Orkney
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Dienstag, 9. Juni 2026

Highland Park Full Volume

 

Whiskybase

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Highland Park mit Ex-Bourbonreifung – diese Kombination ist mir in den letzten beiden Jahren immer mehr ans genießerische Herz gewachsen. Für meinen Geschmack funktioniert der würzige, eigenständige Grundcharakter von Highland Park mit den typischen hellfruchtigen und vanilligen Aromen eines Ex-Bourbonfasses ausgezeichnet. Bis jetzt konnte ich diese Fasskombination allerdings fast ausschließlich über unabhängige Abfüller wie Meadowside Blending oder Signatory Vintage kennenlernen.

Im offiziellen Sortiment von Highland Park gibt es nur wenige Abfüllungen, die ohne Sherryfässer auskommen. Eine davon ist der Full Volume aus dem Jahr 2017, für den 481 First-Fill-Ex-Bourbon-Fässer mit Destillat aus dem Jahr 1999 befüllt wurden, das anschließend 17 Jahre reifen durfte.

Der Name „Full Volume“ entstammt der Welt der Musik. Highland Park wollte mit dieser Abfüllung die Parallelen zwischen der Arbeit eines Musikproduzenten und der eines Whisky Makers aufzeigen: In beiden Fällen geht es darum, unterschiedliche Komponenten so auszubalancieren, dass selbst bei voller Lautstärke beziehungsweise voller Aromenkraft ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Passend dazu wurde die Verpackung im Stil eines Vintage-Gitarrenverstärkers gestaltet.

Auf der Seite der als alten Gitarrenverstärker designten Verpackung sind Regler aufgedruckt (für Torf, Bourbon, Frucht und Vanille) aufgedruckt. Der Lautstärkenregler ist sogar auf 11 hochgedreht.

Ich konnte eine Flasche davon zu einem guten Preis beim Auktionshaus Krüger erstehen und bin sehr gespannt, ob eine Originalabfüllung mit dieser Fassbelegung genauso gut funktioniert wie die unabhängigen Vertreter.


Aussehen
Dunkles Strohgelb.


Nase
Die für mich so typischen Noten von Heidekraut, die sanfte, sehr eigene Würzigkeit mit ihrem Hauch von Rauch, die ich so an Highland Park schätze, lassen sich zu Beginn nicht feststellen. Dafür zeigt sich eine sehr fein ausgeprägte Bourbonnase. Richtig viel Vanille, eine angenehme, nicht übertriebene Süße, eher wie heller Kuchenteig, dazu ein tropisches Fruchtbouquet vom Feinsten. Mit einer leichten Säure, die an Ananas erinnert, dazu reife Birnen, Mirabellen und Pfirsiche.

Die amerikanische Weißeiche macht sich durch eine leicht sägemehlartige Holznote im Hintergrund bemerkbar. Der Alkohol ist gut eingebunden und bringt eine dezente Frische sowie Lebendigkeit in den Geruch. Insgesamt wirkt die Nase sehr ausbalanciert und harmonisch, man merkt ihr das Alter durchaus an.

Auch nach rund 15 Minuten erkenne ich kein Heidekraut. Bei einer Blindverkostung hätte ich hier ziemlich sicher nicht auf Highland Park getippt.


Geschmack
Im Mund eröffnet der Whisky zwar weich, wirkt jedoch merklich kraftvoller als in der Nase und zeigt sich deutlich stärker von seiner würzigen Seite. Mineralische Noten, Bittermandeln und leichte Bitterstoffe von Apfelschalen prägen den ersten Eindruck. Und da ist es! Das im Geruch so schmerzlich vermisste Heidekraut – und zwar ziemlich ausgeprägt, muss ich sagen.

Nach dem herbwürzigen Start übernimmt eine angenehme, nicht zu intensive Süße das Kommando. Sie erinnert vor allem an Puderzucker, der mit Vanille und Zitronenextrakt aromatisiert wurde.

Nach diesem süßen Intermezzo treten wieder würzigere Noten auf die Geschmacksbühne: eine Prise schwarzer Pfeffer, etwas Pfefferminze und Holzsäfte. Und immer noch ist das kräuterig-würzige Heidekraut allgegenwärtig. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Der Alkohol bleibt hervorragend integriert und klar definiert.


Abgang
Gegen Ende erahnt man eine leichte Rauchnote, als würde man an einem angebrannten Stück Holz lecken. Das Heidekraut tritt nun noch deutlicher hervor. Auch die mineralische Komponente bleibt weiterhin präsent. Insgesamt besitzt der Whisky einen mittellangen Abgang.


Fazit
Vor allem in der Nase fällt es schwer, ihn sofort als Highland Park zu identifizieren. Dort dominiert zunächst das First-Fill-Bourbonfass das Geschehen. Spätestens am Gaumen tritt der Brennereicharakter der Orkney-Destillerie jedoch deutlich hervor. Dabei erinnert er mich stellenweise stark an den 18-jährigen Secret Orkney 2002 von MBI. Der Full Volume zeigt eindrucksvoll, wie stark First-Fill-Bourbonfässer den Charakter von Highland Park zunächst überdecken können, ohne ihn jedoch vollständig zu verdrängen.

Man sollte diesem Whisky etwas Zeit geben. Ab dem zweiten Glas wirkt alles deutlich runder und harmonischer. Dann zeigt der Full Volume, was wirklich in ihm steckt. 

Donnerstag, 15. Januar 2026

Whitlaw 2013 10y PX/Oloroso Sherry (SV)

 

Whiskybase

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Signatory Vintage füllt regelmäßig Highland Park unter dem Namen Whitlaw mit rund zehn Jahren Reifezeit in der Vintage Collection ab, erkennbar an der orange-ockerfarbenen Tube und dem gleichfarbigen Etikett. Die Fassbelegung variiert, meist kommen jedoch Oloroso- und PX-Sherryfässer zum Einsatz. Serien­typisch ist die Abfüllung mit 46 Prozent Alkohol.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Bei Highland Park suche ich immer diese für mich so typische und reizvolle Note von blühendem Heidekraut, und genau diese finde ich hier sofort wieder. Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass sich das Destillat trotz der intensiven Fassbelegung behaupten konnte. Dazu kommt Orangemarmelade mit Zesten, die einen schönen herben, würzigen Kontrast setzt. Es folgen getrocknete, zerriebene Küchenkräuter sowie ein Hauch von leicht angekohltem Holz im Hintergrund.

Dann treten die klassischen Sherrynoten in Erscheinung mit getrockneten Früchten, Pflaumenmus und gerösteten Haselnüssen. Mit der Zeit wird auch der Einfluss des PX-Fasses deutlicher, vor allem in Form von Rosinen und Erdbeermarmelade, die zusätzliche Süße einbringen. Dieses Wechselspiel der beiden Fassarten gefällt mir ausgesprochen gut, insbesondere weil die würzigen Heidekrautnoten stets präsent bleiben. Der Alkohol zeigt sich leicht spitz, wirkt aber für das Alter nicht unangenehm.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen setzt sich die Würzigkeit fort, das Heidekraut ist sofort präsent, nun begleitet von deutlich mehr Süße in Richtung Heidekrauthonig. Sehr angenehm. Die Textur ist gut, der Körper solide. Dazu kommen leichte Noten von angebranntem Holz und Ascheflocken. Frucht spielt hier eine geringere Rolle als in der Nase, vor allem Orangenstücke, getrocknete Beeren, Feigen und vereinzelte Rosinen. Ergänzt wird das Profil von Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen. Ab der Mitte übernimmt der würzige Part zunehmend die Führung, getrocknete Kräuter und der Holzeinfluss werden immer dominanter. Der Alkohol ist spürbar und kraftvoll, dabei aber gut eingebunden.


Abgang
In diese Richtung entwickelt sich auch das Finale weiter. Angebranntes Holz, getrocknete Küchenkräuter, Heidekraut und Tabak prägen das mittellange Finish.


Fazit
Ein guter, unabhängig abgefüllter Highland Park in dieser Altersklasse, mit dieser Fassauswahl und in diesem Preissegment. Er macht durchaus Spaß. Wer Highland Park mit modernem Sherryprofil mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Besonders gefällt mir, dass der Brennereicharakter trotz der Fassdominanz klar erkennbar bleibt.

Mittwoch, 24. September 2025

Scapa 10y

 

Whiskybase

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Denkt man whiskyseitig an Orkney, fällt den meisten sofort Highland Park ein. Doch seit 1885 gibt es auf der Insel eine zweite Brennerei, die Scapa Distillery, malerisch gelegen direkt am Ufer des Scapa Flow. Die Geschichte der Brennerei ist ereignisreich, von 1994 bis 2005 ruhte die Produktion fast vollständig. Seit Herbst 2024 gibt es mit der Signatur Range wieder eine Standardreihe mit Altersangabe, die einen zehn-, einen sechzehn- und einen einundzwanzigjährigen Single Malt umfasst.

Ich habe mir von allen drei Abfüllungen ein Sample besorgt und beginne mit dem jüngsten Vertreter, dem 10y. Wie bei allen Whiskys dieser Serie reift er ausschließlich in Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche. Abgefüllt wird mit 48 Prozent, auf Kühlfiltration und Färbung wird erfreulicherweise verzichtet.


Aussehen
Blütenhonig


Nase
Zu Beginn zeigt sich eine frische mineralische Basis, dazu klare, noch wenig definierte helle Fruchtnoten, Kieselsteine und eine Meeresbrise. Mit etwas Zeit wird die Frucht präziser, vor allem grüne Äpfel, Grapefruit, Sternfrucht, Nashi-Birnen und grüne Trauben treten hervor. Hinter dem Obst liegt eine ausgeprägte Säure, die an einen jungen, knackigen Weißwein erinnert. Typisch für amerikanische Weißeiche sind Vanille und Kokos, die sich zunehmend bemerkbar machen. Hefe und feine Esternoten sorgen für eine würzige Komponente im Hintergrund. Die 48 Prozent Alkohol verleihen Volumen, auch wenn insgesamt etwas mehr Druck wünschenswert wäre.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Überraschend intensiv beginnt er mit einem Wechselspiel aus prickelnder Ingwerschärfe und einer weichen, süßen Note, die an Honig-Karamellbonbons erinnert. Das Mundgefühl ist sanft und leicht, der Whisky gleitet geschmeidig über die Zunge in den Rachen. Der Alkohol ist gut eingebunden, weniger Prozente würden ihm an Körper nehmen. Im Mittelteil folgen heller Mandelkuchenteig mit Muskat und Zimt, Pfefferminze, cremige Milchschokolade mit Trauben und die Schalen grüner Äpfel, die schon in der Nase präsent waren. Eine leichte Schärfe begleitet den zweiten Schluck, ohne zu stören. Gegen Ende tritt das Eichenholz deutlicher hervor und bringt eine gewisse Bitterkeit mit.


Abgang
Das Finish bleibt eher kurz. Apfelschale, ein Hauch Grapefruitsaft und süßes Karamellbonbon bleiben zurück, begleitet von der Schärfe einer milden Ingwerpaste.


Fazit
In der Nase wirkt er wie ein typischer zehnjähriger Bourbonfass-Whisky mit frischen Fruchtnoten, Vanille und Kokos – solide, aber etwas austauschbar. Am Gaumen zeigt er mehr Charakter, die Kombination aus Ingwer, süßem Karamell, Gewürzen und weichem Kuchenteig gefällt. Im Abgang verliert er allerdings etwas an Ausdruck. Angesichts eines Preises von 55 bis teils über 70 Euro ist diese Abfüllung für einen zehnjährigen Single Malt doch deutlich zu hoch angesetzt.

Mittwoch, 6. November 2024

Secret Orkney 2010 14y - 100 Proof Edition #15 (SV)

 

Whiskybase

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Die zweite Flasche, die ich aus der nun nicht mehr ganz zu jungen 100 Proof Edition-Reihe von Signatory Vintage verkoste, ist ein 14jähriger Secret Orkney mit der Nummer 15. Bislang entpuppten sich die Secret Orkneys, die ich im Glas hatte, allesamt als versteckte Highland Parks (HP). Ein Umstand, der mir keine schlaflosen Nächte bereitet, bin ich doch durchaus ein Fan von unabhängig abgefüllten HPs. Und da waren sowohl reine Sherryfass gereifte wie auch puristische reine Ex-Bourbon-Varianten dabei. 

Für diese Edition wurden sowohl 1st Fill Oloroso Sherry Butts als auch Ex-Bourbon Hogsheads verwendet - eine Mischung mit Potential. Denn allein die Farbe in der Flasche suggeriert, dass man hier keine feuchten Fässer verwendet hat und somit der Grundstil von Highland Park, den ich so mag, noch genug Platz zur Entfaltung bekommen hat. Die bei der Serie obligatorischen 57,1% versprechen genug Aromenintensität.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Jawohl! Typische Highland Park Nase. Sehr leichter Holzrauch mit dieser unverwechselbaren, floralwürzigen, nicht einfach zu beschreibenden Heidekrautnote. Und dies alles eingebettet in angenehme, nicht zu überbordende, Aromen der Sherryfass-Reifung. Getrocknete Früchte, Datteln und Feigen, dazu etwas Orangenkonfitüre sowie Rosinen, Leder und getrocknete Tabakblätter. Aufgeschnittene Bourbon Vanilleschoten, die auf getrocknetes, leicht angekohltes Eichenholz gerieben wurden. Die 100 Proof sind super eingebunden, man merkt den Alkohol in der Nase überhaupt nicht.

Mit ein paar Tropfen Wasser werden die Früchte im Geruch sogar noch stärker. Es fügt sich ein Marillenröster zum vorhandenen Obst hinzu. Die übrigen für mich mit Highland Park verbundenen Aromen sind weiterhin deutlich präsent.


Geschmack
Auch hier, trotz der beachtlichen Alkoholstärke von über 57% ist der Antritt im Mund sehr angenehm und weich. Der Holzrauch ist nun im Geschmack markanter als im Geruch, verwebt jedoch weiterhin als Verbindungsglied die anderen Aromen schön miteinander. Süßer Honig umspielt die würzigen Heidekrautnoten zusammen mit getrockneten Früchten. Der Tabak bekommt einen höheren Vanilleanteil. Etwas schwarzer und roter Pfeffer sorgen für eine leichte Schärfe im Mittelteil, die aber relativ rasch wieder abklingt. Mit einer leichten Wasserverdünnung tritt der süße Honig anfänglich mehr in den Vordergrund, der Rauchgeschmack nimmt dagegen etwas ab.


Abgang
Herbe nussige Sherryaromen, gepaart mit Leder, Tabak und dem dezenten Rauch mit ein paar Rosinen. Diese Aromen liegen lange im Mundraum und es ist einfach lecker und typisch für HP.


Fazit
Man bekommt hier einen wirklich gut gereiften Highland Park aus dem Sherryfass mit all seinen klassischen Aromen, wie leichten würzigen Holzrauch, Heidekraut mit Leder und Tabak. Bedenkt man den Preis ist dies ein absoluter No-Brainer für alle, die Highland Park mögen. Bei der Original Reihe wird man um diesen Preis wahrscheinlich keine adäquate Abfüllung finden.

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English Text-Version


The 14-year-old Secret Orkney, number 15, is the second bottle I'm tasting from Signatory Vintage's not-so-young 100 Proof Edition range. So far, the Secret Orkneys I've had in my glass have all turned out to be hidden Highland Parks (HP). A fact that doesn't cause me any sleepless nights, as I'm quite a fan of independently bottled HPs. And there were both pure sherry cask matured and purist pure ex-bourbon variants. 

Both 1st fill Oloroso sherry casks and ex-bourbon hogsheads were used for this edition - a blend with potential. The colour of the whisky in the bottle alone suggests that no wet casks were used here and that the basic style of Highland Park, which I like so much, was given enough space to develop. The obligatory 57.1% for the series promises plenty of flavour intensity.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Amber in colour.


Nose
That's right! Typical Highland Park nose. Very light wood smoke with that unmistakable floral, spicy, heather note that is difficult to describe. This is all wrapped up in pleasant, not too overpowering sherry cask flavours. Dried fruit, dates and figs, plus some orange marmalade, sultanas, leather and dried tobacco leaves. Sliced bourbon vanilla pods rubbed into dried, lightly charred oak. The 100 proof are perfectly integrated, you don't even notice the alcohol in the nose.

A few drops of water intensify the fruitiness. An apricot roast is added to the existing fruit. The other flavours I associate with Highland Park are still very much present.


Palate
Again, despite the considerable alcohol content of over 57%, the mouthfeel is very pleasant and smooth. The wood smoke is now more pronounced on the palate than it was on the nose, but continues to weave the other flavours together beautifully. Sweet honey plays around the spicy notes of heather and dried fruit. The tobacco has a higher vanilla content. A little black and red pepper provides a slight spiciness in the middle, which fades relatively quickly. The sweet honey comes more to the fore, while the smoky notes fade, with a slight dilution of water.


Finish
Tart, nutty sherry flavours, paired with leather, tobacco and the subtle smoke with a few sultanas. These flavours linger in the mouth for a long time and it is simply delicious and typical of HP.


Conclusion
This is a really well matured Highland Park, with all the classic flavours of light spicy wood smoke, heather with leather and tobacco. Considering the price, this is an absolute no-brainer for anyone who likes Highland Park. You probably won't find an equivalent bottling of the original range at this price.

Dienstag, 2. Juli 2024

An Orkney Distillery 2008 13y Parcel No. 8 (EID)

 

Whiskybase

English Text-Version


Elixier Distillers gehört neben Meadowside Blending und Signatory Vintage zu den drei unabhängigen Abfüllern wo ich aktuell am meisten zuschlage. Bei Elixier Distillers, Sukhinder Singh gehörend, dem ehemaligen Co-Gründer/Eigentümer von The Whisky Exchange und dem aktuellen Besitzer der Tormore Brennerei, ist es vor allem die Single Malt of Scotland Reihe, wo ich immer wieder fündig werde. Faier Preis, gute Altersstruktur, schöne Fassreifungen und ein Design, dass mich mit seiner Schlichtheit anspricht. Schwarze oder dunkelgrüne Flaschen, weiße minimalistische Labels mit übersichtlichem klassischen Design.

Es stehen viele Informationen auf den Labels, sogar der Angel Share, jedoch fehlt leider oft oder eigentlich fast immer die genaue Fassauswahl. Dies ist ein kleiner Kritikpunkt, den ich habe. Aber was die Qualität der Malts angeht, bin ich nie enttäuscht worden. 

Und so verhält es auch mit unabhängig abgefüllten Highland Parks. Auch hier hatte ich bis lang immer das Glück gute Tropfen im Glas zu haben. Und so konnte ich bei dieser Abfüllung nicht widerstehen. Auch wenn auf der Flasche nicht Highland Park sondern An Orkney Distillery draufsteht ist klar, dass HP in der Flasche steckt.

Die Eckdaten waren interessant genug um ihn zu probieren. 13 Jahre Alter, 48% Alkoholstärke, Ex-Bourbon und Ex-Sherryfassreifung, passt.


Aussehen
Mahagoni


Nase
Die beiden Sherryfässer in der Fassmischung prägen zu Beginn deutlich das Geruchsprofil. Ein sehr fruchtiger Start. Süße dunkle Waldbeerenmarmelade, auch zusammen mit einer angenehmen Säure der Beeren. Ein paar rote reife Äpfel und Pflaumen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Rosinen, etwas Leder, aromatischer Pfeifentabak, dunkle Schokolade und ein leichter Muff von alten Möbeln liegen hinter der anfänglichen Fruchtigkeit. Begleitet werden diese Aromen zusätzlich von Waldhonig und Vanillenoten.

Anfänglich dachte ich, ich würde das für mich bei Highland Park Abfüllungen so typische Heidekraut nicht riechen. Doch mit mehr Luft und Wärme kommen die Heidekrautaromen immer deutlicher zum Vorschein. Dann vermischt es sich vor allem mit den Beeren, dem Tabak und Leder zu einer wirklich schönen Geruchskomposition. Lecker.

Was mir jedoch komplett abgeht ist Rauch. Gut. Der Rauch bei den Abfüllungen von Highland Park ist grundsätzlich nicht intensiv, dies ist nicht das Ziel von HP. Aber ein wenig Rauch als Untermalung der anderen Aromen ist häufig vorhanden. Hier nicht. Interessant.

Mit ein, zwei Tropfen Wasser treten Vanille und Honig etwas mehr in den Vordergrund, ohne jedoch den Grundcharakter des Malts zu sehr zu verändern.


Geschmack
Es startet mit einem recht süßen und cremigen Antritt. Das Heidekraut ist im Mund deutlicher als im Geruch zu schmecken. Dann kommen dunkle Beeren, Pflaumen und Honig. Es wechselt recht zügig zu einer würzigen Schärfe mit Pfeffer und Zimt als Hauptprotagonisten. Wie in der Nase sind vor allem die Aromen der Sherryfässer am deutlichsten wahrzunehmen.

Zwei Tropfen Wasser bewirken eine leichte Verbesserung des Übergangs zwischen der süß, fruchtigen und der würzig, scharfen Phase im Geschmack. Aber der Rauch lässt sich auch hier nicht blicken.


Abgang
Deutliche Bitterstoffe der Eichenfässer am Ende, aber auch immer noch die aromatischen Pflaumen, das Leder und Reste vom Tabak. Die Spuren vom Heidekraut mit der Eiche sowie ein Hauch von Minze sind doch mittellang im Abgang zu finden.


Fazit
Zuerst dachte ich, die Sherryfässer hätten den HP-Charakter zu sehr dahin gerafft. Mit ein paar Minuten Standzeit ändert sich dies Gottseidank. Dann kommt die Heidekrautnote in den Vordergrund und der Brennereicharakter ist zu riechen. Leider vermisse ich etwas den subtilen Rauch von Highland Park hier. Im Geschmack mag er vielen vielleicht zu rasch zu würzig werden, aber dies gefällt mir hier recht gut. Es darf auch mal mehr Eiche und Robustheit sein. Er benötigt etwas Zeit im Glas, auch Oxidation in der Flasche tut ihm meiner Meinung nach sehr gut. Rund herum eine schöne charaktervolle Abfüllung, die sich deutlich vom Standard-12er unterscheidet. 

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English Text-Version


Elixier Distillers is one of the three independent bottlers I buy most from at the moment, along with Meadowside Blending and Signatory Vintage. Owned by Sukhinder Singh, former co-founder/owner of The Whisky Exchange and current owner of the Tormore distillery, Elixier Distillers' Single Malt of Scotland range is where I always find what I'm looking for. 

Fair price, good age structure, beautiful cask maturation and a design that appeals to me with its simplicity. Black or dark green bottles, white minimalist labels with a clear, classic design. There is a lot of information on the labels, even the Angel Share, but unfortunately the exact cask selection is often or almost always missing. This is a small criticism I have. But as for the quality of the malts, I have never been disappointed. 

And it's the same with independently bottled Highland Parks. Here, too, I've always been lucky enough to have some good ones in my glass. So I couldn't resist this bottling. Even though the bottle isn't labelled Highland Park but An Orkney Distillery, it's clear that the bottle contains HP. The key data was interesting enough to try. 13 years old, 48% ABV, ex-bourbon and ex-sherry casks, fits.


Appearance
Mahogany colour


Nose
The two sherry casks in the cask mix dominate the initial aroma profile. A very fruity start. Sweet dark berry jam, again with a pleasant acidity from the berries. Some ripe red apples and plums have also crept in. Behind the initial fruitiness are sultanas, some leather, aromatic pipe tobacco, dark chocolate and a slight mustiness of old furniture. These aromas are accompanied by notes of wild honey and vanilla. 

At first I thought I couldn't smell the heather that is so typical of Highland Park bottlings. But with more air and warmth, the heather flavours become more and more apparent. Then it mixes with the berries, tobacco and leather to create a really nice flavour composition. 

Delicious.

What I miss completely is the smoke. Okay. The smoke in Highland Park's bottlings is generally not intense, this is not HP's intention. But there is often a little bit of smoke to go along with the other flavours. 

Not here. Interesting.

With a drop or two of water, the vanilla and honey come a little more to the fore, but without changing the basic character of the malt too much.


Palate
It starts with a rather sweet and creamy entry. The heather is more prominent in the mouth than in the nose. Then there are dark berries, plums and honey. It quickly becomes spicy, with pepper and cinnamon as the main protagonists. As with the nose, the sherry casks are the most prominent.

The transition between the sweet, fruity and spicy, hot phases is slightly improved by two drops of water. Again, the smoke is absent.


Finish
Distinct bitterness from the oak at the end, but the aromatic plum, leather and tobacco remains. Traces of heather with the oak and a hint of mint are still present in the medium-long finish.


Conclusion
At first I thought the sherry casks had taken away too much of the HP character. Thankfully, this changes after a few minutes of waiting. Then the heather note comes to the fore and the distillery character can be smelled. Unfortunately, I miss the subtle smoke of Highland Park. The taste might be too spicy for many, but I like it here. Sometimes it can be more oaky and robust. It needs some time in the glass, and the oxidation in the bottle is also very good for it, in my opinion. All in all, a beautiful bottling, full of character and very different from the standard 12 year old bottling. 


Mittwoch, 1. Mai 2024

Secret Orkney 2002 18y The Maltman

 

Whiskybase

English Text-Version


Ich muss gestehen, es ist nicht mein erstes Tête-à-Tête mit diesem geheimnisvollen Single Malt von den Orkney Inseln. Ich erstand die Flasche vor ein paar Monaten bei meinem Händler der Wahl in Wien. Die Flasche blieb die erste Zeit dort gelagert und jedesmal, wenn ich mich zum geselligen Beisammensein mit den anderen Jungs und Mädls der Whiskyrunde traf, wurde die Flasche aus dem Archiv hervorgeholt und ein, zwei Gläser davon genossen.

Daher weiß ich bereits ungefähr, was mich in meinem Tasting erwarten wird. Nicht zu 100 Prozent jedoch, da ein Verkosten in seiner gewohnten Umgebung in Ruhe und Stille mit seinem Glas der Wahl immer anders ist und neue Aspekte vom Whisky enthüllt, als wenn man in einer lebhaften Umgebung, mit anderen Menschen und Gläsern und auch nicht als einiziger Dram des Abends, den Whisky genießt.

Dieser Secret Orkney - ich gehe mal stark von einem Highland Park aus - ist 18 Jahre alt und verbrachte seine Zeit in einem Refill Hogshead. Aufgrund der Farbe und der Fassauswahl hatte ich die Erwartung und Hoffnung, dass ich mit dieser Abfüllung mich näher mit dem eigentlichen Destillat von HP befassen könnte und weniger durch die klassisch, typische Sherryreifung bei Geruch und Geschmack beeinflusst werden würde. Wie bei Meadowside Blending üblich wurde keine Kühlfiltration und kein Farbstoff verwendet. Abgefüllt wurden die 374 Flaschen mit 51,4% Alkohol. Also beste Voraussichten für einen gepflegten Dram.


Aussehen
Sattes Goldgelb.


Nase
Da ich ihn schon ein paar Mal im Glas hatte, weiß ich bereits, dass dieser Whisky nach einer gewissen Ruhezeit und Luft verlangt. Ansonsten entdeckt man anfänglich eine feine Vanillenote, begleitet von hellen Fruchtaromen, hier vor allem reifes grünes und gelbes Kernobst, einem Löffel Blütenhonig und geröstetem Malz. Erst nach etwas mehr als zehn Minuten kommt für mich der so typische Heidekraut-Einfluss, den ich mit Whiskys von Highland Park verbinde, zum Vorschein - würzig, kräuterig mit einem floralen Touch. Rauch erkenne ich hier keinen, jedoch liegt im Hintergrund eine angenehme holzig, erdige Note, die vom Fass kommt. Und wie ich ebenfalls gelernt habe, tun ihm auch ein paar wenige Tropfen Wasser gut. Dadurch öffnet sich der Whisky mehr, die Fruchtaromen und die Vanille legen an Intensität zu, die Würzigkeit und die malzigen Noten gehen mehr in den Hintergrund. Der leichte Heidekraut-Touch bleibt, wird sogar etwas intensiver. Der Alkohol spielt nie eine dominante Rolle, er ist sehr gut eingebunden.


Geschmack
Sehr weich und samtig gleitet er in den Mundraum. Es beginnt mit einer deutlichen, aber nicht allzu kräftigen Süße, die nach cremigen Toffee mit etwas Honigbeigabe schmeckt. Gefolgt von eher dezenten fruchtigen Einflüssen, hier wieder vor allem reife Äpfel die eine Verstärkung von der einen oder anderen Marille bekommen, wechselt es rasch hin zu einer aromatischen Ingwerschärfe. Wie ein kurzer Chili-Catch ebnet die würzig aromatische Schärfe rasch wieder ab und die anfängliche Süße übernimmt wieder das Kommando. Von einer Rauchnote ist für mich auch im Geschmack keine Spur zu finden. Auch im Mund zeigt sich der Alkohol nur im Hintergrund und ist nie störend. Das Wechselspiel zwischen fruchtig und süß mit dem kurzen würzigen Ingwershot gefällt mir.


Abgang
Gegen Ende hin kommt das Holz kräftiger durch und es erscheinen leicht bittere Aromen, etwas dunklere Schokolade mit einem höheren Kakaogehalt, verbunden mit einer leichten Trockenheit und einem Hauch von Rauch - hier ist er nun. Dies wirkt sehr gediegen und lecker. Und er bleibt auch erfreulich länger im Mund und am Gaumen präsent.


Fazit
Das Refill Hogshead-Fass hat ausreichend Spielraum für das Destillat gelassen. Dies war meine Hoffnung und sie wurde erfüllt. Ein - für mich ist es klar - Highland Park, der keine Einflüsse durch Sherryfässer hat. Er ähnelt sehr einer klassischen Bourbonfassreifung, mit den hellen Früchten, der Vanille und Süße. Er benötigt wirklich seine Zeit um sich zu öffnen und zu entfalten. Auch ein paar Spritzer Wasser tun ihm gut. Dies kann man natürlich auch kritisch sehen, wenn ein Whisky nicht sofort abliefert. Mich stört es nicht und ich kann ihn wirklich für all jene empfehlen, die einen Highland Park auch außerhalb der gewohnten Sherryreifungspfade kennenlernen wollen.

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English Text-Version


I must admit that this is not my first tête-à-tête with this secret Orkney single malt. I bought the bottle a couple of months ago from my favourite liquor store in Vienna, Austria. It stayed there for the first few months and every time I got together with the other guys and girls of the whisky group for a social gathering, the bottle was taken out of the archive and a glass or two was enjoyed.

So I already have a pretty good idea of what to expect at my tasting. But not 100 per cent, because tasting in your usual surroundings, in peace and quiet, with the glass of your choice, is always different and reveals new aspects of the whisky than enjoying it in a lively environment, with other people and glasses, and not as the only dram of the evening.

This Secret Orkney - which I highly suspect is a Highland Park - is 18 years old and has spent its time in a refill hogshead. Based on the colour and the choice of cask, I expected and hoped that this bottling would allow me to get closer to the actual distillate from HP and not be so influenced by the classic, typical sherry maturation, both smelling and tasting. As usual with Meadowside Blending, no chill filtration or colouring was used. The 374 bottles were bottled at 51.4% ABV. So the best prospects for a well cared for dram.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Rich golden yellow colour.


Nose
I've had this whisky in my glass a couple of times now, so I'm already aware of its need for a certain amount of rest and air. Otherwise, the first thing you notice is a fine vanilla note, accompanied by bright fruit flavours. Mostly ripe green and yellow stone fruit, a spoonful of honey and roasted malt. Only after just over ten minutes does the typical heather influence that I associate with Highland Park whiskies emerge - spicy, herbal with a floral touch. I don't detect any smoke here. But there is a pleasant woody, earthy note in the background that comes from the cask. A few drops of water are also good, as I have learnt. This opens up the whisky more, the fruit and vanilla flavours increase in intensity, the spice and malt notes recede into the background. The light touch of heather is still there, and even becomes a little more intense. The alcohol never dominates, but is very well integrated.


Palate
The entry into the mouth is very smooth and velvety. There is a clear sweetness at the start, but not too strong, with notes of creamy toffee and a hint of honey. This is followed by more subtle fruity influences, again mainly ripe apples, which are reinforced by the odd apricot, but it quickly gives way to an aromatic gingery spiciness. Like a brief chilli kick, the aromatic spiciness quickly fades. The initial sweetness takes over again. For me, there is no trace of smokiness on the palate either. In the mouth, the alcohol is in the background and never distracting. I like the interplay between the fruity and the sweet, with a short, spicy touch of ginger.


Finish
Towards the end, the wood comes through more strongly and there are slightly bitter flavours, a slightly darker chocolate with a higher cocoa percentage, combined with a slight dryness and a hint of smoke - here it is. It all comes across as very dignified and very delicious. And it lingers pleasantly in the mouth and on the palate.


Conclusion
The refill hogshead cask left enough room for the distillate. That's what I was hoping for, and it's been fulfilled. A - I think it's clear - Highland Park that is not influenced by Sherry casks. It is very similar to a classic Bourbon cask, with the bright fruit, vanilla and sweetness. It really needs time to open up and develop. A splash of water also helps. Of course, this can also be seen in a critical light when a whisky doesn't deliver right away. It doesn't bother me at all. I can really recommend it to all those who want to get to know a Highland Park outside the usual sherry maturing paths.

Mittwoch, 6. September 2023

Secret Orkney 2009 14y - Spirits of the Forest VIII (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version


Wie schon beim Secret Speyside von letzter Woche ist das "Secret" bei diesem Secret Orkney kein wirkliches Geheimnis. Denn auch bei dieser Abfüllung beginnt die Fassnummer mit "DRU" und somit ist klar, dass das Fass von der Edrington Group stammt. Und da der Konzern Eigentümer der Highland Park Brennerei auf Orkney ist (die zweite auf der Insel befindliche Brennerei wäre Scapa), ist das Geheimnis sehr rasch gelüftet.

Also haben wir hier einen 14 Jahre alten Highland Park im Glas, der in einem Bourbon Hogshead reifen durfte. 411 Flaschen wurden ohne Farbzugabe und Kühlfiltration mit einer guten Trinkstärke von 47% abgefüllt. 


Aussehen
Strohgelb 


Nase
Ein sehr frischer, würzig kräftiger Einstieg. Neben gerebelten Kräutern wie Thymian, Salbei und Oregano ist die für HP typische Heidekrautnote auch präsent, aber nicht so ausgeprägt, wie ich es bei anderen Vertretern dieser Orkney Brennerei bereits hatte. Hinzu gesellt sich ein nicht sehr stark ausgeprägter Geruch nach Lagerfeuer, dass bereits am ausgehen ist. Neben dieser würzigen Seite sind vor allem intensive Zitrusfruchtnoten dominant. Hatte ich schon lange nicht mehr in dieser Ausprägung - nett. Zitronen zusammen mit einer Süße die an Zitronenzuckerln erinnern, ebenso Limetten und deren abgeriebene Schale. Auch reife Ananas ist im Obstkorb enthalten. Mit mehr Zeit und Luft im Glas gesellen sich weitere mineralische, leicht maritim anmutende Eindrücke hinzu. In der Nase ist immer wieder ein Pritzeln zu merken, eine zarte Schärfe, nicht unangenehm - unterstreicht den frischen Grundcharakter des Whiskys. Wenn man den Rauch mal außen vor lässt, hat der Malt durchaus seine Ähnlichkeiten mit einem Islay Vertreter wie zb. einem Ardbeg 10y oder einem unpeated Caol Ila. 


Geschmack
Ein kräftiger Antritt mit einer schönen süßen Anfangsphase, etwas Karamell aus Honig zeigt sich. Der Rauch bzw. die Asche vom Feuer ist nun stärker präsent. Die Gewürze, die getrockneten Kräuter aus der Nase gewinnen rasch die Oberhand. Jedoch ist auch weiterhin die Zitrone mit abgeriebener leicht herber Schale Teil des Gesamtbildes. Zur würzigen Dominanz trägt auch die frische Pfeffernote bei. Auch der mineralische, leicht maritime Touch mit einer Assoziation nach Meeressalz und -Prise ist zugegen. 


Abgang
Zum Ende hin kommen Stücke bitterer Schokolade zum Vorschein. Immer noch etwas Asche und die in der Glut verglimmten Kräuterstengel sind deutlich zu schmecken. Es wird nun, vor allem innen an der Lippe etwas trocken, adstringierend. Das Finish ist durchaus mittel bis lang.


Fazit
Das Fass hat dem Spirit viel Raum für seine Entfaltung gegeben. Was mir gefällt. Die Nase ist sehr frisch und fruchtig mit einer gefälligen Kräuternote, in der auch das typische Heidekraut mitschwingt. Im Mund ist er würziger und der Rauch ist intensiver.

Ich kann in diesem Secret Orkney den jungen Whitlaw, der mir damals recht gut gefallen hat, durchaus erkennen. Obwohl die Aromen insgesamt gesetzter sind, ist sein Grundcharakter ein frisch fruchtiger. 14 Jahre Reifezeit hätte ich ihm blind zwar nicht zugetraut, aber es stört auch nicht. Ein wirklich süffig leckerer Whisky. Highland Park funktioniert auch ohne Sherryfass ganz gut.

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English Text Version


As with last week's Secret Speyside, the "Secret" in this Secret Orkney is not really a secret. Because also in this bottling the cask number starts with "DRU" and thus it is clear that the cask comes from the Edrington Group. And because the group owns the Highland Park distillery on Orkney (the second distillery located on the island is Scapa), the secret is very quickly revealed.

So here we have a 14-year-old Highland Park in the glass, which was allowed to mature in a bourbon hogshead. 411 bottles were bottled without colour addition and chill filtration at a good drinking strength of 47%. 

Fotocredit: whic.de


Appearance
Straw yellow 


Nose
A very fresh, spicy, vibrant entry. Besides rubbed herbs like thyme, sage and oregano, the typical HP heather note is also present, but not as prominent as I have had with other samples from this Orkney distillery. In addition, there is a not very strongly noticeable smell of campfire, which is already going out. Besides this spicy side, intense citrus notes are dominant. I haven't had this for a long time - nice. Lemons together with a sweetness reminiscent of lemon drops, as well as limes and their grated peel. Ripe pineapple is also in the fruit basket. With more time and air in the glass, more mineral, slightly maritime impressions join in. In the nose, there is always a tingle, a delicate spiciness, not unpleasant - underlines the fresh basic character of the whisky. If you leave out the smoke, the malt has its similarities with an Islay representative like an Ardbeg 10y or an unpeated Caol Ila. 


Taste
A good start with a nice sweet beginning, some caramel from honey shows up. The smoke or ash from the fire is now more present. The spices, the dried herbs from the nose quickly gain the upper hand. However, the lemon with its grated, slightly tart peel is still part of the overall picture. The fresh pepper note also contributes to the spicy dominance. The mineral, slightly maritime touch with an association of sea salt and pinch is also evident. 


Finish
Chunks of bitter chocolate emerge towards the end. Still some ash and the stalks of herbs smouldering in the embers can be clearly tasted. It's getting a bit astringent now, especially on the inside of the lips, a bit dry. The finish is definitely medium to long.


Conclusion
The cask has given the spirit plenty of room to develop. What I like. The nose is very fresh and fruity with a pleasing herbal note that also includes the typical heather note. In the mouth it is spicier and the smoke is more intense.

I can definitely recognise the young Whitlaw in this Secret Orkney, which I quite liked at the time. Although the flavours are more balanced overall, its basic character is fresh and fruity. I wouldn't have thought it had 14 years of maturation, but it doesn't bother me either. A really delicious whisky. Highland Park works quite well without a sherry cask.

Mittwoch, 23. März 2022

Highland Park The Dark 17y

 

Whiskybase


Trotz ihres in mancher Hinsicht überbordendes Marketingkonzepts, mit der nordischen Mythologie und der Wikingersache, mag ich die auf den Orkney Inseln angesiedelte Highland Park Brennerei. Ich finde diese typische Heidekraut-Aromatik und der subtile Einsatz von Rauch gut. Sowohl bei jüngeren (wie zb. beim Whitlaw 2014 vW) als auch bei älteren Kandidaten (zb. der Highland Park 18y Travel Edition) habe ich sehr interessante Abfüllungen im Glas gehabt.

Bei diesem Whisky bin ich nicht nur deshalb sehr gespannt und gehe mit einer nicht zu kleinen Vorfreude in die Verkostung. Der Highland Park The Dark 17y ist eine limitierte Abfüllung, die gänzlich in seasoned Ex-Sherry-Casks reifen durfte und mit einer höheren Alkoholstärke von 52,9% in die Flasche kam. Die exklusive Ausstattung und der doch ambitionierte Preis von rum € 200,- steigert natürlich meine Erwartungshaltung.


Ausehen
Dunkles Rotbraun


Nase
Die 17 Jahre Reifung in Sherryfässern sind unverkennbar. Gleich vom Start weg ein Schwall an Aromen von Rosinen, getrockneten Tabakblättern, Feigen und Datteln. Hinzu gesellen sich in Waldhonig eingelegte rote Beeren. Zimt, Muskat und zerriebene Küchenkräuter und auch eine sehr aromatische Holznote schwingt mit. Eben die klassische Geruchskomposition von einem intensiven Sherrymalt. Wie so oft bei Highland Park habe ich im Geruch keine vordergründigen Raucharomen. Wenn, dann eher subtil im Hintergrund, könnte aber auch das vorhin erwähnte Eichenholz der Fässer sein, das hier diese Assoziation auslöst. Mit mehr Luft kommen auch am warmen Ofen liegende Orangenschalen zum Vorschein, die ihre ätherischen Öle in die Raumluft abgeben. Was mir aber fehlt, ist die für mich bei HP immer typische Heidekrautnote. Die habe ich leider überhaupt nicht.


Geschmack
Der Whisky beginnt mit einem kräftigen Antritt. Hier zeigen die 52,9% Alkoholgehalt schön ihre Wirkung - wobei der Alkohol sehr gut eingebunden ist. Zuerst eine Süße, die an die dunklen Beeren, Datteln, Feigen und den Waldhonig aus der Nase erinnert. Dann wechselt es rasch in Richtung Ingwer mit Zimt und Muskatnuss sowie einer vom Holz kommenden Würzigkeit. Etwas Raucharoma könnte auch zugegen sein. Dunkle Schokolade mit gerösteten Haselnüssen, wo manchmal noch etwas Haut dran haftet mit einer leichten Bitterkeit. Aber auch hier, wie in der Nase, habe ich kein Heidekraut und auch keinen erdigen Torf.


Abgang
Gegen Ende wird es leicht adstringierend an den Wangen. Das würzige Finish ebbt langsam ab und bleibt noch länger mit schönen rauchigen Holznoten und einer Kombination aus Leder- und Tabaknoten im Mundraum haften.


Fazit
Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite hat man hier einen wirklich gut gemachten Sherrymalt mit einer Reifung von 17 Jahren in vorbelegten Sherryfässern. Ein modernes intensives Sherryprofil, vor allem in der Nase. Er schmeckt sehr gut. Auf der anderen Seite vermisse ich die für mich so charakteristische Kombination von leichtem Torfgeschmack und der Heidekrautnote, die mir bei Highland Park so gefällt. Und natürlich darf man den hohen Preis nicht außer Acht lassen. Vergleiche ich ihn zb. mit einem Glendronach Allardice, würde der 18jährige Highlander bei mir die Nase vorn haben.

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Despite their in some respects overblown marketing concept, with the Norse mythology and the Viking thing, I like the Orkney-based Highland Park distillery. I like this typical heather aroma and the subtle use of smoke. I've had very interesting bottlings in my glass, both younger ones (like the Whitlaw 2014 vW) and older candidates (like the Highland Park 18y Travel Edition).

That's not the only reason why I'm very excited about this whisky, and I'm going into the tasting with no small amount of anticipation. The Highland Park The Dark 17y is a limited bottling that was allowed to mature entirely in seasoned ex-sherry casks and came into the bottle with a higher alcohol strength of 52.9%. The exclusive equipment and the ambitious price of around € 200,- naturally raises my expectations.


Appearance
Dark reddish brown


Nose
The 17 years of maturation in sherry casks are unmistakable. Right from the start, a barrage of aromas of sultanas, dried tobacco leaves, figs and dates. They are joined by red berries preserved in forest honey. Cinnamon, nutmeg and crushed kitchen herbs and also a very aromatic woody note resonate. Just the classic olfactory composition of an intense sherry malt. As is so often the case with Highland Park, I didn't detect any overt smoke aromas. If there is, it's more subtle in the background, but it could also be the oak from the casks mentioned earlier that triggers this association. With more air, orange peels lying on the warm stove also come to the fore, releasing their essential oils into the room air. What I miss, however, is the heather note that is always typical of HP. Unfortunately, I don't have that at all.

Fotocredit: Highland Park

Taste
The whisky starts with a powerful attack. Here the 52.9% alcohol content shows its effect nicely - whereby the alcohol is very well integrated. At first, a sweetness reminiscent of the dark berries, dates, figs and forest honey from the nose. Then it quickly changes to ginger with cinnamon and nutmeg as well as a spiciness coming from the wood. Some smoke aroma could also be present. Dark chocolate with roasted hazelnuts, where sometimes a little skin still clings to it with a slight bitterness. But again, as in the nose, I don't have any heather or earthy peat.


Finish
Towards the end it becomes slightly astringent on the cheeks. The spicy finish ebbs slowly and lingers longer with nice smoky wood notes and a combination of leather and tobacco notes in the mouth.


Conclusion
I am of two minds. On the one hand, you have a really well-made sherry malt with a maturation of 17 years in pre-aged sherry casks. A modern intense sherry profile, especially on the nose. It tastes very good. On the other hand, I miss the combination of light peat flavour and the heather note, which is so characteristic for me and which I like so much in Highland Park. And of course, the high price should not be ignored. If I were to compare it with a Glendronach Allardice, for example, the 18-year-old Highlander would come out on top for me.

Mittwoch, 24. November 2021

Highland Park 15y Viking Heart

 

Whiskybase


Highland Park, die Brennerei auf den Orkney Inseln, erweitert mit dem vor ein paar Wochen präsentierten 15jährigen Viking Heart ihre Core Range. Speziell bei dieser Abfüllung ist natürlich vordergründig die verwendete Flasche. Es handelt sich hier nämlich um eine Keramikflasche die in England mit bleifreien Materialen hergestellt wird.
Bei der Fassbelegung vertraute Gordon Motion, der Master Whisky Maker bei Highland Park auf ein Triumvirat von verschiedenen Fässern. Zu einem kamen Seasoned Sherry Casks aus europäischer und amerikanischer Eiche zum Einsatz. Für die Harmonisierung wurden zusätzlich noch Refill Casks verwendet. Abgefüllt wurde dieser 15jährige Malt mit 44% Alkoholgehalt. 


Nase & Aussehen
Dunkles Gelbgold im Glas. Dünner Ölfilm mit wenigen Tränen am Glasrand. Rauchkomponente ist höchstens unterschwellig bis gar nicht im Geruch zu erkennen. Was sofort hervorsticht ist eine deutliche Note von hellem Honig, gepaart mit dem für mich bei Highland Park typischen Heidekraut. Die intensiven Fruchtaromen im Geruch setzen sich aus einer Mischung aus reifen Ananas, Honigmelone und etwas Banane zusammen. Im Hintergrund schwelt eine leicht würzige Note mit, die an Zimt oder frisch geriebenen Pfeffer erinnert. Die typischen Sherrynoten wie dunkle Früchte, Nuss oder sogar Rosinen oder Leder kann ich keine entdecken. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, kein Stechen oder ähnliches ist zu bemerken. 


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem sehr angenehm, cremigen Mundgefühl. Belegt den Mundraum sofort mit einer schönen nicht zu intensiven Süße. Dazu gesellen sich nun doch dezente Raucharomen sowie die bekannten Heidekrautnoten aus der Nase, kombiniert mit dem Zimt und nun auch einigen Küchenkräutern. Auch ein ordentlicher Vanilleanteil ist nun vorhanden. Der fast schon tropische Fruchtcocktail mit Ananas, Melone und Banane wird nun auch durch einen Abrieb von Zitronenschale ergänzt. Richtung Finish zeigt sich etwas Ingwer und Pfeffer - leicht prickelnd. Den Sherryfass-Einfluss kann ich auch im Geschmack nur schwer erahnen.


Abgang
Am Schluss kommt etwas dunkler Kakao und ein kleiner Schluck Espresso, verlängert mit ein wenig Milchschaum. Der Rauch ist länger im Mundraum vorhanden, aber wirklich nur leicht. Als Frucht ist, zusammen mit der Schokolade und dem Rauch, etwas Schale vom roten Apfel zu schmecken. Im Finish kommt das Sherryfass mit etwas Tabak und Leder zum Vorschein.


Fazit
Von der Nase bis zum Geschmack ziehen sich die honigsüß/fruchtigen Aromen. Der typische Heidekrautbestandteil vor allem im Geruch, den ich immer bei HP habe, ist auch hier schön präsent. Die seasoned Sherryfässer scheinen nur kurz Sherry gesehen zu haben oder es war eine Sherryvariante die weniger dunkelfruchtig und mehr hellfruchtig ist. Eine wirklich nette harmonische Abfüllung aus der Wikingerschmiede. Aber den aktuell ausgerufenen Preis von um die € 90,- sehe ich jetzt nicht - dies macht auch nicht die schicke Flasche wett. Er ist sicher besser als der 12jährige Viking Honour, jedoch nicht so gut wie die 18y Viking Pride Travel Edition mit 46%, den es damals um etwas mehr als € 100,- gab. Es kann natürlich sein, dass sich der Preis mit der Zeit etwas unter dem Ausgabepreis einpendelt, oder aber es ist ein Indiz dafür, dass der 18jährige nochmals einen Preissprung macht. Dies wäre schade.

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Highland Park, the distillery on the Orkney Islands, is expanding its core range with the 15-year-old Viking Heart, which was presented a few weeks ago. What is special about this bottling is, of course, the bottle used. It is a ceramic bottle made in England with lead-free materials.
Gordon Motion, the Master Whisky Maker at Highland Park, relied on a triumvirate of different casks. On the one hand, seasoned sherry casks made of European and American oak were used. Refill casks were also used for harmonisation. This 15-year-old malt was bottled with 44% alcohol. 


Nose & Appearance
Dark yellow gold in the glass. Thin oil film with few tears at the edge of the glass. Smoke component is at most subliminal to not detectable in the smell. What immediately stands out is a distinct note of light honey, paired with the heather typical of Highland Park for me. The intense fruit aromas on the nose are a mixture of ripe pineapple, honeydew melon and a little banana. In the background, a slightly spicy note smoulders along, reminiscent of cinnamon or freshly grated pepper. I can't detect the typical sherry notes like dark fruit, nut or even sultanas or leather. The alcohol is very well integrated, no stinging or similar is noticeable. 

Fotocredit: Highland Park

Taste
The malt starts with a very pleasant, creamy mouthfeel. Immediately occupies the mouth with a nice, not too intense sweetness. This is now joined by subtle smoky aromas as well as the familiar heather notes from the nose, combined with the cinnamon and now also some kitchen herbs. There is also a decent amount of vanilla now. The almost tropical fruit cocktail with pineapple, melon and banana is now also complemented by a grating of lemon peel. Towards the finish, some ginger and pepper show up - slightly tingling. I find it hard to guess the sherry cask influence in the taste too.


Finish
At the end comes some dark cocoa and a small sip of espresso, extended with a little milk foam. The smoke is present in the mouth for longer, but really only slightly. As fruit, together with the chocolate and the smoke, some red apple peel can be tasted. The finish brings out the sherry cask with some tobacco and leather.


Conclusion
From the nose to the taste, the honeyed/fruity aromas carry through. The typical heather component especially in the smell, which I always have with HP, is also nicely present here. The seasoned sherry casks seem to have only seen sherry briefly or it was a sherry variant that is less dark fruity and more light fruity. A really nice harmonious bottling from the Viking forge. But I don't see the currently announced price of around € 90 - this doesn't make up for the fancy bottle either. It is certainly better than the 12-year-old Viking Honour, but not as good as the 18y Viking Pride Travel Edition with 46%, which was available at that time for a little more than € 100. Of course, it may be that the price will settle a little below the issue price over time, or it may be an indication that the 18 year old will make another price jump. This would be a pity.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

The Ultimate Whitlaw 2014 vW

 

Whiskybase

Im Frühjahr diesen Jahres gesellte sich eine nicht alltägliche Flasche zu meiner Sammlung. Ein 5jähriger Whitlaw vom unabhängigen Abfüller van Wees aus Holland. Ich mag die Abfüllungen von van Wees. Sie sind in punkto Preis/Leistungsverhältnis oft für meinen Geschmack sehr ok und bieten, neben den üblichen Verdächtigen, auch immer wieder ein paar nicht alltägliche Abfüllungen. Wie zb. diesen Whitlaw.
Whitlaw? Eine neue unbekannte Brennerei? Nein. Hinter der schottischen Highland Park-Brennerei auf den Orkney-Inseln liegen die Whitlaw Hills. Highland Park erlaubt Abfüllern nur selten ihren Markennamen zu verwenden. Aus diesem Grund werden Alternativ-Namen wie Secret Orkney, An Orkney Distillery oder eben auch Whitlaw verwendet.
Zusammengefasst haben wir hier - höchstwahrscheinlich ;-) - einen Highland Park mit 5 Jahren, der in einem Dechar/Rechar-Butt reifte und mit 46% Trinkstärke abgefüllt wurde.


Nase & Aussehen
Der Malt präsentiert sich mit einem satten Goldton im Glas. Das rund erneuerte Fass hat hier offensichtlich gute Arbeit geleistet, wenn nach so wenigen Jahren so eine Farbe entsteht. Sofort der typische sanfte kräuterige Highland Park Rauch in der Nase. Der Whisky benötigt ein paar Minuten Standzeit - er ist anfangs verschlossen. Dann öffnet er sich und man erkennt die unverkennbare Note von Heidekraut, auch frisches Heu und leicht blumig ist er im Geruch. Auch Vanille und eine leichte Süße ist vorhanden. Als Fruchtaromen sind neben einer leichten Banane vor allem schöne Zitrusnoten zu riechen, die mit der Zeit in Richtung Grapefruit wandern. Je länger man ihm gibt, desto mehr verweben die Geruchskomponenten sich miteinander und werden voller und kräftiger.


Geschmack
Beim ersten Schluck gleich ein kräftiger Antritt. Leichte Schärfe, dann wird es rauchig und das Heidekraut aus der Nase zeigt sich. Küchenkräuter sorgen für eine würzige Note. Mit dem zweiten Schluck wird es süßer und fruchtiger. Nun sind die Vanille und die Früchte aus der Nase auch im Geschmack zu erkennen. Jedoch sind keine Fehlnoten wahrzunehmen. Der Fasseinfluss mit einer ordentlichen Eiche ist ebenfalls schon deutlich präsent.


Abgang
Der für mich für HP markante Heidekraut-Rauch ist weiterhin deutlich da. Auch die anderen Kräuter und die Eiche sind immer noch zu schmecken -  leicht astrigierend und zart bitter ist er gegen Ende hin. Etwas Süße und eine zarte Zitronennote begleiten das Finish. Der Abgang ist eher von mittellanger Natur.


Fazit
Mir gefällt er. Er hat so etwas altmodisches an sich. Er mag jetzt nicht der komplexeste Geselle sein. Aber es ist ein ehrlicher Malt mit einem bekannten Alter. Ist nicht alltäglich, dass man weiß, wie lange ein junger schottischer Single Malt im Fass lag und reifte. Meistens werden daraus alterlose NAS-Abfüllungen. Um die rund € 30,- die ich für ihn bezahlte hat man einen schönen kräftigen Highland Park (auch wenn man es nicht laut sagen darf) mit Alter und einer schönen Trinkstärke. Passt.

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This spring, a not-so-common bottle joined my collection. A 5-year-old Whitlaw from the independent bottler van Wees in Holland. I like the bottlings from van Wees. In terms of price/performance ratio, they are often very ok for my taste and offer, besides the usual suspects, also some unusual bottlings. Like this Whitlaw, for example.
Whitlaw? A new unknown distillery? No. Behind the Scottish Highland Park distillery on the Orkney Islands lie the Whitlaw Hills. Highland Park rarely allows bottlers to use their brand name. For this reason, alternative names such as Secret Orkney, An Orkney Distillery or Whitlaw are used.
In summary, we have here - most likely ;-) - a Highland Park with 5 years, matured in a Dechar/Rechar-Butt and bottled at 46% strength.


Nose & Appearance
The malt presents itself with a rich golden hue in the glass. The roundly renewed cask has obviously done a good job here if such a colour emerges after so few years. Immediately the typical gentle herbal Highland Park smoke in the nose. The whisky needs a few minutes to stand - it is initially closed. Then it opens and you recognise the unmistakable note of heather, also fresh hay and slightly floral in the smell. Vanilla and a slight sweetness are also present. As fruit aromas, besides a light banana, you can smell nice citrus notes, which move towards grapefruit with time. The longer you give it, the more the olfactory components interweave and become fuller and stronger.


Taste
At the first sip, a powerful attack. Slight spiciness, then it becomes smoky and the heather from the nose shows up. Kitchen herbs provide a spicy note. With the second sip, it becomes sweeter and fruitier. Now the vanilla and fruit from the nose are also noticeable in the taste. However, no off notes are noticeable. The barrel influence with a decent oak is also already clearly present.


Finish
The heather smoke that is distinctive to me for HP is still clearly there. The other herbs and the oak can still be tasted as well - slightly astringent and delicately bitter towards the end. Some sweetness and a gentle lemon note accompany the finish. The finish is rather medium in length.


Conclusion
I like it. It has something old-fashioned about it. It may not be the most complex malt. But it is an honest malt with a known age. It's not everyday that you know how long a young Scottish single malt has been in the cask and matured. Most of the time it turns into ageless NAS bottlings. For the € 30,- I paid for it, you get a nice strong Highland Park (even if you can't say it out loud) with agestatement and a nice drinking strength. Fine.


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