Springbank
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Donnerstag, 21. Mai 2026

The Campbeltown Connection 10y

 

Whiskybase

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Der schottische unabhängige Abfüller North Star Spirits aus Glasgow bringt unter seiner noch relativ neuen Connection-Serie Blended Malts auf den Markt, die jeweils eine der schottischen Whiskyregionen widerspiegeln. So sind neben Islay und den Highlands bislang auch die Campbeltown Connection erschienen.

Bei diesem Blended Malt mit der Altersangabe von 10 Jahren sollen laut offizieller Webseite Malts von Springbank, Glen Scotia und „anderen Campbeltown Malts“ im Vatting enthalten sein. Neben Springbank und Glen Scotia gibt es eigentlich nur noch Kilkerran. Im Internet findet man bei diversen Quellen die Information – oder besser gesagt das Gerücht –, dass in dem Blend Anteile von sehr altem Springbank aus den 1994er-Jahren sowie 25 Jahre alter Glen Scotia enthalten sein sollen. Dies wurde von NSS offiziell jedoch nie bestätigt.

Wie in Schottland gesetzlich vorgesehen, gilt für die Altersangabe immer der jüngste Bestandteil eines Whiskys. In diesem Fall haben wir es mit 10 Jahren zu tun. Die Reifung erfolgte in First-Fill- und Refill-Hogsheads. Insgesamt wurden 1.500 Flaschen ohne Kühlfiltration mit 50,7 % abgefüllt.


Aussehen
Helles Gelbgold


Nase
Eine leichte Rauchfahne weht aus dem Glas. Der Rauch wirkt eher mineralisch und weniger wie Holzkohle oder brennende Holzscheite. Er passt jedoch gut zu der zarten maritimen Note, die dieser Blended Malt anfänglich ausstrahlt. Hinter dem Rauch beziehungsweise ihn sehr schnell überlagernd liegen Aromen von Zitrusfrüchten, allen voran Zitrone und roter Grapefruit.

Was mir besonders gut gefällt, ist dieses mittel angebräunte Karamell mit der Vanille als Kopfstimme im Geruchsprofil. Leicht schmutzig, angekohlt und gleichzeitig kombiniert mit warmem Vanillepudding.

Der Alkohol könnte eine Spur besser eingebunden sein. Immer wieder kitzelt beim Riechen eine kleine Alkoholspitze leicht in der Nase. Das stört allerdings nicht so stark, dass man den Geruch nicht absolut genießen könnte. Der Whisky ist zwar kein Komplexitätsmonster mit verborgenen Schichten und Nuancen – die Aromen liegen mehr oder weniger offen vor einem –, harmonieren jedoch sehr schön miteinander und bringen einen angenehmen Campbeltown Funk mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund beißt der Alkohol anfänglich doch etwas stärker zu, als der Geruch vermuten ließ. Mit der erwähnten Alkoholschärfe verbindet sich jedoch eine Süße, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter der Pfeffernote zeigen sich außerdem Vanillecreme und mittlerweile eher tropische Fruchteinflüsse. Das Mundgefühl an sich ist kräftig und von öliger Textur geprägt.

Ich versuche ihn nun dennoch direkt mit etwas Wasser, da ich vermute beziehungsweise hoffe, dass dadurch die Schärfe in den Hintergrund tritt und mehr Aromen freigegeben werden.

Und ja, ein paar Tropfen Wasser stehen ihm gut. Die anfänglich dominierende Schärfe weicht einer angenehmen Würzigkeit mit leichtem Holzeinfluss, gepaart mit einem nun noch deutlicheren Vanilleeinschlag. Die zuvor sehr stark empfundene Süße ist mit Wasser ebenfalls etwas abgemildert, aber weiterhin präsent. Fruchtseitig kommen nun zusätzlich Erdbeermarmelade beziehungsweise Erdbeersauce hinzu.


Abgang
Der Abgang fällt eher mittellang aus. Würzige Noten mit Vanille, etwas Erdbeerkompott und ein Hauch Minze kombinieren sich zu einem angenehmen Finale, bei dem ich ganz zum Schluss nochmals etwas Rauch bemerke.


Fazit
Der für mein Empfinden etwas zu aggressive Alkohol stört den Genuss ein wenig. Mit Wasser wird der Whisky jedoch deutlich angenehmer und zugleich süffiger. Wer gerne mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert, bekommt hier einen sommerlichen Whisky mit vorwiegend Bourbonfassreifung und einem schönen Kick Campbeltown-Flair.

Ich persönlich würde dennoch eher zu einem Springbank 10y oder einem Kilkerran 12y tendieren.

Mittwoch, 19. November 2025

Springbank 12 CS Batch 25

 

Whiskybase

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Es war reines Glück, dass ich im vergangenen Frühjahr genau an dem Tag im Onlineshop von Potstill in Wien stöberte, als das damals aktuelle Batch 25 des Springbank 12 CS verfügbar war. Da musste ich nicht lange überlegen – was man bei Springbank-Abfüllungen ohnehin tunlichst vermeiden sollte – und griff sofort zu.

Die Flasche wurde auch sogleich geöffnet und ein paar Samples fanden ihren Weg zu den Kumpels. Bis auf zwei oder drei Drams veränderte sich der Füllstand über die folgenden Monate hinweg kaum. Jetzt, mit Beginn der kühleren Jahreszeit, sticht mir die Flasche immer häufiger ins Auge und es ist gut möglich, dass sie den Winter nicht überlebt.

Es wird also Zeit, dieses Batch einer genaueren Betrachtung samt Verkostungsnotizen zu unterziehen.

Für diese Ausgabe wurde eine Fassmischung aus 70 Prozent Bourbon und 30 Prozent Sherry verwendet. Abgefüllt wurde mit kräftigen 57,2 Prozent Alkohol. Wie bei Springbank üblich gibt es weder nachträgliche Färbung noch Kühlfiltration.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Intensiv, muffig, angekohltes Holz, würzig – so eröffnet dieses Batch den Geruchsreigen. Sofort ist diese für Springbank so typische, leicht schmutzige Aromendichte präsent. Vor meinem inneren Auge entsteht ein Raum voller alter Ledermöbel, umgeben von Bücherregalen mit angestaubten Büchern. Auf dem Couchtisch liegen Krümel von altem Pfeifentabak, und vor dem Sofa steht ein Paar mit Schuhcreme gepflegte Lederhausschuhe.

In einer Schale liegen getrocknete Aprikosen und Pflaumen, die einen cremig-fruchtigen Duft verströmen. Mit steigender Luftzufuhr verwandelt sich vor allem die Pflaume in eine Erdbeermarmelade mit einem deutlichen Vanilleeinschlag. Richtig süß ist die Abfüllung nicht, Honig- oder Zuckernoten treten kaum auf, doch die Kombination aus Vanille, Aprikose und Erdbeermarmelade sorgt für eine angenehm süß-cremige Assoziation.

Eine wirklich delikate Nase, die zum Dauerschnuppern animiert. Der Alkohol ist kräftig, aber hervorragend integriert.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Unverdünnt sorgen die über 57 Prozent für einen kraftvollen und wärmenden Antritt. Ein feines Prickeln auf der Zunge, begleitet von einer anregenden Ingwer- und leichten Chilischärfe, eröffnet das Geschehen. Danach folgen Pfefferminz, cremige halbbittere Schokolade, geröstete Nüsse, die leicht angeschwärzten Holzscheite und Tabakaromen. Der typische Springbank-Funk ist ebenfalls vorhanden und zeigt sich vor allem in einer Assoziation nach einem schmutzigen Lappen voller Maschinenöl. Immer wieder erstaunlich, wie Springbank diese Aromen hervorruft.

Die fruchtige Seite wirkt eher verhalten. Getrocknete Aprikosen und ein Hauch getrockneter Beeren sind vorhanden und werden von einer fein eingebundenen Süße begleitet.

Mit Wasser wird der scharf-würzige Beginn milder und süßes, cremiges Karamell mit viel Vanille tritt stärker hervor. Auch verdünnt bleibt die fruchtige Seite zurückhaltend. Die schmutzige, funkige Seite gewinnt dafür an mineralischen Eindrücken hinzu. Sehr interessant.


Abgang
Getrocknete Aprikosen in geschmolzener dunkler Schokolade. Angekohlte Holzstücke liegen auf einem schmutzigen Lappen, der Flecken von Motoröl zeigt. Zusammen mit getrockneten Tabakblättern und Schuhpolitur bleibt all das lange im Rachen und am Gaumen haften.


Fazit
Ich bin wirklich froh, dass ich mir damals eine Flasche sichern konnte. Dieses Batch ist ein ausgesprochen leckerer Vertreter des Springbank-Stils und gefällt mir jedes Mal, wenn ich es im Glas habe – was in den nächsten Wochen sicherlich häufiger der Fall sein wird.

Ich tendiere klar dazu, ihn unverdünnt zu genießen, da er mir mit etwas Wasser zu generisch wurde. Der Funk war zwar weiterhin da, aber mir fehlte der Punch.


Mittwoch, 8. Oktober 2025

Hazelburn 8y 2017/2025 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

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Hat sich Springbank in den letzten Jahren vielleicht übernommen und mehr abgefüllt, als die Lagerbestände hergaben? Oder steckt eine gezielte Strategie dahinter, dass die aktuellen Abfüllungen zunehmend jünger werden und teilweise gar keine Altersangabe mehr tragen? Bei Longrow etwa erschien zuletzt ein 7-jähriger Longrow Red, gefolgt von einem Longrow 100 Proof. Bei Springbank steht nun ein 5-jähriger 100 Proof in den Startlöchern, und bei Hazelburn gab es 2024 gar keine neue Ausgabe der Oloroso Cask Matured-Reihe.

Die jüngste Abfüllung dieser Serie wurde im März 2025 vorgestellt und bringt es nur noch auf acht Jahre im Fass. Alle Vorgänger waren deutlich älter – die Ausgabe von 2023 lag beispielsweise ganze 15 Jahre im Holz.

Ist dieser Trend zu jüngeren Abfüllungen nur eine vorübergehende Erscheinung, oder müssen wir uns langfristig darauf einstellen? Hat der anhaltende Hype die Bestände im Fasslager spürbar dezimiert? Die Brennerei, die ihrer Philosophie der Qualitätstreue bislang treu geblieben ist und bewusst unterhalb ihrer maximalen Produktionskapazität brennt, könnte sich gezwungen gesehen haben, jüngere Whiskys abzufüllen, um Serien wie diese weiterhin bedienen zu können. In der Szene kursiert bereits das Gerücht, dass der neue 5-jährige Springbank langfristig den 10-jährigen ersetzen könnte – eine Vorstellung, die mir persönlich gar nicht schmeckt.

Doch zurück zur neuen Hazelburn Oloroso Cask Matured Abfüllung. Sie wurde 2017 destilliert und 2025 mit 48,2 Prozent abgefüllt. Wie üblich ist der dreifach destillierte Single Malt weder gefärbt noch kühlfiltriert.


Aussehen
Dunkler Bernstein


Nase
Der erste Eindruck ist ausgesprochen positiv. Vom jungen Alter merkt man erstaunlich wenig. Sofort präsent ist der typische Springbank-Funk mit seiner leicht „schmutzigen“ Note, hier sogar deutlicher ausgeprägt als bei manch älteren Vorgängern. Nach den ersten Eindrücken treten volle Sherrynoten hervor – Rosinen, dunkle Trockenfrüchte und intensive Vanille. Besonders interessant ist das Zusammenspiel mit säuerlicher Orangenmarmelade und cremigen Erdbeeren, die sich angenehm von klassischen Sherryaromen abheben. Die Nase wirkt älter, als das Alter vermuten lässt. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden, keine Spur von Jugend oder harten Kanten. Im Gegenteil: alles wirkt weich, harmonisch und cremig – ohne dass der typische Funk verloren ginge.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weich, cremig und süß beginnt er mit Rosinen, getrockneten Feigen und Datteln. Dazu kommen leicht geräucherte Orangenschalen, Orangengelee und gekochte Backpflaumen. Dunkle Schokolade steuert eine feine Herbe bei. Der Funk ist auch hier präsent, jedoch dezenter als in der Nase. Im Mittelteil gewinnen würzige Noten die Oberhand, begleitet von einer Spur Pfeffer. Danach übernehmen alte, leicht muffige Töne – angetrockneter Pfeifentabak, altes Leder und eine Prise Schuhpolitur. Insgesamt treten die fruchtigen Sherryelemente etwas in den Hintergrund, was den herberen, nussigen und würzigen Oloroso-Charakter stärker betont. Der Alkohol ist gut eingebunden, wenn auch in der Nase noch harmonischer integriert.


Abgang
Angenehme Holzaromen, getrockneter Tabak, Rosinen und Feigen prägen den mittellangen Nachklang. Gegen Ende blitzt der charakteristische Funk nochmals kurz auf – sehr schön.


Fazit
Ich bin positiv überrascht. Ich hatte mit deutlich mehr Jugend und weniger Tiefe gerechnet, wurde aber eines Besseren belehrt. Vor allem Nase und Finish überzeugen auf ganzer Linie. Im Geschmack zeigt er klar die Handschrift der Hazelburn-Oloroso-Serie. Alles, was man erwartet, ist vorhanden, auch wenn die typischen Sherryfruchtaromen etwas reduzierter ausfallen als bei älteren Jahrgängen. Mir gefällt diese Abfüllung ausgesprochen gut. Der Preis von rund 100 Euro ist sicherlich diskutabel, aber wer Hazelburn liebt, wird hier kaum enttäuscht. Muss man ihn haben? Nein. Kann man ihn genießen? Unbedingt.

Mittwoch, 19. März 2025

Longrow Red 7y Pinot Noir Cask Matured

 

Whiskybase

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Longrow, das dritte sehr rauchige Standbein der beliebten Springbank Brennerei in Campbeltown, hat neben der normalen Core Range mit dem NAS Longrow Peated und dem 18er auch eine, mehr oder weniger jährlich erscheinende, Longrow Red Reihe. Bei dieser Serie werden ausschließlich Rotwein-Fässer für die Reifung oder dem nachträglichen Finish verwendet. Die erste Abfüllung kam 2012 mit dem Longrow 11y Carbernet Sauvignon Cask heraus. 

Meine bislang einzige Begegnung mit dieser Linie war der Longrow 11y Red 2022 Tawny Port Barrels - toller speckiger Raucher mit viel Funk und Port-Impact. Leider sind die Preise für die Reds, wie bei den meisten Springbank Flaschen, jenseits von Gut und Böse. Darum hat sich bis dato keine weitere Annäherung meinerseits ergeben. Im Sommer letzten Jahres besorgte ich mir jedoch ein Samples des Longrow 7y Red 2024 Pinot Noir Cask. Bei dieser Ausprägung reifte der Whisky anfänglich vier Jahre in Refill Bourbon Caks, bevor er für drei weitere Jahre in Pinot Noir Cask umgefüllt wurde und dort sein Finish bekam. Danach kam er mit 100 Proof bzw. 57,1 % Alkoholstärke in die Flasche.   


Aussehen
Heller roter Kupferton


Nase
Anfänglich meldet sich der Alkohol mit einem leichten Prickeln in der Nase. Dann übernimmt der mineralische Rauch, der zusammen mit noch weiß glühender Steinkohle kräftig Gas gibt. Dahinter kommt eine schon fast quietsch fruchtige Gummibären Aromatik zum Vorschein, wo ganz klar die Himbeer- und Orangebärchens dominieren. Ein wenig scheinen sie im Rauch gelegen zu haben, denn sie haben einen leicht geräucherten, speckigen Touch. Süße von Karamell ist als weitere Geruchsschicht präsent.
Mit Fortdauer geht die fruchtige Seite mehr in eine Fruchtsäure über. Die Orangen sowie Ribiseln und Stachelbeeren übernehmen immer mehr das Kommando. Im Hintergrund lassen sich getrocknete Kräuter, Baumharz sowie Teernoten erkennen.
Die Jugendlichkeit mit seinen sieben Lenzen merkt man dem Malt im Geruch schon an. Die Nase ist sehr spritzig, die Aromen poltern etwas - nicht negativ gemeint - sie scheinen noch nicht 100% perfekt mit einander verwoben. Einfach ein Jungspund mit Kraft und Dynamik.

Mit etwas Wasser werden die Aromen homogener, sie vermischen mehr miteinander. Die fruchtig süßen und säuerlichen Noten harmonieren mehr mit der harzig würzigen Seite. Nun taucht auch eine angenehme Vanille in der Nase auf. Wo war die vorher?

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Ohne Wasserzugabe startet der Whisky mit einem kräftigen Antritt, ziemlich Jung fühlt es sich im Mund an. Der mineralische Rauch ist relativ kurz vorhanden und wird von einer scharf würzigen Chilli-Schärfe schnell überlagert. Danach erscheint eine ordentliche Portion Asche und bringt eine deutliche Bitterkeit mit sich und sorgt dadurch für Abzüge in der B-Note.
Der Alkohol sorgt für Trockenheit auf der Zunge und am Gaumen. Wenn man diese geschmackliche Achterbahn überstanden hat, erscheinen rote Beeren, die leicht geräuchert sind, etwas Süße aber auch wieder eine säuerlich fruchtige Orangenmarmelade.

Ein paar Tropfen Wasser zähmen seine ungestüme Seite vom Beginn. Es dominieren nun mehr die Fruchtaromen mit ihrer Süße. Die Schärfe ist fast gänzlich verschwunden. Nur eine leichte würzige Note bleibt über. Die bittere Asche zeigt sich nur noch ganz dezent im Hintergrund.


Abgang
Schöne Kombination aus Rauch und roten Beeren. Dunkle Schokolade mit erhöhtem Kakaoanteil ist mit von der Partie. Im Finish ist die Bitterkeit vom Geschmack deutlich runder und angenehmer. Die Aromen haften fast schon klebrig am Gaumen und im Rachen.


Fazit
Ein junger wilder Raucher. Er ist spannend, keine Frage. Aber auch noch ein wenig unharmonisch und kantig. Vielleicht hätten ihm noch zwei, drei Jahre länger in den Fässern gut getan. Er verträgt ein paar wenige Tropfen Wasser. Dann verliert er seine raue, robuste Seite. Bin mir nicht sicher, was mir mehr gefällt.
Kann man machen, aber die aktuell aufgerufenen Preise von € 100,- und mehr ist er meiner Meinung nach nicht wert. Die Kritiken und Wertungen im Internet und in den Kreisen der Nerds sind sich auch nicht ganz einig, was man von ihm halten soll. Für mich ist er kein Kaufkandidat, vielleicht ist ja der in Bälde im Handel aufschlagende Longrow Red 100 Proof mehr ein Kaufkandidat, wobei er scheint sogar noch jünger zu sein. 

Mittwoch, 10. April 2024

Hazelburn 15y 2008 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

English Text-Version


Die dritte Single Malt Reihe von Springbank, Hazelburn, ist nach einer Lost-Distillery benannt. Die Hazelburn Brennerei lag ebenfalls in Campbeltown und war knapp 100 Jahre, zwischen 1825 und 1925, produktiv, bis sie 1921 von Mitchell & Co., dem Eigentümerunternehmen von Springbank, gekauft und 1925 stillgelegt wurde. 1997 wurde erstmals wieder ein Hazelburn New Make destilliert und in Fässer abgefüllt. Nun aber als eigene Marke von Springbank. 2005 wurde der erste Hazeburn Single Malt in Flaschen abgefüllt.

Neben der 10jährigen Standardabfüllung gibt es seit 2017 die einmal im Jahr erscheinende Oloroso Cask Matured Serie. Wobei jährlich nicht ganz korrekt ist. 2020 gab es aufgrund von Corona leider gar keine Abfüllung und 2022 dafür gleich zwei. Die letzte ist der 2008 destillierte 15jährige aus September 2023. 

Kürzlich ist eine Flasche davon bei mir nach Hause eingezogen. Interessant ist, dass er mit seinen 55,8% die bisher alkoholkräftigste Version in dieser Serie ist.


Aussehen
Dunkles Nussbraun mit einem orangen Touch.


Nase
Sehr weiche cremige Nase. Der Alkohol ist top eingebunden, kein Stechen, kein Prickeln, einfach Aromen pur. Das Sherryfass zeigt sofort wo es lang geht. Kompott aus reifen dunklen Pflaumen mit einer Prise Muskat und Zimt. Dazu Marmelade aus Orangen und Marillen, wobei der Orangenanteil hier deutlich höher ist. Auch ein paar Orangenzesten haben sich in der Marmelade versteckt. Gemeinsam erzeugt dies eine schöne Fruchtigkeit mit einer dezenten Säure, nicht zu viel Süße und minimalen herb bitteren Momenten von den Zesten. Wunderbar ausgewogen. Eingelegte Rosinen zusammen mit cremiger Milchschokolade und Haselnüssen gesellen sich ebenso zum Geruchspotpourri wie Gerüche nach Schuhpaste, alten Ledermöbel und getrockneten Tabakblättern. Der typische Springbank-Style mit dieser gewissen schmutzig, öligen Note, als wenn sich ein paar ölige Lappen im Destillierprozess versteckt hätten, schwingt im Hintergrund mit. Anfangs noch schüchtern, nimmt der „Funk“ mit Ruhe und Sauerstoffzufuhr nach und nach an Fahrt auf. Er ist mir jedoch bei der einen und anderen Abfüllung schon mal intensiver in der Nase gelegen.

Ein paar Tropfen Wasser kitzeln noch eine sehr feine Vanillenote und ganz leichte florale Töne hervor. Die anderen Aromen bleiben weitgehend ident. 


Geschmack
Jetzt gibt er Vollgas! Zuerst noch sehr weich und cremig, fährt dieser von mir so gemochte schmutzige Stil voll an. Ich habe sogar das Gefühl, etwas Rauch und Torf zu ahnen, dazu eben dieser leicht nach Maschinenöl schmeckende Funk mit seiner angenehmen Mineralität. Der Alkohol zeigt sich mit einer leicht prickelnden Schärfe, die jedoch sehr rasch durch eine deutliche Fruchtigkeit im Mund ersetzt wird. Jetzt erscheinen die Zwetschken, nun eher in getrockneter Form, Datteln und Feigen und auch dunkle Beeren. Rosinen mit weichem süßen Toffee begleiten die Tabakblätter und das alte Ledersofa. Vor allem die Süße überrascht mich. Der Alkohol spielt auch im Mund keine Rolle, sehr gut integriert.

Mit den paar Tropfen Wasserbeigabe wird die anfänglich kurze Schärfeperiode deutlich abgemildert, aber ohne an Intensität zu verlieren. Die schöne Süße, gepaart mit Sherryaromen und Springbank-Funk bleiben homogen verwoben.


Abgang
Die Rosinen mit den Datteln und Zwetschken liegen lange am Gaumen. Jetzt erscheint auch eine leichte Trockenheit, vom Holz der Fässer getrieben. Weiterhin ist diese ganz feine Rauchassoziation zu schmecken. Das Finish bleibt lange zu genießen. 


Fazit
Ich versuche den Hype rund um Springbank und deren Abfüllungen weitgehend zu ignorieren. Allein bei den jährlichen Hazelburn Oloroso Cask Abfüllungen kann ich nicht widerstehen. Die treffen einfach zu 100% meine Geschmacksknospen. Und diese Flasche bzw. deren Inhalt ist wie wenn man einen guten alten Freund nach längerer Pause wieder trifft. Man ist sofort wieder auf einer Wellenlänge und braucht keinen Anlauf um gleich wieder das zuletzt begonnene Gespräch weiterzuführen. So ist es auch mit diesem Hazelburn. Von der ersten Geruchsprobe bis zum finalen Schluck. Ein Genuss, den ich kenne und sehr schätze. Ich bin sehr froh, eine Flasche ergattert zu haben. 

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English Text Version


Springbank's third single malt range, Hazelburn, is named after a lost distillery. The Hazelburn distillery was also located in Campbeltown and was in production for almost 100 years, between 1825 and 1925. It was bought by Mitchell & Co, the company that owned Springbank, in 1921 and closed in 1925. It was not until 1997 that a Hazelburn New Make was distilled and bottled in cask for the first time. But now as Springbank's own brand. In 2005, the first Hazeburn Single Malt was bottled.

Since 2017, the Oloroso Cask Matured series is released annually in addition to the standard 10 year bottling. Annual is not quite right. Unfortunately there was no bottling in 2020 due to the coronavirus and two in 2022. The last is the 15-year-old from September 2023, distilled in 2008. 

A bottle of this arrived at my home a short time ago. It's interesting to note that at 55.8% it's the strongest version yet.

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Deep nut-brown with orange reflexes.


Nose
The nose is very smooth and creamy. The alcohol is perfectly integrated, no stinging, no tingling, just pure flavours. The sherry cask is leading the way here. There are hints of nutmeg and cinnamon and a compote of ripe dark plums. This is accompanied by orange and apricot marmalade, although the proportion of orange is much higher. There are also a few orange zests hidden in the marmalade. Together they create a lovely fruity flavour with a subtle acidity, not too much sweetness and minimal bitter moments from the peel. Wonderfully balanced. Pickled sultanas, creamy milk chocolate and hazelnuts join the olfactory potpourri, as do scents of shoe polish, old leather furniture and dried tobacco leaves. The typical Springbank style echoes in the background. There is a certain dirty, oily note, as if a few oily rags had been hidden in the distillation process. Shy at first, the 'funk' gradually picks up speed as it rests and is oxygenated. However, it was more intense in previous bottlings.

A few drops of water bring out a very fine note of vanilla and a very light floral note. The other aromas remain more or less the same. 


Taste
Now it's full throttle! Still very smooth and creamy at first, this dirty style I love so much kicks into high gear. I even have the feeling that I can detect some smoke and peat, as well as that slightly machine-oil-flavoured funk with its pleasant minerality. The alcohol comes in with a slight bite, but this is quickly replaced by a clear fruitiness in the mouth. Plums appear, now more dried, dates, figs and dark berries. Sultanas with soft, sweet toffee accompany the tobacco leaves and the old leather sofa. It was the sweetness that surprised me the most. The alcohol doesn't play a role in the mouth either, it's very well integrated.

With a few drops of water, the spiciness at the beginning is considerably softened, but without losing any of its intensity. The beautiful sweetness, paired with the sherry flavours and Springbank funk, remain homogeneously interwoven.


Finish
The sultanas, dates and prunes are still present on the palate. Driven by the wood from the casks, there is also a slight dryness. This very fine association of smoke is still very much present. The finish is long and lingering. 


Conclusion
I try to ignore most of the hype surrounding Springbank and what it gets bottled. However, I can't resist the annual Hazelburn Oloroso Cask bottlings. They just hit my taste buds 100 per cent. And this bottle and its contents are like meeting a good old friend after a long time. You're instantly connected and don't need to start from scratch to continue the conversation you've just started. It's the same with this Hazelburn. From the very first whiff to the very last sip. A pleasure I know and appreciate very much. I am very happy to have got hold of a bottle. 

Mittwoch, 16. August 2023

Longrow 18y (2020)

 

Whiskybase

English Text-Version


Der Longrow 18y ist die zweitälteste Abfüllung im rauchigen Standardsortiment von Springbank - und damit auch der älteste Whisky, den ich bisher aus dieser Brennerei aus Campbeltown hatte. Streng limitiert kommt jedes Jahr eine neue Version auf den Markt - vom von mir verkosteten 2020er gab es nur 4.300 Flaschen. Das Besondere an diesem Whisky ist, dass jedes Jahr eine andere Fasskombination verwendet wird.

So wurden für die Reifung des 2020iger Jahrgangs 25% Ex-Bourbon, 20% Rum und 55% Sherry Casks vermählt. Leider konnte ich keine Infos finden, welche Rum und Sherryfässer genau zum Einsatz kamen. Beim Sherry bin ich ziemlich sicher, dass es klassische Olorosofässer waren.  

Ich bin wirklich auf diesen rauchigen Springbank sehr gespannt, da mir der Einsteiger, der Longrow Peated schon ziemlich gut gefallen hat.


Aussehen
Dunkles Gold, Blütenhonig


Nase
Der Geruch startet sofort kräftig. Mit sehr reifen Birnen, rote und gelbe, die bereits sehr weich und saftig sind. Auch reife Weinbergpfirsiche sind bei einer sehr fruchtigen Anfangsnase dabei. Sehr obstlastig im Vordergrund zu Beginn. Eine Spur Schwefel in Form von Streichholzköpfen ist vielleicht auch da, es lässt sich für mich schwer greifen, da es sich mit den Aromen der sehr reifen, fast schon überreifen Früchte vermischt. Es könnte sich dabei jedoch auch um intensive Esternoten handeln, die von den verwendeten Rumfässern herrühren, falls die Fässer aus Jamaika stammen würden. Im Hintergrund findet man, neben einer ordentlichen Portion Vanille, aber auch die ersten Anklänge des Springbank Funks, dieser besondere „dreckige“ Aromenstil. Dazu gesellen sich mineralische Noten und ein leichter Rauch, der nach ausgekühlter Holzkohle oder sogar Briketts riecht, ein wenig schmierig und fettig. Ein paar getrocknete Gewürze, kombiniert mit Honigsüße sind auch mit von der Partie und werden im Laufe der Zeit und Sauerstoffzufuhr im Glas intensiver. Die Aromen sind sehr harmonisch miteinander vermischt, der Alkohol ist sehr gut integriert. Tolle Nase.


Geschmack
Wachsgleich gleitet der Malt in den Mundraum, sehr weich und samtig. Eine leichte Schwefelnote ist zu schmecken, die jedoch sofort von einer Süße von Honig und Früchten weggewischt wird. Die Birnen und Pfirsiche aus dem Geschmack bekommen von Honigmelonen Unterstützung. Leichter Rauch und etwas vom Funky Springbank Dirt ist ebenfalls zugegen, bleibt aber im Hintergrund. Die Eiche meldet sich erstmals mit würzigen Holzaromen zu Wort, auch leicht bittere Aspekte nun. Die getrockneten Kräuter und die Vanille zeigen sich ebenfalls im Geschmack. Auch im Mund ist der Alkohol toll eingebunden, ich bin sogar der Meinung, knapp um die 50% hätten ihn - fast schon unmöglich - gut getan (Jammern auf höchstem Niveau).


Abgang
Die Süße bleibt auch im Finish deutlich, ebenso die Früchte. Die Würze der Holzfässer ist nun deutlicher. Ganz am Ende bleibt der Torf und Rauch zusammen mit Honig sowie den Gewürzen lange im Mundraum förmlich kleben. Der Whisky ist lange präsent, und zwar im ganzen Mundraum und Rachen. Er ist gekommen um zu bleiben, könnte man meinen.


Fazit
Der Funk ist in der Nase zwar vorhanden, jedoch scheinen die 18 Jahre und die Fasskombination den typischen funky Style von Springbank in Schach zu halten oder zu harmonisieren. Dies ist auch das Stichwort, Harmonie, genau dies ist die Nase. Sehr schön ausgewogen und weich, ohne dabei jedoch leicht oder fad zu wirken. Sehr gehaltvoll und schön. Einer dieser Whiskys, wo bei mir das Riechen fast schon reicht um zu schwelgen.

Aber ich hab gekostet. Und Gottseidank hab ich es getan. Ein so tolles Mundgefühl und die Harmonie der Aromen führt sich hier fort. Eine tolle Kombination an süß/fruchtigen Aromen mit dem Rauch und der Funkyness. 

Ein toller Malt! Sicherlich eins der Highlights in meinem Whiskyjahr 2023. Ich vergebe bei meinen Tasting-Notes nie Punkte. Bei Whiskybase jedoch schon und hier werden die 90 Punkte klar überschritten.

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English Text-Version


The Longrow 18y is the second oldest bottling in Springbank's standard peated range - and thus also the oldest whisky I have had from this Campbeltown distillery. Strictly limited, a new version is released every year - there were only 4,300 bottles of the 2020 I tasted. The special thing about this whisky is that a different cask combination is used every year.

For the 2020 maturation, 25% ex-bourbon, 20% rum and 55% sherry casks were used. Unfortunately, I couldn't find any information about which rum and sherry casks were used exactly. As for the sherry, I'm pretty sure it was classic oloroso casks.  

I'm really looking forward to this peaty Springbank, as I already quite liked the entry level Longrow Peated.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Dark gold, floral honey


Nose
The smell starts strongly right away. With very ripe pears, red and yellow, already very soft and juicy. Ripe vineyard peaches are also present on a very fruity initial nose. Very fruit-heavy up front at the start. A hint of sulphur in the form of match heads may also be there, it is hard for me to get a grip on as it blends with the aromas of the very ripe, almost overripe fruit. However, it could also be intense estery notes coming from the rum casks used, if the casks were from Jamaica. In the background, besides a good portion of vanilla, one also finds the first hints of Springbank funk, this special "dirty" aroma style. This is joined by mineral notes and a light smoke that smells of cooled charcoal or even briquettes, a little greasy and oily. A few dried spices combined with honey sweetness are also in the mix and become more intense with time and oxygenation in the glass. The flavours are very harmoniously blended, the alcohol is very well integrated. Great nose.


Taste
Like wax, the malt glides into the mouth, very soft and silky. A slight sulphur note can be tasted, but this is immediately wiped away by a sweetness of honey and fruits. The pears and peaches from the taste get support from honeydew melons. Light smoke and some of the funky Springbank Dirt is also present but remains in the background. The oak makes its first appearance with spicy wood flavours, also slightly bitter aspects now. The dried herbs and vanilla also show up in the taste. Also in the mouth the alcohol is great integrated, I am even of the opinion, just around 50% would have done it - almost impossible - better (complaining on the highest level).


Finish
The sweetness remains evident in the finish, as does the fruit. The spiciness of the wood casks is more evident now. At the very end, the peat and smoke, together with honey and spices, literally stick in the mouth for a long time. The whisky is present for a long time, throughout the whole mouth and throat. It has come to stay, one might think.


Conclusion
The funk is there on the nose, but the 18 years and the cask combination seem to keep the typical funky style of Springbank in control or in harmony. This is also the key word, harmony, which is exactly what the nose is. Very nicely balanced and smooth, but without being light or flat. Very full-bodied and beautiful. One of those whiskies where just smelling it is almost enough for me to indulge.

But I have tasted it. And thank God I did. Such a great mouthfeel and the harmony of flavours continues here. A great combination of sweet/fruity flavours with the smoke and funkyness. 

A great malt! Certainly one of the highlights of my whisky year 2023. I never give points in my tasting notes. On Whiskybase, however, I do, and here the 90 points are clearly exceeded.

Mittwoch, 8. März 2023

Hazelburn 12y 2010

 

Whiskybase

English-Text-Version


Diese Wochen ging in der Whiskyfanszene wieder die Post ab. Die Hype-Brennerei Springbank brachte die neuen Abfüllungen heraus. Und in Windeseile waren die Flaschen von Springbank ratzeputz ausverkauft. Und fast genauso schnell fand man eine Vielzahl dieser Flaschen auch wieder am Zweitmarkt, jedoch nicht mehr zu den Verkaufspreisen, die die Brennerei veranschlagt hatte. Und auch viele Händler und Online Shops erhöhten, falls sie überhaupt noch einen Vorrat hatten, die Preise steil nach oben.

Wer wie ich bei diesem Spielchen nicht mitmachen will, für den bleibt die Hoffnung auf Verkostungssamples. Und für den neuen Hazeburn Oloroso Cask matured konnte ich eins ergattern.

Die diesjährige Version hat zwölf Jahre in frischen Oloroso Sherry Casks reifen dürfen. Der Alkoholgehalt schwankt von Abfüllung zu Abfüllung. Dieses Jahr sind es 49,9% geworden. Ob dies Fassstärke ist glaube ich eher nicht, da hätten die Fässer in nur zwölf Jahren doch recht viel Flüssigkeit verlieren müssen. Wie immer sind auch dieses Mal 9.000 Flaschen als limitierte Menge herausgekommen. Die früheren Abfüllungen, die ich bisher kosten konnte, gefielen mir sehr gut. Bin gespannt, wie es mit der neuen aussieht.


Aussehen
Dunkles Bernstein. Doch eine Spur heller, als die vorigen verkosteten Abfüllungen.


Nase
Er geizt anfänglich mit seinen Aromen, wirkt verschlossener als seine Vorgänger. Dann erscheinen doch noch Gerüche nach muffigem alten Leder, könnte eine Spur Schwefel im Hintergrund sein? Neben einer ordentlichen Portion an gerösteten Haselnüssen liegt auch etwas Tabak in der Luft. Die Fruchtkomponente versteckt sich ein wenig. Mit etwas Zeit kommen Aprikosen- und herbe Orangenmarmelade zum Vorschein. Die sonst typischen dunklen und getrockneten Früchte fehlen beim ersten Reinriechen komplett. Ein wenig Vanille und Waldhonig. Blind hätte ich hier auf eine Ex-Bourbonreifung mit einem Finish in Sherryfässern getippt. 

Bei längerer Standzeit von 45 Minuten, bis weit über eine Stunde, verändert sich der Geruch stark. Er ist jetzt deutlich blumiger, Lavendel könnte es sein. Die Orangenmarmelade hat sich zu einem leicht verdünnten Sirup gewandelt. Der old-school Ledertouch ist gänzlich weg. Etwas Tabakaroma schwebt noch im Hintergrund. 

Die ansonsten immer vorhandene leichte funky Springbanknote vermisse ich total. Ein paar Tropfen Wasser bringen die fruchtige Seite mehr zum Glänzen, jetzt zeigt sich auch das Beerenobst neben der Aprikose. Aus der Orange wird nun eher eine Mandarine. 


Geschmack
Ein sehr weicher, cremiger Antritt und ein volles Mundgefühl. Die knapp 50% drücken ordentlich an. Wieder am Anfang eine leichte aber doch erkennbare Assoziation von Schwefel. Leder, Tabak und eine prickelnde Würzigkeit und Ingwerschärfe vom Fass gehen Hand in Hand mit einer doch süßen Fruchtnote, die nun auch von dunklen reifen Beeren stammen könnte. Der Honig ist ebenso da wie die gerösteten Haselnüsse aus dem Geruch. 

Mit Wasser wird er gefährlich süffig. Deutlich mehr Süße und Frucht, die Würzigkeit nimmt ab. Der Alkohol ist insgesamt gut eingebunden.


Abgang
Das Finish gestaltet sich als Kombination der Leder, Tabak und Beerennote mit ein wenig dunkler Schokolade, die einen schönen leckeren Kakaogehalt hat. Nicht zu dominant bitter. Das Holz der Fässer schmeckt man am Ende deutlicher. Es ist aber vor allem sehr aromatisch. Ich mag Eiche bis zu einem gewissen Grad, da passt es perfekt. Insgesamt wohlwollend lange gestaltet sich der Abgang.


Fazit
Schwierig. Nach meinen bisherigen Oloroso Cask matured Abfüllungen hatte ich mir einfach etwas anderes erwartet. Er ist im Grundcharakter viel heller, als die beiden älteren Jahrgänge, die ich  bislang verkostet habe. Die ansonsten für mich so typischen old-school Sherryaromen sind im Geruch nur peripher wahrnehmbar, das Muffige, der Geruch nach alten Ledersitzmöbeln, die dunklen getrockneten Früchte - all dies ist teilweise nur schwach bis gar nicht vorhanden. Dafür hellere Fruchtaromen und mehr würzig, nussige Aspekte. Interessant. Springbank Vibes hatte ich nie. Der Geschmack und der Abgang versöhnen dann wieder mehr. Ist es eine schlechte Abfüllung? Nein! Aber es ist nicht das, was ich erwartet habe, wenn ich einen Hazelburn mit 10+ Jahren mit Oloroso Sherryfass Reifung im Glas habe. Würde ich mir diese Abfüllung kaufen? Vom Preis, den man jetzt zahlen müsste, mal abgesehen, würde ich heute diese Frage wohl verneinen. Die alten Abfüllungen haben mir besser gefallen. Bin ich enttäuscht? Etwas.

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English Text-Version


These weeks, the whisky fan scene was abuzz again. The hype distillery Springbank brought out the new bottlings. And in no time at all, the bottles from Springbank were sold out. And almost as quickly, a large number of these bottles were found again on the secondary market, but no longer at the sales prices that the distillery had estimated. And many dealers and online shops, if they still had any stock at all, raised their prices steeply.

For those who, like me, don't want to take part in this game, the hope remains for tasting samples. And I was able to get hold of one for the new Hazeburn Oloroso Cask matured.

This year's version has been allowed to mature for twelve years in fresh Oloroso Sherry casks. The alcohol content varies from bottling to bottling. This year it's 49.9%. I don't think this is cask strength, as the casks would have lost a lot of liquid in only twelve years. As always, 9,000 bottles were released as a limited edition. I liked the earlier bottlings that I have tasted so far very much. I'm curious to see what the new one looks like.


Appearance
Dark amber. But a touch lighter than the previous bottlings tasted.


Nose
It is initially stingy with its aromas, seems more closed than its predecessors. Then smells of musty old leather appear, could there be a trace of sulphur in the background? Besides a good portion of roasted hazelnuts, there is also some tobacco in the air. The fruit component hides a little. With a little time, apricot and tart orange marmalade emerge. The otherwise typical dark and dried fruits are completely absent when first smelled. A little vanilla and forest honey. Blindly, I would have guessed an ex-bourbon maturation with a finish in sherry casks. 

With a longer standing time of 45 minutes, up to well over an hour, the smell changes a lot. It is now distinctly more floral, lavender it could be. The orange marmalade has changed to a slightly diluted syrup. The old-school leather touch is completely gone. Some tobacco aroma still hovers in the background. 

I totally miss the slight funky Springbank note that is otherwise always present. A few drops of water make the fruity side shine more, now the berry fruit shows up next to the apricot. The orange now becomes more of a tangerine. 


Taste
A very soft, creamy attack and a full mouthfeel. The just under 50% pushes on nicely. Again at the beginning a slight but still recognisable association of sulphur. Leather, tobacco and a tingling spiciness and gingeriness from the barrel go hand in hand with a sweet fruit note that could now also come from dark ripe berries. The honey is there as well as the roasted hazelnuts from the smell. 

With water, it becomes dangerously drinkable. Clearly more sweetness and fruit, the spiciness decreases. The alcohol is well integrated overall.


Finish
The finish turns out to be a combination of the leather, tobacco and berry notes with a little dark chocolate, which has a nice delicious cocoa content. Not too dominantly bitter. You can taste the wood of the casks more clearly at the end. But it is very aromatic above all. I like oak to a certain extent, so it fits perfectly. Overall, the finish is pleasantly long.


Conclusion
Difficult. After my previous Oloroso Cask matured bottlings, I simply expected something different. It is much lighter in character than the two older vintages I have tasted so far. The old-school sherry aromas that are otherwise so typical for me are only peripherally perceptible in the smell, the mustiness, the smell of old leather seating furniture, the dark dried fruits - all this is partly only faintly present or not at all. Instead, lighter fruit aromas and more spicy, nutty aspects. Interesting. I never had Springbank Vibes. The taste and the finish then reconcile more. Is it a bad bottling? No! But it's not what I expected when I have a Hazelburn with 10+ years of Oloroso sherry cask maturation in the glass. Would I buy this bottling? The price you would have to pay now aside, I would probably answer this question in the negative today. I liked the old bottlings better. Am I disappointed? A little.


Donnerstag, 5. Januar 2023

Longrow Peated

 

Whiskybase

English Version


Die Springbank Brennerei in Campbeltown hat neben Springbank und Hazelburn auch eine rauchige Reihe in ihrem Standard-Angebot. Longrow genannt. Longrow war einst eine der zahlreichen Destillerien in Campbeltown, die allerdings 1896 schließen musste. Der erste Single Malt unter der Bezeichnung Longrow wurde von Springbank 1973 veröffentlicht.

Der Einsteiger ist die rauchige Welt der Longrows ist der Longrow Peated, eine NAS (Non Age Statement)-Abfüllung. Das Alter wird von Springbank nicht offiziell genannt. Im Internet gibt es jedoch Erwähnungen, es würden Malts aus Fässern mit einem Alter von 6 bis 14 Jahren verwendet. Pro Jahr werden nur etwa 100 Fässer abgefüllt.

Für den zweifach destillierten Malt (bei den Springbank-Abfüllungen 2,5fache Destillation, im Gegensatz zu den Hazelburns, die dreifach gebrannt werden) wird die Gerste 48 Stunden über Torffeuer gedarrt - im Vergleich die Gerste für Springbank Abfüllungen wird nur 6 Stunden über Torffeuer getrocknet, danach 30 Stunden über Heißluft. Dadurch entsteht ein Phenolgehalt der getrockneten Gerste von 50 - 55 ppm (bei Springbank sind es nur 12 bis 15 ppm). Bei der Fassreifung findet man auf der offiziellen Webseite von Springbank die Information, dass sowohl Bourbon als auch Sherryfässer verwendet werden. Im Internet wird meist nur von einer reinen Bourbonreifung gesprochen. Wie bei Springbank üblich wird nicht gefärbt und keine Kühlfiltration durchgeführt.


Aussehen
Dunkles Gelb oder auch ein sattes Gelbgold


Nase
Er startet mit einem Rauch nach feuchter Holzkohle, die gerade noch so schwelt. Es schwingt aber auch ein leichter Duft nach Gummiabrieb und etwas schmutzig öliges, wie von alten Maschinenteilen, mit. Von der Intensität ist der Rauch eher mittelstark. Er dominiert den Geruch nicht, wie beispielsweise bei so manchem Islay-Kollegen, und lässt den anderen Aromen durchaus Raum um sich zu entfalten. So findet man eine deutliche Süße, wie von Puderzucker, wieder. Dazu sehr deutlich Aprikosen und Pfirsich, die sich mit etwas Standzeit in Zitrusfrüchte, zusammen mit getrockneten Kräutern wie Salbei und Rosmarin, wandeln. Im Hintergrund liegt die ganze Zeit eine frische Note mit leicht maritimen Anklängen und etwas Menthol.
Nach dem ersten Schluck offenbart sich eine sehr schöne Vanillenote, mit der ich nicht gerechnet habe - wie in kleines Vanillekuchengebäck.


Geschmack
Angenehmes, süffiges Mundgefühl, der Malt füllt den Mundraum schön aus. Sofort zeigt sich der schmutzige Rauch, nun verstärkt durch die getrockneten Küchenkräuter, als wären sie in die noch heiße Asche der niedergebrannten Holzkohle gefallen. Hinter der torfigen Rauchnote wird es wieder deutlich süßer. Wie in der Nase rührt die Süße weniger von Honig als von einem Zuckerstück oder Puderzucker her. Aber auch die Frucht ist unverkennbar im Geschmack anwesend und zwar in Form von Aprikosen und der geriebenen Schale von reifen Zitronen. Im Mittelteil kommt wieder die Frische und Minznote hervor.


Abgang
Gegen Ende hin wird es leicht trocken und adstringierend. Auch etwas salzige Lakritze mit ein paar Stücke von dunkler Schokolade ist vorhanden. Der Rauch ist lange präsent, zusammen mit dem Gummiabrieb. Insgesamt ist das Finish durchaus als mittellang bis lang zu bezeichnen.


Fazit
Der Longrow Peated ann die Verwandtschaft mit dem Springbank 10y nicht verleugnen. Obwohl man ihm eine gewisse Jugend gegenüber dem 10y Springbank anmerkt (so ist beim Springbank die Süße bereits statt Puderzucker eher in Richtung Honig gehend, die Früchte sind etwas reifer und die Minz/Mentholnote ist nicht präsent) ist die für mich so positive Springbank DNA unverkennbar. Wie bei den anderen Abfüllungen von Springbank, die ich bisher verkostet habe, gefällt mir auch beim Longrow Peated seine Geradlinigkeit und die leichte Rauheit.

Wer es rauchig mag und etwas harsch, jedoch die Preisspirale der Springbankabfüllungen nicht mitgehen will, macht mit dem günstigeren rauchigen NAS-Bruder nichts verkehrt.

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English Version


The Springbank distillery in Campbeltown also has a smoky range in its standard range alongside Springbank and Hazelburn. Called Longrow. Longrow was once one of the many distilleries in Campbeltown, but was forced to close in 1896. The first single malt under the Longrow name was released by Springbank in 1973. The entry into the smoky world of Longrow is the Longrow Peated, a NAS (Non Age Statement) bottling. The age is not officially stated by Springbank. On the internet, however, there are mentions that malts from casks with an age of 6 to 14 years are used. Only about 100 casks are bottled per year.

For the double distilled malt (for the Springbank bottlings 2.5 times distillation, in contrast to the Hazelburns which are triple distilled) the barley is kilned over peat fire for 48 hours - in comparison the barley for Springbank bottlings is only dried over peat fire for 6 hours, then over hot air for 30 hours. This results in a phenolic content of the dried barley of 50 - 55 ppm (Springbank's is only 12 to 15 ppm). The official Springbank website states that both bourbon and sherry casks are used for cask ageing. On the internet, there is usually only talk of a pure bourbon maturation. As usual at Springbank, there is no colouring and no chill filtration.

Fotocredit: springbank.scot


Appearance
Dark yellow or even a rich yellow gold.


Nose
It starts with a smoke of damp charcoal just smouldering. But there is also a slight scent of rubber abrasion and something dirty and oily, like old machine parts. The intensity of the smoke is rather medium. It doesn't dominate the smell, as it does with some of its Islay colleagues, and leaves room for the other aromas to unfold. So you find a clear sweetness, like icing sugar. In addition, apricots and peach are very clear, which change into citrus fruits with a little time, together with dried herbs like sage and rosemary. All the time, there is a fresh note in the background with slightly maritime hints and some menthol.
After the first sip, a very nice vanilla note reveals itself, which I did not expect - like in small vanilla cake pastry.


Taste
Pleasant, quaffable mouthfeel, the malt fills the mouth nicely. Immediately the dirty smoke appears, now intensified by the dried kitchen herbs, as if they had fallen into the still hot ashes of the burnt down charcoal. Behind the peaty smokiness, it becomes noticeably sweeter again. As in the nose, the sweetness stems less from honey than from a sugar lump or icing sugar. But fruit is also unmistakably present in the taste, in the form of apricots and the grated peel of ripe lemons. In the middle part, the freshness and minty notes come out again.


Finish
Towards the end it becomes slightly dry and astringent. There is also some salty liquorice with a few bits of dark chocolate. The smoke is present for a long time, along with the gum rub. Overall, the finish can definitely be described as medium to long.


Conclusion
The Longrow Peated cannot deny its kinship with the Springbank 10y. Although you notice a certain youth compared to the 10y Springbank (the sweetness of the Springbank is already more towards honey instead of icing sugar, the fruits are a bit riper and the mint/menthol note is not present), the Springbank DNA, which is so positive for me, is unmistakable. As with the other Springbank bottlings I've tasted so far, I like the straightness and slight roughness of the Longrow Peated.
If you like it smoky and a little harsh, but don't want to follow the price spiral of the Springbank bottlings, you can't go wrong with the cheaper smoky NAS brother.

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Hazelburn 13y 2007 Oloroso Cask matured

 

Whiskybase

English Version


Letztes Jahr hatte ich die Abfüllung vom Hazelburn 13y aus 2004 im Glas und sie mundete mir hervorragend. Aufgrund des aktuellen Hypes um Springbank und dem damit verbundenen Preisanstiegs dachte ich nicht mir eine Flasche davon zulegen zu wollen. Aber wie der Zufall oder Fortuna so will, wurde in meinem Stamm-Forum eine Anbruchflasche vom Hazelburn 13y 2007 veräußert - eine Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte.

Prinzipiell bin ich gegen Anbruchflaschen nicht abgeneigt. Ich weiß, es gibt dazu in der Community geteilte Meinungen. Jedoch sehe ich es für mich als eine gute Gelegenheit Whiskys, die oft über meinem Budget liegen, ausgiebiger probieren zu können und dies zu einem akzeptablen Preis. 

Aber nun wieder zurück zur 2007er Abfüllung. Gebrannt im Juni 2007 wurden im September 2020 9.900 Flaschen mit 50,3% abgefüllt. Die Reifung fand in "Fresh Oloroso Casks" statt, wie es hinten auf der Flasche abgedruckt ist. Ich hoffe Springbank meint mit "Fresh" 1st-Fill und keine nasse Fassangelegenheit. Ungefiltert und ungefärbt ist bei Springbank selbstverständlich. 


Aussehen
Dunkles Mahagoni 


Nase
Ja, die frischen Olorosofässer kann er nicht verleugnen. Es starten sofort die typischen Aromen die man von diesem Sherrytyp kennt und erwarten kann und darf. Intensiver Duft nach getrockneten dunklen Früchten wie Feigen und Datteln. Zusammen mit einer klebrigen Süße, die von einem Waldhonig stammen könnte, den man in eine Schüssel über die Früchte sowie gerösteten Haselnüssen, Sultaninen und gehobelter dunkler Schokolade gegossen hat. Daneben steht ein geöffnetes Glas mit Erdbeermarmelade. Zusätzlich geizt er nicht mit satten Leder- und aromatische Pfeifentabaknoten. Ganz feine Assoziationen von Rauch, die wahrscheinlich mehr vom Eichenholz der Fässer als von einem getorften Malz herrühren dürften. Eine schöne gesetzte Sherrynase - keine nassen Fässer, gut so. Was mir jedoch im Moment abgeht und sich vom 2004er unterscheidet, ist die Spur der typischen Dreckigkeit, dem Springbank Funk, den ich damals beim 2004er hatte. 

Nach dem ersten unverdünnten Schluck gesellen sich noch Karamell, Nugat und Orangenmarmelade zur Geschmackskomposition hinzu.

Mit ein, zwei Tropfen Wasser verändert er sich etwas. Milchschokolade und die Nüsse treten mehr in den Vordergrund. Nun kriecht auch die Campbeltown Note etwas hervor - nicht ganz sauber geputzte Maschinenteile, mehr „rauchig“ und nach alter Holzpolitur riechend.


Geschmack
Ein sehr cremiges, fast schon ölig anmutendes Mundgefühl zu Beginn. Es beginnt mit einem honigsüßen Antritt mit einer Menge an dunklen Beeren wie Johannisbeeren und Brombeeren. Die Fruchtseite ist nun deutlich auf der frischfruchtigen und weg von getrockneten Datteln und Feigen. Nebenbei schmeckt man auch eine ordentliche Portion an gerösteten Nüssen im dunklen Schokolademantel. Die getrockneten Tabakblätter sind weiterhin präsent. Und nun merkt man auch mehr vom typischen Springbank Funk. Etwas von dieser leckeren schmutzigen Note, mit leichter Andeutung von Maschinenteilen, Mineralität und altem Holz zeigt sich nun deutlicher.

Mit wenigen Tropfen Wasser wird es mehr würziger, in Richtung Gewürzen und Kräutern und weniger süß und frisch fruchtig. Es kommen wieder etwas mehr die getrockneten Früchte zur Geltung.


Abgang
Es wird gegen Ende im Mund, vor allem seitlich an den Wangenpartien, etwas adstringierend. Weiterhin intensive Leder- und Tabakaromen. Rosinen und eine Spur von Rauch oder altem Holz addieren sich zu den anderen Noten. Toller langer Abgang.


Fazit
Er ist der 2004er Abfüllung natürlich ähnlich aber nicht komplett - keine 1:1 Kopie. Vor allem ist die typische, leicht schmutzige Ader in der Nase nicht so greifbar wie beim Vorgänger. Im Geschmack hat er eine schöne süße dunkle Beerennote, die kombiniert mit den Olorosoaromen wie Nüssen, Schokolade und Tabak toll funktioniert. Im Mund ist der Campbeltown-Style mehr vorhanden. Wasser kann man verwenden, muss man aber absolut nicht. Im Mund würde ich fast eher zu ohne Wasser tendieren. Insgesamt wieder ein sehr schöner Single Malt, passend zum Winter! Gut das ich noch rund 20cl davon habe. 

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English Version

Last year I had the 2004 Hazelburn 13y bottling in my glass and it tasted great. Due to the current hype around Springbank and the associated price increase, I didn't think I wanted to buy a bottle of it. But as luck or fortune would have it, a bottle of the Hazelburn 13y 2007 was sold in my regular forum - an opportunity I couldn't pass up.

In principle, I'm not averse to bottles being opened. I know there are divided opinions in the community. However, I see it as a good opportunity to taste whiskies that are often above my budget more extensively and at an acceptable price. 

But now back to the 2007 bottling. Distilled in June 2007, 9,900 bottles with 50.3% were bottled in September 2020. The maturation took place in "Fresh Oloroso Casks", as it is printed on the back of the bottle. I hope Springbank means 1st-fill by "Fresh" and not a wet cask affair. Unfiltered and uncoloured is a given at Springbank. 


Appearance
Dark mahogany 


Nose
Yes, it cannot deny the fresh oloroso casks. The typical aromas that one knows and can expect from this type of sherry start immediately. Intense aroma of dried dark fruits like figs and dates. Together with a sticky sweetness that could come from a forest honey poured into a bowl over the fruits as well as roasted hazelnuts, sultanas and shaved dark chocolate. Next to it is an opened jar of strawberry jam. In addition, it is not stingy with rich leather and aromatic pipe tobacco notes. Very fine associations of smoke, which probably come more from the oak of the casks than from a peated malt. A nice set sherry nose - no wet casks, good thing. However, what escapes me at the moment and is different from the 2004 is the hint of the typical dirtiness, the Springbank funk, that I had with the 2004 at the time. 

After the first undiluted sip, caramel, nougat and orange marmalade join the taste composition.

With a drop or two of water, it changes somewhat. Milk chocolate and the nuts come more to the fore. Now the Campbeltown note creeps out a bit too - not quite cleanly cleaned machine parts, more "smoky" and smelling of old wood polish.


Taste
A very creamy, almost oily mouthfeel to start. It starts with a honeyed attack with a lot of dark berries like currants and blackberries. The fruit side is now clearly on the fresh-fruited and away from dried dates and figs. Along the way, you also taste a fair amount of roasted nuts in a dark chocolate coat. The dried tobacco leaves are still present. And now you notice more of the typical Springbank funk. Something of that delicious dirty note, with slight hints of machine parts, minerality and old wood now shows more clearly.

With a few drops of water it becomes more spicy, towards spices and herbs and less sweet and freshly fruity. The dried fruits come to the fore a little more again.


Finish
It gets a little astringent towards the end in the mouth, especially on the sides of the cheek areas. Continued intense leather and tobacco flavours. Sultanas and a hint of smoke or old wood add to the other notes. Great long finish.

