Kilkerran
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Mittwoch, 5. August 2026

Kilkerran Heavily Peated Batch 6

 

Whiskybase

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Glengyle, aus deren Brennblasen die Kilkerran-Abfüllungen stammen, wird gemeinsam mit Springbank von derselben Brennereimannschaft betrieben. Üblicherweise zieht die Crew ab Herbst bis zur Weihnachtspause – also rund drei Monate im Jahr – keine 500 Meter weiter von Springbank zur 2004 wiedereröffneten Schwesternbrennerei und setzt dort die Produktion fort.

Die Abfüllungen von Springbank boomen nach wie vor, auch wenn sie meiner Meinung nach in den vergangenen eineinhalb Jahren hinsichtlich Alter und Qualität etwas nachgelassen haben. Neue Veröffentlichungen sind meist innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Etwas entspannter gestaltet sich die Situation bei den Kilkerran Single Malts. Auch sie erfreuen sich wachsender Beliebtheit, dennoch hat man hier meist noch ausreichend Zeit, sich eine Flasche der gewünschten Abfüllung zu sichern.

Für mich persönlich können die Kilkerran-Abfüllungen qualitativ problemlos mit Springbank mithalten. Sowohl der zwölfjährige Standard, der sechzehnjährige als auch die großartigen achtjährigen Abfüllungen – egal ob aus Sherry- oder Bourbonfässern – gehören für mich zu den spannendsten Whiskys aus Campbeltown.

Von der Heavily Peated-Reihe hatte ich im Laufe der Jahre bereits einige Batches im Glas, Tasting Notes dazu fehlten bislang allerdings. Das möchte ich nun mit Batch 6 nachholen. Glengyle veröffentlicht jährlich zwei Batches; inzwischen ist bereits Batch 14 erschienen. Während Kilkerran normalerweise nur leicht getorft ist, kommt für die Heavily Peated-Serie Gerste mit rund 45 ppm Phenolgehalt zum Einsatz. Die Fasszusammensetzung variiert von Batch zu Batch leicht, wobei Ex-Bourbonfässer stets den größten Anteil ausmachen. Bei Batch 6 erfolgte die Reifung zu 75 % in Bourbon- und zu 25 % in Sherryfässern. Abgefüllt wurde er mit kräftigen 57,4 % Vol.


Aussehen
Dunkler Goldton mit einem zarten Einschlag von Orange.


Nase
Zu Beginn steigt ein aromatischer, keineswegs übermäßig kräftiger Rauch aus dem Glas auf, der überraschend fruchtig und süß wirkt. Saftige, leicht geräucherte Pfirsiche liegen bildlich gesprochen auf einer Schicht frischer Erde mit einem dezenten Muff und einer angenehm schmutzigen Note. Darunter scheint felsiger Untergrund durch und verleiht dem Ganzen eine feine Mineralität. Der typische Campbeltown-Funk ist bereits vorhanden, bleibt jedoch deutlich dezenter als beispielsweise bei vielen Springbank-Abfüllungen.

Harzige Aromen sorgen beinahe für Urlaubsstimmung und lassen mich kurz an einen griechischen Retsina denken. Dazu entwickelt sich eine feine Säure, die an gegrillte Ananas erinnert. Diese Kombination funktioniert ausgesprochen gut und macht vom ersten Moment an Lust auf den ersten Schluck.

Der hohe Alkoholgehalt ist hervorragend eingebunden. Er wirkt nie scharf oder störend, sondern sorgt vielmehr immer wieder für einen angenehm frischen Impuls.

Ein wahres Komplexitätsmonster ist die Nase zwar nicht, dafür überzeugt sie mit einer ausgezeichneten Balance. Besonders gefällt mir, dass der Rauch seinem Namen „Heavily Peated“ zum Trotz nie dominant wirkt, sondern sich harmonisch mit der Fruchtigkeit und Süße verbindet.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der erste Schluck beginnt mit einer angenehmen Ingwerschärfe. Keine pfeffrige Chili-Schärfe wie etwa bei Talisker, sondern eine warme, aromatische Würze, die rasch wieder verschwindet. Danach übernehmen moderater Rauch und würziger Torf das Kommando und präsentieren sich deutlich kräftiger, als es die süß-fruchtige Nase zunächst vermuten ließ.

Eine feine Mineralität, der leicht schmutzige Campbeltown-Funk und eine Handvoll getrockneter Küchenkräuter prägen nun das Geschmacksbild.

Mit dem zweiten Schluck gewinnt der Whisky spürbar an Süße. Gegrillte Ananas und aufgeschnittene Pfirsichhälften treten wieder in den Vordergrund, begleitet von weichem Karamell. Tatsächlich scheint der Whisky mit jedem weiteren Schluck noch etwas süßer zu werden.

Der Alkohol bleibt jederzeit präsent und kraftvoll, wirkt dabei aber niemals störend oder überfordernd.


Abgang
Das Finale fällt mittellang aus. Neben dezentem Rauch und angenehmem Torf bleiben vor allem die gegrillten Früchte und weiches Karamell noch eine Weile am Gaumen haften. Auch die Kräuterwürze und die mineralischen Noten begleiten den Nachhall bis zum Schluss.


Fazit
Versuchsweise habe ich dem Whisky einige wenige Tropfen Wasser spendiert. Für meinen Geschmack benötigt Batch 6 trotz seiner 57,4 % Vol. jedoch keine Verdünnung. Bereits pur präsentiert er sich erstaunlich ausgewogen und zugänglich.

Wie bereits erwähnt, ist der Heavily Peated Batch 6 kein Komplexitätsmonster. Was er allerdings bietet, funktioniert ausgezeichnet. Besonders gefällt mir, dass er trotz seines Namens kein übermäßig rauchiger „Stinker“ ist. Stattdessen verbindet sich der Rauch auf sehr harmonische Weise mit der Fruchtigkeit, der Süße und der leicht schmutzigen Campbeltown-Charakteristik.

Gerade diese überraschend ausgeprägte Fruchtigkeit – sowohl in der Nase als auch am Gaumen – macht ihn für mich besonders spannend. Gemeinsam mit dem dezenten Rauch ergibt sich ein äußerst stimmiges Gesamtbild.

Ich kann nur sagen: Batch 6 hat auf ganzer Linie abgeliefert. Da ich mittlerweile auch einige der nachfolgenden Batches gemeinsam mit meinen Whiskykollegen verkosten konnte, weiß ich, dass Glengyle das hohe Niveau der Serie auch in den späteren Veröffentlichungen eindrucksvoll bestätigt hat.

Mittwoch, 16. März 2022

Kilkerran 16y

 

Whiskybase

Der Kilkerran 16 Jahre, von dem ich mir ein Sample besorgen konnte, wurde 2020 erstmals abgefüllt und ist streng limitiert (genaue Flaschenanzahl ist nicht bekannt). Für die Reifung wurden hauptsächlich Ex-Bourbonfässer verwendet und ein kleiner Anteil bestand aus Marsala Fässern. Abgefüllt wurde ungefärbt und ohne Kühlfiltration mit optimalen 46% Trinkstärke.


Ausehen
Die Farbe ist hellgold.


Nase
Hier haben wir zu Beginn einen Schmeichler in der Nase. Die Aromen sind durchaus präsent, aber kein Geruch hebt sich deutlich hervor, alle Geruchskomponenten sind harmonisch miteinander zu einer wirklich starken Nase verwoben. Eine eigene Staubigkeit, Mineralität ist allgegenwärtig. Dazu eine deutliche Vanillenote und ein mit Honig gesüßtes Zitronen/Ananassorbet mit reifen gelben Birnen und Weinbergpfirsichen. Rauch nehme ich zwar nicht wahr, jedoch die für mich immer mit Whiskys aus Campbeltown eigene maschinenölige leichte „Dreckigkeit“, die ich sehr gerne habe. Ebenfalls vorhanden sind Eindrücke vom Holz der Fässer, die sich im Hintergrund halten und das Geruchsspektrum schön abrunden.


