The Islay Connection 10y

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL


Die Connection Blended Malt-Reihe vom unabhängigen Abfüller North Star Spirits wurde vor kurzem durch die The Speyside Connection 10y mit Single Malts von Macallan und Tamdhu erweitert. Im Mai 2026 verkostete ich die Campbeltown-Version; das Ergebnis war durchaus okay, eine ganze Flasche würde ich davon allerdings nicht trinken wollen. Und nun kommt Islay an die Verkostungsreihe.

Bei diesem Blended Malt soll es sich um eine Mischung aus einem zehnjährigen Bowmore aus Bourbon-Fässern und einem dreizehnjährigen Bruichladdich mit Sherryfass-Reifung handeln. Da in Schottland per Gesetz immer der jüngste Anteil eines Scotch Whisky für die Altersangabe ausschlaggebend ist, wird dieser Blend mit 10 Jahren ausgewiesen. Beim Bowmore ist die Sache hinsichtlich des Rauchanteils klar, beim Bruichladdich geht aus den offiziellen Informationen allerdings nicht eindeutig hervor, ob es sich um einen rauchigen oder nicht-rauchigen Malt handelt. Der Blended Malt wurde ungefärbt und ungefiltert mit 50,4 % vol. abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Gold mit ein paar Spritzern Rosé.


Nase
Ein Blend aus Islay ohne Rauch wäre Chili ohne Bohnen. Und ja, Rauch ist durchaus vorhanden, aber gar nicht so stark und intensiv, wie ich zunächst vermutet hätte. Der Rauch erinnert an ein brennendes Lagerfeuer, wobei Holz- und Aschearomen dominieren. Dazu kommen mineralische, kalkreiche Noten – wie abgebrannter, getrockneter Seetang auf einem nassen Kieselstrand am Meer.

Was mich jedoch wirklich überrascht, ist eine für mich ziemlich deutliche Schwefelnote, die sich unmittelbar hinter dem Rauch öffnet. Sie erinnert mit Abstand an den Geruch von faulen Eiern und Zündholzköpfen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ob dies von den verwendeten Sherryfässern herrührt oder ob es sich lediglich um eine subjektive Wahrnehmung aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Aromen handelt? Keine Ahnung. Auf jeden Fall stört mich der Schwefel hier in der Nase ziemlich.

Es dauert einige Zeit, bis ich mich hier durchgearbeitet habe und auf weitere Gerüche stoße, die meine anfängliche Assoziation mit Schwefel in ein anderes Licht rücken. Und zwar milchig-käsige Noten. Diese könnten mich einerseits zusammen mit den anderen Gerüchen überhaupt erst in Richtung Schwefel gelenkt haben. Andererseits deuten sie für mich natürlich zu 100 % auf den Bruichladdich-Anteil hin. Ich hatte schon mehrmals bei jüngeren, nicht-rauchigen Laddies dieses Geruchsspektrum aus Käse und Milchsäure in der Nase.

So richtige Freunde werden diese Eindrücke und meine Nase nicht wirklich.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund sind diese Aromen zwar ebenfalls sofort präsent, allerdings stören sie mich hier nicht in der Art wie in der Nase. Sie harmonieren deutlich besser mit den anderen Geschmäckern. Das Mundgefühl ist cremig, fast schon butterweich, mit einem anfänglichen Anflug einer zarten Ingwernote. Diese wird sehr rasch durch eine sich immer stärker aufbauende Süße ersetzt. Süßes Karamell und Honig mit hellen tropischen Früchten wie Mango und Ananaskompott geben nun den Ton an. Auch malzige Noten, etwa von Müsliflocken, spielen mit.

Der Rauch ist angenehm holzig, weniger maritim als zuvor in der Nase, mit einem leichten Anflug von Torf. Ein paar geröstete Haselnüsse, die in gemahlenem Zimtpulver gerollt sind, sorgen für eine nette Würzigkeit. Von den Nüssen einmal abgesehen, nehme ich allerdings wenig bis gar keine aromatische Verbindung mit den Sherryfässern wahr.