Conclusion
It is similar to the 2004 bottling of course but not completely - not a 1:1 copy. Above all, the typical, slightly dirty vein in the nose is not as tangible as in its predecessor. On the palate, it has a nice sweet dark berry note that works great when combined with the oloroso flavours like nuts, chocolate and tobacco. In the mouth, the Campbeltown style is more present. You can use water, but you absolutely don't have to. In the mouth, I would almost tend towards without water. All in all, another very nice single malt, fitting for winter! Good that I still have about 20cl of it. 

Mittwoch, 10. August 2022

Springbank 12y CS Batch 14

 

Whiskybase

English Version


Anti-Hype-Typ
Über die Jahre habe ich bei mir die Tendenz wahrgenommen, je mehr etwas in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit extrem steigt, desto weniger interessiert es mich. Dies war bei Harry Potter so, aber auch bei den Veröffentlichungen der ersten iPods, iPads und iPhones. Überall, wo es einen übermäßigen, fast schon an Hysterie grenzenden Hype um etwas gibt, startet bei mir ein Anti-Hype-Prozess. Ich bin offensichtlich ein Anti-Hype-Typ. 

Ähnlich ging/geht es mir auch mit Campbeltown und Springbank im Speziellen. Der Hype um diese Region und besonders um Springbank schreckte mich ab. Ich hatte keine Lust Abfüllungen von dieser Region zu kosten. Auf die Spitze trieb es wohl die aktuelle 2022er Version des Springbank 10y Local Barley. In wenigen Tagen/Wochen bekam man die Flasche nur noch für einen vierstelligen Euro-Betrag. Nur weil Springbank auf der Flasche steht und einige Irre sich Unsummen an Rendite am Zweitmarkt erwarten.

Aus diesem Grund habe ich länger einen Bogen um diese Whisky-Region gemacht. Irgendwann siegte jedoch die Neugierde und ich besorgte mir ein paar Samples von Kilkerran und Springbank. Und? Der Stil der Whiskys gefiel mir. Es sind ehrliche Vertreter mit einem eigenen - vielleicht sogar etwas old school - Aromen-Charakter. Trotzdem habe ich mir von Springbank bis jetzt noch keine Flasche zugelegt. Und dies wird wahrscheinlich auch so bleiben.  


Die Abfüllung
Nach dem Einsteiger bei Springbank in die Standard Reihe, dem Springbank 10y, ist diesmal der Springbank 12y Cask Strength an der Reihe. Die Abfüllung kommt in Batches, ein bis zweimal im Jahr, auf den Markt. Naturgemäß variiert der Alkoholgehalt zwischen den Batches. Beim Batch 14, dass ich verkoste, lag der Alkoholgehalt bei 54,2 %. Wie die Prozente des Alkohol sind auch die Zusammenstellungen der Fässer für die Reifung von Batch zu Batch unterschiedlich. In meinem Fall kamen 70% Sherry und 30% Bourbon zur Anwendung. Es kamen jedoch auch schon Burgunder- und Port-Weinfässer zum Einsatz. 


Aussehen
Goldgelb


Nase
In unverdünnten Zustand ist ein leichtes Kribbeln in der Nase durch den Alkohol zu spüren. Die ersten Aromen, die sich durch den Alkohol winden, kommen von altem gebrauchten Heu und süßsauerliches Apfelmus aus grünen und gelben Äpfel. Mit Fortdauer und mehr Sauerstoff wechseln die Fruchtnoten hin zu Weingummi mit Weingartenpfirischen und Marillenröster. Und auch etwas Abrieb von Reifengummi liegt in der Luft. Die für Springbank und Campletown für mich so typische „schmutzige“ Note, die so speziell ist. Von Rauch würde ich jetzt nicht direkt sprechen, eher von einem leicht angekokelten Stück Fassdaube. Ganz versteckt im Hintergrund könnte man noch die Reste eines abgebrannten Kopfes eines Zündholzes erahnen, aber nur sehr leicht.
Etwas Wasserzugabe hebt die Fruchtaromen etwas in den Vordergrund. Eine gewisse Mineralität erscheint auf der olfaktorische Bildfläche, die schmutzigen Gummiabriebnoten treten etwas in den Hintergrund zurück.


Geschmack
Der Whisky gleitet samtig, fast schon ölig auf die Zunge. Sofort eine tolle Süße, gepaart mit viel Frucht. Der Marillenröster aus der Nase zusammen mit Pfirsichen und reifen gelben Birnen. Nun zeigen sich auch Heidelbeeren und Himbeeren - die Sherryfässer sind nun präsenter. Nach dem Fruchtkorb zeigt sich eine angenehme Schärfe wie weißer Pfeffer und eine nette Würzigkeit vom Holz.
Wie beim Geruch hebt auch beim Geschmack etwas Wasser die fruchtige Seite hervor. Die würzige Note reduziert sich.


Abgang
Weiterhin eine angenehme Süße zusammen mit Apfel- und Birnenschalen, etwas angekohlte Holzscheite und auch noch dieser Gummiabrieb mit dieser schönen Schmutzigkeit. Und diese Kombi aus dem angeschwärzten Holz und dem Reifengummi bleibt lange im Mund haften.


Fazit
Mir gefiel schon der 10y gut, aber dieses Batch vom 12er setzt nochmals eine Schippe drauf. Er braucht vielleicht ein paar Minuten Ruhe, aber dann entfaltet er seine Aromen. Und wieder diese typische, tolle Dreckigkeit, die ich an Springbank und Kilkerran so mag. Keine Schmeichler sondern Charaktermalts. Pur hervorragend zu genießen, benötigt nicht wirklich Wasser. Aber er verträgt es auch, wenn man will. Toller Malt, ohne Wenn und Aber. Außer, wenn es um den Preis und den aktuellen Hyperhype geht, beides ist too much. Eine Großflasche wird es daher wohl nicht werden. Schade.

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English Version


Anti-hype type
Over the years, I've noticed a tendency that the more something rises to extreme public attention, the less interested I am in it. This was the case with Harry Potter, but also with the releases of the first iPods, iPads and iPhones. Anywhere there is excessive, almost bordering on hysteria, hype about something, an anti-hype process starts in me. I'm obviously an anti-hype guy. 

I felt the same way about Campbeltown and Springbank in particular. I was put off by the hype around this region and especially Springbank. I had no desire to taste bottlings from this region. The current 2022 version of the Springbank 10y Local Barley was probably the last straw. In a few days/weeks, you could only get the bottle for a four-digit euro amount. Only because Springbank is written on the bottle and some lunatics expect huge returns on the secondary market.

For this reason, I gave this whisky region a wide berth for a long time. At some point, however, curiosity won out and I got myself a few samples of Kilkerran and Springbank. And? I liked the style of the whiskies. They are honest representatives with their own - maybe even a bit old school - flavour character. Nevertheless, I have not yet bought a bottle of Springbank. And this will probably remain the case.  


The bottling
After Springbank's entry into the standard range, the Springbank 10y, this time it's the turn of the Springbank 12y Cask Strength. The bottling is released in batches, once or twice a year. Naturally, the alcohol content varies between the batches. In the batch 14 that I tasted, the alcohol content was 54.2 %. Like the percentages of alcohol, the composition of the casks for maturation also varies from batch to batch. In my case, 70% sherry and 30% bourbon were used. However, Burgundy and Port wine casks have also been used. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Golden yellow


Nose
When undiluted, there is a slight tingling in the nose due to the alcohol. The first aromas to wind through the alcohol come from old used hay and sweet and sour applesauce of green and yellow apples. With persistence and more oxygen, the fruit notes change to wine gum with vineyard peaches and apricot roast. And there is also some abrasion of tyre rubber in the air. The "dirty" note that is so typical of Springbank and Campletown for me, which is so special. I wouldn't call it smoke, more like a slightly burnt piece of cask stave. Hidden in the background, one could still sense the remains of a burnt head of a match, but only very slightly.
A little water brings the fruit aromas to the fore. A certain minerality appears on the olfactory scene, the dirty rubbery notes recede somewhat into the background.


Taste
The whisky glides velvety, almost oily onto the tongue. Immediately a great sweetness, paired with lots of fruit. The apricot roast from the nose together with peaches and ripe yellow pears. Now blueberries and raspberries also show - the sherry casks are more present now. After the fruit basket, a pleasant spiciness like white pepper and a nice spiciness from the wood show up.
As with the smell, a little water brings out the fruity side in the taste. The spicy note is reduced.


Finish
Still a pleasant sweetness together with apple and pear peel, some charred wood and also this gum rub with this nice dirtiness. And this combination of the blackened wood and the tyre rubber lingers in the mouth for a long time.


Conclusion
I already liked the 10y, but this batch of the 12y takes it up a notch. It might need a few minutes of rest, but then it unfolds its flavours. And again this typical, great dirtiness, which I like so much about Springbank and Kilkerran. No flatterers but character malts. Excellent to enjoy neat, doesn't really need water. But it can also take it if you want it to. Great malt, no ifs, ands or buts. Except when it comes to the price and the current hyperhype, both are too much. So it probably won't be a large bottle. Too bad.

Mittwoch, 1. September 2021

Hazelburn 13y 2004 Oloroso Cask Matured

 

Whiskybase

Nach dem Springbank 10y ist der Hazelburn 13y 2004/2018 die zweite Abfüllung aus der Springbank Brennerei in Campbeltown. Im Gegensatz zu den Springbank Abfüllungen, die leicht rauchig sind, wird beim Hazelburn ohne Torfrauch gearbeitet. Ein weiterer Unterschied ist die Anzahl der Brennvorgänge. Bei Springbank wird zweieinhalb mal gebrannt, bei Hazelburn sogar dreimal destilliert. Der 13jährige Hazelburn reifte in Oloroso Sherry Fässern und wurde mit 47,4% Alkohol abgefüllt. 


Nase & Aussehen
Dunkles Bernstein, Haselnussbraun zeigt dich im Glas zusammen mit zahlreiche langsam und ölig hinabgleitenden Tränen. Gleich eine volle dunkle Sherrynase. Backpflaumen, Leder und Tabak, Rosinen und geröstete Haselnüsse. In karamellisiertem Zucker eingelegte Cerealien. Daneben auch etwas Orangensaft mit etwas -schale. Ein wenig Schuhcreme, etwas leicht Schmutziges im Aroma. Auch wenn der Hazelburn rauchlos sein soll, im Hintergrund wabbelt immer eine kleine Spur davon mit. Umschließt leicht die anderen Gerüche und verbindet sie damit zu einem schönen homogenen Gesamtgefüge.
Nach dem ersten Schluck erscheinen rote Früchte mit einer fruchtigen Frische auf der Geruchsbühne.


Geschmack
Schönes öliges und vollmundiges Mundgefühl. Bleiben wir gleich beim Öl und zwar habe ich neben einer angenehmen Süße auch zarte Noten von etwas Maschinenöl. Als würde man neben einer Autowerkstatt stehen. Auch die Nüsse und die Sherrykomponenten wie Leder und Tabak sowie die dunklen Pflaumen und Rosinen aus der Nase sind am Gaumen intensiv vorhanden. Hinzu kommen dunkle Schokolade und Kaffee. 

Fotocredit: whiskybase.com


Abgang
Die Eiche meldet sich aromatisch gegen Ende im Mund, zusammen mit Tabakblättern und Earl Grey Tee. Adstringierend vorne beim Zahnfleisch. Leichte Mokkaaromen und Rauchassoziationen zum relativ langem Finish hin. Bleibt schön lange mit seinen etwas dreckigen maschinenöligen Noten im Mund liegen.


Fazit
Tolle volle, schwere Nase mit einem sehr gut eingebundenen Alkohol. Die positive Tendenz hält er auch weiter im Geschmack und Finish. Sehr schöner Malt. Mit den typischen Oloroso Sherry Aromen in Verbindung mit den Nüssen, Schokolade und dunklen Fruchtaromen mit nicht allzuviel Süße erinnert er mich durchaus an den Edradour 12y Caledonia. Und da ich den sehr mag, mag ich auch diese Abfüllung von Hazelburn. Leider sind, wie bei den anderen Flaschen von Springbank, die Preise in letzter Zeit stetig nach oben gegangen. Wer auf die typische Springbank-Note steht und auch auf satte Oloroso Armonen, kann hier bedenkenlos zugreifen - wenn es auch nicht günstig wird.

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After the Springbank 10y, the Hazelburn 13y 2004/2018 is the second bottling from the Springbank distillery in Campbeltown. In contrast to the Springbank bottlings, which are slightly smoky, the Hazelburn is made without peat smoke. Another difference is the number of distillations. Springbank is distilled two and a half times, Hazelburn even three times. The 13-year-old Hazelburn was matured in Oloroso Sherry casks and bottled with 47.4% alcohol. 


Nose & Appearance
Dark amber, hazelnut brown shows in the glass along with numerous slow and oily slipping tears. Immediately a full dark sherry nose. Prunes, leather and tobacco, sultanas and roasted hazelnuts. Cereals soaked in caramelised sugar. Next to that also some orange juice with a little -peel. A little shoe polish, something slightly dirty in the aroma. Even though the Hazelburn is supposed to be smokeless, there is always a little trace of it wafting along in the background. It lightly surrounds the other smells and thus combines them into a nice homogeneous overall structure.
After the first sip, red fruits with a fruity freshness appear on the olfactory stage.


Taste
Nice oily and full-bodied mouthfeel. Let's stay with the oil right away, and in addition to a pleasant sweetness, I also have delicate notes of some machine oil. Like standing next to a car repair shop. The nuts and the sherry components like leather and tobacco as well as the dark plums and sultanas from the nose are also intensely present on the palate. There is also dark chocolate and coffee. 


Finish
The oak announces itself aromatically towards the end in the mouth, along with tobacco leaves and Earl Grey tea. Astringent at the front of the gums. Light mocha flavours and smoke associations towards the relatively long finish. Lingers nicely in the mouth for a long time with its somewhat dirty machine oily notes.


Conclusion
Great full, heavy nose with a very well integrated alcohol. The positive tendency continues in the taste and finish. Very nice malt. With the typical Oloroso sherry aromas in combination with the nuts, chocolate and dark fruit flavours with not too much sweetness, it reminds me of the Edradour 12y Caledonia. And since I like that very much, I also like this bottling from Hazelburn. Unfortunately, as with the other bottles from Springbank, the prices have been going up steadily lately. If you like the typical Springbank note and also rich Oloroso Armons, you can get this without hesitation - even if it won't be cheap.

Mittwoch, 19. Mai 2021

Springbank 10y

 

Whiskybase

Nach dem Kilkerran 12y von Glengyle geht mit dem Springbank 10y meine Erkundungsreise in Campbeltown weiter. Der 10jährige ist der Starter in die Core Range von Springbank. Die 1828 gegründete Brennerei ist unter den Maltfans sehr beliebt. Vielleicht auch deshalb, weil hier noch der gesamte Produktionsprozess zu 100% vor Ort geschieht - und vieles davon noch per Hand. Nostalgie pur für uns Single Malts Enthusiasten. Neben Springbank stellt die Destillerie auch Malts unter den Namen Hazelburn (3fach destilliert und leichter Brand) und Longrow (stark getorft und rauchig) her.

Der Springbank 10 ist eine Kombination aus Ex-Bourbon- und Sherry-Fässern, die exakte Aufteilung der Fässer konnte ich nicht exakt herausfinden. Quellen sprechen von 60% oder 70% Ex-Bourbon- zu 40% bzw. 30% Sherry-Fässern. Abgefüllt wurde mit 46% Alkoholstärke.


Nase & Aussehen
Die Farbe ist ein dunkles Gelb im Glas. Intensiver Duft nach reifen Marillen und Pfirsichen. Eindrücke von Kräuter und Wiese. Kaum Rauch und Torf - eher unterschwellig die anderen Aromen unterstreichend. Süßer Blütenhonig. Die Nase erinnert mit ihrer Frische und Mineralität an einen schönen würzigen Weißwein aus Italien, zb. einem Pino Grigio. Leicht Minze im Hintergrund, wie wenn man in eine After Eight Packung hinein schnuppert. Nach dem ersten Schluck werden die Früchte in der Nase heller, zitroniger, eher in Richtung rote Grapefruit. Sehr schöne Bourbonnase, die anteiligen Fässer preschen deutlich voran. Tolles Potpourri an Aromen. 

Geschmack
Öliges Mundgefühl. Im Mund deutlicher Rauch und der Torf als im Geruch.   Jetzt stehen die würzigen Komponenten der Eichenfässer mehr als ihre fruchtigen Kontrapunkte im Vordergrund. Jetzt ist man im Hafen mit den Fischerbooten und dem Diesel im Meerwasser. Die Sherryfässer zeigen sich durch Leder- und Tabaknoten nun. Mit dem zweiten Probieren kommen auch die Süße aus der Nase, wenn auch nicht so intensiv, sowie die Zitrusfrüchte mehr zum Vorschein.


Abgang
Der Torf und die Sherryaromen sind weiterhin präsent. Moderate Bitterkeit und etwas trocken werdend gegen Ende hin. Mit weiterem Kosten zeigt sich auch im Finish noch ein Rest der Fruchtsüße. Mittellanger Abgang.


Fazit
Ok. Ich verstehe nun besser die Lobeshymnen der Campbeltown Fans, wenn sie von Springbank und dann auch vom 10jährigen, der Einstiegsdroge in die Range der Brennerei, schwärmen. Was hier aus einem 10jährigen rausgeholt wird ist großes Kino. Intensive Aromen, keine Fehlnoten. Tolle Nase und einen markanten Geschmack. Was will man mehr?! Der 10y steht definitiv auf meiner Long-List!

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After the Kilkerran 12y from Glengyle, my journey of exploration in Campbeltown continues with the Springbank 10y. The 10y is the starter in Springbank's Core Range. Founded in 1828, the distillery is very popular among malt fans. Perhaps also because the entire production process is still done 100% on site here - and much of it is still done by hand. Pure nostalgia for us single malts enthusiasts. Besides Springbank, the distillery also produces malts under the names Hazelburn (triple distilled and light spirit) and Longrow (heavily peated and smoky).

The Springbank 10 is a combination of ex-bourbon and sherry casks, I could not find out the exact distribution of the casks. Sources speak of 60% or 70% ex-bourbon to 40% or 30% sherry casks. Bottled at 46% alcohol strength.


Nose & Appearance
The colour is a dark yellow in the glass. Intense aroma of ripe apricots and peaches. Impressions of herbs and meadow. Hardly any smoke and peat - rather subliminal underlining the other aromas. Sweet floral honey. The nose reminds with its freshness and minerality of a nice spicy white wine from Italy, e.g. a Pino Grigio. Slightly minty in the background, like when you sniff into an After Eight pack. After the first sip, the fruits on the nose become lighter, more lemony, more like red grapefruit. Very nice bourbon nose, the proportionate barrels are clearly pushing forward. Great potpourri of aromas. 


Taste
Oily mouthfeel. In the mouth more smoke and peat than in the nose.   Now the spicy components of the oak casks are more prominent than their fruity counterpoints. Now you are in the harbour with the fishing boats and the diesel in the seawater. The sherry casks show through with leather and tobacco notes now. With the second tasting, the sweetness from the nose also comes through, although not as intensely, as does the citrus more.


Finish
The peat and sherry flavours continue to be present. Moderate bitterness and becoming a little dry towards the end. With further tasting, a remnant of fruit sweetness still shows in the finish. Medium length finish.


Conclusion
Ok. I now better understand the praise of Campbeltown fans when they rave about Springbank and then also about the 10-year-old, the entry drug into the distillery's range. What they get out of a 10-year-old is great cinema. Intense aromas, no missing notes. Great nose and a distinctive taste. What more could you want? The 10y is definitely on my long list!

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