Mackmyra
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Mittwoch, 16. Juli 2025

Mackmyra 10y

 

Whiskybase

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Die schwedische Brennerei Mackmyra präsentierte 2017 ihre erste Abfüllung mit Altersangabe, die auf 20.000 Flaschen limitiert war. Der Mackmyra 10 Years wurde offiziell am 5. Mai 2017 in Schweden sowie in ausgewählten internationalen Märkten veröffentlicht. Abgefüllt mit 46,1% Vol., ohne Kühlfiltration oder künstliche Färbung, reifte er überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern. Für die zusätzliche Reifung kamen amerikanische Eichenfässer zum Einsatz, in denen zuvor mehrere Jahre Oloroso Sherry lagerte. Außerdem sollen einige wenige Fässer aus amerikanischer und schwedischer Virgin Oak verwendet worden sein. Gelagert wurde der Whisky im teils 50 Meter tief gelegenen Bodås-Mine-Warehouse.


Aussehen
Honigwein


Nase
Zu Beginn dominieren Kräuter wie Zitronenmelisse, kombiniert mit Blütenhonig, Malz, Cerealien sowie frischen Noten von Heu und Wiesenschnitt. Dazu kommt eine gewisse Mineralität – fast so, als säße man an einem Kieselstrand. Anfangs wirken die Aromen noch etwas unverbunden.

Mit etwas Zeit im Glas sortiert sich das jedoch spürbar. Die frischen, grünen und malzigen Noten treten zurück. Die Zitronenmelisse wird durch grüne und gelbe Äpfel und Birnen ergänzt. Dazu kommt eine kräftige Bourbon-Vanille. Im Hintergrund macht sich ein weicher, cremig-süßer Duft nach Orangen-Sanddorn-Marmelade bemerkbar, begleitet von einer feinen, würzigen Harznote. Alles zusammen ergibt ein wirklich schönes, fruchtig-blumiges Duftpotpourri.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Am Gaumen zeigt er deutlich mehr Kräuter und Holz, mit einer würzig-bitteren Grundnote. Eine feine Ingwernote bringt leichte Schärfe. Insgesamt wirkt der Geschmack kantiger als die Nase. Statt der zitronigen Frische stehen jetzt herbe, getrocknete Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano im Vordergrund. Die fruchtigen Akzente und die Vanille-Honig-Aromen aus der Nase sind nur noch dezent vorhanden. Überraschend zeigt sich, im Übergang zum Abgang, ein Aroma von Kirschbrand und frischer Pfefferminze. Der Alkohol ist hier deutlicher spürbar als beim Riechen.


Abgang
Neben der Kirsche verabschiedet sich der Malt mit herben, getrockneten Kräutern und einer leicht schokoladigen Eichenholznote. Das Finish ist eher kurz bis mittellang.


Fazit
Die Nase ist großartig und macht richtig Lust aufs Verkosten – rund, harmonisch, fruchtig. Im Geschmack kann der Mackmyra diese Erwartungen nicht ganz erfüllen, da er für meinen Geschmack etwas zu sehr die kräuterbittere Seite betont. Trotzdem ist er süffig und kann problemlos mit vielen Schotten ähnlichen Alters mithalten. Für mich war es spannend, diese zehnjährige Abfüllung einmal probiert zu haben. 

Mittwoch, 19. Juni 2024

Mackmyra Moment Ledin

 

Whiskybase

English Text-Version


Mackmyra ist in den letzten Jahren irgendwie aus meiner aktiven Aufmerksamkeit verschwunden. Nicht absichtlich, irgendwie fließend. Andere Länder und Brennereien haben mich offensichtlich mehr getriggert. Bei den heißen Temperaturen gerade hatte ich just wieder Lust auf diesen typischen nordisch geprägten Mackmyra-Stil. Einige Samples aus den vergangenen Jahren haben sich in meinem Archiv doch angesammelt und eins davon stach mir dann gleich ins Auge.

Der Ledin aus der Moment-Reihe. In der in der Zwischenzeit nach 36 Veröffentlichungen beendeten Reihe wurden von Master Blenderin Angela D‘Orazio spezielle Fässer bzw. Fasskombination ausgewählt und in limitierter Stückzahl abgefüllt. Tomas Ledin, ein in Schweden sehr bekannter Musiker und Künstler, verbrachte mit Angela D‘Orazio einen ganzen Tag in der Bodas Mine, dem Fasslager Mackmyras in 50 Meter Tiefe und kostete sich durch so manches Fass. Ein Ex-Sauternes-Fass gefiel ihm am Besten - so kam es zur 23. Abfüllung der Moments-Serie.

Nach vier Jahren im Ex-Bourbon-Fass für die Grundreifung kam der Whisky danach für weitere fünf Jahre in das Sauternes-Fass für die weitere Veredelung. Lediglich 2.300 Flaschen wurden mit 48% Alkoholgehalt ohne künstlichem Farbstoff und Kühlfiltration abgefüllt.  


Aussehen
Bernstein.


Nase
Sehr fruchtig, süß und ausgewogen präsentiert sich die Nase vom Start weg. Vor allem das eingekochte Birnenkompott mit Nelken mit dieser leicht säuerlichen Note gefiel mir besonders. Hinzu gesellten sich einige der hellen tropischen leicht gelblichen Haribo Gummibären mit ein paar Spritzern Vanillesirup. Aber auch süße grüne Weintrauben sind vorhanden. 

Nach ein paar Minuten treten immer mehr die würzigen Aromen der europäischen Weinfässer in den Vordergrund. Die Nelken aus dem Kompott bekommen Unterstützung durch etwas Zimt, Muskat, Anis und würzigem Ahornsaft.

Es ist eine sehr schöne Harmonie zwischen den hellen Früchten und dieser Gewürzmischung. Eine ganz leichte Mentholnote sorgt für eine angenehme frische Untermalung der Aromen. Der Alkohol ist mit seinen 48% sehr gut in das Geruchsbild integriert.


Geschmack
Süßes Karamell mit viel Vanilleextrakt, cremig, fast schon buttrig ist der erste Eindruck sowie auch das Mundgefühl. Die Früchte ziehen sich mehr in den Hintergrund, die Birnen und ein paar überreife Trauben sorgen noch für die letzten fruchtigen Eindrücke. Dafür liegen die Gewürze jetzt deutlicher und intensiver im Vordergrund. Auch eine leichte Schärfe zeigt sich sie stammt vorrangig vom Pfeffer, Zimt und Anis. Passt gut zum Geschmacksprofil. Im Mund dominieren eindeutig mehr die europäischen Weinfässer als die amerikanischen Ex-Bourbonfässer. Die Eiche macht nun mehr Betrieb im Mund. Der leichte Minz/Mentholkick ist auch im Geschmack weiterhin vorhanden. 


Abgang
Leicht bittere Aspekte, vor allem durch die Schalen der Birnen und Trauben, sowie vereinzelter Traubenkernen. Die Vanille mit den Nelken, zusammen mit der Muskatnuss schließen die schöne Gewürzkomposition bis zum Finale ab. Insgesamt ist es ein nicht allzu langer aber aromatischer Abgang.


Fazit
Mit Abstand der beste Whisky, den ich bislang von Mackmyra im Glas hatte. Schönes Fassspiel, die Weinfässer harmonieren gut mit dem New Make der Schweden. Die Eiche ist vor allem im Geschmack deutlich, aber nie überbordend. Immer sehr harmonisch und ausgewogen. Der Ledin beweist, dass ich mal wieder öfters bei unseren Freunden aus dem Norden whiskytechnisch vorbeischauen muss. Da gibt es offensichtlich unentdeckte Schätze, die es noch zu verkosten gilt! 

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English Text-Version


Over the past few years, Mackmyra has somehow slipped from my active attention. Not deliberately, but somehow fluently. Other countries and distilleries have obviously triggered me more. With the current hot temperatures, I was in the mood for this typically Nordic-influenced Mackmyra style. A few samples from the past few years have been accumulating in my archive, and one of them immediately caught my eye.

The Ledin from the Moment series. In this series, which has now ended after 36 releases, master blender Angela D'Orazio selected special casks and cask combinations and bottled them in limited numbers. Tomas Ledin, a well-known musician and artist in Sweden, spent a whole day with Angela D'Orazio in the Bodas Mine, Mackmyra's 50-metre deep cask warehouse, tasting his way through many a cask. An ex-Sauternes cask was his favourite - and so the 23rd bottling in the Moments series was born.

After four years in an ex-Bourbon cask for basic maturation, the whisky was then placed in a Sauternes cask for a further five years for further finishing. Only 2,300 bottles were bottled at 48% ABV with no artificial colouring or chill filtration.  

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Amber colour.


Nose
The nose is very fruity, sweet and balanced right from the start. I particularly liked the cooked pear compote with cloves and that slightly tart note. There are also some bright tropical, slightly yellowish Haribo jelly bears with a few splashes of vanilla syrup. Sweet green grapes are also present. 

After a few minutes, the spices of the European wine barrels come to the fore. The cloves from the compote are supported by a little cinnamon, nutmeg, aniseed and spicy maple sap.

There is a very nice harmony between the pale fruit and this combination of spices. A very light menthol note provides a pleasantly fresh background to the flavours. At 48%, the alcohol is very well integrated into the flavour.


Palate
The first impression and mouthfeel is of sweet caramel with lots of vanilla extract, creamy, almost buttery. The fruit fades into the background, with pears and some overripe grapes providing the final fruity notes. The spices are now more prominent and intense. There is also a slight hotness, mainly from the pepper, the cinnamon and the aniseed. This goes well with the flavour profile. In the mouth, the European wine casks are clearly more dominant than the American ex-bourbon casks. The oak is now more active in the mouth. The slight mint/menthol kick is still present. 


Finish
Slightly bitter, mainly due to the pear and grape skins, with occasional grape seeds. The vanilla and cloves, together with the nutmeg, complete the beautiful spice composition until the finish. All in all, a not too long but aromatic finish.


Conclusion
By far the best Mackmyra I've ever had in my glass. Beautiful cask play, the wine casks harmonising well with the new make from the Swedes. The oak is particularly noticeable in the taste, but never overpowering. Always harmonious and balanced. The Ledin proves that I need to visit our friends from the north more often when it comes to whisky. There are obviously undiscovered treasures yet to be tasted! 

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Mackmyra Vinterglöd

 

Whiskybase


Mackmyra ist der Pionier unter den mittlerweile doch einigen Whisky-Brennereien in Schweden. Die 1999 gegründete Destille ist nicht nur für einen eigenen Stil bekannt sondern hat von Anfang an auf innovative und nachhaltige Produktionsentwicklungen geachtet. So wurde 2011 beispielsweise mit der Gravity Distillery die klimafreundlichste Destillerie erbaut - hierbei nutzt man die Schwerkraft für den gesamten Prozess der Whiskyherstellung. 

Mein erster Berührungspunkt mit Mackmyra war eine Flasche vom Brukswhisky - der Haus und Hof-Flasche der Brennerei - mitgebracht von einem ehemaligen Kollegen von seinem Urlaub in Schweden. Das war es dann aber auch mit meiner Erfahrung mit dieser durchaus interessanten Brennerei. Also eigentlich höchste Zeit mal wieder einen schweden Vertreter vom Wasser des Lebens ins Glas zu gießen. 

Passend zur Jahreszeit und zur vorigen Mittwinternacht dachte ich, ich probiere mal die Sonderedition Vinterglöd. Bei diesem Whisky wurden mehrere unterschiedliche Fasstypen miteinander vermählt. Neben PX- und amerikanischer Weißeichenfässer kam auch ein Fass zum Einsatz, wo vorher Glögg, schwedischer Glühwein, abgefüllt war. Interessante Kombination und passend zur Weihnachtszeit. Abgefüllt ist der Whisky mit den für Mackmyra typischen 46,1%. Der Malt ist ein NAS-Whisky, also ohne Altersangabe, jedoch nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.


Nase & Aussehen
Mit einem satten Goldton und mit langsam das Glas hinabgleitende Schlieren präsentiert sich der Vinterglöd. Oha! Die Aromen vom Glögg sind sofort sehr präsent in der Nase. Als würde man ein Glühweingewürzsäckchen in das Whiskyglas halten. Die komplette Palette an weihnachtlichen Gewürzen ist hier am Start; Zimt, Gewürznelken, Sternanis, Kardamom und Lebkuchen? Es ist schwierig sich durch diese intensive Gewürzemischung durchzuriechen. Hinter dieser Aromenwucht erkennt man englische Orangenmarmelade und Zuckerwerk. Mit etwas Stehzeit kommen Malz und Getreidenoten wie weihnachtliches Gebäck hinzu. Ebenso angenehme Ex-Bourbonfass-Einflüsse kommen nun zum Vorschein, wie Ananas und viel Vanille. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, keine Störfeuer in der Nase wie zb. metallische Anklänge oder ähnliches, wie man sie oft von jungen Malts kennt. 


Geschmack
Der Malt beginnt mit einem weichen, cremigen Mundgefühl. Er startet geschmacklich mit einem leicht zuckrigen Antritt kombiniert mit Orangensaft, Vanille und Honig. Dann wird es schnell würziger oder besser gesagt gewürziger. Die Aromen aus der Nase sind nun kompakt im Geschmack vertreten. Nelken, Zimtstange, Anis und Kardamom füllen den Mund aus. Danach erscheint weißer Pfeffer und etwas Ingwer, es wird leicht schärfer und prickelnd - als hätte man auf ein Gewürzkorn gebissen. Auch hier im Mund ist der Alkohol ebenso nicht störend und gut integriert.


Abgang
Richtung Finish kommt die Eiche der Holzfässer stärker zum Tragen. Es wird bitterer. Die Gewürzaromen bleiben jedoch auch weiterhin präsent. Die Orange verblasst immer mehr und wandelt sich in die Schale eines grünen Apfels. Insgesamt ist der Abgang eher als mittellang zu bezeichnen.


Fazit
Das Experiment ist mal nichts für jeden Tag. Auf diese Nase muss man Lust haben. Extrem starke Glühweinaromen, die sehr stark dominieren und ein wenig aufgesetzt wirken. Aber. Heute beispielsweise hat mir diese Aromenkonzentration gut gefallen. Im Geschmack ist diese Gewürzmischung samt der leichten Süße und der immer präsenteren Würze und Schärfe ein nettes Aromenspiel, dass sich gut die Waage hält. Der Malt polarisiert sicherlich. Auf den muss man Lust haben. In einem Hot Toddy macht er sicherlich eine gute Figur. Insgesamt war ich doch positiv überrascht. Das Sample war lecker, der Kauf einer ganzen Flasche wird es jedoch nicht werden, dafür ist er zu speziell. Aber hie und da, zb. in der Weihnachtszeit…

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Mackmyra is the pioneer among the now several whisky distilleries in Sweden. Founded in 1999, the distillery is not only known for its own style, but has also paid attention to innovative and sustainable production developments from the very beginning. In 2011, for example, the Gravity Distillery was built - the most climate-friendly distillery in the world - using gravity for the entire whisky production process.

My first contact with Mackmyra was a bottle of Brukswhisky - the distillery's house and home bottle - brought by a former colleague from his holiday in Sweden. But that was it for my experience with this quite interesting distillery. So it was high time to pour another Swedish representative of the water of life into my glass. 

In keeping with the season and the previous midwinter night, I thought I would try the special edition Vinterglöd. In this whisky, several different types of casks have been blended together. In addition to PX and American white oak casks, a cask was also used where Glögg, Swedish mulled wine, was previously bottled. An interesting combination and fitting for the Christmas season. The whisky is bottled with the 46.1% typical for Mackmyra. The malt is an NAS whisky, i.e. without age statement, but not chill-filtered and not coloured.

Fotocredit: whiskybase.com

Nose & appearance
The Vinterglöd presents itself with a rich golden hue and with streaks slowly sliding down the glass. Oha! The aromas of glögg are immediately very present in the nose. It's like holding a mulled wine spice bag in the whisky glass. The full range of Christmas spices is at work here; cinnamon, cloves, star anise, cardamom and gingerbread? It is difficult to smell your way through this intense mixture of spices. Behind these aromas, you recognise English orange marmalade and candy. With a little standing time, malt and cereal notes come in like Christmas biscuits. Equally pleasant ex-bourbon barrel influences now emerge, like pineapple and lots of vanilla. The alcohol is very well integrated, no disturbing fires in the nose such as metallic hints or similar, as one often knows from young malts. 


Taste
The malt starts with a soft, creamy mouthfeel. It starts flavourfully with a slightly sugary attack combined with orange juice, vanilla and honey. Then it quickly becomes spicier, or rather more spicy. The aromas from the nose are now compactly represented in the taste. Cloves, cinnamon stick, aniseed and cardamom fill the mouth. Then white pepper and some ginger appear, it becomes slightly spicier and tingling - as if you had bitten on a grain of spice. Again, in the mouth, the alcohol is equally not bothersome and well integrated.


Finish
Towards the finish, the oak of the wooden casks comes more into play. It becomes more bitter. However, the spice aromas remain present. The orange fades more and more and turns into the skin of a green apple. Overall, the finish can be described as rather medium-long.


Conclusion
This experiment is not for every day. You have to be in the mood for this nose. Extremely strong mulled wine aromas, which dominate very strongly and seem a bit forced. But. Today, for example, I liked this concentration of aromas. On the palate, this mixture of spices, together with the slight sweetness and the ever-present spiciness and sharpness, is a nice interplay of aromas that balances each other out well. The malt is certainly polarising. You have to be in the mood for it. It certainly cuts a fine figure in a hot toddy. All in all, I was pleasantly surprised. The sample was delicious, but I won't be buying a whole bottle, it's too special for that. But now and then, for example at Christmas...

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