Ragnarok
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Mittwoch, 19. August 2026

East Islay 10y - Ragnarøkkr Nr. 11 - Hrimthursar (whic)

 

Whiskybase

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Der elfte Whisky der Ragnarøkkr-Reihe von whic.de, die sich der nordischen Mythologie annimmt, heißt Hrimthursar und zeigt auf dem Etikett einen der sogenannten Frostriesen, die zu den ärgsten Feinden der Götter in der nordischen Saga zählen. Als passender Single Malt wurde ein zehn Jahre alter Raucher aus einer unbekannten East-Islay-Brennerei ausgewählt.

Im Osten der Insel Islay liegen aktuell die Brennereien Caol Ila, Bunnahabhain und als jüngste Brennerei vor Ort Ardnahoe. Ardnahoe kann man ausschließen, denn dort gibt es noch keinen so alten Whisky. Von Caol Ila und Bunnahabhain gibt es zahlreiche unabhängige Abfüllungen. Von beiden Brennereien hatte ich bereits einige Whiskys mit ähnlichem Alter und einer Reifung in einem Weinfass im Glas. Die Destillate beider Brennereien funktionieren mit dieser intensiven Art der Reifung in der Regel sehr gut, wobei für mich Caol Ila sogar eine Spur besser damit umgehen kann.

Von dem Einzelfass wurden 297 Flaschen mit 52,5 % Vol. ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration abgefüllt.


Aussehen
Rötliches Kupfer


Nase
Ein intensiver speckiger Lagerfeuerrauch trifft auf süßes Beerenkompott mit Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren, das in einem tiefen gusseisernen Topf am Lagerfeuer auf einem Kieselstrand vor sich hin köchelt. Der erste Eindruck ist eine nette Verbindung aus kräftigen Rauchnoten von Holzfeuer und maritimen, mineralischen Eindrücken mit einem Hauch Meeresluft. Die süßen Fruchtaromen schmiegen sich wohltemperiert an das rauchige Profil an.

Hinter der süß-rauchigen Kombination verbirgt sich nach ein paar Minuten noch frisch gebackene Brioche und getoastete Brotscheiben mit getrockneten Kräutern.

Die knapp 52 % Alkoholstärke sind fein integriert.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Leckerer BBQ-Rauch mit geräucherten Speckaromen und nun doch etwas mehr Aschenoten sowie das aus der Nase bereits so intensive fruchtige Beerenkompott bekommen einerseits Unterstützung durch eine Karamellcreme mit Vanille und andererseits durch eine angenehme Würze mit gleichzeitiger Schärfe von eingelegtem Ingwer und Wasabipaste.

Die Süße und Frucht geht zügig in eine herbe Bitternote über, die von der Asche herrühren könnte. Die getrockneten Kräuter sorgen zusammen mit Zimt und Gewürznelken für einen netten Kontrapunkt zur Fruchtigkeit.

Der Alkohol trocknet die Wangeninnenseiten und das Zahnfleisch im Laufe des Verkostens immer mehr aus. Im Geschmack ist der Alkohol stärker präsent, ohne unangenehm zu werden.


Abgang
Der fette Rauch legt sich geschmeidig und ölig am Gaumen und im Mundraum ab. Die Asche bleibt noch länger präsent. Darüber hinaus sind nun auch getrockneter Tabak und Leder zu schmecken.


Fazit
Dies ist ein unkomplizierter, junger, heftiger Islay-Raucher mit ansprechenden süß-fruchtigen Aromen. Er ist äußerst süffig und macht im Glas richtig Spaß. Wer extreme Komplexität sucht, ist hier fehl am Platz. Wer Rauch und Asche in Kombination mit einer durchaus gut gemachten Dessertwein-Fassreifung sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

Ob es sich hier um einen Caol Ila oder einen Staoisha von Bunnahabhain handelt, kann ich nur schwer sagen. Tendenziell würde ich eher auf einen Caol Ila tippen.

Mittwoch, 5. November 2025

Secret Highland Distillery 14y - Ragnarøkkr Nr. 10 - Surtr (whic)

 

Whiskybase

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In den letzten drei Wochen landeten zwei weitere Samples von neu erschienenen Abfüllungen von whic.de in meinem Briefkasten. Pragmatisch wie ich nun einmal bin, habe ich für die dieswöchige Verkostung einfach die erste der beiden ausgewählt.

Es handelt sich dabei um die zehnte Ausgabe der Ragnarøkkr-Reihe. Der Name der Abfüllung lautet Surtr. Surtr war in der nordischen Mythologie ein Feuerriese und zerstörte in der Ragnarök-Saga die Brücke Bifröst, die Midgard mit Asgard verbindet. In der Realität verbirgt sich hinter dem Namen ein 14-jähriger Single Malt aus einer geheim gehaltenen Brennerei in den Highlands.

Da in dieser Serie ausschließlich rauchige Vertreter abgefüllt werden, liegt also ein rauchiger Whisky im Glas. Die Rahmendaten lesen sich sehr ordentlich: Vollreifung in einem Oloroso Sherry Butt, 50,9% Alkoholstärke, 570 Flaschen, keine Färbung, keine Kühlfiltration.

Also, lassen wir den Feuerriesen ins Glas.


Aussehen
Blütenhonig


Nase
Wenn man glaubt, die Brennerei hinter einer „Secret Distillery“ zu erkennen, liegt man bekanntlich oft falsch. Bei rauchigen Highland-Whiskys denke ich meist zuerst an Ballechin von Edradour. Hier jedoch spricht der erste Eindruck dagegen. Der Rauch ist weniger intensiv und die für mich so typische „Kuhstall-Attitüde“ fehlt.

Stattdessen präsentiert sich ein Holzrauch mit kleinen, mineralisch wirkenden Steinkohlenstücken. Dazu kommen Speckscheiben mit BBQ-Marinade, in die dunkle Beeren wie Heidelbeeren oder Brombeeren eingekocht wurden. Rauch, Frucht und Süße verschmelzen sehr angenehm, die Rauchintensität ist mittelstark.

Hinter dem Rauch findet man würzige, getrocknete Küchenkräuter und eine fruchtig-säuerliche Zitrusnote — wie Zitronenzuckerl oder eine noch nicht ganz reife Mandarine. Mit Zeit im Glas wird das Ganze cremiger; Vanille tritt deutlicher hervor, die Mandarine wandelt sich langsam Richtung Orangenmarmelade. Der Alkohol ist spürbar, aber gut eingebunden.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Auf der Zunge startet der Whisky kraftvoll, der Rauch wirkt hier sofort intensiver als in der Nase. Während ich im Geruch eher in Richtung Ardmore tendiert habe, schiebt sich jetzt doch Edradour/Ballechin wieder ins Gedächtnis.

Der Rauch wirkt wie heruntergebranntes Holz mit Aschepartikeln. Dazu kommt ein Hauch „Stall“ und feuchtes Heu. Die Süße wirkt wie weiches cremiges Fudge und sorgt für ein schönes Gegengewicht. Danach übernehmen würzige Noten immer mehr das Kommando. So finden sich getrocknete Kräuter, Walnüsse mit Haut, Leder, Tabak und etwas Eichenholzsaft im Geshmack wieder. Weißer Pfeffer und Zimt sorgen für einen zusätzlichen pikanten Akzent. Der Alkohol ist ausgezeichnet integriert.


Abgang
Das Finale gestaltet sich lang anhaltend mit viel Rauch und Asche sowie mit Zimt, dunkler Schokolade, braunem Zucker und Tabak.


Fazit
Eine wirklich gelungene Abfüllung. Der Rauch ist kräftig, doch die anderen Aromen kommen nicht zu kurz. Ein paar Minuten Zeit im Glas lohnen sich besonders für die Nase. Am Gaumen übernehmen die würzigen Noten mehr die Kontrolle, was zu einem spannenden Wechselspiel zwischen Würze und Süße führt. Die 14 Jahre Reifezeit nimmt man ihm definitiv ab.

Und ja, ich lege mich fest — ich halte das für einen Ballechin. Falls jemand Genaueres weiß, gerne unten in die Kommentare.

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