Talisker
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Mittwoch, 27. August 2025

Talisker 25y

 

Whiskybase

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Am Anfang meines Whisky-Hobbies hatte ich durchaus die eine oder andere Standard-Abfüllung von Talisker im Glas. Bis auf den klassischen Zehnjährigen waren dies alles NAS-Varianten, die mir geschmacklich weniger zusagten. Die Distillers Edition fand ich recht gut – davon landete auch eine Flasche im Barfach. Mit dem 10y brauchte ich mehrere Anläufe, bis ich ihn schätzen lernte. Ganz anders war es beim 18y, schon das erste Sample war Liebe auf den ersten Schluck. Diese Harmonie und das Zusammenspiel von Aromen und Geschmack waren beeindruckend. Zum Glück konnte ich mir noch eine Flasche vor der Designumstellung sichern.

In den letzten Jahren habe ich die Brennerei etwas aus den Augen verloren, die neuen Abfüllungen konnten mich nicht wirklich reizen. Beim Stöbern entdeckte ich nun ein Sample des 25-Jährigen in meiner Box (ohne Boden) – Zeit also wieder einmal für einen Talisker von Skye. Der 25y ist die zweitalteste Abfüllung der Standard-Range. Gereift wird überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern, ein kleiner Teil in europäischen Refill-Fässern. Abgefüllt wird typisch Talisker mit 45,8 %. Leider kommt auch hier Farbstoff zum Einsatz.


Aussehen
Gefärbt, leicht rötliches Gold.


Nase
Zu Beginn zeigt sich ein milder, mineralischer Rauch - kalkig, steinkohlig, mit maritimen Noten – wie Meeresgischt, die auf glimmende Kohle trifft. Dahinter fruchtige Säure von gepressten Orangen, erstaunlich frisch für das Alter. Der Alkohol sticht anfangs noch etwas hervor. Ich gebe ihm noch etwas Ruhe.

Mit Zeit im Glas verändert sich das Bild deutlich. Der Rauch bleibt sanft, verbindet sich aber immer stärker mit der Orange. Dazu gesellen sich kräftige Eichennoten: geröstetes, leicht angekohltes altes Holz. Eine spannende, gediegene Kombination, die immer harmonischer wirkt. Kräuteraromen untermalen die Röstaromen, während sich die Frucht langsam von Orange hin zu dunklen Beeren, eingekochten Pflaumen und sogar gegrillter Ananas entwickelt. Alles wird abgerundet von einer feinen Süße eingekochten Karamells.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Weiches, cremiges Mundgefühl, das mit einer intensiven Süße startet. Schnell tritt der Rauch hervor – kräftiger als in der Nase, wieder mineralisch, kalkig, steinkohlig und maritim. Zitrusnoten und die angegrillte Ananas steuern Frucht bei, während die dunklen Früchte eher in den Hintergrund treten. Stattdessen dominieren nun getrocknete und geräucherte Kräuter, angekohltes Eichenholz und der typische Talisker-Chili-Catch, der selbst nach 25 Jahren präsent ist. Leder, Tabakblätter, kalte Asche und Rauch leiten sanft in den Abgang über. Der Alkohol ist perfekt eingebunden, und das Zusammenspiel der Aromen wirkt komplex und gleichzeitig harmonisch – ein Whisky, der ständig neue Nuancen zeigt, solange er im Mund bleibt.


Abgang
Mittellang bis lang, dominiert von Rauch und Asche. Begleitet wird er von Kräutern, Ananas und aromatischem Holz – ohne jede Bitterkeit.


Fazit
Ein Whisky, dem man Zeit geben sollte. Dann belohnt er mit einer komplexen Nase und einem ebenso vielschichtigen Geschmack. Für sein Alter präsentiert er sich erstaunlich frisch, bleibt dabei aber harmonisch und charakterstark. Die Alkoholstärke ist perfekt gewählt, die Aromen intensiv und kräftig. Besonders schön ist, dass der berühmte Chili-Catch auch nach 25 Jahren noch spürbar ist. Trotz seiner Reife bleibt er gefährlich süffig – gediegen, aber keineswegs langweilig. Ein großartiger Talisker, wenn auch zu einem stolzen Preis.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Talisker 8y Diageo Special Releases 2021

 

Whiskybase

English Text-Version


Seit 2001 gibt es die Special Release Reihe von Diageo. Insgesamt waren bisher Abfüllungen aus 37 Brennereien und zwei Blends in dieser Prestige Serie vertreten. Talisker ist seit der ersten Release dabei, zu Beginn sogar gleich mit zwei Abfüllungen, einem 25y 1975 mit 59,9% um 95 Pfund und einem 28y 1973 mit 43,3% um 495 Pfund. Das waren halt noch Zeiten.

Der Ausgabepreis vom Talisker 8y aus der Release 2021 mit 59,7% war nicht viel geringer, als vom 1975er Talisker aus der ersten Release 2001. So ändern sich die Zeiten. Aber streiten wir nicht ums Geld, genießen wir lieber diese Single Malts.

Für die Reifung wurden laut Marketing-Blabla Heavily Peated Refill Casks verwendet. Welche Fässer hier wirklich zum Einsatz kamen, Fehlanzeige. Aber! Was man erfährt ist, dass die rauchigsten Fässer für diese Abfüllung ausgesucht wurden. Da bin ich gespannt.


Aussehen
Weißburgunder, heller Weißwein


Nase
Sehr zitruslastig und leicht sprittig, fast schon scharf, was hier sofort aus dem Glas strömt. Der Rauch ist nicht wirklich dominant, aber trotz des hohen Alkoholgehalts von fast 60%, der oft Raucharomen bindet und nicht zur Geltung kommen lässt, ist der Rauch durchaus präsent. Er ist ziemlich maritim, fast schon islay-like mit seiner Jodnote, dem geräucherten Seetang und einem klaren mineralischen Touch. Ich hatte kürzlich einen Lokita Mezcal Tepeztate im Glas und dessen leichte Rauchnote fördert durchaus die ein oder andere Assoziation mit dem Rauch dieses jungen Taliskers zu Tage, vor allem diese frisch, erdigen Aromen. Interessant. Hinter dem Rauch wird die allpräsente Zitrone durch Vanille und getrockneten französischen Küchenkräutern unterstützt. Die Nase ist unverdünnt wild, jung, vielleicht noch nicht ganz ausgewogen, wie beim klassischen Zehner. 

Mit Wasser bekommt, wie vermutet, der Rauch mehr Aufwind und wird aschiger und öliger. Ansonsten bleiben die Aromen weitgehend identisch, das Sprittige vom Beginn verblasst zunehmend. 


Geschmack
Kann man unverdünnt durchaus genießen, schön cremig und mundfüllend. Beginnt überraschend mit einer deutlichen Toffeesüße. Begleitet wird das Toffee von Zitronenbonbons mit Vanille. Dann übernimmt der Rauch und Torf mit kaltaschigen, maritimen und erdigen Aromen. Im Mundraum wird es durch den Alkohol rasch ziemlich trocken und auch eine gewisse Schärfe übernimmt das Kommando. Sie ist aber weniger intensiv, als man vermuten würde. Bin mir nicht sicher, ob es sich hier um den berühmt, berüchtigten Talisker Chillicatch handelt oder ob es einfach der Alkohol ist, der hier durchbricht. Danach klingt es Richtung Abgang mit getrockneten Kräutern schön aus.

Wasserbeigabe nimmt dem Geschmack etwas an Rauheit, insgesamt wird es mehr homogener aber auch austauschbarer. Der Rauch und die etwas später einsetzende Schärfe sind weiterhin vorhanden, aber abgeschwächt. Bin mir nicht sicher, ob ich ihn unverdünnt und damit etwas wilder nicht besser fand.


Abgang
Und diese Kräutermischung ist, zusammen mit dem anhaltenden maritimen Rauch sowie nun auch einer gewissen Bitterkeit vom Eichenfass, weiterhin tonangebend. Und dies durchaus länger, dies gefällt mir, muss ich sagen. Ebenso wie die Vanille, die immer durchscheint. 


Fazit
Eine puristische Abfüllung ohne viel Schnickschnack. Wer wissen will, wie Talisker ohne viel Fasseinfluss schmeckt ist hier goldrichtig. Aufgrund seiner Jugend ist er bei seinem Aromenspiel straight, gerade heraus. Das gefällt mir. Er hat mehr Rauch als andere Abfüllungen, die ich bislang von Talisker im Glas hatte. Aber ob dies nun tatsächlich der rauchigste Talisker ist? Der Preis ist überzogen, aber es ist ein guter Malt, der mir neue Facetten von Talisker zeigte und deutlich besser ist, als so manche NAS-Abfüllung im Sortiment. 

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English Text-Version


In 2001, Diageo launched its Special Releases series. To date, this prestige series has featured bottlings from 37 distilleries and two blends. Talisker has been involved since the first release, initially with two bottlings, a 25y 1975 at 59.9% for £95 and a 28y 1973 at 43.3% for £495. Those were the days.

Released in 2021, the 59.7% 8y Talisker was priced not much lower than the 1975 Talisker released in 2001. That's how times change. But let's not argue about money, let's enjoy these single malts.