Der Alkoholgehalt macht seine Sache durchaus sehr gut; störende alkoholische Noten sind nicht zu bemerken.


Abgang
Diese Würze wird in Richtung Abgang durch Asche, Torf und Rauch noch verstärkt. Die Aromen schmiegen sich fettig und klebrig an Rachen und Gaumen. Auch eine gewisse Trockenheit macht sich im Mundraum breit. Insgesamt ist das Finish aber, vom Rauch und der Asche abgesehen, eher kurz.


Fazit
Hm. Ich fürchte, ich werde mit diesem Blend keine langfristige Verbindung eingehen. Für mich funktioniert die Verknüpfung dieser beiden berühmten Islay-Brennereien leider nicht wirklich. Ich war sehr positiv gespannt und hoffte auf eine interessante Kombination. Das Experiment ist für mich jedoch in die Hose gegangen.

Es scheinen vor allem die Anteile des nicht-rauchigen Bruichladdich-Whiskys zu sein, mit denen ich weniger gut klarkomme.

Mittwoch, 5. August 2026

Kilkerran Heavily Peated Batch 6

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Glengyle, aus deren Brennblasen die Kilkerran-Abfüllungen stammen, wird gemeinsam mit Springbank von derselben Brennereimannschaft betrieben. Üblicherweise zieht die Crew ab Herbst bis zur Weihnachtspause – also rund drei Monate im Jahr – keine 500 Meter weiter von Springbank zur 2004 wiedereröffneten Schwesternbrennerei und setzt dort die Produktion fort.

Die Abfüllungen von Springbank boomen nach wie vor, auch wenn sie meiner Meinung nach in den vergangenen eineinhalb Jahren hinsichtlich Alter und Qualität etwas nachgelassen haben. Neue Veröffentlichungen sind meist innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Etwas entspannter gestaltet sich die Situation bei den Kilkerran Single Malts. Auch sie erfreuen sich wachsender Beliebtheit, dennoch hat man hier meist noch ausreichend Zeit, sich eine Flasche der gewünschten Abfüllung zu sichern.

Für mich persönlich können die Kilkerran-Abfüllungen qualitativ problemlos mit Springbank mithalten. Sowohl der zwölfjährige Standard, der sechzehnjährige als auch die großartigen achtjährigen Abfüllungen – egal ob aus Sherry- oder Bourbonfässern – gehören für mich zu den spannendsten Whiskys aus Campbeltown.

Von der Heavily Peated-Reihe hatte ich im Laufe der Jahre bereits einige Batches im Glas, Tasting Notes dazu fehlten bislang allerdings. Das möchte ich nun mit Batch 6 nachholen. Glengyle veröffentlicht jährlich zwei Batches; inzwischen ist bereits Batch 14 erschienen. Während Kilkerran normalerweise nur leicht getorft ist, kommt für die Heavily Peated-Serie Gerste mit rund 45 ppm Phenolgehalt zum Einsatz. Die Fasszusammensetzung variiert von Batch zu Batch leicht, wobei Ex-Bourbonfässer stets den größten Anteil ausmachen. Bei Batch 6 erfolgte die Reifung zu 75 % in Bourbon- und zu 25 % in Sherryfässern. Abgefüllt wurde er mit kräftigen 57,4 % Vol.


Aussehen
Dunkler Goldton mit einem zarten Einschlag von Orange.


Nase
Zu Beginn steigt ein aromatischer, keineswegs übermäßig kräftiger Rauch aus dem Glas auf, der überraschend fruchtig und süß wirkt. Saftige, leicht geräucherte Pfirsiche liegen bildlich gesprochen auf einer Schicht frischer Erde mit einem dezenten Muff und einer angenehm schmutzigen Note. Darunter scheint felsiger Untergrund durch und verleiht dem Ganzen eine feine Mineralität. Der typische Campbeltown-Funk ist bereits vorhanden, bleibt jedoch deutlich dezenter als beispielsweise bei vielen Springbank-Abfüllungen.

Harzige Aromen sorgen beinahe für Urlaubsstimmung und lassen mich kurz an einen griechischen Retsina denken. Dazu entwickelt sich eine feine Säure, die an gegrillte Ananas erinnert. Diese Kombination funktioniert ausgesprochen gut und macht vom ersten Moment an Lust auf den ersten Schluck.

Der hohe Alkoholgehalt ist hervorragend eingebunden. Er wirkt nie scharf oder störend, sondern sorgt vielmehr immer wieder für einen angenehm frischen Impuls.

Ein wahres Komplexitätsmonster ist die Nase zwar nicht, dafür überzeugt sie mit einer ausgezeichneten Balance. Besonders gefällt mir, dass der Rauch seinem Namen „Heavily Peated“ zum Trotz nie dominant wirkt, sondern sich harmonisch mit der Fruchtigkeit und Süße verbindet.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Schluck beginnt mit einer angenehmen Ingwerschärfe. Keine pfeffrige Chili-Schärfe wie etwa bei Talisker, sondern eine warme, aromatische Würze, die rasch wieder verschwindet. Danach übernehmen moderater Rauch und würziger Torf das Kommando und präsentieren sich deutlich kräftiger, als es die süß-fruchtige Nase zunächst vermuten ließ.

Eine feine Mineralität, der leicht schmutzige Campbeltown-Funk und eine Handvoll getrockneter Küchenkräuter prägen nun das Geschmacksbild.

Mit dem zweiten Schluck gewinnt der Whisky spürbar an Süße. Gegrillte Ananas und aufgeschnittene Pfirsichhälften treten wieder in den Vordergrund, begleitet von weichem Karamell. Tatsächlich scheint der Whisky mit jedem weiteren Schluck noch etwas süßer zu werden.

Der Alkohol bleibt jederzeit präsent und kraftvoll, wirkt dabei aber niemals störend oder überfordernd.


Abgang
Das Finale fällt mittellang aus. Neben dezentem Rauch und angenehmem Torf bleiben vor allem die gegrillten Früchte und weiches Karamell noch eine Weile am Gaumen haften. Auch die Kräuterwürze und die mineralischen Noten begleiten den Nachhall bis zum Schluss.


Fazit
Versuchsweise habe ich dem Whisky einige wenige Tropfen Wasser spendiert. Für meinen Geschmack benötigt Batch 6 trotz seiner 57,4 % Vol. jedoch keine Verdünnung. Bereits pur präsentiert er sich erstaunlich ausgewogen und zugänglich.

Wie bereits erwähnt, ist der Heavily Peated Batch 6 kein Komplexitätsmonster. Was er allerdings bietet, funktioniert ausgezeichnet. Besonders gefällt mir, dass er trotz seines Namens kein übermäßig rauchiger „Stinker“ ist. Stattdessen verbindet sich der Rauch auf sehr harmonische Weise mit der Fruchtigkeit, der Süße und der leicht schmutzigen Campbeltown-Charakteristik.

Gerade diese überraschend ausgeprägte Fruchtigkeit – sowohl in der Nase als auch am Gaumen – macht ihn für mich besonders spannend. Gemeinsam mit dem dezenten Rauch ergibt sich ein äußerst stimmiges Gesamtbild.

Ich kann nur sagen: Batch 6 hat auf ganzer Linie abgeliefert. Da ich mittlerweile auch einige der nachfolgenden Batches gemeinsam mit meinen Whiskykollegen verkosten konnte, weiß ich, dass Glengyle das hohe Niveau der Serie auch in den späteren Veröffentlichungen eindrucksvoll bestätigt hat.

© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall