Macallan
Posts mit dem Label Macallan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. Juli 2026

Macallan 15y Double Oak

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL


Über die Brennerei Macallan, ihre Preispolitik und das damit verbundene ambivalente Verhältnis vieler Whisky-Nerds zu dieser Marke muss ich wohl keine weiteren Worte verlieren. Trotzdem gehören die Whiskys dieser traditionsreichen Speyside-Destillerie weltweit zu den beliebtesten überhaupt. Für viele Whiskyliebhaber ist ein Macallan nach wie vor das Nonplusultra des Whiskygenusses.

Ich hatte in der Vergangenheit bereits den einen oder anderen Macallan im Glas – sowohl Originalabfüllungen als auch unabhängige Abfüllungen. Vor allem die Originale empfand ich meist als sehr akzeptable Alltagsdrams - mit Ausnahme des 12y Triple Cask, der fiel ein wenig ab. Wenig nachdenken, einfach genießen – dagegen ist grundsätzlich überhaupt nichts einzuwenden. Einzig der Preis stört mich. Für einen unkomplizierten Alltagswhisky möchte ich die mittlerweile aufgerufenen Summen einfach nicht bezahlen.

Auf der anderen Seite gehört ein Macallan – zumindest meiner Meinung nach – in jede Sammlung eines James-Bond-Fans. Und genau ein solcher bin ich. Erschwerend kommt bei vielen Originalabfüllungen hinzu, dass sie lediglich mit 40 % vol. abgefüllt werden. Das ist mir inzwischen etwas zu wenig, um die Aromen optimal zu transportieren. Ideal wären für mich 46 bis 50 % vol., allerdings bewegt man sich dann meist bereits in deutlich höheren Preisregionen.

Wie es der Zufall wollte, wurde ich schließlich bei einer Krüger-Auktion fündig und konnte mir einen Macallan 15 Jahre Double Oak aus dem Jahr 2020 zu einem sehr moderaten Preis sichern.

Die Double-Oak-Serie bildet gewissermaßen die mittlere Linie innerhalb der damaligen Core Range von Macallan. Daneben gab es die Sherry Oak Serie mit einer Reifung ausschließlich in europäischen Oloroso-Sherryfässern sowie die Triple Oak Serie, bei der amerikanische und europäische Oloroso-Sherryfässer zusätzlich mit Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche kombiniert wurden. Letztere wurde inzwischen durch die Colour Collection ersetzt.

Den 18-jährigen Double Oak hatte ich bereits im Glas und wusste daher ungefähr, was mich erwarten würde. Zudem bringt der 15-Jährige immerhin 43 % vol. mit – drei Prozentpunkte mehr als viele andere Standardabfüllungen von Macallan.

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Rötlicher dunkler Bernstein.


Nase
Von Beginn an präsentiert sich eine ausgesprochen elegante, harmonische und zugleich moderne Sherrynase. Die 43 % vol. stehen dem Whisky ausgesprochen gut. Die Aromen werden mit ausreichend Kraft aus dem Glas getragen.

Neben den klassischen getrockneten Früchten wie Feigen, Datteln und Rosinen zeigen sich auch Orangenmarmelade und Marillenröster. Begleitet wird diese überraschend intensive Fruchtigkeit von Karamell, das für eine angenehme Süße sorgt, sowie einer ordentlichen Portion Vanille.

Den ausgewogenen Gegenpol bilden geröstete Haselnüsse, mittelkräftiges Kakaopulver, Ingwer und ein Hauch europäischer Eiche. Dass sich die Holzwürze in der Nase eher zurückhaltend zeigt, überrascht mich etwas. Bei einer zumindest teilweisen Reifung in europäischen Eichenfässern hätte ich mit mehr Tanninen und herberen Noten gerechnet.


Geschmack
Der dem vergleichsweise niedrigen Alkoholgehalt geschuldete sanfte Antritt war zu erwarten. Dennoch präsentieren sich die Aromen erfreulich intensiv.

Umso überraschender ist, dass sich die Eiche am Gaumen deutlich kräftiger zeigt als noch in der Nase.

Auch die Sherryaromen wirken nun insgesamt dunkler. Getrocknete Früchte – allen voran Rosinen – stehen klar im Vordergrund. Vanille und Süße treten merklich zurück, ebenso die helleren Fruchtaromen. Von Marillen oder Orangen finde ich nun kaum noch etwas.

Dafür entwickeln sich Tabakblätter, Leder und ein Hauch Möbelpolitur – klassische Begleiter einer Reifung in europäischen Sherryfässern. Im Mittelteil zieht zudem eine angenehm würzige Ingwernote über die Zunge.

Mit jedem weiteren Schluck gewinnt die Holzwürze sogar noch etwas an Intensität. Sie bleibt jedoch jederzeit gut eingebunden und fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein. Vermutlich tragen die moderaten 43 % vol. dazu bei, dass auch die leicht bitteren Holznoten jederzeit in Balance bleiben.


Abgang
Das Finish fällt erfreulich lang aus. Dunkle Schokolade, mittelkräftiger schwarzer Kaffee, Rosinen, Tabak und getrocknete dunkle Früchte verweilen noch lange am Gaumen.


Fazit
Der Macallan 15 Jahre Double Oak ist ein ausgesprochen harmonischer und vor allem in der Nase sanfter Sherrywhisky aus der Speyside, der unabhängig von den persönlichen Vorlieben vielen Whiskyfreunden gefallen dürfte.

Besonders gut gefällt mir die kräftigere Eiche am Gaumen, die einen schönen Gegenpol zu der fruchtbetonten Nase bildet. Meine anfängliche Skepsis gegenüber den 43 % vol. hat sich während der Verkostung schnell gelegt. Die Alkoholstärke reicht vollkommen aus, um die Aromen und Geschmacksnoten überzeugend zu transportieren.

Insgesamt bietet der Whisky einen eleganten und unkomplizierten Genuss ohne große Ecken und Kanten. Wem der Macallan 15 Jahre Sherry Oak preislich zu hoch angesiedelt ist, der sollte dem Double Oak durchaus eine Chance geben.

Mittwoch, 6. August 2025

Distilled at Speyside Secret 18y (M) - The Fine Art of Whisky

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL.


Das Brühler Whiskyhaus brachte vor gut einem Jahr im Rahmen seiner Fine Art of Whisky-Reihe eine Abfüllung mit der Bezeichnung Distilled at Speyside Secret auf den Markt. Auf dem Label ist ein durch Musikinstrumente dargestelltes „M“ zu sehen. Wie auch bei Signatory Vintage, wenn auf dem Label ein (M) prangt, soll es sich laut Marco Bonn tatsächlich um einen Macallan handeln.