According to the marketing blah-blah, heavily peated refill casks were used for maturation. No word on which casks were actually used. What we do learn is that the smokiest casks were selected for this bottling. I'm very curious to find out.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Light white wine


Nose
Very citrusy and a bit tangy, almost spicy, which flows out of the glass right away. The smoke is not really dominant, but despite the high alcohol content of almost 60%, which often binds the smoke flavours and prevents them from coming to the fore, the smoke is definitely present. It's quite maritime, almost Islay-like. There's an iodine note, smoked seaweed and a clear mineral touch. The other day I had a Lokita Mezcal Tepeztate in my glass and its slightly smoky note definitely brings to mind one or two associations with the smoke of this young Talisker, especially those fresh, earthy flavours. Interesting. Vanilla and dried French kitchen herbs support the omnipresent lemon behind the smoke. Straight, the nose is wild, young, perhaps not quite as balanced as the Classic Ten. 

With water, as expected, the smoke gets more lift. It becomes more ashy and oily. Otherwise, the aromas remain largely the same, with the initial effervescence fading more and more. 


Taste
Beautifully creamy and mouth-filling, can definitely be enjoyed neat. Starts surprisingly with a clear toffee sweetness. The toffee is accompanied by lemon candy with vanilla. Smoke and peat then take over with cold, ashen, maritime and earthy flavours. In the mouth, the alcohol quickly makes it quite dry and a certain spiciness takes over. However, it is less intense than you might expect. I'm not sure if this is the infamous Talisker Chillicatch or if it's just the alcohol breaking through. It finishes nicely with dried herbs.

The addition of water takes some of the roughness out of the flavour, making it more homogeneous but also more interchangeable. The smoke and the slightly delayed onset of the spiciness are still there, but they are less pronounced. I'm not sure if I didn't prefer it undiluted and therefore wilder.


Finish
And this herbal mixture, together with the lingering maritime smoke and now also a certain bitterness from the oak barrel, continues to set the tone. And this is definitely longer, I have to say I like it. Just like the vanilla, which keeps shining through. 


Conclusion
This is a purist bottling, without a lot of frills. This is the one for you if you want to know what Talisker tastes like without too much cask influence. Due to its youth, it is straightforward in its play of flavours. I like that. It has more smoke than other Talisker bottlings I've had in my glass. But is this really the most smoky Talisker? The price is exaggerated, but it is a good malt that showed me new facets of Talisker and is significantly better than many NAS bottlings in the range. 

Mittwoch, 12. April 2023

Talisker Port Ruighe

 

Whiskybase

English Text Version


Schon lange keinen Talisker oder einen Single Malt mit Port-Fass Reifung oder Finish im Glas gehabt. Wurde mal wieder Zeit. Der Talisker Port Ruighe bietet sich hier auch gleich an. Ein NAS (Non Age Statement) Whisky. Talisker hat einige NAS im Standard Sortiment. Ich habe einige davon verkostet und so wirklich überzeugt - mit Abstrichen vielleicht der Dark Storm, von dem ich eine Großflasche hatte - hat mich keiner davon. Talisker hat mit dem 10y, der Distillers Edition und dem 18y drei Ikonen im Core Range Segment, die die Single Malt Freunde seit Jahrzehnten begeistern. 

Warum Talikser sein Portfolio mit NAS-Abfüllungen in die Breite gezogen hat, ist angesichts ihres offensichtlichen Problems bei Fässern mit einem zweistelligen Altersschnitts durchaus eine den Verantwortlichen zu stellende Frage. Denn hätte man Fässer zurückgelegt, anstatt sie die letzten Jahre für NAS-Abfüllungen zu verbrauchen, wäre die jährliche Ausgabe der beliebten Distillers Edition vielleicht immer noch zehn Jahre alt, und nicht, wie erstmals in diesem Jahr, ebenfalls eine NAS-Flasche. Übrigends ein Move, den Diageo bei allen Distillers Editions dieses Jahr gemacht hat - auch bei Lagavulin und Co. Eventuell hat man im Diageo Konzern zu sehr auf den kurzfristigen Gewinn, als auf ein maßvolles und somit auch langlebiges Fassmanagement, geachtet. Ein Aspekt der mir als Konsument und Whisky-Fan schlecht aufstößt.  

Genug geraunzt. Jetzt wenden wir uns dem Port Ruighe zu. Der Name ist die gälische Schreibweise von Portree, der Hauptstadt der Insel Skye und früher ein wichtiger Handelshafen. Die häufigste Erklärung ist, Talisker wollte mit dieser Abfüllung die Handelsschifffahrer vergangener Zeiten ehren, die aus Portugal den Portwein und damit deren Fässer nach Schottland brachten. Das in Portree das Wort Port enthalten ist und man deswegen Portweinfässer verwendete, gefällt mir als vielleicht nicht ganz ernstgemeinte Begründung fast besser. 

