Ben Nevis
Posts mit dem Label Ben Nevis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. Oktober 2026

Ben Nevis 23y 1996 (HL)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL 


Dieser Ben Nevis aus der Old Malt Cask Serie des renommierten schottischen Abfüllers Hunter Laing (HL) lag 23 Jahre, von 1996 bis 2019, in einem Refill Butt. Wie bei dieser Reihe üblich, wurde der Whisky mit 50% vol. Alc., ohne Färbung und ohne Kühlfiltration abgefüllt.

Ich bin einerseits, wie schon des Öfteren hier erwähnt, ein großer Fan von Ben Nevis. Andererseits hatte ich von Hunter Laing einen 24-jährigen Deanston im Glas, der ebenfalls 1996 ins Fass kam und mir damals richtig gut gefiel. Vor allem seine Ausgewogenheit ist mir in Erinnerung geblieben.

Darum bin ich richtig gespannt, was Hunter Laing auch mit diesem 1996er gezaubert hat und ob mir dieser Whisky ebenfalls wieder so gut schmecken wird.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Man muss dem Malt ein wenig Zeit im Glas gönnen. Dann entfaltet sich sein Aroma von Minute zu Minute mehr.

Sehr fein! Das Refill Sherry Fass hat auch nach dieser langen Reifeperiode das charakteristische Brennereiprofil von Ben Nevis nicht übertüncht. Von Anfang an findet man den typischen, kernigen Grundstil mit Noten von Cerealien und Malz sowie einer leicht herben Mineralik.

Darüber hinaus macht sich der Einfluss des Sherryfasses durchaus kräftig bemerkbar, und zwar in Form von Erdbeeren, Heidelbeeren und Honigmelone, einer leichten Säure von Orangenmarmelade, aber auch einigen getrockneten Haselnüssen.

Zusätzlich liegt die ganze Zeit eine angenehme, nicht allzu intensive Süße von Karamell und Vanillesauce unterschwellig in der Nase.

Das Alter ist durchaus präsent. Der Alkohol spielt nie eine Rolle. Die Aromen sind allesamt sehr ausgewogen, haben Körper und stehen in wohltuendem Einklang miteinander.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der wirklich ansprechende Gesamteindruck aus der Nase setzt sich anstandslos am Gaumen fort. Wenn überhaupt, wird er sogar noch gesteigert. Das Mundgefühl ist cremig, weich und samtig. Trotzdem hat der Whisky genug Körper und Kraft, um zu glänzen.

Zuerst ist da die Süße von Karamell, aber wieder sehr fein und nicht zu ausgeprägt. Dazu kommen viel Vanille und jede Menge Frucht, vor allem gekochtes Obst aus dem Garten, aber auch Mango, Honigmelone und Erdbeeren. Wirklich sehr delikat.

Dann erscheinen leicht angeröstete Haselnüsse, etwas Milchschokolade und Tabakblätter. Dazu gesellen sich eine angenehme Würzigkeit vom Holz des Fasses und eine dezente Schärfe von frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer.

Der Alkohol ist im Mund zwar deutlicher erkennbar als in der Nase, spielt aber auch hier keine entscheidende Rolle.


Abgang
Die würzige, leicht scharfe Note setzt sich zusammen mit dem Tabak und den Sherryaromen im durchaus langen Finale fort. Neben dunkler Schokolade und einer Restsüße der Früchte tritt mit der Zeit etwas mehr robuste Herbe vom Holz zutage.


Fazit
Der macht richtig Freude. Das ist so ein Whisky, mit dem man sich richtig lange beschäftigen kann und will. Der Ben Nevis ist zwar nicht der komplexeste Malt, aber er ist richtig on point. Gediegen, mit einem guten, kompakten Körper, bei dem der Brennereicharakter immer noch gut durchkommt.

Trotz seines Alters hat er eine gewisse Frische nicht verloren, die vor allem durch seine Fruchtigkeit in der Nase sehr positiv auffällt. Die fast 90 Punkte auf Whiskybase kann ich absolut nachvollziehen und gehe bei dieser Bewertung gerne mit.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Ben Nevis 10y 2014 (Wilson & Morgan)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL. 


Wir erleben gerade die längste und intensivste Hitzewelle mit teilweise über 40 °C für einen Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Da ist der Konsum von Alkohol – insbesondere hochprozentiger Spirituosen – eher nicht empfehlenswert. Und wenn doch, dann greift man meist lieber zu kühlen Mixgetränken mit Eiswürfeln wie Aperol Spritz, Limoncello Spritz oder einem Gin Tonic.

Ein schwerer, intensiver Single Malt in Fassstärke aus einer Port- oder Sherryvollreifung passt dazu zunächst nicht ins Bild – und oft auch nicht auf den Gaumen. Der Alkohol wirkt schärfer, die Aromen erscheinen konzentrierter, vor allem die Eichenwürze tritt stärker hervor, und irgendwie will das Gesamtbild einfach nicht so recht funktionieren.

Das kann ich zu 100 % nachvollziehen. Trotzdem habe ich auch im Sommer immer wieder Lust auf einen Whisky – sofern es nicht gerade ein esterreicher Jamaica Rum oder ein Vertreter einer anderen Karibikinsel wird. Doch auf welche Art von Whisky habe ich bei sommerlichen Temperaturen eigentlich Lust?

Wenn ich von Whisky spreche, schließe ich dabei auch amerikanische Bourbons und Ryes mit bis zu etwa 50 % vol. ein. Die funktionieren für mich selbst an heißen Tagen hervorragend – auch pur und ohne Eis.

Bei Single Malts greife ich dagegen bevorzugt zu Abfüllungen aus Ex-Bourbonfässern oder solchen mit Weißweinreifung beziehungsweise entsprechendem Finish. Auch klassische Refill Hogsheads passen für mich wunderbar in diese Jahreszeit. Die Kombination aus Vanille, hellen und tropischen Früchten, Kokos sowie einer angenehmen Süße macht für mich einen echten Sommer-Whisky aus.

Mit diesem zehnjährigen Ben Nevis aus dem Jahr 2014 vom italienischen unabhängigen Abfüller Wilson & Morgan habe ich genau eine solche Abfüllung erwischt. Nach der Grundreifung in zwei Ex-Bourbonfässern erhielt der Whisky ein ungewöhnlich langes, 64 Monate dauerndes Finish – jeweils zur Hälfte in einem Second-Fill-PX- und einem Second-Fill-Oloroso-Sherryfass. Das Ergebnis sind 777 Flaschen mit angenehmen 48 % vol.


Aussehen
Helles Orangegold.


Nase
Bei den aktuellen Rekordtemperaturen muss selbst ein Whisky mit 48 % vol. zunächst etwas Luft bekommen, damit der Alkohol nicht zu dominant wirkt.

Die zusätzliche Ruhephase tut ihm ausgesprochen gut. Der Alkohol rückt merklich in den Hintergrund und macht Platz für die typisch kernigen Frühstücksmüsli-Noten von Ben Nevis. Dazu gesellen sich reife Zitrusfrüchte, Marillen und Pfirsiche. Mit zunehmender Zeit im Glas entwickelt sich der Duft immer stärker in Richtung matschiger, süßer gelber Trauben – fast so, als würden sie bereits für die Weinbereitung eingemaischt.

Den Einfluss der Sherryfässer erkennt man vor allem an nussigen Noten sowie einer cremigen Textur, die entfernt an weiche Feigen und Datteln erinnert.

Selbst bei dieser Hitze funktioniert der Ben Nevis in der Nase erstaunlich gut.

Fotocredit: Wilson & Morgan


Geschmack
Typischer Ben-Nevis-Stil auf Bourbonfassbasis – lecker.

Der Auftakt ist cremig und weich, begleitet von einer honigartigen Süße. Kurz darauf folgen Marillen- und Pfirsichröster mit Vanillesauce. Die bereits aus der Nase bekannten Cerealien sorgen erneut für den kernigen Brennereicharakter.

Hinzu kommen dezente mineralische Noten. Pekannüsse und Haselnüsse verbinden sich mit Feigen, Datteln und einer feinen Tabaknote, die klar auf die Sherryfässer zurückzuführen ist. Insgesamt bleibt das Aromenbild jedoch deutlich auf der helleren, fruchtigeren Seite.

Der Alkohol ist – vermutlich auch der sommerlichen Wärme geschuldet – ab der Mitte bis ins Finale gut wahrnehmbar, wirkt aber niemals störend oder unausgewogen.


Abgang
Leichte Tannine sorgen für zartbittere Eindrücke. Die Sherrynoten treten im Finale am deutlichsten hervor und werden von süßen, weichen Rosinen begleitet. Der Abgang fällt mittellang aus, wobei insbesondere die Eiche und die Rosinen noch längere Zeit am Gaumen nachklingen.


Fazit
Auch bei hochsommerlichen Temperaturen lässt sich dieser Ben Nevis ausgesprochen gut trinken. Die Kombination aus der Ex-Bourbon-Grundreifung und dem langen Finish in zwei Second-Fill-Sherryfässern gefällt mir ausgesprochen gut. Trotz der ungewöhnlich langen Nachreifung bleibt der typische Ben-Nevis-Charakter jederzeit erhalten. Die Sherryfässer ergänzen ihn um nussige und dunkelfruchtige Facetten, ohne den Brennereicharakter zu überdecken.

Kurzum: ein ausgesprochen gelungener und sehr trinkbarer zehnjähriger Ben Nevis aus der Brennerei bei Fort William.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Ingelred Ben Nevis 2001 21y (Blackadder)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Ben Nevis hat sich im Jahr 2025 gemeinsam mit Highland Park und Bruichladdich, hier sowohl mit den ungetorften Abfüllungen als auch mit den rauchigen Vertretern der Port Charlotte und Octomore Serie, zu einer meiner absoluten Lieblingsbrennereien entwickelt.

An der Brennerei, die am Fuß des gleichnamigen höchsten Berges Schottlands und Großbritanniens liegt, schätze ich vor allem den kräftigen Körper des Destillats mit seinem nicht ganz sauberen, würzigen Grundcharakter und der ausgeprägten Mineralität. Besonders in Ex-Bourbon gereiften Abfüllungen kommen diese Eigenschaften für mich hervorragend zur Geltung. Genau hier spannt sich auch der Bogen zu meinem heutigen Verkostungsobjekt. Im Herbst 2024 hatte ich einen siebzehnjährigen Ben Nevis von Ingelred mit Ex-Bourbon Ausbau im Glas, und genau dieser Whisky entfachte meine Begeisterung für diesen Stil endgültig.

Bei diesem einundzwanzigjährigen Vertreter aus dem Jahr 2001 liegt der Fokus jedoch etwas anders. Nach zehn Jahren Reifung im Bourbonfass erhielt der Whisky eine weitere elfjährige Nachreifung in kalifornischen Rotweinfässern. Ich war entsprechend gespannt, wie stark sich diese zweite Fassbelegung auswirken würde und ob sie den Grundcharakter des Destillats womöglich überdeckt. Die Neugier war groß.

Die 46,4 Prozent Alkoholgehalt sollen laut Angaben Fassstärke sein. Über die 21 Jahre hinweg scheinen die Engel jedoch ausgiebig gefeiert zu haben, denn der Angel Share fällt hier durchaus beachtlich aus.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit Anklängen von dunklem Blütenhonig


Nase
Ich gönne dem Whisky einige Minuten Ruhe und nutze die Zeit, um das Glas sanft in der Hand zu erwärmen. Der erste Eindruck wirkte noch etwas unruhig und war vor allem von einer säuerlichen Traubenfruchtigkeit geprägt.

Der einundzwanzigjährige Ben Nevis belohnt diese Geduld jedoch eindrucksvoll. Die säuerlichen Weintrauben bleiben zwar präsent, doch der Whisky öffnet sich nun deutlich und entfaltet ein harmonisches Zusammenspiel der Aromen. Sehr reife, weiche Birnen und Erdbeeren erweitern den imaginären Obstkorb. Hinzu kommen cremige Milchschokolade, leicht geröstete Haselnüsse und kernige Cerealien, die sich gemeinsam zu einem Bild eines Nussini Schokoriegels fügen. Auch Vanille und Karamell sind klar wahrnehmbar.

Im Hintergrund schwebt durchgehend eine feine Mineralität, die an Kalkstein oder Staub von Lössböden erinnert, auf denen Weinreben wachsen. Der Alkohol hält sich dezent zurück und ist hervorragend eingebunden. Nach wenigen Minuten wirkt die Nase gesetzt und reif. Man spürt das Alter deutlich, denn die Aromen zeigen Kraft, ohne je aufdringlich zu wirken, und präsentieren sich ausgesprochen harmonisch.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich und cremig beginnt der Whisky seinen Auftritt am Gaumen, getragen von deutlichen Noten süßen Dulce de Leche. Das Mundgefühl ist voll und angenehm. Das Milchkaramell erhält Unterstützung von noch warmen, eingekochtem Erdbeerkompott, das eine fein abgestimmte Säurenote mitbringt. Im weiteren Verlauf zeigen sich Rosinen, Milchschokolade und leicht geröstete Nüsse.

Zimt und Ingwer sorgen zwischendurch für eine angenehme Würze und leichte Schärfe, die jedoch nur kurz anhält und rasch wieder von einer süßfruchtigen Erdbeersauce mit Vanillecreme abgelöst wird. Zum Ende hin treten die bereits aus der Nase bekannten mineralischen Noten erneut hervor, begleitet von einem kernigen, getreidigen Müsliton. Auch am Gaumen bleibt der Alkohol unauffällig, ohne Brennen oder Schärfe.


Abgang
Der Malt fließt wärmend den Rachen und die Speiseröhre hinab. Der Geschmack von Traubentrester mit leicht herben Noten von Schalen und Kernen hält lange an, begleitet von dezenter Holzwürze ohne Bitterkeit sowie von Rosinen und Erdbeeren.


Fazit
Ein hervorragender Whisky. Als erklärter Ben Nevis Fan mag ich hier vielleicht nicht ganz unvoreingenommen sein. Als puristischer Liebhaber von Ex-Bourbon Abfüllungen stehe ich jedoch Veredelungen in Sherry oder gar Weinfässern meist skeptisch gegenüber, da sie den Charakter von Ben Nevis häufig überdecken.

Bei dieser Abfüllung ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Die lange Nachreifung in Rotweinfässern prägt den Whisky zwar deutlich, lässt aber jederzeit den markanten Grundcharakter von Ben Nevis erkennen. Auch das Alter von 21 Jahren ist klar spürbar, insbesondere im harmonischen und ausgewogenen Zusammenspiel der Aromen.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Ben Nevis 2013 11y The Maltman (MBl)

 

Whiskybase

English Text-Version


Beim letzten Besuch meines Whiskyhändlers, dem Hirschenbrunner in Wien, und dem gleichzeitigen Treffen mit meinen Cask Strength Girlz and Boyz, war mir für den Abend nach einem gemütlichen feel good Whisky. Beim Flanieren durch das Geschäftslokal, an den vollen Regalen vorbei, blieb mein Blick an einem Ben Nevis hängen.

Es ist spätestens nach meiner Lobeshymne auf den Ingelred Ben Nevis 17y 2005 aus dem Ex-Bourbonfass kein Geheimnis mehr, dass mir Ben Nevis und Ex-Bourbon-Reifung in Union sehr gut gefallen. Daher war die Entscheidung für den Ben Nevis 2013 11y von Meadowside Blending eine leichte. Die Flasche wurde auch sogleich geöffnet und probiert. Und, was soll ich sagen, es war ein gelungener Abend mit einem sehr netten Begleiter.


Aussehen
Strohgelb.


Nase
Der Geruch teilt sich zu Beginn einerseits ins herb Malzige mit einer guten Portion an Müsli und Getreide. Andererseits finden sich mit hellen Trauben mit einer angenehmen Säure, noch nicht gänzlich reifen grünen Birnen sowie getrockneten Bananenscheiben doch recht viel Frucht. Die Kombination dieser Aromen ist dem Duft eines trockenen Grünen Veltliner Weißweins mit seiner sortentypischen knackigen Frische und Spritzigkeit (dem Pfefferl auf österreichisch) nicht unähnlich. Untermalt wird dieses Geruchs-Gemenge vom Duft einer aufgeschnittenen Vanilleschote und einer Funk-Note, die neben Mineralität vor allem leicht schmutzig anmutend. Dafür sorgt auch eine ordentliche Würzigkeit vom Holz, die mit einer dezenten Menthol Note einhergeht.

Nach ein paar Minuten im Glas wird die Vanille intensiver, neben Milchschokolade finden sich zusätzlich auch grasige Aromen. Der kantige Brennereicharakter von Ben Nevis kommt hier wirklich schön zur Geltung.


Geschmack
Sehr netter Anfang! Sehr cremig, fast schon butterweiches Mundgefühl, dass mit einer intensiven Süße nach Honig und Karamell überrascht. Neben einer zerdrückten weichen Banane ist die Birne nun deutlich reifer geworden. Die Vanille aus der Nase ist im Geschmack von Anfang an sehr deutlich und intensiv.

Nach diesem süßen Intermezzo erscheint eine Scheibe frischen Ingwer mit seiner aromatischen Schärfe. Hinzu gesellen sich dunkle Schokolade, würziges, leicht angebräuntes Holz - aber kein Rauch! - und in Anklängen wieder dieser nette leicht schmutzige Funk.

Alkohol ist ideal eingebunden, Wasserzugabe verändert die Aromen nicht merklich und ist nicht wirklich nötig.


Abgang
Richtung Finish zeigt sich wieder mehr Holzeinfluss, der sich durch eine leichte Bitterkeit und Herbe widerspiegelt. Zusätzlich sorgen die weiche Banane zusammen mit der Haut und den Kernen der hellen Trauben auch im Abgang für einen fruchtigen Aspekt, der in einem mittel- bis durchaus langem Finish mündet.


Fazit
Diese Abfüllung macht mir wieder deutlich, warum ich Ben Nevis zusammen mit Ex-Bourbon Fässern so schätze. Der robuste Brennereicharakter und das Geschmacksprofil harmonieren einfach hervorragend mit Bourbonfässern. Der Kollege ist gefährlich süffig. Die Flasche wird nicht lange überleben. Gut so!

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


On my last visit to my local whisky retailer, Hirschenbrunner in Vienna, and meeting up with my Cask Strength Girlz and Boyz at the same time, I was in the mood for a cosy, feel-good whisky for the evening. Strolling through the shop, past the full shelves, my eyes were caught by a Ben Nevis.

It's no longer a secret that I'm very fond of Ben Nevis and ex-bourbon casks, especially after my praise of the Ingelred Ben Nevis 17y 2005 from the ex-bourbon cask. So the decision to try the Ben Nevis 2013 11y from Meadowside Blending was an easy one. The bottle was opened and a taste was taken immediately. And what can I say, it was a successful evening with a very nice companion.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Straw yellow in colour.


Nose
To begin with, the nose is divided into a tart malty flavour with a good portion of muesli and cereals. On the other hand, there is a lot of fruit, with green grapes with a pleasant acidity, unripe green pears and dried banana slices. The combination of these flavours is not dissimilar to the aroma of a dry Grüner Veltliner white wine, with its typical crisp freshness and effervescence (Pfefferl in Austrian). This mixture of aromas is underpinned by the scent of a cut vanilla pod and a funky note which, in addition to the minerality, is above all a little bit dirty. There is also a subtle spiciness from the wood, accompanied by a hint of menthol.

After a few minutes in the glass, the vanilla becomes more prominent and, along with the milk chocolate, there are also grassy notes. The edgy distillery character of Ben Nevis really comes through here.


Palate
A very nice beginning! The texture is very creamy, almost buttery, with a surprisingly intense sweetness of honey and caramel. In addition to a soft, mashed banana, the pear has now become much more ripe. The vanilla from the nose is very clear and intense on the palate right from the beginning.

After this sweet opening, a slice of fresh ginger appears with its aromatic spiciness. Dark chocolate, spicy, slightly toasted wood - but no smoke! - and hints of that nice, slightly dirty funk.

The alcohol is well integrated, the addition of water does not change the flavours noticeably and is not really necessary.


Finish
Towards the finish, there is more wood again, which is reflected in a slight bitterness and astringency. The soft banana and the skins and seeds of the white grape also add a fruity aspect to the finish, which is medium to long.


Conclusion
This bottling reminds me why I love Ben Nevis and ex-bourbon casks so much. The robust distillery character and the flavour profile simply harmonise perfectly with Bourbon casks. This colleague is dangerously drinkable. The bottle won't last long. And that's a good thing!

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Ingelred Ben Nevis 2005 17y (Blackadder)

 

Whiskybase

English Text-Version


Still und heimlich hat sich Ben Nevis richtig weit nach oben in der Rangliste meiner Lieblingsbrennereien katapultiert. Neben dem klassischen Zehnjährigen aus der Original-Reihe sind es vor allem die unabhängigen Abfüllungen, die mir zu gefallen wissen.

So auch kürzlich beim Besuch der Whisky Messe Austria, als ich am Stand von Genuss am Gaumen den 15jährigen Ben Nevis 2007 mit PX-Finish aus der Ingelred Reihe vom unabhängigen Abfüller Blackadder im Glas hatte. Tolle Kombination aus Destillat und Fassreifung. Der war einfach gut und eins der Highlights meines Messebesuches. 

Als Messe-Mitbringsel wurde es nach kurzer Überlegung dann sein älterer Bruder, der 17jährige Ben Nevis 2005 mit einer ausschließlichen Lagerung in einem Ex-Bourbon Cask. Ich wollte einfach eine weitere Flasche aus der Reihe verkosten und da kam mir der fast volljährige gerade richtig. Und reine Bourbonfassreifungen gefallen mir auch zunehmend besser.

Im Mai 2005 destilliert wurden 248 Flaschen mit 56,1% Alkoholstärke sowie ohne zusätzliche Farbzugabe und Kühlfiltration im April 2023 aus dem Bourbon-Fass abgefüllt.


Aussehen
Strohgold.


Nase
Ein paar Minuten Zeit und Ruhe im Glas tun dem Whisky gut. Für seine Geduld wird man mit einer feinen klassischen Bourbon-Nase belohnt. Sehr delikat, wenn man diese elegante, vielleicht auch etwas altmodische Art des Whiskys, mag. Saubere, gesetzte Aromen von Gerste, Haferkeksen, Zitronenabrieb mit frisch gepresstem Zitronensaft und einer sehr großen Portion an Bourbon Vanille. Reife gelbe Äpfel sowie helle Weintrauben komplettieren den Obstkorb im Geruch. Im Hintergrund liegend und mit Fortdauer mit immer mehr Kraft ausgestattet sind auch würzige, vom Eichenfass herrührende, Düfte am Werk. Der Alkohol, der anfangs immer wieder kurz in der Nase kitzelt, integriert sich ebenfalls mit mehr Zeit und Sauerstoff immer besser.

Mit Wasserzugabe zeigt sich ein Duft nach einem warmen süßen Gebäck mit Vanillepuddingfüllung. Krass. Die fruchtige Seite wird durch die Verdünnung ebenfalls verstärkt. Die Würzigkeit nimmt ab, aber bleibt weiterhin vorhanden.


Geschmack
Süß, fruchtig, würzig, lecker. Mein Blitz-Resümee in aller Kürze vom unverdünnten Inhalt. Der Beginn überrascht förmlich mit einer sehr intensiven Süße, die durch eine für mich undefinierbare Fruchtkomponente verstärkt wird. Es ist keine Zitrus-Note. Es könnten die Weintrauben aus der Nase sein. Oder die Aprikosen, die jedoch von der Frucht zum Kompott geworden sind. Dies würde für die Cremigkeit sprechen, die mit der Süße einher geht. Der Süße auf dem Fuße folgt eine ebenfalls überraschende Schärfe. Ein wahrlich ordentliches Pfefferl, dass sich hier präsentiert. Diese kernige Robustheit hätte ich dem Ben Nevis nach seinen 17 Jahren Reifung nicht zugetraut. Ob es von den knapp 56% oder von der Würze des Holzes stammt, kann ich nicht eruieren.

Mit Wasser, ungefähr auf knapp unter 50% verdünnt, wird der Whisky gefährlich süffig. Die Süße ist weiterhin vom Start weg prägend, jedoch ist von der Pfeffernote nur noch wenig übrig. Viel runder und harmonischer präsentiert er sich nun.


Abgang
Gegen Ende hin zeigt sich eine leichte Bitterkeit, als wenn man die Haut der Trauben isst oder an einem Traubenkern knabbert. Zusätzlich hat man die Aromatik vom Eichenholz länger im Mundraum. Insgesamt doch ein mittellanges Finish.


Fazit
Sehr schöner Ben Nevis. Die Reifung im Bourbonfass, das auch von wirklich guter Qualität gewesen sein muss, lässt dem Grund-Destillat der Brennerei genügend Spielraum um sich zu entfalten. Die Nase holt mich, mit seinen klassischen eleganten Bourbonaromen voll ab, sowohl pur als auch verdünnt. Beim Geschmack präferiere ich fast die Variante mit Wasser gegenüber der unverdünnten Version, auch wenn diese durch ihre starke Widersprüchlichkeit von Süße und Schärfe auch seinen Reiz hat. Kurzum ein wirklich toller Ben Nevis.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


Ben Nevis has quietly catapulted itself to the top of my favourite distilleries. In addition to the classic ten-year-old from the original range, it is the independent bottlings that I particularly like.

This was the case when I recently visited the Whisky Messe Austria and had the 15-year-old Ben Nevis 2007 with PX finish from the Ingelred range of independent bottlers Blackadder in my glass at the Genuss am Gaumen booth. Great combination of distillate and cask maturation. It was really good and one of the highlights of the show for me. 

After a moment's consideration, I decided to take its older brother, the 17-year-old Ben Nevis 2005, matured exclusively in ex-bourbon casks, as a take-home whisky. I just wanted to try another bottle from the range and this almost legal age old was just right. And I like pure Bourbon cask maturations more and more.

Distilled in May 2005, 248 bottles at 56.1% abv were bottled in April 2023 from the bourbon cask without the addition of colour or chill filtration.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Straw golden in Color.


Nose
The whisky will benefit from a few minutes' rest in the glass. Your patience will be rewarded with a fine, classic Bourbon nose. Very delicate if you like this elegant, perhaps rather old-fashioned type of whisky. Clean, settled aromas of barley, oat biscuit, lemon peel with freshly squeezed lemon juice and a very large portion of bourbon vanilla. Ripe yellow apples and pale grapes complete the fruit basket on the nose. In the background, spicy aromas from the oak cask are also at work. They gain strength as the palate progresses. The alcohol, which tickles the nose briefly at first, also integrates better with more time and oxygen.

With the addition of water, a flavour of warm, sweet pastry with a vanilla custard filling develops. Wow! The fruity side is also intensified by the dilution. The spiciness decreases, but remains present.


Palate
Sweet, fruity, spicy, delicious. My brief summary of the neat stuff. The beginning literally surprises you with a very intense sweetness, enhanced by a fruity component that I cannot define. It is not a citrus note. It could be the grapes from the nose. Or the apricots that have turned from fruit to compote. That would explain the creaminess that goes hand in hand with the sweetness. The sweetness is followed by an equally surprising spiciness. It is a really decent pepper which shows up here. I would not have expected this robustness from the Ben Nevis after 17 years of ageing. I can't tell if it's the nearly 56% or the spiciness of the wood.

Diluted with water to just under 50%, the whisky becomes dangerously drinkable. The sweetness is still dominant from the start, but there is little left of the peppery note. It is now much rounder and more harmonious.


Finish
There is a slight bitterness towards the end, as if eating the skins of the grapes or nibbling on a grape seed. In addition, the oak flavour lingers longer in the mouth. All in all, a medium-long finish.


Conclusion
A very nice Ben Nevis. The maturation in bourbon casks, which must have been of really good quality, gives the base distillate of the distillery enough room to develop. The nose welcomes me with its classic, elegant bourbon aromas, both pure and diluted. On the palate, I almost prefer the diluted version to the neat, even though the neat has its charms, with a strong contrast between sweetness and spice. In short, a truly great Ben Nevis.

Mittwoch, 21. August 2024

Ben Nevis 2013 8y Exclusive (EID)

 

Whiskybase

English Text-Version


Beim Stöbern durch die Regale meines Local Dealers in Wien stieß ich auf den 8jährgen Ben Nevis aus der The Single Malts of Scotland Reserve Cask Reihe von Elixier Distillers. Diese exklusiv für den deutschen Importeur Kirsch Import erzeugte Abfüllung war mit knapp € 50,- bepreist. Drei Casks sollen zum Einsatz gekommen sein, die exakte Vorbefüllung der Fässer ist leider nicht bekannt.

Mir gefallen Abfüllungen aus dieser Serie und auch mit jungen Ben Nevis Malts habe ich gute Erfahrungen gemacht. Also ran an die Flasche und mal sehen, was der Whisky kann und ob er meine Erwartungen trifft.


Aussehen
Dunkles Kupfergold


Nase
Hier waren eindeutig Sherryfässer am arbeiten. Es waren aber eindeutig keine dieser aktuell berühmt, berüchtigten nassen Fässer, die mit extremer Frucht und Süße den Malt übertünchen. Dieser Ben Nevis wirkt vom Alkohol zwar teilweise jugendlich spritzig und knackig, jedoch von seinen Geruchsprofil deutlich älter. Hinter den leichten Alkoholspitzen liegen gut ausbalanciert Aromen dunkler getrockneter Früchte, Rosinen und eine gewisse staubige Muffigkeit, die den Malt älter und reifer wirken lässt. Auch ein paar Spuren von Schwefel könnte man finden, wenn man danach sucht. Mit ein paar Tropfen Wasser lässt sich Blütenhonig finden und das Geruchsspektrum wird insgesamt heller. Die Früchte wechseln zu Aprikosen und reifen Pfirsiche. Der dezente Muff, diese spezielle schmutzige Note, die im Hintergrund liegt, gefällt mir und verleiht dem Whisky mehr an Dimension.


Geschmack
Überraschend süß eröffnet der Whisky den Geschmacksreigen. Getrocknete Datteln und Feigen begleiten Honig und Heidelbeeren. Pfeifentabak, Leder und eine ordentliche Portion Rosinen komplettieren die Sherryfass Aromen. Danach nimmt aufgrund des Einflusses durch die Eichenfässer die Würzigkeit zu, ohne auf die unangenehme scharfe Seite abzudriften. Der Alkohol ist im Geschmack deutlich besser eingebunden, als in der Nase. Zum Abgang hin ist eine leicht bittere Note auszumachen, als würde man einige Splitter dunkel herber Schokolade im Mund zergehen lassen. Aber die Bitterkeit vergeht auch rasch wieder.


Abgang
Die Trockenfrüchte, zusammen mit dem Tabak und den Rosinen, liegen klebrig am Gaumen und lassen den Whisky länger nachklingen. Die Würzigkeit mit etwas Ingwerschärfe gepaart ist auch noch mit von der Partie und sorgt zusammen wir ein mittellanges Finish. 


Fazit
Für um die € 50,- bekommt man bei diesem Ben Nevis einen leckeren jungen Sherrywhisky. In der Nase kann er seine Jugendlichkeit aufgrund leichter Alkoholspitzen und der Spritzigkeit nicht gänzlich verhehlen. Hier gefällt er mir auch am wenigsten. Dafür punktet er beim Geschmack und Abgang umso deutlicher. Da bekommt man schöne Sherryaromen, die aber nicht so aufgesetzt wirken und den Whisky sogar älter wirken lassen, als er mit seinen 8 Jahren ist. Ich denke, dass neben Sherryfässern auch ein Bourbonfass bei den drei verwendeten Fässern mit im Spiel war. Dies macht Elixir Distillers häufig, dass sie mischen, und es gefiel mir bis dato häufig, was dabei heraus kommt. Ein ziemlich gediegenes Sherryprofil mit jugendlichem Elan mit Ecken und Kanten. Er ist gefährlich süffig und die Flasche wird wohl nicht allzu lange überleben.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


While checking out the shelves of my local retailer in Vienna, I came across the 8-year-old Ben Nevis from Elixier Distillers' The Single Malts of Scotland Reserve Cask series. This bottling, produced exclusively for the German Importer Kirsch Import, was priced at just under €50. Three casks are said to have been used, but unfortunately the exact pre-filling of the casks is not known.

I like bottlings from this series and have also had good experiences with young Ben Nevis malts. So let's take a look at the bottle and see if the whisky lives up to my expectations.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark coppery gold in colour


Nose
Sherry casks were clearly at work here. However, this was clearly not one of those now famously infamous wet casks that drown out the malt with extreme fruit and sweetness. Although this Ben Nevis has a youthful, sparkling and crisp alcohol content, its flavour profile is decidedly older. Beneath the light alcohol peaks are well-balanced flavours of dark dried fruit, sultanas and a certain dusty mustiness that makes the malt seem older and more mature. You can also find some traces of sulphur if you look for it. With a few drops of water, honeyed blossom can be found and the olfactory spectrum becomes lighter overall. The fruit changes to apricot and ripe peach. I like the subtle mustiness, that special dirty note in the background that gives the whisky more dimension.


Palate
The whisky has a surprisingly sweet opening on the palate. Dried dates and figs are accompanied by honey and blueberries. Pipe tobacco, leather and a good portion of sultanas complete the sherry cask aromas. The spiciness then increases due to the influence of the oak casks, without becoming unpleasantly spicy. The alcohol is much better integrated on the palate than on the nose. The finish is slightly bitter, as if a few pieces of dark, bitter chocolate had been left to melt in the mouth. But the bitterness disappears quickly.


Finish
The dried fruit, tobacco and sultanas are sticky on the palate and allow the whisky to linger. The spiciness, coupled with a hint of ginger, is still present and together they ensure a medium-long finish. 


Conclusion
This Ben Nevis gives you a delicious young sherry whisky for around €50,-. On the nose, the slight alcohol peaks and sparkle do not hide its youth. This is also where I like it the least. On the other hand, the palate and finish are all the more impressive. You get lovely sherry flavours, but they don't come across as artificial and even make the whisky seem older than it is at 8 years old. I think there was a bourbon cask involved in addition to the sherry casks. Elixir Distillers often do this by blending, and I've often liked the results. A fairly solid sherry profile, with youthful vigour and rough edges. It's dangerously drinkable and the bottle probably won't last too long. 

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Ben Nevis 2014/2023 8y - Spirits of the Forest (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Von der schottischen Ben Nevis Brennerei in den Highlands gibt es seit einigen Jahren recht wenig im Originalsortiment. Neben dem in den letzten Jahren eher nur noch sporadisch erscheinenden 10y gab bzw. gibt es nur noch vereinzelt NAS-Abfüllungen wie den McDonald's Traditional und Coire Leis. Der japanische Mutterkonzern Nikka hat für seine Blends, allen voran Nikka from the Barrel, die Fasslager von Ben Nevis offensichtlich vehement leergeräumt. Es wird also, wenn überhaupt, noch dauern, bis es wieder regelmäßig einen Standard mit Age Statement geben wird.

Umso erfreulicher ist es, dass man bei unabhängigen Abfüllern, wie Signatory Vintage, Elixir Distillers, Duncan Taylor und anderen immer wieder fündig wird. Das Alter der veröffentlichten Flaschen liegt hier meist zwischen acht bis zehn Jahren. 

Genau in dieser Altersbandbreite liegt der Ben Nevis 2014/2023, die neunte Ausgabe der Spririts of the Forest Reihe von whic.de. Seine vollen acht Jahre durfte der Malt in einem Portweinfass verbringen. Die Alkoholstärke beträgt 47%, 811 Flaschen wurden ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Gleich zu Anfang weht eine frische, mit etwas Pfefferminze angereicherte, Duftwolke aus dem Glas. Ein Anflug von fruchtig, würzigen Noten nach weißem Pfeffer, kombiniert mit reifen roten Äpfeln mit einem Spritzer süßem Pfirsichsaft aus der Dose, zeigt sich nach dem minzigen Beginn. Es folgen Créme Brûlée mit einer knackigen dünnen karamellisierten Zuckerglasur und viel Vanille sowie Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen. Die Nase wechselt ständig die Richtung, spannend. Denn danach wird es im Geruch herb und trocken, als würde man in eine Teedose mit Darjeeling Schwarztee hinein schnuppern.


Geschmack
Der Malt gleitet beim ersten Schluck sehr cremig, fast honigwachsgleich in den Mund. Eine schöne süße Karamellnote, gefolgt von der Créme Brûlée mit ihrer Vanille sowie Milchschokolade mit Haselnüssen sind anfänglich tonangebend. Auf der fruchtigen Seite, die sich im Mund langsam aufbaut, sind vor allem reife rote Äpfel, im Ofen gebacken, aber auch eine Spur von Aprikosenmarmelade zusammen mit einem cremigen Pflaumenmus. Untermalt wird das ganze von einer leicht scharfen Pfeffer/Ingwernote, die sich in Richtung Abgang verflüchtigt.


Abgang
Gegen Ende hin erscheint ein cremiger, malziger Rosinenkuchen auf dem Aromenspektrum. Die Vanille mit der Aprikosenmarmelade ist weiterhin präsent. Im Finish zeigt sich etwas das Eichenholz der Fässer mit einem gewissen Eindruck von Bitterschokolade, es wird leicht trockener im Mundraum, bleibt aber weiterhin harmonisch. Insgesamt eher ein kurzer bis mittellanger Abgang. 


Fazit
Die Reifung im Portfass hat gut funktioniert. Der Fasseinfluss, wie die Farbe bereits suggeriert, war nicht zu dominant, es bleibt genug Raum für den Brand von Ben Nevis. Vor allem in der Nase mit ihrer aromatischen Sprunghaftigkeit und der damit verbundenen Lebhaftigkeit zeigt sich das junge Alter. Im Geschmack ist er dafür deutlich homogener. Die Kombination aus süßem Karamell, mit der cremigen fruchtigen Konsistenz und den herben Aromen gefallen mir gut. Das Finish könnte eine Spur länger ausfallen, ist wahrscheinlich der Jugend geschuldet. Eine Portweinreifung die mal nicht rosinig mit viel dunklen Früchten und süß daher kommt. Für den aufgerufenen Preis durchaus ein schöner unkomplizierter Begleiter durch den Abend.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


The original range from the Scottish Ben Nevis distillery in the Highlands has been rather limited for some years now. In addition to the 10y, which has only been released sporadically in recent years, there have only been a few NAS bottlings such as McDonald's Traditional and Coire Leis. The Japanese mother concern Nikka has obviously emptied the Ben Nevis cask stocks for its blends, above all Nikka from the Barrel. So it will be a while, if ever, before there is a regularly released standard with Age Statement again.

It is therefore all the more welcome that independent bottlers such as Signatory Vintage, Elixir Distillers, Duncan Taylor and others continue to find what you are looking for. The age of the bottles released here is usually between eight and ten years. 

The Ben Nevis 2014/2023, the 9th edition of whic.de's Spririts of the Forest series, falls exactly within this age range. The malt was allowed to spend its full eight years in a port cask. The alcohol strength is 47%, 811 bottles were bottled uncoloured and without chill filtration.

Fotocredit: whic.de


Appearance
Light amber colour


Nose
Right at the start, a fresh cloud of flavours, enriched with a little peppermint, wafts out of the glass. A hint of fruity, spicy notes of white pepper, combined with ripe red apples with a splash of sweet tinned peach juice, emerges after the minty start. This is followed by créme brûlée with a crunchy thin caramelised sugar glaze and lots of vanilla as well as milk chocolate with roasted hazelnuts. The nose constantly changes the direction, fascinating. After that, the flavour becomes tart and dry, as if you were sniffing into a tea tin of Darjeeling black tea.


Flavour
The malt glides very creamy, almost like honey wax, into the mouth on the first sip. A lovely sweet caramel note, followed by créme brûlée with its vanilla and milk chocolate with hazelnuts initially set the tone. On the fruity side, which slowly builds up in the mouth, there are mainly ripe red apples, baked in the oven, but also a hint of apricot jam together with a creamy plum jam. The whole is accompanied by a slightly spicy pepper/ginger note, which evaporates towards the finish.


Finish
Towards the end, a creamy, malty sultana cake appears on the flavour spectrum. The vanilla with the apricot jam is still present. In the finish, the oak wood from the barrels is somewhat evident with a certain impression of dark chocolate, it becomes slightly drier in the mouth, but remains harmonious. Overall, a rather short to medium-long finish. 


Conclusion
The maturation in the port cask worked well. The cask influence, as the colour already suggests, was not too dominant, leaving enough room for the Ben Nevis spirit. The young age is particularly evident in the nose with its aromatic volatility and the associated agility. The flavour is much more homogeneous. I like the combination of sweet caramel, the creamy fruity consistency and the tart flavours. The finish could be a little longer, but this is probably due to its youth. A port maturation that is not raisiny with lots of dark fruit and sweet flavours. For the price, this is a nice, uncomplicated companion throughout the evening.

Mittwoch, 11. Mai 2022

Ben Nevis 10y

 

Whiskybase

Beim Durchstöbern meiner "Noch-zum-Verkosten"-Schätze bin ich auf das Sample vom Ben Nevis 10y gestolpert. Irgendwie erging es meiner Kostprobe ähnlich, wie der 1825 gegründeten Highland Brennerei, die gleich neben dem namensgebenden höchsten Berg Schottland liegt. Sie wurde vom großen Whisky-Hype übersehen. 1989 vom japanischen Nikka Konzern erworben, fristete die Brennerei bis Dato eher ein beschauliches Darsein und wurde von der Whiskygemeinde eher übersehen. Der überwiegende Teil der Produktion fließt in Richtung Japan und Nikka ab - Gerüchten zufolge in Blends wie Nikka Black oder Nikka from the Barrel. 

Der zehnjährige wurde 1996 erstmals veröffentlich und bekam 2021 ein neues Design. Zur Anwendung kommen Ex-Bourbon und Sherry-Fässer, die genaue Verteilung ist nicht bekannt. Abgefüllt wird ungefärbt und ungefiltert mit 46% Trinkstärke.  


Ausehen
Goldener Bernstein


Nase
Es beginnt leicht verhalten mit ersten Eindrücken von reifen Zitronen und Orangen und einem etwas grasigen Touch. Nach wenigen Augenblicken im Glas öffnet sich der Malt und zu den Zitrusnoten gesellen sich gelbe und grüne saftige Äpfel, wie Haribo Apfelringe. Und alles ist mit einer leichten Fruchtsäure und Süße verbunden. Die Fruchtaromen sind überragend. Der Obstkorb wird nun noch durch tropische Früchte wie Mango, Papaya und auch einer Ananas ergänzt. Leichte Holzeinflüsse sind im Hintergrund zu erahnen. Alle Geruchskomponenten sind zu einem weichen, fast schon cremigen Ganzen verwoben - wirklich schön.
Mit ein paar Tropfen Wasser wird es noch weicher, eleganter. Neben Honigmelone ist jetzt auch etwas Blumenduft, wie Veilchen, in der Nase.

Flaschendesign bis 2021. Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Was für ein cremiges Mundgefühl - wie zerlassene Butter. Mit einer sanften Karamellsüße beginnend, wird es danach leicht pfeffrig, etwas Ingwer und Zimt sorgen für eine überraschende Würze, ohne jedoch die Frucht gänzlich zu verlieren. Im Gegenteil. Weiterhin sind die Früchte wie Orange, Apfel und auch ein paar tropische Sorten vertreten.
Mit Wasserzugabe nimmt die Würzigkeit deutlich ab. Es kommen mehr Honig und Karamell zum Vorschein. Und auch die Frucht gewinnt mehr an Kraft.


Abgang
Schönes kräftiges, wärmendes Finish mit dunkler Schokolade und Nüssen und Honig. Die Eiche zeigt sich nun mehr, es wird leicht trockener und etwas bitterer. Mittellanger bis langer Abgang.


Fazit
Ein sehr schöner Malt. Die tolle, fast schon überbordende Frucht aus der Nase wird durch die im Geschmack vorhandene Würze gut austariert und sorgt für eine schöne Balance. Für nur zehn Jahre ist dies ein ausdrucksstarker und gut gereifter Whisky. Leider ist er - hoffentlich nur temporär - zur Zeit nicht verfügbar. Offensichtlich wurde ein Großteil des produzierten Whiskys vom japanischen Eigentümer Nikka für Blends verwendet und zu wenig auf eine kontinuierliche Produktionsmenge geachtet. Wenn man heutzutage noch irgendwo eine Flasche bei einem Händler im Regal sieht, dann ist die nicht unter € 150,- zu bekommen. Schade. Hoffentlich finden sich in einer Ecke im Lager bei Ben Nevis noch ein paar 10 Jahre alte Fässer.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

While browsing through my "yet to be tasted" treasures, I stumbled upon the Ben Nevis 10y sample. Somehow my sample fared similarly to the Highland distillery, founded in 1825 and located right next to Scotland's highest mountain, which gives it its name. It was overlooked by the great whisky hype. Acquired by the Japanese Nikka Group in 1989, the distillery has had a rather contemplative existence until now and has been rather overlooked by the whisky community. Most of the production flows towards Japan and Nikka - according to rumours in blends like Nikka Black or Nikka from the Barrel. 

The ten-year-old was first released in 1996 and got a new design in 2021. Ex-bourbon and sherry casks are used, the exact distribution is not known. It is bottled uncoloured and unfiltered at 46% strength.  

Neues Flaschendesign seit 2021. Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Golden amber


Nose
It starts slightly restrained with first impressions of ripe lemons and oranges and a slightly grassy touch. After a few moments in the glass, the malt opens up and the citrus notes are joined by yellow and green juicy apples, like Haribo apple rings. And everything is combined with a slight fruit acidity and sweetness. The fruit flavours are outstanding. The fruit basket is now complemented by tropical fruits like mango, papaya and also a pineapple. Slight woody influences can be sensed in the background. All the olfactory components are woven into a soft, almost creamy whole - really beautiful.
With a few drops of water, it becomes even softer, more elegant. Besides honeydew melon, there is now also some floral scent, like violets, on the nose.


Taste
What a creamy mouthfeel - like melted butter. Starting with a gentle caramel sweetness, it then becomes slightly peppery, some ginger and cinnamon provide a surprising spiciness, but without losing the fruit entirely. On the contrary. Fruits such as orange, apple and also a few tropical varieties are still present.
With the addition of water, the spiciness decreases significantly. More honey and caramel appear. And the fruit also gains more strength.


Finish
Nice strong, warming finish with dark chocolate and nuts and honey. The oak shows more now, it becomes slightly drier and a bit more bitter. Medium to long finish.


Conclusion
A very nice malt. The great, almost exuberant fruit from the nose is well balanced by the spice present in the flavour and provides a nice balance. For only ten years, this is an expressive and well matured whisky. Unfortunately, it is - hopefully only temporarily - unavailable at the moment. Apparently, much of the whisky produced was used by the Japanese owner Nikka for blends and too little attention was paid to a continuous production volume. If you see a bottle on a retailer's shelf anywhere these days, you can't get it for less than €150. What a pity. Hopefully there are still a few 10-year-old casks in a corner of the warehouse at Ben Nevis.

© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall