Donnerstag, 25. Juni 2026

Jack Daniel‘s Single Barrel Heritage Barrel

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL

Die Single-Barrel-Reihe von Jack Daniel’s hat mit dem Heritage Barrel permanenten Zuwachs erhalten. Zu den Besonderheiten dieser Variante zählt einerseits die Alkoholstärke von lediglich 50 %, mit der der New Make ins Fass gefüllt wird. Dadurch soll das Wasser intensiver mit dem Holz interagieren, was letztlich zu einer milderen und süßeren Aromatik im fertigen Whiskey führen soll.

Darüber hinaus lagern die Fässer für diese Abfüllung in den obersten Ebenen der Lagerhäuser in Lynchburg und sind dadurch höheren Temperaturen ausgesetzt. Dies zeigt sich auch daran, dass die Abfüllstärke ebenfalls bei 50 % liegt. Durch die stärkere Verdunstung von Wasser steigt der Alkoholgehalt während der Reifung wieder an. Zusätzlich werden die verwendeten Fässer doppelt so lange getoastet wie bei anderen Abfüllungen von Jack Daniel’s – nämlich 24 statt der üblichen 12 Minuten.


Aussehen
Dunkler Bernstein mit goldenen Reflexen.


Nase
Unverkennbar Jack Daniel’s. Diese wahrscheinlich dem Lincoln County Process geschuldete weiche, karamellisierte Milchkaramellnote ist sofort präsent und wird von einer Spur Butterpopcorn begleitet.

Die Ähnlichkeiten zu den anderen Single-Barrel-Abfüllungen sind deutlich erkennbar. Mit dem millionenfach verkauften, hochverdünnten Old No. 7 hat dieser Whiskey dagegen nur noch wenig gemeinsam.

Die 50 % vol. sorgen für einen kraftvollen Transport der Aromen zur Nase und wirken stellenweise sogar etwas intensiver, als man zunächst erwarten würde. Mit etwas Luft und Standzeit verflüchtigen sich diese Alkoholspitzen jedoch zunehmend.

Zurück bleiben cremiges Toffee, dunkles Karamell, reichlich Vanille sowie Noten von Bananenbrot, Minze und Kirschsirup. Insgesamt erscheinen mir die Aromen dunkler und reifer als bei den anderen Single Barrels. Das Holz wirkt vor allem im letzten Drittel der Verkostung deutlich präsenter und kraftvoller. Das Karamell scheint nochmals eine Spur länger im Topf geköchelt zu haben. Zimt und Muskatnuss ergänzen das Aromenspiel um würzige Facetten.

Die Nase wirkt kraftvoll, zugleich aber ausgesprochen harmonisch und ausgewogen. Am liebsten würde man das Glas gar nicht mehr von der Nase nehmen.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Auftakt ist sehr lebendig und wird von einem kurzen Aufflackern kräftigen schwarzen Pfeffers begleitet. Die geröstete Eiche ist sofort präsent und bringt reichlich Zimt und Muskat mit. Sehr lecker!

Hinter dieser anfänglichen Würze erscheinen süßes Toffee und Creme Brûlée mit einer dünnen Schicht knackigen Karamells. Das Mundgefühl ist cremig, beinahe schon dickflüssig. Der Kirschsirup und die Minze aus der Nase verbinden sich am Gaumen zu einem Eindruck von Pfefferminzbonbon mit Kirschgeschmack.

Der Alkohol bleibt jederzeit spürbar, ist jedoch sehr gut eingebunden und sorgt für die notwendige Intensität. Gegen Ende werden Zunge und Zahnfleisch zunehmend trockener. Ich vermute, dass dies weniger auf den Alkohol als vielmehr auf die recht präsente Eiche zurückzuführen ist.


Abgang
Leichte Bitterstoffe verbinden sich mit braunem Zucker und Zimt. Zusammen mit der Süße des Toffees entsteht eine schöne Komposition, die lange am Gaumen nachhallt.


Fazit
Eine rundum gelungene Ergänzung der Single-Barrel-Reihe!

Wie schon der Single Barrel Barrel Proof gefällt mir auch diese Abfüllung aus der Single-Barrel-Serie ausgesprochen gut. Der eigenständige Stil eines Tennessee Whiskeys und insbesondere der typische Charakter von Jack Daniel’s mit seiner weichen Karamellnote durch den zusätzlichen Kohlefilter-Durchgang sind sofort erkennbar.

Bekommt man die Flasche für rund 75 Euro, ist sie für mich ein klarer No-Brainer.

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall