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Mittwoch, 3. Dezember 2025

Caol Ila 2009/2025 15y - Mad Malt #1 (whic)

 

Whiskybase

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Die Taktrate, mit der whic.de neue Abfüllungen oder gleich neue Serien an den Start bringt, ist wirklich beachtlich. Vor ein paar Wochen bekam ich ein Sample der ersten Ausgabe der neuen Reihe Mad Malt zugeschickt. Doch was verbirgt sich hinter der Mad Malt Collection? Gemeinsam mit Signatory Vintage bringt whic insgesamt 13 stark getorfte Single Malts auf den Markt. Die Reihe richtet sich an alle, die verrückt (mad) nach rauchigen Whiskys sind. 

Den Beginn macht ein 15 Jahre alter Caol Ila mit einem Finish in einem First Fill PX Hogshead, in Fassstärke von 54,9 Prozent, selbstverständlich ohne Farbstoff oder Kühlfiltration. Lediglich 340 Flaschen gab es davon, und die Abfüllung war in sehr kurzer Zeit restlos vergriffen.

Rauchige Islay Malts mit einer Reifung oder einem Finish in Sherryfässern, häufig auch in PX, sind am Markt nicht unüblich. Oft sind die Ergebnisse sehr fassorientiert, intensiv und für meinen Geschmack manchmal etwas zu stark auf der süßen Seite angesiedelt. Deshalb bin ich gleichzeitig gespannt und ein wenig skeptisch, was mich hier erwartet.


Aussehen
Nussholzboden

Fotocredit: whic.de


Nase
Intensiver, aschiger, schmieriger Rauch eines Lagerfeuers mit leicht feuchten Holzscheiten und rußiger Steinumrandung direkt am Kiesstrand, auf dem altes Seegras und Algen trocknen. So oder so ähnlich lässt sich die Erstbegegnung mit dem Whisky beschreiben.

Neben den rauchigen, maritimen Noten hat das Finish im PX-Fass deutlich Eindruck hinterlassen. So finden sich eine große Portion Pflaumenkompott, ein Beerenröster aus Heidelbeeren und Brombeeren, süße, reife Kakifrüchte, Cranberries, saftige Sultaninen, geräuchertes Balsamico-Gelee sowie Aromen von getrockneten Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen.

Der Malt driftet jedoch nicht zu sehr in eine intensiv süß-fruchtige Richtung ab. Herbe dunkle Schokolade, Muskatpulver, Zimt und das leicht angekohlte Eichenholz sorgen gemeinsam für einen würzigen Kontrapunkt zur Süße. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, den trotz der doch hohen Alkoholstärke stören keine scharfen Gerüche das Vergnügen.


Geschmack
Hier ist von Beginn an ordentlich Betrieb. Neben einer anfänglich kurz aufblitzenden Karamellsüße und dem ersten Schwall aus Asche und öligem Teer sorgt vor allem eine kurze, intensive Pfefferschärfe für Aufmerksamkeit. Es wirkt wie Lakritze mit Chilipulver, kombiniert mit süßen, weichen, getrockneten Feigen und Datteln mit einem Kern aus Marzipan. Die pikante Schärfe geht sofort wieder in eine cremige, fruchtige Süße über, die Rosinen, Pflaumenmus und die Beerenröster-Aromen mitnimmt. Die ganze Zeit bleibt die schmierige Asche mit dem Rauch im Hintergrund, was mir sehr gut gefällt.

Wie schon im Geruch so hilft auch im Mund ein würziger Gegenpol – unterstützt von winterlichen Backgewürzen wie Muskat, Zimt und Anis sowie Tabak- und Holzwürze – die Süße harmonisch in Schach zu halten.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Das lange Finish wird vor allem von der Asche und dem öligen Teer getragen, zusammen mit Tabakaromen, dunkler Schokolade, einigen süßen Stücken getrockneter Datteln und Pflaumen sowie etwas Lakritz mit seiner salzigen und würzigen Seite.


Fazit
Vielleicht liegt es an seinem Alter von 15 Jahren, aber der Whisky schafft es, seine schweren Raucharomen mit den intensiven süßen und fruchtigen Aspekten des PX-Fasses und den würzigen Noten sehr fein zu vereinen. Diese Harmonie der Aromen, ohne die Intensität zu verlieren, gefällt mir ausgesprochen gut. Ich bin froh, dass dieser Single Malt nicht in dieselbe Kerbe schlägt wie so viele Vertreter, die rauchig sind und in oft noch feuchten Sherryfässern liegen. Er ist natürlich eine Sherrybombe, aber im besten Sinne des Wortes. Auf die nächsten Vertreter der Mad Malt Reihe kann man durchaus positiv gespannt sein.

Mittwoch, 5. November 2025

Secret Highland Distillery 14y - Ragnarøkkr Nr. 10 - Surtr (whic)

 

Whiskybase

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In den letzten drei Wochen landeten zwei weitere Samples von neu erschienenen Abfüllungen von whic.de in meinem Briefkasten. Pragmatisch wie ich nun einmal bin, habe ich für die dieswöchige Verkostung einfach die erste der beiden ausgewählt.

Es handelt sich dabei um die zehnte Ausgabe der Ragnarøkkr-Reihe. Der Name der Abfüllung lautet Surtr. Surtr war in der nordischen Mythologie ein Feuerriese und zerstörte in der Ragnarök-Saga die Brücke Bifröst, die Midgard mit Asgard verbindet. In der Realität verbirgt sich hinter dem Namen ein 14-jähriger Single Malt aus einer geheim gehaltenen Brennerei in den Highlands.

Da in dieser Serie ausschließlich rauchige Vertreter abgefüllt werden, liegt also ein rauchiger Whisky im Glas. Die Rahmendaten lesen sich sehr ordentlich: Vollreifung in einem Oloroso Sherry Butt, 50,9% Alkoholstärke, 570 Flaschen, keine Färbung, keine Kühlfiltration.

Also, lassen wir den Feuerriesen ins Glas.


Aussehen
Blütenhonig


Nase
Wenn man glaubt, die Brennerei hinter einer „Secret Distillery“ zu erkennen, liegt man bekanntlich oft falsch. Bei rauchigen Highland-Whiskys denke ich meist zuerst an Ballechin von Edradour. Hier jedoch spricht der erste Eindruck dagegen. Der Rauch ist weniger intensiv und die für mich so typische „Kuhstall-Attitüde“ fehlt.

Stattdessen präsentiert sich ein Holzrauch mit kleinen, mineralisch wirkenden Steinkohlenstücken. Dazu kommen Speckscheiben mit BBQ-Marinade, in die dunkle Beeren wie Heidelbeeren oder Brombeeren eingekocht wurden. Rauch, Frucht und Süße verschmelzen sehr angenehm, die Rauchintensität ist mittelstark.

Hinter dem Rauch findet man würzige, getrocknete Küchenkräuter und eine fruchtig-säuerliche Zitrusnote — wie Zitronenzuckerl oder eine noch nicht ganz reife Mandarine. Mit Zeit im Glas wird das Ganze cremiger; Vanille tritt deutlicher hervor, die Mandarine wandelt sich langsam Richtung Orangenmarmelade. Der Alkohol ist spürbar, aber gut eingebunden.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Auf der Zunge startet der Whisky kraftvoll, der Rauch wirkt hier sofort intensiver als in der Nase. Während ich im Geruch eher in Richtung Ardmore tendiert habe, schiebt sich jetzt doch Edradour/Ballechin wieder ins Gedächtnis.

Der Rauch wirkt wie heruntergebranntes Holz mit Aschepartikeln. Dazu kommt ein Hauch „Stall“ und feuchtes Heu. Die Süße wirkt wie weiches cremiges Fudge und sorgt für ein schönes Gegengewicht. Danach übernehmen würzige Noten immer mehr das Kommando. So finden sich getrocknete Kräuter, Walnüsse mit Haut, Leder, Tabak und etwas Eichenholzsaft im Geshmack wieder. Weißer Pfeffer und Zimt sorgen für einen zusätzlichen pikanten Akzent. Der Alkohol ist ausgezeichnet integriert.


Abgang
Das Finale gestaltet sich lang anhaltend mit viel Rauch und Asche sowie mit Zimt, dunkler Schokolade, braunem Zucker und Tabak.


Fazit
Eine wirklich gelungene Abfüllung. Der Rauch ist kräftig, doch die anderen Aromen kommen nicht zu kurz. Ein paar Minuten Zeit im Glas lohnen sich besonders für die Nase. Am Gaumen übernehmen die würzigen Noten mehr die Kontrolle, was zu einem spannenden Wechselspiel zwischen Würze und Süße führt. Die 14 Jahre Reifezeit nimmt man ihm definitiv ab.

Und ja, ich lege mich fest — ich halte das für einen Ballechin. Falls jemand Genaueres weiß, gerne unten in die Kommentare.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Tormore 2014/2025 11y – Sir Lancelot – The Round Table Collection (whic)

 

Whiskybase

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Völlig überraschend erhielt ich letzte Woche die Nachricht von whic.de, dass ein Sample für mich unterwegs sei. Es handle sich um die zweite Ausgabe ihrer neuen Round Table Collection, die ausschließlich für Newsletter-Abonnenten erhältlich ist. Die letzte Zusendung eines kostenlosen Samples liegt gut eineinhalb Jahre zurück, umso größer war die Freude, wieder einmal eine neue Serie von Arne Wesche und seinem Team verkosten zu können.

Die aktuelle Abfüllung widmet sich Sir Lancelot, einem der bekanntesten Ritter der Tafelrunde. Sein flüssiges Alter Ego ist ein 11 Jahre alter Tormore aus einem Refill-Fass, abgefüllt mit 55,3 Prozent. Verantwortlich für die Abfüllung zeichnete diesmal Brave New Spirits. Die Serie startete im August mit König Artus selbst, einem 13 Jahre alten rauchigen Benriach aus einem 1st Fill Sherryfass, abgefüllt von Duncan Taylor.

Auch wenn die Probe gratis war, schreibe ich wie immer meine ehrlichen Eindrücke. 

Meine bisher einzige Begegnung mit Tormore war eine Abfüllung mit Bordeaux-Rotweinfass-Finish, die stark in die fruchtig-beerige Richtung ging. Umso gespannter war ich auf diesen Whisky, der stilistisch eher einer klassischen Ex-Bourbon-Reifung entspricht – ein Stil, den ich derzeit besonders schätze.


Aussehen
Helles Safrangold


Nase
Zunächst zeigen sich helle, grasige Noten von frisch gemähter Wiese und feuchtem Heu. Für Frische sorgt ein Hauch Pfefferminzöl. Sobald sich der Alkohol beruhigt, öffnet sich die Nase in eine feine Ex-Bourbon-Richtung. Vanille tritt hervor, begleitet von Birnenkompott, Marillenmarmelade, Honigmelonen und leicht angerösteten Mandelsplittern. Cerealien und gezuckertes Müsli fügen eine würzig-malzige Note hinzu. Die Nase wirkt leicht und luftig, ist aber gleichzeitig intensiv genug, um immer wieder Neues zu entdecken.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Der Einstieg ist süß und cremig mit einem ausgewogenen Mundgefühl. Im Gegensatz zur Nase geht es hier sofort kräftig zur Sache. Neben der Vanillesauce sind Birnenkompott sowie Fruchtfleisch und Schalen grüner Äpfel präsent. Das Pfefferminzöl wandelt sich zu einer Assoziation von Minzcreme mit Schokolademantel. In der zweiten Hälfte übernimmt eine pikant scharfe Würze, die an Pfeffer oder sogar Chili erinnert. Auch Cerealien mit Getreidenote und Würze sind klar erkennbar.


Abgang
Holzeinfluss ist kaum spürbar, bittere Noten fehlen völlig. Auf der Zunge prickeln zerstoßene Pfefferkörner nach, während Minze und Schokolade mit Nussanklängen noch eine Weile am Gaumen bleiben.


Fazit
Diese Abfüllung trifft genau meinen aktuellen Geschmack, wenn es um Fassreifungen geht. Helle Früchte, teils mit leicht tropischem Touch, Vanille, malzige Töne, grasige und blumige Anklänge sowie eine ansprechende Würzigkeit – all das vereint dieser Tormore. Es ist eine klassisch anmutende Bourbonfassreifung, die mir in ihrer schlichten, positiven Art sehr gut gefällt. Lediglich das Finale hätte etwas länger ausfallen dürfen, weshalb es kleine Abzüge gibt. Insgesamt jedoch ein sehr gelungener Whisky.


Mittwoch, 11. September 2024

Knockando 10y 2011 - Secrets of the Forest V (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Die Idee hinter der Serie Secrets of the Forest von Whic.de, die Whiskys fassreifungstechnisch relativ naturbelassen abzufüllen fand ich recht gut. Quasi als Kontrapunkt zu den in letzter Zeit häufig zu sehenden sehr intensiven Fassreifungen oder Finishes, die oft den Whisky im Fass aromaseitig erschlagen.

Ich hatte einige Veröffentlichungen aus der Secrets of the Forest Reihe von Whic im Glas und es war mehr Licht als Schatten. So gefiel mir zwar der 12y Benrinnes im 2nd Fill Oloroso Fass nicht so überwältigend, jedoch der 8y Ben Nevis im Portfass und der 14y Secret Orkney aus dem Ex-Bourbonfass gefielen mir wirklich gut.

Aus den paar noch übrigen Samples, die ich dankenderweise von Whic vor einiger Zeit zugeschickt bekam, wählte ich mit dem zehnjährigen Knockando aus 2011 eine Brennerei aus, von der ich bis dato nur ältere Abfüllungen (den 18y und den 21y) aus der Standard-Range kenne. Wie bei der Serie üblich wurde auch dieser Whisky mit 47% Alkoholstärke abgefüllt. Für die Reifung kam ein Dechar/Rechar Hogshead zum Einsatz.


Aussehen
Sattes Strohgelb


Nase
Neben Zitrusfrucht mit Anklängen einer dezenten Honigsüße dominieren vor allem würzige Getreidenoten. Man könnte fast meinen, einen Rye vor sich zu haben. Knackige, herbe Cerealien mit einer erkennbaren Pfefferminze. Ein leichtes Stechen in der Nase von den 47% ist zu bemerken. Der Whisky wirkt im Ganzen noch jung und etwas ungestüm. Nach ein paar Minuten Verweildauer im Glas gesellen sich zu den Getreide-, Roggennoten doch auch ein paar Aromen von hellem Kernobst sowie Wal- und Haselnüssen hinzu. Markant bleibt aber das herbe Getreide.


Geschmack
Das Mundgefühl ist angenehm weich und cremig. Honigsüßer Kuchenteig mit einer ordentlichen Portion an Zitronensaft sowie Stücken von gezuckertem Knuspermüsli. Der Beginn ist überraschend und positiv zugleich. Vom überwiegenden Roggenanteil im Geschmack, wie in der Nase ist wenig zu merken. Nach dem Kuchendessert folgen fruchtige Noten von Zitronen- und Apfelschalen mit einem leicht herben Touch. Danach folgen geröstete Nüsse mit dunkler Schokolade. Geht es mehr in Richtung Abgang wird es etwas würziger mit einer feinen Pfefferaromarik. Der Alkohol spielt beim Geschmack keine Rolle und wirkt ordentlich integriert.


Abgang
Das Finale ist nicht von allzu langer Präsenz. Die Obstschalen mit ihrem dezent bitteren Geschmack, zusammen mit der dunklen Schokolade und etwas Würze vom Eichenholz komplettieren die Geschmackseindrücke.


Fazit
Vor allem im Geschmack ist er durchaus gefällig und sorgt für angenehme Genussmomente. In der Nase ist die Rye-Assoziation doch überraschend und etwas gewöhnungsbedürftig. Im Großen und Ganzen ein grundsolider junger Speysider, der in nicht allzu intensiven Fässern lag und die Kernidee der Reihe gut wiedergibt.

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English Text-Version


I really liked the idea behind the Secrets of the Forest series from Whic.de to bottle the whiskies in a relatively natural state in terms of the cask maturation. As a kind of counterpoint to the very intensive cask maturations or finishes that have been seen recently, which often kill off the flavour of the whisky in the cask.

I had a couple of releases from the Secrets of the Forest range in my glass and there was more light than shade. I didn't like the 12yo Benrinnes in the 2nd fill Oloroso cask that much, but I really liked the 8yo Ben Nevis in the port cask and the 14yo Secret Orkney from the ex-bourbon cask.

From the few remaining samples that Whic kindly sent me some time ago, I chose the ten-year-old Knockando from 2011, a distillery from which I had only seen older bottlings (the 18y and the 21y) from the standard range. As usual for the range, this was bottled at 47% ABV. A Dechar/Rechar hogshead was used for maturation.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich straw yellow in colour


Nose
Spicy cereal notes dominate alongside citrus fruit with a hint of honeyed sweetness. You could almost think you were drinking rye. Crisp, tart cereal with a recognisable peppermint note. There is a slight sharpness in the nose from the 47%. The whisky as a whole is still young and a little boisterous. After a few minutes in the glass, the cereal and rye notes are joined by some flavours of light pomaceous fruit, as well as walnuts and hazelnuts. The acidity of the cereal remains prominent.


Palate
The mouthfeel is pleasantly soft and creamy. Honey-sweet cake dough with a good portion of lemon juice and pieces of sugared crunchy muesli. The start is both surprising and positive. The predominance of rye on the palate, as on the nose, is hardly noticeable. The cake dessert is followed by fruity notes of lemon and apple peel with a slightly bitter note. This is followed by roasted nuts and dark chocolate. Towards the finish, the palate becomes slightly spicier with a hint of pepper. The alcohol does not play a role in the palate and seems well integrated.


Finish
The finish is not too long. The fruit peel, with its subtly bitter flavour, together with the dark chocolate and some spice from the oak complete the flavour impressions.


Conclusion
The taste is really pleasant and offers pleasant moments of pleasure. On the nose, the rye association is surprising and takes some getting used to. All in all, a rock-solid young Speysider, matured in casks that are not too intense and that reflect the basic idea of the range.

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Ben Nevis 2014/2023 8y - Spirits of the Forest (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Von der schottischen Ben Nevis Brennerei in den Highlands gibt es seit einigen Jahren recht wenig im Originalsortiment. Neben dem in den letzten Jahren eher nur noch sporadisch erscheinenden 10y gab bzw. gibt es nur noch vereinzelt NAS-Abfüllungen wie den McDonald's Traditional und Coire Leis. Der japanische Mutterkonzern Nikka hat für seine Blends, allen voran Nikka from the Barrel, die Fasslager von Ben Nevis offensichtlich vehement leergeräumt. Es wird also, wenn überhaupt, noch dauern, bis es wieder regelmäßig einen Standard mit Age Statement geben wird.

Umso erfreulicher ist es, dass man bei unabhängigen Abfüllern, wie Signatory Vintage, Elixir Distillers, Duncan Taylor und anderen immer wieder fündig wird. Das Alter der veröffentlichten Flaschen liegt hier meist zwischen acht bis zehn Jahren. 

Genau in dieser Altersbandbreite liegt der Ben Nevis 2014/2023, die neunte Ausgabe der Spririts of the Forest Reihe von whic.de. Seine vollen acht Jahre durfte der Malt in einem Portweinfass verbringen. Die Alkoholstärke beträgt 47%, 811 Flaschen wurden ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Gleich zu Anfang weht eine frische, mit etwas Pfefferminze angereicherte, Duftwolke aus dem Glas. Ein Anflug von fruchtig, würzigen Noten nach weißem Pfeffer, kombiniert mit reifen roten Äpfeln mit einem Spritzer süßem Pfirsichsaft aus der Dose, zeigt sich nach dem minzigen Beginn. Es folgen Créme Brûlée mit einer knackigen dünnen karamellisierten Zuckerglasur und viel Vanille sowie Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen. Die Nase wechselt ständig die Richtung, spannend. Denn danach wird es im Geruch herb und trocken, als würde man in eine Teedose mit Darjeeling Schwarztee hinein schnuppern.


Geschmack
Der Malt gleitet beim ersten Schluck sehr cremig, fast honigwachsgleich in den Mund. Eine schöne süße Karamellnote, gefolgt von der Créme Brûlée mit ihrer Vanille sowie Milchschokolade mit Haselnüssen sind anfänglich tonangebend. Auf der fruchtigen Seite, die sich im Mund langsam aufbaut, sind vor allem reife rote Äpfel, im Ofen gebacken, aber auch eine Spur von Aprikosenmarmelade zusammen mit einem cremigen Pflaumenmus. Untermalt wird das ganze von einer leicht scharfen Pfeffer/Ingwernote, die sich in Richtung Abgang verflüchtigt.


Abgang
Gegen Ende hin erscheint ein cremiger, malziger Rosinenkuchen auf dem Aromenspektrum. Die Vanille mit der Aprikosenmarmelade ist weiterhin präsent. Im Finish zeigt sich etwas das Eichenholz der Fässer mit einem gewissen Eindruck von Bitterschokolade, es wird leicht trockener im Mundraum, bleibt aber weiterhin harmonisch. Insgesamt eher ein kurzer bis mittellanger Abgang. 


Fazit
Die Reifung im Portfass hat gut funktioniert. Der Fasseinfluss, wie die Farbe bereits suggeriert, war nicht zu dominant, es bleibt genug Raum für den Brand von Ben Nevis. Vor allem in der Nase mit ihrer aromatischen Sprunghaftigkeit und der damit verbundenen Lebhaftigkeit zeigt sich das junge Alter. Im Geschmack ist er dafür deutlich homogener. Die Kombination aus süßem Karamell, mit der cremigen fruchtigen Konsistenz und den herben Aromen gefallen mir gut. Das Finish könnte eine Spur länger ausfallen, ist wahrscheinlich der Jugend geschuldet. Eine Portweinreifung die mal nicht rosinig mit viel dunklen Früchten und süß daher kommt. Für den aufgerufenen Preis durchaus ein schöner unkomplizierter Begleiter durch den Abend.

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English Text-Version


The original range from the Scottish Ben Nevis distillery in the Highlands has been rather limited for some years now. In addition to the 10y, which has only been released sporadically in recent years, there have only been a few NAS bottlings such as McDonald's Traditional and Coire Leis. The Japanese mother concern Nikka has obviously emptied the Ben Nevis cask stocks for its blends, above all Nikka from the Barrel. So it will be a while, if ever, before there is a regularly released standard with Age Statement again.

It is therefore all the more welcome that independent bottlers such as Signatory Vintage, Elixir Distillers, Duncan Taylor and others continue to find what you are looking for. The age of the bottles released here is usually between eight and ten years. 

The Ben Nevis 2014/2023, the 9th edition of whic.de's Spririts of the Forest series, falls exactly within this age range. The malt was allowed to spend its full eight years in a port cask. The alcohol strength is 47%, 811 bottles were bottled uncoloured and without chill filtration.

Fotocredit: whic.de


Appearance
Light amber colour


Nose
Right at the start, a fresh cloud of flavours, enriched with a little peppermint, wafts out of the glass. A hint of fruity, spicy notes of white pepper, combined with ripe red apples with a splash of sweet tinned peach juice, emerges after the minty start. This is followed by créme brûlée with a crunchy thin caramelised sugar glaze and lots of vanilla as well as milk chocolate with roasted hazelnuts. The nose constantly changes the direction, fascinating. After that, the flavour becomes tart and dry, as if you were sniffing into a tea tin of Darjeeling black tea.


Flavour
The malt glides very creamy, almost like honey wax, into the mouth on the first sip. A lovely sweet caramel note, followed by créme brûlée with its vanilla and milk chocolate with hazelnuts initially set the tone. On the fruity side, which slowly builds up in the mouth, there are mainly ripe red apples, baked in the oven, but also a hint of apricot jam together with a creamy plum jam. The whole is accompanied by a slightly spicy pepper/ginger note, which evaporates towards the finish.


Finish
Towards the end, a creamy, malty sultana cake appears on the flavour spectrum. The vanilla with the apricot jam is still present. In the finish, the oak wood from the barrels is somewhat evident with a certain impression of dark chocolate, it becomes slightly drier in the mouth, but remains harmonious. Overall, a rather short to medium-long finish. 


Conclusion
The maturation in the port cask worked well. The cask influence, as the colour already suggests, was not too dominant, leaving enough room for the Ben Nevis spirit. The young age is particularly evident in the nose with its aromatic volatility and the associated agility. The flavour is much more homogeneous. I like the combination of sweet caramel, the creamy fruity consistency and the tart flavours. The finish could be a little longer, but this is probably due to its youth. A port maturation that is not raisiny with lots of dark fruit and sweet flavours. For the price, this is a nice, uncomplicated companion throughout the evening.

Montag, 13. November 2023

Quick-Notes: Jean-Luc Pasquet 2023 Cognac Petite Champagne Lot 98 - Voyages Extraordinaires (whic)

 

English Text-Version

Whic.de hat unter der Serie Voyages Extraordinaires Cognacs und Armagnacs aus Frankreich auf die Reise zu uns Genießer gebracht. Die Labels der Flaschen sind von den Werken Jules Vernes inspiriert. Im Rahmen dieser Reihe wurde auch ein Cognac aus dem mit dem Bio-Zertifikat Agriculture Biologique ausgezeichneten Familienbetriebs Jean Luc Pasquet präsentiert.

Die Trauben für den 1998 destillierte Weinbrand kommen aus dem Anbaugebiet Petite Champagne. Der mit einer Szene aus "In 80 Tagen um die Welt" etikettierte 25jährige Cognac wurde mit 49,6%  in 150 Flaschen abgefüllt. 


Aussehen
Dunkler Bernstein, Kupferblond


Nase
Sehr feine zarte Nase. Kein Alkohol zu spüren. Cremig süßes Toffee mit Erdbeer/Kirschmarmelade, leichte Eukalyptusnote mit Minzcreme, Zimt, Muskatnuss und Gewürznelken, mit mehr Luft wechselt die Frucht über zu hellerem Obst mit Aprikose, reife Birne, gelbe süße Trauben. Eiche ist im Hintergrund schön dezent und nicht aufdringlich.


Geschmack
Weich und cremig. Sehr süßer Antritt mit Aprikosenmarmelade und Toffee. Leichter Anflug von reifen Zwetschken und Kirschen. Nusskrokant, Pfefferminze und Zimt und Pfeffer. Mehr Eichenwürze als in der Nase. Im Mittelteil wird es zusehends adstringierend vorne an der Zunge und Gaumen.


Abgang
Ganz feine Bitternoten, wie von Aprikosenkernen mit einer eleganten Minznote. Zimt und Muskat. Mittel- bis langer Abgang.


Fazit
Vor allem in der Nase sehr viel Frucht und Süße, schöne Ausgewogenheit zwischen Frucht und würzen Aromen. Sehr ausgewogen. Der Alkohol passt sehr gut, nicht zu viel, trägt die Aromen jedoch sehr schön. Ein feiner, filigraner Cognac, der mir sehr gut gefällt.

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English Text-Version


whic.de has launched the Voyages Extraordinaires series of cognacs and armagnacs from France for us connoisseurs. The labels on the bottles are inspired by the works of Jules Verne. As part of this series, a cognac from the Jean Luc Pasquet family farm, which has been awarded the Agriculture Biologique certificate, was also presented.

The grapes for the brandy, distilled in 1998, come from the Petite Champagne region. Labelled with a scene from "Around the World in 80 Days", the 25-year-old cognac was bottled at 49.6% in 150 bottles.
 

Fotocredit: whic.de


Appearance

Dark amber colour, copper blonde


Nose
Very fine, delicate nose. No alcohol noticeable. Creamy sweet toffee with strawberry/cherry jam, light eucalyptus note with mint cream, cinnamon, nutmeg and cloves, with more air the fruit changes to brighter fruit with apricot, ripe pear, sweet yellow grapes. Oak is beautifully discreet in the background and not overpowering.


Flavour
Soft and creamy. Very sweet attack with apricot jam and toffee. Slight hint of ripe plums and cherries. Nut croquant, peppermint and cinnamon and pepper. More oak spice than on the nose. In the middle section it becomes increasingly astringent on the tongue and palate.


Finish
Very fine bitter notes, like apricot kernels with an elegant mint note. Cinnamon and nutmeg. Medium to long finish.


Conclusion
Lots of fruit and sweetness, especially on the nose, nice balance between fruit and spicy flavours. Very well balanced. The alcohol fits very well, not too much, but carries the flavours very nicely. A fine, delicate cognac that I like very much.

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Secret Speyside 12y - Sirens Batch 4 (whic)

 


Whiskybase

English-Text-Version


Die vierte Abfüllung aus der Sirens-Serie von whic.de ist ein zwölf jähriger Single Malt aus einer nicht bekannten Brennerei aus der Speyside. Das besondere an dieser Flasche ist ihr Finish. Der Malt reifte grundsätzlich konservativ in Ex-Bourbonfässern. Aber danach bekam er für 120 Tage ein Finish in Ahorn Sirup Fässern. Bei Bourbon und kanadischen Whiskeys habe ich hin und wieder Abfüllungen mit so einem Finish gesehen, jedoch in Schottland habe ich dies noch nicht gesehen - wusste nicht einmal, dass die Scottish Whisky Association (SWA) dies bereits erlaubt hat. Die Vorgaben, welche Eichenfässer für eine Reifung bzw. einer Nachreifung für Single Malts verwendet werden dürfen, sind streng reglementiert. 

Ich bin sehr gespannt auf dieses Experiment, wie sich dieses relativ kurze Finish auf den Whisky ausgewirkt hat. 586 Flaschen wurden mit 52,7% Alkoholstärke ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Sattes Gelbgold.


Nase
Der Whisky kann das Finish im Ahornsirup absolut nicht verleugnen. Sofort ist der Ahornsirup voll der Nase.  Diese typischen Aromen nach süßem Honig und Karamell mit diesem harzig, nussigen Touch. Interessant. Mit dem anfänglichen Erkennen von Fruchtnoten tue ich mir ehrlich gesagt etwas schwer, dass Finish überdeckt die anderen Aromen. 

Nach ein paar Minuten im Glas kann ich hinter dem süßwürzigen Ahornsirup doch noch reife Aprikosen und in Zucker glasierte Äpfel und Birnen erkennen. Der Grundcharakter der Nase des Whiskys bleibt aber ein süßer mit einer würzigen Basisnote. Der Harz und die Walnüssen werden von Muskat und Eichenholzaromen der Fässer begleitet. Der Alkohol ist wirklich sehr fein integriert, die beinahe 53% sind nicht störend. Die Nase ist speziell, aber ungewöhnlich und interessant.


Geschmack
Der Whisky kleidet den Mund cremig, sahneartig aus, hat aber einen ziemlich kräftigen Antritt. Die klebrige Süße vom Sirup, anfänglich noch sehr dominant, wird rasch von einer überraschend prägnaten Schärfe und Würzigkeit abgelöst. Im Geschmack macht sich der Alkohol nun stärker bemerkbar, als vorhin im Geruch. Dies überrascht duraus. Die harzigen Noten, kombiniert mit schwarzem Pfeffer sowie Zimt und Muskat, sind deutlich tonangebend. Eine Frucht kann ich keine ausmachen - höchstens vielleicht sind die Schalen der Äpfel und Birnen aus der Nase im Hintergrund zu erahnen.


Abgang
Es wird rasch ziemlich adstringierend im Mund, ziemlich trocken. Das Finish gestaltet sich eher kurz, bekommt aber zum wortwörtlich bitteren Ende hin noch eine sehr bittere Note, die mir weniger gut gefällt. Ob dies von den Bourbonfässern oder dem Ahorn Sirup stammt, mag ich nicht zu deuten.


Fazit
Ich war auf das Experiment mit den Ahornsirupfässern wirklich gespannt. Die Nase ist durchaus eine interessante originelle Angelegenheit. Die Kombination aus dieser Süße und dem Würzigen ist mal was anderes. Aber vor allem im Geschmack und im Abgang hat der Whisky dann für mich Defizite. Die alkoholische Schärfe im Mund dominiert mir zu stark, zusammen mit den herben Aromen. Die Süße aus der Nase habe ich nur zu Beginn, dann wird er mir zu streng und bitter. Nicht jedes Experiment kann glücken.

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English Text-Version


The fourth bottling from the Sirens series from whic.de is a twelve-year-old single malt from an unknown distillery in Speyside. The special thing about this bottle is its finish. The malt was basically matured conservatively in ex-bourbon casks. But then it was finished in maple syrup casks for 120 days. With bourbon and Canadian whiskeys I have seen bottlings with such a finish from time to time, but in Scotland I have not seen this yet - didn't even know that the Scottish Whisky Association (SWA) already allowed this. The specifications for which oak casks may be used for a maturation or a post-maturation for single malts are strictly regulated. 

I am very curious about this experiment, how this relatively short finish has affected the whisky. 586 bottles were bottled at 52.7% alcohol strength uncoloured and without chill filtration.

Fotocredit: whic.de


Appearance
Rich yellow gold.


Nose
The whisky absolutely cannot deny the maple syrup finish. Immediately, the maple syrup is full on the nose.  Those typical aromas of sweet honey and caramel with that resinous, nutty touch. Interesting. To be honest, I have a bit of a struggle with the initial recognition of fruity notes, the finish masks the other flavours. 

After a few minutes in the glass, I can still detect ripe apricots and sugar-glazed apples and pears behind the sweet and spicy maple syrup. But the basic character of the whisky's nose remains a sweet one with a spicy base note. The resin and walnuts are accompanied by nutmeg and oak aromas from the casks. The alcohol is really very fine integrated, the almost 53% is not disturbing. The nose is special, but unusual and interesting.


Taste
The whisky clothes the mouth in a creamy way, but has quite a powerful kick. The sticky sweetness from the syrup, initially still very dominant, is quickly replaced by a surprisingly incisive sharpness and spiciness. The alcohol is now more noticeable in the taste than in the smell. This is quite surprising. The resinous notes, combined with black pepper, cinnamon and nutmeg, clearly set the tone. I can't make out any fruit - at most, perhaps the peel of apples and pears from the nose can be guessed at in the background.


Finish
It quickly becomes quite astringent in the mouth, quite dry. The finish turns out to be rather short, but towards the literal bitter end it gets a very bitter note that I don't like as much. Whether this comes from the bourbon casks or the maple syrup, I don't like to interpret.


Conclusion
I was really curious about the experiment with the maple syrup barrels. The nose is definitely an interesting original thing. The combination of this sweetness and the spiciness is something special. But then, especially in the taste and finish, the whisky has deficits for me. The alcoholic spiciness in the mouth dominates too much for me, together with the bitter flavours. I only get the sweetness from the nose at the beginning, then it becomes too harsh and bitter for me. Not every experiment can succeed.

Mittwoch, 6. September 2023

Secret Orkney 2009 14y - Spirits of the Forest VIII (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Wie schon beim Secret Speyside von letzter Woche ist das "Secret" bei diesem Secret Orkney kein wirkliches Geheimnis. Denn auch bei dieser Abfüllung beginnt die Fassnummer mit "DRU" und somit ist klar, dass das Fass von der Edrington Group stammt. Und da der Konzern Eigentümer der Highland Park Brennerei auf Orkney ist (die zweite auf der Insel befindliche Brennerei wäre Scapa), ist das Geheimnis sehr rasch gelüftet.

Also haben wir hier einen 14 Jahre alten Highland Park im Glas, der in einem Bourbon Hogshead reifen durfte. 411 Flaschen wurden ohne Farbzugabe und Kühlfiltration mit einer guten Trinkstärke von 47% abgefüllt. 


Aussehen
Strohgelb 


Nase
Ein sehr frischer, würzig kräftiger Einstieg. Neben gerebelten Kräutern wie Thymian, Salbei und Oregano ist die für HP typische Heidekrautnote auch präsent, aber nicht so ausgeprägt, wie ich es bei anderen Vertretern dieser Orkney Brennerei bereits hatte. Hinzu gesellt sich ein nicht sehr stark ausgeprägter Geruch nach Lagerfeuer, dass bereits am ausgehen ist. Neben dieser würzigen Seite sind vor allem intensive Zitrusfruchtnoten dominant. Hatte ich schon lange nicht mehr in dieser Ausprägung - nett. Zitronen zusammen mit einer Süße die an Zitronenzuckerln erinnern, ebenso Limetten und deren abgeriebene Schale. Auch reife Ananas ist im Obstkorb enthalten. Mit mehr Zeit und Luft im Glas gesellen sich weitere mineralische, leicht maritim anmutende Eindrücke hinzu. In der Nase ist immer wieder ein Pritzeln zu merken, eine zarte Schärfe, nicht unangenehm - unterstreicht den frischen Grundcharakter des Whiskys. Wenn man den Rauch mal außen vor lässt, hat der Malt durchaus seine Ähnlichkeiten mit einem Islay Vertreter wie zb. einem Ardbeg 10y oder einem unpeated Caol Ila. 


Geschmack
Ein kräftiger Antritt mit einer schönen süßen Anfangsphase, etwas Karamell aus Honig zeigt sich. Der Rauch bzw. die Asche vom Feuer ist nun stärker präsent. Die Gewürze, die getrockneten Kräuter aus der Nase gewinnen rasch die Oberhand. Jedoch ist auch weiterhin die Zitrone mit abgeriebener leicht herber Schale Teil des Gesamtbildes. Zur würzigen Dominanz trägt auch die frische Pfeffernote bei. Auch der mineralische, leicht maritime Touch mit einer Assoziation nach Meeressalz und -Prise ist zugegen. 


Abgang
Zum Ende hin kommen Stücke bitterer Schokolade zum Vorschein. Immer noch etwas Asche und die in der Glut verglimmten Kräuterstengel sind deutlich zu schmecken. Es wird nun, vor allem innen an der Lippe etwas trocken, adstringierend. Das Finish ist durchaus mittel bis lang.


Fazit
Das Fass hat dem Spirit viel Raum für seine Entfaltung gegeben. Was mir gefällt. Die Nase ist sehr frisch und fruchtig mit einer gefälligen Kräuternote, in der auch das typische Heidekraut mitschwingt. Im Mund ist er würziger und der Rauch ist intensiver.

Ich kann in diesem Secret Orkney den jungen Whitlaw, der mir damals recht gut gefallen hat, durchaus erkennen. Obwohl die Aromen insgesamt gesetzter sind, ist sein Grundcharakter ein frisch fruchtiger. 14 Jahre Reifezeit hätte ich ihm blind zwar nicht zugetraut, aber es stört auch nicht. Ein wirklich süffig leckerer Whisky. Highland Park funktioniert auch ohne Sherryfass ganz gut.

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English Text Version


As with last week's Secret Speyside, the "Secret" in this Secret Orkney is not really a secret. Because also in this bottling the cask number starts with "DRU" and thus it is clear that the cask comes from the Edrington Group. And because the group owns the Highland Park distillery on Orkney (the second distillery located on the island is Scapa), the secret is very quickly revealed.

So here we have a 14-year-old Highland Park in the glass, which was allowed to mature in a bourbon hogshead. 411 bottles were bottled without colour addition and chill filtration at a good drinking strength of 47%. 

Fotocredit: whic.de


Appearance
Straw yellow 


Nose
A very fresh, spicy, vibrant entry. Besides rubbed herbs like thyme, sage and oregano, the typical HP heather note is also present, but not as prominent as I have had with other samples from this Orkney distillery. In addition, there is a not very strongly noticeable smell of campfire, which is already going out. Besides this spicy side, intense citrus notes are dominant. I haven't had this for a long time - nice. Lemons together with a sweetness reminiscent of lemon drops, as well as limes and their grated peel. Ripe pineapple is also in the fruit basket. With more time and air in the glass, more mineral, slightly maritime impressions join in. In the nose, there is always a tingle, a delicate spiciness, not unpleasant - underlines the fresh basic character of the whisky. If you leave out the smoke, the malt has its similarities with an Islay representative like an Ardbeg 10y or an unpeated Caol Ila. 


Taste
A good start with a nice sweet beginning, some caramel from honey shows up. The smoke or ash from the fire is now more present. The spices, the dried herbs from the nose quickly gain the upper hand. However, the lemon with its grated, slightly tart peel is still part of the overall picture. The fresh pepper note also contributes to the spicy dominance. The mineral, slightly maritime touch with an association of sea salt and pinch is also evident. 


Finish
Chunks of bitter chocolate emerge towards the end. Still some ash and the stalks of herbs smouldering in the embers can be clearly tasted. It's getting a bit astringent now, especially on the inside of the lips, a bit dry. The finish is definitely medium to long.


Conclusion
The cask has given the spirit plenty of room to develop. What I like. The nose is very fresh and fruity with a pleasing herbal note that also includes the typical heather note. In the mouth it is spicier and the smoke is more intense.

I can definitely recognise the young Whitlaw in this Secret Orkney, which I quite liked at the time. Although the flavours are more balanced overall, its basic character is fresh and fruity. I wouldn't have thought it had 14 years of maturation, but it doesn't bother me either. A really delicious whisky. Highland Park works quite well without a sherry cask.

Mittwoch, 9. August 2023

Bunnahabhain Staoisha 2013/2023 - War of the Peat XIII (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version

Staoisha, so werden junge rauchige Abfüllungen der Islay-Brennerei Bunnahabhain genannt. Der Name kommt vom gleichnamigen Loch Staoisha, einem kleinen See, der ganz in der Nähe des Ortes Bunnahabhain liegt. Ich hatte bereits ein paar dieser jungen Whiskys im Glas und mag deren Geschmacksprofil durchaus - ordentlich Rauch, maritim, kantig und lecker. Sie funktionieren sowohl als Ex-Bourbon- wie auch mit Sherryreifung für mich gut.

Whic.de hat für den Abschluss ihrer The War of the Peat Serie nun einen jungen Bunnahabhain mit einer 1st Fill Pinot Noir Weinfass-Reifung gewählt. 

Ich bin ein Fan von Weinfassreifungen, hatte ich hier schon so manchen tollen Tropfen im Glas. Aber man muss auch aufpassen, es kann auch zuviel des Guten sein und ins Negative seitens Fasseinfluss abdriften. Darum bin ich sehr gespannt, wie es bei dieser Abfüllung funktioniert hat. 

Der knapp 9jährige Single Malt wurde ungefärbt und ungefiltert mit 54,7% in 776 Flaschen abgefüllt. 


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Der typische junge Bunnahabhain/Staoisha Rauch gleich vorne weg, ein nicht zu intensiver, jedoch sehr angenehmer Holzkohlerauch mit einem kräftigen maritimen Touch. Rauch von einem sich dem Ende näherndem Lagerfeuer, wo die Holzscheite bereits zu Kohlenstücke heruntergebrannt sind, auf einem Kieselstrand am Meer. Dazu kommen Aromen von geräuchertem Speck mit Orangen/Pflaumenmarmelade, die über die gegrillten/geräucherten Speckscheiben als Marinade drüber gestrichen wurde. Verschwindet die erste Rauchschwade kommen noch mehr rote dunkle Beeren zum Vorschein, in Kombination mit süßem Krokant und Haselnüssen. Auch getrocknete, etwas angeräucherte italienische Küchenkräuter mit etwas schwarzem Pfeffer findet man. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Cremig, weiches Mundgefühl mit einem kräftigen Antritt. Zuerst strömt volle Kanne Rauch und Aschegeschmack in den Mundraum, der Rauch ist sehr süß. Honig und warmer Beerenröster mit Orangenzesten. Dazu gesellen sich die italienischen Küchenkräuter und geröstete Haselnüsse. Dann übernimmt schwarzer und roter Pfeffer die Führung, eine angenehme, leicht prickelnde Schärfe. Auch im Mund ist der Alkohol sehr gut integriert, die Schärfe, die sicherlich auch von der Eiche der Fässer mitspielt, passt gut zu der süßen Fruchtseite.


