Donnerstag, 14. Mai 2026

Smooth Ambler Old Scout - Straight Rye 7y Batch 61

 

Whiskybase

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Smooth Ambler liegt in Maxwelton im Greenbrier County in West Virginia, USA. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und startete ursprünglich als Craft Distillery, verwendete jedoch gleichzeitig für die Old-Scout-Abfüllungen bei Bourbon und Rye gesourcten, also zugekauften Whiskey.

Vor einigen Monaten bekam ich bei einer Krüger-Whiskyauktion den Zuschlag für diese Old-Scout-Rye-Abfüllung. Die Flasche stammt aus dem Jahr 2015 und ist sieben Jahre alt. Der Rye-Whiskey kommt von der MGP-Großbrennerei aus Lawrenceburg in Indiana und basiert auf deren bekannter 95er Rye-Mashbill – also 95% Roggen und 5% gemälzte Gerste. Diese Mashbill von MGP findet man bei zahlreichen amerikanischen Marken wie beispielsweise Bulleit, George Dickel, Templeton, Redemption, Angel’s Envy oder auch James E. Pepper 1776.

Die ältere Abfüllung besitzt 99 Proof beziehungsweise 49,5% Alkoholstärke und soll nicht kühlfiltriert sein – eine Information, die ich zwar im Internet, jedoch nicht direkt auf der Flasche selbst gefunden habe.


Aussehen
Bernstein


Nase
Der Geruch kann die High Mashbill mit ihren 95% Roggen definitiv nicht verleugnen. Eine klassische Rye-Nase mit dominierenden Aromen von Minze, dunklem Brot, Kräutern, Kandiszucker und Kirschbonbons. Neben Vanille liegt eine ordentliche Portion Holzwürze im Hintergrund.

Die sieben Jahre im Fass haben die Aromen schön zusammengeführt und zu einem harmonischen Gesamtbild werden lassen. Es macht richtig Spaß, am Glas zu riechen. Vor allem die Kombination aus frischen Eukalyptusnoten und den süß-fruchtigen Kirsch-/Vanille-Zuckerln gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch die Alkoholstärke ist gut gewählt. Kein unangenehmes Stechen oder Prickeln in der Nase, gleichzeitig aber genügend Kraft und Volumen, damit der Rye nicht zu brav wirkt.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Schönes, volles und cremiges Mundgefühl, gefolgt von einer deutlichen Süße, die ich nach der Nase so nicht erwartet hätte. Direkt darauf folgen frische, leicht scharfwürzige Noten von Pfefferminze und Roggen.

Die Süße des braunen Kandiszuckers hält nicht allzu lange an, bekommt jedoch Unterstützung durch Vanille und reife Kirschen. Ab dem Mittelteil dominieren zunehmend die Minze sowie eine kräftige Würze des Eichenfasses. Dazu gesellen sich noch ein paar leicht bittere Töne. Am vorderen Zahnfleisch und seitlich an den Wangen wird es zunehmend trockener. Die knapp 50% Alkoholstärke funktionieren dabei ausgesprochen gut.


Abgang
Neben der Holzwürze mit ihren leicht bitteren Kakao- und Espressonoten kommt überraschend nochmals eine schöne Karamellsüße zum Vorschein. Auch die Kirschbonbons und die letzten Ausläufer der Pfefferminze bleiben im mittellangen Finish noch länger am Gaumen präsent.


Fazit
Ein grundsolider und sehr süffiger Rye-Whiskey mit hohem Roggenanteil in der gesourcten Mashbill von MGP. Die typischen Rye-Aromen sind klar vorhanden, wirken aber nie überbordend und sorgen insgesamt für ein angenehm harmonisches Gesamtbild.

Sowohl das etwas höhere Alter als auch die knapp 50% Alkoholstärke wirken sich durchwegs positiv aus. Ein überaus entspannter Begleiter für einen gemütlichen Abend auf der Couch – ideal zu einem Binge-Watching-Abend mit Yellowstone oder ähnlichen amerikanischen Serien.

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