Edradour
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Mittwoch, 3. Juni 2026

Ballechin 18y Batch 1

 

Whiskybase

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Die Abfüllungen von Edradour, sowohl deren nichtrauchige als auch ihre stark rauchigen Varianten mit der Bezeichnung Ballechin, sind immer gern gesehene Gäste in meinem Whiskyglas. Bislang hatte ich fast immer eher intensive Weinfassreifungen dieser kleinen Brennerei aus den Highlands im Glas. Eine Ausnahme war die zehnjährige Standardabfüllung von Ballechin, die eigentlich in Ex-Bourbon- und Sherryfässern gereift ist, bei der ich jedoch fast ausschließlich klassische Ex-Bourbon-Aromen wahrnahm, gepaart mit den für Ballechin typischen, leicht schmutzigen, nach Heu und Kuhstall duftenden Rauchnoten.

Umso mehr war ich auf das Sample des ersten Batches des Ballechin 18y gespannt. Diese regelmäßig wiederkehrende Small-Batch-Abfüllung in Fassstärke reift ausschließlich in First-Fill- und Second-Fill-Bourbon-Barrels. Dieses Batch wurde 2004 gebrannt und im April 2023 abgefüllt. Ohne zusätzliche Farbgebung und Kühlfiltration wanderte der Whisky mit 50,9 % Alkoholstärke in die Flaschen. Für eine Fassstärke sind 50,9 % eigentlich nicht besonders viel, selbst wenn man die 18 Jahre Reifezeit berücksichtigt. Vor allem wenn man bedenkt, dass das zweite Batch bereits ein Jahr später mit 57,8 % abgefüllt wurde. Es wäre interessant zu erfahren, wie es zu diesem für eine Fassstärke doch recht niedrigen Alkohollevel kam.


Aussehen
Sattes Gelbgold


Nase
Sehr dichte, schwere Rauchschwaden begrüßen mich aus dem Glas. Zuerst stark an Holzrauch und die Asche eines heruntergebrannten Lagerfeuers erinnernd, zeigen sich nach einigen Momenten auch phenolische Noten, die leicht ins Medizinische abdriften und an Heftpflaster sowie Krankenhausflair erinnern. Ich erkenne in ihm auch den deutlich älteren Bruder des 10y. Ich hatte damals beim 10y, obwohl bei ihm auch Sherryfässer beteiligt gewesen sein sollen, fast ausschließlich Ex-Bourbonfass-Aromen im Rauch wahrgenommen. Ebenso eine gewisse „nasses Heu oder auch schon Kuhstall“-Attitüde, verbunden mit einer deutlichen Süße und viel Vanille.

Und genau diese Assoziationen, nur nun weitaus reifer und ausgewogener, habe ich auch beim 18jährigen. Zusammen mit einer gewissen Schmutzigkeit, die sich mit dem Rauch verbindet, welcher sich immer stärker mit süßer Vanillecreme vermählt. Hinter dem Rauch erkenne ich als Fruchtnoten kühlendes Zitronensorbet, saftige Ananasstücke sowie geschälte Banane. Leicht zwischen den Fingern zerriebene Küchenkräuter sowie eine dem Alter angemessene Holzwürze runden das Aroma ab. Der Alkohol ist sehr gut mit den Aromen verwoben. Eine wirklich feine, homogene und gesetzte rauchige Bourbonnase.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Wie in der Nase gibt auch im Mund der Rauch von Beginn an den Ton an. Sehr dick, ölig und fast schon klebrig präsentiert sich der volljährige Ballechin zunächst. Vor allem warme Asche mit einem Hauch von Phenolik breitet sich im gesamten Mundraum aus. Ein echtes Rauchkraftwerk. Hinter beziehungsweise unter der Rauchdecke findet sich eine süße Vanillesauce, die über Limetten-Minz-Sorbet gegossen wurde. Die zerriebenen Küchenkräuter aus der Nase haben nun eine deutliche Spur von Räucheraromen angenommen. Mit fortschreitender Verkostung werden Gaumen, Zahnfleisch, Zunge und Wangeninnenseiten immer trockener. Dies ist eher dem Rauch als der Alkoholstärke geschuldet. Überhaupt ist der Alkohol, wie schon in der Nase, sehr gut integriert. Gegen Ende, bereits in Richtung Abgang gehend, kommen noch einige bittere Noten hinzu, die an Kochschokolade oder ungesüßtes Kakaopulver erinnern.


Abgang
Zum Finale ist natürlich der Rauch immer noch sehr präsent. Nun erkenne ich wieder die leicht schmutzige, an Gummi erinnernde Aromatik. Daneben zeigt sich weiterhin eine leicht herbe Bitterkeit. Dank des aschigen Rauchs bleibt der Whisky am Gaumen und im Rachen lange als öliger Film haften.


Fazit
Man nimmt dem Whisky seine Reifezeit von 18 Jahren absolut ab. Obwohl er mit kräftigen, robusten Aromen glänzt, wirken diese zu jeder Zeit harmonisch und gesetzt. Der Rauch hat während der 18 Jahre Reifezeit nichts von seiner Kraft und Intensität verloren. Ein schönes Wechselspiel zwischen dem starken Rauch und den reifen Ex-Bourbonnoten. Wem der spezielle Charakter von Ballechin mundet, sollte diese Abfüllung zumindest einmal gekostet haben.

Mittwoch, 3. Januar 2024

Ballechin 2005 16y 1st Fill Burgundy Hogshead

 

Whiskybase

English Text-Version


Am letzten Donnerstag vor Weihnachten nahm mir ein Kumpel meines Whisky Clubs in Wien eine spezielle Flasche mit. Es waren vielleicht noch ungefähr 10cl in der Flasche. Ein paar cl gingen an diesem feucht fröhlichen Abend noch in Gläser anderer Club Members, aber ich konnte mir ein paar Tropfen für mich zuhause sichern.

Bei der besagten Flasche handelt es sich um den 16-jährigen Ballechin 2005/20022, exklusiv für DeinWhisky.de abgefüllt. Es ist eine Vollreifung in einem erstbefüllten Burgunder Hogshead bzw. auf Nachfrage bekam man die Information, es sei ein Burgunder Barrique Fass gewesen. 264 Flaschen sind es geworden, mit einem Alkoholgehalt von 54,3%.

Die Flasche interessierte mich bereits bei ihrer Veröffentlichung sehr, jedoch war mir der Preis von rund € 150,- damals einfach zu hoch. Umso mehr freute es mich, als mir mein Whisky Kumpel Mike anbot, mir seine Anbruchflasche zu geben. So eine Chance lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Jetzt muss der Tropfen aber auch abliefern!


Aussehen
Tiefdunkles Nussholz


Nase
Ein bereits sehr gesetzter Rauch, der nicht mehr aggressiv sondern weich und rund erscheint, schwebt sogleich aus dem Tastingglas. Es riecht nach karamellisierter BBQ-Sauce auf einem Rinderbraten, der über glimmenden Holzkohlenstücken langsam vor sich hin brutzelt. Ein paar Krümel kalter Asche von aromatischem Pfeifentabak liegen auf einem alten Ledersofa. Am Couchtisch, der mit Möbelpolitur eingelassen wurde, steht eine Schüssel mit gebratenen Speckpflaumen sowie eine Tafel Trauben-Nuss-Schokolade, wobei die Schokolade hier mehr Kakaoanteil als normale Milchschokolade besitzt. Auch eine Schale voll Heidelbeeren und reifen süßen Brombeeren befindet sich in der Nähe. Von der Alkoholstärke merkt man im Geruch fast nichts, höchstens eine angenehme frische Note, wenn man die Nase etwas tiefer ins Glas neigt. Etwas Wasserzugabe bewirkt, außer das sich der Whisky leicht eintrübt, an den grundsätzlichen Aromen nichts weiter. Also diese Nase ist genau meins und holt mich voll ab.


Geschmack
Fast wie ein süßer, klebriger Sirup gleitet der Ballechin in den Mundraum. Er klebt förmlich auf der Zunge und vorne am Zahnfleisch. Der Speichelfluss beginnt zu fließen. Der Rauch ist sofort zugegen, jedoch nicht überlagernd oder dominant. Im Gegenteil, er dient als holzig, würzige Grundlage für die anderen Aromen. Und diese sind eben zuerst eine merkliche Honigsüße, cremig und vollmundig, die danach von Pflaumenmus, getrockneten Feigen und etwas Zimt und Muskat Unterstützung findet. Weitere Geschmacksnuancen stammen von Pfeifentabak, Leder und altem Holz. Der Alkohol ist auch hier bestens integriert. Wasser macht den Malt vielleicht anfänglich um eine Spur süßer, jedoch nehmen die paar Tropfen ihm auch etwas von seiner grundsätzlichen Ausgewogenheit, zu der eben auch eine gewisse Würzigkeit gehört.


Abgang
Die getrockneten Tabakblätter mit der Assoziation nach Leder werden von dunkler Schokolade mit Rosinen, leichten Bitterstoffen, wie bei der Haut von Walnüssen, begleitet. Der Rauch wird gegen Ende hin aschig und kälter. Insgesamt doch ein langes Finish.


Fazit
Dieser 16jährige Ballechin zeigt mir wieder, warum ich ein Fan dieser kleinen Brennerei in den Highlands bin. Die Kombination des Spirits von Edradour - sowohl in rauchiger wie nichtrauchiger Version -  mit schweren Weinnoten, funktioniert für mich fast immer wunderbar. Diese tiefen, speckigen, erdigen Rauchnoten mit den vollen fruchtig, würzigen Aromen gefallen mir wunderbar. Die Nase ist toll, der Geschmack intensiv und lange. Leider gibt es keine Flaschen mehr. Umso mehr bin ich froh, dass ich die letzten Tropfen aus dieser Flasche bekommen konnte. Ein würdiger Beginn ins 2024er Jahr. 

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English Text-Version


Last Thursday before Christmas, a fellow from my whisky club in Vienna took me a special bottle. There were maybe about 10cl left in the bottle. A few cl still went into the glasses of other club members on this merry evening, but I was able to secure a few drops for myself at home.

The bottle in question is the 16-year-old Ballechin 2005/20022, bottled exclusively for DeinWhisky.de. It is a full maturation in a first-fill Burgundy hogshead or, on request, I was told that it was a Burgundy barrique cask. There were 264 bottles, with an alcohol strength of 54.3%.

I was already very interested in the bottle when it was released, but the price of around € 150,- was simply too high for me at the time. So I was all the more pleased when my whisky buddy Mike offered to give me his opened bottle. Of course, I wouldn't pass up a chance like that. But now the drop has to perform!

Fotocredit: DeinWhisky.de


Appearance
Deep dark nut wood


Nose
An already very settled smoke, which no longer appears aggressive but soft and round, immediately floats out of the tasting glass. It smells of caramelised BBQ sauce on a beef roast that is slowly sizzling over smouldering pieces of charcoal. A few crumbs of cold ashes from aromatic pipe tobacco lie on an old leather sofa. On the coffee table, which has been treated with furniture polish, there is a bowl of roasted bacon prunes and a bar of grape and nut chocolate, which has a higher cocoa content than normal milk chocolate. There is also a bowl of blueberries and ripe, sweet blackberries nearby. The strength of the alcohol is hardly noticeable in the flavour, at most a pleasant fresh note if you tilt your nose a little deeper into the glass. Adding a little water has no effect on the basic flavours, apart from clouding the whisky slightly. So this nose is right up my street and really picks me up.


Flavour
The Ballechin glides into the mouth almost like a sweet, sticky syrup. It literally sticks to my tongue and the front of my gums. The saliva begins to flow. The smoke is immediately present, but not overpowering or dominant. On the contrary, it serves as a woody, spicy foundation for the other flavours. And these are initially a noticeable honey sweetness, creamy and full-bodied, which is then supported by plum jam, dried figs and a little cinnamon and nutmeg. Further flavour nuances come from pipe tobacco, leather and old wood. The alcohol is also well integrated here. Water may initially make the malt a little sweeter, but the few drops also take away some of its fundamental balance, which also includes a certain spiciness.


Finish
The dried tobacco leaves with the association of leather are accompanied by dark chocolate with sultanas, slight bitterness, like the skin of walnuts. The smoke becomes ashy and colder towards the end. Overall, a long finish.


Conclusion
This 16-year-old Ballechin shows me again why I am a fan of this small distillery in the Highlands. The combination of Edradour's spirit - both smoky and non-smoky versions - with heavy wine notes almost always works wonderfully for me. I love these deep, bacony, earthy smoky notes with the full fruity, spicy flavours. The nose is great, the flavour intense and long. Unfortunately, there are no more bottles left. I'm all the more pleased that I was able to get the last drops from this bottle. A worthy start to the 2024 vintage. 

Mittwoch, 29. September 2021

Edradour SFTC Madreira 11y 2006-2017

 

Whiskybase

Madeira. Diese Fassreifung, wenn auch nur als Finish, hatte ich zuletzt beim irischen Tyrconnel 15y Madeira Cask Finish. Damals gefiel mir die Mischung Ex-Bourbon mit Süßweinfass recht gut.
Beim Edradour SFTC Madeira 11y 2006-2017 sprechen wir gleich von einer Vollreifung in Fassstärke von 59,4 % für 11 Jahre. Bin gespannt was mich hier erwartet.


Nase & Aussehen
Der Malt leuchtet in einem hellen Gold und schmiegt sich mit einem dünnen öligen Film am Glasrand an. Einige wenige Tränen finden den Weg hinab zum Boden des Premium Snifters. Gleich nach dem Einschenken zeigen sich Stachelbeeren und grüne sehr reife Weintrauben mit einer leichten Säure, jedoch auch mit einem hohen Traubenzuckergehalt. Fruchtig & Süß. Leichtes Ziehen in der Nase aufgrund der 59,4% Alkohols. Mit einigen Minuten Standzeit und Sauerstoffzufuhr erscheint ein intensives parfumartiges Bouquet nach Veilchen. Dazu gesellen sich Weinbergpfirsich, Erdbeeren, Bananen und Vanilleschoten. Mit Wasserzugabe wandelt sich das Aroma weg vom Kraftpaket hin zum harmonischen Miteinander der Geruchspuzzleteile.

Foto: Whiskybase.com

Geschmack
Wow. Ein sehr kräftiger Antritt mit einem tollen cremigen Mundgefühl. Wie starker Süßwein, viel Traubenzucker und Weintrauben. Auch die Vanilleschoten und die anderen Früchte aus der Nase sind deutlich präsent. Bei dem Malt kann man gut mit Wasser spielen. Mit ein paar Tropfen werden die Aromen weicher, die Süße nimmt zwar etwas ab, bleibt jedoch weiterhin federführend. Sehr fruchtbetont weiterhin. Keine merklichen Fasseindrücke wie Gewürze oder Bitterkeit. Frucht pur.


Abgang
Beim Finish bewegt sich der Whisky angenehm wärmend den Rachen hinab. Die süßen Fruchtkomponenten sind novh lange präsent. Stark adstringierend auf der Zunge und auf der Lippe, der Alkohol zeigt hier seine Power. Kaum Bitterkeit von der Eiche. Mit Wasser wird es auch in diesem Bereich weicher und samtiger ohne an Aromen einzubüßen.


Fazit
Was für eine Fruchtbombe. Vom Geruch, über den Geschmack bis zum Finish sind die Fruchtanteile die gesamte Zeit extrem dominant vorhanden. Pur, wie auch verdünnt. Der Alkohol ist gut eingebunden, zeigt sich, aber ist nie im Vordergrund. Das ist ein toller Malt! Offenbar bin ich ein Madeirafass-Fan. 

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Madeira. I last had this cask maturation, albeit only as a finish, with the Irish Tyrconnel 15y Madeira Cask Finish. At that time I quite liked the blend of ex-bourbon with sweet wine cask.
With the Edradour SFTC Madeira 11y 2006-2017, we're talking about a full maturation at cask strength of 59.4% for 11 years. I'm curious to see what awaits me here.


Nose & Appearance
The malt glows a pale gold and clings to the rim of the glass with a thin oily film. A few tears find their way down to the bottom of the Premium Snifter. Immediately after pouring, gooseberries and green very ripe grapes show up with a slight acidity, but also with a high grape sugar content. Fruity & Sweet. Slight pulling on the nose due to the 59.4% alcohol. With a few minutes of standing and oxygenation, an intense perfume-like bouquet of violets appears. This is joined by vineyard peach, strawberries, bananas and vanilla pods. With the addition of water, the aroma changes from a powerhouse to a harmonious combination of the olfactory puzzle pieces.


Taste
Wow. A very powerful attack with a great creamy mouthfeel. Like strong sweet wine, lots of grape sugar and grapes. The vanilla beans and other fruits from the nose are also clearly present. You can play well with water in this malt. With a few drops, the flavours soften, the sweetness decreases a bit, but still remains in charge. Still very fruity. No noticeable barrel impressions like spices or bitterness. Pure fruit.


Finish
On the finish, the whisky moves pleasantly warming down the throat. The sweet fruit components are present for a long time. Strongly astringent on the tongue and lip, the alcohol shows its power here. Hardly any bitterness from the oak. With water it becomes softer and more velvety in this area without losing flavours.


Conclusion
What a fruit bomb. From the smell, through the taste to the finish, the fruit components are extremely dominant the whole time. Pure as well as diluted. The alcohol is well integrated, shows up, but is never in the foreground. This is a great malt! Apparently I am a Madeira cask fan. 

Sonntag, 11. Juli 2021

Ballechin 2007 11y Bordeaux-Sauternes Cask Cuveé

 

Whiskybase


Wer eine Bennerei namens Ballechin sucht, wird enttäuscht werden. Ballechin ist der Name der rauchigen Single Malt-Varianten, die in der Highland Distillery Edradour produziert wird. Neben dem zehnjährigen, der in Ex-Bourbonfässern reifte, sind die meisten Single Cask Abfüllungen der rauchigen Version in unterschiedlichen Weinfässern durchgehend gereift. Bei dieser Flasche wurden je ein Bourdeaux- und ein Sauternes Fass miteinander vermählt. Herausgekommen sind 518 Flaschen, die mit 58% Fassstärke abgefüllt wurden.


Nase & Aussehen
Der Malt liegt mit einer rostroten Färbung im Glas. Ein sehr öliger Film schmiegt sich an den Glasrand. Der typische Ballechin Rauch nach Holz und Räucherspeck mit diesem schmutzigen Heu-, Stallaroma zeigt sich sogleich zu Beginn des Verriechens. Der Alkohol blitzt immer wieder hervor. Hinter diesem aromatischen Rauch liegen viele süße und reife Beeren wie Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren aber auch säuerliche Noten von Ribisel bzw. rote Johannisbeeren. Hinter dieser starken Fruchtassoziation offenbart sich eine fast schon parfumartige Eiche, sehr lieblich, als würde man an den Blüten der Sträucher riechen, dessen Beeren man vorher gekostet hat. Wasserzugabe hebt den aromatischen Rauch deutlich mehr aus dem Aromenspektrum hervor. Die anderen Düfte verweben sich nun zu einem schönen Ganzen, die intensive Beerenkomponente nimmt sich etwas zurück und die blumige Seite nimmt dafür zu.


Geschmack
Toll! Sehr cremig, fast schon sirupartiges Mundgefühl. Und Sirup ist auch sogleich das Erste, was mir beim Geschmack auffällt. Eine honigsüße Rauchexplosion, die zuerst viel Beerenobst und dann eine Ingwerchärfe in den Mund zaubert. Dann kommen Küchenkräuter zum Vorschein. Leicht adstringierend durch den Alkohol. Mit ein paar Tropfen Wasserverdünnung reduziert sich die pikante Note etwas, aber nicht zu viel. Die Süße und die Beeren sind weiterhin zugegen. Und die ganze Zeit schmeckt man den Rauch im Hintergrund.


Abgang
Der Torf und der Rauch sind länger anhaltend. Die Armonen vom Eichenholzfass sind nur dezent vorhanden und zeigen sich als angenehme bittere Note. Spuren von getrockeneten Salbeitee-Blätter sind mit dem Rauch in Kombination am Ende prägend im Abgang. Insgesamt ist der Abgang durchaus als lang zu bezeichnen.


Fazit
Süßer typische Ballechin-Rauch mit Räucherspeckassoziation und eine sehr nette fruchtige und auch saure Beerennote. Der Malt verträgt Wasser, man kann damit gut spielen. Mir hat der 10jährige schon auf seine eigene schmutzige Art nach Kuhstall gefallen. Dieser weiß mir sehr zu gefallen. Die rauchige Variante vom Edradour-Newmake in Verbindung mit Weinfass-Reifung ist eine spannende Angelegenheit. Bin ich froh, dass ich zufällig noch eine Großflasche von diesem Beerenmonster erstehen konnte.

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Those looking for a distillery called Ballechin will be disappointed. Ballechin is the name of the smoky single malt variants produced at Highland distillery Edradour. In addition to the ten-year-old, which matured in ex-bourbon casks, most single cask bottlings of the smoky version are matured in different wine casks throughout. In the case of this bottle, one Bourdeaux and one Sauternes cask each were married together. The result was 518 bottles bottled at 58% cask strength.


Nose & Appearance
The malt sits in the glass with a rusty red hue. A very oily film clings to the rim of the glass. The typical Ballechin smoke of wood and smoked bacon with that dirty hay, barn aroma shows up right at the start of the cracking. The alcohol keeps flashing out. Behind this aromatic smoke are many sweet and ripe berries such as blueberries, blackberries and raspberries but also tart notes of currant or red currants. Behind this strong fruit association reveals an almost perfumed oak, very sweet, as if smelling the blossoms of the bushes whose berries you have tasted before. Addition of water brings out the aromatic smoke much more from the aroma spectrum. The other scents now weave together into a nice whole, the intense berry component recedes a bit and the floral side increases in return.


Taste
Great. Very creamy, almost syrupy mouthfeel. And syrup is also immediately the first thing I notice about the taste. A honey-sweet smoky explosion that first brings a lot of berry fruit and then a ginger spiciness to the mouth. Then culinary herbs make an appearance. Slightly astringent from the alcohol. With a few drops of water dilution, the spicy note reduces a bit, but not too much. The sweetness and berries are still present. And all the while you can taste the smoke in the background.


Finish
The peat and smoke are longer lasting. The armones from the oak barrel are only subtly present and show up as a pleasant bitter note. Traces of dried sage tea leaves are formative in the finish with the smoke in combination at the end. Overall, the finish can definitely be described as long.


Conclusion
Sweet typical Ballechin smoke with smoked bacon association and a very nice fruity and also sour berry note. The malt tolerates water, you can play with it well. I already liked the 10 year old in its own dirty cowshed way. This one knows how to please me a lot. The smoky version from the Edradour Newmake combined with wine barrel aging is an exciting proposition. Am I glad that I could accidentally still purchase a bulk bottle of this berry monster.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Edradour Special Cuvée 9y Oloroso + Sautern Cask

 


Whiskybase


Nase & Aussehen
Oloroso Sherry und Sautern Süßwein, eine interessante Mischung. Und dies dann noch mit fassstarken 55,9 % Alkohol. Da bin ich mal gespannt, was mich da erwartet.

Mit einem bräunlich, rötlichen Farbton, der stark an Bronze erinnert, liegt der Edradour im Glas. Wie ein dünner Ölfilm schmiegt sich der Malt am Glasrand an. 

Wow, das ist mal eine komplexe Nase. Da tut sich gleich mal sehr viel in der Nase. Sofort habe ich markante dunkle Sherrynoten. Rote Früchte, aber eher eine Mischung aus den klassischen dunklen, wie Zwetschke, Kirschen aber auch hellfruchtigere Beeren sind zu riechen. Dann gesellen sich Tabak und Leder dazu. 

Der Geruch wechselt dann zu vergorenen Weintrauben, ein Anflug von Balsamico. Generell umweht eine intensive Süße die Nase. Jedoch mehr Fruchtsüße als Honig oder Karamell - eher getrocknete und in Zucker eingelegte Früchte wie Mango oder roter Apfel. Nach einiger Zeit im Glas wird es deutlich würziger. 

Geschmack
Voll und zugleich cremig ist der Malt im Mund. Eine Kombination aus Süße und Gewürzen mit schönen Tabaknoten sind sofort präsent. Die Eiche ist sehr würzig, man könnte fast an etwas Rauch denken. Beim zweiten Schluck addieren sich noch dunkle Trauben und Zwetschken zu den anderen Geschmacksnuancen. Mit etwas Wasser wird es harmonischer und ausgewogener. 

Abgang
Die Eiche wird gegen Ende hin aromatischer. Die Gewürze wie Muskat und Küchenkräuter sind länger im Mund vorhanden. Der Tabak und auch etwas Süßes schwebt weiterhin dezent im Finish mit. Der Alkohol wärmt schön nach. Der Malt bleibt schön lange im Mund aktiv.

Fazit
Ich mag ja den Edradour 12y Caledonia sehr gerne. Und vor allem im Geschmack und im Abgang merke ich die Verwandschaft. Die Oloroso-Einflüsse mit der europäischen Eiche sind bei beiden für mich stark präsent. Generell ist dies ein Malt, den man nicht so nebenher trinkt. Der will Aufmerksamkeit, von Beginn an. Und die verdient er auch. Der Alkohol kommt immer wieder deutlich durch. Aber mit etwas Wasser wird es runder und fruchtiger. Er ist ein wenig wild und schroff, aber das gefällt mir. Nicht für jeden Tag. Würde ich ihn mir zulegen, wenn es ihn noch gäbe? Ja.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Ballechin 10y


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Nase & Aussehen
Die Farbe vom zehnjährigen Ballechin ist ein helles Gold. Süßer phenolischer Rauch. Das ist die erste Assoziation. Im Hintergrund ist jetzt eine sehr interessante geräucherte Zitrone mit Schale zu riechen. Auch etwas wie altes Heu oder Banane ist da. Mit einiger Ruhe wird die Zitrone zur Orange

Geschmack
Kräftiges Mundgefühl. Spritzig und süß am Anfang. Das Heu und die Zitrone ist gleich vorhanden. Danach wird es pfeffrig. Die Eiche kommt.


Abgang
Der Rauch bleibt sehr lange im Mund präsent. Ganz leichte Bitterkeit beginnt. Zartbitterschokolade. Auch hier wird die Eiche bemerkbar. Der Stalleinfluss ist weiterhin da. Sehr interessant.

Fazit
Er ist nicht super kompliziert. Straight Rauch mit einer netten Zitrusnote. Und diese Heu bzw. Stallkomponente, die sich von der Nase bis zum Abgang hin präsentiert. Das Preis/Leistungsverhältnis ist, meiner Meinung nach, gut. Er gefällt mir. Schön zum Grillen oder für einen netten Videoabend.

Freitag, 15. November 2019

Edradour 12y Caledonia


Whiskybase

Der Edradour 12y Caledonia ist der erste Vertreter meines Sherry Daily Dram Projects. Neben dem Highland Park 12 (den habe ich schon) wurden im Thread oft der Bunnahabhain 12y, Redbreast 12y, Glendronach 12y und auch Blair Athol 12 Flora & Fauna genannt. Und auch der Edradour 12, der sich jetzt in meinen Gläsern befindet. Genau. Gläsern. Denn ich nutze sein Tasting auch gleich, um mein neues Premium Snifter Glas mit dem klassischen Glencairn zu vergleichen. Quasi ein Test im Test. Bin schon gespannt, ob der Caledonia den nachkommenden Projektteilnehmern vorlegen kann.

Nase und Glas:
Der Caledonia ist laut Etikett „natural colour“. Alle Achtung kann ich da nur sagen! Denn er wirft ein sattes Bernstein ins Glas, dass für einen 12y wahrlich überrascht. Schön ölig schmiegt sich der Malt an den Glasrand.
Premium Snifter (PS) - tolle weiche Sherrynoten knallen einem hier in die Nase. Die 46% Alkohol merkt man überhaupt nicht. Leichte Assoziationen mit einem Cognac kommen mir ins nasale Gedächtnis. Hinter dem Sherrygeschmack nehme ich ganz leicht so etwas wie Zwetschkenmus (Pflaumen) wahr. Nach dem ersten Schluck ändert sich die Nase von Mus zu Vanille.
Ein, zwei Tropfen Wasser bringen eine vorher nicht gerochene Fruchtigkeit an den Tag.
Glencairn (GC) - hier kommt auch gleich der Sherry, jedoch mit einem leichten Stechen vom Alkohol in der Nase. Nicht viel, aber spürbar. Hinter dem Sherry rieche ich etwas wie eine Blumenwiese. Beim CG zeigen paar Tropfen Wasser in der Nase nicht so merkbare Fruchtaromen.

Geschmack:
Erster Schluck beim PS ist würzig mit einer leichten Spritzigkeit, fast schon ein wenig Pfeffrigkeit. Wenig Süße. Sherry ist dominant da - ledrig, voll. Beim zweiten Schluck wechselt auch der Antritt ein wenig am Anfang auf eine leichte Süße, die aber rasch wieder in diese Gewürznote übergeht. Pfeffrigkeit bleibt. Mit Wasser kommt mehr Süße und er wird cremiger/teigiger(?) im Mund.
Beim ersten Schluck vom Glencairn kommt es mir so vor, als würde ich gleich eine leichte Spur von Honigsüße schmecken, die dann aber auch relativ rasch in die bereits beim PS bemerkte ledrige Gewürznote übergeht. Mit Wasser wird er beim GC runder, weicher ohne aber an der Substanz zu nagen.

Abgang:
PS - die peffrige oder leicht scharfe Ingwernote ist deutlich. Dann kommt dunkle Schoki, sie wechselt dann zu einer leicht nussigen Bitterkeit, die in einem dezenten Eichengeschmack endet, der dann länger hinten haften bleibt. Mit Wasser bleibt der Abgang sehr ähnlich.
Der Abgang beim GC ist ziemlich ident, wie beim PS.

Fazit:
Die Nase im PS ist toll! Super sanft und eine Sherrybombe. Beim GC ist der Eindruck in der Nase nicht sooo weich, wie beim PS. Kräftige Sherrynote aber da fehlt die cremige Sanftheit, die ich im PS habe.
Toller Geschmack! Sherry pur! Also gegenüber dem GD 12 punktet der Caledonia für mich deutlich. Den HP 12 lässt er wie ein Formel 1 Bolide einen SUV hinter sich.

Also ich muss mich hier für den Tipp bedanken. Der ist für einen 12jährigen eine Ansage. Da bin ich gespannt, wie die anderen Kandidaten hier mithalten werden.
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