Dienstag, 13. Oktober 2026

Ben Nevis 23y 1996 (HL)

 

Whiskybase

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Dieser Ben Nevis aus der Old Malt Cask Serie des renommierten schottischen Abfüllers Hunter Laing (HL) lag 23 Jahre, von 1996 bis 2019, in einem Refill Butt. Wie bei dieser Reihe üblich, wurde der Whisky mit 50% vol. Alc., ohne Färbung und ohne Kühlfiltration abgefüllt.

Ich bin einerseits, wie schon des Öfteren hier erwähnt, ein großer Fan von Ben Nevis. Andererseits hatte ich von Hunter Laing einen 24-jährigen Deanston im Glas, der ebenfalls 1996 ins Fass kam und mir damals richtig gut gefiel. Vor allem seine Ausgewogenheit ist mir in Erinnerung geblieben.

Darum bin ich richtig gespannt, was Hunter Laing auch mit diesem 1996er gezaubert hat und ob mir dieser Whisky ebenfalls wieder so gut schmecken wird.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Man muss dem Malt ein wenig Zeit im Glas gönnen. Dann entfaltet sich sein Aroma von Minute zu Minute mehr.

Sehr fein! Das Refill Sherry Fass hat auch nach dieser langen Reifeperiode das charakteristische Brennereiprofil von Ben Nevis nicht übertüncht. Von Anfang an findet man den typischen, kernigen Grundstil mit Noten von Cerealien und Malz sowie einer leicht herben Mineralik.

Darüber hinaus macht sich der Einfluss des Sherryfasses durchaus kräftig bemerkbar, und zwar in Form von Erdbeeren, Heidelbeeren und Honigmelone, einer leichten Säure von Orangenmarmelade, aber auch einigen getrockneten Haselnüssen.

Zusätzlich liegt die ganze Zeit eine angenehme, nicht allzu intensive Süße von Karamell und Vanillesauce unterschwellig in der Nase.

Das Alter ist durchaus präsent. Der Alkohol spielt nie eine Rolle. Die Aromen sind allesamt sehr ausgewogen, haben Körper und stehen in wohltuendem Einklang miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der wirklich ansprechende Gesamteindruck aus der Nase setzt sich anstandslos am Gaumen fort. Wenn überhaupt, wird er sogar noch gesteigert. Das Mundgefühl ist cremig, weich und samtig. Trotzdem hat der Whisky genug Körper und Kraft, um zu glänzen.

Zuerst ist da die Süße von Karamell, aber wieder sehr fein und nicht zu ausgeprägt. Dazu kommen viel Vanille und jede Menge Frucht, vor allem gekochtes Obst aus dem Garten, aber auch Mango, Honigmelone und Erdbeeren. Wirklich sehr delikat.

Dann erscheinen leicht angeröstete Haselnüsse, etwas Milchschokolade und Tabakblätter. Dazu gesellen sich eine angenehme Würzigkeit vom Holz des Fasses und eine dezente Schärfe von frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer.

Der Alkohol ist im Mund zwar deutlicher erkennbar als in der Nase, spielt aber auch hier keine entscheidende Rolle.


Abgang
Die würzige, leicht scharfe Note setzt sich zusammen mit dem Tabak und den Sherryaromen im durchaus langen Finale fort. Neben dunkler Schokolade und einer Restsüße der Früchte tritt mit der Zeit etwas mehr robuste Herbe vom Holz zutage.


Fazit
Der macht richtig Freude. Das ist so ein Whisky, mit dem man sich richtig lange beschäftigen kann und will. Der Ben Nevis ist zwar nicht der komplexeste Malt, aber er ist richtig on point. Gediegen, mit einem guten, kompakten Körper, bei dem der Brennereicharakter immer noch gut durchkommt.

Trotz seines Alters hat er eine gewisse Frische nicht verloren, die vor allem durch seine Fruchtigkeit in der Nase sehr positiv auffällt. Die fast 90 Punkte auf Whiskybase kann ich absolut nachvollziehen und gehe bei dieser Bewertung gerne mit.

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