Mittwoch, 29. Dezember 2021

Michel Couvreur Overaged 52%

 

Whiskybase


Nachdem mir schon die leichtere 43% Version vom Michel Couvreur Overaged richtig gut gefiel, war es an der Zeit sich der stärkeren Variante näher zu befassen. Ich bin sehr gespannt, meinen doch die meisten, die 52% Variante ist nochmals im ein gutes Stück besser. Dann mache ich mal die Probe aufs Exempel. Ob die alkoholmäßig stärkere Abfüllung komplett ident mit der 43iger Version ist und nur mit einem höheren Alkoholgehalt abgefüllt wurde oder ob es sich hier bei den verwendeten Fässern um eine andere Mischung (Vatting) handelt, ist mir nicht bekannt. Jedoch konnte ich im Web eine interessante Info endecken, welche Sherryfässer für den Blend zum Einsatz gekommen sein sollen. Und zwar wären dies Cream-Sherry als Basis, Oxidative Oloroso (zb. Oloroso oder Palo Cortado), Amontillado, PX, Fino und auch getorfter Whisky. Keine Information gibt es hinsichtlich den verwendeten schottischen Malts, die Michel Couvreur benützt.


Nase & Aussehen
Vom Aussehen her zeigt sich der Malt in einem dunklen Rotbraun. Ein dünner, öliger Film haftet am Glasrand, aus dem sich feine Legs gemächlich aufmachen hinabzugleiten.
Sofort wabbern sherryaromatisierte leichte Rauchschwaden aus dem Glas. Da ist eine Mischung aus bei Sherrymalts typischen dunklen getrockneten Früchten wie Feigen, Datteln und Pflaumen, Rosinen und eine leichte Note von getrockneter Orangenschale. Hinter, eigentlich fast parallel zu den Fruchtaromen riecht es wie nach altem Ledersofa und nach dem Öffnen eines alten Schranks am Dachboden - leicht modrig. Dann kommt der Tabak, alte Tabakreste die noch im Humidor liegen. Vom Alkohol ist nichts zu bemerken, sehr gut eingebunden, keine Kühle oder unangenehmes Stechen in der Nase.


Geschmack
Was man riecht hat man auch im Mund. Ein gediegenes, seidig cremiges Mundgefühl. Eine schöne intensive Süße zu Beginn. Rosinen sowie die dunklen roten Früchte wie Beeren, Pflaumen und Feigen aus der Nase sind genauso im Mund präsent wie die Leder- und Tabakaromen. Die dezente Rauchnote legt sich elegant und verbindend über diese Geschmackskompositionen. Die Eiche wird prägnanter und zeigt sich mit einer schönen, kräftigen Würzigkeit Richtung Abgang hin.


Abgang
Der Whisky bleibt lange im Mund. Leder- und die Tabakaromen sowie nun noch die Pflaumen und die Würze sind die ganze Zeit präsent. Im Hintergrund liegen dezenter Rauch und Noten vom erdig, modrigen Holz der Fässer. Herrlich.


Fazit
Ok. Probe bestanden. Der 52% Overaged ist wirklich mächtig und in punkto Aroma und Geschmack um eine Stufe höher gelagert, als die leichtere Variante. Natürlich ist er der Version mit 43% geschmacklich ähnlich. Nur ist bei ihm alles viel intensiver und länger anhaltend. Einfach mehr. Wo die leichtere Version vor allem beim Geschmack und im Finish ein wenig abflacht, haut die fassstarke Version nochmal eins drauf und bleibt lange, lange präsent. Der Malt nimmt einen auf eine Reise mit, bei der alte Weinkeller und Ledermöbel in einem englischen Club die Hauptrolle spielen. Sofern sich Verfügbarkeit und Preis nicht diametral von einander entfernen, wird der Overaged mit 52% bei mir ein gern gesehener Dauergast in meinem Whiskyregal und Glas.

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After I really liked the lighter 43% version of Michel Couvreur Overaged, it was time to take a closer look at the stronger version. I am very curious, as most people think that the 52% version is a good deal better. So I'll put it to the test. I don't know whether the stronger bottling is completely identical to the 43% version and was only bottled with a higher alcohol content or whether the casks used were a different mixture (vatting). However, I was able to find interesting information on the web about which sherry casks were used for the blend. These would be cream sherry as a base, oxidative oloroso (e.g. oloroso or palo cortado), amontillado, PX, fino and peated whisky. There is no information about the Scottish malts used by Michel Couvreur.


Nose & Appearance
In terms of appearance, the malt is a dark reddish brown. A thin, oily film clings to the rim of the glass, from which fine legs leisurely make their way down.
Immediately, sherry-flavoured light wisps of smoke waft from the glass. There is a mixture of dark dried fruits typical of sherry malts such as figs, dates and plums, sultanas and a light note of dried orange peel. Behind, actually almost parallel to the fruit aromas, it smells like an old leather sofa and after opening an old cupboard in the attic - slightly musty. Then comes the tobacco, old tobacco remains that are still in the humidor. There is no trace of alcohol, very well integrated, no coolness or unpleasant stinging in the nose.

Foto: whiskybase.com


Taste
What you smell is also in your mouth. A solid, silky creamy mouthfeel. A nice intense sweetness at the beginning. Sultanas as well as the dark red fruits like berries, plums and figs from the nose are just as present in the mouth as the leather and tobacco flavours. The discreet smoky note lays itself elegantly and connectingly over these taste compositions. The oak becomes more concise and shows itself with a nice, strong spiciness towards the finish.


Finish
The whisky lingers in the mouth for a long time. The leather and tobacco flavours and now the plums and spice are present all the time. In the background are subtle smoke and notes of the earthy, musty wood of the casks. Delightful.


Conclusion
Ok. Sample passed. The 52% Overaged is really powerful and in terms of aroma and flavour a step up from the lighter version. Of course, it is similar in taste to the 43% version. But everything is much more intense and longer lasting. Simply more. Where the lighter version flattens out a bit, especially in the taste and finish, the cask strength version goes one better and stays present for a long, long time. The malt takes you on a journey where old wine cellars and leather furniture in an English club play the main role. Unless availability and price are diametrically opposed, the Overaged with 52% will be a welcome permanent guest on my whisky shelf and in my glass.

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Mackmyra Vinterglöd

 

Whiskybase


Mackmyra ist der Pionier unter den mittlerweile doch einigen Whisky-Brennereien in Schweden. Die 1999 gegründete Destille ist nicht nur für einen eigenen Stil bekannt sondern hat von Anfang an auf innovative und nachhaltige Produktionsentwicklungen geachtet. So wurde 2011 beispielsweise mit der Gravity Distillery die klimafreundlichste Destillerie erbaut - hierbei nutzt man die Schwerkraft für den gesamten Prozess der Whiskyherstellung. 

Mein erster Berührungspunkt mit Mackmyra war eine Flasche vom Brukswhisky - der Haus und Hof-Flasche der Brennerei - mitgebracht von einem ehemaligen Kollegen von seinem Urlaub in Schweden. Das war es dann aber auch mit meiner Erfahrung mit dieser durchaus interessanten Brennerei. Also eigentlich höchste Zeit mal wieder einen schweden Vertreter vom Wasser des Lebens ins Glas zu gießen. 

Passend zur Jahreszeit und zur vorigen Mittwinternacht dachte ich, ich probiere mal die Sonderedition Vinterglöd. Bei diesem Whisky wurden mehrere unterschiedliche Fasstypen miteinander vermählt. Neben PX- und amerikanischer Weißeichenfässer kam auch ein Fass zum Einsatz, wo vorher Glögg, schwedischer Glühwein, abgefüllt war. Interessante Kombination und passend zur Weihnachtszeit. Abgefüllt ist der Whisky mit den für Mackmyra typischen 46,1%. Der Malt ist ein NAS-Whisky, also ohne Altersangabe, jedoch nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.


Nase & Aussehen
Mit einem satten Goldton und mit langsam das Glas hinabgleitende Schlieren präsentiert sich der Vinterglöd. Oha! Die Aromen vom Glögg sind sofort sehr präsent in der Nase. Als würde man ein Glühweingewürzsäckchen in das Whiskyglas halten. Die komplette Palette an weihnachtlichen Gewürzen ist hier am Start; Zimt, Gewürznelken, Sternanis, Kardamom und Lebkuchen? Es ist schwierig sich durch diese intensive Gewürzemischung durchzuriechen. Hinter dieser Aromenwucht erkennt man englische Orangenmarmelade und Zuckerwerk. Mit etwas Stehzeit kommen Malz und Getreidenoten wie weihnachtliches Gebäck hinzu. Ebenso angenehme Ex-Bourbonfass-Einflüsse kommen nun zum Vorschein, wie Ananas und viel Vanille. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, keine Störfeuer in der Nase wie zb. metallische Anklänge oder ähnliches, wie man sie oft von jungen Malts kennt. 


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem weichen, cremigen Mundgefühl. Er startet geschmacklich mit einem leicht zuckrigen Antritt kombiniert mit Orangensaft, Vanille und Honig. Dann wird es schnell würziger oder besser gesagt gewürziger. Die Aromen aus der Nase sind nun kompakt im Geschmack vertreten. Nelken, Zimtstange, Anis und Kardamom füllen den Mund aus. Danach erscheint weißer Pfeffer und etwas Ingwer, es wird leicht schärfer und prickelnd - als hätte man auf ein Gewürzkorn gebissen. Auch hier im Mund ist der Alkohol ebenso nicht störend und gut integriert.


Abgang
Richtung Finish kommt die Eiche der Holzfässer stärker zum Tragen. Es wird bitterer. Die Gewürzaromen bleiben jedoch auch weiterhin präsent. Die Orange verblasst immer mehr und wandelt sich in die Schale eines grünen Apfels. Insgesamt ist der Abgang eher als mittellang zu bezeichnen.


Fazit
Das Experiment ist mal nichts für jeden Tag. Auf diese Nase muss man Lust haben. Extrem starke Glühweinaromen, die sehr stark dominieren und ein wenig aufgesetzt wirken. Aber. Heute beispielsweise hat mir diese Aromenkonzentration gut gefallen. Im Geschmack ist diese Gewürzmischung samt der leichten Süße und der immer präsenteren Würze und Schärfe ein nettes Aromenspiel, dass sich gut die Waage hält. Der Malt polarisiert sicherlich. Auf den muss man Lust haben. In einem Hot Toddy macht er sicherlich eine gute Figur. Insgesamt war ich doch positiv überrascht. Das Sample war lecker, der Kauf einer ganzen Flasche wird es jedoch nicht werden, dafür ist er zu speziell. Aber hie und da, zb. in der Weihnachtszeit…

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Mackmyra is the pioneer among the now several whisky distilleries in Sweden. Founded in 1999, the distillery is not only known for its own style, but has also paid attention to innovative and sustainable production developments from the very beginning. In 2011, for example, the Gravity Distillery was built - the most climate-friendly distillery in the world - using gravity for the entire whisky production process.

My first contact with Mackmyra was a bottle of Brukswhisky - the distillery's house and home bottle - brought by a former colleague from his holiday in Sweden. But that was it for my experience with this quite interesting distillery. So it was high time to pour another Swedish representative of the water of life into my glass. 

In keeping with the season and the previous midwinter night, I thought I would try the special edition Vinterglöd. In this whisky, several different types of casks have been blended together. In addition to PX and American white oak casks, a cask was also used where Glögg, Swedish mulled wine, was previously bottled. An interesting combination and fitting for the Christmas season. The whisky is bottled with the 46.1% typical for Mackmyra. The malt is an NAS whisky, i.e. without age statement, but not chill-filtered and not coloured.

Fotocredit: whiskybase.com

Nose & appearance
The Vinterglöd presents itself with a rich golden hue and with streaks slowly sliding down the glass. Oha! The aromas of glögg are immediately very present in the nose. It's like holding a mulled wine spice bag in the whisky glass. The full range of Christmas spices is at work here; cinnamon, cloves, star anise, cardamom and gingerbread? It is difficult to smell your way through this intense mixture of spices. Behind these aromas, you recognise English orange marmalade and candy. With a little standing time, malt and cereal notes come in like Christmas biscuits. Equally pleasant ex-bourbon barrel influences now emerge, like pineapple and lots of vanilla. The alcohol is very well integrated, no disturbing fires in the nose such as metallic hints or similar, as one often knows from young malts. 


Taste
The malt starts with a soft, creamy mouthfeel. It starts flavourfully with a slightly sugary attack combined with orange juice, vanilla and honey. Then it quickly becomes spicier, or rather more spicy. The aromas from the nose are now compactly represented in the taste. Cloves, cinnamon stick, aniseed and cardamom fill the mouth. Then white pepper and some ginger appear, it becomes slightly spicier and tingling - as if you had bitten on a grain of spice. Again, in the mouth, the alcohol is equally not bothersome and well integrated.


Finish
Towards the finish, the oak of the wooden casks comes more into play. It becomes more bitter. However, the spice aromas remain present. The orange fades more and more and turns into the skin of a green apple. Overall, the finish can be described as rather medium-long.


Conclusion
This experiment is not for every day. You have to be in the mood for this nose. Extremely strong mulled wine aromas, which dominate very strongly and seem a bit forced. But. Today, for example, I liked this concentration of aromas. On the palate, this mixture of spices, together with the slight sweetness and the ever-present spiciness and sharpness, is a nice interplay of aromas that balances each other out well. The malt is certainly polarising. You have to be in the mood for it. It certainly cuts a fine figure in a hot toddy. All in all, I was pleasantly surprised. The sample was delicious, but I won't be buying a whole bottle, it's too special for that. But now and then, for example at Christmas...

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Dalmore 15y

 

Whiskybase


Die bekannte Brennerei aus den Highlands mit dem Zwölfender-Hirschkopf auf den Flaschen ist nicht nur bei Sammlern alter Abfüllungen bekannt. Ihre Core Range ist vor allem in Asien sehr beliebt. Der 15jährige stammt aus einer Vorbelegung in amerikanischen Weißeichenfässern für 12 Jahren und bekam danach ein Finish von 3 Jahren in drei verschiedenen Sherry Fässern, Amoroso-, Apostoles- und Matusalem Fässer. Leider gefärbt und kühlgefiltert und mit nur bzw. auf 40% Alkoholstärke runterverdünnt.


Nase & Aussehen
Farblich zeigt sich der 15jährige in einem rötlichen Bernstein, aber leider eben nur gefärbt. Eine schöne Schlierenbildung am Glasrand. Das erste in der Nase ist ein Anflug von englischer Orangenmarmelade. Danach wechselt es umgehend in einen etwas herb und muffig anmutenden Geruch, als wäre man in einem alten Kellergewölbe und stünde vor einer alten Schrankwand. Getrocknete Küchenkräuter und eine leichte Holznote zeugen vom Eichenfasseinfluss. Mit einiger Standzeit kommen die Sherryeinflüsse mehr zu Geltung - etwas Waldhonig mit getrockneten Datteln und Feigen und dunkler Schokolade. Alkohol ist absolut keiner zu spüren. Wenig bis keine Süße. Nach mindestens einer halben Stunde im Glas bekommt der Malt mehr Frucht und süße Anklänge, auch Vanillenoten treten aus dem Geruchsschatten hervor.


Geschmack
Mit einem sehr samtweichen Mundgefühl gleitet der Malt mit einer angenehmen Süße in den Mund. Die Süße macht rasch den schon aus der Nase bekannten würzigen und kräuterintensiven Aromen Platz. Etwas Honig von der aromatischen und nicht zuckersüßen Art ist wie Vanille ebenfalls erkennbar. Mit etwas Milchkaffee und mitteldunkler Schokolade beginnt es in Richtung Finish abzugleiten.


Abgang
Dort geht es mit einer dezent wahrnehmbaren Eichenfracht weiter. Leichte trockene Bitterkeit setzt ein. Insgesamt sehr sanft und weich und auch relativ kurz ist der Abgang. Die Gewürze, nun etwas Zimt und Muskat begleiten einen noch etwas, bis der Malt gänzlich verschwindet. 


Fazit
Die Nase ist eigenwillig. Die muffigen Noten und die nur im Hintergrund bzw. erst mit Verspätung eintreffenden Sherryaromen muss man mögen. Schlecht ist der Geruch aber nicht. Im Geschmack und Abgang ist er, bis auf eine kurze süße Phase zu Beginn, eher auf der würzigen und nussig, holzigen Seite. Was generell nicht verkehrt wäre, wären die Aromen insgesamt etwas prägnanter ausgeprägt. Die mageren 40% Alkohol“schwäche“ nehmen dem Malt leider schon viel am Charakter und Struktur weg. Mit 46% Alkohol wäre die Sache sicher anders. Im Vergleich zu den beiden bis dato verkosteten Dalmore Abfüllungen Port Wood Reserve und Cigar Malt Reserve ist der 15y bisher der Schwächste Vertreter der Brennerei. Vor allen, wenn man den Preis miteinbezieht.

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The well-known distillery from the Highlands with the twelve-headed deer on the bottles is not only known by collectors of old bottlings. Its Core Range is very popular, especially in Asia. The 15 year old comes from a pre-ageing in American white oak casks for 12 years and then got a finish of 3 years in three different sherry casks, Amoroso, Apostoles and Matusalem casks. Unfortunately coloured and chill-filtered and diluted down to 40% alcohol strength only respectively.


Nose & Appearance
The colour of the 15-year-old is a reddish amber, but unfortunately only coloured. A nice streaking at the edge of the glass. The first thing on the nose is a hint of English orange marmalade. Then it immediately changes to a somewhat tart and musty smell, as if you were in an old cellar vault and standing in front of an old cupboard wall. Dried kitchen herbs and a slight woody note are evidence of the oak barrel influence. With some standing time, the sherry influences come more to the fore - some forest honey with dried dates and figs and dark chocolate. Absolutely no alcohol to be felt. Little to no sweetness. After at least half an hour in the glass, the malt gets more fruit and sweet hints, vanilla notes also emerge from the olfactory shadows.

Fotocredit: whiskybase.com

Taste
With a very velvety mouthfeel, the malt glides into the mouth with a pleasant sweetness. The sweetness quickly gives way to the spicy and herbal flavours already familiar from the nose. Some honey of the aromatic and not sugary kind is also recognisable, like vanilla. With some latte and medium dark chocolate, it starts to slide towards the finish.


Finish
There it continues with a subtly perceptible oakiness. Slight dry bitterness sets in. Overall, the finish is very gentle and soft and also relatively short. The spices, now a little cinnamon and nutmeg, accompany you for a while until the malt disappears completely. 


Conclusion
The nose is idiosyncratic. You have to like the musty notes and the sherry aromas that are only in the background or arrive late. But the smell is not bad. In the taste and finish, apart from a short sweet phase at the beginning, it is more on the spicy and nutty, woody side. Which generally wouldn't be wrong if the flavours were a little more pronounced overall. The meagre 40% alcohol "weakness" unfortunately already takes away a lot of the malt's character and structure. With 46% alcohol, things would certainly be different. Compared to the two Dalmore bottlings tasted so far, Port Wood Reserve and Cigar Malt Reserve, the 15y is the weakest representative of the distillery. Especially if you take the price into account.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Glendronach 18y (2018)

 

Whiskybase


Dieser 18jährige Glendronach war eine der allerersten Flaschen, die ich am Beginn meiner Single Malt Reise erstand. Und er war auch einer der ersten, bei dem ich mich über eine Verkostungsnotiz heran wagte. Seitdem hatte ich zahlreiche andere Malts im Glas, den Allardice jedoch nicht mehr. Es gibt einfach so viele Malts da draußen zu verkosten :-)
Es wird daher mal wieder Zeit sich diesem Klassiker zu nähern und zu sehen, ob er mir immer noch so gut gefällt wie damals und was ich diesmal alles in ihm entdecke.


