Whiskybase
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Der schottische unabhängige Abfüller North Star Spirits aus Glasgow bringt unter seiner noch relativ neuen Connection-Serie Blended Malts auf den Markt, die jeweils eine der schottischen Whiskyregionen widerspiegeln. So sind neben Islay und den Highlands bislang auch die Campbeltown Connection erschienen.
Bei diesem Blended Malt mit der Altersangabe von 10 Jahren sollen laut offizieller Webseite Malts von Springbank, Glen Scotia und „anderen Campbeltown Malts“ im Vatting enthalten sein. Neben Springbank und Glen Scotia gibt es eigentlich nur noch Kilkerran. Im Internet findet man bei diversen Quellen die Information – oder besser gesagt das Gerücht –, dass in dem Blend Anteile von sehr altem Springbank aus den 1994er-Jahren sowie 25 Jahre alter Glen Scotia enthalten sein sollen. Dies wurde von NSS offiziell jedoch nie bestätigt.
Wie in Schottland gesetzlich vorgesehen, gilt für die Altersangabe immer der jüngste Bestandteil eines Whiskys. In diesem Fall haben wir es mit 10 Jahren zu tun. Die Reifung erfolgte in First-Fill- und Refill-Hogsheads. Insgesamt wurden 1.500 Flaschen ohne Kühlfiltration mit 50,7 % abgefüllt.
Aussehen
Helles Gelbgold
Nase
Eine leichte Rauchfahne weht aus dem Glas. Der Rauch wirkt eher mineralisch und weniger wie Holzkohle oder brennende Holzscheite. Er passt jedoch gut zu der zarten maritimen Note, die dieser Blended Malt anfänglich ausstrahlt. Hinter dem Rauch beziehungsweise ihn sehr schnell überlagernd liegen Aromen von Zitrusfrüchten, allen voran Zitrone und roter Grapefruit.
Was mir besonders gut gefällt, ist dieses mittel angebräunte Karamell mit der Vanille als Kopfstimme im Geruchsprofil. Leicht schmutzig, angekohlt und gleichzeitig kombiniert mit warmem Vanillepudding.
Der Alkohol könnte eine Spur besser eingebunden sein. Immer wieder kitzelt beim Riechen eine kleine Alkoholspitze leicht in der Nase. Das stört allerdings nicht so stark, dass man den Geruch nicht absolut genießen könnte. Der Whisky ist zwar kein Komplexitätsmonster mit verborgenen Schichten und Nuancen – die Aromen liegen mehr oder weniger offen vor einem –, harmonieren jedoch sehr schön miteinander und bringen einen angenehmen Campbeltown Funk mit.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Geschmack
Im Mund beißt der Alkohol anfänglich doch etwas stärker zu, als der Geruch vermuten ließ. Mit der erwähnten Alkoholschärfe verbindet sich jedoch eine Süße, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter der Pfeffernote zeigen sich außerdem Vanillecreme und mittlerweile eher tropische Fruchteinflüsse. Das Mundgefühl an sich ist kräftig und von öliger Textur geprägt.
Ich versuche ihn nun dennoch direkt mit etwas Wasser, da ich vermute beziehungsweise hoffe, dass dadurch die Schärfe in den Hintergrund tritt und mehr Aromen freigegeben werden.
Und ja, ein paar Tropfen Wasser stehen ihm gut. Die anfänglich dominierende Schärfe weicht einer angenehmen Würzigkeit mit leichtem Holzeinfluss, gepaart mit einem nun noch deutlicheren Vanilleeinschlag. Die zuvor sehr stark empfundene Süße ist mit Wasser ebenfalls etwas abgemildert, aber weiterhin präsent. Fruchtseitig kommen nun zusätzlich Erdbeermarmelade beziehungsweise Erdbeersauce hinzu.
Abgang
Der Abgang fällt eher mittellang aus. Würzige Noten mit Vanille, etwas Erdbeerkompott und ein Hauch Minze kombinieren sich zu einem angenehmen Finale, bei dem ich ganz zum Schluss nochmals etwas Rauch bemerke.
Fazit
Der für mein Empfinden etwas zu aggressive Alkohol stört den Genuss ein wenig. Mit Wasser wird der Whisky jedoch deutlich angenehmer und zugleich süffiger. Wer gerne mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert, bekommt hier einen sommerlichen Whisky mit vorwiegend Bourbonfassreifung und einem schönen Kick Campbeltown-Flair.
Ich persönlich würde dennoch eher zu einem Springbank 10y oder einem Kilkerran 12y tendieren.


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