Geschmack
Dickflüssig, fast schon sirupartig gleitet der Malt in den Mund. Tolles Mundgefühl, dass sofort nach einem weiteren Schluck verlangt. Sehr süß beginnt es, zusammen mit einer Fruchtkombination aus Zitrone, Ananas und nun - im Gegensatz zur Nase - rotem Kernobst. Weiterhin eine schöne kräftige Vanille, direkt aus der Schote. Danach folgt eine leicht würzige, geriebenem Ingwer ähnliche Note. Keine Schärfe in dem Sinn, sehr aromatisch. Danach wieder die typische Spur von Maschinenöl und etwas Rauch. Könnte auch vom Holz her stammen.


Abgang
Mit dieser Holz-, Rauch- und Öl-Kombination geht es auch in Richtung Finish. Der mittel- bis langanhaltende Abgang wird noch durch Zitronenschale und einer leichten Honigsüße komplettiert.


Fazit
Der Whisky gefällt. Leider. Leider für mein Portmonee gefällt mir der Campbeltown Style wirklich gut. Der 16y ist nochmals eine Steigerung des schon leckeren Kilkerran 12y. Die fast komplette Reifung in Bourbonfässern passt ideal zum New Make von Glengyle. Neben den Maschinenölaromen wissen die schönen Fruchtaromen und die Süße wirklich zu überzeugen. Absoluter Kaufkandidat für mich, wenn ich noch irgendwo eine halbwegs bezahlbare Flasche bekomme.


PS: Ich habe noch eine gefunden...

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The Kilkerran 16y, of which I was able to get a sample, was first bottled in 2020 and is strictly limited (exact number of bottles is not known). For the maturation mainly ex-bourbon casks were used and a small part consisted of Marsala casks. It was bottled uncoloured and without chill filtration at an optimal 46% drinking strength.


Appearance
The colour is light gold.


Nose
Here we have a flatterer on the nose to begin with. The aromas are definitely present, but no one smell stands out clearly, all the olfactory components are harmoniously woven together to create a really strong nose. A dustiness of its own, minerality is omnipresent. There is also a distinct vanilla note and a honey-sweetened lemon/pineapple sorbet with ripe yellow pears and vineyard peaches. I don't detect any smoke, but I do detect the machine-oily slight "dirtiness" that I always associate with Campbeltown whiskies, which I like very much. Also present are impressions of the wood of the casks, which remain in the background and round off the olfactory spectrum nicely.

Fotocredit: whiskybase.com


Taste
Viscous, almost syrupy, the malt glides into the mouth. Great mouthfeel that immediately calls for another sip. It starts very sweet, together with a fruit combination of lemon, pineapple and now - in contrast to the nose - red stone fruit. Further, a nice strong vanilla, straight from the pod. This is followed by a slightly spicy, grated ginger-like note. No spiciness in that sense, very aromatic. Then again the typical trace of machine oil and some smoke. Could also come from the wood.


Finish
With this wood, smoke and oil combination, it also goes towards the finish. The medium to long finish is completed by lemon zest and a slight honey sweetness.


Conclusion
The whisky pleases. Unfortunately. Unfortunately for my wallet, I really like the Campbeltown style. The 16y is once again a step up from the already delicious Kilkerran 12y. The almost complete maturation in bourbon casks fits perfectly with Glengyle's New Make. Besides the machine oil aromas, the beautiful fruit flavours and the sweetness are really convincing. Absolute purchase candidate for me, if I can still get a halfway affordable bottle somewhere.

PS: I found another one...


Donnerstag, 15. April 2021

Kilkerran 12y

 


Es wird Zeit, diese echte Wissenslücke zu schließen - Campbeltown, die letzte schottische Whiskyregion, von der ich noch keinen Malt im Glas hatte. Den Beginn macht der Kilkerran 12 Jahre von Glengyle, der jüngsten Distillery in der Region. Mit 46% Alkohol in der Flasche reifte der 12y in einer Fasskombination aus 70% Bourbon und 30% Sherry.

