Dalmore
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Donnerstag, 16. Dezember 2021

Dalmore 15y

 

Whiskybase


Die bekannte Brennerei aus den Highlands mit dem Zwölfender-Hirschkopf auf den Flaschen ist nicht nur bei Sammlern alter Abfüllungen bekannt. Ihre Core Range ist vor allem in Asien sehr beliebt. Der 15jährige stammt aus einer Vorbelegung in amerikanischen Weißeichenfässern für 12 Jahren und bekam danach ein Finish von 3 Jahren in drei verschiedenen Sherry Fässern, Amoroso-, Apostoles- und Matusalem Fässer. Leider gefärbt und kühlgefiltert und mit nur bzw. auf 40% Alkoholstärke runterverdünnt.


Nase & Aussehen
Farblich zeigt sich der 15jährige in einem rötlichen Bernstein, aber leider eben nur gefärbt. Eine schöne Schlierenbildung am Glasrand. Das erste in der Nase ist ein Anflug von englischer Orangenmarmelade. Danach wechselt es umgehend in einen etwas herb und muffig anmutenden Geruch, als wäre man in einem alten Kellergewölbe und stünde vor einer alten Schrankwand. Getrocknete Küchenkräuter und eine leichte Holznote zeugen vom Eichenfasseinfluss. Mit einiger Standzeit kommen die Sherryeinflüsse mehr zu Geltung - etwas Waldhonig mit getrockneten Datteln und Feigen und dunkler Schokolade. Alkohol ist absolut keiner zu spüren. Wenig bis keine Süße. Nach mindestens einer halben Stunde im Glas bekommt der Malt mehr Frucht und süße Anklänge, auch Vanillenoten treten aus dem Geruchsschatten hervor.


Geschmack
Mit einem sehr samtweichen Mundgefühl gleitet der Malt mit einer angenehmen Süße in den Mund. Die Süße macht rasch den schon aus der Nase bekannten würzigen und kräuterintensiven Aromen Platz. Etwas Honig von der aromatischen und nicht zuckersüßen Art ist wie Vanille ebenfalls erkennbar. Mit etwas Milchkaffee und mitteldunkler Schokolade beginnt es in Richtung Finish abzugleiten.


Abgang
Dort geht es mit einer dezent wahrnehmbaren Eichenfracht weiter. Leichte trockene Bitterkeit setzt ein. Insgesamt sehr sanft und weich und auch relativ kurz ist der Abgang. Die Gewürze, nun etwas Zimt und Muskat begleiten einen noch etwas, bis der Malt gänzlich verschwindet. 


Fazit
Die Nase ist eigenwillig. Die muffigen Noten und die nur im Hintergrund bzw. erst mit Verspätung eintreffenden Sherryaromen muss man mögen. Schlecht ist der Geruch aber nicht. Im Geschmack und Abgang ist er, bis auf eine kurze süße Phase zu Beginn, eher auf der würzigen und nussig, holzigen Seite. Was generell nicht verkehrt wäre, wären die Aromen insgesamt etwas prägnanter ausgeprägt. Die mageren 40% Alkohol“schwäche“ nehmen dem Malt leider schon viel am Charakter und Struktur weg. Mit 46% Alkohol wäre die Sache sicher anders. Im Vergleich zu den beiden bis dato verkosteten Dalmore Abfüllungen Port Wood Reserve und Cigar Malt Reserve ist der 15y bisher der Schwächste Vertreter der Brennerei. Vor allen, wenn man den Preis miteinbezieht.

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The well-known distillery from the Highlands with the twelve-headed deer on the bottles is not only known by collectors of old bottlings. Its Core Range is very popular, especially in Asia. The 15 year old comes from a pre-ageing in American white oak casks for 12 years and then got a finish of 3 years in three different sherry casks, Amoroso, Apostoles and Matusalem casks. Unfortunately coloured and chill-filtered and diluted down to 40% alcohol strength only respectively.


Nose & Appearance
The colour of the 15-year-old is a reddish amber, but unfortunately only coloured. A nice streaking at the edge of the glass. The first thing on the nose is a hint of English orange marmalade. Then it immediately changes to a somewhat tart and musty smell, as if you were in an old cellar vault and standing in front of an old cupboard wall. Dried kitchen herbs and a slight woody note are evidence of the oak barrel influence. With some standing time, the sherry influences come more to the fore - some forest honey with dried dates and figs and dark chocolate. Absolutely no alcohol to be felt. Little to no sweetness. After at least half an hour in the glass, the malt gets more fruit and sweet hints, vanilla notes also emerge from the olfactory shadows.

Fotocredit: whiskybase.com

Taste
With a very velvety mouthfeel, the malt glides into the mouth with a pleasant sweetness. The sweetness quickly gives way to the spicy and herbal flavours already familiar from the nose. Some honey of the aromatic and not sugary kind is also recognisable, like vanilla. With some latte and medium dark chocolate, it starts to slide towards the finish.


Finish
There it continues with a subtly perceptible oakiness. Slight dry bitterness sets in. Overall, the finish is very gentle and soft and also relatively short. The spices, now a little cinnamon and nutmeg, accompany you for a while until the malt disappears completely. 


Conclusion
The nose is idiosyncratic. You have to like the musty notes and the sherry aromas that are only in the background or arrive late. But the smell is not bad. In the taste and finish, apart from a short sweet phase at the beginning, it is more on the spicy and nutty, woody side. Which generally wouldn't be wrong if the flavours were a little more pronounced overall. The meagre 40% alcohol "weakness" unfortunately already takes away a lot of the malt's character and structure. With 46% alcohol, things would certainly be different. Compared to the two Dalmore bottlings tasted so far, Port Wood Reserve and Cigar Malt Reserve, the 15y is the weakest representative of the distillery. Especially if you take the price into account.

Freitag, 4. Dezember 2020

Dalmore Cigar Malt Reserve



 Whiskybase

Ich hatte den Cigar Malt Reserve von Dalmore als Blind Sample im Glas. 


Nase und Aussehen
Die Farbe ist ein schönes Bernstein. Sehr dünner öliger Film mit wenigen Tränen am Glasrand. Kein Rauch. Alkohol ist absolut nicht zu spüren. Das erste, das mir in den Sinn kommt, wenn ich am Glas schnuppere ist eine Sherry oder Portreifung. Rosinen, dunkle Früchte, sehr intensiv, teilweise schon fast zu reif. Sehr schöne Nase. Aus dem Hintergrund kommen auch Orangensaft und die abgeriebene Orangenschale sowie Vanille zum Vorschein. Auch Tabak und etwas Ledergeruch werden mit der Zeit wahrnehmbarer.


Geschmack
Angenehmes Mundgefühl. Süßer, nicht zu süßer Antritt im Mund. Neben den Rosinen habe ich deutlich den Tabak aus der Nase auf der Zunge. Alkohol ist gut eingebunden. Gewürze wie Muskat und Zimt aber auch Vanille zeigen sich dezent. Wenig bittere Geschmacksstoffe beim ersten Schluck.


Abgang
Die Tabakaromen gehen auch in den Abgang weiter. Die Eiche zeigt sich nun auch. Jedoch bleibt die bekannten Bitterstoffe weiterhin vorrangig im Hintergrund. Das Finish ist eher mittellang. 


Fazit
Die Nase ist wirklich sehr schön. Dunkle Fruchtnoten, gepaart mit den Tabak- und Ledernoten. Das gefällt. Da kann man schon länger daran schnüffeln. Im Mund weiterhin schöne Aromen, jedoch etwas schwächer. Könnte sein, dass der Alkohol die 46% nicht übersteigt? Wenn doch, dann ist er hier überaus gut eingebunden.
Also, was würde ich vermuten? Wie schon oben geschrieben gehe ich stark von einer Sherry oder Portweinreifung aus. Speyside oder Highlands. Da ich wenig Bitterstoffe im Mund und vor allem auch beim Abgang wahrnehme, vermute ich entweder eine kürze Reifezeit, vielleicht ein NAS(?), oder aufgrund einer geringeren Alkoholstärke werden die Fassaromen weniger dominant auf die Zunge gebracht. Brennerei traue ich mir nicht wirklich zu nennen. So deutliche Tabaknoten hatte ich zb beim Ancnoc 24 oder auch beim Benriach PX oder Glengoyne 21.



Montag, 2. Dezember 2019

Dalmore Port Wood Reserve


Whiskybase

Nase & Aussehen
Mein erster Dalmore. Wenn die Farbe vom Dalmore echt wäre, also nicht gefärbt, wäre dies ein tolles Fass gewesen. Dunkle Bronze. Schön ölig rinnen die Legs. Macht Lust auf mehr.
Beim ersten Hineinschnuppern kriege ich Orangensirup, süß und fruchtig. Aber mehr noch nicht. Mal den Malt im Glas noch ein wenig Ruhe gönnen.
Ah! Nach ein paar Minuten Stehzeit kommen rote Früchte, parfümiertes Holz und Gewürze. Die Nase ist nun wirklich rund und ausgewogen - kein Stechen vom Alkohol ist zu spüren. Ein netter Nachmittagsdram für kühle Sonntage im Winter. Nach dem ersten Schluck treten die Würzigkeit und die roten Fruchteinflüsse deutlicher zu Tage.

Geschmack
Orangen mit Ingwer und Zwetschken! Sehr netter und überraschend ordentlicher Antritt. Schönes Mundgefühl. Mehr pfeffrige Gewürze als Süße. Macht aber nichts! Danach kommen Schokolade und Nüsse - Rumnougat.

Abgang
Der Mix aus oranger Frucht und Gewürze geht auch beim Schlucken weiter. Im Abgang bleibt die Bitterkeit, die eher von Nüssen kommt schön länger haften. Die Zwetschke bleibt ebenfalls stehen.

Fazit
Der Dalmore hat eine sehr feine und schöne Nase. Interessant ist, dass die Süße, die in der Nase spielt im Mund dann zu einer Kombination aus Frucht und pfeffriger Gewürze wird. Der Abgang ist dann eher auf der würzigen, dunkelschokoladigen Seite. Der schmeckt wirklich gut! Und das PLV ist sehr verlockend.
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