Mittwoch, 3. Juni 2026

Ballechin 18y Batch 1

 

Whiskybase

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Die Abfüllungen von Edradour, sowohl deren nichtrauchige als auch ihre stark rauchigen Varianten mit der Bezeichnung Ballechin, sind immer gern gesehene Gäste in meinem Whiskyglas. Bislang hatte ich fast immer eher intensive Weinfassreifungen dieser kleinen Brennerei aus den Highlands im Glas. Eine Ausnahme war die zehnjährige Standardabfüllung von Ballechin, die eigentlich in Ex-Bourbon- und Sherryfässern gereift ist, bei der ich jedoch fast ausschließlich klassische Ex-Bourbon-Aromen wahrnahm, gepaart mit den für Ballechin typischen, leicht schmutzigen, nach Heu und Kuhstall duftenden Rauchnoten.

Umso mehr war ich auf das Sample des ersten Batches des Ballechin 18y gespannt. Diese regelmäßig wiederkehrende Small-Batch-Abfüllung in Fassstärke reift ausschließlich in First-Fill- und Second-Fill-Bourbon-Barrels. Dieses Batch wurde 2004 gebrannt und im April 2023 abgefüllt. Ohne zusätzliche Farbgebung und Kühlfiltration wanderte der Whisky mit 50,9 % Alkoholstärke in die Flaschen. Für eine Fassstärke sind 50,9 % eigentlich nicht besonders viel, selbst wenn man die 18 Jahre Reifezeit berücksichtigt. Vor allem wenn man bedenkt, dass das zweite Batch bereits ein Jahr später mit 57,8 % abgefüllt wurde. Es wäre interessant zu erfahren, wie es zu diesem für eine Fassstärke doch recht niedrigen Alkohollevel kam.


Aussehen
Sattes Gelbgold


Nase
Sehr dichte, schwere Rauchschwaden begrüßen mich aus dem Glas. Zuerst stark an Holzrauch und die Asche eines heruntergebrannten Lagerfeuers erinnernd, zeigen sich nach einigen Momenten auch phenolische Noten, die leicht ins Medizinische abdriften und an Heftpflaster sowie Krankenhausflair erinnern. Ich erkenne in ihm auch den deutlich älteren Bruder des 10y. Ich hatte damals beim 10y, obwohl bei ihm auch Sherryfässer beteiligt gewesen sein sollen, fast ausschließlich Ex-Bourbonfass-Aromen im Rauch wahrgenommen. Ebenso eine gewisse „nasses Heu oder auch schon Kuhstall“-Attitüde, verbunden mit einer deutlichen Süße und viel Vanille.

Und genau diese Assoziationen, nur nun weitaus reifer und ausgewogener, habe ich auch beim 18jährigen. Zusammen mit einer gewissen Schmutzigkeit, die sich mit dem Rauch verbindet, welcher sich immer stärker mit süßer Vanillecreme vermählt. Hinter dem Rauch erkenne ich als Fruchtnoten kühlendes Zitronensorbet, saftige Ananasstücke sowie geschälte Banane. Leicht zwischen den Fingern zerriebene Küchenkräuter sowie eine dem Alter angemessene Holzwürze runden das Aroma ab. Der Alkohol ist sehr gut mit den Aromen verwoben. Eine wirklich feine, homogene und gesetzte rauchige Bourbonnase.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Wie in der Nase gibt auch im Mund der Rauch von Beginn an den Ton an. Sehr dick, ölig und fast schon klebrig präsentiert sich der volljährige Ballechin zunächst. Vor allem warme Asche mit einem Hauch von Phenolik breitet sich im gesamten Mundraum aus. Ein echtes Rauchkraftwerk. Hinter beziehungsweise unter der Rauchdecke findet sich eine süße Vanillesauce, die über Limetten-Minz-Sorbet gegossen wurde. Die zerriebenen Küchenkräuter aus der Nase haben nun eine deutliche Spur von Räucheraromen angenommen. Mit fortschreitender Verkostung werden Gaumen, Zahnfleisch, Zunge und Wangeninnenseiten immer trockener. Dies ist eher dem Rauch als der Alkoholstärke geschuldet. Überhaupt ist der Alkohol, wie schon in der Nase, sehr gut integriert. Gegen Ende, bereits in Richtung Abgang gehend, kommen noch einige bittere Noten hinzu, die an Kochschokolade oder ungesüßtes Kakaopulver erinnern.


Abgang
Zum Finale ist natürlich der Rauch immer noch sehr präsent. Nun erkenne ich wieder die leicht schmutzige, an Gummi erinnernde Aromatik. Daneben zeigt sich weiterhin eine leicht herbe Bitterkeit. Dank des aschigen Rauchs bleibt der Whisky am Gaumen und im Rachen lange als öliger Film haften.


Fazit
Man nimmt dem Whisky seine Reifezeit von 18 Jahren absolut ab. Obwohl er mit kräftigen, robusten Aromen glänzt, wirken diese zu jeder Zeit harmonisch und gesetzt. Der Rauch hat während der 18 Jahre Reifezeit nichts von seiner Kraft und Intensität verloren. Ein schönes Wechselspiel zwischen dem starken Rauch und den reifen Ex-Bourbonnoten. Wem der spezielle Charakter von Ballechin mundet, sollte diese Abfüllung zumindest einmal gekostet haben.

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