Nase & Aussehen
Die Farbe vom 12jährigen ist, einem Süßwein nicht unähnlich, ein sattes Gelb. Sofort eine deutliche Assoziation von süßem Zitronenkuchen. In der ersten Nase nur subtile Noten von einem Rauch - nur ein Hauch davon. Leicht „schmutzige“ Aromen mit deutlichem maritimen Touch. Als würde man auf einer Wiese stehen und der Wind würde den sanften Geruch vom nahen Meer herüber wehen. Frisch fruchtiger Gesamteindruck am Anfang. Helle gelbe und grüne Kernobstsorten, kombiniert mit Aromen von Nadelwald. Mit der Zeit wandeln sich die Früchte zu Erdbeeren mit Vanille, ähnlich des Fruchtikus „Erdbeer Vanille“ von Darbo.

Geschmack
Ein angenehm öliges Mundgefühl. Der Rauch nimmt zu und bekommt Unterstützung von einer aromatischen Torfnote. Weiterhin der Zitronenkuchen aus der Nase - nun mit Vanillezucker. Weiterhin salzig, maritimer Grundcharakter. 
Etwas blumiges, wie Heidekraut - Highland Park nicht unähnlich - kommt hinzu. Die Würze vom Eichenfass nimmt zu, damit auch eine leichte pfeffrige Note. Aber nicht unangenehm, dient als schöner Kontrast zur anfänglichen Süße. Die Nadelbäume aus dem Geruch wandeln sich in Küchenkräuter.


Abgang
Der Rauch ist weiterhin präsent am Gaumen. Die Zitronenfrucht entwickelt sich nun zur Schale im Finish. Nun im Vordergrund sind würzige und zugleich bittere Noten von der Eiche. Mit der Zeit kommen auch Leder und Tabak zum Vorschein. Im Großen und Ganzen ein mittel bis langer Abgang.

Fazit
Ein sehr guter Standard. Für seine 12 Jahre durchaus komplex. Der für mich in der Nase eher subtile Rauch wird im Geschmack deutlicher und untermalt sehr schön die anderen Aromen. Mein erster wirklicher Besuch in Campbeltown hat sich gelohnt. Glengyle sieht mich garantiert wieder.

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English Version

It's time to fill this real gap in my knowledge - Campbeltown, the last Scotch whisky region from which I have not yet had a malt in my glass. The Kilkerran 12 year from Glengyle, the youngest distillery in the region, makes the start. With 46% alcohol in the bottle, the 12y was matured in a cask combination of 70% bourbon and 30% sherry.

Nose & Appearance
Not unlike a sweet wine, the colour of the 12y is a rich yellow. Immediately a distinct association of sweet lemon cake. On the first nose, only subtle notes of a smoke - just a hint of it. Slightly "dirty" aromas with a clear maritime touch. As if you were standing in a meadow and the wind was blowing the gentle scent from the nearby sea. Fresh fruity overall impression at the beginning. Bright yellow and green pome fruits combined with aromas of coniferous forest. With time, the fruit changes to strawberries with vanilla, similar to Darbo's "Strawberry Vanilla" fruit flavour.

Taste
A pleasantly oily mouthfeel. The smoke increases and is supported by an aromatic peat note. Still the lemon cake from the nose - now with vanilla sugar. Still salty, basic maritime character. 
Something floral, like heather - not unlike Highland Park - is added. The spiciness from the oak barrel increases, with it a slight peppery note. But not unpleasant, serves as a nice contrast to the initial sweetness. The conifers from the smell turn into kitchen herbs.

Finish
The smoke continues to be present on the palate. The lemon fruit now develops into zest on the finish. Now in the forefront are spicy yet bitter notes from the oak. With time, leather and tobacco also emerge. On the whole, a medium to long finish.

Conclusion
A very good standard. Quite complex for its 12 years. The smoke, which for me is rather subtle on the nose, becomes more pronounced on the palate and underpins the other flavours very nicely. My first real visit to Campbeltown was worthwhile. Glengyle will definitely see me again.
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