Wie alt ist mein 18jähriger Glendronach überhaupt?
Eine Frage, die bei vielen Whisky- und im besonderen Glendronach-Liebhabern, nicht unwesentlich ist. Vor allem, wenn es darum geht, den Geschmack und die Qualität der Abfüllungen von Glendronach mit anderen gleichaltrigen Abfüllungen anderer Brennereien zu vergleichen. Um also die Frage zu beantworten, muss man ein wenig in die Vergangenheit gehen. Glendronach war von 1996 bis 2002 geschlossen, da wurde nichts destilliert und in Fässer abgefüllt. Nach der Wiedereröffnung entschloss man sich bei Glendronach bei der damaligen Standard Reihe (12y, 15y, 18y, 21y) die Fässer vor der Schließung zu verwenden, ohne das Alter zu korrigieren. Sprich man hatte wesentlich ältere Whiskys in der Flasche.
Meine Abfüllung wurde 2018 abgefüllt, was somit bedeutet, dass der Malt nicht 18 Jahre sondern eher 23 bis 24 Jahre im Fass lag und reifte. 


Nase & Aussehen
Im Glas zeigt er sich mit einem dunklen Mahagoni bzw. mit einem dunklen Kupferstich sowie einer schönen öligen Textur am Glasrand. Der Allardice beginnt sofort mit einer tiefen, intensiven Sherrynase. Der Einfluss vom Olorosofass ist sehr deutlich. Altes Leder vereint sich mit gerösteten Haselnüssen, die in Milchschokolade getunkt sind. Dazu gesellen sich Rosinen in süßem Toffee. Dunkle getrocknete Früchte wie Datteln, Pflaumen und rote Früchte verleihen dem Malt einen tollen Kontrapunkt zu den Leder- und Haselnuss/Schokonoten. Der volljährige Glendronach fügt im Minutentakt weitere Aromen zum Geruchsspektrum hinzu. Toll. Nach ein paar Minuten erscheinen getrocknete Tabakblätter. Die Frucht wandelt sich mehr zu einer saftigen, reifen Orange und roten Beeren und süßsauren Weichseln. Das Alter und die Reifezeit in den Fässern ist an einer gewissen Altherrenzimmerattitüde auszumachen; etwas staubig, gesetzte Kräuter und ein Hauch von Schuhputzzeug.


Geschmack
Der Tropfen beginnt gleich mit einem unglaublich dichten und cremigen Mundgefühl. Sofort am Start begeben sich die dunklen Früchte aus der Nase wie Pflaumen, Datteln und Feige. Aber auch das frische Obst wie Orange, Kirsche und Erdbeeren präsentieren sich reif und süß. Dann kommen die Haselnüsse sowie der Tabak und die Ledereindrücke mit Macht und füllen den Mundraum aus. Auch Muskat und französische Küchenkräuter gesellen sich nun dazu. Zum Abgang hin wandelt sich die Milchschokolade Richtung dunkle Schokolade. 


Abgang
Langes wärmendes Finish, das Leder, der Tabak und die dunkle Schokolade bleiben ewig im Mund. Gegen Ende zeigt sich das Fass durch ein wenig Trockenheit vorne seitlich bei den Wangen. 


Fazit
Ein Meisterwerk. So muss ein Oloroso Sherryfass gereifter Malt sein. Punkt. Ich könnte allein Stunden nur mit Riechen verbringen. Der Alkohol ist perfekt eingebunden, die 46% tragen die Aromen und Geschmacksnoten harmonisch von der Nase bis zum Finish. Ein Genuss. Klar ist der Preis dieser alten Abfüllungen, die sicherlich deutlich älter sind, als am Label steht, stark nach oben geschnellt. Aber der Malt ist schon eine Klasse für sich.

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This 18 year old Glendronach was one of the very first bottles I purchased at the start of my single malt journey. And it was also one of the very first that I ventured beyond a tasting note. Since then, I've had numerous other malts in my glass, but not the Allardice. There are just so many malts out there to taste :-)
So it's time to approach this classic again and see if I still like it as much as I did back then and what I discover in it this time.


How old is my 18-year-old Glendronach anyway?
A question that is not insignificant for many whisky lovers, and Glendronach lovers in particular. Especially when it comes to comparing the taste and quality of Glendronach bottlings with other bottlings of the same age from other distilleries. So to answer the question, you have to go back in time a little. Glendronach was closed from 1996 to 2002, when nothing was distilled and bottled in casks. After the reopening, Glendronach decided to use the casks from before the closure for the then standard range (12y, 15y, 18y, 21y) without correcting the age. In other words, they had much older whiskies in the bottle.
My bottling was bottled in 2018, which means that the malt was not 18 years but rather 23 to 24 years in the cask and matured. 


Nose & Appearance
In the glass, it shows up with a dark mahogany or dark copper tint as well as a nice oily texture around the rim of the glass. The Allardice starts immediately with a deep, intense sherry nose. The influence of the oloroso cask is very clear. Old leather combines with roasted hazelnuts dipped in milk chocolate. This is joined by sultanas in sweet toffee. Dark dried fruits like dates, plums and red fruits give the malt a great counterpoint to the leather and hazelnut/chocolate notes. The full-aged Glendronach adds more flavours to the olfactory spectrum every minute. Great. After a few minutes, dried tobacco leaves appear. The fruit turns more to a juicy, ripe orange and red berries and sweet and sour sour cherries. The age and maturation time in the barrels can be discerned from a certain old-world attitude; a bit dusty, set herbs and a hint of shoegazing.

Foto: whiskybase.com

Taste

The drop starts right away with an incredibly dense and creamy mouthfeel. Immediately at the start, the dark fruits come out of the nose like plums, dates and fig. But also the fresh fruit like orange, cherry and strawberries present themselves ripe and sweet. Then the hazelnuts as well as the tobacco and leather impressions come with power and fill the mouth. Nutmeg and French kitchen herbs also join in now. Towards the finish, the milk chocolate turns to dark chocolate. 

Finish
Long warming finish, the leather, tobacco and dark chocolate lingering in the mouth forever. Towards the end the cask shows through a little dryness at the front side by the cheeks. 


Conclusion
A masterpiece. This is how an oloroso sherry cask matured malt must be. Full stop. I could spend hours just smelling it. The alcohol is perfectly integrated, the 46% carries the aromas and flavours harmoniously from nose to finish. A pleasure. Of course, the price of these old bottlings, which are certainly much older than the label says, has skyrocketed. But the malt is in a class of its own.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

GlenAllachie 15y

 

Whiskybase


Das Wetter ist herbstlich bis winterlich. Es ist kalt, regnerisch und stürmisch. Die richtige Zeit für schöne Sherrymalts. Und gleichzeitig habe ich tatsächlich bis dato noch keinen Dram von GlenAllachie im Glas. Da ist der 15y doch ein guter Einstieg wie ich meine und hoffe!
GlenAllachie, in der Speyside gelegen, wurde 1967 gegründet und war vor allem als Bestandteil von Blends bekannt. 2017 erwarb ein Konsortium um Billy Walker die Brennerei. Seit dem geht merkt man einen rasanten Anstieg der Abfüllungen. Neben einer umfangreichen Core Range gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Serien mit unterschiedlichen Fassreifungen.

Beim 15jährigen kamen Oloroso und Pedro Ximénez Sherryfässer für die Reifung zum Einsatz, die genaue Mischung ist nicht bekannt. Ungefärbt, nicht kühlgefiltert kommt der Whisky mit 46% Alkohol in die Flasche. Die Stammdaten versprechen schon mal einiges. 


Nase & Aussehen
Das Auge isst bekanntlich mit und die Farbe des Malts verheißt mit seinem Mahagoni schon mal viel gutes. Sehr ölig und langsam bewegen sich die Tränen am Glasrand. Gleich vom Start weg eine ordentliche Portion an dunklen Fruchtaromen, angeführt von Pflaumenmus, reifen Blutorangen, säuerliches Weichselkompott und Sultaninen. Also eine schöne klassische Sherrynase. Die gerösteten Haselnüsse könnten vom Olorosofassanteil stammen. Eine deutliche Vanille ist ebenso zu riechen, wie süße dunkle Karamellzuckerln. Nach einiger Zeit gesellen sich Aromen von Muskat, Zimt und etwas Maggikrautgewürz zum Geruchspotpourri hinzu. Das Holz zeigt sich durch den Eindruck von dunkler Schokolade.


Geschmack
Mit einem öligen, fast schon buttrig weichem Mundgefühl beginnt der Malt zuerst mit dem süßen Pflaumenmus aus der Nase. Die Toffeebonbons sowie die Blutorange und die Vanille sind auch gleich am Start. Dann wird es leicht pfeffrig und wechselt deutlich in die würzige Seite. Muskat und Zimt dominieren nun. Der Alkohol ist zwar spritzig aber durchaus angenehm und bildet zusammen mit den würzigen Noten einen schönen Kontrapunkt zum süßen Einstieg.


Abgang
Nun kommt die Eiche voll in Fahrt. Aber absolut nicht bitter sondern aromatisch. Die Holzaromen zusammen mit etwas dunklem Kaffee bleiben sehr lange im Mund präsent. Gemeinsam mit abnehmenden Fruchtnoten klopft nun auch Leder an. Ein sehr angenehmes Finish!


Fazit
Ein echter Winter-Sherrymalt. In der Nase die deutlichen dunklen Fruchtkomponenten zusammen mit den eigentlich für Olorosofässern bekannten Schoko/Nussaromen. Im Geschmack und im Finish dann aber auch deutlich spritziger und würzig. Die Reifung von 15 Jahren im Eichenfass merkt man deutlich. Sehr aromatisch und für heute genau der richtige Malt. Der Whisky gefällt mir richtig gut. Bei aktuellen rund € 50,- bis € 55,- ist dies ein sehr gutes PLV.

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The weather is autumnal to wintry. It's cold, rainy and stormy. The right time for nice sherry malts. And at the same time, I haven't had a dram of GlenAllachie in my glass yet. So the 15y is a good start, I think and hope!
GlenAllachie, located in Speyside, was founded in 1967 and was mainly known as a component of blends. In 2017, a consortium around Billy Walker acquired the distillery. Since then, there has been a rapid increase in bottlings. In addition to an extensive core range, there is a variety of different series with different cask maturations.

For the 15-year-old, Oloroso and Pedro Ximénez sherry casks were used for maturation, the exact blend is not known. Uncoloured, not chill-filtered, the whisky comes into the bottle with 46% alcohol. The master data already promise a lot. 


Nose & Appearance
As we all know, the eye eats with us and the colour of the malt with its mahogany promises a lot of good things. Very oily and slowly the tears move along the edge of the glass. Right from the start a good portion of dark fruit flavours, led by plum jam, ripe blood oranges, sour sour cherry compote and sultanas. So a nice classic sherry nose. The toasted hazelnuts could come from the oloroso cask portion. A distinct vanilla can be smelled as well as sweet dark caramel sugars. After a while, aromas of nutmeg, cinnamon and some maggi spice join the olfactory potpourri. The wood reveals itself through the impression of dark chocolate.

Fotocredit: whiskybase.com


Taste
With an oily, almost buttery soft mouthfeel, the malt starts first with the sweet plum jam from the nose. The toffee sweets as well as the blood orange and vanilla are also right at the start. Then it becomes slightly peppery and clearly switches to the spicy side. Nutmeg and cinnamon now dominate. The alcohol is tangy but quite pleasant and, together with the spicy notes, forms a nice counterpoint to the sweet entry.


Finish
Now the oak comes into full swing. But absolutely not bitter but aromatic. The wood flavours together with some dark coffee remain present in the mouth for a very long time. Together with diminishing fruit notes, leather now knocks on the door. A very pleasant finish!


Conclusion
A real winter sherry malt. In the nose the clear dark fruit components together with the chocolate/nut flavours actually known for oloroso casks. On the palate and in the finish, however, clearly tangier and spicy. The maturation of 15 years in oak casks is clearly noticeable. Very aromatic and just the right malt for today. I really like this whisky. At the current price of around € 50 to € 55, this is a very good PLV.

Sonntag, 28. November 2021

20.000 Visits + 150 Beiträge!


Ich bin sprachlos! Mitte November war es soweit. Ein neuer Meilenstein für meinen kleinen Whisky-Blog wurde erreicht. 20.000. So viele Besuche konnte ich bis dato an dieser Stelle willkommen heißen.

Es freut und macht mich gleichzeitig überaus stolz, dass Ihr meine Reise durch die Welt der Whiskies und Spirituosen mit mir so zahlreich teilt.

150 Beiträge!
Also ich im Herbst 2019 spaßhalber mit diesem Blog-Projekt begann, hätte ich mir nie träumen lassen in zwei Jahren 150 Beiträge zu schreiben. Es ist hier wirklich ein kleines Archiv meiner Reise durch die Welt des Malts und auch anderer Spirituosen der Welt entstanden. 

Meine Reise geht weiter und Hogshead - Der Whisky Blog wird weiter wachsen und gedeihen.

Ich freue mich für jeden Besuch und jeden Gast, der mich auf dieser Reise begleitet!

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I am speechless! In mid-November the time had come. A new milestone for my little whisky blog was reached. 20.000 - that's how many visits I've been able to welcome here so far.

It makes me very happy and proud that so many of you share my journey through the world of whiskies and spirits.

150 posts!
When I started this blog project in autumn 2019 for fun, I would never have dreamed of writing 150 posts in two years. It really has become a small archive of my journey through the world of malts and also other spirits of the world.

My journey continues and Hogshead - The Whisky Blog will continue to grow and prosper.

I am happy for every visit and every guest who accompanies me on this journey!

Mittwoch, 24. November 2021

Highland Park 15y Viking Heart

 

Whiskybase


Highland Park, die Brennerei auf den Orkney Inseln, erweitert mit dem vor ein paar Wochen präsentierten 15jährigen Viking Heart ihre Core Range. Speziell bei dieser Abfüllung ist natürlich vordergründig die verwendete Flasche. Es handelt sich hier nämlich um eine Keramikflasche die in England mit bleifreien Materialen hergestellt wird.
Bei der Fassbelegung vertraute Gordon Motion, der Master Whisky Maker bei Highland Park auf ein Triumvirat von verschiedenen Fässern. Zu einem kamen Seasoned Sherry Casks aus europäischer und amerikanischer Eiche zum Einsatz. Für die Harmonisierung wurden zusätzlich noch Refill Casks verwendet. Abgefüllt wurde dieser 15jährige Malt mit 44% Alkoholgehalt. 


Nase & Aussehen
Dunkles Gelbgold im Glas. Dünner Ölfilm mit wenigen Tränen am Glasrand. Rauchkomponente ist höchstens unterschwellig bis gar nicht im Geruch zu erkennen. Was sofort hervorsticht ist eine deutliche Note von hellem Honig, gepaart mit dem für mich bei Highland Park typischen Heidekraut. Die intensiven Fruchtaromen im Geruch setzen sich aus einer Mischung aus reifen Ananas, Honigmelone und etwas Banane zusammen. Im Hintergrund schwelt eine leicht würzige Note mit, die an Zimt oder frisch geriebenen Pfeffer erinnert. Die typischen Sherrynoten wie dunkle Früchte, Nuss oder sogar Rosinen oder Leder kann ich keine entdecken. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, kein Stechen oder ähnliches ist zu bemerken. 


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem sehr angenehm, cremigen Mundgefühl. Belegt den Mundraum sofort mit einer schönen nicht zu intensiven Süße. Dazu gesellen sich nun doch dezente Raucharomen sowie die bekannten Heidekrautnoten aus der Nase, kombiniert mit dem Zimt und nun auch einigen Küchenkräutern. Auch ein ordentlicher Vanilleanteil ist nun vorhanden. Der fast schon tropische Fruchtcocktail mit Ananas, Melone und Banane wird nun auch durch einen Abrieb von Zitronenschale ergänzt. Richtung Finish zeigt sich etwas Ingwer und Pfeffer - leicht prickelnd. Den Sherryfass-Einfluss kann ich auch im Geschmack nur schwer erahnen.


Abgang
Am Schluss kommt etwas dunkler Kakao und ein kleiner Schluck Espresso, verlängert mit ein wenig Milchschaum. Der Rauch ist länger im Mundraum vorhanden, aber wirklich nur leicht. Als Frucht ist, zusammen mit der Schokolade und dem Rauch, etwas Schale vom roten Apfel zu schmecken. Im Finish kommt das Sherryfass mit etwas Tabak und Leder zum Vorschein.


Fazit
Von der Nase bis zum Geschmack ziehen sich die honigsüß/fruchtigen Aromen. Der typische Heidekrautbestandteil vor allem im Geruch, den ich immer bei HP habe, ist auch hier schön präsent. Die seasoned Sherryfässer scheinen nur kurz Sherry gesehen zu haben oder es war eine Sherryvariante die weniger dunkelfruchtig und mehr hellfruchtig ist. Eine wirklich nette harmonische Abfüllung aus der Wikingerschmiede. Aber den aktuell ausgerufenen Preis von um die € 90,- sehe ich jetzt nicht - dies macht auch nicht die schicke Flasche wett. Er ist sicher besser als der 12jährige Viking Honour, jedoch nicht so gut wie die 18y Viking Pride Travel Edition mit 46%, den es damals um etwas mehr als € 100,- gab. Es kann natürlich sein, dass sich der Preis mit der Zeit etwas unter dem Ausgabepreis einpendelt, oder aber es ist ein Indiz dafür, dass der 18jährige nochmals einen Preissprung macht. Dies wäre schade.

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Highland Park, the distillery on the Orkney Islands, is expanding its core range with the 15-year-old Viking Heart, which was presented a few weeks ago. What is special about this bottling is, of course, the bottle used. It is a ceramic bottle made in England with lead-free materials.
Gordon Motion, the Master Whisky Maker at Highland Park, relied on a triumvirate of different casks. On the one hand, seasoned sherry casks made of European and American oak were used. Refill casks were also used for harmonisation. This 15-year-old malt was bottled with 44% alcohol. 


Nose & Appearance
Dark yellow gold in the glass. Thin oil film with few tears at the edge of the glass. Smoke component is at most subliminal to not detectable in the smell. What immediately stands out is a distinct note of light honey, paired with the heather typical of Highland Park for me. The intense fruit aromas on the nose are a mixture of ripe pineapple, honeydew melon and a little banana. In the background, a slightly spicy note smoulders along, reminiscent of cinnamon or freshly grated pepper. I can't detect the typical sherry notes like dark fruit, nut or even sultanas or leather. The alcohol is very well integrated, no stinging or similar is noticeable. 

Fotocredit: Highland Park

Taste
The malt starts with a very pleasant, creamy mouthfeel. Immediately occupies the mouth with a nice, not too intense sweetness. This is now joined by subtle smoky aromas as well as the familiar heather notes from the nose, combined with the cinnamon and now also some kitchen herbs. There is also a decent amount of vanilla now. The almost tropical fruit cocktail with pineapple, melon and banana is now also complemented by a grating of lemon peel. Towards the finish, some ginger and pepper show up - slightly tingling. I find it hard to guess the sherry cask influence in the taste too.


Finish
At the end comes some dark cocoa and a small sip of espresso, extended with a little milk foam. The smoke is present in the mouth for longer, but really only slightly. As fruit, together with the chocolate and the smoke, some red apple peel can be tasted. The finish brings out the sherry cask with some tobacco and leather.


Conclusion
From the nose to the taste, the honeyed/fruity aromas carry through. The typical heather component especially in the smell, which I always have with HP, is also nicely present here. The seasoned sherry casks seem to have only seen sherry briefly or it was a sherry variant that is less dark fruity and more light fruity. A really nice harmonious bottling from the Viking forge. But I don't see the currently announced price of around € 90 - this doesn't make up for the fancy bottle either. It is certainly better than the 12-year-old Viking Honour, but not as good as the 18y Viking Pride Travel Edition with 46%, which was available at that time for a little more than € 100. Of course, it may be that the price will settle a little below the issue price over time, or it may be an indication that the 18 year old will make another price jump. This would be a pity.

Donnerstag, 18. November 2021

Arran 10y

 

Whiskybase

Bei den vor kurzen erstmals statt gefundenen OSWA Awards hat der Arran 10y sowohl in den Kategorien „Best Entry Level Single Malt 2021“ und „Best Single Malt Scotch Whisky 2021“ gewonnen. Vor allem der Sieg als Zehnjähriger bei der letzten Kategorie macht mich neugierig auf diese Abfüllung.

Da die letzten Arrans, die in meinem Glas landeten, schon einige Zeit zurück liegen, ist dies eine gute Gelegenheit die Brennerei wieder einmal glasweise zu besuchen. Arran hat gegen Ende 2019 ihr Flaschen- und Verpackungsdesign radikal verändert. Auch einige im Sortiment vorhandenen Abfüllung wurden dabei fassreifungstechnisch etwas neu konzipiert.
So soll auch dieser 10jährige etwas anders schmecken, als sein Kollege im alten Design. Die verwendeten Fässer sind nicht bekannt. Was man weiß ist, der Alkoholgehalt beträgt 46% und es wurde nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert - sehr schöne Parameter für einen Einsteiger!


Nase & Aussehen
Mit einem dunklen Gold im Glas und vielen langsam hinab gleitenden Tränen präsentiert sich der Arran optisch schon mal ansprechend. Gleich beim ersten reinschnuppern zeigt sich viel Honig und Vanille. Mehr exotische und reife Zitrusfrüchte Im Aroma, als die klassischen Äpfel und Birnen. Sehr bourbonfasslastig. Im Hintergrund liegen dezente Holzeindrücke und eine Spur von Kokos und Schokolade.


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem vollen und öligen Mundgefühl. Neben Honig und Vanille ist auch die Zitrone und nun auch Grapefruit am Start. Die exotischen Fruchtnoten aus dem Geruch zeigen sich im Geschmack vor allem in einer zarten Süße. Relativ rasch wird es spritzig und leicht pfeffrig mit ein paar Kokosraspeln kombiniert.


Abgang
Das Holz der Fässer zeigt sich nun immer deutlicher. Dunkler Kakao mit rund 60% und ein wenig schwarzer Kaffee - aber nicht zu bitter, eher aromatisch. Die Frucht verändert sich Richtung rote Apfel- und Birnenschalen. Generell ist der Abgang mittellang.


Fazit
Ein schöner harmonischer Einsteiger, der über eine wirklich schöne Nase und einem guten Geschmack und Finish verfügt. Die Fassbelegung wird von Arran nicht preisgegeben. Vor allem der Geruch lässt auf Bourbonfässer schließen - mindestens 2nd Fill. Im Geruch und im Abgang sind einige Holzeinflüsse erkennbar, dies könnte von Virgin Oak Fässern herrühren.

Ist er awardverdächtig? Ansichtssache. Für einen Einstiegsmalt ist er wirklich sehr gut, harmonisch und hat mit einem Preis von rund € 35,- ein tolles Preis/Leistungsverhältnis. Für die „Best Malt“ Klasse sehe ich ihn aber trotzdem nicht, da fehlt ihm vielleicht dann doch noch das eine oder andere Jährchen. 


Online Scotch Whisky Awards - Live Ceremony


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At the OSWA Awards, which recently took place for the first time, the Arran 10y won both the categories "Best Entry Level Single Malt 2021" and "Best Single Malt Scotch Whisky 2021". Especially the win as a ten year old in the last category makes me curious about this bottling.

As the last Arran that ended up in my glass was some time ago, this is a good opportunity to visit the distillery by the glass again. Arran radically changed their bottle and packaging design towards the end of 2019. Some of the existing bottlings in the range have also been redesigned in terms of cask maturation.
This 10-year-old is said to taste a little different from its counterpart in the old design. The casks used are not known. What is known is that the alcohol content is 46% and it has not been coloured or chill-filtered - very nice parameters for a beginner!


Nose & Appearance
With a dark gold in the glass and lots of tears slowly sliding down, the Arran presents itself visually appealing. The first sniff reveals a lot of honey and vanilla. More exotic and ripe citrus fruits in the aroma than the classic apples and pears. Very bourbon barrel-heavy. In the background are subtle wood impressions and a hint of coconut and chocolate.

Foto: whiskybase.com


Taste
The malt starts with a full and oily mouthfeel. Besides honey and vanilla, lemon and now grapefruit are also at the start. The exotic fruit notes from the smell show up in the taste, especially in a delicate sweetness. Relatively quickly it becomes tangy and slightly peppery with some coconut flakes combined.


Finish
The wood of the barrels now shows itself more and more clearly. Dark cocoa at around 60% and a little black coffee - but not too bitter, rather aromatic. The fruit changes towards red apple and pear skins. In general, the finish is medium long.


Conclusion
A nice harmonious starter that has a really nice nose and a good taste and finish. Arran doesn't disclose the cask allocation. Especially the smell suggests bourbon casks - at least 2nd fill. There are some wood influences in the smell and the finish, this could come from Virgin Oak casks. 

Is it award-worthy? A matter of opinion. For an entry-level malt, it is really very good, harmonious and, with a price of around €35, great value for money. But I still don't see it in the "best malt" class, perhaps it still lacks a year or two. 

Donnerstag, 11. November 2021

Ardmore 2010 7y The Maltman

 

Whiskybase


Passend zum herbstlichen Wetter war mir nach etwas Rauch im Glas. Typerischer Islay oder doch was anderes. In der gut gefüllten Sample-Archiv-Kiste dann diesen siebenjährigen Ardmore aus 2010 gefunden. Von Meadowside Blending hatte ich bis dato einen Glen Spey und einen Inchgower - beide Abfüllungen waren gut bis sehr gut. Aus der Highland-Brennerei hat es bisher nur eine ebenfalls aus 2010 stammende zehnjährige Abfüllung von whic geschafft.
Dieser Malt reifte seine gesamte Zeit (etwas mehr als 7 1/2 Jahre) in einem Sherry Butt und wurde danach mit 56,5% Alkoholstärke in insgesamt 708 Flaschen gefüllt.


Nase & Aussehen
Vom Aussehen her leuchtet der Ardmore in einem rötlichen Rostbraun im Glas. Viele Tränen bewegen sich bedächtig am Rand hinab. Zuerst ein fettiger Rauch aus der Speckräucherkammer, der mit der Zeit auch kaltaschige Züge bekommt. Dahinter gibt der Malt kurz nach dem Einschenken eher wenige Aromen preis. Er wirkt etwas verschlossen. Der Alkohol zeigt sich deutlich mit einem doch spürbaren Stechen in der Nase. Er wirkt etwas ungehobelt, rau noch wild jung in seinen Aromen. Das verwendete Sherry Butt wird wohl ein Olorosofass gewesen sein. Herbe Anklänge von Nüssen und Kräutergewürzen zeigen sich deutlich. Auch Tabak und Lederaromen sind prägnant. Die Räuchernote wabert die ganze Zeit wie Nebelschwaden über den anderen Geruchsaromen. So finden sich auch hellrote Früchte, wie Himbeeren und Erdbeeren mit Vanille. Jedoch legt sich immer wieder diese markante Speckschwarte über den Geruch. Mit der Zeit beruhigt sich der Alkohol, tritt zurück und überlässt den anderen Geruchsanteilen den Vorrang.
Mit ein paar Tropfen Wasser kommen der Tabak sowie süßer Toffee mehr zur Geltung. 


Geschmack
Der Whisky beginnt mit einem ordentlichen Antritt und einem schönen vollen Mundgefühl. Sogleich tritt eine honiggleiche Süße in den Vordergrund, begleitet von einer aschigen Rauchigkeit. Vanille und die Früchte sind gleichsam zu schmecken. Nun wandeln sich die roten Früchte aus der Nase im Geschmack mehr in dunklere, reifere und eher getrockneten Vertreter. Auch die Gewürze sind wieder präsent. Etwas Schärfe von Ingwer und roten Pfeffer sind ebenfalls Richtung Abgang spürbar. Offensichtlich dem Alkoholgehalt und dem Holzeinfluss geschuldet.


Abgang
Am Ende sind weiterhin sehr intensiv die Tabakblätter und das alte Leder vorhanden. Dazu getrockneten Früchte und eine angenehme dunkle Kakaonote, die ganz zum Schluss in einen Mokka übergleitet. Mittellanger Abgang, wenn man vom Rauch absieht, der zusammen mit dem Tabak noch länger zu schmecken ist.


Fazit
Trotz der nur kurzen Zeit der Reifung hat das Fass tolle Arbeit geleistet. Hier war keins der aktuelle beliebten nassen Fässer am Werken. Man erkennt noch sehr gut das Destillat hinter der Sherryreifung. Der Malt benötigt etwas Ruhe im Glas bis er seine Aromen preis gibt. Diese sind aber sehr ansprechend. Der Rauch ist zwar deutlich aber nicht überbordend wahrnehmbar. Vor allem im Geschmack und im Finish verbindet er die anderen Aromen zu einem schönen Ganzen. Wer den Malt vielleicht noch am Sekundärmarkt noch sieht, kann hier zugreifen. Jedoch nicht zu jedem Preis. Eine zehnjährige Version, ebenfalls 2010 in Sherryfässern abgefüllt, ist noch verfügbar und soll gleichsam sehr gut sein. Auf jeden Fall ist es wieder eine Abfüllung aus der "The Maltman" Reihe von Meadowside Blending, die mir gefällt.

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In keeping with the autumn weather, I was in the mood for some smoke in the glass. Typical Islay or something else. Found this seven year old Ardmore from 2010 in the well filled sample archive box. From Meadowside Blending I had a Glen Spey and an Inchgower - both bottlings were good to very good. From the Highland distillery, only a ten-year-old bottling from whic, also from 2010, has made it so far. This malt matured its entire time (just over 7 1/2 years) in a sherry butt and was then bottled at 56.5% alcohol strength in a total of 708 bottles.


Nose & Appearance
In terms of appearance, the Ardmore glows a reddish rusty brown in the glass. Many tears move thoughtfully down the rim. At first a greasy smoke from the bacon smokehouse, which in time also takes on cold ashy tones. Behind this, the malt reveals rather few aromas shortly after pouring. It seems somewhat closed. The alcohol shows itself clearly with a noticeable sting in the nose. It seems a little rough, raw and still wildly young in its aromas. The sherry butt used must have been an oloroso cask. Tart hints of nuts and herbal spices are clearly evident. Tobacco and leather aromas are also prominent. The smoky note wafts over the other aromas like a cloud of mist. There are also bright red fruits like raspberries and strawberries with vanilla. However, this distinctive bacon rind lays itself over the smell again and again. Over time, the alcohol calms down, recedes and gives way to the other aromas.With a few drops of water, the tobacco and sweet toffee become more prominent.

Foto: whiskybase.com


Taste
The whisky starts with a decent attack and a nice full mouthfeel. Immediately, a honey-like sweetness comes to the fore, accompanied by an ashy smokiness. Vanilla and the fruits can be tasted in equal measure. Now the red fruits from the nose turn more into darker, riper and rather dried representatives in the taste. The spices are also present again. Some spiciness from ginger and red pepper are also noticeable towards the finish. Obviously due to the alcohol content and the wood influence.


Finish
At the end, the tobacco leaves and old leather are still very intensely present. In addition, dried fruits and a pleasant dark cocoa note, which slides into a mocha at the very end. Medium-long finish, if you disregard the smoke, which can be tasted for longer together with the tobacco.


Conclusion
Despite the only short time of maturation, the cask did a great job. None of the current popular wet casks were at work here. You can still see the distillate behind the sherry maturation very well. The malt needs some rest in the glass until it reveals its aromas. But these are very appealing. The smoke is clearly perceptible but not overbearing. Especially in the taste and in the finish, it combines the other flavours into a beautiful whole. Those who might still see this malt on the secondary market can grab it here. However, not at any price. A ten-year-old version, also bottled in 2010 in sherry casks, is still available and is said to be equally very good. In any case, this is another bottling from the "The Maltman" series by Meadowside Blending that I like.

Mittwoch, 3. November 2021

Kilchoman Loch Gorm 2019 Edition

 

Whiskybase


Kilchoman befindet sich im Privatbesitz und ist die jüngste Brennerei auf Islay. Sie wurde 2005 gegründet, die erste Neugründung nach 124 Jahren. Die Distillery hat sich in den wenigen Jahren ihres Bestehens bereits einen tollen Ruf erarbeitet. Der Loch Gorm 2019 ist die erste Abfüllung, die ich im Glas habe.
Loch Gorm reift komplett in Oloroso Sherry Butts und wurde mit 46% abgefüllt. In diesem Batch von 2019 kamen Fässer aus 2006-2009 und 2011 zum Einsatz. Insgesamt wurden 15.000 Flaschen abgefüllt.


Nase & Aussehen
Heller Bernstein schimmert im Glas. Der Loch Gorm beginnt sogleich mit einer sehr kräftigen Rauchattacke. Holzkohlenfeuer mit Räucheraromen und in BBQ-Sauce eingelegtes Grillgut. Da fühlt man sich gleich an ein Barbecue im Freien versetzt. Im Rauch sind aber auch süße Noten deutlich zu riechen, die einen schönen Übergang zu den dunkelbeerigen Fruchtanteilen im Geruch bilden. Mit der Zeit verwandelt sich der Rauch, wird würziger, Kräuter und Wachholderblätter sind ins Feuer geworfen worden. Die Früchte wechseln von Beeren mehr in Richtung getrocknete Feigen, Datteln und Pflaumen. Mit ein paar Tropfen Wasser wird er süßer und sogar so etwas wie eine sanfte Vanille kommt hervor. Der Rauch bleibt aber weiterhin dominant.


Geschmack
Sogleich ein voluminöser Antritt mit sattem Rauch im Gepäck. Trotz des nur 46%igen Alkoholgehaltes gibt der kleine Rauchzwerg aber kräftig Gas im Mund. Viel aschiger Rauch gleich zu Beginn mit viel Kräutereinfluss im Geschmack. Leicht adstringierend. Die Süße sagt nach dem Antritt kurz Hallo und verschwindet dann wieder um den Küchenkräutern, wie Oregano und Majoran, Platz zu machen. Dazu eine schöne leichte Ingwerwürze. Die Frucht aus der Nase liegt dezent im Hintergrund. 


Abgang
Die Asche vom Lagerfeuer ist noch lange zu genießen, zusammen mit den Kräutern, die im ausgehenden Feuer noch ihre Aromen abgeben.  Liegt schön wärmend im Rachen. Zum Schluss kristallisiert sich noch eine herbe Tabaknote mit der Kombination aus dunklen getrockneten Beeren heraus.


Fazit
Der Loch Gorm 2019 geizt mal nicht mit seiner rauchigen Charakterseite. Da bekommt man ordentliche Rauchware geboten. Sehr schönes Teil. Die Rauch und Sherry Combo gefällt mir sehr gut. Ein Malt für nicht jeden Tag und nicht jeder Gelegenheit. Ein kleiner „Rauch“bold, der vor allem beim Geschmack kräftig zulangt. 

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Kilchoman is privately owned and is the youngest distillery on Islay. It was founded in 2005, the first new establishment in 124 years. In the few years of its existence, the distillery has already built up a great reputation. The Loch Gorm 2019 is the first bottling I have had of Kilchoman in my glass.
Loch Gorm is matured entirely in oloroso sherry butts and was bottled at 46%. Casks from 2006-2009 and 2011 were used in this batch of 2019. A total of 15,000 bottles were bottled.


Nose & Appearance
Light amber shimmers in the glass. The Loch Gorm starts immediately with a very powerful smoke attack. Charcoal fire with smoky aromas and barbecue marinated in BBQ sauce. It makes you feel like you're at an outdoor barbecue. However, sweet notes can also be clearly smelled in the smoke, which form a nice transition to the dark berry fruit components in the aroma. Over time, the smoke transforms, becomes spicier, herbs and juniper leaves have been thrown into the fire. The fruits change from berries more towards dried figs, dates and plums. With a few drops of water it becomes sweeter and even something like a gentle vanilla comes out. But the smoke remains dominant.

Foto: whiskybase.com

Taste
Immediately a voluminous attack with rich smoke in the luggage. Despite the only 46% alcohol content, the little smoke dwarf gives powerful gas in the mouth. Lots of ashy smoke right at the start with a lot of herbal influence in the taste. Slightly astringent. The sweetness says hello briefly after the start and then disappears again to make room for the kitchen herbs, such as oregano and marjoram. This is accompanied by a nice light ginger spiciness. The fruit from the nose is discreetly in the background. 


Finish
The ash from the campfire can still be enjoyed for a long time, together with the herbs that still give off their aromas in the dying fire.  Lays nicely warming in the throat. Finally, a tart tobacco note crystallises with the combination of dark dried berries.


Conclusion
The Loch Gorm 2019 is not stingy with its smoky character. You get some decent smokiness here. Very nice piece. I like the smoke and sherry combo very much. A malt for not every day and not every occasion. A small "smoke" bold, which is especially strong in the taste. 

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Maker's Mark 101 Travelers Exclusive

 

Whiskybase


Es gibt Tage, da muss es ein Bourbon sein. Heute ist so ein Tag. Die spontane Entscheidung fiel auf ein Sample vom Maker‘s Mark 101 Travelers Exclusive Abfüllung. Von Maker's Mark aus Kentucky habe ich bereits den Maker’s Mark Bourbon Whisky und den Makers 46 verkostet. Vor allem der letztgenannte gefiel mir damals recht gut. Mal sehen wie sich die 101er Version mit deutlich mehr Alkoholgehalt mit 50,5% (101 Proof) schlägt.


Nase & Aussehen
Die Farbe im Glas ist ein dunkles, sattes Kupfer. Der erste Eindruck ist eine intensive klassische Bourbonnase. Viel Mais, Karamell und Vanille strömen hier aus dem Glas. Jedoch wenig bis gar kein Duft nach Klebstoff, wie man oft bei Bourbon assoziiert. Der hohe Maisanteil in der Mashbill zeigt sich eben zu Beginn dominant. Dies ändert sich nach kurzer Zeit und wechselt zu schönen saftigen Orangenaromen. Diese waren für mich auch beim Makers 46 deutlich vorhanden. Zusätzlich schwingen vorweihnachtliche Gewürze wie Muskat, Zimt und Gewürznelken mit und präsentieren damit die aromatischen Eindrücke vom Holz. Schön ausgewogen und nicht zu kräftig, wie es oft bei höher prozentigen Bourbons passiert. Alkohol zeigt sich ganz leicht durch eine dezente frische After Eight Minzenote,  ist jedoch gut eingebunden.


Geschmack
Ein schöner kräftiger Antritt im Mund, dabei jedoch ölig und süffig. Zuerst viel Karamell und Vanille sowie die saftige Orange aus der Nase dominant. Relativ rasch wechselt der Geschmack in Richtung Würzigkeit vom Holz mit dem Mais in Kombination und dem Muskat und Zimt. Der Alkohol bleibt zum Abgang hin mit der Minznote präsent.


Abgang
Leicht adstringierend im Finish, die 50,5% zeigen ihre Kraft. Gegen Ende hin bekommen die Holzaromen einen blumigen Touch. Das Finale ist mittellang, die Holznoten, gepaart mit den Gewürzen bleiben noch länger im Mund präsent.


Fazit
Sehr süffig und eine schöne Kombination aus Orange, Karamell und kräftigen Gewürznuancen. Der erhöhte Alkoholgehalt gefällt mir Im Vergleich zum herkömmlichen Maker’s Mark kommen deutlich mehr Aromen beim Geruch und im Geschmack an. Ist er besser als der Makers 46? Hm. Nein. Würde ich nicht sagen. Würde ich ihn mir zulegen? Ja.

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There are days when it has to be a bourbon. Today is one of those days. The spontaneous decision fell on a sample from the Maker's Mark 101 Travelers Exclusive bottling. I have already tasted the Maker's Mark Bourbon Whisky and the Makers 46 from this Kentucky distillery. I particularly liked the latter at the time. Let's see how the 101 version with significantly more alcohol content at 50.5% (101 proof) does.


Nose & Appearance
The colour in the glass is a dark, rich copper. The first impression is an intense classic bourbon nose. Lots of corn, caramel and vanilla pouring out of the glass here. However, little to no scent of glue, as is often associated with bourbon. The high corn content in the mashbill is dominant at the beginning. This changes after a short time and switches to nice juicy orange aromas. For me, these were also clearly present in the Makers 46. In addition, pre-Christmas spices like nutmeg, cinnamon and cloves resonate and present the aromatic impressions of the wood. Nicely balanced and not too strong, as often happens with higher-percentage bourbons. Alcohol shows up very slightly with a subtle fresh after eight mint note, but is well integrated.

Fotocredit: Maker's Mark


Taste
A nice strong attack in the mouth, yet oily and drinkable. At first a lot of caramel and vanilla as well as the juicy orange from the nose dominate. Relatively quickly the taste changes towards spiciness from the wood with the corn in combination and the nutmeg and cinnamon. The alcohol remains present towards the finish with the mint note.


Finish
Slightly astringent on the finish, the 50.5% shows its power. Towards the end, the wood flavours take on a floral touch. The finish is medium long, the wood notes paired with the spices remain present in the mouth for longer.


Conclusion
Very drinkable and a nice combination of orange, caramel and strong spice nuances. I like the increased alcohol content Compared to the conventional Maker's Mark, there are clearly more aromas in the smell and taste. Is it better than the Makers 46? Hm. No. I wouldn't say so. Would I buy it? Yes.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Glen Scotia 10y Peated



Whiskybase


Nach dem ich mit Springbank 10 und Kilkerran 12 bereits zwei Starter der jeweiligen Range der beiden anderen Brennereien aus Campbeltown im Glas hatte, ist es an der Zeit auch von der dritten Distillery aus dieser Region, Glen Scotia, mit einer der jüngsten Abfüllungen zu beginnen.
Die Brennerei produziert sowohl rauchige als auch nichtrauchige Whiskys. Wobei für die Herstellung der rauchigen Vertreter im Jahr nur sechs Wochen eingeplant sind.
Der Glen Scotia 10y Peated reift 10 Jahre in 1st Fill-Bourbon Casks. Ohne Farbstoff und Kühlfiltration kommt der Malt mit 46% Alkoholgehalt in die Flaschen. Diese Abfüllung ist nur in einigen wenigen Ländern (Deutschland und USA) erhältlich.


Nase & Aussehen
Farblich haben die 1st Fill-Bourbon Fässer sich mit einer Farbe, die Weißwein ähnelt, verewigt. Einige Schlieren ziehen aus dem dünnen öligen Film am Glasrand ihre Bahnen. Campbeltown-Feeling; ein nicht zu intensiver Rauch, der nach Fischereihafen riecht. Maritim, salzig und ein wenig dreckig - aber im absolut positiven Sinn - nach Dieselmotor duftend, steigt mir sofort in die Nase.
Dahinter verbergen sich deutliche süße, vanillige und fruchtige Aromen. Die Frucht ist eine Mischung aus Aprikose und Melone und einer zarten Anmutung von Zitrone.


Geschmack
Sehr süffiges, weiches Mundgefühl. Der Malt startet mit einer nicht allzu intensiven Süße, gepaart mit den maritimen Noten und den nun schon deutlich wahrzunehmenden Raucharomen. Die Frucht ist nun eher auf der zitronigen Seite. Dazu gesellt sich ein schönes würziges „Pfefferl“, dass sich bis in den Abgang hinein spürbar macht und Begleitung von Käutern bekommt.


Abgang
Neben dem erwähnten pfeffrigen Ansatz ist auch im Finish weiterhin die rauchgeschwängerte salzige Seeluft präsent. Lange bleibt der Rauch im Mund haften, zusammen mit dem Geschmack von Oregano und Majoran. Erst jetzt meldet sich die Eiche zu Wort, jedoch nicht dominant, es bleibt im Gleichgewicht mit den anderen Geschmacksnoten.


Fazit
Ein typischer Vertreter dieser Region. Ehrlich und bodenständig mit einer eigenen Aromenmischung aus maritimen und von Bourbonfass Reifungen bekannte Noten wie Vanille und helle Früchte. Und dazu eine Rauchkomponente, die nicht überlagert sondern die anderen Aromen und Geschmäcker unterstützt und verbindet. Der zehnjährige von Glen Scotia ist vielleicht in seinem Ganzen nicht so intensiv wie der Springbank 10y. Wem jedoch die aktuelle Preisspirale bei den Springbank Abfüllungen zu weit nach oben geht oder keinen Zugriff hat, der kann ohne viel Überlegen auf diesen Vertreter des Campbeltownstils zurückgreifen.

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After I already had two starters of the respective ranges of the other two distilleries from Campbeltown in my glass with Springbank 10 and Kilkerran 12, it is time to start with one of the latest bottlings from the third distillery from this region, Glen Scotia.
The distillery produces both smoky and non-smoky whiskies. Only six weeks a year are scheduled for the production of the smoky representatives.
The Glen Scotia 10y Peated matures for 10 years in 1st fill bourbon casks. Without dye and chill filtration, the malt is bottled at 46% alcohol. This bottling is only available in a few countries (Germany and USA).


Nose & Appearance
Colour-wise, the 1st fill bourbon casks have perpetuated themselves with a colour that resembles white wine. A few streaks make their way from the thin oily film on the rim of the glass. Campbeltown feeling; a not too intense smoke that smells of fishing harbour. Maritime, salty and a little dirty - but in an absolutely positive sense - smelling like a diesel engine, immediately rises to my nose.
Behind this are distinct sweet, vanilla and fruity aromas. The fruit is a mixture of apricot and melon and a delicate hint of lemon.

Fotocredit: whiskybase.com

Taste
Very quaffable, soft mouthfeel. The malt starts with a not too intense sweetness, paired with the maritime notes and the smoke flavours that are now already noticeable. The fruit is now more on the lemony side. This is joined by a nice spicy "Pfefferl" that is noticeable into the finish and is accompanied by herbs.


Finish
In addition to the aforementioned peppery approach, the smoke-infused salty sea air continues to be present in the finish. The smoke lingers in the mouth for a long time, along with the taste of oregano and marjoram. Only now does the oak make its presence felt, but not dominantly, it remains in balance with the other flavours.


Conclusion
A typical representative of this region. Honest and down-to-earth with its own mix of flavours from maritime and bourbon barrel maturations like vanilla and light fruits. And in addition, a smoke component that does not overpower but supports and combines the other aromas and flavours. The ten-year-old from Glen Scotia is perhaps not as intense as the Springbank 10y. However, if the current price spiral for Springbank bottlings is too high, or if you don't have access to it, you can have this representative of the Campbeltown style without thinking too much about it.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

The Ultimate Whitlaw 2014 vW

 

Whiskybase

Im Frühjahr diesen Jahres gesellte sich eine nicht alltägliche Flasche zu meiner Sammlung. Ein 5jähriger Whitlaw vom unabhängigen Abfüller van Wees aus Holland. Ich mag die Abfüllungen von van Wees. Sie sind in punkto Preis/Leistungsverhältnis oft für meinen Geschmack sehr ok und bieten, neben den üblichen Verdächtigen, auch immer wieder ein paar nicht alltägliche Abfüllungen. Wie zb. diesen Whitlaw.
Whitlaw? Eine neue unbekannte Brennerei? Nein. Hinter der schottischen Highland Park-Brennerei auf den Orkney-Inseln liegen die Whitlaw Hills. Highland Park erlaubt Abfüllern nur selten ihren Markennamen zu verwenden. Aus diesem Grund werden Alternativ-Namen wie Secret Orkney, An Orkney Distillery oder eben auch Whitlaw verwendet.
Zusammengefasst haben wir hier - höchstwahrscheinlich ;-) - einen Highland Park mit 5 Jahren, der in einem Dechar/Rechar-Butt reifte und mit 46% Trinkstärke abgefüllt wurde.


Nase & Aussehen
Der Malt präsentiert sich mit einem satten Goldton im Glas. Das rund erneuerte Fass hat hier offensichtlich gute Arbeit geleistet, wenn nach so wenigen Jahren so eine Farbe entsteht. Sofort der typische sanfte kräuterige Highland Park Rauch in der Nase. Der Whisky benötigt ein paar Minuten Standzeit - er ist anfangs verschlossen. Dann öffnet er sich und man erkennt die unverkennbare Note von Heidekraut, auch frisches Heu und leicht blumig ist er im Geruch. Auch Vanille und eine leichte Süße ist vorhanden. Als Fruchtaromen sind neben einer leichten Banane vor allem schöne Zitrusnoten zu riechen, die mit der Zeit in Richtung Grapefruit wandern. Je länger man ihm gibt, desto mehr verweben die Geruchskomponenten sich miteinander und werden voller und kräftiger.


Geschmack
Beim ersten Schluck gleich ein kräftiger Antritt. Leichte Schärfe, dann wird es rauchig und das Heidekraut aus der Nase zeigt sich. Küchenkräuter sorgen für eine würzige Note. Mit dem zweiten Schluck wird es süßer und fruchtiger. Nun sind die Vanille und die Früchte aus der Nase auch im Geschmack zu erkennen. Jedoch sind keine Fehlnoten wahrzunehmen. Der Fasseinfluss mit einer ordentlichen Eiche ist ebenfalls schon deutlich präsent.


Abgang
Der für mich für HP markante Heidekraut-Rauch ist weiterhin deutlich da. Auch die anderen Kräuter und die Eiche sind immer noch zu schmecken -  leicht astrigierend und zart bitter ist er gegen Ende hin. Etwas Süße und eine zarte Zitronennote begleiten das Finish. Der Abgang ist eher von mittellanger Natur.


Fazit
Mir gefällt er. Er hat so etwas altmodisches an sich. Er mag jetzt nicht der komplexeste Geselle sein. Aber es ist ein ehrlicher Malt mit einem bekannten Alter. Ist nicht alltäglich, dass man weiß, wie lange ein junger schottischer Single Malt im Fass lag und reifte. Meistens werden daraus alterlose NAS-Abfüllungen. Um die rund € 30,- die ich für ihn bezahlte hat man einen schönen kräftigen Highland Park (auch wenn man es nicht laut sagen darf) mit Alter und einer schönen Trinkstärke. Passt.

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This spring, a not-so-common bottle joined my collection. A 5-year-old Whitlaw from the independent bottler van Wees in Holland. I like the bottlings from van Wees. In terms of price/performance ratio, they are often very ok for my taste and offer, besides the usual suspects, also some unusual bottlings. Like this Whitlaw, for example.
Whitlaw? A new unknown distillery? No. Behind the Scottish Highland Park distillery on the Orkney Islands lie the Whitlaw Hills. Highland Park rarely allows bottlers to use their brand name. For this reason, alternative names such as Secret Orkney, An Orkney Distillery or Whitlaw are used.
In summary, we have here - most likely ;-) - a Highland Park with 5 years, matured in a Dechar/Rechar-Butt and bottled at 46% strength.


Nose & Appearance
The malt presents itself with a rich golden hue in the glass. The roundly renewed cask has obviously done a good job here if such a colour emerges after so few years. Immediately the typical gentle herbal Highland Park smoke in the nose. The whisky needs a few minutes to stand - it is initially closed. Then it opens and you recognise the unmistakable note of heather, also fresh hay and slightly floral in the smell. Vanilla and a slight sweetness are also present. As fruit aromas, besides a light banana, you can smell nice citrus notes, which move towards grapefruit with time. The longer you give it, the more the olfactory components interweave and become fuller and stronger.


Taste
At the first sip, a powerful attack. Slight spiciness, then it becomes smoky and the heather from the nose shows up. Kitchen herbs provide a spicy note. With the second sip, it becomes sweeter and fruitier. Now the vanilla and fruit from the nose are also noticeable in the taste. However, no off notes are noticeable. The barrel influence with a decent oak is also already clearly present.


Finish
The heather smoke that is distinctive to me for HP is still clearly there. The other herbs and the oak can still be tasted as well - slightly astringent and delicately bitter towards the end. Some sweetness and a gentle lemon note accompany the finish. The finish is rather medium in length.


Conclusion
I like it. It has something old-fashioned about it. It may not be the most complex malt. But it is an honest malt with a known age. It's not everyday that you know how long a young Scottish single malt has been in the cask and matured. Most of the time it turns into ageless NAS bottlings. For the € 30,- I paid for it, you get a nice strong Highland Park (even if you can't say it out loud) with agestatement and a nice drinking strength. Fine.


Mittwoch, 6. Oktober 2021

Blindtasting No. 6

 

Es war mal wieder Zeit für ein Blindsample. Bolgam Street steht auf dem Samplefläschchen. In dieser Straße befindet sich sowohl Springbank, Glengyle aber auch Cadenhead. Springbank 10y, Kilkerran 12y und Hazleburn 13y aus 2004 aus der Campbeltown Region hatte ich bereits im Glas und alle drei gefielen wir ausnahmslos gut!. Soll ich auf eine falsche Fährte geführt werden, oder ist dies wahrlich ein wohl gemeinter Hinweis? Aber ich lass mich nicht beirren und gehe mal objektiv an die Sache heran. :-)


Nase & Aussehen
Dunkles Gelb. Erstes Einriechen, gleich nach dem Einschenken, fördert frische Aromen nach Gras und Wiese zusammen mit knackigem grünen Kernobst zu Tage. Mit etwas Stehzeit wird der Duft voller. Jetzt ist es eine wunderbare Bourbonfass-Nase. Vanille, Fruchtsüße, reife Marillen, Pfirsich und gelbes Kernobst aber auch leichte Nuancen von tropischen Früchten wie Mango. Alkohol ist sehr gut eingebunden. Keine Frische oder Minze oder andere Aspekte, die ich sonst bei höherem Alkoholgehalt verspüre. Kein Rauch oder Torf. Mit ein paar Tropfen Wasser vermischen sich die Fruchtaromen zu einem schönen Geruchspotpourrie und ein wenig Blütenduft kommt hinzu.


Geschmack
Schönes cremiges Mundgefühl. Süßes Zitronenzuckerl und grüne Trauben. Leicht prickelnd zu Beginn in Kombination mit den Fruchteinflüssen. Fast schon ein leichtes Pfefferl - könnte vom Fasseinfluss, aber vielleicht doch von einem etwas höheren Alkoholgehalt stammen?! Eine gewisse Malzigkeit, die leichte Assoziationen nach süßem Teig verspricht, ist ebenfalls präsent. Auch im Geschmack weiterhin kein Rauch oder Torf. Mit Wasser bleibt der Geschmack grundsätzlich ident. Die Zitrone nimmt ein wenig zu und das Pfefferl ist noch da, jedoch das Prickeln wird abgemildert.


Abgang
Leicht adstringierend am Zahnfleisch vorne. Schöne Holzeinflüsse mit Traubenkernen und Zitronenschalen. Die leichte Pfeffernote ist weiterhin vorhanden. Tippe auf amerikanische Weißeiche beim Holz für die verwendeten Fässer. Mittellanger Abgang bei dem neben den grünen Traubenkernen vor allem die Malzigkeit sich zeigt.


Fazit
Sehr schöner Whisky! Wenn ich Rauch wahrgenommen hätte, hätte ich auf einen Springbank getippt, da ich auch beim 10y Marille und Pfirsich hatte. Gibt es unpeated Springbank? Wirkt reif und somit älter, als er vielleicht ist. 12 Jahre mindestens, wenn nicht sogar um einiges reifer. 


Was ist meine Vermutung?
Bourbonfass gereifter Malt aus Schottland. Von wo? Hm. Ich glaube nicht, dass es Springbank oder Glengyle ist, dazu hatte ich keine Spuren von Rauch in der Nase und vor allem nicht beim Geschmack. Da war nicht dieses „Dreckige“. Daher tippe ich, wenn Bolgam Street passt, auf eine Abfüllung von Cadenhead. Und dann einfach mal auf einen Malt aus den Highlands. Alkoholgehalt zwischen 46% und 50% (da liege ich fast immer daneben). Beim Alter, entweder toll gereifte 12 Jahre oder wesentlich älter mit dann ab 18 Jahren. Und bei der Reifung auf ein Ex-Bourbonfass. Brennerei weiß ich nicht, da fehlen mir noch so viele, vor allem bei Bourbon-Malts. 

Auflösung

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It was time again for a blind sample. Bolgam Street is written on the sample bottle. This street is home to Springbank, Glengyle and Cadenhead. I already had Springbank 10y, Kilkerran 12y and Hazleburn 13y from 2004 from the Campbeltown region in my glass and we liked all three without exception! Am I being led astray, or is this truly a well-intentioned hint? But I won't let myself be misled and will approach the matter objectively. :-)


Nose & Appearance
Dark yellow. First smell, right after pouring, reveals fresh aromas of grass and meadow together with crunchy green stone fruit. With a little standing time, the aroma becomes fuller. Now it is a wonderful bourbon barrel nose. Vanilla, fruit sweetness, ripe apricots, peach and yellow stone fruit but also light nuances of tropical fruits like mango. Alcohol is very well integrated. No freshness or mint or other aspects that I usually feel with higher alcohol. No smoke or peat. With a few drops of water, the fruit flavours blend into a nice olfactory potpourri and a little floral scent comes in.


Taste
Nice creamy mouthfeel. Sweet lemon sugar and green grapes. Slightly tingling at the beginning in combination with the fruit influences. Almost a slight pepperiness - could be from the barrel influence, but perhaps a slightly higher alcohol content after all?! A certain maltiness that promises slight associations with sweet dough is also present. No smoke or peat in the taste either. With water, the taste remains basically identical. The lemon increases a little and the pepper is still there, but the tingling is toned down.


Finish
Slightly astringent on the gums up front. Nice wood influences with grape seeds and lemon peel. The slight pepper note is still present. Guess American white oak for the wood for the barrels used. Medium-long finish with green grape seeds and above all the maltiness.


Conclusion
Very nice whisky! If I had noticed smoke, I would have guessed a Springbank, as I also had apricot and peach in the 10y. Is there an unpeated Springbank? Seems mature and therefore older than it might be. 12 years at least, if not a lot more mature. 


What's my guess?
Bourbon cask matured malt from Scotland. From where? Hmm. I don't think it's Springbank or Glengyle, I didn't have any traces of smoke in the nose for that and especially not in the taste. There wasn't that "dirty" thing. Therefore, if Bolgam Street fits, my money is on a bottling from Cadenhead. And then just a malt from the Highlands. Alcohol content between 46% and 50% (I'm almost always wrong). As for age, either a great matured 12 years or much older with then from 18 years. And with the maturation in an ex-bourbon cask. I don't know the distillery, I'm still missing so many, especially with bourbon malts. 


Solution


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