Abgang
Der Rauch und die Asche bleiben länger im Mund stehen, dazu wird es leicht trockener. Die Kräuter, zusammen mit einer dunklen Schokolade mit einer dezenten Bitterkeit komplettieren den Aromenreigen.


Fazit
Lecker! Ich mag diese jungen rauchigen Staoishas. Die Reifung im Pinot Noir Fass hat für mich wirklich gut funktioniert. Die Süße und vor allem die Beeren harmonieren sehr gut mit dem rauchigen, maritimen Grundcharakter des Spirits. Sehr süffig. Finde ich einen gelungenen Abschluss der Serie.

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English Text Version

Staoisha, that's what young smoky bottlings from the Islay distillery Bunnahabhain are called. The name comes from the eponymous Loch Staoisha, a small lake very close to the village of Bunnahabhain. I've had a few of these young whiskies in the glass and quite like their flavour profile - neat smoke, maritime, edgy and delicious. They work well for me both as ex-bourbon and with sherry maturation.

whic.de has now chosen a young Bunnahabhain with a 1st fill pinot noir wine cask maturation for the conclusion of their The War of the Peat series. 

I am a fan of wine cask maturation, I have had many a great drop in my glass here. But you also have to be careful, it can be too much of a good thing and drift into the negative on the part of barrel influence. That's why I'm very curious to see how it worked with this bottling. 

The almost 9-year-old single malt was bottled uncoloured and unfiltered at 54.7% in 776 bottles. 

Fotocredit: whic.de


Appearance
Dark amber


Nose
The typical young Bunnahabhain/Staoisha smoke right up front, a not too intense but very pleasant charcoal smoke with a strong maritime touch. Smoke from a campfire coming to an end, where the logs have already burnt down to charcoal pieces, on a pebble beach by the sea. This is accompanied by aromas of smoked bacon with orange/plum marmalade spread over the grilled/smoked bacon slices as a marinade. When the first puff of smoke disappears, more red dark berries appear, in combination with sweet brittle and hazelnuts. There are also dried, slightly smoked Italian kitchen herbs with some black pepper. The alcohol is very well integrated.


Taste
Creamy, soft mouthfeel with a powerful start. First, full power of smoke and ash flavour pours into the mouth, the smoke is very sweet. Honey and warm berry roast with orange zest. Italian kitchen herbs and roasted hazelnuts join in. Then black and red pepper takes over, a pleasant, slightly tingling spiciness. In the mouth, the alcohol is also very well integrated, the spiciness, which certainly also plays along from the oak of the barrels, goes well with the sweet fruit side.


Finish
The smoke and ash linger longer in the mouth, along with a slight dryness. The herbs, along with a dark chocolate with a subtle bitterness complete the flavour mix.


Conclusion
Yummy. I like these young smoky Staoishas. The maturation in the Pinot Noir barrel worked really well for me. The sweetness and especially the berries harmonise very well with the smoky, maritime basic character of the spirit. Very drinkable. I find it a successful conclusion to the series.

Mittwoch, 28. Juni 2023

Benrinnes 12y - Spirits of the Forest VI (whic)

 

Whiskybase

English Text Version


Ein weiteres Probe-Sample von whic.de ist in meinem Briefkasten gelandet! Dieses Mal ist es die sechste Abfüllung aus der 13teiligen Serie Spirits of the Forest. Ein Benrinnes mit zwölf Jahren Reifungszeit in einem 2nd Fill-Oloroso Sherry Butt. Wie in der Serie üblich ohne Färbung und Kühlfiltration mit 47% Alkoholgehalt in die Flasche gefüllt.


Aussehen
Goldener Bernstein


Nase
Nicht nur aus der doch recht hellen Farbe, auch im Geruch lässt sich erkennen, dass das verwendete 2nd Fill Sherryfass nicht allzu freigiebig mehr mit seinen Aromen war. Der Brennereicharakter hat noch genug Raum bekommen sich zu zeigen. Neben einer süßen Malznote zeigen sich im Premium Snifter Glas rote reife Äpfel. Weitere Fruchtnoten steuern etwas Marillen- und Orangenkonfitüre dazu, die hinter dem anfänglichen Getreide- und Nussmix hervor blitzen. Von rotem Beerenobst oder ähnlich typischen Sherryaromen ist wenig zu riechen. Im Hintergrund ist eine dezent würzige Seite vorhanden, wie aromatischer frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, nur leicht aber bemerkbar - könnte vom Fass kommen.  Nach dem ersten und zweiten Schluck verändert dich die Nase. Die Marille wird deutlicher und es kommen zusätzlich doch noch Anklänge von Beeren und Vanille hinzu.

Parallel habe ich mir den Whisky, neben dem Premium Snifter, auch in das Nosing Glas von Simple Sample eingeschenkt. Und siehe da, hier entwickelt sich der Benrinnes viel fruchtiger und süßer! Die roten Äpfel sind nun ein mit Karamell zubereitetes Kompott, die Marillen switchen ebenfalls von Konfitüre zu Kompott mit beigemischtem Orangensaftkonzentrat. Vanille zeigt sich deutlicher. Die malzigen und nussigen Aromen sind im Hintergrund. Das Prickeln vom Pfeffer ist auch hier im Nachklang in der Nase zu spüren. Interessant wieder einmal, wie sich ein Whisky in unterschiedlichen Gläsern verhält.


Geschmack
Beim Verkosten aus dem Premium Snifter gleitet der Malt ölig und weich in den Mundraum. Ein kräftiger Antritt, der mit einer angenehmen Süße von Honig beginnt. Begleitet wird die Süße von hellen Fruchtaromen von Äpfeln und etwas Marille, die beim dritten Schluck noch Unterstützung durch Himbeeren bekommen. Danach übernimmt eine Würzigkeit mit deutlichem Pfefferanteil die Führung im Geschmack.

Aus dem Nosing Glas ist er überraschend gleich von Beginn an würziger und mehr auf der pfeffrigen Seite des Geschmacksspektrums angesiedelt. Viel weniger Süße und Fruchtanteil. Hier gefällt mir der Geschmack aus dem Premium Snifter deutlich besser.


Abgang
Gegen Ende hin blitzen beim Premium Snifter mittelschwere bittere Noten nach dunkler Schokolade auf. Die Eiche zeigt sich mehr. Aber auch weiterhin sind fruchtige Aromen vorhanden, auch mit etwas Vanille. Insgesamt ist es ein mittellanges Finish.


Fazit
Sehr interessantes Experiment, wie sich der Geruch und Geschmack eines Single Malts in verschiedenen Gläsern deutlich unterscheiden kann. Insgesamt liegen der Benrinnes 12y aus der Spirits of the Forest-Reihe und ich nicht ganz auf der selben Wellenlänge. Das bereits einmal verwendete Sherryfass hat zwar Raum für den Benrinnes eigenen Brennereicharakter gelassen, jedoch hätte ich mir etwas mehr Sherryanteil - und hier vor allem in punkto typischer Sherry-Fruchtigkeit - gewünscht. Auch die leichte Schärfe in der Nase, die sich auch im Mund weiterzieht, hätte weniger sein können - vor allem, wenn man bedenkt, dass hier mit „nur“ 47% abgefüllt wurde. Er ist aber ein grundsolider Single Malt, der gut gemacht ist, nur eben nicht exakt mein Geschmacksprofil trifft. Das Preis/Leistungsverhältnis mit rund € 55,- Ausgabepreis ist sehr in Ordnung.

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English Text Version


Another sample from whic.de has landed in my letterbox! This time it's the sixth bottling from the 13-part Spirits of the Forest series. A Benrinnes with twelve years of maturation in a 2nd Fill Oloroso Sherry Butt. As usual in the series, bottled without colouring and chill filtration at 47% alcohol.

Fotocredit: whic.de

Appearance
Golden amber


Nose
Not only from the rather light colour, but also from the smell it is obvious that the 2nd fill sherry cask used was not too generous with its aromas. The distillery character still has enough room to show itself. Besides a sweet malt note, red ripe apples show up in the Premium Snifter glass. Other fruity notes add a little apricot and orange jam, which peek out from behind the initial mix of cereals and nuts. There is little red berry fruit or similar typical sherry aromas. There is a subtle spicy side in the background, like aromatic freshly ground black pepper, only slightly but noticeable - could come from the cask.  After the first and second sip, the nose changes. The apricot becomes clearer and there are also hints of berries and vanilla.

At the same time, I poured the whisky into the Simple Sample nosing glass, in addition to the Premium Snifter. And lo and behold, here the Benrinnes develops much more fruity and sweet! The red apples are now a compote prepared with caramel, the apricots also switch from jam to compote with added orange juice concentrate. Vanilla shows up more clearly. The malty and nutty flavours are in the background. The tingle from the pepper can also be felt here in the aftertaste in the nose. Interesting once again how a whisky behaves in different glasses.