Wie auch immer, der Single Malt reifte vorab in amerikanischen und europäischen Eichenfässern und wurde dann für eine unbekannte Zeit in Ruby Portfässern gefinished. Wie bei Talisker leider üblich, wurde gefärbt und kühlgefiltert und mit den typischen 45,8% abgefüllt.


Aussehen
Dunkles Rostbraun


Nase
Leichter bis mittlerer Rauch, der neben seiner Affinität zu einem Feuer auf glimmenden Steinkohlenstücken auch eine süße Seite hat. Als würden hellrote und dunkelrote Weingummis über dem Feuer leicht vor sich hinschmelzen. Aromen von süßen, roten Beeren, Himbeeren und Erdbeeren, liegen zuerst hinter dem Rauch. Wenn die erste Rauchschwade vorbei weht, nimmt der Geruch nach den fruchtigen Beerennoten zu. Hinzu kommt jetzt ein am Feuer brutzelnder leckerer Räucherschinken und nun auch dunkle getrocknete Pflaumen. Vom Rauch bleibt ein maritimer und mineralischer Touch über -  Jod, Salzwasser, Kieselsteine am Strand. Und immer wieder sticht eine Schärfe leicht in der Nase. Könnte eine Jugendlichkeit im Bezug auf das nicht hohe Alter des Malts andeuten. Er ist schon ein etwas rauerer Geselle, was den Transport seiner Aromen angeht - ein wenig ungestüm aber nicht übel. Die Nase ist nicht schlecht.


Geschmack
Startet gleich mit einer ordentlichen Portion vom Rauch und der geräucherten Schinkenschwarte. Dann erscheint eine leichte Pfeffernote, vom berühmt, berüchtigten Chili Catch habe ich beim ersten Verkosten nicht viel gemerkt. Dafür ist er im Geschmack ordentlich würzig, da sind doch zahlreiche getrocknete Kräuter und Gewürze ins Feuer gefallen. Von der Frucht der Beeren ist jetzt wenig zu merken, eher Pflaumen im Speckmantel mit einer angenehmen, nicht sehr süßen würzigen Honigmarinade. Beim weiteren Verkosten wird die Schärfe deutlicher, hm, ja, könnte nun doch in Richtung Chili Catch gehen.


Abgang
Das Finish gestaltet sich eher kurzweilig. Aus dem Rauch in der Nase und im Mund ist nun vielmehr ein auskühlendes Lagerfeuer und kalte Asche geworden. Die Kräuter sind länger präsent. Die Fruchtaromen sind kaum mehr vorhanden.


Fazit
Er ist noch ein junger Talisker. Ich schätze der Whisky ist nicht viel länger als sechs bis acht Jahre in den Fässern gelegen. Er ist noch ungestüm und teilweise rau. In der Nase stört die Schärfe doch hin und wieder, jedoch kann die Kombination aus Rauch mit den fruchtig, beerigen Aspekten mit den Kräutern und den Speckpflaumen durchaus positiv punkten.
Im Mund wird er sehr rauchlastig mit der bei Talikser-Abfüllungen bekannten Schärfe und einer würzig kräuterigen Dominanz. Dies erinnert mich doch auch an den Dark Storm. Alles in allem ein Easy-Sipper. Ein anständiger All-Day Dram mit einer angenehmen rauchigen, würzigen Charakteristik. Durchaus lecker. Kaufkandidat? Nein. Da bleibe ich doch lieber bei der Distillers Edition mit Altersangabe. Die ist noch eine Hausnummer besser. Jedoch, die aktuelle DE-Abfüllung ohne Altersangabe kenne ich noch nicht, vielleicht ändert sich dann auch meine Meinung.

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English Text Version


It's been a long time since I've had a Talisker or a single malt with port cask maturation or finish in my glass. It was about time again. The Talisker Port Ruighe is also a good choice here. A NAS (Non Age Statement) whisky. Talisker has some NAS in its standard range. I have tasted some of them and none of them really convinced me - with some exceptions, perhaps, the Dark Storm, of which I had a large bottle. With the 10y, the Distillers Edition and the 18y, Talisker has three icons in the Core Range segment that have been delighting single malt fans for decades. 

Why Talisker has stretched its portfolio with NAS bottlings is definitely a question to be asked of those responsible, given their obvious problem with casks with a double-digit age cut. After all, if they had put casks back instead of using them up for the last few years for NAS bottlings, the annual release of the popular Distillers Edition might still be ten years old, and not, as it was for the first time this year, also an NAS bottle. Incidentally, this is a move that Diageo has made with all Distillers Editions this year - also with Lagavulin and Co. Perhaps the Diageo group has paid too much attention to short-term profit than to moderate and thus also long-lasting cask management. As a consumer and whisky fan, this is an aspect that makes me very uncomfortable.  

Enough grumbling. Now we turn to Port Ruighe. The name is the Gaelic spelling of Portree, the capital of the Isle of Skye and once an important trading port. The most common explanation is that with this bottling Talisker wanted to honour the merchant seafarers of bygone times who brought port wine from Portugal and with it their casks to Scotland. I prefer the fact that Portree contains the word port and that port wine casks were used for this reason, perhaps not entirely seriously. 

However, the single malt was first matured in American and European oak casks and then finished for an unknown period in Ruby Port casks. As is unfortunately usual with Talisker, it was coloured and chill-filtered and bottled at the typical 45.8%.

Fotocredit: Talisker

Appearance
Dark rusty brown


Nose
Light to medium smoke that has a sweet side to it besides its affinity to a fire on smouldering pieces of coal. As if light red and dark red wine gums were gently melting away over the fire. Aromas of sweet red berries, raspberries and strawberries, lie behind the smoke at first. When the first waft of smoke blows past, the smell of the fruity berry notes increases. This is now joined by a delicious smoked ham sizzling on the fire and now also dark dried plums. A maritime and mineral touch remains from the smoke - iodine, salt water, pebbles on the beach. And again and again, a spiciness stings the nose slightly. Could suggest a youthfulness in relation to the not great age of the malt. It is already a somewhat rougher fellow in terms of transporting its flavours - a little boisterous but not bad. The nose is not bad.


Taste
Starts off right with a fair amount of the smoke and smoked ham rind. Then a slight pepper note appears, I didn't notice much of the famous, infamous chilli catch when I first tasted it. On the other hand, it is quite spicy on the palate, numerous dried herbs and spices have been added to the fire. There is little sign of the fruit of the berries now, more like plums wrapped in bacon with a pleasant, not very sweet, spicy honey marinade. On further tasting, the spiciness becomes more apparent, hm, yes, could go in the direction of chilli catch now after all.

Finish
The finish is rather short. The smoke in the nose and mouth has now become more of a cooling campfire and cold ash. The herbs are present for longer. The fruit flavours are hardly present anymore.


Conclusion
It is still a young Talisker. I guess the whisky has not been in the casks much longer than six to eight years. It is still impetuous and partly rough. In the nose, the spiciness disturbs from time to time, but the combination of smoke with the fruity, berry aspects with the herbs and the bacon plums can score quite positively. 

In the mouth, it is very smoky with the familiar spiciness of Talikser bottlings and a spicy, herbal dominance. This reminds me of the Dark Storm. All in all, an easy sipper. A decent all-day dram with a pleasant smoky, spicy characteristic. Quite tasty. A candidate for purchase? No. I'd rather stick to the Distillers Edition with age statement. It's even better. However, I don't know the current DE bottling without age statement yet, so maybe my opinion will change.

Mittwoch, 28. September 2022

Talisker 10y

 

Whiskybase

English Version


Der 10jährige aus der ältesten Brennerei auf der Insel Skye ist ein Klassiker unter den schottischen Single Malts. Dies hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass er seit Start 1987 Bestandteil der Classic Malt Serie von Diageo ist. Talisker hat im Frühjahr 2021 dem Design vor allem des Labels und der Umverpackung eine Rundumerneuerung gegönnt. Neben der neu hinzugekommenen Schmuckfarbe Orange ist die neue Kontur des Labels - dies soll den Umrissen der Küste von Skye nachempfunden sein - am auffälligsten.

Ich habe bereits zwei eher weniger erfolgreiche Versuche der Annäherung bei der "alten" Version des 10jährigen unternommen und mir gedacht, ich probiere es noch einmal bei der neuen Abfülllung. Grundsätzlich gibt es von Talisker keine Informationen, dass sich auch beim Destillat in der Flasche etwas verändert hätte. Aber aus der Erfahrung auch bei anderen Brennereien und neuen Designs weiß man, dass doch immer wieder kleine bis große Änderungen beim Whisky selbst passieren können. So bin ich gespannt, ob der Talisker 10 und ich am Ende doch noch harmonieren oder nicht.


Aussehen
Safran, gefärbt 


Nase
Sofort eine leichte bis mittlere Rauchfahne in der Nase. Es ist ein eher phenolisch, medizinischer Rauch, nach verbrannten Mullbinden, mit einem Einschlag von einer gewissen Mineralität - eher trocken, kalkig. Dahinter verbergen sich Aromen nach nassem, alten Heu in Verbindung mit getrockneten Zitronenschalen und Orangenduftöl - eine sehr interessante Kombination. Zusätzlich zeigt sich eine schöne würzige Nase, die wohl vom Holz des Fasses stammen könnte und eine nette Assoziation nach altem, getrockneten Treibholz am Strand mit Resten von Seetang suggeriert. Über all dem liegt eine angenehme Süße, die alle Aromen miteinander verbindet. Der Alkohol ist sehr gut integriert. 


Geschmack
Sehr weiches, sanftes Mundgefühl. Der Whisky startet mit einem schönen würzigtorfigen Rauch, sehr intensiv und dominant. Im Gegensatz zur Nase ist nun mehr kalte Asche zu schmecken als die phenolischen Aromen aus der Nase. Der Rauch mischt sich schnell mit einer überraschend deutlichen Süße - mehr Karamell und Nugat als Honig und nun auch Vanille. Dazu etwas Zitronenschalen, sonst eher keine anderen Fruchteinflüsse. Dahinter beginnt eine angenehme Schärfe, die ich mehr zu Pfeffer als zu Chili deuten würde, die aber nicht allzulange anhält. Getrocknete Küchenkräuter wie Oregano, Thymian und Salbei runden das Geschmackprofil gegen Ende hin ab.


Abgang
Die Gewürze werden im Finish immer intensiver und vermischen sich mit den restlichen Rauchschwaden. Dazu gesellt sich eine leichte bittere Note, die vom Eichenholz der Fasslagerung stammen könnte. Insgesamt, wenn man den Rauch ignoriert, ist der Abgang mittellang.


Fazit
Beim dritten Versuch gefällt mir der Talisker 10 richtig gut. Diesmal zeigte er mir seine herbe, maritime Eleganz. Er kommt mir im Vergleich zur älteren Ausführung in der Nase seitens Rauch und Intensität der anderen Aromen etwas dominanter vor. Im Geschmack ist vor allem die nicht mehr so prägnante Schärfe - der typische Chilichatch - beim neuen 10er überraschend. Aber insgesamt mundet er mir persönlich etwas mehr. Ein rundum schöner Standard zu einem sehr vernünftigen Preis/Leistungsverhältnis.

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English Version


The 10-year-old from the oldest distillery on the Isle of Skye is a classic among Scottish single malts. This certainly has something to do with the fact that it has been part of Diageo's Classic Malt Series since its launch in 1987. In the spring of 2021, Talisker gave the design of the label and the outer packaging a complete makeover. Besides the newly added jewel colour orange, the new outline of the label - this is supposed to be based on the outline of the coast of Skye - is the most striking.

I have already made two rather less successful attempts at the approach with the "old" version of the 10-year-old and thought I would try it again with the new bottling. Basically, there is no information from Talisker that anything has changed with the distillate in the bottle either. But from experience with other distilleries and new designs, we know that small to big changes can always happen in the whisky itself. So I am curious to see whether the Talisker 10 and I harmonise in the end or not.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Saffron, coloured 


Nose
Immediately a light to medium smoke trail on the nose. It is a rather phenolic, medicinal smoke, after burnt gauze, with an impact of some minerality - rather dry, chalky. Behind this are aromas of wet, old hay combined with dried lemon peel and orange fragrance oil - a very interesting combination. In addition, there is a nice spicy nose that could probably come from the wood of the barrel and suggests a nice association of old, dried driftwood on the beach with remnants of seaweed. Over all this lies a pleasant sweetness that connects all the flavours. The alcohol is very well integrated. 


Taste
Very soft, gentle mouthfeel. The whisky starts with a nice spicy peaty smoke, very intense and dominant. In contrast to the nose, there is now more cold ash to taste than the phenolic flavours from the nose. The smoke quickly mixes with a surprisingly distinct sweetness - more caramel and nougat than honey and now also vanilla. In addition, some lemon peel, otherwise rather no other fruit influences. Behind this, a pleasant spiciness begins, which I would interpret more as pepper than chilli, but which doesn't last too long. Dried kitchen herbs like oregano, thyme and sage round off the flavour profile towards the end.


Finish
The spices become more intense in the finish, mingling with the rest of the smoke. This is joined by a slight bitter note that could come from the oak of the cask ageing. Overall, if you ignore the smoke, the finish is medium long.


Conclusion
On the third try, I really like the Talisker 10. This time it showed me its tart, maritime elegance. Compared to the older version, it seems a bit more dominant on the nose in terms of smoke and intensity of the other aromas. On the palate, it's the less pronounced spiciness - the typical Chilichatch - of the new 10 that's surprising. But all in all, it tastes a bit better to me personally. An all-round nice standard at a very reasonable price/performance ratio.

Mittwoch, 24. März 2021

Talisker 18y

 


Whiskybase

Nachdem ich das letzte Wochenende mit den letzten Tropfen in der Flasche vom Dark Storm verbracht habe, war mir danach meine Whiskyreise mit dem 18y von Talisker fortzusetzen. Bei diesem Insel-Malt kommen jeweils Ex-Bourbon und Sherry-Fässer mit mindestens 18 Jahren Alter zum Einsatz. Das genaue Mischungsverhältnis, also wieviele Ex-Bourbon und Sherry-Fässer für das Vatting verwendet werden ist genauso unbekannt, wie die Art der Sherry-Fässer. Abgefüllt ist der Volljährige mit den bei Talisker gern gesehenen 45,8% Alkohol.


Nase & Aussehen
Talisker färbt leider, darum gehe ich diesmal weniger auf die Farbe vom Whisky ein - ein helles Gold wäre es. Eine schöne Anzahl an öligen Schlieren sind am Glasrand erkennbar. Sofort maritimen Einfluss, Jod und Salzgischt in der Nase. Dann leichte Vanille und eine cremige Süße wie bei Milchkaramellbonbons. Reife Zitronen- und Orangennote - wie Orangenlimonade. Überraschend wenig Rauch, nur ein Hauch der die anderen Aromen unterstützt. Mit etwas Ruhe im Glas kommt der Sherryfasseinfluss mehr zur Geltung. Rote Beerenfruchtigkeit, kombiniert mit Hasel- und Pekannüssen. Der Rauch wird nun auch eine Spur intensiver. Leichte Assoziationen zu Highland Park durch Heidekräuter in der Nase. Interessant


Geschmack
Er beginnt sogleich mit einem sehr öligen Mundgefühl. Deutlich mehr Rauch und Torf als in der Nase. Weiterhin reitet er die maritime Schiene mit Salz und Seetang. Eine leichte, nicht allzu intensive, rote Pfeffernote ist unterschwellig die gesamte Zeit im Mundraum präsent. Die Süße ist weiterhin vorhanden. Die Fruchtaromen wandeln sich in Orangen- und Zitronenschalen mit einer zusätzlichen leichten Bitternote und einer sehr angenehmen Würzigkeit.


Abgang
Die Bitter- und die Öligkeit vom Geschmack setzen sich auch im Finish nahtlos fort. Rauch und Torf sind ebenfalls weiterhin prägend. Die Würzigkeit, zusammen mit dem Rauch erzeugt Assoziationen von Bootsplanken im Salzwasser. Lange ist der Abgang, getragen vom Rauch.


Fazit
Der gefällt gut! Kein Komplexitätsmonster, jedoch ist er alles, nur nicht langweilig. Sehr schönes Wechselspiel zwischen der maritimen Seite und der fruchtig/süßen Komponente in der Nase. Im Mund dann noch ergänzend durch mehr Rauch und Torf. Die Talisker nachgesagte Chillinote im Geschmack konnte ich beim Volljährigen nicht so dominant feststellen, für mich war es ein angenehmer roter, aromatischer Pfeffer. Die Kombi im Mund und Abgang vom Rauch und der Würze sind sehr nice. Für mich ein klarer Kaufkandidat.

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After spending the last weekend with the last drops in the bottle of Dark Storm, I felt like continuing my whisky journey with the 18y from Talisker. This island malt uses ex-bourbon and sherry casks with at least 18 years of age. The exact mixing ratio, i.e. how many ex-bourbon and sherry casks are used for vatting, is just as unknown as the type of sherry casks. The full year old is bottled with 45.8% alcohol, which is very welcome at Talisker.


Nose & Appearance
Talisker unfortunately colours, so I'll go less into the colour of the whisky this time - a light gold would be it. A nice number of oily streaks are visible around the rim of the glass. Immediate maritime influence, iodine and salt spray on the nose. Then light vanilla and a creamy sweetness like milk caramel sweets. Ripe lemon and orange notes - like orange lemonade. Surprisingly little smoke, just a hint supporting the other flavours. With a little rest in the glass, the sherry barrel influence comes more to the fore. Red berry fruitiness, combined with hazelnuts and pecans. The smoke also becomes a little more intense now. Slight associations with Highland Park through heather herbs in the nose. Interesting

Foto: whiskybase.com


Taste
It starts immediately with a very oily mouthfeel. Clearly more smoke and peat than in the nose. It continues to ride the maritime rail with salt and seaweed. A light, not too intense, red pepper note is subliminally present in the mouth the whole time. The sweetness is still present. The fruit flavours turn into orange and lemon peel with an additional slight bitter note and a very pleasant spiciness.


Finish
The bitterness and oiliness from the taste continue seamlessly into the finish. Smoke and peat also continue to be prominent. The spiciness, together with the smoke, creates associations of boat planks in salt water. The finish is long, carried by the smoke.


Conclusion
This one is good! Not a complexity monster, but it is everything but boring. Very nice interplay between the maritime side and the fruity/sweet component in the nose. In the mouth it is complemented by more smoke and peat. I couldn't detect the chilli note in the taste, which is said to be present in Talisker, so dominantly in the fully matured, for me it was a pleasant red, aromatic pepper. The combination of smoke and spice in the mouth and finish is very nice. For me, a clear candidate for purchase.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Talisker Storm


Whiskybase

Nase & im Glas:
Nachdem ich den Dark Storm im Glas hatte, muss nun auch der Storm dran glauben. Ein sattes Gold zeigt sich im Glas. Gleich zu Beginn habe ich überhaupt keinen Rauch oder den für mich typischen Krankenhaus/Mullbindengeruch bei Talisker in der Nase. Er startet metallisch und irgendwie faulig? Hm. Vielleicht wie feuchtes, schmutziges Heu. Mit einiger Zeit wandelt sich das Heu in eine überreife Birne. Jetzt langsam nähert sich der phenolische Rauch der Nase.

Geschmack:
Süßer Antritt am Anfang. Ölig im Mund. Nach der malzigen Süße wird es würzig und herb. Rauch habe ich nur unwesentlich im Mund.

Abgang:
Jetzt kommt der pfeffrige Abgang. Aber kein Chilli, wie beim 10er. Ich finde auch, dass die Schärfe beim Dark Storm heftiger war. Danach ein leicht bitterer Geschmack, dann wird es adstringierend. Ganz am Ende kommt leichter Rauch. Aber nur sehr dezent.

Fazit:
Überraschend wenig Rauch bemerkt. Die Süße, die in eine nette pfeffrige Würzigkeit übergeht, finde ich ganz nett. Der Storm ist relativ straightforward. Er kommt rasch zum Punkt. Kann man locker schlürfen, ohne viel überlegen zu müssen. Ich bin froh, davon ein Sample zu habe und meine Taliskerreise fortzusetzen. Aber eine Großflasche brauche ich nicht unbedingt davon.
[/quote]

Mittwoch, 13. November 2019

Talisker Dark Storm


Whiskybase

Nase & im Glas:
Der dunkle Sturm von Talisker zeichnet sich durch ein sattes Dunkelgold im Glas aus. Ich habe keine Infos, wie lange der Whisky im Fass gelegen ist, aber das Fass hat deutlich Farbe abgegeben. Hoffentlich auch genug Geschmack. Angemerkt, es ist das erste Glas aus der jungfreulich geöffneten Flasche. Wenn, dann habe ich hier keinen Lagerfeuerrauch sondern eher krankenhausähnlich, phenolisch. Aber keinen aschigen Lagerfeuerrauch. Das Aroma ähnelt rauchseitig eher dem, was ich auch beim Talisker 10 immer gerochen habe.
Dahinter bekomme ich deutlich Sherryduft, kombiniert mit einer sanften süßen Note. Danach etwas pfeffriges. Ist es der Alkohol oder das pfeffrige, dass man vom Talisker kennt?
Nach dem ersten Schluck reduziert sich der Rauch, der Sherry übernimmt deutlich die Führung.

Geschmack:
Am Anfang steht der Rauch. Eher keine Süße, eher herbere Sherrynoten. Leichter Peffercatch, beim 10er hatte ich deutlich mehr die intensivere Chillischärfe im Mund. Beim zweiten Schluck wird der Pfeffer deutlicher, ein scharfer weißer ist es. Gut! Der Sherryeinfluss bleibt weiterhin eher auf der herbwürzigen Seite. Aber er ist deutlich. Wenn Süße, dann eher von der dezenten, unaufdringlichen Sorte.

Abgang:
Eher von kurzer Dauer, was den Sherry anbelangt. Ganz dezent eine dunkle Schokolade, die vom Eichenfass herrühren könnte. Und mittellang bis lange der Rauch.

Fazit:
Ausgewogen finde ich seine Kombination aus Rauch, Sherry gepaart mit der Talisker bekannten Schärfe. Da überwiegt nichts oder überladet einen anderen Part. Easy Drinking für nette laue Sommer- oder Herbstabende - sehr süffig. Oder wenn Gäste kommen, die mal,einen rauchigen Whisky kosten wollen. Da überfordert man niemanden. Der Benromach 10 hat den gefälligeren Mund und den wiedererkennungswürdigeren Abgang. Aber schlecht finde ich den Dark Storm nicht.
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