Tormore
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Mittwoch, 1. Oktober 2025

Tormore 2014/2025 11y – Sir Lancelot – The Round Table Collection (whic)

 

Whiskybase

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Völlig überraschend erhielt ich letzte Woche die Nachricht von whic.de, dass ein Sample für mich unterwegs sei. Es handle sich um die zweite Ausgabe ihrer neuen Round Table Collection, die ausschließlich für Newsletter-Abonnenten erhältlich ist. Die letzte Zusendung eines kostenlosen Samples liegt gut eineinhalb Jahre zurück, umso größer war die Freude, wieder einmal eine neue Serie von Arne Wesche und seinem Team verkosten zu können.

Die aktuelle Abfüllung widmet sich Sir Lancelot, einem der bekanntesten Ritter der Tafelrunde. Sein flüssiges Alter Ego ist ein 11 Jahre alter Tormore aus einem Refill-Fass, abgefüllt mit 55,3 Prozent. Verantwortlich für die Abfüllung zeichnete diesmal Brave New Spirits. Die Serie startete im August mit König Artus selbst, einem 13 Jahre alten rauchigen Benriach aus einem 1st Fill Sherryfass, abgefüllt von Duncan Taylor.

Auch wenn die Probe gratis war, schreibe ich wie immer meine ehrlichen Eindrücke. 

Meine bisher einzige Begegnung mit Tormore war eine Abfüllung mit Bordeaux-Rotweinfass-Finish, die stark in die fruchtig-beerige Richtung ging. Umso gespannter war ich auf diesen Whisky, der stilistisch eher einer klassischen Ex-Bourbon-Reifung entspricht – ein Stil, den ich derzeit besonders schätze.


Aussehen
Helles Safrangold


Nase
Zunächst zeigen sich helle, grasige Noten von frisch gemähter Wiese und feuchtem Heu. Für Frische sorgt ein Hauch Pfefferminzöl. Sobald sich der Alkohol beruhigt, öffnet sich die Nase in eine feine Ex-Bourbon-Richtung. Vanille tritt hervor, begleitet von Birnenkompott, Marillenmarmelade, Honigmelonen und leicht angerösteten Mandelsplittern. Cerealien und gezuckertes Müsli fügen eine würzig-malzige Note hinzu. Die Nase wirkt leicht und luftig, ist aber gleichzeitig intensiv genug, um immer wieder Neues zu entdecken.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Der Einstieg ist süß und cremig mit einem ausgewogenen Mundgefühl. Im Gegensatz zur Nase geht es hier sofort kräftig zur Sache. Neben der Vanillesauce sind Birnenkompott sowie Fruchtfleisch und Schalen grüner Äpfel präsent. Das Pfefferminzöl wandelt sich zu einer Assoziation von Minzcreme mit Schokolademantel. In der zweiten Hälfte übernimmt eine pikant scharfe Würze, die an Pfeffer oder sogar Chili erinnert. Auch Cerealien mit Getreidenote und Würze sind klar erkennbar.


Abgang
Holzeinfluss ist kaum spürbar, bittere Noten fehlen völlig. Auf der Zunge prickeln zerstoßene Pfefferkörner nach, während Minze und Schokolade mit Nussanklängen noch eine Weile am Gaumen bleiben.


Fazit
Diese Abfüllung trifft genau meinen aktuellen Geschmack, wenn es um Fassreifungen geht. Helle Früchte, teils mit leicht tropischem Touch, Vanille, malzige Töne, grasige und blumige Anklänge sowie eine ansprechende Würzigkeit – all das vereint dieser Tormore. Es ist eine klassisch anmutende Bourbonfassreifung, die mir in ihrer schlichten, positiven Art sehr gut gefällt. Lediglich das Finale hätte etwas länger ausfallen dürfen, weshalb es kleine Abzüge gibt. Insgesamt jedoch ein sehr gelungener Whisky.


Donnerstag, 30. Juli 2020

Tormore 2004 Bordeaux Red Wine Cask MoS

Tormore 2004 MoS

Nase & Aussehen
Der erste Tormore und die erste Flasche vom deutschen unabhängigen Abfüller Malts of Scotland in meinem Glas. 14 Jahre ist dieser Tormore alt und erfuhr in einem Bordeaux Rotweinfass sein Finish. Wie lange das Finish dauerte, konnte ich leider nicht herausfinden. 
Die ungefärbte Farbe entspricht im Snifter einem deutlich, sattem Goldton. Entsprechend seinem hohen Alkoholgehalt von 59,4% bildet sich am Glasrand zwar ein schöner öliger Film aber defacto gibt es kaum Legbildung. 
Der Alkohol ist auch mit einer leichten frischen Mentholnote in der Nase greifbar. Aber nicht störend, man muss halt darauf achten, wie tief man seinen Geruchszinken ins Glas hält. 
Dahinter aber sogleich eine Menagerie an Beeren, wie Erdbeeren und Himbeeren und eine gewisse fruchtige Säure, aber nur dezent. Wie Vanilleeis mit Himbeersauce. Eine aromatische Eiche addiert sich dazu. Eine Süße schwingt die ganze Zeit im Aroma mit. Nach dem ersten Schluck wird es in der Nase sogar noch beeriger, himbeeriger. Mit Wasserzugabe schiebt die Vanille stärker an. Die Beerenmischung ist aber auch weiterhin schön präsent. 

Geschmack
Ein sehr weiches fast schon cremig, sahniges Mundgefühl. Sofort eine tolle Honigsüße im Antritt. Die Süße wird in der Mitte zu dunklem Karamell. Dunkle Schokolade mit Himbeerstücke. Läßt sich sehr gut auch ohne Wasser genießen. Mit Wasser wird es zwar runder und sanfter aber er verliert auch etwas an Aromen.

Abgang
Zum Ende im Mund und auch im Finish eine sehr zarte Bitterkeit. Frucht und das Karamell bleiben auch gegen Ende hin vorhanden. Aber überraschend wenig Eiche am Ende. Länge vom Abgang ist gut mittellang.

Fazit
Dieser Tormore ist ein richtiger Beerenfruchttopf. Kombiniert mit der Vanille und der tollen Honig/Karamellsüße im Mund ergibt das eine tolle Mischung. Trotz seines hohen  Alkoholgehalts ist er erstaunlich gut pur zu trinken. Ich finde ihn richtig lecker und ich behalte Tormore im Auge. 
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