Signatory Vintage
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Dienstag, 26. Mai 2026

Allt-a-Bhainne 25y - Old Gods Thor‘s Trials I (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL


Mit Thor's Trials startet whic.de einen neuen dreiteiligen Abschnitt in ihrer Old Gods Serie in Kooperation mit Signatory Vintage. Für die Abfüllung zur ersten Prüfung „Drinking the Sea“ wurde ein 25-jähriger Speysider aus der Brennerei Allt-a-Bhainne Distillery aus dem Jahr 2000 ausgewählt.

Die kolportierte Fassreifung ist interessant. Laut den Informationen am Etikett reifte der Whisky in einem Teil des Sherry Butts #4. Immerhin gingen sich 298 Flaschen aus diesem Fassanteil aus. Die Teilung eines Fasses ist dabei nichts Ungewöhnliches. Viel mehr interessierte mich – vor allem aufgrund der extrem dunklen Farbe –, ob es sich hier um eine Sherryvollreifung handelt.

Und hier wird es spannend. Es gibt bei Whiskybase von Signatory Vintage einige Abfüllungen aus der Cask Strength Collection in der berühmt-berüchtigten Vasenflasche mit demselben Destillationsdatum (26.07.2000). Jede dieser Abfüllungen ist jünger im Alter – zwischen 20 und 23 Jahren –, die Fassnummern liegen zwischen 3 und 12. Bis auf eine Abfüllung für La Maison du Whisky findet man bei allen anderen den Hinweis, dass nach der eigentlichen Reifung im Hogshead ein Finish unterschiedlicher Dauer – zwischen sechs und 27 Monaten – in einem Sherry Cask stattfand.

Ich vermute daher, dass Signatory die Nachreifung in den Sherryfässern selbst vornahm – eine Methode, die bei SV nicht unüblich ist. Was man aus den Daten nachrechnen kann: Alle Whiskys wurden im August 2020 in Sherryfässer umgefüllt.

Alle Abfüllungen von Signatory Vintage wurden am 26.07.2000 abgefüllt und bekamen im August 2020 ein Finish in Sherry Casks. Bei der Old Gods-Abfüllung von whic.de ist so eine Umfüllung von einem Hogshead in ein Sherry Cask nicht bekannt - wäre aber plausibel. 
Screenshot: whiskybase.com

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob dies auch bei unserer Abfüllung hier passiert ist, bevor sie von beziehungsweise für whic.de abgefüllt wurde. Wenn dem so ist – es sich also nicht um eine Vollreifung handelt –, dann lag der Whisky für rund fünfeinhalb Jahre im Sherryfass.

Rechtlich ist hier alles komplett in Ordnung. Es gibt keine rechtliche Vorgabe seitens der Scotch Whisky Association, wie lange ein Whisky in einem anderen Fass liegen muss, bevor man diese letzte Fassreifung auf das Label drucken darf.

Aber diese detektivische Suche soll nicht von der eigentlichen Flasche ablenken. Essentiell ist immer, was letztlich im Glas steckt und ob es schmeckt.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Fassstärke beträgt 52,4 %, auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet.


Aussehen
Dunkles Nussbraun – fast wie Nussschnaps.


Nase
Der Whisky begrüßt mich sogleich mit intensiven Balsamico-Noten. Allerdings weniger in Richtung Essig, sondern vielmehr wie eine reduzierte Balsamico-Creme: dickflüssig und komprimiert in ihren Aromen. Dicht darauf folgen wunderbare, volle und schwere Sherryaromen – karamellisierte Rosinen, weiche Datteln und Feigen, flüssige Milchschokolade mit Haselnüssen sowie leicht angebrannter Zucker oberhalb einer Crème brûlée. Dazu kommen Orangenschalen, die leicht geknickt wurden, damit sich deren ätherische Öle entfalten.

Hin und wieder rührt ein leichtes Prickeln in der Nase vom höheren Alkoholgehalt her. Ansonsten ist der Alkohol jedoch nicht nur nicht störend – er begleitet die Aromen regelrecht und formt sie zu einem harmonischen Ganzen. Überhaupt wirkt der Geruch extrem ruhig. Es klingt komisch, aber dieser Whisky beruhigt einen beinahe, wenn man an ihm riecht.

Mit etwas Zeit im Glas entfaltet sich der Malt immer weiter. Würzige Duftnoten wie Gewürznelken, Zimt und Muskat verbinden sich mit dichter werdendem Holzeinfluss. Es ist definitiv ein moderner Sherry Malt von seinem Grundcharakter her. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Abfüllungen wirkt der Sherry hier jedoch nicht aufgesetzt oder inhomogen mit dem Whisky selbst verbunden.


Geschmack
Der Genuss aus der Nase setzt sich nahtlos am Gaumen fort. Mit einem sehr cremigen und weichen Mundgefühl, gleichzeitig aber einem vollen und durchaus maskulinen Auftreten, eröffnet der Whisky mit einer überraschend intensiven Süße nach Nougat und Honig, die ich anhand des Geruchs so nicht erwartet hätte.

Die Milchschokolade erhält rasch Unterstützung durch in Rum eingelegte Rosinen, während Datteln und Feigen für einen fruchtig-süßen Einschlag sorgen. Ein leichtes Prickeln an den Innenseiten der Wangen sorgt für intensiven Speichelfluss. Danach tauchen Pflaumenmus und Erdbeermarmelade gemeinsam auf. Haselnüsse, Zimt, Leder und getrockneter Pfeifentabak zeigen sich zunehmend, wenn sich der Whisky in Richtung Abgang bewegt.

Der Alkohol ist dabei überhaupt nicht zu spüren – hervorragend integriert. Auch geschmacklich ist dies eine kraftvolle Sherrybombe moderner Machart, jedoch mit bemerkenswerter Gediegenheit und Harmonie.

Fotocredit: whic.de


Abgang
Die Rosinen bleiben gemeinsam mit Pflaumenmus beziehungsweise Pflaumenröster und Erdbeermarmelade weiterhin deutlich im Vordergrund. Die Milchschokolade aus Nase und Geschmack wandelt sich nun langsam in dunklere Schokolade mit höherem Kakaoanteil, ohne dabei bitter zu wirken.

Auch die Leder- und Tabakassoziationen bleiben lange am Gaumen und im Rachen haften. Überhaupt hält das aromatische Endspiel noch erstaunlich lange an.


Fazit
Dies ist eine Essenz eines modernen Sherrywhiskys. Die Aromen wirken voluminös und dicht, der Alkohol ist hervorragend integriert. Hier kam definitiv ein sehr gutes Fass für die wahrscheinliche Nachreifung zum Einsatz.

Obwohl der Whisky sehr harmonisch und ausgewogen wirkt, besitzt er dennoch Komplexität und verleitet einen dazu, sich vollständig auf ihn zu konzentrieren. Das hat fast schon etwas Yogaartiges und Beruhigendes.

Natürlich sind die aufgerufenen € 250,- für Whisky beziehungsweise generell für eine Spirituose sehr viel Geld und absoluter Luxus. Gleichzeitig genügt hier bereits ein einziges Glas, um damit durch einen ganzen Abend zu kommen und zahlreiche intensive Genussmomente zu erleben.

Man muss allerdings aufpassen, nicht ständig nachzuschenken, denn man möchte permanent weiter daran riechen und nippen.

PS: Pur ist er bereits ein Genuss. Gibt man jedoch vorsichtig nur einen einzigen Tropfen Wasser hinzu, wird der Whisky sogar noch etwas besser. Aber wirklich nur einen Tropfen!

Donnerstag, 15. Januar 2026

Whitlaw 2013 10y PX/Oloroso Sherry (SV)

 

Whiskybase

English Text-Version


Signatory Vintage füllt regelmäßig Highland Park unter dem Namen Whitlaw mit rund zehn Jahren Reifezeit in der Vintage Collection ab, erkennbar an der orange-ockerfarbenen Tube und dem gleichfarbigen Etikett. Die Fassbelegung variiert, meist kommen jedoch Oloroso- und PX-Sherryfässer zum Einsatz. Serien­typisch ist die Abfüllung mit 46 Prozent Alkohol.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Bei Highland Park suche ich immer diese für mich so typische und reizvolle Note von blühendem Heidekraut, und genau diese finde ich hier sofort wieder. Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass sich das Destillat trotz der intensiven Fassbelegung behaupten konnte. Dazu kommt Orangemarmelade mit Zesten, die einen schönen herben, würzigen Kontrast setzt. Es folgen getrocknete, zerriebene Küchenkräuter sowie ein Hauch von leicht angekohltem Holz im Hintergrund.

Dann treten die klassischen Sherrynoten in Erscheinung mit getrockneten Früchten, Pflaumenmus und gerösteten Haselnüssen. Mit der Zeit wird auch der Einfluss des PX-Fasses deutlicher, vor allem in Form von Rosinen und Erdbeermarmelade, die zusätzliche Süße einbringen. Dieses Wechselspiel der beiden Fassarten gefällt mir ausgesprochen gut, insbesondere weil die würzigen Heidekrautnoten stets präsent bleiben. Der Alkohol zeigt sich leicht spitz, wirkt aber für das Alter nicht unangenehm.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen setzt sich die Würzigkeit fort, das Heidekraut ist sofort präsent, nun begleitet von deutlich mehr Süße in Richtung Heidekrauthonig. Sehr angenehm. Die Textur ist gut, der Körper solide. Dazu kommen leichte Noten von angebranntem Holz und Ascheflocken. Frucht spielt hier eine geringere Rolle als in der Nase, vor allem Orangenstücke, getrocknete Beeren, Feigen und vereinzelte Rosinen. Ergänzt wird das Profil von Tabakblättern und gerösteten Haselnüssen. Ab der Mitte übernimmt der würzige Part zunehmend die Führung, getrocknete Kräuter und der Holzeinfluss werden immer dominanter. Der Alkohol ist spürbar und kraftvoll, dabei aber gut eingebunden.


Abgang
In diese Richtung entwickelt sich auch das Finale weiter. Angebranntes Holz, getrocknete Küchenkräuter, Heidekraut und Tabak prägen das mittellange Finish.


Fazit
Ein guter, unabhängig abgefüllter Highland Park in dieser Altersklasse, mit dieser Fassauswahl und in diesem Preissegment. Er macht durchaus Spaß. Wer Highland Park mit modernem Sherryprofil mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Besonders gefällt mir, dass der Brennereicharakter trotz der Fassdominanz klar erkennbar bleibt.

Donnerstag, 9. Januar 2025

Speyside (M) 2011 13y - 100 Proof Edition #25 (SV)

 

Whiskybase

English Text-Version


Als Signatory Vintage im Dezember '23 mit seiner 100 Proof-Reihe auf dem Markt einschlug, meinten nicht wenige, dies wäre nur eine temporäre Anomalie in der damaligen nur nach oben zeigenden Preisspirale des Whiskyuniversums. 100 Proof - also 57,1% Alkoholstärke, ungefärbt, keine Kühlfiltration und teilweise mit Altersangaben deutlich über der 10-Jahres-Grenze kamen ihr namhafte Brennereien um unter € 50,- auf den Markt. Niemand glaubte wirklich und ernsthaft, dass Signatory dies wirklich als längere Serie im Portfolio weiter behalten wird können. 

Mehr als ein Jahr später und nun bereits bei Abfüllung No. 34 angelangt, kommen immer noch fast monatlich neue Varianten auf den Markt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich habe einige Single Malts aus der Serie kosten können und es waren immer gute bis mehr als gute Whiskys - ehrlich, integer und gut gemacht.

Knapp vor Weihnachten bekam ich die #25, einen Speyside (M) 2011 13y in die Hände. Das "M" in der Klammer steht bei Signatory bekanntlich für Macallan. Also habe ich einen 13 Jahre alten Macallan aus 1st Fill und Refill-Oloroso Sherry Butts mit 100 Proof um knapp € 48,- im Glas. Da kann man nicht meckern - ok, schmecken muss er trotzdem.


Aussehen
Sehr dunkler Bernstein.


Nase
Ein flüchtiger Duft nach angezündeten Zündhölzern ist die erste Wahrnehmung. Aber dies ist nur von kurzer Dauer. Danach sind die Oloroso-Fässer klar im Vordergrund. Schokolade, geröstete Haselnüsse, getrocknete Datteln und Feigen sowie Himbeermarmelade, die sowohl eine leichte Fruchtsäure als auch -süße mitbringt, kommen zum Vorschein.

Ein paar saftig, süße Rosinen mit einem Löffel englischer Orangenmarmelade, die zur Fruchtseite beiträgt, aber auch eine herbe Note durch ihre Zesten beisteuert, sind ebenfalls Bestandteil des Geruchsreigens. Das Holz der Fässer sorgt für Würze, aber auch für etwas Muff und einer Assoziation von altem Holz. Der Alkohol ist gut eingebunden, man merkt ihn unverdünnt ein wenig, jedoch für über 57% ist dies keine Rede wert. Im Gegenteil, die leichte Frische untermalt die anderen Grundaromen des Whiskys gut.

Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Nase deutlich würziger. Die klassischen Sherryaromen gehen in den Hintergrund, dafür finden sich hellere Fruchtnoten mit Aprikose und Zitrone.


Geschmack
Ein cremig angenehmes Mundgefühl begleitet den süßen Antritt. Die Süße, begleitet von Aromen getrockneter Datteln und Feigen, wird rasch von einer Ingwerschärfe abgelöst. Der würzige Schärfe-Peak klingt jedoch relativ rasch wieder ab und lässt danach wieder mehr Raum für die anfänglichen Sherrynoten. So finden sich neben einer dunklen Schokolade mit gerösteten Haselnüssen, Rosinen und auch etwas Tabak, Leder und Möbelpolitur. Insgesamt bleibt der Grundcharakter eher trockener und herber, als die Nase vermuten lässt.

Mit Wasserzugabe wird sowohl die Süße zu Beginn, wie auch der würzige Pfeffereindruck im Mittelteil deutlich abgemildert. Vanille, Karamell und eine länger anhaltende Würzigkeit dominieren nun das Geschehen. Die pur so deutlichen Sherryaromen gehen auch im Geschmack mit Wasser etwas verloren. 


Abgang
Die trockenen, leicht muffigen Aromen von den Eichenfässern sind weiterhin deutlich präsent. Man könnte sogar von einem Hauch von Rauch sprechen, dies täuscht aber das Holz nur vor. Auch der Sherry mit seinen Trockenfrüchten und den Rosinen ist immer noch vorhanden. Insgesamt ein mittel- bis langes Finish, dass angenehm ausklingt.


Fazit
Es ist ein Paradebeispiel eines nicht mehr allzu jungen Sherrymalts, der in nicht ausgelutschten Fässern lag. Der anfängliche Hauch von Schwefel störte mich in keinster Weise. Man sollte, wenn man ihn aufgrund seines doch hohen Alkoholgehaltes verdünnen will, aufpassen, dass man ihn nicht verwässert. Zuviel Wasser scheint er nicht zu vertragen, bevor er ausdünnt. Ich finde durchaus gut. Er passt für jede Gelegenheit. Einen speziellen Macallan eigenen Stil konnte ich aber nicht herausschmecken.

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English Text-Version


When Signatory Vintage launched its 100 proof range in December '23, many thought it was just a temporary anomaly in the whisky price spiral of the time. 100 proof - 57.1% abv, uncoloured, no chill filtration and in some cases with age statements well beyond the 10-year limit - was being released by major distilleries for less than € 50.-. Nobody really believed that Signatory would be able to maintain this as a permanent series in its portfolio. 

More than a year later, and now at bottling no. 34, new variants are still being released almost every month. And there is no end in sight. I have tasted several single malts from the series and they have always been good to better than good whiskies - honest, full of integrity and well made. Just before Christmas I got my hands on #25, a Speyside (M) 2011 13y. As you know, the 'M'  stands for Macallan at Signatory. So I have a 13 year old Macallan from 1st fill and refill Oloroso sherry butts with 100 proof in my glass for just under € 48,-. You can't complain about that - ok, it still has to taste good.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Very dark amber.


Nose
The first to notice is the fleeting scent of burning matches. But this is short-lived. Then the Oloroso casks come to the surface. Chocolat, toasted hazelnuts, dried dates, figs and raspberry jam emerge, with a light fruitiness and sweetness.

Some juicy, sweet sultanas and a spoonful of English orange marmalade, which contributes to the fruity side but also adds a tart note with its zest, are also part of the aroma. The wood from the casks adds spiciness, but also some mustiness and an association with old wood. The alcohol is well-integrated, and you can feel it a little in the neat version, but at over 57% it is not really worth mentioning. On the contrary, the slight freshness enhances the other main flavours of the whisky.

With a few drops of water, the nose becomes much spicier. The classic sherry aromas fade into the background and are replaced by lighter fruity notes of apricot and lemon.


Palate
The sweet start is supported by a creamy, pleasant mouthfeel. The sweetness, accompanied by flavours of dried dates and figs, is quickly replaced by a gingery spiciness. However, the spicy peak fades relatively quickly, leaving more room for the initial sherry flavours. Dark chocolate with toasted hazelnuts, sultanas and also some tobacco, leather and furniture polish can be found. Overall, the basic character remains drier and more bitter than the nose suggests.

With the addition of water, both the initial sweetness and the spicy peppery impression in the middle are significantly softened. Vanilla, caramel and a lingering spiciness now dominate the palate. The sherry aromas, which are so clear on their own, are also somewhat lost on the palate with water. 


Finish
The dry, slightly musty aromas from the oak barrels are still very much in evidence. There is even a hint of smoke, but it is only simulated by the wood. The sherry, with its dried fruit and sultanas, is still present. All in all, a medium-long finish that fades away pleasantly.


Conclusion
This is a prime example of a sherry malt that is not too young. It has been matured in casks that have not been drained. The initial hint of sulphur didn't bother me at all. If you want to dilute it because of its high alcohol strength, be careful not to water it down. It doesn't seem to tolerate too much water before it thins out. In my opinion, it's a pretty good one. It's suitable for any occasion. However, I couldn't taste any particular Macallan style.

Mittwoch, 6. November 2024

Secret Orkney 2010 14y - 100 Proof Edition #15 (SV)

 

Whiskybase

English Text-Version


Die zweite Flasche, die ich aus der nun nicht mehr ganz zu jungen 100 Proof Edition-Reihe von Signatory Vintage verkoste, ist ein 14jähriger Secret Orkney mit der Nummer 15. Bislang entpuppten sich die Secret Orkneys, die ich im Glas hatte, allesamt als versteckte Highland Parks (HP). Ein Umstand, der mir keine schlaflosen Nächte bereitet, bin ich doch durchaus ein Fan von unabhängig abgefüllten HPs. Und da waren sowohl reine Sherryfass gereifte wie auch puristische reine Ex-Bourbon-Varianten dabei. 

Für diese Edition wurden sowohl 1st Fill Oloroso Sherry Butts als auch Ex-Bourbon Hogsheads verwendet - eine Mischung mit Potential. Denn allein die Farbe in der Flasche suggeriert, dass man hier keine feuchten Fässer verwendet hat und somit der Grundstil von Highland Park, den ich so mag, noch genug Platz zur Entfaltung bekommen hat. Die bei der Serie obligatorischen 57,1% versprechen genug Aromenintensität.


Aussehen
Bernstein.


Nase
Jawohl! Typische Highland Park Nase. Sehr leichter Holzrauch mit dieser unverwechselbaren, floralwürzigen, nicht einfach zu beschreibenden Heidekrautnote. Und dies alles eingebettet in angenehme, nicht zu überbordende, Aromen der Sherryfass-Reifung. Getrocknete Früchte, Datteln und Feigen, dazu etwas Orangenkonfitüre sowie Rosinen, Leder und getrocknete Tabakblätter. Aufgeschnittene Bourbon Vanilleschoten, die auf getrocknetes, leicht angekohltes Eichenholz gerieben wurden. Die 100 Proof sind super eingebunden, man merkt den Alkohol in der Nase überhaupt nicht.

Mit ein paar Tropfen Wasser werden die Früchte im Geruch sogar noch stärker. Es fügt sich ein Marillenröster zum vorhandenen Obst hinzu. Die übrigen für mich mit Highland Park verbundenen Aromen sind weiterhin deutlich präsent.


Geschmack
Auch hier, trotz der beachtlichen Alkoholstärke von über 57% ist der Antritt im Mund sehr angenehm und weich. Der Holzrauch ist nun im Geschmack markanter als im Geruch, verwebt jedoch weiterhin als Verbindungsglied die anderen Aromen schön miteinander. Süßer Honig umspielt die würzigen Heidekrautnoten zusammen mit getrockneten Früchten. Der Tabak bekommt einen höheren Vanilleanteil. Etwas schwarzer und roter Pfeffer sorgen für eine leichte Schärfe im Mittelteil, die aber relativ rasch wieder abklingt. Mit einer leichten Wasserverdünnung tritt der süße Honig anfänglich mehr in den Vordergrund, der Rauchgeschmack nimmt dagegen etwas ab.


Abgang
Herbe nussige Sherryaromen, gepaart mit Leder, Tabak und dem dezenten Rauch mit ein paar Rosinen. Diese Aromen liegen lange im Mundraum und es ist einfach lecker und typisch für HP.


Fazit
Man bekommt hier einen wirklich gut gereiften Highland Park aus dem Sherryfass mit all seinen klassischen Aromen, wie leichten würzigen Holzrauch, Heidekraut mit Leder und Tabak. Bedenkt man den Preis ist dies ein absoluter No-Brainer für alle, die Highland Park mögen. Bei der Original Reihe wird man um diesen Preis wahrscheinlich keine adäquate Abfüllung finden.

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English Text-Version


The 14-year-old Secret Orkney, number 15, is the second bottle I'm tasting from Signatory Vintage's not-so-young 100 Proof Edition range. So far, the Secret Orkneys I've had in my glass have all turned out to be hidden Highland Parks (HP). A fact that doesn't cause me any sleepless nights, as I'm quite a fan of independently bottled HPs. And there were both pure sherry cask matured and purist pure ex-bourbon variants. 

Both 1st fill Oloroso sherry casks and ex-bourbon hogsheads were used for this edition - a blend with potential. The colour of the whisky in the bottle alone suggests that no wet casks were used here and that the basic style of Highland Park, which I like so much, was given enough space to develop. The obligatory 57.1% for the series promises plenty of flavour intensity.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Amber in colour.


Nose
That's right! Typical Highland Park nose. Very light wood smoke with that unmistakable floral, spicy, heather note that is difficult to describe. This is all wrapped up in pleasant, not too overpowering sherry cask flavours. Dried fruit, dates and figs, plus some orange marmalade, sultanas, leather and dried tobacco leaves. Sliced bourbon vanilla pods rubbed into dried, lightly charred oak. The 100 proof are perfectly integrated, you don't even notice the alcohol in the nose.

A few drops of water intensify the fruitiness. An apricot roast is added to the existing fruit. The other flavours I associate with Highland Park are still very much present.


Palate
Again, despite the considerable alcohol content of over 57%, the mouthfeel is very pleasant and smooth. The wood smoke is now more pronounced on the palate than it was on the nose, but continues to weave the other flavours together beautifully. Sweet honey plays around the spicy notes of heather and dried fruit. The tobacco has a higher vanilla content. A little black and red pepper provides a slight spiciness in the middle, which fades relatively quickly. The sweet honey comes more to the fore, while the smoky notes fade, with a slight dilution of water.


Finish
Tart, nutty sherry flavours, paired with leather, tobacco and the subtle smoke with a few sultanas. These flavours linger in the mouth for a long time and it is simply delicious and typical of HP.


Conclusion
This is a really well matured Highland Park, with all the classic flavours of light spicy wood smoke, heather with leather and tobacco. Considering the price, this is an absolute no-brainer for anyone who likes Highland Park. You probably won't find an equivalent bottling of the original range at this price.

Donnerstag, 10. Oktober 2024

Secret Speyside 2010 13y - 100 Proof Edition #16 (SV)

 

Whiskybase

English Text-Version


Der unabhängige Abfüller Signatory Vintage hat im Dezember 2023 die ersten Flaschen seiner neuen 100 Proof Edition Reihe auf den Markt gebracht. Alle bisherigen 26 Abfüllungen sind mit rund € 45,- im Schnitt mehr als günstig bepreist und haben eine Alkoholstärke von 57,1%. Dies entspricht exakt Imperial 100 Proof, einer an sich veralteten Maßeinheit in Großbritannien für die Messung der Alkohlstärke in Getränken. Im Gegensatz dazu hat die Proofangabe in den USA einen Faktor 2 zu 1 - so sind 100 Proof in den USA tatsächlich 50% Alkoholgehalt.

Der Gegenstand meiner Verkostung ist die Nummer 16 aus der Reihe und ist ein Secret Speyside aus 2010 und lag 13 Jahre in 1st Fill Oloroso Butts sowie in Bourbon Hogsheads. Die Anzahl der Fässer und deren Verteilung gemäß den verwendeten Fasstypen ist nicht bekannt. Der Whisky kam ohne Kühlfiltration und zusätzliche Färbung in die Flasche.

Welche Brennerei sich nun hinter der Bezeichnung Secret Speyside versteckt ist offiziell nicht bekannt. Diverse Youtuber und Whisky-Taster in der Szene vermuten hinter diesem Secret nicht weniger als einen Stoff von Glenfarclas. Genaues weiß man nicht, die Wahrheit liegt im Glas.


Aussehen
Helles Gold


Nase
Unverdünnt ist der Secret etwas verschlossen. Anfänglich meldet sich der Alkohol mit einem leichten Kitzeln und Stechen in der Nase. Schafft man es durch die ersten Alkoholschwaden wird man mit einer feinen süßen Malznote belohnt, die auch an Kuchengebäck erinnert. Zusätzlich zeigen sich reife rote Äpfel, Orangenmarmelade und Vanillenoten. Mit etwas Zeit und Sauerstoff eröffnen sich immer mehr die Sherryaromen. Vordergründig vor allem Rosinen, Pflaumen, Milchschokolade aber auch etwas Leder und ein Hauch Tabak. Der Holzeinfluss des Fasses ist durch Muskatnuss und Zimt durchaus präsent, bleibt die gesamte Zeit jedoch in schöner Harmonie mit den anderen Gerüchen. Pur durchaus eine ansprechende Nase, wenn man den ersten Alkoholschub hinter sich gelassen hat.

Mit Wasserverdünnung kommen hellere Früchte mit mehr Honigsüße zum Vorschein. Die Sherryaromen sind zwar weiterhin da, treten jedoch etwas in die zweite Reihe zurück. Der Alkohol ist nun besser integriert.


Geschmack
Ohne Wasserzugabe eröffnet eine deutliche Karamellsüße den Geschmacksreigen. Der Süße folgt eine heftige würzig, scharfe Pfeffernote auf dem Fuße. Diese verklingt jedoch relativ rasch und offenbart einen angenehmen Einfluss des Sherrys mit Rosinen, Tabak und Pflaumenmus. Der höhere Alkoholgehalt zeigt sich auch durch eine gegen Richtung Abgang gehende Trockenheit im Mundraum.

Mit ein paar Tropfen Wasser wird der Secret nun sehr süffig, gefährlich süffig. Die anfängliche Süße ist weiterhin vorhanden, wenn auch etwas eingebremst. Die Peffernote ist reduziert. Dafür bekommen die Fruchtaromen zugleich mit der Eichenwürze mehr Auftrieb.


Abgang
Hinten heraus treten die herben aber weiterhin aromatischen Eichenholznoten deutlicher zu Tage. Die Rosinen und die Pflaumen begleiten die Eiche bis zum mittellangen Ende und sorgen somit für einen fruchtig süßen Gegenpart zur Eichenfracht.


Fazit
Gefällt mir gut. Also falls es sich bei diesem Secret Speysider tatsächlich um einen Glenfarclas handelt, dann ist er für mich deutlich besser als so manche Abfüllung aus der Original Range. Vor allem im Vergleich zum Glenfarclas 105 mit 60% hat er die Nase alle mal vorne. Die Sherrynoten sind deutlicher vorhanden und man merkt, dass die Fässer von guter Qualität waren. Etwas, dass man von den verwendeten Fässern der Original Reihe heutzutage oft nicht mehr mit Überzeugung sagen kann. Für den Preis ein No-Brainer für alle, die auf Sherrywhiskys stehen, wo der Sherry nicht zu dominant ist.

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English Text-Verison


Independent bottler Signatory Vintage released the first bottles of its new 100 Proof Edition range in December 2023. All 26 bottlings so far are more than competitively priced at an average of around € 45,- and have an alcohol strength of 57.1%. This is exactly the same as Imperial 100 Proof, an antiquated unit of measurement used in the UK to measure alcohol strength in beverages. In the USA, by contrast, the proof is a factor of 2 to 1 - so 100 proof in the USA is actually 50% alcohol.

The subject of my tasting is number 16 in the series and is a 2010 Secret Speyside, matured for 13 years in 1st fill Oloroso casks and Bourbon hogsheads. The number of casks used and their mix is unknown. The whisky was bottled without chill-filtration and without additional colouring.

It is not officially known which distillery is behind the name Secret Speyside. Various youtubers and whisky tasters in the scene have suggested that it is nothing less than Glenfarclas. We don't know for sure - the truth will be in the glass.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Pale gold in colour


Nose
Neat, the Secret is somewhat closed. The alcohol first reveals itself with a slight tingle and sting in the nose. Once you get past the initial clouds of alcohol, you are rewarded with a fine, sweet malt flavour, also reminiscent of cake. There are also notes of ripe red apples, orange marmalade and vanilla. With a little time and aeration, the sherry flavours come through. Sultanas, prunes, milk chocolate are the most prominent flavours, but there is also some leather and a hint of tobacco. The wood from the cask is definitely present, with nutmeg and cinnamon, but always in harmony with the other flavours. A pleasant nose on its own, once you get over the initial alcohol rush.

When diluted with water, the fruit becomes brighter, with more honeyed sweetness coming through. The sherry aromas are still there, but more subdued. The alcohol is now better integrated.


Palate
Without water, a distinct caramel sweetness opens the palate. The sweetness is followed by a heavy, spicy, hot pepper note. This fades relatively quickly to reveal a pleasant sherry influence with sultanas, tobacco and plum jam. The higher alcohol content is also reflected in a dryness in the mouth towards the end of the drink.

A few drops of water makes The Secret dangerously drinkable. The initial sweetness is still there, albeit a little diminished. The pepper flavour is reduced. On the other hand, the fruity aromas, together with the oak spice, gain momentum.


Finish
On the finish, the bitter but still aromatic oak flavours become more pronounced. The sultanas and plums accompany the oak into the medium-long finish, providing a fruity, sweet counterpart to the oak.


Conclusion
I really like it. If this Secret Speysider really is a Glenfarclas, then for me it is significantly better than some bottlings from the original range. Especially compared to the Glenfarclas 105 at 60% it's way ahead. The sherry notes are more pronounced and you can tell the casks were of good quality. Something you can't always say about the casks used in the Original range these days. For the price, this is a no-brainer for anyone who likes sherry whiskies where the sherry is not too dominant.

Mittwoch, 30. August 2023

Secret Speyside 17 (M) 2005 SV

 

Whiskybase

English Text-Version


Der unabhängige Abfüller Signatory Vintage, dem auch die Highland Brennerei Edradour gehört, brachte im heurigen April im Rahmen seiner Cask Strength Collection ein paar tolle Secret Speyside Abfüllungen auf dem Markt. Destillerien und deren Konzernmütter erlauben immer seltener, dass unabhängige Abfüller den Namen der Brennereien auf deren Flaschen abdrucken dürfen. Aus diesem Grund sieht man - und wird in Zukunft immer öfters - häufig Begriffe wie "Secret" oder "Unkown" oder ähnliche Wörter am Label, zusammen mit der Region, wo der Whisky herkommt.

Signatory Vintage ist jedoch seit diesem Jahr - vor allem bei ihrer Highend Serie Cask Strength Collection - dazu übergegangen dem Käufer kleine, aber für den Wissenden deutliche Hinweise zu geben. Bei den besagten Secret Speyside Flaschen steht nach Speyside in Klammer ein "M" und die am Label abgebildete Fassnummer beginnt mit einem DRU.

Nerds und Eingeweihte wissen, dass Fässer mit DRU aus dem Besitz der Edrington Group stammen. Dem Konzern gehören die Brennereien Highland Park, Glenrothes und Macallan. Highland Park ist auf den Orkneys, Glenrothes und Macallan in der Speyside angesiedelt. Kombiniert man diese Info mit dem "(M)" am Etikett weiß man das der Inhalt im Decanter nur von Macallan stammen kann.

Und somit haben wir hier einen 17 Jahre alten Macallan in Fassstärke mit 58,7%, der in einem 1st Fill Oloroso Sherry Butt reifen durfte. Meine bisherigen Begegnungen mit Macallan (alles Original Abfüllungen der Destillerie) waren ok, aber nie auch nur ansatzweise den aufgerufenen Preis der Flaschen wert. Darum bin ich hier mehr als gespannt, wie dieser unhabhängig abgefüllte Macallan mir gefallen wird.


Aussehen
Dunkles Mahagoni


Nase
Die Nase ist ein Träumchen. Sofort wabbern volle, dichte Aromen aus dem Glas. Leicht fruchtig säuerliche Aromen roter Beeren mit Orangenzesten vermengt. Auch etwas Orangenmarmelade kommt zum Vorschein. Und dazu wird es nun immer süßer; dunkler cremiger Waldhonig. Viele Rosinen, getrocknete Tabakblätter, eingekochtes Zwetschkenkompott mit Zimt und Gewürznelken, Muskatnuss und Vanille, die aus einer Vanilleschote mit dem Messer frisch herausgeschabt wird. Warmes Brioche. Ganz, ganz im Hintergrund weht abwechselnd ein leichter Veilchenduft sowie der Geruch von alten schweren Holzmöbeln, die ihr Leben lang mit Möbelpolitur gepflegt wurden - altes, vielleicht auch etwas muffiges Holz mit der bienenwachsigen Politurnote. Der Alkohol ist hervorragend verwoben, die fast 59% merkt man kaum. Ein leichtes Prickeln setzt einen schönen frischen Kontrapunkt zu den vollen, schweren Aromen und sorgt somit dafür, dass die Nase nicht zu überfrachtet wirkt.


Geschmack
Sehr weich und cremig fließt der Malt in den Mundraum und füllt diesen sogleich mit süßem Honig und klebrigem Bienenwachs komplett aus. Reife Datteln mit Marzipanfülle und Feigen, mit den nun eingekochten Zwetschken und den säuerlich süßen Heidel- und Brombeeren sowie Orangenzesten komplettieren die fruchtigen Aspekte. Nach dieser prallen Süße und der Frucht übernimmt eine pikante Geschmacksseite die Oberhand. Eine leichte Schärfe, die mehr vom Eichenfass als vom Alkohol stammt. Überhaupt, für diesen Alkoholgehalt lässt er sich sehr gut trinken. Wasser ist hier nicht nötig. Zusammen mit dieser pikanten Zimt und Muskatnote gesellt sich Pfeiffentabak und Leder zum Geschmacksensemble dazu.


Abgang
Sehr lange mit einer aromatischen und doch vollen Eichenholzfracht. Das eingekochte Pflaumenmus, bei uns in Ostösterreich auch Powidl genannt, ist weiterhin sehr präsent, volle Zwetschkenaromen mit viel Süße und Frucht. Das Finish möchte nicht enden, die Aromen mögen nicht verblassen.


Fazit
Absoluter Top-Whisky. Keine moderne überfrachtende Sherryreifung sondern eher altmodischer, gediegener. Das war ein gutes Oloroso Fass, in dem der Malt 17 Jahre reifen und gedeihen durfte. Von der Nase bis zum extrem langen Finish ein Genuss. Ich lehne mich jetzt zurück auf die Couch, mache es mir gemütlich und rieche am Glas und freue mich, dass noch etwas im Glas und im Samplefläschchen ist. Das wird noch ein langer Abend. Vielleicht sehe ich mir einen alten James Bond mit Sean Connery an.

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English Text-Version


The independent bottler Signatory Vintage, which also owns the Highland distillery Edradour, brought a few great Secret Speyside bottlings onto the market this April as part of its Cask Strength Collection. Distilleries and their corporate mothers increasingly rarely allow independent bottlers to print the name of the distilleries on their bottles. For this reason, you often see - and will see more and more in the future - terms like "Secret" or "Unkown" or similar words on the label, along with the region where the whisky comes from.

Signatory Vintage, however, has since this year - especially with their high-end Cask Strength Collection series - started to give the buyer small, but for those in the know, clear hints. On the Secret Speyside bottles in question, there is an "M" in brackets after Speyside and the cask number shown on the label begins with a DRU.

Nerds and insiders know that casks with DRU come from the Edrington Group. The group owns the distilleries Highland Park, Glenrothes and Macallan. Highland Park is located in the Orkneys, Glenrothes and Macallan in Speyside. If you combine this information with the "(M)" on the label, you know that the contents in the Decanter can only come from Macallan.

And so we have here a 17-year-old Macallan at cask strength with 58.7%, which was allowed to mature in a 1st Fill Oloroso Sherry Butt. My previous encounters with Macallan (all original bottlings of the distillery) were ok, but never even nearly worth the price of the bottles. That's why I'm more than curious to see how this independently bottled Macallan will please me.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Dark mahogany


Nose
The nose is a dream. Immediately, full, dense aromas waft from the glass. Slightly fruity tart aromas of red berries mingled with orange zest. Some orange marmalade also appears. And now it gets sweeter and sweeter; dark creamy forest honey. Lots of sultanas, dried tobacco leaves, stewed plums with cinnamon and cloves, nutmeg and vanilla freshly scraped out of a vanilla pod with a knife. Warm brioche. Very, very much in the background, a light scent of violets alternates with the smell of old heavy wooden furniture that has spent its life being cared for with furniture polish - old, perhaps slightly musty wood with the beeswaxy polish note. The alcohol is excellently interwoven, you hardly notice the almost 59%. A slight tingle provides a nice fresh counterpoint to the full, heavy flavours, ensuring that the nose doesn't feel too overloaded.


Taste
Very soft and creamy, the malt flows into the mouth and immediately fills it completely with sweet honey and sticky beeswax. Ripe dates with marzipan filling and figs, with the now cooked-in plums and the tartly sweet blueberries and blackberries as well as orange zest complete the fruity aspects. After this plump sweetness and fruit, a spicy flavour side takes over. A slight spiciness that comes more from the oak barrel than from the alcohol. Generally, for this alcohol content, it is very easy to drink. Water is not necessary here. Along with this spicy cinnamon and nutmeg note, pipe tobacco and leather join the flavour ensemble.


Finish
Very long with an aromatic but rich oakiness. The boiled down plum jam, also called powidl here in Eastern Austria, continues to be very present, full plum flavours with lots of sweetness and fruit. The finish doesn't want to end, the flavours don't like to disappear.


Conclusion
Absolute top whisky. No modern overburdening sherry maturation but rather old-fashioned, dignified. This was a good Oloroso cask in which the malt was allowed to mature and flourish for 17 years. A delight from the nose to the extremely long finish. I'm leaning back on the couch now, getting cosy and smelling the glass, happy that there's still something in the glass and the sample bottle. It's going to be a long evening. Maybe I'll watch an old James Bond with Sean Connery.

Mittwoch, 11. Januar 2023

Teaninich 13y SV - Hel Edda #4 (whic)

 

Whiskybase

English Version


Kurz nach Neujahr lag ein kleines Päckchen in meinem Briefkasten. Ich hatte Post von whic.de bekommen. ein Gratis Verkostungssample der aktuellen Edda #4 Serie, der nordischen Göttin der Unterwelt Hel. Hinter diesem Sample verbirgt sich ein Teaninich 13 Jahre mit 56,4% Alkoholstärke mit einem Finish im First Fill Sherry Butt. Der Malt ist nicht gefärbt und kühlgefiltert. 

Der Teaninich ist die vierte Flasche der auf 15 Abfüllungen geplanten Themen Serie, die whic in Zusammenarbeit mit Signatory Vintage bzw. Kirsch herausbringt. Die Serie konzentriert sich vor allem auf nicht rauchige sherry-intensive Fassreifungen. Wenn ich mir die Farbe im Glas ansehe, weiß ich bereits auf was sich mich einstellen darf. :-)

Teaninich ist für mich bis auf eine Abfüllung ein eher unbeschriebenes Blatt auf meiner Whisky-Landkarte. Die Brennerei aus den Highlands ist mit einer seit 2000 im Einsatz befindlichen Hammermühle mit Maischefilter die einzige in Schottland ihrer Art. Dadurch erspart man sich den Produktionsschritt in den Maischebottichen. Auch im Bereich der Energieeinsparung und -Rückgewinnung ist Teaninich am Puls der Zeit und hat bereits einige innovative Lösungen im Einsatz.


Aussehen
Dunkles Mahagoni oder auch Aceto Balsamico 


Nase
Die Farbe spricht Bände. Der Geruch beginnt sofort mit einem ordentlichen Schuss an Tabak und Rosinen sowie einer leichten Eukalyptusnote, die zusammen mit der ebenfalls vorhandenen dunklen Schokolade gleich an ein Stück After Eight erinnert.
Dahinter verbirgt sich der Anflug von Marillen und Weinbergpfirsichen, wechselt dann aber schnell zu mehr säuerlichen Fruchtaromen über - wie Stachelbeeren oder Weichseln. Aber auch etwas leicht blumiges und grasiges ist zu bemerken, Veilchen auf einer grünen Wiese. Sehr präsent ist die Aceto Balsamico Note mit ihren vollen süß säuerlichen Traubenaromen, die zusammen mit kräftigen Holzaromen mit leicht bitteren Walnussstücken nach ein paar Minuten im Glas sich in den Vordergrund schiebt. Interessanterweise wechselt mit mehr Ruhe und Sauerstoff auch die Fruchtnote erneut mehr zu Pflaumenmus und in Schokolade ummantelte Zwetschken und Mon Chéri Pralinen.
Mit ein paar Tropfen Wasser kommen sowohl die fruchtigen Marille und Pfirsicharomen als auch der Tabak mehr zur Geltung. Durchaus interessant.


Geschmack
Anfänglich ein sehr süßer cremiger Antritt, der an ein weiches Milchtoffee erinnert. Überraschend wird es danach sehr fruchtig, mit reifen Erdbeeren, dunkelroten Kirschen und dem Zwetschkenröster aus der Nase. Dann wechselt es sehr flott zu einem netten Pfeffer, fast schon Chili Catch, wie man es sonst nur von Talisker her kennt. Der Übergang vom süßen Fruchtbrei zum Pfeffer/Chili ist ein angenehmer Kontrast. Dunkler Balsamico, etwas getrocknete Tabakblätter, sowie die Rosinen mit der dunklen Nussschokolade finden sich hinter der Schärfe wieder. Mit Wasser wird es runder, die Süße bleibt länger und die Schärfe reduziert sich.


Abgang
Sehr intensive Holzaromen mit den Nüssen und der dunklen Schokolade bleiben im Finish noch länger im Mundraum liegen. Eine leichte Trockenheit und etwas Minzcreme von den After Eights sind ebenfalls weiter mit von der Partie. Die Schoko-Kirschpralinen bleiben auch im Finish als Nachgeschmack länger im Gedächtnis.

Fotocredit: whic.de


Fazit
Die Farbtrinker unter uns kommen hier voll auf ihre Kosten. Die nordische Göttin des Totenreiches zeigt sich im Gewand des aktuell modernen und beliebten Sherrystils. Ein Finish in sehr aktiven Sherryfässern dominiert den Geruch und Geschmack - sehr intensive und typische Aromen eines Olorosofasses. Teilweise sehr dunkle Fruchtaromen mit Rosinen, Tabak, dunkler Schokolade, Nüssen und mit viel Holzeinfluss. Die Abfüllung hat mich mit ihrer Balsamico-Note stark an den Strathmill 2006 13y SV und dem Kavalan Solist Sherry Cask erinnert. Mir persönlich fast schon zuviel des Guten. Mit ein paar Tropfen Wasser gewinnt er meiner Meinung nach sogar. Und das rechne ich ihm positiv an, dass er im Gegensatz zu manch anderer dieser modernen Sherryabfüllungen mit Wasser aromatisch nicht total abstürzt, sondern durchaus sich behauptet. 

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English Version

Shortly after the New Year, a small package arrived in my mailbox. I had received mail from whic.co.uk. a free tasting sample of the current Edda #4 series, the Nordic goddess of the underworld Hel. Behind this sample is a Teaninich 13 years with 56.4% alcohol strength with a finish in a first fill sherry butt. The malt is not coloured and chill-filtered. 

The Teaninich is the fourth bottle in the planned 15-bottle themed series that whic is releasing in collaboration with Signatory Vintage and Kirsch respectively. The series focuses primarily on non-smoky sherry-intensive cask maturations. When I look at the colour in the glass, I already know what to expect. :-)

Teaninich is a rather blank page on my whisky map, except for one bottling. The distillery from the Highlands is the only one of its kind in Scotland with a hammer mill with mash filter, which has been in use since 2000. This saves the production step in the mash tuns. Teaninich also has its finger on the pulse in the area of energy saving and recovery and already has some innovative solutions in place.


Appearance
Dark mahogany or aceto balsamico. 


Nose
The colour speaks volumes. The smell starts immediately with a decent shot of tobacco and sultanas as well as a light eucalyptus note, which, together with the dark chocolate also present, immediately reminds one of a piece of After Eight.
Behind this is a hint of apricots and vineyard peaches, but then quickly changes to more acidic fruit aromas - such as gooseberries or sour cherries. But also something slightly floral and grassy is noticeable, violets on a green meadow. Very present is the aceto balsamico note with its full sweet and sour grape aromas, which together with strong wood aromas with slightly bitter walnut pieces come to the fore after a few minutes in the glass. Interestingly, with more rest and oxygen, the fruit notes again change more to plum jam and chocolate covered damsons and Mon Chéri chocolates.
With a few drops of water, both the fruity apricot and peach flavours and the tobacco come out more. Quite interesting.

Fotocredit: whic.de


Taste
Initially a very sweet creamy attack, reminiscent of a soft milky toffee. Surprisingly, it then becomes very fruity, with ripe strawberries, dark red cherries and the damson roast from the nose. Then it changes very briskly to a nice pepper, almost chilli catch, as you usually only know from Talisker. The transition from sweet fruit mash to pepper/chilli is a pleasant contrast. Dark balsamic, some dried tobacco leaves, as well as the sultanas with the dark nut chocolate are found behind the spiciness. With water it becomes rounder, the sweetness stays longer and the spiciness reduces.


Finish
Very intense wood flavours with the nuts and dark chocolate linger longer in the mouth in the finish. A slight dryness and some mint cream from the after eights also continue to be in the mix. The chocolate cherry pralines also linger longer in the finish as an aftertaste.


Conclusion
The colour drinkers among us get their money's worth here. The Nordic goddess of the realm of the dead shows up in the garb of the currently modern and popular sherry style. A finish in very active sherry casks dominates the smell and taste - very intense and typical aromas of an oloroso cask. Partly very dark fruit flavours with sultanas, tobacco, dark chocolate, nuts and with a lot of wood influence. With its balsamic note, the bottling reminded me strongly of the Strathmill 2006 13y SV and the Kavalan Solist Sherry Cask. For me personally, almost too much of a good thing. With a few drops of water, it even wins in my opinion. And I give it credit for the fact that, in contrast to some of these other modern sherry bottlings, it doesn't totally crash aromatically with water, but holds its own. 

Mittwoch, 20. Juli 2022

Glentauchers 1997 SV 22y



Whiskybase

English Version

Die 1897 in der Speyside gegründete Glentauchers Brennerei ist eine dieser versteckten Perlen in der Distillery Welt. Im Eigentum von Chivas Brothers geht der überwiegende Anteil der Produktion seit jeher in die Blendindustrie - vor allem in den Ballantines, dem Teachers und dem Black & White. Erst seit 2017 gibt es Originalabfüllungen, wie zb. einen 15jährigen aus der Ballantine' Serie No. 003 oder die eine oder andere Abfüllung in der Distillery Reserve Collection, im Chivas Besucherzentrum erhältlich.

Die meisten Abfüllungen am Markt stammen von unabhängigen Abfüllern. So auch dieser 22jährige aus 1997, der von Signatory Vintage mit einer Bourbonfass-Reifung mit 49,1 % herausgebracht wurde. 


Aussehen
Helles Strohgelb


Nase
Sehr fruchtig und blumig. Sogleich Assoziationen eines warmem Zitronenkuchens mit etwas Zuckerstreuseln, dazu aufgeschnittene Ananas und Zuckermelonen. Am Tisch stehen Blumen, Veilchen in der Vase. Frisch geschnittenes Heu liegt neben dem Tisch am Boden. Mit etwas Standzeit gesellen sich Vanille und würzige Aromen zum Geruchsspektrum hinzu. Interessanterweise nimmt der Fruchtanteil parallel dazu ab. Einzig die Zitrone und deren ätherischen Öle aus der Schale bleiben. Alkohol ist sehr gut eingebunden, kein Stechen oder Prickeln ist zu spüren. Mit Wasser treten die würzigen Bestandteile mehr in den Vordergrund, die fruchtigen treten etwas in den Hintergrund. Insgesamt rund, mit leichten Vorteilen für die würzig aromatische Seite.


Geschmack
Der Whisky beginnt mit einem cremigen Mundgefühl. Für seine 49,1% hat er einen überraschend kräftigen Antritt. Sogleich ein Wechselspiel von honiggleicher Süße und einer ordentlichen Spritzigkeit, fast schon ein Pfefferl, deutlich Ingwer. Dahinter präsentiert sich wieder eine reife Zitrone parallel zu gelben Äpfeln und etwas Zuckermelone. Eine leichte Astringenz macht sich an der Innenseite der Lippe zu schaffen. Mit Wasserzugabe wird die doch anfänglich intensive Spritzigkeit gemildert, ohne an Dominanz zu verlieren. Es wird jedoch harmonischer, wenn auch auf der kräftigeren Seite.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Auch gegen Ende hin, bleibt er sehr aktiv und wärmt auch beim Abgang noch schön bis zum Magen hinab. Es wird nun etwas bitterer. Die Eiche zeigt nun doch auch ihre Kraft nach der Reifedauer von 22 Jahren. Die Fruchtseite ist nun vor allem als Schalen der Äpfel und Birnen noch länger zu schmecken. Insgesamt ist das Finish mittel bis lang.


Fazit
Ich denke die verwendeten Fässer waren nicht mehr so aktiv oder weniger 2nd als eher 3rd Fill Fässer. In der Nase überraschte mich einerseits, dass die Fruchtkomponente mit der Zeit eher verschwand und einer Würzigkeit nachgab und im Geschmack diese deutliche Schärfe, die bei 22 Jahren Reifung doch überrascht. Wasser tut meiner Meinung nach dem Geschmack gut, der Nase eher weniger. Also gerade nach dem letztens verkosteten Glen Elgin 1995 SV hatte ich höhere Erwartungen an den Glentauchers. Er ist alles andere als schlecht, im Gegenteil. Jedoch den aktuell aufgerufenen Preis von rund € 150,- für mich nicht wert. Dafür waren mir die verwendeten Bourbon Hogshead nicht aktiv genug.

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English Version

Founded in Speyside in 1897, Glentauchers distillery is one of those hidden gems in the distillery world. Owned by Chivas Brothers, the majority of production has always gone into blends - most notably the Ballantines, the Teachers and the Black & White. Only since 2017 have original bottlings, such as a 15-year-old from the Ballantine' Series No. 003 or the odd bottling in the Distillery Reserve Collection, been available at the Chivas Visitor Centre.

Most of the bottlings on the market come from independent bottlers. So is this 22-year-old from 1997, released by Signatory Vintage with a bourbon cask maturation of 49.1%. 


Appearance
Pale straw yellow


Nose
Very fruity and floral. Immediate associations of a warm lemon cake with some sugar sprinkles, plus sliced pineapple and sugar melons. There are flowers on the table, violets in the vase. Freshly cut hay lies on the floor next to the table. With a little time, vanilla and spicy aromas join the spectrum of smells. Interestingly, the fruit content decreases in parallel. Only the lemon and its essential oils from the peel remain. Alcohol is very well integrated, no stinging or tingling is felt. With water, the spicy components come more to the fore, the fruity ones recede somewhat into the background. Overall round, with slight advantages for the spicy aromatic side.


Taste
The whisky starts with a creamy mouthfeel. For its 49.1%, it has a surprisingly strong attack. Immediately, an interplay of honey-like sweetness and a neat effervescence, almost a pepperiness, clearly ginger. Behind this, a ripe lemon again presents itself parallel to yellow apples and a little sugar melon. A slight astringency makes itself felt on the inside of the lip. With the addition of water, the initially intense effervescence is softened without losing its dominance. It does become more harmonious, though on the stronger side.


Finish
Even towards the end, it remains very active and still warms nicely down to the stomach on the finish. It now becomes a little more bitter. The oak now shows its strength after 22 years of ageing. The fruit side can now be tasted for longer, especially as the skins of the apples and pears. Overall, the finish is medium to long.


Conclusion
I think the casks used were not as active or less 2nd as rather 3rd fill casks. On the nose I was surprised on the one hand that the fruit component rather disappeared with time and gave way to a spiciness and on the palate this clear spiciness, which is surprising after 22 years of maturation. In my opinion, water is good for the taste, less so for the nose. After tasting Glen Elgin 1995 SV the other day, I had higher expectations of Glentauchers. It is anything but bad, on the contrary. However, for me it is not worth the current price of around € 150,-. The bourbon hogsheads used were not active enough for me.


Mittwoch, 29. Juni 2022

Glen Elgin 1995/2020 SV

 

Whiskybase


Single Malts aus Ex-Bourbon Fässern, vor allem wenn sie schon ein paar Jährchen reifen durften, gefallen mir immer mehr. Besonders in den heißen Sommermonaten wie jetzt. Ihre erfrischend hellfruchtigen Aromen, gepaart mit einer schönen Vanille, und oft als Kontrapunkt eine angenehme Würze von den Fässern ihr eigen nennend, sind auch an warmen Sommerabenden ein idealer Begleiter. 

Und genau so eine Abfüllung erhoffe ich mir, dass der 24jährige Glen Elgin ist. Gereift ist der Speysider in einem Hogshead-Fass und abgefüllt in einer angenehmen Trinkstärke von 48,5%.


Aussehen
Helles Gold


Nase
Der Whisky startet gleich mit Volldampf los. Sofort ein Schwall an Aromen eines prall gefüllten Obstkorbs vor mir. Eine Mischung aus viel Honigmelone, reife Pfirsiche und andere hellen Früchten wie gelbe Äpfel, Bananen aber auch säuerliche Noten wie von Stachelbeeren. Dazu gesellt sich der Duft von frischen Wiesen aber auch etwas mineralisches Trockenes.
Auf Anhieb eine tolle fruchtige Bourbonnase. Und über dem gesamten Geruchspotpourri schwebt einnehmend eine Vanillenote. Der Alkohol zeigt sich immer wieder durch ein leichtes Prickeln und einer angenehmen Frische. Die Eiche der Fässer ist nicht wirklich zu merken. Mit ein, zwei Tropfen Wasser öffnet sich der Malt noch mehr. Neben den immer noch sehr intensiven Früchten zeigen sich nun auch blumige Aromen. Der Alkohol wird dezenter.


Geschmack
Ein cremiges, fast schon wächsernes Mundgefühl. Sehr weich. Viele Früchte, die Honigmelone, Pfirsich, Apfel, Birne, Trauben mit ordentlich Vanille und einem Gupf Schlagobers. Was man fruchtseitig im Geruch hatte, hat man nun auch auf der Zunge - ein schönes Obstkompott. Leichte Ingwerschärfe und eine spritzige Würzigkeit stellen sich der Fruchtbombe entgegen und sorgen für eine schöne harmonische Balance.
Auch im Geschmack helfen wenige Tropfen Wasserzugabe zu einem noch runder, weicheren Mundgefühl mit einer schönen Süße. Die leicht knackige Würzigkeit tritt etwas in den Hintergrund.


Abgang
Leichte Bitterkeit gegen Ende hin, weiterhin die Vanille mit süßen Nuancen und nun eher die Trauben mit Kern als Fruchtzusatz. Etwas kalkig, trocken werdend. Insgesamt ein mittleres bis langes Finale.


Fazit
Gerade bei so heißen Temperaturen, wie jetzt aktuell, favorisiere ich immer mehr klassische Ex-Bourbon Abfüllungen als intensive Sherry Malts. Und dieser 24jähriger Glen Elgin passt perfekt zum Sommer und den hohen Temperaturen. Eine tolle Fruchtbombe, sowohl in der Nase als auch beim Geschmack. Der Malt hat eigentlich alles, was man sich von einer Ex-Bourbon Abfüllung erwartet und erhofft. Die 24 Jahre Reifung merkt man, er ist nicht mehr ungestüm. Er ist ausgewogen aber nicht fad. Toller Sommerwhisky. 

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Single malts from ex-bourbon casks, especially when they have been allowed to mature for a few years, appeal to me more and more. Especially in the hot summer months like now. Their refreshing light-fruity aromas, paired with a nice vanilla, and often as a counterpoint a pleasant spiciness from the casks, are also an ideal companion on warm summer evenings. 

And that's exactly the kind of bottling I hope the 24-year-old Glen Elgin is. The Speysider is matured in a hogshead cask and bottled at a pleasant drinking strength of 48.5%.

Appearance
Light gold


Nose

The whisky starts off full steam ahead. Immediately, a torrent of aromas of a bulging fruit basket in front of me. A mixture of lots of honeydew melon, ripe peaches and other bright fruits like yellow apples, bananas but also sour notes like gooseberries. This is joined by the scent of fresh meadows but also something mineral dry.
A great fruity bourbon nose right away. And over the whole olfactory potpourri hovers an engaging vanilla note. The alcohol shows itself again and again with a slight tingle and a pleasant freshness. The oak of the barrels is not really noticeable. With a drop or two of water, the malt opens up even more. In addition to the still very intense fruits, floral aromas now show up. The alcohol becomes more discreet.


Taste
A creamy, almost waxy mouthfeel. Very soft. Lots of fruit, the honeydew melon, peach, apple, pear, grape with a fair amount of vanilla and a dollop of whipped cream. What you had in the smell on the fruit side, you now have on the tongue - a nice fruit compote. Slight ginger pungency and a tangy spiciness counter the fruit bomb and provide a nice harmonious balance.
On the palate, too, a few drops of added water help to create an even rounder, softer mouthfeel with a nice sweetness. The slightly crisp spiciness recedes somewhat into the background.


Finish
Slight bitterness towards the end, still the vanilla with sweet nuances and now the grape with core rather than fruit addition. A little chalky, becoming dry. Overall a medium to long finish.


Conclusion
Especially in such hot temperatures, as currently, I always favour classic ex-bourbon bottlings more than intense sherry malts. And this 24-year-old Glen Elgin fits perfectly to the summer and the high temperatures. A great fruit bomb, both on the nose and on the palate. The malt has everything you would expect and hope for from an ex-bourbon bottling. The 24 years of maturation are noticeable, it is no longer boisterous. It is balanced but not bland. Great summer whisky. 

Mittwoch, 2. Februar 2022

Glenlivet 2006 14y SV

 

Whiskybase

Wenn ich SingleMalts von Glenlivet im Glas hatte, dann waren sie immer in Trinkstärke bis rund 46% Alkohol - in Fassstärke jedoch noch nie. Dies hole ich nun mit der Signatory Vintage Abfüllung in der bekannten Glasdekanter-Serie aus dem Jahr 2006 mit einem Alter von 14 Jahren und einem Alkoholgehalt von 61,7% nach. Reifen durfte der Whisky die volle Zeit in einem 1st Fill Sherry Butt.


Aussehen
Dunkles Gold, dünner Film am Rand, sehr ölig im Glas, viele Tränen.


Nase
Gleich eine ordentliche Portion an Vanille begrüßt einen beim ersten Reinschnuppern. Auch viel Honigsüße zu Beginn die sich mit etwas Standzeit auch in Staubzucker wandelt. Zuerst grüne und gelbe reife Äpfel die sich mit mehr Luft und Sauerstoff zu Marillen, gelben Trauben und etwas Honigmelonen wandeln. Sehr feine interessante Fruchtaromen. Leichte Frische, wie zarte Mentholnote in der Nase - hier zeigen sich die doch hohen Prozente. Eigentlich eine sehr schöne Bourbon Nase. Vom 1st Fill Sherryeinfluss merke ich beim Geruch eher wenig bis nichts. Mit Wasser kommt die Frucht noch mehr zur Geltung. Auch die Vanille/Honignote steigert sich. Sehr schön!


Geschmack
Intensives süßes und cremiges Mundgefühl gleich vom Start weg. Sofort viel Fruchtnoten, vorrangig vor allem Melone und Marille. Der Alkohol schiebt schön an. Kräftiger Ingwer-, Pfeffereinfluss nach der Süße. Gute Balance der süßen und scharfen Bestandteile trotz der Alkoholpower. Mit Wasser wird es auch im Geschmack harmonischer, was die Alkoholstärke angeht. Die Süße geht zwar etwas zurück, es kommt etwas Eiche dazu. Die Fruchtigkeit ist weiterhin vorhanden.


Abgang
Süßes und fruchtiges Finish. Fasseinfluss mit schöner aromatischen Eiche. Etwas Bitter am Ende, aber eher so Richtung Traubenkerne, die man versehentlich durchbeißt als Espresso oder dunkle Schokolade mit hohem Kakaogehalt. Sehr schön lange im Abgang und die Frucht bleibt und bleibt.


Fazit
Kurzum. Der ist lecker. Auch wenn für mich ein wenig Etikettenschwindel dabei ist, da ich persönlich vom Sherryfass nicht viel bemerkt habe. Aber er schmeckt sehr gut. Trotz der über 61% ist er auch pur noch gut trinkbar. Eine schöne Bourbonfass-gleiche Nase mit deutlichem Fruchteinfluss und Süße. Ich finde die Abfüllung sehr gelungen. Es gibt sie auch noch um knapp € 119,- zu kaufen.

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When I have had Glenlivets in the glass, they have always been at drinking strength up to around 46% alcohol - but never at cask strength. I am now making up for this with the Signatory Vintage bottling in the well-known glass decanter series from 2006 with an age of 14 years and an alcohol content of 61.7%. The whisky was allowed to mature for the full time in a 1st fill sherry butt.


Appearance
Dark gold, thin film at the rim, very oily in the glass, many tears.


Nose
A good portion of vanilla greets you at first sniff. Also a lot of honey sweetness at the beginning which turns into icing sugar after a while. At first green and yellow ripe apples which turn into apricots, yellow grapes and some honeydew melons with more air and oxygen. Very fine interesting fruit aromas. Slight freshness, like a delicate menthol note in the nose - here the high percentages show. Actually a very nice bourbon nose. I notice little to nothing of the 1st fill sherry influence on the nose. With water, the fruit comes even more into its own. The vanilla/honey note also increases. Very nice!

Fotocredit: whiskybase.com



Taste
Intensely sweet and creamy mouthfeel right from the start. Immediately lots of fruit notes, primarily melon and apricot. The alcohol pushes nicely. Strong ginger, pepper influence after the sweetness. Good balance of sweet and spicy components despite the alcohol power. With water, the taste also becomes more harmonious in terms of alcohol strength. Although the sweetness recedes a little, some oak comes in. The fruitiness is still there.


Finish
Sweet and fruity finish. Barrel influence with nice aromatic oak. Some bitterness at the end, but more along the lines of grape seeds you accidentally bite through than espresso or dark chocolate with high cocoa content. Very nice long finish and the fruit lingers and lingers.


Conclusion
In a nutshell. This one is delicious. Even if for me there's a bit of fraud in the labelling, as I personally didn't notice much of the sherry cask. But it tastes very good. Despite the 61%, it is still easy to drink neat. A nice bourbon cask-like nose with a clear fruit influence and sweetness. I think the bottling is very successful. It is still available for just under € 119.-.



Mittwoch, 26. Mai 2021

Strathmill 2006 13y SV

 

Whiskybase

Nach der ebenfalls von Signatory Vintage abgefüllten 2009er Abfüllung, ist dies der zweite Strathmill, den ich verkosten darf. Strathmill ist eine dieser klassischen Brennereien, die einst vorwiegend für die Blendindustrie - in diesem Fall vor allem für den J&B Blend - produzierten. Es gibt zwar keine eigenen offiziellen Abfüllungen, man könnte den 12jährigen aus der Flora & Fauna-Reihe von Diageo jedoch als Standard-Abfüllung zählen. Wenn man einen Single Malt aus Strathmill sucht, wird man bei den unabhängigen Abfüllern fündig - und dies in den letzten Jahren immer vermehrter.

Der Strathmill 2006 war insgesamt 13 Jahre im Fass - hiervon die überwiegende Zeit in 2nd Refill Sherryfässern. Die letzten zehn Monate seiner Reifung bekam er in einem frischen Oloroso Sherryfass sein Finish. Was genau mit "frisch" gemeint ist, also ob vielleicht sogar noch etwas Sherry im Fass geblieben ist oder es "nur" sehr feucht war, ist nicht bekannt. Die Farbe spricht jedoch Bände. Abgefüllt wurde mit ansehnlichen 61,1 % Alkoholgehalt.


Nase & Aussehen
Die Farbe ähnelt dem eines selbst angesetzten Nussschnaps, sehr dunkel. Sehr dünnflüssig, ölig am Glasrand, wenig Bildung von Schlieren.
Die erste Assoziation in der Nase ist sofort der Geruch von dunkler Schokolade, wenn man sie frisch aus der Verpackung nimmt, diese schönen herben, vollen Aromen vom Kakao. Gefolgt von tiefen Sherrynoten mit altem Ledersessel und getrockneten Tabakblättern, bis hin zum Balsamicogeruch. Letzter ist jedoch nicht so intensiv, wie ich ihn zb. bei Kavalan Sherry Solisten habe, er ist nicht so aufdringlich intensiv. Mit etwas Zeit und Wärme werden die Aromen fruchtiger, die klassischen Pflaumen/Zwetschgen drängen sich vor. Auch als Kompott eingekochte Weichseln kann man jetzt erschnuppern. Man hat nun die ganze Zeit eine ansprechende Kombination aus Süße und einer leichten Säure. Der Alkohol ist trotz seiner über 61% kaum zu spüren. Insgesamt ist die Nase, natürlich bei dieser Farbe vom Malt kaum anders zu erwarten, dicht und intensiv. Das Fass war sicherlich nicht staub trocken, als der Spirit hineinkam, aber trotz aller dem ist der Geruch homogen und wirkt nicht aufgesetzt.
Mit Wasserzugabe nehmen die Aromen teilweise an Intensität vielleicht etwas ab, jedoch wird die Nase als Ganzes runder, nicht langweiliger. Die Früchte werden sogar etwas heller. Man erkennt doch die Reifung in 2nd Refill Fässern.


Geschmack
Erstes Schlückchen mal unverdünnt probiert. Süßer Antritt mit einer tollen Note von Rumrosinen. Dann durch den Alkohol pritzelt es mit einer angenehmen Schärfe auf der Zunge, bleibt dabei aber weiterhin süß. Der Balsamico aus der Nase zeigt sich jetzt wieder mit seinen leichten süßsäuerlichen dunkeltraubigen Aromen. Die dunklen Früchte wie Pflaume und Weichseln und Beeren sind ebenfalls präsent. Zimt und Muskat unterstützen die Fruchtkomponente.
Mit Wasser wird das Mundgefühl mehr cremiger. Die Schärfe auf der Zunge nimmt merklich ab. Die Balsamicocreme ist weiterhin vorhanden, auch die Früchte. Interessanterweise kommt nun ein Touch von Eukalyptus dazu. 

Abgang
Beim unverdünnten Versuch geht es mit dem Geschmackpotpourri nun untermalt von etwas Eiche in Richtung Finish. Richtig bitter wird der Malt jedoch nicht. Leder- und Tabakaromen sind noch länger im Mund bemerkbar. Durch den Alkohol wird es vorne am Mund leicht adstringierend. Ansonsten ist der Abgang eher kurz bis mittellang.


Fazit
Also das zehnmonatige Finish im „frischen“ Sherryfass hat beachtliche Arbeit geleistet. Der Bursche ist schon eine Erfahrung. Ich bin bei diesen nassen Finishprojekten, die momentan en Vogue sind, eher skeptisch. Aber der Strathmill hat die Probe sehr gut bestanden. Er gefällt mir sowohl pur als auch mit etwas Wasserverdünnung gut. Er fällt aber mit Wasser nicht sofort in sich zusammen. Ob er für seinen aktuellen Preis von rund € 110,- ein Kaufkandidat ist? Hm. Unsicher. 

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After the 2009 bottling, also bottled by Signatory Vintage, this is the second Strathmill I am allowed to taste. Strathmill is one of those classic distilleries that once produced mainly for the blend industry - in this case, mainly for the J&B blend. There are no official bottlings of their own, but you could count the 12-year-old from Diageo's Flora & Fauna range as a standard bottling. If you are looking for a single malt from Strathmill, you will find it at the independent bottlers - and this more and more in recent years.

The Strathmill 2006 spent a total of 13 years in casks - most of it in 2nd refill sherry casks. The last ten months of maturation were spent in a fresh Oloroso sherry cask. What exactly is meant by "fresh", i.e. whether perhaps even some sherry remained in the cask or it was "only" very damp, is not known. The colour, however, speaks volumes. It was bottled with a respectable 61.1% alcohol content.


Nose & Appearance
The colour resembles that of a home-made nut brandy, very dark. Very thin-bodied, oily at the edge of the glass, little formation of streaks.
The first association on the nose is immediately the smell of dark chocolate when you take it fresh out of the wrapper, those lovely tart, full aromas from the cocoa. Followed by deep sherry notes with old leather chair and dried tobacco leaves, to the smell of balsamic. The latter, however, is not as intense as I have it with Kavalan Sherry Solisten, for example, it is not so obtrusively intense. With a little time and warmth, the aromas become more fruity, the classic plums/plums come to the fore. You can also sniff out sour cherries cooked down into a compote. All the while, there is an appealing combination of sweetness and a slight acidity. The alcohol is hardly noticeable despite its 61%. Overall, the nose is dense and intense, of course hardly to be expected otherwise from a malt of this colour. The cask was certainly not dust-dry when the spirit went in, but despite all that, the smell is homogeneous and does not seem artificial.
With the addition of water, the intensity of some of the aromas may diminish a little, but the nose as a whole becomes rounder, not more boring. The fruits even become a little brighter. You can still recognise the maturation in 2nd refill casks.


Taste
First sip tasted undiluted. Sweet start with a great note of rum sultanas. Then through the alcohol it tingles with a pleasant spiciness on the tongue, but remains sweet. The balsamic from the nose now reappears with its light sweet and sour dark grapey flavours. The dark fruits like plum and sour cherries and berries are also present. Cinnamon and nutmeg support the fruit component.
With water, the mouthfeel becomes more creamy. The sharpness on the tongue decreases noticeably. The balsamic cream is still present, also the fruits. Interestingly, a touch of eucalyptus is now added. 


Finish
In the undiluted test, the flavour potpourri now moves towards the finish, underpinned by some oak. However, the malt does not become really bitter. Leather and tobacco flavours are still noticeable in the mouth for longer. The alcohol makes it slightly astringent at the front of the mouth. Otherwise, the finish is rather short to medium long.


Conclusion
So the ten-month finish in the "fresh" sherry cask has done a remarkable job. This fellow is quite an experience. I'm rather sceptical about these wet finish projects that are en vogue at the moment. But the Strathmill passed the test very well. I like it both pure and with a little water dilution. But it doesn't collapse immediately with water. Is it worth buying for its current price of around €110? Hm. Uncertain. 

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