Mittwoch, 23. September 2026

Dailuaine 14y 2005 Dun Bheagan (IM)

 

Whiskybase

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In der Dun Bheagan Reihe brachte Ian Macleod Distillers immer wieder Small-Batch- und Einzelfassabfüllungen von Single Malts, vor allem von Brennereien aus der zweiten und dritten Reihe, auf den Markt. Die Serie ist heute weitgehend ruhend gestellt. Der Grund dafür ist der in den letzten Jahren verschobene Fokus von Ian Macleod – weg vom reinen unabhängigen Abfüller hin zu einem Unternehmen mit mehreren eigenen Brennereien wie Glengoyne, Tamdhu und vor allem Rosebank.

Auch wenn das aus Unternehmenssicht absolut verständlich ist, finde ich es als Whisky-Nerd doch schade. Wurden in der Reihe doch immer wieder sehr ehrliche, authentische Single Malts von Brennereien präsentiert, die nicht unbedingt im Rampenlicht stehen oder deren Produktion zu einem großen Teil in der Blend-Industrie aufgeht.

So auch dieser Dailuaine mit 14 Jahren, der 2005 gebrannt und 2019 in 214 Flaschen abgefüllt wurde. Mit 46% vol. Alkoholgehalt, ohne künstliche Färbung und ohne Kühlfiltration ist auch diese Abfüllung ohne Schnörkel, plain und damit genau das Richtige für Whiskyfans. Auf dem Label steht lediglich „Barrel“ für das zur Reifung verwendete Fass. Das ist auf den ersten Blick wenig aussagekräftig. Dahinter steckt jedoch meist ein Bourbon Barrel, was auch von diversen Webseiten so bestätigt wird.


Aussehen
Helles Gold.


Nase
Die Nase zeigt eine typische Bourbon-Charakteristik mit viel Vanille, Honigwaben und hellen Früchten. Ja, der Malt ist sehr fruchtig: intensive Noten von reifen gelben Birnen, Äpfeln, Aprikosen, saftiger Pomelo und Honigmelone. Gleichzeitig sind Malz und Getreide präsent, etwa in Form von Müsli und Cornflakes, die dem Geruch eine gewisse Trockenheit und Herbe hinzufügen.

Hinter den Aromen aus der Fassreifung erkennt man noch sehr gut den eigentlichen Rohbrand. Das Fass könnte durchaus auch ein 2nd Fill gewesen sein. Ein Hauch von Minze und Menthol sorgt für eine angenehme Frische.

Viel Holzeinfluss für 14 Jahre Reifung ist nicht zu erkennen, bis auf etwas geröstete Mandeln und ein paar getrocknete Kräuter.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Es beginnt sehr süß, wie flüssiger Honig, der cremig und weich den gesamten Mundraum auskleidet. Und auch hier wieder sehr fruchtig: dick eingekochtes Birnen- und Apfelkompott mit frisch aufgeschnittener Bourbon-Vanilleschote, Honigmelone sowie etwas Zitronenzeste und -saft.

Eine leichte Würzigkeit mit einer Prise weißen Pfeffers kommt hinzu, ebenso etwas mehr Einfluss des Holzfasses mit einer leichten Bitterkeit. Hinten heraus schmeckt man frische Pfefferminze.

Im Mund kann er die Qualität der Nase nicht ganz halten. Wie schon im Geruch ist auch im Geschmack genügend Raum für das Destillat geblieben. Das ist grundsätzlich nicht falsch, ein wenig mehr Komplexität wäre aber auch nicht verkehrt gewesen.


Abgang
Sanfter Abgang, sowohl mit dem saftigen Fruchtfleisch als auch mit der nun etwas bitterer anmutenden Schale der Birnen. Vanille und etwas Süße begleiten die Frucht. Das Finish ist eher kurz und lädt damit sogleich zum nächsten Schluck ein.


Fazit
Er ist destillatbetont, mit viel Frucht, und gleichzeitig hat auch das Bourbon Barrel einiges an Aromen beigetragen. Ein Komplexitätsmonster ist er nicht, aber trotzdem sehr lecker und vor allem leicht und süffig. Eine Abfüllung, die für laue Sommernachmittage und -abende förmlich prädestiniert ist.

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