Ob der Whisky seine gesamte Reifezeit in einem Cream Sherry Hogshead verbrachte oder nur ein Finish in diesem Fass erhielt, ist nicht eindeutig definiert. Sollte der volljährige „M“ tatsächlich seine komplette Zeit in diesem Fass gelegen haben, war ich gespannt, wie intensiv der Sherry ins Destillat eingedrungen ist. Abgefüllt wurden 212 Flaschen mit 55,9 % Vol..

Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Der geheime Speysider eröffnet den Geruchsreigen mit einer sehr einladenden Note von Karamell-Sahnebonbons – genau wie der Duft, wenn man das Zuckerl frisch aus dem Papier wickelt. Unterstützt wird das Karamell von einer großen Portion Milchschokolade, gerösteten Haselnüssen und Vanillepudding. Eingekochte Pflaumen, Heidelbeer- und Brombeermarmelade, die auch etwas Säure mitbringen, sowie Kirschkompott sorgen für den fruchtigen Touch.

Mit fortschreitender Zeit im Glas zeigt sich bei der unverdünnten Variante zunehmend Würzigkeit: Zimt, Muskatnuss und sanfte Holzaromen treten hervor. Der Alkohol ist anfangs leicht wahrnehmbar, reduziert sich aber mit jeder Minute merklich.

Mit ein paar Tropfen Wasser gewinnen die säuerlichen Fruchtnoten an Intensität, während die cremige Süße von Karamell und Milchschokolade etwas zurückgeht. Gleichzeitig nimmt die Würzigkeit zu.


Geschmack
Pur liefert er exakt das, was die Nase verspricht - ein cremiges Mundgefühl, dominiert von süßem Karamell und Toffee, begleitet von Milchschokolade, Nüssen, Zwetschkenmus und Beerengelées. Mit zunehmender Dauer steigert sich die Süße sogar noch. Erst später baut sich Würzigkeit auf, die mit einer pikanten Pfeffer- und Ingwernote einhergeht. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Mit Wasser wird er gefährlich süffig. Die Karamellsüße nimmt noch mehr Fahrt auf, die Fruchtigkeit wird betont, und die würzigen Noten treten etwas in den Hintergrund. Der Ingwer bleibt spürbar, wirkt nun aber leicht süßlich-kandiert.

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Zunächst zeigt sich noch einmal die cremige Süße mit den eingekochten Früchten. Anschließend wird es bitterer und herber. Das Holz tritt im mittellangen Finish deutlicher hervor. Insgesamt bleibt der Holzeinfluss aber moderat, insbesondere angesichts der 18 Jahre Reifezeit.


Fazit
Dass es ein Macallan sein soll, konnte ich nicht eindeutig herausschmecken. Das Cream-Sherry-Fass hat seine Arbeit jedoch solide erledigt. Nase und Gaumen zeigen eine ausgeprägte cremige Süße, die plausibel von der Reifung stammt. Die – vor allem pur – wahrnehmbare Würzigkeit kenne ich zwar von Macallan, könnte aber genauso gut vom Fass herrühren.

Die 18 Jahre nehme ich ihm durchaus ab. Die Aromen wirken gereift und nicht aufgesetzt. Mit Wasser wird er noch zugänglicher, verliert aber etwas an Charakter. Ein feiner Whisky für einen gemütlichen Herbstabend – aber keine Granate. Man verpasst nichts, wenn man ihn nicht probiert, dafür ist er etwas zu austauschbar.

Donnerstag, 9. Januar 2025

Speyside (M) 2011 13y - 100 Proof Edition #25 (SV)

 

Whiskybase

English Text-Version


Als Signatory Vintage im Dezember '23 mit seiner 100 Proof-Reihe auf dem Markt einschlug, meinten nicht wenige, dies wäre nur eine temporäre Anomalie in der damaligen nur nach oben zeigenden Preisspirale des Whiskyuniversums. 100 Proof - also 57,1% Alkoholstärke, ungefärbt, keine Kühlfiltration und teilweise mit Altersangaben deutlich über der 10-Jahres-Grenze kamen ihr namhafte Brennereien um unter € 50,- auf den Markt. Niemand glaubte wirklich und ernsthaft, dass Signatory dies wirklich als längere Serie im Portfolio weiter behalten wird können. 

Mehr als ein Jahr später und nun bereits bei Abfüllung No. 34 angelangt, kommen immer noch fast monatlich neue Varianten auf den Markt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich habe einige Single Malts aus der Serie kosten können und es waren immer gute bis mehr als gute Whiskys - ehrlich, integer und gut gemacht.

Knapp vor Weihnachten bekam ich die #25, einen Speyside (M) 2011 13y in die Hände. Das "M" in der Klammer steht bei Signatory bekanntlich für Macallan. Also habe ich einen 13 Jahre alten Macallan aus 1st Fill und Refill-Oloroso Sherry Butts mit 100 Proof um knapp € 48,- im Glas. Da kann man nicht meckern - ok, schmecken muss er trotzdem.


Aussehen
Sehr dunkler Bernstein.


Nase
Ein flüchtiger Duft nach angezündeten Zündhölzern ist die erste Wahrnehmung. Aber dies ist nur von kurzer Dauer. Danach sind die Oloroso-Fässer klar im Vordergrund. Schokolade, geröstete Haselnüsse, getrocknete Datteln und Feigen sowie Himbeermarmelade, die sowohl eine leichte Fruchtsäure als auch -süße mitbringt, kommen zum Vorschein.

Ein paar saftig, süße Rosinen mit einem Löffel englischer Orangenmarmelade, die zur Fruchtseite beiträgt, aber auch eine herbe Note durch ihre Zesten beisteuert, sind ebenfalls Bestandteil des Geruchsreigens. Das Holz der Fässer sorgt für Würze, aber auch für etwas Muff und einer Assoziation von altem Holz. Der Alkohol ist gut eingebunden, man merkt ihn unverdünnt ein wenig, jedoch für über 57% ist dies keine Rede wert. Im Gegenteil, die leichte Frische untermalt die anderen Grundaromen des Whiskys gut.

Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Nase deutlich würziger. Die klassischen Sherryaromen gehen in den Hintergrund, dafür finden sich hellere Fruchtnoten mit Aprikose und Zitrone.


Geschmack
Ein cremig angenehmes Mundgefühl begleitet den süßen Antritt. Die Süße, begleitet von Aromen getrockneter Datteln und Feigen, wird rasch von einer Ingwerschärfe abgelöst. Der würzige Schärfe-Peak klingt jedoch relativ rasch wieder ab und lässt danach wieder mehr Raum für die anfänglichen Sherrynoten. So finden sich neben einer dunklen Schokolade mit gerösteten Haselnüssen, Rosinen und auch etwas Tabak, Leder und Möbelpolitur. Insgesamt bleibt der Grundcharakter eher trockener und herber, als die Nase vermuten lässt.

Mit Wasserzugabe wird sowohl die Süße zu Beginn, wie auch der würzige Pfeffereindruck im Mittelteil deutlich abgemildert. Vanille, Karamell und eine länger anhaltende Würzigkeit dominieren nun das Geschehen. Die pur so deutlichen Sherryaromen gehen auch im Geschmack mit Wasser etwas verloren. 


Abgang
Die trockenen, leicht muffigen Aromen von den Eichenfässern sind weiterhin deutlich präsent. Man könnte sogar von einem Hauch von Rauch sprechen, dies täuscht aber das Holz nur vor. Auch der Sherry mit seinen Trockenfrüchten und den Rosinen ist immer noch vorhanden. Insgesamt ein mittel- bis langes Finish, dass angenehm ausklingt.


Fazit
Es ist ein Paradebeispiel eines nicht mehr allzu jungen Sherrymalts, der in nicht ausgelutschten Fässern lag. Der anfängliche Hauch von Schwefel störte mich in keinster Weise. Man sollte, wenn man ihn aufgrund seines doch hohen Alkoholgehaltes verdünnen will, aufpassen, dass man ihn nicht verwässert. Zuviel Wasser scheint er nicht zu vertragen, bevor er ausdünnt. Ich finde durchaus gut. Er passt für jede Gelegenheit. Einen speziellen Macallan eigenen Stil konnte ich aber nicht herausschmecken.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


When Signatory Vintage launched its 100 proof range in December '23, many thought it was just a temporary anomaly in the whisky price spiral of the time. 100 proof - 57.1% abv, uncoloured, no chill filtration and in some cases with age statements well beyond the 10-year limit - was being released by major distilleries for less than € 50.-. Nobody really believed that Signatory would be able to maintain this as a permanent series in its portfolio. 

More than a year later, and now at bottling no. 34, new variants are still being released almost every month. And there is no end in sight. I have tasted several single malts from the series and they have always been good to better than good whiskies - honest, full of integrity and well made. Just before Christmas I got my hands on #25, a Speyside (M) 2011 13y. As you know, the 'M'  stands for Macallan at Signatory. So I have a 13 year old Macallan from 1st fill and refill Oloroso sherry butts with 100 proof in my glass for just under € 48,-. You can't complain about that - ok, it still has to taste good.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Very dark amber.


Nose
The first to notice is the fleeting scent of burning matches. But this is short-lived. Then the Oloroso casks come to the surface. Chocolat, toasted hazelnuts, dried dates, figs and raspberry jam emerge, with a light fruitiness and sweetness.

Some juicy, sweet sultanas and a spoonful of English orange marmalade, which contributes to the fruity side but also adds a tart note with its zest, are also part of the aroma. The wood from the casks adds spiciness, but also some mustiness and an association with old wood. The alcohol is well-integrated, and you can feel it a little in the neat version, but at over 57% it is not really worth mentioning. On the contrary, the slight freshness enhances the other main flavours of the whisky.

With a few drops of water, the nose becomes much spicier. The classic sherry aromas fade into the background and are replaced by lighter fruity notes of apricot and lemon.


Palate
The sweet start is supported by a creamy, pleasant mouthfeel. The sweetness, accompanied by flavours of dried dates and figs, is quickly replaced by a gingery spiciness. However, the spicy peak fades relatively quickly, leaving more room for the initial sherry flavours. Dark chocolate with toasted hazelnuts, sultanas and also some tobacco, leather and furniture polish can be found. Overall, the basic character remains drier and more bitter than the nose suggests.

With the addition of water, both the initial sweetness and the spicy peppery impression in the middle are significantly softened. Vanilla, caramel and a lingering spiciness now dominate the palate. The sherry aromas, which are so clear on their own, are also somewhat lost on the palate with water. 


Finish
The dry, slightly musty aromas from the oak barrels are still very much in evidence. There is even a hint of smoke, but it is only simulated by the wood. The sherry, with its dried fruit and sultanas, is still present. All in all, a medium-long finish that fades away pleasantly.


Conclusion
This is a prime example of a sherry malt that is not too young. It has been matured in casks that have not been drained. The initial hint of sulphur didn't bother me at all. If you want to dilute it because of its high alcohol strength, be careful not to water it down. It doesn't seem to tolerate too much water before it thins out. In my opinion, it's a pretty good one. It's suitable for any occasion. However, I couldn't taste any particular Macallan style.

Mittwoch, 10. Januar 2024

Macallan 18y Double Cask 2022

 

Whiskybase

English Text-Version


Kaum eine Brennerei auf der Welt spaltet die Whisky-Fangemeinde so sehr, wie es Macallan tut. Entweder man liebt oder hasst das ganze Marketinggedöns rund um die Marke. Für viele ist Macallan die Single Malt Distillery in der Speyside, vor allem die älteren Abfüllungen vor den 2000er Jahren hat zu diesem Qualitätsimage beigetragen. Hier muss man aber auch sagen, dass die Preise noch relativ human waren. 

Ein Zustand, den man heutezutage leider nicht mehr vorfindet. Die Preise für Original Macallan Abfüllungen sind extrem gestiegen. Diverse NAS-Varianten mit fantasievollen Namen sind defacto immer im dreistelligen Preisbereich zu finden. Auch die Standardreihen sind äußerst hochpreisig. 

Einer der Gründe, warum ich nur sehr spradisch Whiskies von dieser Brennerei verkoste. Eine eigene Flasche hat es bis dato noch nicht in mein Barfach geschafft. Der letzten Macallan den ich im Glas hatte, war der Secret Speyside 17 (M) von Signatory Vintage, und somit keine Original Abfüllung, hat mir sehr, sehr gut gemundet. Die anderen offiziellen Macallan Abfüllungen, die ich bislang verkostete waren alle gute Whiskys, der Classic Cut aus 2019 gefiel mir hier am Besten. Jedoch wenn man sich das Gesamtpackage - eben auch den Preis für die jeweilige Flasche - ansah, passte das PLV einfach nie.

Aber. Jeder verdient eine Chance. Whisky-Brennereien verdienen - wie wir Nerds wissen - immer mehrere Chancen. Und so nahm ich die Worte von André Lautensack vom Youtube-Channel Whisky-Evening, aus seinem Video zu seinen besten Malts 2023 zum Anlass und holte mir wieder einmal einen Macallan ins Glas.

Und zwar gleich den bisher ältesten, den 18jährigen aus der Double Cask Reihe. Diese Serie gibt es seit Mitte 2020. Hierbei kommen sowohl amerikanische als auch europäische Fässer, die vorher mit Sherry aus Spanien angereichert - geseasoned - wurden, beim Vatting zum Einsatz. Die Alkoholstärke beträgt 43%, es wurde nicht mit Farbstoff nachgeholfen, jedoch wurde kühlgefiltert.


Aussehen
Dunkles Bernstein, Blütenhonig


Nase
Es ist eine sehr feine, filigrane Nase. Die Geruchskomposition ist komplett ausgewogen und rund. Auf der fruchtigen Seite finden wir Rosinen, Trockenfrüchte, Orangen-, oder sogar Mandarinenmarmelade, auch frische Aromen von Zitrone. Daneben haben wir, neben einer leichten Karamell- und Toffeenote, die für eine angenehme "Cremigkeit" im Geruch sorgt, auch Assoziationen von Ingwerkeksen, malzig, kuchenteigartig mit einer gewissen aromatischen Schärfe, die jedoch nicht auf die Pfefferseite abdriftet. Dazu gesellen sich frische Tabakblätter sowie etwas Leder mit einem Hauch Vanille. Umrahmt wird dies von einer sehr feinen Eichenwürze, gefühlt mit mehr Anteil der europäischen als der amerikanischen Schwester. Den Alkohol merkt man überhaupt nicht. Es ist durchwegs eine schöne, sehr weiche und harmonische Nase. Für mich fast etwas zu weich. Vielleicht bin ich durch die fassstarken Abfüllungen bereits zu versaut, jedoch hätte ich auch mit drei Prozent mehr an Alkohol gut leben können. 


Geschmack
Weicher Antritt, schönes Mundgefühl, der Alkohol ist leicht aber bringt trotzdem die Aromen gut zu den Geschmacksrezeptoren. Ein sehr angenehmer süßer Beginn, weiches Milchkaramell mit einem ordentlichen Schuss Vanilleextrakt. Von einer Frucht merke ich eigentlich recht wenig. Der Malt wechselt von der schönen süß, weichen Toffeecreme zügig in eine würzig, aromatische Richtung. Die Ingwerkekse aus dem Geruch sind auch im Geschmack wieder da. Die Schärfe zeigt sich wieder, aber auch hier ist es nicht too much. Schön ausgewogen. Die Eichenwürze und deren -aromen kombinieren sich gut mit dem leicht frischen Ingwer. 


Abgang
Die leichte Schärfe setzt sich nahtlos fort. Das Holz ist da, auch eine leichte bittere Note von etwas dunklerer Schokolade. Aber der sehr lange Abgang ist nicht vorhanden. Es gleitet so dahin und endet. Die Eichenwürze ist präsent, aber wirkt nicht so lange nach, wie gewünscht. Hier fehlt vielleicht etwas der Punch durch eine höhere Alkoholstärke.


Fazit
Lassen wir den Preis einmal außer Acht, habe ich hier einen sehr feinen Sherrywhisky mit einer schönen Harmonie der Aromen. Absolut Yin-Yang. Mir gefällt er im Geschmack sogar einen Deut besser, als in der Nase. Die cremige Süße, kombiniert mit der aromatischen Schärfe ist fein. 

Aber.

Wenn ich den Preis in mein Fazit doch mit einbeziehe, muss ich hier schon deutlich anmerken, dass besagter Preispunkt von aktuell rund € 350,- und mehr absolut überzogen ist. Da lob ich mir wieder unabhängige Abfüller, wie beispielsweise Signatory Vintage, die um € 100,- günstiger eine fassstarke volljährige Version auf den Markt bringen können - wenn auch nicht unter der Bezeichnung Macallan. 

Wer das Geld hat und unbedingt einen Macallan zuhause im Barregal stehen haben will, hat mit dieser Flasche nicht nur einen schönen Blickfang sondern auch einen wirklich feinen ausgewogenen Sherrymalt. Wer weniger auf Prestige und Marketing steht wird beispielsweise beim Glendronach Allardice günstiger und - Geschmackssache - geschmacklich nochmals um eine Stufe besser aussteigen. Ich persönlich würde mir um den Preis des Double Casks zwei Allardice besorgen.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


Hardly any other distillery in the world divides the whisky fan community as much as Macallan does. You either love or hate all the marketing fuss surrounding the brand. For many, Macallan is the single malt distillery in Speyside, and the older bottlings before the 2000s in particular have contributed to this image of quality. However, it must also be said that the prices were still relatively humane. 

Unfortunately, this is no longer the case today. The prices for original Macallan bottlings have risen dramatically. Various NAS bottles with imaginative names are de facto always to be found in the three-digit price range. The standard ranges are also extremely expensive. 

This is one of the reasons why I only taste whiskies from this distillery very occasionally. A bottle of my own has not yet made it into my bar cabinet. The last Macallan I had in my glass was the Secret Speyside 17 (M) from Signatory Vintage, and therefore not an original bottling, but it tasted very, very good. The other official Macallan bottlings I've tasted so far have all been good whiskies, with the Classic Cut from 2019 being my favourite. However, when you look at the overall package - including the price of each bottle - the price-performance ratio just never matched up.

But. Everyone deserves a chance. Whisky distilleries - as we nerds know - always deserve several chances. And so I took the words of André Lautensack from the YouTube channel Whisky-Evening, from his video on his best malts of 2023, as an opportunity and once again poured myself a Macallan.

The oldest to date, the 18-year-old from the Double Cask series. This series has been around since mid-2020 and uses both American and European casks that have previously been enriched - seasoned - with sherry from Spain for vatting. The alcohol strength is 43%, no colouring was added, but it was chill-filtered.

Fotocredit: The Macallan


Appearance
Dark amber, blossom honey colour


Nose
It is a very fine, delicate nose. The olfactory composition is completely balanced and round. On the fruity side, we find sultanas, dried fruit, orange or even tangerine marmalade, as well as fresh flavours of lemon. In addition to a light caramel and toffee note, which provides a pleasant "creaminess" in the aroma, we also have associations of ginger biscuits, malty, cakey with a certain aromatic spiciness that does not drift to the peppery side. Fresh tobacco leaves and some leather with a hint of vanilla join in. This is framed by a very fine oak flavour, with a greater proportion of the European than the American sister. You don't notice the alcohol at all. It is a beautiful, very soft and harmonious nose throughout. Almost a little too soft for me. Perhaps I'm already too spoilt by the cask strength bottlings, but I could have lived with three percent more alcohol. 


