Dailuaine
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Mittwoch, 8. Mai 2024

Dailuaine 16y Flora und Fauna

 

Whiskybase

English Text-Version


United Distillers, aus dem der heutige Großkonzern Diageo entstanden ist, brachte 1991 erstmals eine 22teilige Kollektion von Single Malts aus den im Konzern befindlichen Brennereien auf den Markt. Eine Vielzahl dieser Brennereien versorgten ausschließlich die Blend-Industrie. So war diese Sammlung damals die einzige Möglichkeit, die ursprünglichen Single Malts dieser Brennereien kennenzulernen. 

Der Name Flora und Fauna war keine offizielle Bezeichnung für die Serie, sondern wurde erst einige Jahre später durch den verstorbenen Whisky-Autor Michael Jackson geprägt und bezog sich auf die Abbildungen auf den jeweiligen Flaschenlabels. 

Aktuell besteht die Serie noch aus elf Abfüllungen. Einige Brennereien sind in den Jahren verkauft oder geschlossen worden. Im Moment sind diese Single Malts aus folgenden Brennereien Bestandteil der Flora und Fauna Sammlung: 16y Dailuaine, 15y Benrinnes, 12y Blair Athol, 10y Auchroisk, 14y Inchgower, 12y Linkwood, 10y Teaninich, 10y Glenlossie, 12y Mannochmore, 12y Glen Spey und 12y Strathmill. 

Ich habe mir als Einstieg in die Serie die älteste Abfüllung, den Dailuaine 16y ausgesucht, der den Dachs im Label sein Eigen nennt. Dieser Speysider reifte in Sherry-Fässern, wobei nicht bekannt ist, welche Art von Fässern verwendet wurden, ob es nur 1st-Fill oder eine Kombination mit Refill-Fässern ist.


Aussehen
Dunkles Bernstein- aber gefärbt.


Nase
Sehr weich und rund ist der erste Eindruck. Verwundert bei 43% Alkohol aber auch nicht. Unterstützung findet dieser anfängliche Eindruck durch eine ausgeprägte Honigsüße in Kombination mit Marillenmarmelade. Dies deutet jetzt auch auf die Verwendung von Refill-Fässern hin, denn Bourbonfässer sollen hier ja nicht im Spiel sein. Ist aber völlig ok und funktioniert gut. Mit etwas Standzeit wandeln sich die Fruchtaromen und es kristallisieren sich mehr die typischen Sherrynoten heraus. Die Frucht geht nun mehr in Richtung rote Beeren und Pflaumenmus, zusammen mit ein paar geröstete Haselnüssen und etwas Holzwürze. Eine leicht undefinierbare Muffigkeit macht sich im Hintergrund breit, wie bei alten Ledermöbeln. 


Geschmack
Der Geschmack ist fast ein 1:1-Abbild der Nase. Sehr cremig und weich, aber nicht wässrig, gut ausbalanciert. Es beginnt wieder mit einer sehr intensiven Honig/Toffeesüße, die von Marillenmarmelade, Beerenröster und Pflaumenmus fruchtige Begleitung bekommt. Nach der Süße und den cremigen Fruchtnoten erscheint eine angenehme Würzigkeit vom Holz, gepaart mit einer leichten Pfefferschärfe. Auch ein Hauch von Pfefferminz ist zu schmecken. Diese Kombination aus Süße, Frucht und Würze steht dem Dailuaine gut. Die Muffigkeit aus dem Geruch entpuppt sich im Mund nun zu einem sanften getrockneten Tabak und Leder. 


Abgang
Mit einer leichten Bitterkeit, ähnlich einem Kaffee mit etwas Milch, geht es in Richtung Finish. Eine leichte Süße, Schalen von roten Äpfeln, getrocknete Rosinen und ein paar Haselnüsse begleiten das kurz bis mittellange Finale.


Fazit
Von Anfang bis Ende eine sehr runde Sache. Der Sherryeinfluss ist ziemlich optimal getroffen, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig. Die 43% sind absolut ausreichend, er hat genug Körper und Kraft. Für den aktuell ausgerufenen Preis von rund € 65,- eine wirklich gelungene Abfüllung mit der man nichts falsch macht. Ist sowohl für Einsteiger als auch für den erfahrenen Genießer absolut passend.

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English Text-Version


United Distillers, which became Diageo, first launched a collection of 22 single malts produced by the group's distilleries in 1991. Many of these distilleries supplied exclusively to the blending industry. At the time, the collection was the only way of getting the original single malts from those distilleries. 

The name Flora and Fauna was not an official name for the series but was coined a few years later by the late whisky writer Michael Jackson in reference to the illustrations on the bottle labels. 

There are currently eleven bottlings in the series. Some distilleries have been sold or closed over the years. The Flora and Fauna collection currently includes single malt from the following distilleries: 16y Dailuaine, 15y Benrinnes, 12y Blair Athol, 10y Auchroisk, 14y Inchgower, 12y Linkwood, 10y Teaninich, 10y Glenlossie, 12y Mannochmore, 12y Glen Spey and 12y Strathmill. 

My choice for the start of the series was the oldest bottling, the Dailuaine 16y, which has the badger on its label. This Speysider was matured in sherry casks. It is not known what type of casks were used, whether they were 1st fill or a combination with refill casks.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark amber - but coloured.


Nose
The first impression is very soft and round. At 43% alcohol, this is not surprising. A pronounced honey sweetness combined with apricot jam supports this initial impression. Bourbon casks are not supposed to be used here, so this also suggests the use of refill casks. However, this is perfectly all right and works very well. The fruit changes and the typical sherry notes crystallise after a while. The fruit now tends towards red berries and plum jam, along with some toasted hazelnuts and some wood spice. In the background, like old leather furniture, there is a slightly indefinable mustiness. 


Flavour
The palate is an almost 1:1 copy of the nose. It is very creamy and smooth, but not watery, and well balanced. It starts again with a very intense honey sweetness. This is accompanied by apricot jam, roasted berries and plum jam. The sweetness and creamy fruit notes are followed by a pleasant spiciness from the wood. This is paired with a light peppery spiciness. You can also taste a hint of peppermint. It is this combination of sweetness, fruit and spice that suits the Dailuaine very well. The mustiness from the nose now gives way to a soft, dried tobacco and leather on the palate. 


Finish
We head into the finish with a slight bitterness, similar to a coffee with a little milk. There is a slight sweetness. Red apple peel, dried sultanas and some hazelnuts accompany the short to medium length finish.


Conclusion
From start to finish, a very rounded whisky. The influence of the sherry is fairly well balanced, not too much but not too little either. The 43% is absolutely sufficient, it has enough body and strength. For the current advertised price of around € 65,-, this is a really well made bottling that you can't go wrong with. It is perfect for the beginner as well as the experienced connoisseur.

Donnerstag, 9. Juli 2020

Dailuaine 1997 SV 22y


Dailuaine 1997 SV 22y

Diese Flasche wurde von Signatory Vintage anlässlich des 20 Jahr Jubiläums von The Whisky Exchange herausgebracht. Abgefüllt wurden 2019 278 Flaschen in Fassstärke mit 54,3%. Es ist mein zweiter Dailuaine, den ich bisher im Glas hatte. Der erste, ein 19jähriger von Gordon & MacPhail hat mir damals schon gut gefallen.

Nase & Aussehen
Der Whisky zeigt sich mit einer Farbe die einem Weißwein wie Chardonnay sehr ähnelt. Ein öliger Film schmiegt sich am Glas an, defacto keine Tränen. Blumig und dann sofort eine deutliche Zitrusnote. Reife Zitrone. Wird dann zu Zucker, nein eher Honigmelone. Sehr schön. Überhaupt kein Stechen in der Nase. Alkohol ist super eingebunden. Mineralisch frisch. Säuerlich. 
Mit Wasser kommen die Schlieren und die Süße in der Nase nimmt zu, wird staubzuckerartig. Säure nimmt ab. Bienenwachs wird mehr. Zitronen werden zu Limetten. Die Melone ist noch da.

Geschmack
Volles Brett Süße. Dann kommt die Melone und etwas wie Cider. Schön spritzig würzig. Aber nicht pfeffrig. Schönes cremiges Mundgefühl. Zitronenkuchen. Mit Wasser geht das Spritzige vom Alkohol etwas in einen weißen Pfeffer über. Insgesamt wird er würziger und weniger fruchtiger und auch die am Anfang starke Süße nimmt ab.

Abgang
Absolut keine Bitterkeit. Nur Frucht und Traubenkerne. Und am Ende viel Apfel und weiterhin die Honigmelone. Abgang ist nicht extrem lang, aber doch ausdauernd. Ganz am Ende vom Finish bleibt eine leckere Eiche haften. Mit Wasser wird er auch hier würziger, die Frucht wird weniger.

Fazit
Super lecker. Noch nie so eine Assoziation von Honigmelonen bei einem Whisky gehabt. Auch diese Ähnlichkeit, was die Frucht und die Säure betrifft, mit einem Weißwein im Geschmack ist sehr angenehm. Mit Wasser aufpassen, die Frucht im Geschmack reduziert sich. Er ist trotz seinen knapp über 54% Alkohol sehr gut trinkbar. Dieser ist im Gegensatz zum ersten in Fassstärke und dadurch sind seine Aromen noch mehr konzentriert. Aber ich kann durchaus eine deutliche Ähnlichkeit was die Farbe und die Geschmacksaromen betrifft erkennen. Der zweite Dailuaine der mir sehr gut schmeckt. 

Sonntag, 17. November 2019

Dailuaine 19y Gordon & MacPhail


Whiskybase

Ich bin sehr gespannt auf dieses Tasting. Erstens ist dies mein erster Malt aus dem Hause des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail und es ist mein erster Dailuaine, den ich im Glas habe.

Nase & Aussehen
Von der Farbe her, könnte man fast meinen einen Riesling oder Chardonnay im Premium Snifter zu haben. Ganz wenige Legs bewegen sich sehr träge die Glaswand hinab.
Beim ersten Hineinriechen ein schönes ausgewogenes säuerlich, süßes Bouquet nach hellen Früchten, wie grüne reife Äpfel und Birnen und Wiesenblumenhonig.
Nach dem ersten Schluck werden die Früchte in der Nase reifer und auch die Süße bekommt mehr Tiefe. Vielleicht mit etwas Vanille gemischt. Etwas Getreide mischt jetzt auch mit.

Geschmack
Cremiges Mundgefühl. Leichte Süße am Anfang, zusammen mit den Fruchteinflüssen von der Nase. Danach pfeffrig, Ingwer, schön würzig. Aber nicht zu intensiv. Weiterhin schön ausgewogen die Sache. Malzig gegen Ende hin.

Abgang
Pfeffrig geht es in den Abgang hinein. Leicht bitter zum Schluss, etwas Haselnuss oder Mandelhaut. Mittellanger Abgang der dann in etwas Eiche übergeht.

Fazit
Ob es der Brennereicharakter von Dailuaine ist oder das verwendete Hogshead Fass vom Abfüller. Der Malt ist gut! Man merkt ihm seine 19 Jahre Lagerung im Fass an. Er ist ruhig, nicht aufbrausend. Die Aromen werden relaxed zur Nase und in den Mund des Genießers transportiert. Das Spiel zwischen Süße und Würze ist sowohl in der Nase als auch im Mund sehr angenehm. Einzig der Abgang hält nicht ganz mit. Da wäre etwas (mehr) Süße für meinen Geschmack passender gewesen. Aktuell gäbe es eine Großflasche um knapp € 100,- in Österreich.
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