Glenrothes
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Donnerstag, 11. September 2025

Glenrothes 18y (CA)

 

Whiskybase

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In der Vergangenheit brachte die Speyside-Brennerei, malerisch neben einem Friedhof gelegen, nur sehr wenige Abfüllungen heraus, die ausschließlich in Ex-Bourbonfässern reiften. Vor einigen Jahren erschien der Glenrothes Bourbon Cask Reserve mit 40% und Reifung in First Fill Bourbonfässern, 2019 folgte der Vintage 1999 mit 52,8 Prozent und 19 Jahren. Abgesehen davon setzt man bei Glenrothes vor allem auf die Reifung in Sherryfässern.

Auch bei unabhängigen Abfüllern sind reine Bourbonfass-Reifungen äußerst selten. Umso gespannter war ich, als ich auf diesen 18-jährigen Glenrothes von Cadenheads stieß. Puristische Bourbonreifung, volljährig und mit 51,1 Prozent eine Stärke, die zum Trinken geradezu einlädt.


Aussehen
Strohgelb


Nase
Eine sehr charaktervolle Nase, die mit ihrer kernigen, markanten Basis sogar etwas an Ben Nevis erinnert. Direkt nach dem Einschenken dominieren die kernigen Noten zusammen mit frischer Zitrusfrucht. Erst nach einigen Minuten im Glas entfalten sich die eleganten Aromen aus dem Bourbonfass. Der leicht schmutzig anmutende Grundcharakter verbindet sich mit einer feinen Mineralität und harmoniert mit einer guten Portion Vanille sowie mit exotischen Fruchtaromen von Kiwi, Mango und Papaya, begleitet von reifen Aprikosen und gelbem Kernobst. Sehr homogen und rund präsentiert sich dann das Duftbild. Im Hintergrund des süßen Obstkorbs zeigen sich pflanzliche Noten wie frisch geschnittenes Heu, grüne Oliven und Kräuter. Der Alkohol ist perfekt eingebunden und überhaupt nicht spürbar.


Geschmack
Sehr cremig und beinahe wachsig weich fließt der Malt in den Mund. Sofort zeigen sich Süße, leckerer Kuchenteig, Vanille, Aprikosen, reife Birnen und Äpfel. Auch hier treten die mineralischen und kernigen Facetten auf, die dem Gesamteindruck Tiefe verleihen. Danach kommt Ingwerkuchen mit kandierten Früchten hinzu, der für aromatische Schärfe und Würze sorgt. Unterstützt wird dies durch den Einfluss des Eichenfasses, das prickelnde und leicht bittere Noten beiträgt.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Das Finish fällt eher kurz aus, was schade ist, denn der Malt ist ausgesprochen süffig. Vanille, Apfelschalen, Kräuter, einige Krümel vom Kuchen und eine dezente Eichennote ergeben eine angenehme Kombination, die allerdings nicht allzu lange anhält.


Fazit
In letzter Zeit habe ich eine echte Vorliebe für gute Bourbonfass-Reifungen entwickelt. Dieser Glenrothes passt wunderbar in dieses Bild. Abgesehen vom eher kurzen Abgang überzeugt die Abfüllung durchgehend. Das Fass hat hier ganze Arbeit geleistet und klassische Bourbonnoten intensiv in das Destillat getragen. Die leichte Ähnlichkeit zum Grundcharakter von Ben Nevis gefällt mir als Fan dieser Brennerei zusätzlich. Aber auch unabhängig davon bietet diese Abfüllung eine hervorragende Gelegenheit, den Charakter von Glenrothes jenseits der üblichen Sherryfassprägung kennenzulernen.

Mittwoch, 22. Juni 2022

Glenrothes 1972 SV 33y

 

Whiskybase


Anfang des Jahres habe ich in meinem Whiskyforum des Vertrauens bei einem interessanten Geschmacksexperiment mitgemacht. Dabei bekamen alle Teilnehmer zwölf Blindsamples. Danach musste man die Samples in sechs Duellen gegeneinander verkosten und bewerten. Die Duelle waren Alt gegen Jung, Alter gegen NAS, Sherry gegen Bourbon, Islay Rauch vs Rauch, Fassstark vs Trinkstärke und Gestern gegen Heute. Bis auf zwei Abfüllungen, die aus Irland kamen, waren alle anderen von schottischen Brennereien. 

Die Ergebnisse waren teilweise sehr interessant und zeigten, dass wie sehr man sich beim Verkosten von Whiskys auch von deren Herkunft, Alter, Alkoholstärke, Preis, Flaschendesign, etc. unbewusst beeinflussen lässt. Nicht immer, aber doch auch überraschend häufig. Solche Experimente sind eine hervorragende Übung um sich mal wieder zu erden. Gute Abfüllungen müssen nicht immer die teuersten und ältesten mit dem höchsten ABV sein. 

Der Glenrothes 1972 von Signatory Vintages war mit 33 Jahren die älteste Abfüllung bei diesem Experiment. Gereift in Sherry Fässern und mit 56,6% Alkohol in 549 Flaschen gefüllt. Beim damaligen Erstverkosten hat der Glenrothes sein Duell gewonnen, jedoch nicht die höchste Bewertung von alle 12 Samples - er lag eher im gehobenen Drittel. 

Nun, ein paar Monate später, war es Zeit den Rest im Samplefläschen nochmals zu verkosten.


Aussehen
Dunkles Ockergelb


Nase
Zuerst mal unverdünnt probieren. Sehr zarter Beginn mit Marillenröster, süß aber auch fruchtig sauer. Aber auch noch etwas schüchtern. Der benötigt Zeit und Sauerstoff im Glas. Die gebe ich ihm. Langsam entfalten sich südliche Früchte wie Honigmelonen, aber auch fast ins tropische gehende Aromen nach Mango und Papaya. Der Einfluss vom Alkohol, der anfänglich etwas in der Nase sticht, nimmt mit der Zeit immer mehr ab und es gesellen sich zum Obstkompott auch Kräuternoten und Vanilleschoten hinzu. Nach ungefähr 25 Minuten Standzeit erkennt man erstmals das Sherryfass - dunkle getrocknete Früchte, rote Beeren und Rosinen. Ebenfalls nun auch im Geruchsspektrum vorhanden sind dunkle Schokolade mit gerösteten Haselnüssen und Waldhonig. Sehr interessant wie sich der Whisky im Laufe der Zeit wandelt.
Mit Wasserzugabe kommen die Marillen noch deutlicher zur Geltung, zusammen mit Erdbeeren und Vanille. Der Alkohol ist nun sehr zahm. Der Geruch wirkt wesentlich harmonischer und runder.


Geschmack
Der Malt fließt cremig weich, fast schon wächsern, auf die Zunge. Anfänglich mit süßen, fast schon honigsüßem Geschmacksnoten zeigt sich kurz eine überraschende, fast schon leicht schmutzig staubige zu nennende Seite an ihm. Dann wird es aufgrund des Alkoholgehaltes kräftig und leicht wärmend mit Kräutern und ordentlich Pfeffer sowie Zimt und Muskatnuss. Als Frucht sind nun mehr die helleren Obstsorten am Zug, jedoch insgesamt eher dezent.
Mit Wasser wird er noch weicher und richtig fruchtig und zwar in Richtung tropische Früchte. Die kräftigen Aromen nach Kräutern und der leicht schmutzige Touch sind verschwunden. Generell ist im Geschmack die Reifung in Sherryfässern kaum zu merken.


Abgang
Deutlich adstringierend an den Wangenseiten gegen Ende hin. Die im Geschmack erstmals erkannte leichte schmutzige Note verwebt mit süßen Fruchtanteilen von Beeren und einer schönen sehr leckeren Eiche. Überraschend wenig Bitterkeit für das Alter. Sehr harmonisch. Mittel- bis langes Finish.
Mit einer dezenten Verdünnung kommt auch beim finalen Teil die Frucht mehr heraus. Jedoch auch die Eiche wird präsenter, ohne aber herb zu wirken. Es bleibt gediegen aromatisch. Das Finish verlängert sich durch Wasser deutlich.


Fazit
Dies ist mein erster Malt aus den 1970igern. Tolles Erlebnis so einen Malt einmal im Glas zu haben. Hat er mir gefallen? Ja! Absolut. Vor allem die Nase war eine Wucht. Der Geschmack konnte hier zwar nicht gänzlich mithalten, aber dies ist Jammern auf hohem Niveau. Die Sherryreifung ist nicht immer klar zu merken. Einerseits nach einer längeren Standzeit im Glas im Geruch und am Ende der Verkostung, als ich nochmals am leeren Glas roch, kamen klassiche Sherryaromen zum Vorschein. Aber ist dies schlimm? Nein. Ich denke, dass es 2nd oder 3rd Fill-Fässer gewesen sind, worin der Whisky seine 33 Jahre reifen durfte. Und die Fässer haben dem Malt eine Grundkomplexität vermittelt - so soll es sein. Beim derzeitigen Preis von fast € 1.200,- (lt. Whiskybase.com) erübrigt sich die Frage, ob ich mir eine Großflasche leisten will. Aber ich bin sehr froh, ihn im Glas gehabt zu haben.

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Earlier this year, I took part in an interesting taste experiment on my trusted whisky forum. All participants were given twelve blind samples. Then they had to taste and rate the samples in six duels against each other. The duels were Old vs Young, Old vs NAS, Sherry vs Bourbon, Islay Smoke vs Smoke, Cask Strength vs Drink Strength and Yesterday vs Today. Except for two bottlings that came from Ireland, all the others were from Scottish distilleries. 

Some of the results were very interesting and showed how much one can be unconsciously influenced by the origin, age, alcohol strength, price, bottle design, etc. when tasting whiskies. Not always, but surprisingly often. Such experiments are an excellent exercise in grounding oneself. Good bottlings don't always have to be the most expensive and oldest with the highest ABV. 

The 1972 Glenrothes from Signatory Vintages was the oldest bottling in this experiment, at 33 years old. Matured in sherry casks and bottled at 56.6% alcohol in 549 bottles. When first tasted at the time, the Glenrothes won its duel, but not the highest rating out of all 12 samples - it was more in the upper third. 

Now, a few months later, it was time to taste the rest in the sample bottle again.

Whiskybase.com

Appearance
Dark ochre yellow


Nose
First taste undiluted. Very delicate start with apricot roast, sweet but also fruity sour. But also still a bit shy. It needs time and oxygen in the glass. I give it that. Slowly, southern fruits like honeydew melons unfold, but also almost tropical aromas of mango and papaya. The influence of the alcohol, which initially stings the nose a little, diminishes over time and the fruit compote is joined by herbs and vanilla beans. After about 25 minutes of standing time, the sherry cask is recognisable for the first time - dark dried fruits, red berries and sultanas. Dark chocolate with roasted hazelnuts and forest honey are also present in the aroma spectrum. Very interesting how the whisky changes over time.
With the addition of water, the apricots become even more prominent, along with strawberries and vanilla. The alcohol is now very tame. The smell seems much more harmonious and rounded.


Taste
The malt flows creamy smooth, almost waxy, onto the tongue. Initially with sweet, almost honeyed flavours, a surprising, almost slightly dirty dusty side to it briefly emerges. Then, due to the alcohol content, it becomes strong and slightly warming with herbs and a good amount of pepper as well as cinnamon and nutmeg. The fruit is now more of the lighter fruit varieties, but overall rather discreet.
With water, it becomes even softer and really fruity, in the direction of tropical fruits. The strong aromas of herbs and the slightly dirty touch have disappeared. In general, the maturation in sherry casks is hardly noticeable in the taste.


Finish
Distinctly astringent on the cheek sides towards the end. The slight dirty note first detected in the taste interweaves with sweet fruit parts of berries and a nice very tasty oak. Surprisingly little bitterness for the age. Very harmonious. Medium to long finish.
With a subtle dilution, the fruit comes out more on the final part as well. However, the oak also becomes more present, but without being harsh. It remains solidly aromatic. The finish is clearly prolonged by water.


Conclusion
This is my first malt from the 1970s. Great experience to have such a malt in the glass. Did I like it? Yes! Absolutely. Especially the nose was a stunner. The taste couldn't quite keep up, but that's complaining on a high level. The sherry maturation is not always clearly noticeable. On the one hand, after a longer standing time in the glass in the smell and at the end of the tasting, when I smelled the empty glass again, classic sherry aromas appeared. But is this bad? No. I think it was 2nd or 3rd fill casks in which the whisky was allowed to mature for its 33 years. And the casks have imparted a basic complexity to the malt - that's how it should be. At the current price of almost € 1,200,- (according to Whiskybase.com), the question of whether I want to afford a large bottle is superfluous. But I am very happy to have had it in my glass.



Mittwoch, 30. September 2020

Glenrothes 2006/2020 - 13 Jahre I. The Magician (whic Tarot)

 


Whiskybase

Nase & Aussehen
Der 13jährige Glenrothes schimmert mit einem rötlich goldenen Farbton im Premium Snifter. Dem doch hohen Alkoholgehalt mit 61,8% geschuldet, schmiegt er sich nur als ein dünner Film am Glasrand an und rinnt nur langsam an diesem hinab. 

Gleich zu Beginn in der Nase entwickeln sich ein Potpourri an klassischen Sherrynoten mit einem Hauch an Ledergeruch. Danach präsentiert sich Haselnuss mit dunkler Schokolade überzogen. Die beinahe 62% Alkohol sind erstaunlich gut eingebunden, da ist absolut kein Stechen in der Nase, kein Menthol oder ähnliches. 

Nach ein paar Minuten Entspannungszeit im Glas entwickeln sich sehr schöne Aromen nach weichen Milchtoffees und Milchschokolade mit Orangenstücken mit Zimt und Vanille.

Geschmack
Ein süffiges weiches Mundgefühl. Überraschend prickelnd, pfeffrig startet der Malt. Zusammen mit schönen weihnachtlichen orientalischen Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Muskat. Nach dem ersten Eindruck wird es rasch angenehm fruchtig und süß und bleibt dann auch so bis zum Ende hin. Sehr gut ohne Wasser trinkbar. Mit ein paar Tropfen zur Verdünnung reduziert sich die anfängliche Schärfe und der Malt wird runder. Wenngleich ich dabei bleibe, er ist ohne Wasser spannender.


Abgang
Die Eiche kommt am Ende erst zum Vorschein. Aromatisch und weniger bitter. Der Abgang ist mittellang und wird zum Finale hin nochmals fruchtiger. Mit minimaler Wasserzufuhr kommen noch zarte Tabaknuancen zum Ende hinzu.


Fazit
Wieder ein Glenrothes, der mir gefällt. Der Whisky ist der ideale Begleiter für die herbstliche Stimmung, die gerade beginnt. Diese tolle Toffeenote in der Nase hat mir sehr gut gefallen. Das spritzig/fruchtige im Mundraum war angenehm und wärmend für die kühlere Jahreszeit. Das Sherryfass ist erkennbar, aber hat den Malt gottseidank nicht, wie so oft in jüngster Vergangenheit, übertüncht. 

Wie immer bei den Serien von whic, sind die Flaschen sofort ausverkauft. Ich weiß den Startpreis nicht, aber alles zwischen € 80,- und € 90,- wäre für den Tropfen ok.

Donnerstag, 18. Juni 2020

Glenrothes 22y Amazing Whiskies (whic)

Glenrothes 22y Amazing Whiskies whic


vor wenigen Tagen überreichte mir der Postbote völlig überraschend ein Päckchen vom deutschen Whisky-Händler und gleichzeitigen unabhängigen Abfüller whic. Da bis dato eine Lieferung nach Österreich bei whic nicht am Plan steht, war ich umso erstaunter plötzlich etwas von ihnen in der Hand zu halten. Und nach dem Öffnen war ich mehr als baff und erfreut! Im Paket lag nämlich ein Sample der neuen Abfüllungsserie "Amazing Whiskies", genauer ein Glenrothes 22y mit Sherryfassreifung und 58,8% Alkohol. Ich mag Sherryreifungen sehr und der letzte Glenrothes den ich im Glas hatte, der American Oak 1995/2017, war äußerst lecker und gut. Also mit Vorfreude starten wir mal ins Tasting!

Nase & Aussehen
Der Malt präsentiert sich mit einem schönen satten Bernstein im Tastingglas. Zähflüssig ölig bewegen sich die Schlieren am Rand des Snifter hinab. Ich gebe ihm ein paar Minuten Ruhe im Glas, mit 22 Jahren Alter darf sich der Whisky schon sammeln dürfen. Ja. Der Sherryeinfluss vom Fass ist dann auch sofort zu merken. Dunkle Früchte und rote Beeren, die für mich typischen Orangenzesten und -Fruchtstücke. Vanille. Aromen von einem Rosinenkuchen mit einem Hauch von dunkler Schokolade. Ganz im Hintergrund funkeln immer wieder säuerliche Aromen hervor, wie von sauren Kirschen oder Rhabarber. Der Alkohol ist trotz seiner fast 59% kaum zu merken. Nach dem ersten Schluck, werden die Aromen dichter, jetzt macht er mehr auf. 
Mit Wasser (ca auf rund 50% runter verdünnt) wird er spürbar runder. Die süße und die Frucht werden gefälliger, fast schon austauschbarer. Vanille wird etwas präsenter. 

Glenrothes 22y Amazing Whiskies whic

Geschmack
Beim ersten Probieren ohne Wasserzugabe kommt der Malt mit einer schönen Süße auf den Gaumen. Dann wird es leicht spritzig und eine nicht allzu heftige Pfeffrigkeit kommt dazu. Dann sind Gewürze da und ein wenig Leder. Frucht ist jetzt eher wenig bis kaum mehr zu schmecken. Es dominieren die herben, würzig aromatischen Geschmacksnuancen wie Muskatnuss und auch Nüsse. Beim zweiten Versuch pur bleibt die Süße nun länger im Mund. Aber er ist sehr gut pur zu genießen. Hätte ich bei fast 59% nicht gedacht! Mit Wasser verliert er, sowohl am Körper als auch im Geschmack.

Abgang
Nach hinten hinaus wird es bitterer durch die Eiche. Es ist eher dunkler Mokka. Muskatnuss und das Leder sowie jetzt sogar ein wenig Tabak bleibt länger im Finish vorhanden.

Fazit
Er ist nicht so dunkel im Gesamtwesen wie ein Allardice. Aber es ist ein sehr schöner Sherrymalt. Der Sherry ist präsent, aber er übertüncht nicht. Das Fass war gut. Was er jedoch benötigt ist Zeit im Glas und Muse. Die Aromen und Geschmäcker wollen rausgekitzelt und gelockt werden. Auf Wasser würde ich bei ihm verzichten. Braucht er nicht. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. 
Er ist ein wirklich guter Malt. Er ist bestens geeignet für einen gemütlichen Abend. Würde ich € 150,- für ihn ausgeben? Bei € 120,- würde ich überlegen, da wäre er dann ungefähr in der Preisrange eines AnCnoc 24y. Da jedoch bereits alle Flaschen vergeben sind, ist dies alles nur pure Theorie. Aber bin gespannt, was die weiteren 29 Flaschen dieser Serie bringen werden!

Donnerstag, 16. April 2020

Glenrothes American Oak 1995/2017


Whiskybase

Nase & Aussehen
Die Farbe ist ein schönes kräftiges Gold. Sehr ölige Schlieren sind am Glasrand zu sehen. Der allererste Eindruck - Rosinen. Süßer Rosinenkuchen mit Karamel. Und dazu doch deutliche Sherryaromen. Dörrpflaumen, dunkle rote Früchte. Geröstete Nüsse. Unglaublich intensive Nase. Würzige, fast schon eine florale Nase. Sehr tief. Interessanterweise bekomme ich nach einiger Zeit im Glas als Fruchtnote auch so etwas wie reife Zuckermelone, italienische Urlaubsfeeling inklusive.

Geschmack
Sehr cremiges und weiches Mundgefühl. Spritzig und zugleich süßer Antritt. Eine schöne harmonische Würzigkeit von der Eiche ist sofort präsent im Geschmack. Die Fruchtaromen, die ich in der Nase hatte, sind jetzt vor allem den Gewürzen, wie Zimt und Muskat und der Süße gewichen. Auch die gerösteten Nüsse von der Nase sind weiterhin präsent. Der Alkohol mit 45% Alkohol ist super eingebunden.


Abgang
Intensive Eichenwürzigkeit auch am Ende. Wenig Bitterkeit jedoch von der Eiche. Es kommt ganz am Schluss eine herbe Note, jedoch wirkt sie eher von Traubenkernen oder eben den Nüssen aus der Nase, als von einem Kakao oder dunkler Schokolade. Sehr langes Finish. Die Eiche macht sich richtig breit im Mund und verweilt eine lange Ewigkeit dort.

Fazit
Die Nase ist ein Traum. Kann man stundenlang dran schnuppern. Wer auch Eiche steht, ist hier im Paradies. Aber wir sprechen oder besser schmecken hier vor allem von der aromatischen, süßen, vanilligen Eiche. Nicht von der bitteren herben europäischen. Der gefällt mir ausnehmend gut. Der ist ein Großflaschenkandidat, würde es hier von noch eine Flasche zu einem akzeptablen Preis geben.
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