Taste
Tasting from the Premium Snifter, the malt glides oily and smoothly into the mouth. A strong attack that starts with a pleasant sweetness of honey. The sweetness is accompanied by bright fruit aromas of apples and a little apricot, which are supported by raspberries on the third sip. After that, a spiciness with a clear pepper component takes the lead in the taste.

From the nosing glass, it is surprisingly spicier right from the start and more on the peppery side of the taste spectrum. Much less sweetness and fruit content. Here I like the taste from the Premium Snifter much better.


Finish
Towards the end, medium bitter notes of dark chocolate flash up in the Premium Snifter. The oak shows more. But fruity flavours continue to be present, with some vanilla as well. Overall, it's a medium-long finish.


Conclusion
Very interesting experiment in how the smell and taste of a single malt can differ significantly in different glasses. Overall, the Benrinnes 12y from the Spirits of the Forest range and I are not quite on the same wavelength. The sherry cask, which has already been used once, has left room for Benrinnes' own distillery character, but I would have liked a little more sherry content - and here especially in terms of typical sherry fruitiness. The slight spiciness in the nose, which continues in the mouth, could also have been less - especially when you consider that this was bottled at "only" 47%. But it is a rock-solid single malt that is well made, just not exactly meeting my taste profile. The price/performance ratio of around € 55,- is very reasonable.

Mittwoch, 19. April 2023

Mainland vs Island, Blended Malt - Sirens Batch 3 (whic)

 

Whiskybase

English Text Version


Der dritte Streich der Sirens-Reihe von whic.de ist eine interessante Abfüllung. Es handelt sich hierbei um einen Blended Malt. Soweit nicht überraschend oder speziell. Aber die beiden Malts in dieser Mischung sind jeweils schwer rauchige Versionen aus einer Highland und einer Islay-Brennerei - also ein Hybride aus zwei stark rauchigen Malts aus zwei unterschiedlichen Regionen aus Schottland. Interessant. Muss sagen, ich bin etwas skeptisch ob das funktioniert. Islay-Rauch kann schon sehr dominant sein. Bin gespannt. Die Namen der Destillerien sind nicht bekannt. Aus der Beschreibung der Flaschen auf der Shop-Seite erfährt man, dass es sich um eine kleine Brennerei in den Highlands, die auch für stark rauchige Whiskys bekannt ist, und um eine Brennerei im Norden von Islay handeln soll. Mit diesen Informationen kann man schon etwas anfangen - ich hab so meinen Verdacht.


Die Flasche
Eine Altersangabe findet man auf dem Label keine, also ist es ein Blend aus Non-Age-Statement-Whisky. Die Vorbelegung der beiden Whiskys ist ebenfalls nicht bekannt, gehe aber von Ex-Bourbonreifung aus. Was man aber weiß ist, dass beide Whiskys zusammen in ein einziges Oloroso Sherryfass für ein Finish von rund neun Monaten kamen. Insgesamt wurden 319 Flaschen mit einem Alkoholgehalt von 50,7% ohne Kühlfiltration und künstlicher Färbung abgefüllt.


Aussehen
Rotbraun oder auch dunkles Bernstein


Nase
Der Hinweis „heavily peated“ auf der Flasche trifft, was den Geruch angeht, schon mal 100%ig zu. Sofort ist ein holziger, fetter Rauchgeruch in der Nase, der auch nach geräuchertem, süßen Schinken duftet. Und dazu gesellt sich die für mich für Ballechin typischen Aromen nach feuchtschmutzigem Heu und Kuhstall. Den Rauch vom Islay-Anteil kann ich nicht genau herausfiltern. Hinter den Rauchschwaden kommen viel Honig sowie süßes Mürbteiggebäck, wie schottisches Shortbread, zum Vorschein. Reife rote Äpfel, zusammen mit Haribo Pfirsich Fruchtgummistücke und Marillenröster tragen zu einer ordentlichen Fruchtigkeit bei. Wenn schon nicht beim Rauch, so finde ich den Islay-Anteil nach rund 20 Minuten Standzeit in einer mineralischen, maritimen Salz- und Jodnote sowie in, für mich bei vielen Islays wiedererkennbaren, getrockneten Küchenkräutern wieder. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, alle Aromen sind schön miteinander verwoben, keine Jugendlichkeit oder Fehlnoten sind wahrzunehmen.

Mit ein paar Tropfen Wasser kommt das Oloroso Finish mehr zum Tragen. Es treten dunkle getrocknete Früchte sowie geröstete Nüsse in den Vordergrund. Aber auch Orangenmarmelade mit Stücke der Schale ist gegenwärtig.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Der Blend startet mit einem cremigen, weichen Mundgefühl, dass mit einer ordentlichen Süße, aber auch mit einer säuerlich fruchtigen Note glänzt. Mit einem kräftig würzigen Antritt übernimmt das Geschmackszepter aber rasch wieder die rauchige Seite, die weiterhin vom Highlandteil dominiert wird. Weiterhin die typischen schmutzigen Heu- und Stallassoziationen. Danach mehr die aromatischen getrockneten italienischen Küchenkräuter, mit dem Abrieb der Schale von Limetten und Zitronen. Hier ist für mich der Islay-Part im Vordergrund. Komplettiert wird die Mischung durch eine ordentliche Portion Ingwer- und Pfefferschärfe. 

Im Geschmack hilft Wasser vor allem den fruchtigen Aromen sich besser zu entfalten. So sind auch wieder die Pfirsiche und die Marillen zu finden. Die Schärfe am Ende im Geschmack ist deutlich reduziert. 


Abgang
Lange bleiben die torfigen schmutzigen Rauchnoten präsent. Untermalt von den würzigen getrockneten Kräutern, zusammen mit einer halbdunklen Schokolade mit Zitronenzeste und einem einfachen Espresso ist das Finish mittellang bis lang. 


Fazit
Die Nase gefällt mir sehr gut. Die Kombination aus dem Rauch und den Aromen des Ballechins mit den würzig, maritimen Islay-Noten funktioniert für mich sehr fein. Im Mund übernehmen die würzigen, kräuterbetonten Geschmäcker, hier merkt man den Islay-Anteil deutlicher. Ein paar Tropfen Wasser schaden nicht.

Wie oben mehrmals erwähnt ist der Highland-Anteil für mich klar ein Ballechin aus dem Hause Edradour. Beim Islay-Part schwanke ich zwischen Caol Ila und einem jungen Staoisha von Bunnahabhain, mit Tendenz eher zum Bunna. Das Experiment, der Hybrid, ist für mich geglückt. Herausgekommen ist ein sehr schöner Raucher. Die Kombination der Aromen trifft meinen Geschmack. Leider sind alle Flaschen bereits weg. Ich kann den Käufern nur dazu raten die Flaschen auch zu öffnen und zu genießen. 

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English Text Version


The third instalment of the Sirens series from whic.de is an interesting bottling. It is a blended malt. Not surprising or special as far as that goes. But the two malts in this blend are each heavily smoked versions from a Highland and an Islay distillery - so a hybrid of two heavily smoked malts from two different regions of Scotland. Interesting. I have to say I'm a little sceptical about whether this will work. Islay smoke can be very dominant. I'm curious. The names of the distilleries are not known. The description of the bottles on the shop page tells us that it is a small distillery in the Highlands, which is also known for strongly smoky whiskies, and a distillery in the north of Islay. With this information, you can already start something - I have my suspicions.


The bottle
There is no age statement on the label, so it is a blend of non-age-statement whiskies. The pre-maturation of the two whiskies is also unknown, but I assume ex-bourbon maturation. What is known, however, is that both whiskies went together into a single oloroso sherry cask for a finish of around nine months. A total of 319 bottles with an alcohol content of 50.7% were bottled without chill filtration and artificial colouring.

Fotocredit: whic.de


Appearance
Reddish brown or dark amber


Nose
The indication "heavily peated" on the bottle is 100% correct as far as the smell is concerned. Immediately, there is a woody, fat smoke smell in the nose, which also smells of smoked, sweet ham. And in addition, there are the aromas of damp, dirty hay and cowshed, which are typical for Ballechin. I can't exactly filter out the smoke from the Islay portion. Behind the clouds of smoke, a lot of honey as well as sweet shortbread, like Scottish shortbread, come to the fore. Ripe red apples, together with Haribo peach fruit jelly pieces and apricot roast contribute to a decent fruitiness. If not in the smoke, after about 20 minutes I find the Islay part in a mineral, maritime salt and iodine note, as well as in dried kitchen herbs, which I recognise in many Islays. The alcohol is very well integrated, all flavours are nicely interwoven, no youthfulness or off-notes are noticeable.

With a few drops of water, the oloroso finish comes more into play. Dark dried fruits and roasted nuts come to the fore. But also orange marmalade with pieces of the peel is present.


Taste
The blend starts with a creamy, smooth mouthfeel that shines with a decent sweetness, but also with an acidic fruity note. With a strong spicy start, however, the taste sceptre quickly takes over the smoky side again, which continues to be dominated by the Highland part. The typical dirty hay and barnyard associations continue. Then more of the aromatic dried Italian kitchen herbs, with the grating of lime and lemon peel. Here, for me, the Islay part is in the foreground. The blend is completed by a good portion of ginger and pepper spiciness. 

On the palate, water helps the fruity flavours to develop better. So the peaches and apricots can be found again. The spiciness at the end of the taste is clearly reduced. 


Finish
The peaty, dirty smoky notes remain present for a long time. Accompanied by the spicy dried herbs, together with a semi-dark chocolate with lemon zest and a simple espresso, the finish is medium to long. 


Conclusion
I really like the nose. The combination of the smoke and flavours of the ballechin with the spicy, maritime Islay notes works very finely for me. In the mouth, the spicy, herbal flavours take over, here you notice the Islay part more clearly. A few drops of water don't hurt.

As mentioned above several times, the Highland part is clearly a Ballechin from Edradour for me. As for the Islay part, I'm wavering between Caol Ila and a young Staoisha from Bunnahabhain, with a tendency towards the Bunna. The experiment, the hybrid, was successful for me. The result is a very nice smoker. The combination of flavours meets my taste. Unfortunately, all bottles are already gone. I can only advise the buyers to open the bottles and enjoy them.

Mittwoch, 15. März 2023

Secret Speyside 10y - Sirens Batch 2 (whic)

 

Whiskybase

English Text Version


Die zweite Flasche in der Sirens Reihe von whic.de ist ein zehnjähriger Single Malt mit 51,9% aus einer nicht bekannten Brennerei aus der Speyside. Er reifte die volle Zeit in Amarone Puncheons. Auf dem Label steht zwar "Matured in an Ex-Amarone Puncheon", jedoch kann ich mir bei einer kolportierten Flaschenanzahl von 823 Stück und dem zusätzlichen jährlichen Angel Share bei zehn Jahren Reifung nicht vorstellen, dass diese Mengen an Flaschen aus nur einem Fass stammen kann. Es ist im Grunde auch egal. Es ist nur interessant in Hinblick auf die Intensität der Reifung. Denn je mehr Holzkontakt der Spirit hat, desto intensiver die Reifung.

Und der Kontakt mit den Holzfässern, also der Intensität der Reifung schenke ich bei diesem Whisky wirklich Beachtung. Denn Amarone, der Rotwein der in diesen Fässern vorher lagerte, stammt aus der norditalienischen Weinregion Valpolicella. Diese Weine sind als sehr kraftvoll, alkoholreich und langlebig bekannt, die sich teilweise auch durch eine deutliche Bitternote auszeichnen. Das italienische Wort für bitter lautet "amaro", ist also namensgebend für diesen Wein. 

Ich mag Whiskies mit Reifung oder einem Finish im Weinfass. Bei Amaronereifung kenne ich den Arran Amarone Cask Finish gut, der gefällt mir. Er ist jedoch "nur" ein NAS-Whisky, sicherlich jünger als diese Abfüllung und auch nur ein Finish in Amarone Fässern.

Ich bin wirklich gespannt, wie sehr sich die Vollreifung in diesen Fässern hier auswirkt.


Aussehen
Heller Bernstein


Nase
Sofort nach dem Einschenken entsteht eine säuerliche, sehr fruchtige Note im Glas. Eine Mischung aus vergorenen dunklen Trauben, Erdbeeren, Stachelbeeren und Ribiseln. Ein leichtes Kribbeln entsteht in der Nase durch eine knackige Prise schwarzen Pfeffer - könnte vom Alkohol oder vom Fass herrühren. Überhaupt kommt, neben den fruchtigen Bestandteilen, vor allem eine deutliche Würzigkeit vom Holz zum Vorschein. Sehr aromatisch. Dazu gesellen sich geröstete Haselnüsse, dunkle, leicht angebrannte Schokolade und etwas Krokant. 

Mit Wasserzugabe kommen die würzigen Aromen noch mehr zur Geltung, die rotweinigen Noten dominieren im Geruch.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Der Malt startet mit einem leicht wässrigen Mundgefühl. Am Beginn eine dezent süße Note der Beeren. Diese verschwindet aber recht flott und von da weg dominieren würzige, holzlastige und vor allem leicht tanninhaltige Aromen. Auch der Pfeffer aus der Nase ist wieder präsent, ebenso wie die Haselnüsse und die dunkle Schokolade. Fruchtanteil ist bis auf den Start keiner mehr vorhanden, auch keine Süße.

Mit Wasser wirken die Geschmacksnoten verwässert und beliebig. Die Schärfe geht zwar zurück, jedoch auch die anderen Aromen. Keine Verdünnung!


Abgang
Etwas adstringierend vorne beim Zahnfleisch. Ich glaube, dass dies weniger der Alkoholgehalt als von der Tannine des Rotweins herrührt. Die bitteren Momente aus dem Geschmack sind weiterhin dominant. Sehr hoher Kakaoanteil in der Schokolade, zusammen mit den Überresten der gekelterten Trauben. Insgesamt gestaltet sich das Finish eher kurz. Alleine die leicht bitter, aromatischen Holzaromen sind noch länger zu schmecken.


Fazit
Ist die Nase noch eine sehr interessante Kombination aus diesen doch sehr dominierenden Aromen der Amaronewein Reifung, wird es vor allem im Mund fast schon zu viel des Guten. Die bitterwürzigen Gerbstoffe aus dem Rotweinfass dominieren. Im Finish geht es wieder, hier wirkt es harmonischer und aromatischer. Leider ist die leckere Frucht aus der Nase weitgehend auf der Strecke geblieben. Eventuell waren die zehn Jahre Vollreifung im Amarone Rotweinfass doch etwas too much. Schade, das Batch 2 kann für mich persönlich mit dem Batch 1, dem Secret Mull nicht mithalten. 

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English Text Version


The second bottle in whic.co.uk's Sirens series is a ten-year-old single malt at 51.9% from an unidentified Speyside distillery. It was matured for the full time in Amarone Puncheons. The label says "Matured in an Ex-Amarone Puncheon", but with a reported number of bottles of 823 and the additional annual Angel Share for ten years of maturation, I can't imagine that these quantities of bottles can come from only one cask. It doesn't really matter. It is only interesting with regard to the intensity of the maturation. Because the more wood contact the spirit has, the more intense the maturation.

And the contact with the wooden barrels, that is, the intensity of the maturation, is what I really pay attention to with this whisky. Because Amarone, the red wine that was previously stored in these barrels, comes from the northern Italian wine region of Valpolicella. These wines are known to be very powerful, high in alcohol and long-lived, some of which are also characterised by a distinct bitter note. The Italian word for bitter is "amaro", so it gives this wine its name. 

I like whiskies with maturation or a finish in wine casks. In the case of amarone maturation, I know the Arran Amarone Cask Finish well, I like it. However, it is "only" an NAS whisky, certainly younger than this bottling and also only a finish in Amarone casks.

I'm really curious to see how much the full maturation in these casks has an effect here.


Appearance
Light amber


Nose
Immediately after pouring, a tart, very fruity note emerges in the glass. A mix of fermented dark grapes, strawberries, gooseberries and currants. A slight tingling in the nose comes from a crisp pinch of black pepper - could be from the alcohol or the barrel. In general, besides the fruity components, a clear spiciness from the wood comes to the fore. Very aromatic. Roasted hazelnuts, dark, slightly burnt chocolate and some brittle join in. 

With the addition of water, the spicy flavours come out even more, the red wine notes dominate the smell.


Taste
The malt starts with a slightly watery mouthfeel. At the beginning, a discreetly sweet note of berries. But this disappears quite quickly and from then on spicy, woody and especially slightly tannic flavours dominate. The pepper from the nose is also present again, as are the hazelnuts and dark chocolate. Fruit content is no longer present except for the start, no sweetness either.

With water, the flavours seem watered down and arbitrary. The spiciness recedes, but so do the other flavours. No dilution!


Finish
A little astringent at the front of the gums. I think this is less from the alcohol content and more from the tannins of the red wine. The bitter moments from the taste are still dominant. Very high cocoa content in the chocolate, along with the remnants of the pressed grapes. Overall, the finish is rather short. Only the slightly bitter, aromatic wood flavours can be tasted for longer.


Conclusion
If the nose is still a very interesting combination of these very dominant aromas of Amarone ageing, it almost becomes too much of a good thing in the mouth. The bitter-spicy tannins from the red wine barrel dominate. Things pick up again in the finish, where it seems more harmonious and aromatic. Unfortunately, the delicious fruit from the nose has largely fallen by the wayside. Perhaps the ten years of full maturation in the Amarone red wine cask were a bit too much. It's a pity, for me personally, the Batch 2 can't keep up with the Batch 1, the Secret Mull

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