Flavour
Soft start, nice mouthfeel, the alcohol is light but still brings the flavours well to the taste receptors. A very pleasant sweet start, soft milk caramel with a good dash of vanilla extract. I don't really notice much of a fruit flavour. The malt quickly switches from the lovely sweet, soft toffee cream to a spicy, aromatic flavour. The ginger biscuits from the smell are also back in the flavour. The spiciness is evident again, but here too it is not too much. Nicely balanced. The oak spice and its flavours combine well with the slightly fresh ginger. 


Finish
The slight spiciness continues seamlessly. The wood is there, as is a slightly bitter note of dark chocolate. But the very long finish is not there. It just glides along and ends. The oak spice is present, but does not last as long as desired. Perhaps the higher alcohol strength lacks a little punch here.


Conclusion
Leaving the price aside, I have a very fine sherry whisky with a beautiful harmony of flavours. Absolutely yin-yang. I even like the flavour a little better than the nose. The creamy sweetness combined with the aromatic spiciness is fine. 

But.

If I include the price in my conclusion, I have to clearly state that the current price point of around € 350,- and more is absolutely over the top. I praise independent bottlers, such as Signatory Vintage, who can bring a cask-strength, full-aged version onto the market for € 100,- less - even if not under the Macallan label. 

If you have the money and really want to have a Macallan on your bar shelf at home, this bottle is not only a beautiful eye-catcher but also a really fine, balanced sherry malt. For those who are less interested in prestige and marketing, the Glendronach Allardice, for example, is cheaper and - a matter of taste - tastes even better. Personally, I would buy two Allardice for the price of the double cask.

Mittwoch, 30. August 2023

Secret Speyside 17 (M) 2005 SV

 

Whiskybase

English Text-Version


Der unabhängige Abfüller Signatory Vintage, dem auch die Highland Brennerei Edradour gehört, brachte im heurigen April im Rahmen seiner Cask Strength Collection ein paar tolle Secret Speyside Abfüllungen auf dem Markt. Destillerien und deren Konzernmütter erlauben immer seltener, dass unabhängige Abfüller den Namen der Brennereien auf deren Flaschen abdrucken dürfen. Aus diesem Grund sieht man - und wird in Zukunft immer öfters - häufig Begriffe wie "Secret" oder "Unkown" oder ähnliche Wörter am Label, zusammen mit der Region, wo der Whisky herkommt.

Signatory Vintage ist jedoch seit diesem Jahr - vor allem bei ihrer Highend Serie Cask Strength Collection - dazu übergegangen dem Käufer kleine, aber für den Wissenden deutliche Hinweise zu geben. Bei den besagten Secret Speyside Flaschen steht nach Speyside in Klammer ein "M" und die am Label abgebildete Fassnummer beginnt mit einem DRU.

Nerds und Eingeweihte wissen, dass Fässer mit DRU aus dem Besitz der Edrington Group stammen. Dem Konzern gehören die Brennereien Highland Park, Glenrothes und Macallan. Highland Park ist auf den Orkneys, Glenrothes und Macallan in der Speyside angesiedelt. Kombiniert man diese Info mit dem "(M)" am Etikett weiß man das der Inhalt im Decanter nur von Macallan stammen kann.

Und somit haben wir hier einen 17 Jahre alten Macallan in Fassstärke mit 58,7%, der in einem 1st Fill Oloroso Sherry Butt reifen durfte. Meine bisherigen Begegnungen mit Macallan (alles Original Abfüllungen der Destillerie) waren ok, aber nie auch nur ansatzweise den aufgerufenen Preis der Flaschen wert. Darum bin ich hier mehr als gespannt, wie dieser unhabhängig abgefüllte Macallan mir gefallen wird.


Aussehen
Dunkles Mahagoni


Nase
Die Nase ist ein Träumchen. Sofort wabbern volle, dichte Aromen aus dem Glas. Leicht fruchtig säuerliche Aromen roter Beeren mit Orangenzesten vermengt. Auch etwas Orangenmarmelade kommt zum Vorschein. Und dazu wird es nun immer süßer; dunkler cremiger Waldhonig. Viele Rosinen, getrocknete Tabakblätter, eingekochtes Zwetschkenkompott mit Zimt und Gewürznelken, Muskatnuss und Vanille, die aus einer Vanilleschote mit dem Messer frisch herausgeschabt wird. Warmes Brioche. Ganz, ganz im Hintergrund weht abwechselnd ein leichter Veilchenduft sowie der Geruch von alten schweren Holzmöbeln, die ihr Leben lang mit Möbelpolitur gepflegt wurden - altes, vielleicht auch etwas muffiges Holz mit der bienenwachsigen Politurnote. Der Alkohol ist hervorragend verwoben, die fast 59% merkt man kaum. Ein leichtes Prickeln setzt einen schönen frischen Kontrapunkt zu den vollen, schweren Aromen und sorgt somit dafür, dass die Nase nicht zu überfrachtet wirkt.


Geschmack
Sehr weich und cremig fließt der Malt in den Mundraum und füllt diesen sogleich mit süßem Honig und klebrigem Bienenwachs komplett aus. Reife Datteln mit Marzipanfülle und Feigen, mit den nun eingekochten Zwetschken und den säuerlich süßen Heidel- und Brombeeren sowie Orangenzesten komplettieren die fruchtigen Aspekte. Nach dieser prallen Süße und der Frucht übernimmt eine pikante Geschmacksseite die Oberhand. Eine leichte Schärfe, die mehr vom Eichenfass als vom Alkohol stammt. Überhaupt, für diesen Alkoholgehalt lässt er sich sehr gut trinken. Wasser ist hier nicht nötig. Zusammen mit dieser pikanten Zimt und Muskatnote gesellt sich Pfeiffentabak und Leder zum Geschmacksensemble dazu.


Abgang
Sehr lange mit einer aromatischen und doch vollen Eichenholzfracht. Das eingekochte Pflaumenmus, bei uns in Ostösterreich auch Powidl genannt, ist weiterhin sehr präsent, volle Zwetschkenaromen mit viel Süße und Frucht. Das Finish möchte nicht enden, die Aromen mögen nicht verblassen.


Fazit
Absoluter Top-Whisky. Keine moderne überfrachtende Sherryreifung sondern eher altmodischer, gediegener. Das war ein gutes Oloroso Fass, in dem der Malt 17 Jahre reifen und gedeihen durfte. Von der Nase bis zum extrem langen Finish ein Genuss. Ich lehne mich jetzt zurück auf die Couch, mache es mir gemütlich und rieche am Glas und freue mich, dass noch etwas im Glas und im Samplefläschchen ist. Das wird noch ein langer Abend. Vielleicht sehe ich mir einen alten James Bond mit Sean Connery an.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Text-Version


The independent bottler Signatory Vintage, which also owns the Highland distillery Edradour, brought a few great Secret Speyside bottlings onto the market this April as part of its Cask Strength Collection. Distilleries and their corporate mothers increasingly rarely allow independent bottlers to print the name of the distilleries on their bottles. For this reason, you often see - and will see more and more in the future - terms like "Secret" or "Unkown" or similar words on the label, along with the region where the whisky comes from.

Signatory Vintage, however, has since this year - especially with their high-end Cask Strength Collection series - started to give the buyer small, but for those in the know, clear hints. On the Secret Speyside bottles in question, there is an "M" in brackets after Speyside and the cask number shown on the label begins with a DRU.

Nerds and insiders know that casks with DRU come from the Edrington Group. The group owns the distilleries Highland Park, Glenrothes and Macallan. Highland Park is located in the Orkneys, Glenrothes and Macallan in Speyside. If you combine this information with the "(M)" on the label, you know that the contents in the Decanter can only come from Macallan.

And so we have here a 17-year-old Macallan at cask strength with 58.7%, which was allowed to mature in a 1st Fill Oloroso Sherry Butt. My previous encounters with Macallan (all original bottlings of the distillery) were ok, but never even nearly worth the price of the bottles. That's why I'm more than curious to see how this independently bottled Macallan will please me.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Dark mahogany


Nose
The nose is a dream. Immediately, full, dense aromas waft from the glass. Slightly fruity tart aromas of red berries mingled with orange zest. Some orange marmalade also appears. And now it gets sweeter and sweeter; dark creamy forest honey. Lots of sultanas, dried tobacco leaves, stewed plums with cinnamon and cloves, nutmeg and vanilla freshly scraped out of a vanilla pod with a knife. Warm brioche. Very, very much in the background, a light scent of violets alternates with the smell of old heavy wooden furniture that has spent its life being cared for with furniture polish - old, perhaps slightly musty wood with the beeswaxy polish note. The alcohol is excellently interwoven, you hardly notice the almost 59%. A slight tingle provides a nice fresh counterpoint to the full, heavy flavours, ensuring that the nose doesn't feel too overloaded.


Taste
Very soft and creamy, the malt flows into the mouth and immediately fills it completely with sweet honey and sticky beeswax. Ripe dates with marzipan filling and figs, with the now cooked-in plums and the tartly sweet blueberries and blackberries as well as orange zest complete the fruity aspects. After this plump sweetness and fruit, a spicy flavour side takes over. A slight spiciness that comes more from the oak barrel than from the alcohol. Generally, for this alcohol content, it is very easy to drink. Water is not necessary here. Along with this spicy cinnamon and nutmeg note, pipe tobacco and leather join the flavour ensemble.


Finish
Very long with an aromatic but rich oakiness. The boiled down plum jam, also called powidl here in Eastern Austria, continues to be very present, full plum flavours with lots of sweetness and fruit. The finish doesn't want to end, the flavours don't like to disappear.


Conclusion
Absolute top whisky. No modern overburdening sherry maturation but rather old-fashioned, dignified. This was a good Oloroso cask in which the malt was allowed to mature and flourish for 17 years. A delight from the nose to the extremely long finish. I'm leaning back on the couch now, getting cosy and smelling the glass, happy that there's still something in the glass and the sample bottle. It's going to be a long evening. Maybe I'll watch an old James Bond with Sean Connery.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Macallan 12y Triple Cask

 

Whiskybase

English Version

Neben der Sherry Oak Serie, wo ich bereits den 12jährigen mit 43% verkostet habe, gibt es als weitere Reihen mit Altersangabe noch Double Cask, wo amerikanische und europäische Sherryfässern verwendet werden, auch Triple Cask. Bei dieser Range kommen neben den auch bei Double Cask eingesetzten Sherryfässern aus amerikanischer und europäischer Eiche zusätzlich Ex-Bourbon-Fässer zur Anwendung.

Und den mit 12 Jahren jüngsten aus der Triple Cask-Serie habe ich letztens im Glas gehabt. Der Single Malt ist ungefärbt, jedoch ist er kühlgefiltert, wahrscheinlich damit er mit Eis genossen nicht trüb wird. Die Alkoholstärke beträgt nur 40% und ist damit hervorragend für Einsteiger geeignet.


Aussehen
Helles Gold


Nase
Gleich zu Beginn eine recht fruchtbetonte Nase! Helles grünes und gelbes Obst wie Äpfel und Birnen, aber auch Anzeichen von Zuckermelone, Marillen und etwas Saft von Mandarinen und Zitronen lässt sich hier gut aufschlüsseln. Zusätzlich gibt es einen süßen Blütenhonig mit Zitronenzesten zusammen mit einem warmen Kuchenteig - ein leckerer Streuselobstkuchen. Im Hintergrund wird es mit ein paar Minuten Standzeit recht würzig mit einer dezenten Pfeffernote. Dies scheint von den verwendeten Fässern zu kommen. Von den Sherryfässern ist jetzt im Geruch eher weniger zu bemerken. 


Geschmack
Der Malt startet mit einem weichen, nahezu sanft anmutenden Mundgefühl. Zu der sofort einsetzenden honigsüßen Note gesellt sich überraschend schnell eine deutliche würzige Pfeffer- oder auch Ingwerschärfe zum Geschmackserlebnis dazu. Ein wenig Vanille und etwas vom in der Nase vorher erkennbaren Obst ist, wenn auch nicht mehr so deutlich, noch vorhanden. Die Eiche übernimmt hier deutlicher das Kommando. Nachdem der erste würzige Anstoß verklungen ist, kommen leichte Anklänge von Leder und Tabak zum Vorschein. Dies könnte noch von den verwendeten Sherryfässern herrühren. Trotz des geringen Alkoholgehaltes ist das Geschmacksprofil nicht flach und durchaus ordentlich.


Abgang
Das Finish begleiten die Leder- und Tabak-Aromen sowie eine immer deutlichere Trockenheit und etwas Bitterkeit, die aber die Intensität eines „Kleinen Braunen“ nicht übersteigt. Insgesamt ist der Abgang eher von kurz bis wohlwollend mittellanger Dauer.


Fazit
Den Fruchtkorb in der Nase finde ich recht sympathisch und anregend. Auch die malzigen Noten, die einem Kuchenteig nahe kommen und zusammen mit dem Obst und der Süße und Vanille einen Fruchtstreuselkuchen vorgaukeln. Im Geschmack ist von dieser Fruchtigkeit jedoch eher weniger zu schmecken. Hier übernehmen recht flott die Eichenfässer und der Holzeinfluss. Die typischen Aromen von Sherryreifung suche ich eher vergeblich, mal vom dezenten Leder- und Tabakeinschlag im Mund abgesehen. Der Preis passt leider überhaupt nicht zum Gesamtergebnis. Wenn hier nicht Macallan auf dem Etikett stehen würde, würde der Preis von € 80,- bis € 90,- nie funktionieren. Für einen netten kleinen Schluck nebenher beim Ansehen eines 007 James Bond Films ist er sicherlich gut geeignet.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

English Version

In addition to the Sherry Oak series, where I have already tasted the 12-year-old with 43%, there is another series with an age statement, Double Cask, where American and European sherry casks are used, also called Triple Cask. In this range, ex-bourbon casks are used in addition to the American and European oak sherry casks used in Double Cask.

And the youngest of the Triple Cask series, 12 years old, was in my glass the other day. The single malt is uncoloured, but it is chill-filtered, probably to prevent it from becoming cloudy when enjoyed with ice. The alcohol strength is only 40%, making it excellent for beginners.

Fotocredit: The Macallan


Appearance
Light gold


Nose
Quite a fruity nose right from the start! Bright green and yellow fruits like apples and pears, but also signs of sugar melon, apricots and some juice from tangerines and lemons can be broken down well here. In addition, there is a sweet floral honey with lemon zest along with a warm cake batter - a delicious crumble fruit cake. In the background, with a few minutes of standing time, it becomes quite spicy with a subtle pepper note. This seems to come from the casks used. There is rather less of the sherry casks in the smell now. 


Taste
The malt starts with a soft, almost gentle mouthfeel. The immediate honey-sweet note is surprisingly quickly joined by a distinct spicy pepper or ginger heat to the taste experience. A little vanilla and some of the fruit that was recognisable in the nose before is still present, although not as clearly. The oak takes over more clearly here. After the initial spicy kick has faded, light hints of leather and tobacco emerge. This could still come from the sherry casks used. Despite the low alcohol content, the flavour profile is not flat and quite decent.


Finish
The finish is accompanied by the leather and tobacco flavours as well as an increasingly obvious dryness and some bitterness, which however does not exceed the intensity of a "little brown". Overall, the finish is rather short to benevolently medium in duration.


Conclusion
I find the basket of fruit on the nose quite likeable and stimulating. Also the malty notes, which come close to a cake batter and together with the fruit and sweetness and vanilla suggest a fruit crumble cake. In the taste, however, there is rather less of this fruitiness. Here, the oak barrels and the wood influence take over quite quickly. I search in vain for the typical aromas of sherry maturation, apart from the discreet leather and tobacco impact in the mouth. Unfortunately, the price does not match the overall result at all. If it didn't say Macallan on the label, the price of € 80,- to € 90,- would never work. For a nice little sip on the side while watching a 007 James Bond film, it is certainly well suited.

Mittwoch, 13. April 2022

Macallan Classic Cut 2019

 

Whiskybase


The Macallan ist wohl die weltweit bekannteste Distillery in der Speyside in Schottland. Die bis weit in die 1960iger fast ausschließlich für die Blendindustrie produzierende Brennerei entschied sich erst spät Single Malts auf den Markt zu bringen. Cleveres Marketing, wie zb. die diversen Product Placements in einigen James Bond Filmen, haben nicht wenig dazu beigetragen, dass The Macallan heutzutage als die schottische Luxus Single Malt Marke weltweit gilt. Und dies hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Abfüllungen preislich durch die Decke gehen.

Wie auch bei der aktuellen Abfüllung die ich heute probiere - aktuell, wenn überhaupt bewegen sich die Preise ab € 300,- für eine Flasche ohne Altersangabe (NAS - Non Age Statement). Der Macallan Classic Cut 2019 ist nach dem Sherry Oak 12y 43% der zweite Malt aus dieser namhaften Brennerei. Die Classic Cut Reihe ist eine limitierte Serie die seit 2017 jährlich aufgelegt wird und den alten Stil von Macallan wiederspiegeln soll. Dabei konzentriert man sich bei jeder Abfüllung auf eine spezielle Geschmacksrichtung bzw. Fassbelegung.

In diesem Fall kamen speziell für die Brennerei in Jerez in Spanien aufbereitete Sherryfässer zum Einsatz - und sollen für einen süßen und zugleich würzigen Charakter sorgen - die Dauer der Reifung und somit das Alter des Malts wird von Macallan nicht genannt. Abgefüllt wurde mit erfreulichen 52,9% Alkoholstärke. 


Ausehen
Dunkles Bernstein 


Nase
Anfänglich etwas holzig und muffig, wie wenn man alte Bücher aus dem Holzschrank nimmt, den Staub wegbläst und darin blättert. Und gleichzeitig weht zart ein Hauch einem Duft von Rosinen und getrockneten Pflaumen im Hintergrund. Nach ein paar Minuten Ruhe im Glas öffnet sich die Nase merklich. Die vorhin nur dezent im Hintergrund gewesenen Rosinen treten nun deutlich in den Vordergrund. In Honig eingelegte Feigen und Datteln, Muskat und Zimt, etwas Nuss-Schokolade. Mit längerer Standzeit offenbaren sich noch zusätzlich aromatische Düfte nach roten Früchten wie dunkle Kirschen, etwas Orangenzesten, Pfeifentabak und leichte blumige Aromen, wie Veilchen. Der Alkohol ist sehr harmonisch in das Geruchsspektrum integriert - ein unangenehmes Stechen oder ähnliches. Mit einem oder zwei Tropfen Wasser kommen mehr Holzaromen und Orange durch. Die Rosinen und die Süße nehmen ab.


Geschmack
Sehr cremiges Mundgefühl. Oh! Interessant! Da erscheint nach einer kurzen süßen mit vielen Rosinen geschwängerte Ouvertüre eine überraschende scharfwürzige Note. Viel Ingwer, weißer Pfeffer ist überraschend präsent und übernimmt einmal das Kommando. Nach dem ersten Schluck bleibt die fruchtige und honigsüße Seite etwas länger im Vordergrund bis dann wieder die Würzigkeit übernimmt. Aber er bleibt in sich ausgewogen. Mit wenig Wasserbeigabe ist die Würzigkeit deutlich reduziert, er wird aber auch etwas langweiliger.


Abgang
Das Finish im Mund beschließt fast so etwas wie ein kleiner Chili Catch, sehr wärmend im Abgang, dabei aber weiterhin süß mit tollen Rosinen, Leder und Tabakassoziationen. Etwas adstringierend zum Ende hin im Mundraum. Die Holzaromen vom Fass sind präsent. Der Abgang ist mittel bis lang zu bezeichnen.


Fazit
Es ist ein wirklich gut gemachter Sherrymalt. Die Nase entwickelt sich mit ein wenig Geduld und Luft zu einer sehr süßen, Rosinen/Tabak-Kombi mit einer old-school anmutenden Muffigkeit zu Beginn. Der Geschmack überrascht dann mit einer sehr interessanten scharfen Würzigkeit, die der Süße Paroli bietet. Das gefällt mir wirklich gut, denn die anderen Aromen der Rosinen, Früchten und dem Holz bleiben intakt. Woher diese deutliche Chili ähnliche Schärfe kurzzeitig kommt, weiß ich nicht. Eventuell ist es ein Ausdruck des unbekannten Alters? Denn wir haben hier einen NAS im Glas, der sicherlich nicht allzu lange im Fass reifen durfte, wahrscheinlich doch deutlich kürzer als zb. der 12y Sherry Oak. Und hier komme ich zu meinem echten Kritikpunkt, dem Preis, den man für diese Abfüllungsserie hinlegen muss. Leckerer, guter Malt, wirklich gut gemacht. Aber der Preis von rund € 120,- bis € 130,- ist für einen NAS einfach zu hoch. 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

The Macallan is probably the best-known distillery in the Speyside region of Scotland. The distillery, which until well into the 1960s produced almost exclusively for the blend industry, decided only late on to launch single malts on the market. Clever marketing, such as the various product placements in some James Bond movies, have contributed in no small measure to The Macallan being regarded as the luxury Scottish single malt brand worldwide today. And this has contributed in no small way to the fact that the bottlings are going through the roof in terms of price.

As is the case with the current bottling I am tasting today - currently, if at all, prices range from € 300 for a bottle without age statement (NAS - Non Age Statement). The Macallan Classic Cut 2019 is the second malt from this renowned distillery after the Sherry Oak 12y 43%. The Classic Cut series is a limited series that has been released annually since 2017 and is intended to reflect the old style of Macallan. For each bottling, the focus is on a special flavour or cask.

In this case, sherry casks specially prepared for the distillery in Jerez in Spain were used - and are supposed to provide a sweet and at the same time spicy character - the duration of the maturation and thus the age of the malt is not mentioned by Macallan. It was bottled at a pleasing 52.9% alcohol strength. 

Fotocredit: The Macallan

Appearance
Dark amber 


Nose
Initially a little woody and musty, like taking old books out of the wooden cupboard, blowing away the dust and leafing through them. And at the same time, a hint of a scent of sultanas and dried plums wafts delicately in the background. After a few minutes of silence in the glass, the nose opens up noticeably. The sultanas, which were only discreetly in the background earlier, now clearly come to the fore. Honeyed figs and dates, nutmeg and cinnamon, some nut chocolate. With longer standing time, additional aromatic scents of red fruits like dark cherries, some orange zest, pipe tobacco and light floral aromas like violets reveal themselves. The alcohol is very harmoniously integrated into the olfactory spectrum - no unpleasant stinging or anything like that. With a drop or two of water, more woody aromas and orange come through. The sultanas and sweetness diminish.


Taste
Very creamy mouthfeel. Oh! Interesting! There, after a short sweet overture swollen with lots of sultanas, a surprising spicy note appears. Lots of ginger, white pepper is surprisingly present and takes over for once. After the first sip, the fruity and honeyed side stays in the foreground a little longer until the spiciness takes over again. But it remains balanced in itself. With a little water added, the spiciness is clearly reduced, but it also becomes a little more boring.


Finish
The finish in the mouth almost concludes something like a little chilli catch, very warming on the finish, yet still sweet with great sultana, leather and tobacco associations. A little astringent towards the end in the mouth. The wood flavours from the cask are present. The finish can be described as medium to long.


Conclusion
It is a really well made sherried malt. The nose, with a little patience and air, develops into a very sweet, raisin/tobacco combo with an old-school seeming mustiness at the start. The taste then surprises with a very interesting sharp spiciness that stands up to the sweetness. I really like that, because the other flavours, the sultanas, fruits and the wood remain intact. Where this distinct chilli-like spiciness briefly comes from, I don't know. Possibly it is an expression of the unknown age? Because we have a NAS in the glass here that was certainly not allowed to mature in the cask for too long, probably much shorter than, for example, the 12y Sherry Oak. And here I come to my real point of criticism, the price you have to pay for this bottling series. Tasty, good malt, really well made. But the price of around €120 to €130 is simply too high for an NAS. 

Donnerstag, 14. Mai 2020

Macallan 12y Sherry Oak 43%


Whiskybase

Ich habe bislang um Macallan einen Bogen gemacht. Vor allem wegen dem Tamtam, das um diese Brennerei gemacht wird. Ich mag es eher bodenständiger. Aber vom 12jährigen in der 43% Alkohol Version habe ich bislang ausnahmslos nur gutes gehört. Vor kurzem konnte ich mir ein Sample besorgen.

Nase & Aussehen
Auf meinem Sample steht „Natural Color“. Und dieses tolle dunkle, satte Gold muss sich wahrlich nicht schämen. Sehr schöne Farbe. Ganz langsam ziehen die öligen Tränen ihre Bahn hinab am Glasrand.
Eine milde, super ausgewogene Sherrynase empfängt mich beim ersten Hineinschnuppern. Hinter dem eleganten Sherry ziehen Orange und Vanille vorbei. Ein Hauch von Feilchen bemerke ich ganz, ganz weit hinten. Aber auch eine schöne Eichenwürze habe ich hinter dem Sherry.


Geschmack
Ein schönes Mundgefühl. Am Anfang eine zarte Süße, vielleicht wie ein fruchtiger Blütenhonig mit etwas Vanilleextrakt beigemengt. Dann kommt die Fruchtigkeit mit etwas Orange, nicht überdimensional, nur ganz leicht. Und danach meldet sich die Würzigkeit im Mundraum mit einer dezenten Pfeffrigkeit. Aber alles ausgewogen.

Abgang
Die Eiche ist auch im Abgang vorhanden, jedoch nicht mit der üblichen bitteren Note, sondern mit einer schönen Würze, gepaart mit einer Blumennote. Der liegt noch länger im Mund.

Fazit
Ich muss schon sagen, für einen Zwölfjährigen ist die Nase super elegant ausgewogen. Man mag kaum glauben, dass der Malt nur 12 Jahre jung ist. Der Alkohol sticht nie in der Nase oder ist unangenehm im Mund zu spüren. Im Mund ebenfalls ein Ensemble aus Geschmäckern. Die Eiche ist aber immer präsent. Aber weniger bitter als aromatisch. Ein wirklich schöner Whisky. Keine Frage, aber nicht für weit über € 130,- bis € 160,-.
© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall