Glendronach
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Mittwoch, 5. Februar 2025

Glendronach 15y Revival (2015)

 

Whiskybase

English Text-Version


Wenn es um Sherry-Whiskys geht sind Abfüllungen von Glendronach aus der Billy Walker Ära in meinem persönlichen Ranking sehr, sehr weit oben angesiedelt. Hier vor allem der Cask Strength Batch 1, der 18y Allardice sowie auch der 21y Parliament. Hier spielte neben der Auswahl an sehr guten, teils wirklich noch älteren Sherry-Fässern vor allem die Tatsache mit, dass diese Abfüllungen alle deutlich älter sind, als auf ihrem Label steht. Grund dafür ist die Schließung der Brennerei zwischen 1996 und 2002. Fässer, die vorher bereits in den Warehouses lagerten, wurden daher auch viel später abgefüllt. 

Auf diese Situation habe ich auch in meinem Blog-Artikel zum 18y Allardice hingewiesen und einen interessanten Artikel zu dem Thema verlinkt, der eine tolle Grafik eingefügt hat, wo man sehr gut nachprüfen kann, welches tatsächliche Alter die einzelnen Jahrgänge der Abfüllungen aus der Standard-Reihe haben. 


Es wird endlich Zeit!
Neben dem 18y und 21y, die ich bereits verkostet habe, steht seit längerer Zeit eine Anbruchflasche des 15y Revival in meinem Regal. Ich habe in den vergangenen Jahren vielleicht ein oder zwei Dram daraus getrunken, aber mir noch nie wirklich die Zeit für ein echtes Verkosten genommen. Nun habe ich sie im Regal wiederentdeckt und sofort den Fehler korrigiert und den Whisky einem Tasting unterzogen. Laut Flaschen-Code wurde meine Flasche 2015 abgefüllt, was - will man der Zeit-Tafel glauben - einem ungefähren echten Alter von 20 Jahren gleichkommt. 

Im Vergleich zu dem neuen 15jährigen, der unter der Billy Walker Nachfolgerin Rachel Barrie mit Oloroso und PX eine doppelte Sherry-Reifung erhält, wurden die alten 15jährigen nur in Oloroso Sherry-Fässern gereift. Ohne Kühlfiltration und Färbung wurde der Whisky mit 46% abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Nussbraun mit einer leichten rötlichen Einfärbung.


Nase
Der Duft, der aus dem Premium Snifter Glas steigt ist schwer, tief und komplex. Man merkt die Jahre der Reifung. Sofort kommt ein Geruchspotpourri von dunkler Schokolade mit Rosinen und getrockneten Datteln und Feigen zum Vorschein. Trotz „nur“ den 46% ist die Nase sehr voluminös. Es tut sich viel und ist nur schwer zu fassen. Er braucht eindeutig etwas Zeit und Sauerstoff zum Atmen und sich besser entfalten zu können.

Nach rund zwanzig Minuten im Glas ergänzen englische Orangenmarmelade mit Orangenzesten und ein Marillenröster mit feiner Säure den fruchtigen Teil. Des Weiteren zeigen sich halb getrocknete Pflaumen, eine aufgeschnittene Bourbon Vanilleschote, getrocknete Tabakblätter sowie Möbelpolitur auf alten Chesterfield Ledersesseln.

Untermalt werden die Aromen von einer leichten Minznote und einer wunderschönen alten Eichenholzaromatik mit einer feinen harmonischen Würzigkeit. Eine wunderbare Nase, die die zusätzlichen Jahre im Fass nicht verbirgt sondern das Potential voll ausspielt.

Geschmack
Die Eröffnung im Mund ist weich, cremig aber zugleich auch kräftig und voll. Eine Süße von Toffee und Karamell blitzt anfänglich kurz auf, um rasch das Zepter an das Holz mit seiner präsenten Würzigkeit abzugeben. Eine angenehme aber deutliche Pfeffernote, mit etwas Ingwer kombiniert, ist ebenso vorhanden, wie Muskatnuss und eine Prise Zimt. Vor allem seitlich und vorne im Mundraum wird es zunehmend trockener. Aber auch die Rosinen und die getrockneten Tabakblätter finden sich geschmacklich ein. Neben der leichten Eukalyptusnote finden sich auch dunkle Schokolade, die getrockneten Sherryfrüchten, Feigen und Datteln, sowie eine Portion Orangenmarmelade. Die Schokolade hat nun mehr Kakaoanteil als vorhin im Geschmack und sorgt gegen Ende hin für eine leichte Bitternote.


Abgang
Zusammen mit der Eichenholzaromatik und der damit verknüpften Bitterkeit finden sich im Finish weiterhin getrocknete Rosinen, Pflaumen und Tabakreste. Vor allem die feinen Holztöne sorgen für ein sehr langes Grande Finale, dass nicht mehr aufhören will.


Fazit
So muss ein gediegener Sherry Whisky riechen und schmecken, der deutlich über 15 Lenze am Buckel hat. Präsente Sherry Aromen, die aber nie überhand nehmen, sondern immer im Einklang mit den anderen Geruchs- und Geschmacksnoten bleiben. Die feine Schokolade zusammen mit der vollen Breitseite an Holzfracht tun ihr Übriges um zu glänzen. Wirklich ein toller Single Malt, der sich, wie die anderen Glendronachs ganz vorne bei meinen Lieblings-Sherrymalts einreiht. Wieso hab ich nur so lange gewartet?

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English Text-Version


When it comes to sherried whiskies, the Glendronach bottlings from the Billy Walker era are very, very high on my personal list. Especially the Cask Strength Batch 1, the 18 year old Allardice and the 21 year old Parliament. In addition to the selection of very good, in some cases even older sherry casks, the fact that these bottlings are all significantly older than their labels claim also played a role. This is due to the closure of the distillery between 1996 and 2002, which meant that casks which had previously been stored in the warehouses were bottled much later. 

I mentioned this situation in my blog post on the 18y Allardice and linked to an interesting article on the subject, which includes a great graphic that allows you to easily check the actual age of each vintage of the standard range bottlings. 


It's about time!
In addition to the 18y and 21y that I've already tasted, I've had a bottle of the 15y Revival on my shelf for some time now. I may have had a dram or two of it over the years, but I've never really taken the time to do a proper tasting. Now I've spotted it on the shelf again and immediately corrected the fault by tasting the whisky. According to the bottle code, my bottle was bottled in 2015, which - if the time table is to be believed - equates to an approximate real age of 20 years. 

Unlike the new 15-year-old, which under Billy Walker's successor Rachel Barrie has a double sherry maturation with Oloroso and PX, the old 15-year-olds were only matured in Oloroso sherry casks. The whisky was bottled at 46% without chill-filtration or colouring.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark nut-brown with a light reddish tinge.


Nose
The aroma that rises from the Premium Snifter glass is heavy, deep and complex. The years of ageing are very evident. A potpourri of dark chocolate with sultanas, dried dates and figs appears immediately. Despite being 'only' 46%, the nose is very voluminous. There is a lot going on and it is difficult to grasp. It clearly needs some time and oxygen to breathe and develop.

English orange marmalade with orange peel and roasted apricot with a fine acidity complement the fruity aromas after about twenty minutes in the glass. Other flavours include semi-dried plums, a sliced bourbon vanilla pod, dried tobacco leaves and furniture polish from old Chesterfield chairs.

The bouquet is accompanied by a light minty note and a wonderful old oak aroma with a fine, harmonious spiciness. A wonderful nose that does not hide the extra years in cask, but shows its full potential.


Palate
The opening in the mouth is soft and creamy, but also powerful and rich. A sweetness of toffee and caramel flashes up briefly at the beginning, only to quickly hand over the sceptre to the wood with its present spiciness. There are also pleasant but distinct notes of pepper, combined with a hint of ginger, nutmeg and a touch of cinnamon. It becomes increasingly dry, especially at the sides and front of the mouth. Sultanas and dried tobacco leaves are also present on the palate. The light eucalyptus note is joined by dark chocolate, dried sherry fruit, figs and dates, and a touch of orange marmalade. The chocolate now has more cocoa on the palate than before, and provides a slightly bitter note towards the end.


Finish
Along with the oak and associated bitterness, the finish continues with dried sultanas, prunes and tobacco residue. The fine wood tones in particular make for a very long finish that just won't stop.


Conclusion
This is what a fine sherry whisky matured for over 15 years should smell and taste like. The sherry aromas are present, but never overpowering. They are always in harmony with the other aromas and flavours. The fine chocolate, together with the full range of wood flavours, does the rest to make this one shine. A truly great single malt that, like the other Glendronachs, ranks with my favourite sherried malts. Why did I wait so long?

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Glendronach 1996 17y PX-Cask #1479

 

Whiskybase

English Text-Version


Ich bin kein ausgewiesener Fan-Boy von Glendronach. Aber, wenn ich an sehr guten Sherry-gereiften Whisky denke, dann habe ich ganz klar Glendronach im Hinterkopf. Auf der Liste meiner bisherigen Top-Whiskys stehen mit dem Parliament, Allardice und dem Cask Strenght Batch 1 gleich drei Vertreter dieser Brennerei sehr weit oben. 

Die Temperaturen draußen sind erstmals in diesem Herbst perfekt fürs Verkosten eines intensiven Sherry-Malts. Und da fiel mein Blick in meiner Sample-Kiste auf ein Sample eines Glendronachs aus 1996 der im Rahmen der Single Cask Reihe abgefüllt wurde. Seit 1996 in einem Pedro Ximenez (PX) Sherry Puncheon gereift, kam er 17 Jahre später mit 53,4% in 706 Flaschen. 

Glendronach, noch aus der Zeit als Billy Walker das Sagen hatte, 17 Jahre und PX-Sherry. Was kann da schief gehen?


Aussehen
Dunkles Mahagoni


Nase
Sofort hat man sehr cremige und sehr süße Aromen in der Nase. Anfangs sind es in Rum eingelegten Rosinen mit Datteln und Pflaumen. Unterstützt werden diese Noten von Orangenmarmelade und -sirup mit Balsamico Creme. Das PX-Fass ist mehr als deutlich erkennbar. Aber auch ein leichter Schwefelgeruch macht sich mit Assoziationen nach Streichhölzern und einer Art Muffigkeit bemerkbar. Nach fünfzehn bis zwanzig Minuten öffnet sich der Whisky weiter. Aromen von süßcremigem Toffee und Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen und frisch aus der Schote ausgekratzte Bourbon Vanille übernehmen nun immer mehr das Kommando. Dahinter gibt es immer wieder leicht säuerliche Momente, könnten Brombeeren oder Heidelbeeren sein. Gegen Ende hin findet man auch etwas Möbel- und Schuhpolitur. Der Alkohol ist super eingebunden, die über 53% stören nie in der Nase. Wasser muss man meiner Meinung nach nicht zugeben.


Geschmack
Sehr butterweicher, seidiger Beginn und ein wunderschönes Mundgefühl - der gesamte Mundraum ist beinahe sirupartig bedeckt. Deutliche Süße von cremigem Waldhonig zusammen mit Pflaumenmus, den Rosinen und der Orangenmarmelade. Dann tritt der Schwefel wieder etwas in den Vordergrund - jedoch ist er nicht so präsent, wie im Geruch. Den Mittelteil prägen, neben Milchschokolade mit dem weichem Toffee, vor allem Röstaromen der Haselnüsse und nun auch eine gewisse Würzigkeit vom Eichenholz der Fässer, untermalt mit einer leichten Schärfe - hier vor allem roter Pfeffer mit Muskat und Zimt. Abgerundet wird der Geschmack durch etwas Pfeiffentabak.


Abgang
Der süße Honig und das Pflaumenmus kleben auch im Finish weiterhin im Mundraum und fördern eine schöne cremige Grundkonsistenz. Der süße, traubenmostige Balsamico ist ebenfalls immer noch präsent, ebenso die Eichenholzaromen und getrocknete Tabakblätter. Das Ende gestaltet sich als sehr lange, da hat man noch länger etwas davon.


Fazit
Wieder ein älterer Glendronach aus der Billy Walker Zeit, der in mein Beuteschema passt. Ich kann mit den leichten Schwefelnoten gut umgehen, sie stören mich Gottseidank nicht, sondern sind für mich ein Bestandteil der Komplexität. Ich kann aber gut verstehen, wenn es einem zu aufdringlich ist. Der Alkoholgehalt ist meiner Meinung nach perfekt abgestimmt. Man kann Wasser zugeben, aber man braucht es nicht wirklich. Ein perfekter Dram für die ersten kühlen Tage im Herbst. Er gefällt mir gut, sehr gut. Aber den Allardice von Billy Walker oder den Cask Strenght Batch 1 überholt er in meinem persönlichen Glendronach-Ranking nicht. 

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English Text-Version


I'm not a declared Glendronach fan boy. But when I think of very good sherry-matured whisky, Glendronach is clearly at the back of my mind. On the list of my top whiskies so far, three representatives of this distillery - Parliament, Allardice and Cask Strenght Batch 1 - are very high up. 

The temperatures outside are perfect for tasting an intense sherry malt for the first time this autumn. And that's when my eyes fell on a sample of a Glendronach from 1996 that was bottled as part of the single cask series. Matured in a Pedro Ximenez (PX) sherry puncheon since 1996, it ended up in 706 bottles 17 years later at 53.4%. 

Glendronach, still from the days when Billy Walker was in charge, 17 years and PX sherry. What could go wrong with that?



Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark mahogany


Nose
Immediately you have very creamy and very sweet aromas on the nose. Initially it's sultanas preserved in rum with dates and plums. These notes are supported by orange marmalade and -syrup with balsamic cream. The PX cask is more than clearly recognisable. But there is also a slight smell of sulphur with associations of matches and a kind of mustiness. After fifteen to twenty minutes, the whisky opens up further. Aromas of sweet creamy toffee and milk chocolate with roasted hazelnuts and bourbon vanilla freshly scraped out of the pod now increasingly take command. Behind this, there are always slightly sour moments, could be blackberries or blueberries. Towards the end, there is also some furniture and shoe polish. The alcohol is well integrated, the over 53% never disturbs the nose. In my opinion, you don't have to add water.


Taste
Very buttery, silky start and a wonderful mouthfeel - the whole mouth is almost covered in syrup. Clear sweetness of creamy forest honey along with plum jam, the sultanas and the orange marmalade. Then the sulphur comes to the foreground again - but it is not as present as in the aroma. The middle part is characterised by milk chocolate with soft toffee, roasted aromas of hazelnuts and now also a certain spiciness from the oak wood of the barrels, accompanied by a slight sharpness - here especially red pepper with nutmeg and cinnamon. The taste is rounded off by some pipe tobacco.


Finish
The sweet honey and plum jam continue to stick in the mouth on the finish, promoting a nice creamy base consistency. The sweet, grape musty balsamic is also still present, as are the oak flavours and dried tobacco leaves. The finish turns out to be very long, so you get something out of it for longer.


Conclusion
Again, an older Glendronach from the Billy Walker era that fits into my preference scheme. I can handle the slight sulphur notes well, they don't bother me, thank God, but are part of the complexity for me. However, I can well understand if it is too intrusive for you. The alcohol content is perfectly balanced, in my opinion. You can add water, but you don't really need it. A perfect dram for the first cool days of autumn. I like it very much, very much. But it doesn't overtake the Allardice by Billy Walker or the Cask Strenght Batch 1 in my personal Glendronach ranking. 

Mittwoch, 3. Mai 2023

Glendronach 21y Parliament

 

Whiskybase

English Text Version


Bei Liebhabern von in Sherryfässern gereiften Single Malts gibt es ein paar Leuchtturm-Abfüllungen in den Standard-Reihen von Brennereien, die wohl jeder kennt. Neben Glenfarclas mit seinem 25jährigen und Glengoyne mit dem 21jährigen gehört unbestritten Glendronach mit dem 18jährigen Allardice und natürlich auch seinem älteren Bruder, dem 21jährigen Parliament, dazu. Hier sei noch erwähnt, dass sich die beiden Abfüllungen ihren exzellenten Ruf vor allem unter der Schaffenszeit von Billy Walker bei Glendronach erworben haben. Bei den Abfüllungen jüngerem Baujahres unter der Leitung von Rachel Barrie hat sich die Handschrift deutlich verändert - es geht jetzt mehr hin zu einer moderneren Sherrywhiskyausrichtung. Kann man mögen, kann man nicht mögen. Es ist der Lauf der Zeit.

Die Geschichte rund um Glendronach, den Schließungsjahren und dem eigentlichen Alter der Abfüllungen habe ich in meinem Artikel zum Allardice bereits genauer erläutert. Wenn man von der Richtigkeit der Information ausgeht, dann war der von mir hier verkostete 21y aus dem Jahre 2021 in Wahrheit stolze 26 Jahre alt. Der Parliament reifte in einer Kombination aus PX- und Olorsofässern und kommt mit 48% Alkoholgehalt in die Flasche.  


Aussehen
Dunkles Mahagoni.


Nase
Einmal kurz ins Glas geschnuppert. Sofort ein intensiver voller Geruch nach Powidl, Schokolade und Rosinen. Aber ich gebe dem Parliament seine verdiente Ruhepause im Glas. Aber die erste Nase verspricht großes Kino. Das ist schon Sherrywhisky vom Feinsten. Mit der Zeit wird aus dem Powidl und der Schokolade immer mehr ein homogenes Ganzes, und zwar Pflaumen mit einer Marzipanfüllung und einem Mantel aus dunkler Schokolade. Dazu Rumrosinen mit getrocknen Datteln, süßen Feigen und Heidel- und Brombeeren. Alles sehr gesetzt und sehr voluminös. Hinter der, wohlgemerkt, sehr intensiven Fruchtigkeit, kommen immer stärkere Aromen nach altem Leder, Lederpolitur und Tabak zum Vorschein. Die Nase ändert sich im Minutentakt. Jetzt wird die Fruchtseite etwas heller und säurebetonter - Marmelade aus Sanddorn und Orangen von Darbo. Geröstete Haselnüsse mit Zuckerglasur, getrocknete Schwarzteeblätter mit einer Spur Bergamotteöl, und ein Hauch Minzcreme sowie am Ende aufgeschnittene Bourbon Vanille Stangen. Der Alkohol ist super eingebunden, man merkt ihn kaum bis gar nicht.

Fotocredit: Glendronach


Geschmack
Sehr cremiges, volles Mundgefühl. Der Whisky gleitet weich und elegant mit einer schönen süßen Note in den Mundraum und kleidet diesen komplett aus. Sofort ein süßer, fruchtbetonter Antritt. Vor allem wieder die Backpflaumen, die Schokolade mit den Haselnüssen und auch die Rumrosinen sind deutlich präsent. Die süßen Datteln und Feigen runden den Fruchteinfluss ab. Nach der Süße folgt eine angenehme leicht pfeffrige Schärfe, die von der Würze und den Tanninen der Eichenfässer stammt, in Kombination mit Zimt und Muskatnuss. Dahinter folgen Leder- und Tabakaromen sowie die getrockneten Earl Grey Teeblätter und eine tiefe Vanillenote. Auch im Mund ist der Alkohol perfekt integriert.


Abgang
Die Pflaumen und die Aprikosenröster sind lange im Mund, zusammen mit den Rumrosinen, den Tabak- und Teeblätten zu schmecken. Die Eiche zeigt dich durch eine sehr aromatische bittere Nuance, die durch die anderen Aromen untermalt wird. Lange, sehr lange ist er im Mundraum da. Sehr gut.


Fazit
Ein Whisky zum Hineinlegen. Ich will nur riechen. Das ist so ein typischer Geruchswhisky, da passt alles. Aber man verpasst etwas, wenn man ihn nur verriechen und nicht kosten würde. Auch im Geschmack sehr elegant mit ausdrucksstarkem Aromenspektrum. Man merkt ihm jederzeit sein Alter an, ein Old-School-Style der einfach toll ist. Es ist ein purer Genuss. Hier verstehe ich, wie beim Allardice, warum Glendronach so einen exzellenten Ruf unter den Whisky Connaisseurs hat. Der Allardice aus der Billy Walker Zeit gehört zu meinen All-time Favorites. Dieser Parliament gesellt sich nahtlos in seine Gesellschaft. Ich bin froh, dass ich von diesem Tropfen noch eine volle Flasche besitze. 

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English Text Version

Among lovers of single malts matured in sherry casks, there are a few lighthouse bottlings in the standard series of distilleries that everyone probably knows. Besides Glenfarclas with its 25-year-old and Glengoyne with its 21-year-old, Glendronach with its 18-year-old Allardice and of course its older brother, the 21-year-old Parliament, are indisputably among them. It should be mentioned here that these two bottlings gained their excellent reputation mainly during Billy Walker's time at Glendronach. With the bottlings of more recent vintage under the direction of Rachel Barrie, the handwriting has clearly changed - it now goes more towards a more modern sherry whisky orientation. You can like it, you can dislike it. It's the passage of time.

I have already explained the history of Glendronach, the years of closure and the actual age of the bottlings in more detail in my article on Allardice. Assuming the information is correct, the 21y I tasted here from 2021 was in fact a proud 26 years old. The Parliament matured in a combination of PX and oloroso casks and comes into the bottle with 48% alcohol content.  


Appearance
Dark mahogany.


Nose
A quick sniff in the glass. Immediately an intense full smell of powidl, chocolate and sultanas. But I give Parliament its deserved rest in the glass. But the first nose promises great cinema. This is sherry whisky at its best. As time goes by, the powidl and chocolate become more and more of a homogeneous whole, namely plums with a marzipan filling and a coating of dark chocolate. In addition, rum sultanas with dried dates, sweet figs and blueberries and blackberries. All very set and very voluminous. Behind the, mind you, very intense fruitiness, stronger and stronger aromas of old leather, leather polish and tobacco emerge. The nose changes every minute. Now the fruit side becomes a little brighter and more acidic - jam made from sea buckthorn and oranges by Darbo. Roasted hazelnuts with sugar glaze, dried black tea leaves with a hint of bergamot oil, and a hint of mint cream and sliced bourbon vanilla sticks at the end. The alcohol is super integrated, you hardly notice it if at all.


Taste
Very creamy, full mouthfeel. The whisky glides smoothly and elegantly into the mouth with a nice sweet note, lining it completely. Immediately a sweet, fruit-driven attack. Especially the prunes again, the chocolate with hazelnuts and also the rum sultanas are clearly present. The sweet dates and figs round off the fruit influence. The sweetness is followed by a pleasant slightly peppery spiciness, which comes from the spice and tannins of the oak barrels, in combination with cinnamon and nutmeg. This is followed by leather and tobacco aromas as well as the dried Earl Grey tea leaves and a deep vanilla note. The alcohol is also perfectly integrated in the mouth.


Finish
The plums and apricot roast are long in the mouth, along with the rum sultanas, tobacco and tea leaves. The oak shows you through with a very aromatic bitter nuance underpinned by the other flavours. It's there in the mouth for a long, very long time. Very good.


Conclusion
A whisky to put in your mouth. I just want to smell it. This is such a typical olfactory whisky, everything fits. But you're missing something if you only smell it and don't taste it. Also very elegant on the palate with an expressive aroma spectrum. You can always tell its age, an old-school style that is just great. It is a pure pleasure. Here, as with the Allardice, I understand why Glendronach has such an excellent reputation among whisky connoisseurs. The Allardice from the Billy Walker era is one of my all-time favourites. This Parliament joins his company seamlessly. I am glad that I still have a full bottle of this drop.

Mittwoch, 6. Juli 2022

Glendronach Cask Strength Batch 1

 

Whiskybase

English Version

Der Glendronach 18y Allardice mit der längeren Reifezeit aufgrund der temporären Schließung der Highland Brennerei 1996 bis 2002 ist aktuell sicherlich unter meinen persönlichen Top 3 Malts, vor allem bei Standardabfüllungen. Darum freue ich mich immer, wenn ich einen neuen Glendronach verkosten kann.

Beim bereits erwähnten Geschmacksexperiment in meinem Stamm-Whiskyforum Anfang des Jahres war unter anderem auch ein Blindsample vom Cask Strength Batch 1 dabei. Diese erste Abfüllung der NAS-Serie kam 2012 auf den Markt und ist eine Mischung aus Oloroso- und PX-Sherry Fässern. Fassstark bedeutet hier 54,8%. Insgesamt sind 12.000 Flaschen abgefüllt worden. Aktuell ist man bereits bei Batch 10 angelangt.


Aussehen
Mahagoni


Nase
Die ersten Eindrücke, gleich nach dem Einschenken, kommen von einem Sackerl Studentenfutter - eine Vielzahl an Nüssen, manche davon auch geröstet, getrocknete Rosinen und kandierte Früchte - nussig, süß und rosinig. Sehr voluminös. Nach ein paar Minuten Ruhe im Glas gesellen sich getrocknete wie auch frische reife, saftige Pflaumen hinzu. Aber auch eine süßsaure Note entpuppt sich, Himbeeren und Heidelbeeren. Auch ein Marillenkompott mit einer Prise Vanille ist zugegen. Es ist interessant, wie viele unterschiedlichen Früchte mit der Zeit zum Vorschein kommen. Der Alkohol zeigt sich dazwischen immer wieder mit leichtem Stechen und erfrischendem Menthol in der Nase. Etwas Leder und Zigarrentabakblätter sind ebenfalls im Hintergrund, zusammen mit den allgegenwärtigen Rosinen, im Geruchsspektrum dabei.
Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Dominanz der Rosinen im Geruch zwar etwas gebrochen, sie bleiben aber weiterhin tonangebend. Gleichzeitig wird es etwas würziger aber auch der Alkohol ist mehr zu spüren.


Geschmack
Wow! Was für ein cremig süßes Mundgefühl! Sofort sind die getrockneten Rosinen und Sultaninen im Mund intensiv zu schmecken. Dazu viele Beeren und auch die getrockneten Pflaumen. Der Alkohol schiebt die Aromen kräftig auf die Zunge. Es wird spritzig und würzig mit Pfeffer. Schöne Balance zu der anfänglichen starken Süße. Der Tabak und das Leder sind nun deutlicher als im Geruch, zusammen mit den gerösteten Nüssen aus der Nase sowie dunkle Schokolade und Vanille.
Mit Wasser, aber wirklich nur ein paar wenige Tropfen, wird der Geschmack deutlich harmonischer. Es bleibt weiterhin sehr süß und fruchtig, die nachfolgende Ingwerschärfe reduziert sich ohne aber die Balance zu verlieren.


Abgang
Wärmend und cremig gleitet der Malt die Speiseröhre hinab. Er bleibt weiterhin süß und fruchtig mit Rosinen und Pflaumen. Gegen Ende hin zeigt sich auch das Holz mit einer schönen bitteraromatischen Note - ein Espresso Macchiato mit Cantuccinis, die für die Nussigkeit im Geschmack sorgen. Der Whisky hat ein langes Finish mit dem Kaffee und einer Zigarre im Ledersessel.


Fazit
Beim Geschmacksexperiment nahm er bei mir ex aequo mit dem Mannochmore 1992 den ersten Platz ein. Und das hat er heute wieder bestätigt. Ein wirklich sehr schöner Glendronach, der sich auf meiner Topliste dieser Brennerei haarscharf vor meinem All-Time Favorite, dem alten Allardice, plaziert. Von der Nase bis zum Ende eine tolle fruchtige und zugleich würzige Angelegenheit. Wasser ist nicht wirklich notwendig, wenn dann vielleicht beim Geschmack, aber es geht auch gut ohne. Schöne Erfahrung. Bei den heutigen Preisen wohl kein Großflaschenkandidat, falls man über eine Flasche bei einer Auktion mal stolpern sollte.

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English Version


The Glendronach 18y Allardice with the longer maturation period due to the temporary closure of the Highland distillery in 1996 to 2002 is currently certainly among my personal top 3 malts, especially for standard bottlings. That's why I'm always happy when I can taste a new Glendronach.

During the aforementioned taste experiment in my regular whisky forum at the beginning of the year, a blind sample of Cask Strength Batch 1 was also included. This first bottling of the NAS series came onto the market in 2012 and is a blend of oloroso and PX sherry casks. Cask strength here means 54.8%. A total of 12,000 bottles were bottled. Currently, batch 10 has already been reached.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Mahogany


Nose
The first impressions, right after pouring, come from a bag of trail mix - a variety of nuts, some of them roasted, dried sultanas and candied fruits - nutty, sweet and raisiny. Very voluminous. After a few minutes of rest in the glass, dried as well as fresh ripe, juicy plums join in. But also a sweet and sour note emerges, raspberries and blueberries. An apricot compote with a pinch of vanilla is also present. It is interesting how many different fruits come to the fore over time. The alcohol keeps showing up in between with a slight sting and refreshing menthol on the nose. Some leather and cigar tobacco leaves are also there in the background, along with the ubiquitous sultanas, in the olfactory spectrum.
With a few drops of water, the dominance of the sultanas in the smell is broken somewhat, but they still set the tone. At the same time, it becomes a little spicier but the alcohol is also more noticeable.


Taste
Wow! What a creamy sweet mouthfeel! Immediately, the dried sultanas and sultanas can be intensely tasted in the mouth. Plus lots of berries and also the dried plums. The alcohol pushes the flavours strongly onto the tongue. It becomes tangy and spicy with pepper. Nice balance to the initial strong sweetness. The tobacco and leather are more evident now than on the nose, along with the roasted nuts from the nose as well as dark chocolate and vanilla.
With water, but really only a few drops, the taste becomes much more harmonious. It remains very sweet and fruity, the subsequent ginger spiciness reduces but without losing the balance.


Finish
Warm and creamy, the malt glides down the gullet. It remains sweet and fruity with sultanas and plums. Towards the end, the wood also shows with a nice bitter aromatic note - an espresso macchiato with cantuccinis providing the nuttiness in the taste. The whisky has a long finish with the coffee and a cigar in the leather chair.


Conclusion
In the taste experiment, it took first place with me ex aequo with the Mannochmore 1992. And it confirmed this again today. A really very nice Glendronach, which places itself on my top list of this distillery a hair's breadth ahead of my all-time favourite, the old Allardice. From nose to finish, a great fruity yet spicy affair. Water isn't really necessary, if maybe for the taste, but it's fine without. Nice experience. At today's prices, probably not a big-bottle candidate, should you ever stumble across a bottle at auction.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Glendronach 18y (2018)

 

Whiskybase


Dieser 18jährige Glendronach war eine der allerersten Flaschen, die ich am Beginn meiner Single Malt Reise erstand. Und er war auch einer der ersten, bei dem ich mich über eine Verkostungsnotiz heran wagte. Seitdem hatte ich zahlreiche andere Malts im Glas, den Allardice jedoch nicht mehr. Es gibt einfach so viele Malts da draußen zu verkosten :-)
Es wird daher mal wieder Zeit sich diesem Klassiker zu nähern und zu sehen, ob er mir immer noch so gut gefällt wie damals und was ich diesmal alles in ihm entdecke.


Wie alt ist mein 18jähriger Glendronach überhaupt?
Eine Frage, die bei vielen Whisky- und im besonderen Glendronach-Liebhabern, nicht unwesentlich ist. Vor allem, wenn es darum geht, den Geschmack und die Qualität der Abfüllungen von Glendronach mit anderen gleichaltrigen Abfüllungen anderer Brennereien zu vergleichen. Um also die Frage zu beantworten, muss man ein wenig in die Vergangenheit gehen. Glendronach war von 1996 bis 2002 geschlossen, da wurde nichts destilliert und in Fässer abgefüllt. Nach der Wiedereröffnung entschloss man sich bei Glendronach bei der damaligen Standard Reihe (12y, 15y, 18y, 21y) die Fässer vor der Schließung zu verwenden, ohne das Alter zu korrigieren. Sprich man hatte wesentlich ältere Whiskys in der Flasche.
Meine Abfüllung wurde 2018 abgefüllt, was somit bedeutet, dass der Malt nicht 18 Jahre sondern eher 23 bis 24 Jahre im Fass lag und reifte. 


Nase & Aussehen
Im Glas zeigt er sich mit einem dunklen Mahagoni bzw. mit einem dunklen Kupferstich sowie einer schönen öligen Textur am Glasrand. Der Allardice beginnt sofort mit einer tiefen, intensiven Sherrynase. Der Einfluss vom Olorosofass ist sehr deutlich. Altes Leder vereint sich mit gerösteten Haselnüssen, die in Milchschokolade getunkt sind. Dazu gesellen sich Rosinen in süßem Toffee. Dunkle getrocknete Früchte wie Datteln, Pflaumen und rote Früchte verleihen dem Malt einen tollen Kontrapunkt zu den Leder- und Haselnuss/Schokonoten. Der volljährige Glendronach fügt im Minutentakt weitere Aromen zum Geruchsspektrum hinzu. Toll. Nach ein paar Minuten erscheinen getrocknete Tabakblätter. Die Frucht wandelt sich mehr zu einer saftigen, reifen Orange und roten Beeren und süßsauren Weichseln. Das Alter und die Reifezeit in den Fässern ist an einer gewissen Altherrenzimmerattitüde auszumachen; etwas staubig, gesetzte Kräuter und ein Hauch von Schuhputzzeug.


Geschmack
Der Tropfen beginnt gleich mit einem unglaublich dichten und cremigen Mundgefühl. Sofort am Start begeben sich die dunklen Früchte aus der Nase wie Pflaumen, Datteln und Feige. Aber auch das frische Obst wie Orange, Kirsche und Erdbeeren präsentieren sich reif und süß. Dann kommen die Haselnüsse sowie der Tabak und die Ledereindrücke mit Macht und füllen den Mundraum aus. Auch Muskat und französische Küchenkräuter gesellen sich nun dazu. Zum Abgang hin wandelt sich die Milchschokolade Richtung dunkle Schokolade. 


Abgang
Langes wärmendes Finish, das Leder, der Tabak und die dunkle Schokolade bleiben ewig im Mund. Gegen Ende zeigt sich das Fass durch ein wenig Trockenheit vorne seitlich bei den Wangen. 


Fazit
Ein Meisterwerk. So muss ein Oloroso Sherryfass gereifter Malt sein. Punkt. Ich könnte allein Stunden nur mit Riechen verbringen. Der Alkohol ist perfekt eingebunden, die 46% tragen die Aromen und Geschmacksnoten harmonisch von der Nase bis zum Finish. Ein Genuss. Klar ist der Preis dieser alten Abfüllungen, die sicherlich deutlich älter sind, als am Label steht, stark nach oben geschnellt. Aber der Malt ist schon eine Klasse für sich.

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This 18 year old Glendronach was one of the very first bottles I purchased at the start of my single malt journey. And it was also one of the very first that I ventured beyond a tasting note. Since then, I've had numerous other malts in my glass, but not the Allardice. There are just so many malts out there to taste :-)
So it's time to approach this classic again and see if I still like it as much as I did back then and what I discover in it this time.


How old is my 18-year-old Glendronach anyway?
A question that is not insignificant for many whisky lovers, and Glendronach lovers in particular. Especially when it comes to comparing the taste and quality of Glendronach bottlings with other bottlings of the same age from other distilleries. So to answer the question, you have to go back in time a little. Glendronach was closed from 1996 to 2002, when nothing was distilled and bottled in casks. After the reopening, Glendronach decided to use the casks from before the closure for the then standard range (12y, 15y, 18y, 21y) without correcting the age. In other words, they had much older whiskies in the bottle.
My bottling was bottled in 2018, which means that the malt was not 18 years but rather 23 to 24 years in the cask and matured. 


Nose & Appearance
In the glass, it shows up with a dark mahogany or dark copper tint as well as a nice oily texture around the rim of the glass. The Allardice starts immediately with a deep, intense sherry nose. The influence of the oloroso cask is very clear. Old leather combines with roasted hazelnuts dipped in milk chocolate. This is joined by sultanas in sweet toffee. Dark dried fruits like dates, plums and red fruits give the malt a great counterpoint to the leather and hazelnut/chocolate notes. The full-aged Glendronach adds more flavours to the olfactory spectrum every minute. Great. After a few minutes, dried tobacco leaves appear. The fruit turns more to a juicy, ripe orange and red berries and sweet and sour sour cherries. The age and maturation time in the barrels can be discerned from a certain old-world attitude; a bit dusty, set herbs and a hint of shoegazing.

Foto: whiskybase.com

Taste

The drop starts right away with an incredibly dense and creamy mouthfeel. Immediately at the start, the dark fruits come out of the nose like plums, dates and fig. But also the fresh fruit like orange, cherry and strawberries present themselves ripe and sweet. Then the hazelnuts as well as the tobacco and leather impressions come with power and fill the mouth. Nutmeg and French kitchen herbs also join in now. Towards the finish, the milk chocolate turns to dark chocolate. 

Finish
Long warming finish, the leather, tobacco and dark chocolate lingering in the mouth forever. Towards the end the cask shows through a little dryness at the front side by the cheeks. 


Conclusion
A masterpiece. This is how an oloroso sherry cask matured malt must be. Full stop. I could spend hours just smelling it. The alcohol is perfectly integrated, the 46% carries the aromas and flavours harmoniously from nose to finish. A pleasure. Of course, the price of these old bottlings, which are certainly much older than the label says, has skyrocketed. But the malt is in a class of its own.

Donnerstag, 10. September 2020

Glendronach 1994 20y CW&L


Glendronach 1994


Whiskybase

Das Sample fristet bereits seit gut einem Jahr in meinem Archiv sein stilles Dasein. Und wenn man sich das Abfüllungsdatum mit 2014 ansieht, wurde es schon höchste Zeit diesem Malt eine Chance zu geben. 

Nase & Aussehen
Die Farbe im Glas ist dunkles Kupfer. Wir haben hier eine Vollreifung im Sherry Fass - wohl keine echte Überraschung bei Glendronach - und ein Alkoholvolumen von 55 %. Und gleich vorweg. Wer hier nun die typische Sherrydröhnung eines Glendronachs Allardice oder Parliament erwartet, Fehlanzeige. Das erste was in der Nase ankommt ist eine satte Orange, deren Saft und ein Hauch der Zesten. Auch etwas wie getrocknetes Heu. Leicht mineralische Noten sind ebenfalls im Hintergrund da. Der Alkohol ist leicht zu spüren. Mit der Zeit wird es auch floraler, Feilchenduft weht kurz an der Nase vorbei.
Nach dem ersten Schluck wird es auch in der Nase würziger - die Eiche ist präsenter. Auch die Säure aus dem Geschmack ist nun, kombiniert mit der saftigen Orange, vorhanden.

Geschmack
Schönes ölige Mundgefühl. Oh ja. Da kommt eine Fruchtbombe! Kräftige Orangen und Mandarinen - der Saft. Säuerlich, prickelnd und gleichzeitig sehr fruchtig. Fast schon, als hätte man Fanta mit Schuss im Mund! Aber auch Gewürze sind nun aktiv. Alkohol toll eingebunden. Mit Wasser nimmt das Prickeln, der Alkohol, zwar ab, das Fruchtige jedoch bleibt. Die Süße, eher Fruchtsüße als Zucker oder Karamell, wird mit Wasser jedoch auch reduziert.


Abgang
Yep. Die Würzigkeit der Eiche ist auch am Ende deutlich spürbar. Aber nur eine moderate Bitterkeit vom Fass. Sehr aromatisch ist das Finish mittellang bis doch auch lang im Mund anwesend - ganz am Ende bemerke ich auch so etwas wie leichte Tabakaromen. 

Fazit
Also wenn ich es nicht wüsste, ich hätte hier nie auf einen Glendronach getippt. Wo sind die von den original Abfüllungen bekannten intensiven Sherryaromen? Aber sie gehen nicht ab. Der Malt schmeckt und zwar sehr gut. Trotz den 55% Alkohol braucht der Malt absolut kein Wasser zur Verdünnung, der Alkohol ist wirklich super integriert. Würde mich interessieren, was dies für Sherryfässer waren - ziemlich sicher refill, Frage ist nur ob 2nd oder 3rd.

Donnerstag, 19. März 2020

Blindtasting No. 3


Nase
Beginnen wir mit der Farbe im Snifter. Die ist ein dunkles Gold bzw. Kupfer. Am Glasrand entwickeln sich zahlreiche ölig langsam runter rinnende Legs.
Schöne runde süße Nase gleich zu Beginn. Da sticht nix. Erster Eindruck bei der Nase sind reife rote Äpfel und Orangen mit ein wenig von ihrer Schale. Vanille liegt dahinter. Rundet die Nase zu den Früchten schön ab.
Nach dem ersten unverdünnten Schluck meine ich auch jetzt einige Gewürze wahrzunehmen und Kräuter. Bisschen wie Maggi, Liebstöckl?

Geschmack
Okey!!! Sehr spritzig, feurig beim ersten Schluck. Der hat schön Wumms. Da steckt eine höhere Alkoholstärke dahinter. Süße kommt. Fast ein wenig Rauch würde ich da wahrnehmen. Ist das vielleicht die Eiche - europäische, kräftige? Adstringierend. Trocken werdend am Zahnfleisch. Ledrig, sherrylike.
Mit drei, vier Tropfen Wasser wird die spritzige Schärfe im Mund ein wenig gebändigt. Die Süße zu Beginn bleibt, dann wird es aber sherrylastiger, und zwar wirklich würzig, ledriger. Diese Rauchassoziation bleibt auch jetzt.

Abgang 
Das leicht torfige bleibt auch am Ende im Mund haften. Kräftig, eichig auch hier, wie im Mund. Espresso mit dunkler Schokolade gepaart. Mit wenig Wasser kommt das Holz mehr hervor, aber auf der aromatischen Seite. Er bleibt sehr lange im Mund mit dieser „rauchigen Eiche“.

Fazit
Von der Nase her könnte es ein Sherryfinish sein. Eine komplette Sherryfasslagerung würde ich erstmals ausschließen. Rotwein eher auch nicht. Die Nase ist aber sehr nett.
Auf jeden Fall ist das ein Tropfen, der ergründet werden will. Ich hatte ihn vielleicht knapp 10 Minuten im Glas vor dem ersten Riechen. Könnte sein, dass der mehr Zeit im Glas benötigt.
Vom Geschmack und Abgang her. Vor allem dann mit ein wenig Wasser, tendiere ich dazu, meine Vermutung von der Nase her zu revidieren. Das könnte eine komplette Lagerung in einem Sherryfass sein. In einem Oloroso-Fass vielleicht? Sehr interessant finde ich die leichte Rauchnote, die ich im Mund und im Abgang finde.
Nun gut. Was vermute ich? Ein Sherry Malt in Cask Strength, ich sag mal mindestens 56 - 58%. Olorosofass. Ich sag mal, mindestens 12 Jahre. Schotte. Speyside oder Highlands. Die leichte Rauchnote... hm. Ich glaube wirklich, dass dies kein torfiger Rauch ist, sondern eher von dem Eichenfass kommt.
Brennerei, keine Ahnung. Mir fehlen noch so viele. Der einzige, wo ich eine ähnliche ledrige Assoziation hatte, aber nicht den Rauch, war bis her der Allardice. Aber der ist natürlich nicht so dicht durch die niedrigere Alkoholstärke. Der Caledonia ist auch ledrig, aber hat weniger Süße. Könnts ein Glenfarclas sein? Vielleicht ein Family Cask? Hatte ich noch nie. Weiß ich nicht.
Auf jeden fall ein sehr schöner Malt, der mir gefällt!

Auflösung
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