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Heaven’s Door ist eine amerikanische Whiskey-Marke, die 2015 von Bob Dylan gemeinsam mit dem Spirituosenunternehmer Marc Bushala und dessen Spirits Investment Partnership (SIP) gegründet wurde. Der Name Heaven’s Door ist natürlich eine Anspielung auf Bob Dylans berühmten Song „Knockin’ on Heaven’s Door“ aus dem Jahr 1973.
Das Besondere an Heaven’s Door ist die Verbindung von Whiskey und Kunst. Die Flaschen tragen als Markenzeichen Motive von Dylans charakteristischen, aus Metall gefertigten Toren, die er unter anderem aus Fundstücken und Altmetall gestaltet. Auch seine Gemälde und Skulpturen finden sich bei verschiedenen Sonderabfüllungen wieder.
In den ersten Jahren arbeitete Heaven’s Door mit verschiedenen amerikanischen Destillerien und Whiskey-Produzenten zusammen und bezog dafür ausgewählte Destillate. Die Marke entwickelte unterschiedliche Bourbons, Rye Whiskeys und limitierte Sonderabfüllungen. Erst später entstand eine eigene Destillerie in Pleasureville, Kentucky, deren Entwicklung bereits 2017 begann und in der seit 2018 eigener Bourbon produziert wird.
Ich habe vor einiger Zeit bei Krüger das 200-ml-Trio aus dem Jahr 2020 ersteigert, bestehend aus einem Tennessee Bourbon, dem Straight Rye und dem Double Barrel Whiskey. Zu diesem Zeitpunkt verwendete Heaven’s Door noch fremdgebrannte Whiskeys.
Der Straight Rye ist ein über acht Jahre gereifter, aus Indiana stammender 95/5 Rye von MGP, der nach der Reifung in neuen amerikanischen Eichenfässern rund sechs Monate in speziell getoasteten französischen Vosges-Cigar-Barrels gefinisht wurde.
Aussehen
Helles Bernstein
Nase
Interessant. Nach dem ersten Eindruck würde man sofort meinen, einen typischen Rye aus Indiana mit dem klassischen 95-prozentigen Roggenanteil in der Mashbill vor der Nase zu haben. Und tatsächlich findet sich dieses typische Profil wieder. Angenehme frische Eukalyptusnoten treffen auf dunkles Roggenvollkornbrot, Dill und Karamell. Was für mich allerdings fehlt, ist die bei amerikanischen Ryes häufig anzutreffende Kirsche – egal ob als Frucht, Kompott oder Marmelade. Dafür gibt es ordentlich Vanille, hellere Früchte und einen Spritzer Zitrone.
Ich weiß nicht, ob es an den „nur“ 46 % vol. liegt. Meine letzten Ryes, die ich verkostet habe, hatten allesamt deutlich mehr Alkoholstärke. Jedenfalls empfinde ich die Nase als weniger kantig und kräftig. Sie präsentiert sich vielmehr weich, sanft und in sich ruhend. Nicht falsch verstehen: Die Aromen sind keinesfalls flach, sie sind lediglich insgesamt etwas dezenter ausgeprägt.
Die Eiche kommt im Hintergrund ebenfalls gut durch – kräftig, aber nicht dominant. Das Finish in den französischen Vosges-Fässern kann ich hingegen nicht wirklich eindeutig erkennen oder bestimmten Aromen zuordnen.
Mir gefällt die Nase. Sie ist eindeutig als Rye erkennbar, besitzt aber gleichzeitig ihren eigenen Stil und hebt sich damit etwas vom reinen MGP-Rye-Profil ab.
Geschmack
Der Rye präsentiert sich beim ersten Probieren mit einem sehr weichen und runden Mundgefühl. Er beginnt mit einer nicht allzu heftigen Würzigkeit, die sich durch leichte Pfefferschärfe, Krümel von geröstetem Roggenbrot und frische Pfefferminze zeigt – fast so, als würde man auf einem Pfefferminzkaugummi kauen. Und wie beim Kaugummi verfliegt auch diese frische Note nach wenigen Augenblicken wieder.
Dahinter findet sich eine angenehme Karamellnote, die eine spürbare Süße mitbringt. Vanille, Zimt und Muskatnuss sowie überraschenderweise nun doch ein Anflug von Kirschbonbons ergänzen das Geschmackspotpourri.
Die Eiche ist mit angenehmen bitteren Noten, die mich an schwarzen Kaffee oder Kakaopulver erinnern, ebenfalls deutlich präsenter, als es die Nase vermuten ließ. Die 46 % vol. sind gut integriert und transportieren die Aromen kraftvoll und völlig ausreichend.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Abgang
Das Finale fällt nicht allzu lange aus. Eiche, Karamell, Zimt und Muskatnuss sowie ein Hauch von Kirschbonbons verweilen noch etwas länger im Mundraum. Ansonsten klingen die Geschmacksnoten des Ryes relativ zügig aus.
Fazit
In der Nase präsentiert sich der Heaven‘s Door Straight Rye Whiskey zunächst mit einem leicht anderen Stil, als man ihn von vergleichbaren Abfüllungen erwarten würde, ohne dabei seine Verwandtschaft zur MGP-Mashbill zu verleugnen. Ich bin ein Fan des klassischen Indiana-Rye-Stils und mag den ansonsten oftmals kräftigen Roggeneinschlag. Das Mehr an Vanille und die sanftere Gangart in der Nase gefallen mir trotzdem recht gut.
Im Geschmack tritt die Mashbill dann doch deutlich stärker zutage. Vom Finish in den französischen Vosges-Eichenfässern merke ich persönlich hingegen wenig.
Man bekommt bei dieser Abfüllung einen typischen Rye aus Indiana, der in der Nase einige interessante Akzente setzt, ohne sich dabei allzu weit vom bekannten Stil gesourcter Ryes zu entfernen. Ist das schlimm? Nein. Er schmeckt trotzdem gut – insbesondere dann, wenn man den typischen MGP-Rye-Stil mag.


