Blackadder
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Mittwoch, 7. Januar 2026

Ingelred Ben Nevis 2001 21y (Blackadder)

 

Whiskybase

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Ben Nevis hat sich im Jahr 2025 gemeinsam mit Highland Park und Bruichladdich, hier sowohl mit den ungetorften Abfüllungen als auch mit den rauchigen Vertretern der Port Charlotte und Octomore Serie, zu einer meiner absoluten Lieblingsbrennereien entwickelt.

An der Brennerei, die am Fuß des gleichnamigen höchsten Berges Schottlands und Großbritanniens liegt, schätze ich vor allem den kräftigen Körper des Destillats mit seinem nicht ganz sauberen, würzigen Grundcharakter und der ausgeprägten Mineralität. Besonders in Ex-Bourbon gereiften Abfüllungen kommen diese Eigenschaften für mich hervorragend zur Geltung. Genau hier spannt sich auch der Bogen zu meinem heutigen Verkostungsobjekt. Im Herbst 2024 hatte ich einen siebzehnjährigen Ben Nevis von Ingelred mit Ex-Bourbon Ausbau im Glas, und genau dieser Whisky entfachte meine Begeisterung für diesen Stil endgültig.

Bei diesem einundzwanzigjährigen Vertreter aus dem Jahr 2001 liegt der Fokus jedoch etwas anders. Nach zehn Jahren Reifung im Bourbonfass erhielt der Whisky eine weitere elfjährige Nachreifung in kalifornischen Rotweinfässern. Ich war entsprechend gespannt, wie stark sich diese zweite Fassbelegung auswirken würde und ob sie den Grundcharakter des Destillats womöglich überdeckt. Die Neugier war groß.

Die 46,4 Prozent Alkoholgehalt sollen laut Angaben Fassstärke sein. Über die 21 Jahre hinweg scheinen die Engel jedoch ausgiebig gefeiert zu haben, denn der Angel Share fällt hier durchaus beachtlich aus.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit Anklängen von dunklem Blütenhonig


Nase
Ich gönne dem Whisky einige Minuten Ruhe und nutze die Zeit, um das Glas sanft in der Hand zu erwärmen. Der erste Eindruck wirkte noch etwas unruhig und war vor allem von einer säuerlichen Traubenfruchtigkeit geprägt.

Der einundzwanzigjährige Ben Nevis belohnt diese Geduld jedoch eindrucksvoll. Die säuerlichen Weintrauben bleiben zwar präsent, doch der Whisky öffnet sich nun deutlich und entfaltet ein harmonisches Zusammenspiel der Aromen. Sehr reife, weiche Birnen und Erdbeeren erweitern den imaginären Obstkorb. Hinzu kommen cremige Milchschokolade, leicht geröstete Haselnüsse und kernige Cerealien, die sich gemeinsam zu einem Bild eines Nussini Schokoriegels fügen. Auch Vanille und Karamell sind klar wahrnehmbar.

Im Hintergrund schwebt durchgehend eine feine Mineralität, die an Kalkstein oder Staub von Lössböden erinnert, auf denen Weinreben wachsen. Der Alkohol hält sich dezent zurück und ist hervorragend eingebunden. Nach wenigen Minuten wirkt die Nase gesetzt und reif. Man spürt das Alter deutlich, denn die Aromen zeigen Kraft, ohne je aufdringlich zu wirken, und präsentieren sich ausgesprochen harmonisch.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich und cremig beginnt der Whisky seinen Auftritt am Gaumen, getragen von deutlichen Noten süßen Dulce de Leche. Das Mundgefühl ist voll und angenehm. Das Milchkaramell erhält Unterstützung von noch warmen, eingekochtem Erdbeerkompott, das eine fein abgestimmte Säurenote mitbringt. Im weiteren Verlauf zeigen sich Rosinen, Milchschokolade und leicht geröstete Nüsse.

Zimt und Ingwer sorgen zwischendurch für eine angenehme Würze und leichte Schärfe, die jedoch nur kurz anhält und rasch wieder von einer süßfruchtigen Erdbeersauce mit Vanillecreme abgelöst wird. Zum Ende hin treten die bereits aus der Nase bekannten mineralischen Noten erneut hervor, begleitet von einem kernigen, getreidigen Müsliton. Auch am Gaumen bleibt der Alkohol unauffällig, ohne Brennen oder Schärfe.


Abgang
Der Malt fließt wärmend den Rachen und die Speiseröhre hinab. Der Geschmack von Traubentrester mit leicht herben Noten von Schalen und Kernen hält lange an, begleitet von dezenter Holzwürze ohne Bitterkeit sowie von Rosinen und Erdbeeren.


Fazit
Ein hervorragender Whisky. Als erklärter Ben Nevis Fan mag ich hier vielleicht nicht ganz unvoreingenommen sein. Als puristischer Liebhaber von Ex-Bourbon Abfüllungen stehe ich jedoch Veredelungen in Sherry oder gar Weinfässern meist skeptisch gegenüber, da sie den Charakter von Ben Nevis häufig überdecken.

Bei dieser Abfüllung ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Die lange Nachreifung in Rotweinfässern prägt den Whisky zwar deutlich, lässt aber jederzeit den markanten Grundcharakter von Ben Nevis erkennen. Auch das Alter von 21 Jahren ist klar spürbar, insbesondere im harmonischen und ausgewogenen Zusammenspiel der Aromen.

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Ingelred Ben Nevis 2005 17y (Blackadder)

 

Whiskybase

English Text-Version


Still und heimlich hat sich Ben Nevis richtig weit nach oben in der Rangliste meiner Lieblingsbrennereien katapultiert. Neben dem klassischen Zehnjährigen aus der Original-Reihe sind es vor allem die unabhängigen Abfüllungen, die mir zu gefallen wissen.

So auch kürzlich beim Besuch der Whisky Messe Austria, als ich am Stand von Genuss am Gaumen den 15jährigen Ben Nevis 2007 mit PX-Finish aus der Ingelred Reihe vom unabhängigen Abfüller Blackadder im Glas hatte. Tolle Kombination aus Destillat und Fassreifung. Der war einfach gut und eins der Highlights meines Messebesuches. 

Als Messe-Mitbringsel wurde es nach kurzer Überlegung dann sein älterer Bruder, der 17jährige Ben Nevis 2005 mit einer ausschließlichen Lagerung in einem Ex-Bourbon Cask. Ich wollte einfach eine weitere Flasche aus der Reihe verkosten und da kam mir der fast volljährige gerade richtig. Und reine Bourbonfassreifungen gefallen mir auch zunehmend besser.

Im Mai 2005 destilliert wurden 248 Flaschen mit 56,1% Alkoholstärke sowie ohne zusätzliche Farbzugabe und Kühlfiltration im April 2023 aus dem Bourbon-Fass abgefüllt.


Aussehen
Strohgold.


Nase
Ein paar Minuten Zeit und Ruhe im Glas tun dem Whisky gut. Für seine Geduld wird man mit einer feinen klassischen Bourbon-Nase belohnt. Sehr delikat, wenn man diese elegante, vielleicht auch etwas altmodische Art des Whiskys, mag. Saubere, gesetzte Aromen von Gerste, Haferkeksen, Zitronenabrieb mit frisch gepresstem Zitronensaft und einer sehr großen Portion an Bourbon Vanille. Reife gelbe Äpfel sowie helle Weintrauben komplettieren den Obstkorb im Geruch. Im Hintergrund liegend und mit Fortdauer mit immer mehr Kraft ausgestattet sind auch würzige, vom Eichenfass herrührende, Düfte am Werk. Der Alkohol, der anfangs immer wieder kurz in der Nase kitzelt, integriert sich ebenfalls mit mehr Zeit und Sauerstoff immer besser.

Mit Wasserzugabe zeigt sich ein Duft nach einem warmen süßen Gebäck mit Vanillepuddingfüllung. Krass. Die fruchtige Seite wird durch die Verdünnung ebenfalls verstärkt. Die Würzigkeit nimmt ab, aber bleibt weiterhin vorhanden.


Geschmack
Süß, fruchtig, würzig, lecker. Mein Blitz-Resümee in aller Kürze vom unverdünnten Inhalt. Der Beginn überrascht förmlich mit einer sehr intensiven Süße, die durch eine für mich undefinierbare Fruchtkomponente verstärkt wird. Es ist keine Zitrus-Note. Es könnten die Weintrauben aus der Nase sein. Oder die Aprikosen, die jedoch von der Frucht zum Kompott geworden sind. Dies würde für die Cremigkeit sprechen, die mit der Süße einher geht. Der Süße auf dem Fuße folgt eine ebenfalls überraschende Schärfe. Ein wahrlich ordentliches Pfefferl, dass sich hier präsentiert. Diese kernige Robustheit hätte ich dem Ben Nevis nach seinen 17 Jahren Reifung nicht zugetraut. Ob es von den knapp 56% oder von der Würze des Holzes stammt, kann ich nicht eruieren.

Mit Wasser, ungefähr auf knapp unter 50% verdünnt, wird der Whisky gefährlich süffig. Die Süße ist weiterhin vom Start weg prägend, jedoch ist von der Pfeffernote nur noch wenig übrig. Viel runder und harmonischer präsentiert er sich nun.


Abgang
Gegen Ende hin zeigt sich eine leichte Bitterkeit, als wenn man die Haut der Trauben isst oder an einem Traubenkern knabbert. Zusätzlich hat man die Aromatik vom Eichenholz länger im Mundraum. Insgesamt doch ein mittellanges Finish.


Fazit
Sehr schöner Ben Nevis. Die Reifung im Bourbonfass, das auch von wirklich guter Qualität gewesen sein muss, lässt dem Grund-Destillat der Brennerei genügend Spielraum um sich zu entfalten. Die Nase holt mich, mit seinen klassischen eleganten Bourbonaromen voll ab, sowohl pur als auch verdünnt. Beim Geschmack präferiere ich fast die Variante mit Wasser gegenüber der unverdünnten Version, auch wenn diese durch ihre starke Widersprüchlichkeit von Süße und Schärfe auch seinen Reiz hat. Kurzum ein wirklich toller Ben Nevis.

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English Text-Version


Ben Nevis has quietly catapulted itself to the top of my favourite distilleries. In addition to the classic ten-year-old from the original range, it is the independent bottlings that I particularly like.

This was the case when I recently visited the Whisky Messe Austria and had the 15-year-old Ben Nevis 2007 with PX finish from the Ingelred range of independent bottlers Blackadder in my glass at the Genuss am Gaumen booth. Great combination of distillate and cask maturation. It was really good and one of the highlights of the show for me. 

After a moment's consideration, I decided to take its older brother, the 17-year-old Ben Nevis 2005, matured exclusively in ex-bourbon casks, as a take-home whisky. I just wanted to try another bottle from the range and this almost legal age old was just right. And I like pure Bourbon cask maturations more and more.

Distilled in May 2005, 248 bottles at 56.1% abv were bottled in April 2023 from the bourbon cask without the addition of colour or chill filtration.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Straw golden in Color.


Nose
The whisky will benefit from a few minutes' rest in the glass. Your patience will be rewarded with a fine, classic Bourbon nose. Very delicate if you like this elegant, perhaps rather old-fashioned type of whisky. Clean, settled aromas of barley, oat biscuit, lemon peel with freshly squeezed lemon juice and a very large portion of bourbon vanilla. Ripe yellow apples and pale grapes complete the fruit basket on the nose. In the background, spicy aromas from the oak cask are also at work. They gain strength as the palate progresses. The alcohol, which tickles the nose briefly at first, also integrates better with more time and oxygen.

With the addition of water, a flavour of warm, sweet pastry with a vanilla custard filling develops. Wow! The fruity side is also intensified by the dilution. The spiciness decreases, but remains present.


Palate
Sweet, fruity, spicy, delicious. My brief summary of the neat stuff. The beginning literally surprises you with a very intense sweetness, enhanced by a fruity component that I cannot define. It is not a citrus note. It could be the grapes from the nose. Or the apricots that have turned from fruit to compote. That would explain the creaminess that goes hand in hand with the sweetness. The sweetness is followed by an equally surprising spiciness. It is a really decent pepper which shows up here. I would not have expected this robustness from the Ben Nevis after 17 years of ageing. I can't tell if it's the nearly 56% or the spiciness of the wood.

Diluted with water to just under 50%, the whisky becomes dangerously drinkable. The sweetness is still dominant from the start, but there is little left of the peppery note. It is now much rounder and more harmonious.


Finish
There is a slight bitterness towards the end, as if eating the skins of the grapes or nibbling on a grape seed. In addition, the oak flavour lingers longer in the mouth. All in all, a medium-long finish.


Conclusion
A very nice Ben Nevis. The maturation in bourbon casks, which must have been of really good quality, gives the base distillate of the distillery enough room to develop. The nose welcomes me with its classic, elegant bourbon aromas, both pure and diluted. On the palate, I almost prefer the diluted version to the neat, even though the neat has its charms, with a strong contrast between sweetness and spice. In short, a truly great Ben Nevis.

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