Cadenhead
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Dienstag, 28. Juli 2026

Loch Lomond 21y 1996 (CA)

 

Whiskybase

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Loch Lomond produziert – wie bereits im Artikel zum Loch Lomond 14 Jahre kurz erwähnt – aufgrund seiner einzigartigen Vielfalt an Brennblasen zahlreiche unterschiedliche Destillatstile. So besitzt der klassische Loch-Lomond-Stil einen Hauch von Rauch, während Inchmurrin vollständig ungetorft daherkommt. Inchmoan hingegen bringt bereits deutlich mehr Rauch mit ins Destillat.

Bei der Cadenhead's-Abfüllung, die ich diese Woche verkoste, findet sich auf dem Etikett lediglich der Hinweis „Distilled at Loch Lomond Distillery“ sowie die Angabe, dass es sich um einen Single Malt handelt. Immerhin schließt das bereits einen Single Grain aus, den Loch Lomond ebenfalls produziert. Welcher Destillatstil – ungetorft, leicht oder stärker getorft – letztlich verwendet wurde, bleibt allerdings offen. Bekannt ist lediglich, dass der Whisky in zwei Bourbon Hogsheads reifte und daraus insgesamt 450 Flaschen mit 51,5 % Vol. abgefüllt wurden.


Aussehen
Dunkles Gelb


Nase
Geht man ausschließlich nach dem Geruch, scheint hier kein rauchiges Destillat im Fass gewesen zu sein. Für mich ist das zunächst eine klassische Inchmurrin-Nase.

Ausgeprägte Vanille, die mich an Vanillepudding mit seiner leicht künstlichen, aber wunderbar nostalgischen Note erinnert und mich sofort in meine Kindheit zurückversetzt. Dazu gesellen sich reife Früchte aus dem Obstgarten – grüne und gelbe Äpfel, Birnen, Weingartenpfirsiche und Aprikosen – begleitet von einer ordentlichen Portion Zitronen- und Limettensorbet. Der Vergleich mit Sorbet kommt nicht von ungefähr, denn der ansonsten hervorragend eingebundene Alkohol sorgt immer wieder für einen angenehm kühlen Frischekick, der die Zitrusaromen regelrecht durch die Nase trägt.

Auch die oft beschriebene Getreidenote von Loch Lomond kann ich problemlos nachvollziehen. Hinter der intensiven Fruchtigkeit zeigen sich immer deutlicher Anklänge von Cerealien, Butterkeksen und Müsli.

Das Alter ist in der Nase jederzeit erkennbar. Die Aromen wirken wunderbar gesetzt und reif, ohne dabei an Intensität eingebüßt zu haben. Gleichzeitig präsentiert sich alles ausgesprochen ausgewogen. Für einen 21-jährigen Whisky hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Komplexität gewünscht, dennoch ist das eine ausgesprochen feine Ex-Bourbon-Nase, wie gemacht für einen warmen Sommertag.


Geschmack
Knackig, frisch und kraftvoll gestaltet sich die erste Begegnung mit dem Whisky am Gaumen. Bereits mit dem ersten Schluck dominieren intensive Zitrusnoten, begleitet von Zitronenzeste. Dadurch entsteht eine schöne Kombination aus frischer Säure und einer dezenten Bitterkeit, als würde man tatsächlich an einem Stück Zitronenschale knabbern.

Fotocredit: whiskybase.com

Dazu gesellen sich salzige Anklänge, die mich an Lakritz erinnern, sowie leicht schmutzige Noten von Asche, die dem Whisky eine überraschende, fast schon funkige Seite verleihen. So hatte ich ihn nach der Nase nicht erwartet. Rauch würde ich allerdings noch immer nicht eindeutig daraus ableiten.

Überhaupt unterscheidet sich der Geschmack deutlich vom Duft. Während in der Nase Vanille und Frucht das Geschehen bestimmen, übernehmen am Gaumen intensive Kräuteraromen die Hauptrolle. Das ist spannend und ausgesprochen eigenständig.

Ab der Mitte treten zunehmend bittere Holzaromen hinzu, die angesichts von 21 Jahren Reife erfreulich zurückhaltend bleiben. Mit jedem weiteren Schluck kehrt die Vanille langsam wieder zurück – ein kleines Chamäleon –, während die Fruchtigkeit weiterhin eher im Hintergrund bleibt.


Abgang
Gegen Ende muss ich meine ursprüngliche Vermutung wohl doch revidieren. Offenbar steckt tatsächlich ein wenig Rauch im Destillat. Nicht viel, aber gerade genug, um diese leicht schmutzige, fast aschige Note auch im Nachhall präsent zu halten.

Dazu kommen etwas trockene Holzspäne, eine feine Bitterkeit sowie ein paar Apfelschalen, die den langen Ausklang begleiten.


Fazit
Dieser Whisky hat mich gehörig an der Nase herumgeführt. Während ich im Duft zunächst überhaupt keinen Rauch erkennen konnte, entwickelte sich am Gaumen zunehmend eine schmutzig-funkige Eigenständigkeit, die mich immer mehr ins Grübeln brachte. Spätestens im Abgang wurde für mich jedoch klar, dass hier vermutlich doch eher der klassische Loch-Lomond-Stil als ein Inchmurrin im Glas gelandet ist.

Unabhängig davon, welcher Destillatstil letztlich verwendet wurde, gefällt mir diese Abfüllung ausgesprochen gut. Sie zeigt eindrucksvoll, wie elegant und ausdrucksstark ein hervorragend gereifter Ex-Bourbon-Whisky sein kann. Das Alter ist jederzeit nachvollziehbar, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Komplexität gewünscht hätte. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau.

Dieser Malt zeigt einmal mehr, dass sich auch abseits der gehypten Brennereien echte Perlen finden lassen. Man muss sie nur entdecken.

Donnerstag, 11. September 2025

Glenrothes 18y (CA)

 

Whiskybase

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In der Vergangenheit brachte die Speyside-Brennerei, malerisch neben einem Friedhof gelegen, nur sehr wenige Abfüllungen heraus, die ausschließlich in Ex-Bourbonfässern reiften. Vor einigen Jahren erschien der Glenrothes Bourbon Cask Reserve mit 40% und Reifung in First Fill Bourbonfässern, 2019 folgte der Vintage 1999 mit 52,8 Prozent und 19 Jahren. Abgesehen davon setzt man bei Glenrothes vor allem auf die Reifung in Sherryfässern.

Auch bei unabhängigen Abfüllern sind reine Bourbonfass-Reifungen äußerst selten. Umso gespannter war ich, als ich auf diesen 18-jährigen Glenrothes von Cadenheads stieß. Puristische Bourbonreifung, volljährig und mit 51,1 Prozent eine Stärke, die zum Trinken geradezu einlädt.


Aussehen
Strohgelb


Nase
Eine sehr charaktervolle Nase, die mit ihrer kernigen, markanten Basis sogar etwas an Ben Nevis erinnert. Direkt nach dem Einschenken dominieren die kernigen Noten zusammen mit frischer Zitrusfrucht. Erst nach einigen Minuten im Glas entfalten sich die eleganten Aromen aus dem Bourbonfass. Der leicht schmutzig anmutende Grundcharakter verbindet sich mit einer feinen Mineralität und harmoniert mit einer guten Portion Vanille sowie mit exotischen Fruchtaromen von Kiwi, Mango und Papaya, begleitet von reifen Aprikosen und gelbem Kernobst. Sehr homogen und rund präsentiert sich dann das Duftbild. Im Hintergrund des süßen Obstkorbs zeigen sich pflanzliche Noten wie frisch geschnittenes Heu, grüne Oliven und Kräuter. Der Alkohol ist perfekt eingebunden und überhaupt nicht spürbar.


Geschmack
Sehr cremig und beinahe wachsig weich fließt der Malt in den Mund. Sofort zeigen sich Süße, leckerer Kuchenteig, Vanille, Aprikosen, reife Birnen und Äpfel. Auch hier treten die mineralischen und kernigen Facetten auf, die dem Gesamteindruck Tiefe verleihen. Danach kommt Ingwerkuchen mit kandierten Früchten hinzu, der für aromatische Schärfe und Würze sorgt. Unterstützt wird dies durch den Einfluss des Eichenfasses, das prickelnde und leicht bittere Noten beiträgt.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Das Finish fällt eher kurz aus, was schade ist, denn der Malt ist ausgesprochen süffig. Vanille, Apfelschalen, Kräuter, einige Krümel vom Kuchen und eine dezente Eichennote ergeben eine angenehme Kombination, die allerdings nicht allzu lange anhält.


Fazit
In letzter Zeit habe ich eine echte Vorliebe für gute Bourbonfass-Reifungen entwickelt. Dieser Glenrothes passt wunderbar in dieses Bild. Abgesehen vom eher kurzen Abgang überzeugt die Abfüllung durchgehend. Das Fass hat hier ganze Arbeit geleistet und klassische Bourbonnoten intensiv in das Destillat getragen. Die leichte Ähnlichkeit zum Grundcharakter von Ben Nevis gefällt mir als Fan dieser Brennerei zusätzlich. Aber auch unabhängig davon bietet diese Abfüllung eine hervorragende Gelegenheit, den Charakter von Glenrothes jenseits der üblichen Sherryfassprägung kennenzulernen.

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Blindtasting No. 6

 

Es war mal wieder Zeit für ein Blindsample. Bolgam Street steht auf dem Samplefläschchen. In dieser Straße befindet sich sowohl Springbank, Glengyle aber auch Cadenhead. Springbank 10y, Kilkerran 12y und Hazleburn 13y aus 2004 aus der Campbeltown Region hatte ich bereits im Glas und alle drei gefielen wir ausnahmslos gut!. Soll ich auf eine falsche Fährte geführt werden, oder ist dies wahrlich ein wohl gemeinter Hinweis? Aber ich lass mich nicht beirren und gehe mal objektiv an die Sache heran. :-)


Nase & Aussehen
Dunkles Gelb. Erstes Einriechen, gleich nach dem Einschenken, fördert frische Aromen nach Gras und Wiese zusammen mit knackigem grünen Kernobst zu Tage. Mit etwas Stehzeit wird der Duft voller. Jetzt ist es eine wunderbare Bourbonfass-Nase. Vanille, Fruchtsüße, reife Marillen, Pfirsich und gelbes Kernobst aber auch leichte Nuancen von tropischen Früchten wie Mango. Alkohol ist sehr gut eingebunden. Keine Frische oder Minze oder andere Aspekte, die ich sonst bei höherem Alkoholgehalt verspüre. Kein Rauch oder Torf. Mit ein paar Tropfen Wasser vermischen sich die Fruchtaromen zu einem schönen Geruchspotpourrie und ein wenig Blütenduft kommt hinzu.


Geschmack
Schönes cremiges Mundgefühl. Süßes Zitronenzuckerl und grüne Trauben. Leicht prickelnd zu Beginn in Kombination mit den Fruchteinflüssen. Fast schon ein leichtes Pfefferl - könnte vom Fasseinfluss, aber vielleicht doch von einem etwas höheren Alkoholgehalt stammen?! Eine gewisse Malzigkeit, die leichte Assoziationen nach süßem Teig verspricht, ist ebenfalls präsent. Auch im Geschmack weiterhin kein Rauch oder Torf. Mit Wasser bleibt der Geschmack grundsätzlich ident. Die Zitrone nimmt ein wenig zu und das Pfefferl ist noch da, jedoch das Prickeln wird abgemildert.


Abgang
Leicht adstringierend am Zahnfleisch vorne. Schöne Holzeinflüsse mit Traubenkernen und Zitronenschalen. Die leichte Pfeffernote ist weiterhin vorhanden. Tippe auf amerikanische Weißeiche beim Holz für die verwendeten Fässer. Mittellanger Abgang bei dem neben den grünen Traubenkernen vor allem die Malzigkeit sich zeigt.


Fazit
Sehr schöner Whisky! Wenn ich Rauch wahrgenommen hätte, hätte ich auf einen Springbank getippt, da ich auch beim 10y Marille und Pfirsich hatte. Gibt es unpeated Springbank? Wirkt reif und somit älter, als er vielleicht ist. 12 Jahre mindestens, wenn nicht sogar um einiges reifer. 


Was ist meine Vermutung?
Bourbonfass gereifter Malt aus Schottland. Von wo? Hm. Ich glaube nicht, dass es Springbank oder Glengyle ist, dazu hatte ich keine Spuren von Rauch in der Nase und vor allem nicht beim Geschmack. Da war nicht dieses „Dreckige“. Daher tippe ich, wenn Bolgam Street passt, auf eine Abfüllung von Cadenhead. Und dann einfach mal auf einen Malt aus den Highlands. Alkoholgehalt zwischen 46% und 50% (da liege ich fast immer daneben). Beim Alter, entweder toll gereifte 12 Jahre oder wesentlich älter mit dann ab 18 Jahren. Und bei der Reifung auf ein Ex-Bourbonfass. Brennerei weiß ich nicht, da fehlen mir noch so viele, vor allem bei Bourbon-Malts. 

Auflösung

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It was time again for a blind sample. Bolgam Street is written on the sample bottle. This street is home to Springbank, Glengyle and Cadenhead. I already had Springbank 10y, Kilkerran 12y and Hazleburn 13y from 2004 from the Campbeltown region in my glass and we liked all three without exception! Am I being led astray, or is this truly a well-intentioned hint? But I won't let myself be misled and will approach the matter objectively. :-)


Nose & Appearance
Dark yellow. First smell, right after pouring, reveals fresh aromas of grass and meadow together with crunchy green stone fruit. With a little standing time, the aroma becomes fuller. Now it is a wonderful bourbon barrel nose. Vanilla, fruit sweetness, ripe apricots, peach and yellow stone fruit but also light nuances of tropical fruits like mango. Alcohol is very well integrated. No freshness or mint or other aspects that I usually feel with higher alcohol. No smoke or peat. With a few drops of water, the fruit flavours blend into a nice olfactory potpourri and a little floral scent comes in.


Taste
Nice creamy mouthfeel. Sweet lemon sugar and green grapes. Slightly tingling at the beginning in combination with the fruit influences. Almost a slight pepperiness - could be from the barrel influence, but perhaps a slightly higher alcohol content after all?! A certain maltiness that promises slight associations with sweet dough is also present. No smoke or peat in the taste either. With water, the taste remains basically identical. The lemon increases a little and the pepper is still there, but the tingling is toned down.


Finish
Slightly astringent on the gums up front. Nice wood influences with grape seeds and lemon peel. The slight pepper note is still present. Guess American white oak for the wood for the barrels used. Medium-long finish with green grape seeds and above all the maltiness.


Conclusion
Very nice whisky! If I had noticed smoke, I would have guessed a Springbank, as I also had apricot and peach in the 10y. Is there an unpeated Springbank? Seems mature and therefore older than it might be. 12 years at least, if not a lot more mature. 


What's my guess?
Bourbon cask matured malt from Scotland. From where? Hmm. I don't think it's Springbank or Glengyle, I didn't have any traces of smoke in the nose for that and especially not in the taste. There wasn't that "dirty" thing. Therefore, if Bolgam Street fits, my money is on a bottling from Cadenhead. And then just a malt from the Highlands. Alcohol content between 46% and 50% (I'm almost always wrong). As for age, either a great matured 12 years or much older with then from 18 years. And with the maturation in an ex-bourbon cask. I don't know the distillery, I'm still missing so many, especially with bourbon malts. 


Solution


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