Ardbeg
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Dienstag, 21. April 2026

Ardbeg Corryvreckan

 

Whiskybase

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Einen Ardbeg für einen Tasting-Blogartikel hatte ich schon sehr lange nicht mehr im Nosing-Glas. Auch sonst griff ich im letzten Jahr nur selten zu einem Ardbeg. Aktuell habe ich zwar eine Flasche der achtjährigen Committee-Abfüllung „For Discussion“ geöffnet, aber warum das so ist, kann ich ehrlicherweise nicht genau sagen. Offenbar haben mich zuletzt andere Hersteller und Abfüllungen mehr interessiert.

Allerdings befinden sich noch einige Ardbegs in meiner Flaschen- und Samplesammlung. Und vor allem fehlt mir noch eine Abfüllung aus der Standardreihe, die ich bislang nicht verkostet habe. Aus diesen beiden Gründen – lange kein neuer Ardbeg-Artikel im Blog und das Schließen einer Wissenslücke – ist der Corryvreckan nun mein dieswöchiger Tasting-Partner geworden.

Der Corryvreckan ist – wie fast alle Whiskys der Core Range (mit Ausnahme des Ten) – ein NAS, also eine Abfüllung ohne Altersangabe. Benannt ist er nach dem gleichnamigen Meeresstrudel zwischen den Inseln Jura und Scarba. Die Reifung erfolgt in Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche; zudem sollen auch französische Eichenfässer zum Einsatz kommen. Ob es sich dabei um Virgin Oak oder speziell behandelte Fässer handelt, ist nicht offiziell bestätigt. Die Alkoholstärke beträgt kräftige 57,1 %. Kühlfiltration und Färbung werden nicht eingesetzt.


Aussehen
Strohgelb


Nase
Ein Schwall klassischen Ardbeg-Rauchs weht aus dem Glas – mit typischen Noten von verbranntem Gummi, heißem Asphalt im Sommer und angekohlten Küchenkräutern. Der Rauch zeigt sich zudem quarzig und mineralisch.

Dahinter – oder vielmehr gemeinsam mit dem Rauch – treten überraschend klare Aromen von süßer Vanillecreme und Zitronensorbet hervor, die Frische und Fruchtigkeit ins Spiel bringen. Der Einfluss der Bourbonfässer ist vor allem im ersten Drittel deutlich präsent.

Mit zunehmender Zeit im Glas entwickeln sich harzige Holznoten sowie ätherische Öle, die an geknickte Tannennadeln erinnern. Die Zitrusfrische wird von warmem Kuchenteig begleitet. Von den vermuteten französischen Eichenfässern lässt sich in der Nase hingegen nur wenig eindeutig erkennen.

Der Alkohol ist trotz der hohen Stärke gut eingebunden.

Mit etwas Wasser gewinnen Rauch und Harz deutlich an Intensität, während die Süße etwas zurücktritt. Vanille und Kräuter bleiben jedoch stabil.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Sehr ölig und geschmeidig legt sich der Whisky auf Zunge und Gaumen. Eine kurze, aber prägnante Pfefferschärfe eröffnet den Geschmacksverlauf. Diese wird rasch von intensiver, noch warmer Steinkohlenasche überlagert, begleitet von leicht erdigen und phenolischen Anklängen.

Der Rauch ist im Mund deutlich kräftiger als in der Nase und überzieht den gesamten Mundraum – von den Wangeninnenseiten bis hin zum Zahnfleisch – mit einem speckigen, fast klebrigen Aschefilm. Sehr intensiv und brachial.

Hat man sich daran gewöhnt, treten wieder süßere Elemente hervor: Vanille und eine nun veränderte Zitrusnote, die weniger an Sorbet erinnert, sondern eher an eine Mischung aus Zitronensaft und leicht herben Zesten.

Trotz der 57,1 % lässt sich der Whisky hervorragend pur trinken. Der Alkohol wirkt zu keiner Zeit störend.

Mit Wasser verschiebt sich der Fokus: Die Pfefferschärfe tritt später auf, während Kräuter, Harz und aschige Rauchnoten stärker hervorgehoben werden.


Abgang
Leicht bitter geht es – begleitet von getrockneten Küchenkräutern, öliger Asche und sehr dunkler Schokolade – in ein lang anhaltendes Finish über. Eine markante Trockenheit sowie eine herbe Holznote bleiben am Gaumen zurück.


Fazit
Ein würdiger Vertreter des ursprünglichen, klaren Charakters eines intensiven Islay-Rauchers mit den klassischen Eigenschaften von Ardbeg. Die Direktheit und Geradlinigkeit dieser Abfüllung gefallen mir sehr gut.

Vor allem die Kombination aus kräftigem Ardbeg-Rauch und der Reifung in Bourbonfässern funktioniert für mich hervorragend. Ob der Corryvreckan als NAS die aktuell aufgerufenen Preise wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich würde ihn jedoch so mancher Committee-Abfüllung vorziehen, die oft deutlich teurer ist.

Mittwoch, 5. März 2025

Islay South Coast (Ardxxx) 14y (ADoS)

 

Whiskybase

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Letzten Sommer veranstaltete das Brühler Whiskyhaus sein eigenes kleines Islay Festival. Im Rahmen der A Dream of Scotland Reihe veröffentlichte Marco Bonn gleich drei Abfüllungen aus der Creme de la Creme der Islay Brennereien; einem 16 Jahre alten Port Charlotte von Bruichladdich im Oloroso Sherry Fass, einem 9jährigen Williamson (also Laphroaig) mit einem Manzanilla Sherry Finish und 14jährigen Abfüllung mit der Bezeichnung Islay South Coast.


Was verbirgt sich hinter Islay South Coast?
Wenn keine Namensrechte vorhanden sind, dann müssen unabhängige Abfüller in der Namensfindung kreativ sein. So versteckt sich beispielsweise hinter South Islays bei Marco Bonn in der Regel Lagavulins. Und Islay South Coast ist, wenn man den meist gut informierten Kreisen glauben kann, niemand anderer als Ardbeg. Somit hätten wir hier einen 14 Jahre alten Ardbeg mit Moscatel Sherry Finish. Dies klingt sehr spannend, ein Ardbeg mit diesem Sherry Fass ist nicht häufig anzutreffen. 


Aussehen
Dunkelgold.


Nase
Rauchschwaden steigen von einem Lagerfeuer am Kieselstrand bei dem die Holzscheite etwas feucht geworden sind auf. Reife gelbe Früchte, Mangos, Ananas, Pfirsiche liegen am Grillrost. Süßer Saft tropft ins Feuer und karamellisiert. Eine sehr ansprechende Rauchnote strömt aus dem Glas entgegen. Schon sehr Ardbegtypisch mit diesen maritimen, leicht schmutzigen Anklängen, jedoch ist mit mehr Süße vorhanden und die Fruchtaromen gehen mehr in die tropische Richtung. Der Rauch ist durchwegs präsent, lässt den anderen Geruchsanteilen aber durchaus ausreichend Entfaltungsmöglichkeit. So finde ich auch, die für mich so typischen, getrockneten italienischen Küchenkräutern, die zusammen mit den Früchten am Rost liegen und ihren würzigen Duft verströmen. Der Alkohol ist sehr gut integriert, kein Stechen oder andere störende Nebengeräusche. Man kann sich voll und ganz aufs Erkunden der Aromen konzentrieren.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund schiebt der Alkohol doch mehr an, als man von der Nase vermuten würde. Kräftig transportiert er die Geschmacksnoten nach vorne, vor allem ist die cremige Süße anfänglich die Dominante. So ein süßes Mangokompott hatte ich selten bei einem Single Malt. Weiche saftige Fruchtstücke, Karamell und dann setzt der Rauch ein. Fast schon klebrig, haftet er am Gaumen und belegt den ganzen Mundraum. Nun ist mehr Asche und Mineralien, wie Kieselsteine die man lutscht, vorhanden. Nach der ersten intensiven Rauchschwade kommt kurz eine pikante Schärfe von schwarzem Pfeffer zum Vorschein. Sie klingt aber genauso schnell wieder ab, wie sie aufgeblitzt ist und lässt Platz für eine Würzigkeit, die vor allem vom Holz und den angeräucherten Küchenkräutern stammt.


Abgang
So geht es auch im Finish weiter, dass Dank dem Rauch lange währt. Gegen Ende hin wird es spürbar bitterer. Der Rauch klebt immer noch, zusammen mit dem süßen Karamell und Spuren der Mango, am Gaumen.


Fazit
Die Abfüllung hat schon ihre Daseinsberechtigung. Durch das Moscatel Finish bekommen die typischen Islay Aromen einen spannenden süß, fruchtigen Touch. Vor allem in der Nase ist diese Kombination sehr ausgewogen und sehr fein. Der Geschmack kann hier nicht vollends mitziehen. Hier ist diese klebrige Süße teilweise fast zu viel des Guten. Der Whisky bekommt jedoch die Kurve und bleibt ausgewogen und vor allem auch sehr angenehm zu trinken. In Summe ein feiner Ardxxx mit dem typischen ADoS Profil und einem nicht alltäglichen Fassfinish.

Mittwoch, 3. April 2024

Ardbeg Heavy Vapours Committee Release Ardbeg Day 2023 50,2%

 

Whiskybase

English Text-Version


In knapp zwei Monaten ist anlässlich des Fèis Ìle 2024 Festivals auch der Ardbeg Day '24. Dafür spendieren uns die Islay-Brennereien immer spezielle Sonderabfüllungen, so auch Ardbeg. Die letztjährige war der Ardbeg Heavy Vapours. Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks bei Ardbeg (und auch bei Glenmorangie) überlegt sich für die Committee Abfüllungen für diesen Tag immer ganz spezielle Dinge. So wurde für den Ardbeg Ardcore aus 2022 erstmals sehr dunkel geröstetes Gerstenmalz für die Destillation verwendet, und der Scorch 2021 reifte in extra stark ausgebrannten Bourbonfässern. 

Bei der letztjährigen Ardberg Day 2023 Abfüllung hat sich Dr. Lumsden was besonderes einfallen lassen; er ließ den Purifier ausbauen.


Auf der Rückseite der Verpackung des Heavy Vapours ist der Purifier grafisch gut dargestellt.




Was ist ein Purifier?

Purifier wurden im 19. Jahrhundert entwickelt und sind akuell nur noch bei wenigen Brennereien im Einsatz. Neben Ardbeg beispielsweise noch bei Glen Grant, Talisker, Strathmill und Tormore. Dabei handelt es sich um ein zylindrisches Kupfergefäß, dass mittig an der Unterseite des Lyne-Arms bei Ardbeg angebracht ist. In der Innenseite des Purifiers ist eine Kupferplatte angebracht durch deren Boden die Dämpfe, die durch den Lyne-Arm zum Kondensator transportiert werden, einen Umweg nehmen müssen. Aufgrund der unterschiedlichen Temperatur zwischen Lyne-Arm und Purifier kondensieren Teile der schweren Dämpfe. So werden vor allem höhere Fettsäurenester und schwefelhaltige Verbindungen extrahiert und durch ein kleines Kupferrohr wieder in die Brennblase zurückgeleitet. Damit wird der Reflux und die Kupferverbindung erhöht und unerwünschte schwere Verbinungen aus dem New Make extrahiert. Der so entstandene New Make ist leichter und hat einen frischeren und fruchtigeren Charakter. Bei Ardbeg kann man sich nicht erinnern, jemals ohne einen Purifier destilliert zu haben. Bis jetzt. 


Aussehen
Wie ein sehr heller Weißwein. Fast keine Farbe.


Nase
Natürlich zu Anfang rauchig. Der Rauch ist harzig, mineralisch, etwas teerig, leicht phenolisch. Ist schon ordentlich Dampf im Glas, der Rauch wirkt griffig, knackig. Wenn sich die ersten Rauchschwaden aus dem Glas verabschiedet haben, kommen die ardbeg-typischen Aromen von Zitrone und getrockneten Küchenkräutern mehr zur Geltung. Sie bleiben jedoch eher im Hintergrund, etwas flach und abgemildert. Auch eine Süße vermisse ich in der Nase. Dafür liegt eine Note von geräucherten Vanilleschoten im Glas.

Mit Fortdauer wandelt sich der Geruch des Rauchs immer mehr in Richtung kalter Aschenbecher. Schlecht gefällt mir die Nase nicht. Sie ist jugendlich und rauchseitig kräftig, nicht fad aber es fehlt ein wenig die Harmonie und Substanz.


Geschmack
Es startet mit einem leicht cremigen, etwas wässrigen Mundgefühl, dass sofort in einer heftigen Rauchschwade mündet. Sehr viel Asche begleitet den Rauch, kalte, mineralische trockene Asche. Schon sehr heftig, deftig. Hatte ich bislang noch nie so intensiv bei einem Ardbeg. Begleitet wird die Asche von  Aromen nach Teer und Autoreifen.

Parallel zum Rauch kommt eine prickelnd leichte Pfefferschärfe zum Vorschein, die überraschend von einer Süße begleitet wird. Nur ein Hauch von Zitrone, ansonsten ist keine Frucht zu erkennen. Die getrockneten Kräuter aus dem Geruch sind im Geschmack in die kalte Asche gefallen.


Abgang
Im letzten Drittel wird es ziemlich bitter. Die Asche im Aschenbecher steht lange im Mund und klebt regelrecht fettig am Gaumen, zusammen mit den getrockneten Küchenkräutern. Diese Bitterkeit ist mir fast zu heftig, da sie die anderen Aromen übertüncht. 


Fazit
Ob es ein gelungenes Experiment mit dem Weglassen des Purifiers war, wage ich nicht zu behaupten. Vielleicht hätte er auch etwas länger im Fass reifen müssen. Der 5jährige Wee Beastie gefällt mir geschmacklich besser. Jener ist natürlich auch frisch und knackig, aber trotzdem ist hier der Ardbeg-Aromenstempel deutlicher, als bei dieser Abfüllung. Vor allem diese heftige Aschebildung im Geschmack und vor allem beim Abgang haben mir weniger gefallen. Auf der anderen Seite, wann kann man solche Experimente schon machen, wenn nicht bei so einer absoluten Nerd-Abfüllung?

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English Text-Version


Less than two months from now, Ardbeg Day '24 will take place as part of the Feis Mile 2024 celebrations. Ardbeg is no exception, with the Islay distilleries always releasing special bottlings to mark the occasion. Last year, it was the Ardbeg Heavy Vapours. Dr Bill Lumsden, Director of Distillery, Whisky Creation & Whisky Stocking at Ardbeg (and also at Glenmorangie) always comes up with something very special for the committee bottlings for this day. For example, the Ardbeg Ardcore of 2022 was distilled using very dark roasted barley malt for the first time. The Scorch of 2021 was matured in extra heavily burnt Bourbon casks. 

For last year's bottling of Ardberg Day 2023, Dr Lumsden did something special; he removed the purifier.

What is a purifier?
Purifiers are only used by a handful of distilleries today, having been developed in the 19th century. As well as Ardbeg, they are also used by Glen Grant, Talisker, Strathmill and Tormore. These are cylindrical copper vessels which are fixed to the centre of the bottom of the Lyne Arm, in Ardbeg. A copper plate is attached to the inside of the purifier, the bottom of which is used to divert the vapours as they pass through the Lyne Arm to the condenser. Some of the heavier vapours condense due to the temperature difference between the Lyne arm and the purifier. This means that the higher fatty acid esters and sulphur compounds in particular are extracted. These are then returned to the still through a small copper tube. This increases the reflux and the copper compound and extracts unwanted heavy compounds from the new spirit. The resulting new spirit is lighter and has a fresher, fruitier character. Ardbeg has never had a distillation process without a purifier. Until now. 

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Like a very pale white wine. Almost no colour.


Nose
Obviously smoky at first. The smoke is resinous, mineral, a little tarry, slightly phenolic. There is already a lot of steam in the glass, the smoke is grippy and crispy. The typical Ardbeg aromas of lemon and dried herbs come to the fore once the first wisps of smoke have left the glass. But they remain rather in the background, a little flat and subdued. I also miss the sweetness on the nose. Instead, there is a hint of smoked vanilla pods in the glass.

As the nose progresses it becomes more and more like a cold ashtray. I don't dislike the nose. It is youthful and strong on the smoky side, not bland but lacking in harmony and substance.


On the palate
It starts with a creamy, slightly watery mouthfeel that quickly gives way to a heavy smoky note. A lot of ash accompanies the smoke, cold, dry, mineral ash. Already very strong, hearty. I've never had an Ardbeg with such an intense flavour before. The ash is accompanied by aromas of tar and car tyres.

Parallel to the smoke is a tingly, slightly peppery spiciness. Surprisingly, this is accompanied by a sweetness. There is a hint of lemon, but no fruit at all. On the palate, the dried herbs from the nose have fallen to the cold ashes.


Finish
In the last third of the mouth it becomes quite bitter. The ash from the ashtray lingers long in the mouth, sticking almost greasily to the palate along with the dried herbs. This bitterness is almost too strong for me, as it drowns out the other flavours. 


Conclusion
I don't dare to say whether the experiment of leaving out the purifier was a successful one or not. Perhaps it should have matured a little longer in the cask. I prefer the taste of the 5 year old Wee Beastie. It is, of course, fresh and crisp as well, but the Ardbeg flavour stamp is more pronounced than it is in this bottling. The heavy ashiness in the taste and especially in the finish was something I didn't like. On the other hand, when can you make such experiments, if not with such an absolute nerd bottling?

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Ardbeg Smoketrails

 

Whiskybase

English Text-Version

Anfänglich nur in ausgesuchten Duty Free Läden auf einigen Flughäfen für den Travel Retail Markt gedacht, bekommt man den Ardbeg Smoketrails in seiner 1-Liter-Flasche seit einiger Zeit auch in normalen Whiskyshops oder im Online Handel. Im Duty Free kostet der Liter knapp € 90,-, im Handel muss man dafür tiefer in die Tasche greifen - bis zu € 150,- und mehr wird oft für diese NAS-Abfüllung verlangt. 

Ok. Es ist ein Ardbeg, da ist es mit den Preisen oft anders, da gelten andere Gesetze. Ok. Es sind, neben Ex-Bourbon-Casks, auch Mazanilla Sherryfässer beim Vatting mit von der Partie gewesen. Dieser trockene weiße Sherry wird nicht allzuoft für eine Reifung oder einem Finish verwendet. Das ist durchaus interessant, wie ein rauchiger Whisky, wie Ardbeg es ist, mit so einem Sherryfass konvergiert.

Die Kritiken nach der Veröffentlichung waren gemischt, Tendenz eher abneigend. Ganz nach dem Motto "Probieren geht über Studieren" möchte ich mir selbst ein Bild von dieser Abfüllung machen. 


Aussehen
Helles Gold


Nase
Intensiver Rauch von Holz- und Steinkohle, vermischt mit bereits erkalteter Asche. Vor allem die mineralische Steinkohle ist anfänglich deutlich zu erkennen. Die Aromen hinter dem Rauch sind kräftig und können sich gut gegen den Rauch behaupten. Das Jod und der maritim, salzige Anstrich sind sehr markant. Dahinter liegen Zitrusfrüchte wie Limetten und Zitronen. Auch die für mich bei Ardbeg klassische gegrillten Ananasscheiben finde ich. Danach kommt süße Erdnusscreme. Mit mehr Luft und Zeit wird es würziger, getrocknete Kräuter erscheinen, und auch rauer, harziger. Der Alkohol ist insgesamt recht gut integriert, man merkt eine gewisse Spritzigkeit und Frische, wie von Kaugummis mit Minze.


Geschmack
Es beginnt mit einem leichten Mundgefühl, dass sofort in einen sehr starken Rauch- und Teergeschmack übergeht. Der Rauch ist überwiegend mineralisch, hat aber auch Anklänge von schmutzigen Maschinenteilen. Im Mittelteil wird es ziemlich aschig. Der ist schon ein Raubein. Nicht wirklich eine Pfeffernote, aber eine doch spürbare Würzigkeit ist hinter dieser Rauchfracht auszumachen. Getrocknete Kräuter und geriebene Zitronenschalen ebenso. Die Bitterkeit nimmt zu, die Haut von Wal- und Erdnüssen. Süße oder fruchtige Aromen sind hier Fehlanzeige. Der Geschmack ist eindeutig auf der herben, bitteren Seite.


Abgang
Dieser schmierige, teerartige Rauch klebt förmlich am Gaumen und im Mundraum. Zusammen mit den getrockneten, angekohlten italienischen Küchenkräutern. Gegen Ende hin wird es merklich trockener. Insgesamt, wenn man den Rauch und das Teer herausfiltert, ist das Finish eher mittelkurz.


Fazit
Der Junge ist nicht gediegen in der Nase, er ist kantig und braucht etwas Ruhe. Der Geruch gefällt mir, er hat Charakter. Im Geschmack ist er sehr ruppig. Sehr rauch- und teerlastig. Würzige, bittere Noten. Wenig bis keine Frucht und Süße. Ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Dieser Ardbeg ist nicht für jeden Tag und Laune geeignet. Bei kaltem Wetter und Wind am Lagerfeuer macht der richtig Spaß. Nix für Weicheier. Die Abfüllung ist nicht typisch Ardbeg, macht aber durchaus Sinn. Für die € 90,- kann man die 1-Liter-Flasche am Flughafen, sofern man ihn dort findet, durchaus mal mitnehmen. Die im Handel oft gewollten € 130,- bis € 150,- ist mir das Abenteuer aber nicht wert.

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English Text-Version


Initially intended for the travel retail market only in selected duty free countries at some airports, the Arbeg Smoketrails in its 1-litre bottle has now been available for some time in normal whisky shops or online. In duty free, the litre costs just under € 90,- but in retail you have to dig deeper into your pocket - up to € 150,- and more is often offered for this NAS bottling. 

Okay. It's an Ardbeg, so the prices are often different, different rules apply. Ok. Besides ex-bourbon casks, Mazanilla sherry casks were also used for vatting. This dry white sherry is not often used for maturation or finishing. It is quite interesting how a smoky whisky, like Ardbeg is, converges with such a sherry cask.

The reviews after the release were mixed, tending to be rather negative. True to the motto "the proof of the pudding is in the eating", I would like to make up my own opinion of this bottling. 

Fotocredit: Ardbeg.com


Appearance
Light gold


Nose
Intense smoke of charcoal and coal, mixed with already cooled ash. Especially the mineral stone charcoal is initially clearly recognisable. The aromas behind the smoke are strong and can hold their own well against the smoke. The iodine and the maritime, salty tinge is very prominent. Behind that are citrus fruits like limes and lemons. I also find the grilled pineapple slices, classic for me with Ardbeg. After that comes sweet peanut cream. With more air and time it gets spicier, dried herbs appear, and also rougher, more resinous. The alcohol is quite well integrated overall, you notice a certain effervescence and freshness, like from chewing gum with mint.


Taste
It starts with a light mouthfeel that immediately turns into a very strong smoke and tar flavour. The smoke is predominantly mineral, but also has hints of dirty machine parts. It gets quite ashy in the middle part. It's already a roughneck. Not really a pepper note, but a noticeable spiciness can be discerned behind this smoke load. Dried herbs and grated lemon peel as well. The bitterness increases, the skin of walnuts and peanuts. Sweet or fruity flavours are absent here. The taste is clearly on the bitter side.


Finish
This greasy, tar-like smoke literally sticks to the palate and the roof of the mouth. Along with the dried, charred Italian culinary herbs. It gets noticeably drier towards the end. Overall, if you filter out the smoke and tar, the finish is rather medium-short.


Conclusion
The boy is not dignified on the nose, it is edgy and needs some rest. I like the smell, it has character. On the palate, it is very rough. Very smoky and tarry. Spicy, bitter notes. Little to no fruit and sweetness. Takes some getting used to, but not bad. This Ardbeg is not for every day and mood. In cold weather and wind around the campfire, it's a lot of fun. Not for pussies. The bottling is not typical Ardbeg, but it makes sense. For € 90, you can take the 1-litre bottle with you to the airport, if you can find it there. However, the € 130 to € 150 often wanted in the shops is not worth the adventure to me.

Mittwoch, 5. Juli 2023

Ardbeg An Oa

 

Whiskybase

English Text-Version


Ardbeg produziert nicht nur die berühmt berüchtigten jährlichen Committee Abfüllungen, über die man durchaus geteilter Meinung sein darf. Die Standard Reihe der Islay Brennerei ist seit Jahrzehnten aromenseitig eine Bank. Neben dem TEN, Uigeadeail, Corryvreckan kam 2017 der An Oa hinzu. Die letzte Erweiterung der dauerhaft verfügbaren Flaschen kam 2020 mit dem fünfjährigen Wee Beastie.

Mit dem An Oa und dem Corryvreckan fehlen mir noch zwei Abfüllungen in meiner Tasting Notes Reihe über diese Destillerie. Zu beiden habe ich mir bereits eine Kostprobe besorgt und den Anfang macht der An Oa. Es handelt sich dabei um eine NAS-Abfüllung, die in einer Dreierkombination aus Fasstypen reifen darf, ausgebrannten amerikanischen Virigin Oak-, Ex-Bourbon- und PX-Sherry-Fässern. Abgefüllt wird mit 46,6%, er ist nicht kühlgefiltert. Wahrscheinlich wurde mit Farbstoff nachgeholfen, auf der Flasche steht explizit nichts drauf, aber wenn nicht gefärbt wäre, müsste es eigentlich auf der Flasche stehen.


Aussehen
Dunkles Strohgelb oder ein sehr helles Gold


Nase
Ordentlich Rauch. Ein würziger Rauch, der auch süße, fruchtige Aspekte aufweist  - wie reife Himbeeren - aber auch etwas Schmutziges an sich hat - als würde man bei einem alten Kahn etwas Schub geben und einen dunkler Schwall Abgase aus dem Auspuff pusten. Hinter dem Rauch nehme ich ein Prickeln vom Alkohol wahr, trotz der nur rund 47%. Nach ein paar Minuten beruhigt sich der Alkohol und es erscheinen zuerst das Ardbeg-typische Aromenspektrum nach getrockneten Küchenkräutern und der Duft von Nadelbaumnadeln, die zwischen den Fingern zerrieben werden. Neben dem frischen, maritimen Touch ist Vanille und auch ordentlich Frucht im Geruch vorhanden. Zusätzlich zu den klassischen Zitrone und Limonen ist auch etwas Ananas sowie ein Hauch von Mango oder einer anderen ähnlich tropischen Frucht. Je länger der An Oa im Glas ist, desto mehr Honig kommt in der Nase an. Ob dies vom PX-Anteil herrührt?


Geschmack
Mhm. Der Malt fließt samtig und weich in den Mundraum. Viel Rauch und kalte Asche, sowie wieder diese schmutzigen Noten nach Asphalt oder Teer, sind sofort präsent. Der Rauch wird von einer überraschend süßen Honignote begleitet. Die tropische Frucht, Mango oder Papaya, ist ebenso zu schmecken, wie auch Limettenschale und Vanille. Dann wird es rasch würziger. Eine schöne Pfeffernote, umrahmt von den getrockneten Kräutern, die ins Feuer geworfen wurden, übernimmt im Mund. Ein netter Kontrapunkt zur anfänglichen Süße, dies scheint von den Virgin Oak Fässern zu kommen. Von den verwendeten PX-Sherryfässern ist nicht viel bis gar nichts zu schmecken.


Abgang
Der Rauch und die kalte Asche bleiben noch länger im Mundraum haften. Vorne auf der Zunge wird es etwas adstringierend. Die getrockneten Kräuter, mit etwas Vanille und leichter Holznote, komplettieren das mittellange Finish. 


Fazit
Positiv. Wieder der Beweis, dass die Abfüllungen der Standardreihe den Vergleich mit den Committee Sondereditionen in keinster Weise scheuen müssen. Im Gegenteil! Der An Oa ist ein klassischer Ardbeg mit einem frischfruchtigen Touch. Nicht überaus komplex in seinem Aromenspiel, aber die süßen und auch fruchtigen Aromen passen sehr gut zu seinem rauchig, würzigen Grundstil. Vergleiche sind immer schwierig. Aber ich würde ihn im Moment vor dem Wee Beasty 5y und hinter dem 8y For Discussion reihen. Ist er besser als der klassische Ten? Hm. Tagesform abhängig, mehr gesetzt ist der Ten, aber leicht spritziger und fruchtiger der An Oa. Spannender finde ich sogar den An Oa. 

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English Text-Version


Ardbeg doesn't just produce the infamous annual Committee bottlings, about which one may well be divided. The standard range of the Islay distillery has been a bank in terms of flavours for decades. Alongside the TEN, Uigeadeail, Corryvreckan, the An Oa was added in 2017. The latest addition to the permanently available bottles came in 2020 with the five-year-old Wee Beastie.

With the An Oa and the Corryvreckan, I am still missing two bottlings in my Tasting Notes series about this distillery. I have already sampled both of them, starting with the An Oa. It is a NAS bottling that is matured in a trio of cask types, burnt-out American virgin oak, ex-bourbon and PX sherry casks. Bottled at 46.6%, it is not chill-filtered. Probably coloured, nothing is explicitly written on the bottle, but if not coloured, it should actually be written on the bottle.

Fotocredit: Ardbeg.com


Appearance
Dark straw yellow or a very light gold.


Nose
Neat smoke. A spicy smoke that also has sweet, fruity aspects - like ripe raspberries - but also has something dirty about it - like giving an old barge a little push and blowing a dark gush of exhaust out of the tailpipe. Behind the smoke, I detect a tingle from the alcohol, despite only being around 47%. After a few minutes, the alcohol calms down and the Ardbeg-typical aroma spectrum of dried kitchen herbs and the scent of conifer needles rubbed between the fingers appear first. In addition to the fresh, maritime touch, there is vanilla and also a fair amount of fruit in the aroma. In addition to the classic lemon and lime, there is also some pineapple and a hint of mango or another similar tropical fruit. The longer the An Oa is in the glass, the more honey arrives on the nose. I wonder if this is due to the PX content.


Taste
Mhm. The malt flows velvety and soft into the mouth. Lots of smoke and cold ash, as well as those dirty notes of asphalt or tar again, are immediately present. The smoke is accompanied by a surprisingly sweet honey note. The tropical fruit, mango or papaya, can be tasted as well as lime zest and vanilla. Then it quickly becomes spicier. A nice pepper note, framed by the dried herbs thrown into the fire, takes over in the mouth. A nice counterpoint to the initial sweetness, this seems to come from the Virgin Oak casks. There is not much to no taste of the PX sherry casks used.


Finish
The smoke and cold ash linger in the mouth for longer. At the front of the tongue it becomes a little astringent. The dried herbs, with some vanilla and light wood notes, complete the medium-long finish. 


Conclusion
Good. Again, proof that the bottlings of the standard series do not have to shy away from the comparison with the Committee special editions in any way. On the contrary! The An Oa is a classic Ardbeg with a fresh fruity touch. Not overly complex in its aroma play, but the sweet and also fruity flavours fit very well with its smoky, spicy basic style. Comparisons are always difficult. But at the moment I would rank it ahead of the Wee Beasty 5y and behind the 8y For Discussion. Is it better than the classic Ten? Hm. Depends on the day, the Ten is more sedate, but the An Oa is slightly more tangy and fruity. I even find the An Oa more exciting. 

Donnerstag, 2. März 2023

Ardbeg 13y Fermutation

 

Whiskybase

English Text-Version


Knapp vor einem Jahr präsentierte Ardbeg eine besondere Committee Abfüllung - Ardbeg Fermutation 13 Jahre. Die 13jähre Reifezeit in Ex-Bourbonfässern ist bei der Islay-Brennerei keine Besonderheit. Die Entstehung dieser Flasche ist einem Zufall oder besser einem Schaden in der Brennerei geschuldet.

Im November 2007 war ein Boiler, der für die Beheizung der sechs Washbacks der Distillery sorgt, defekt. Eine rasche Reparatur war nicht möglich. Es drohte die Entsorgung der gesamten Maische, die in den Washbacks seit 72 Stunden vergor - der üblichen Zeitspanne bei Ardbeg. Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling and Whisky Creation bei Ardbeg entschied sich jedoch anders und ließ die Maische weiterhin in den Gärbottichen.

Ich weiß nicht, ob er mit so einer langen Zeitdauer gerechnet hat. Aber die Maische bliebt über drei Wochen in den Behältern, bis der Boiler wieder einsatzfähig war und die Brennkessel wieder gestartet werden konnten. Ein gewagtes Experiment oder auch eine geniale Marketingaktion. Denn nach 13 Jahren Reifung wurde der "Unfall" mit 49,4% in die nett designte Flasche gefüllt und, wie erwähnt, als Committee Member Abfüllung 2022 an die Ardbeg Fans verkauft.

Und der Deal ging auf, die Flasche war in nicht mal einer Stunde ausverkauft, zum Ausgabepreis von € 180,-. Eine Flasche war mir das Experiment zwar nicht wert, aber ein Sample fand aber den Weg zu mir. Ich bin ja auch neugierig, wie sich diese extrem lange Fermentierung auf das Destillat ausgewirkt hat.


Aussehen
Helles Gold oder Chardonnay Weißwein


Nase
Es ist zu Beginn ein klarer kalter Holzkohlenrauch mit bereits etwas Aschebildung im Geruch vorhanden. Jedoch kommt er mir weniger deutlich und stark vor, wie üblich bei einem Ardbeg. Eine ziemlich tropisch fruchtige Nase! Reife Mango und Ananas sind im ersten Antritt im Geruch präsent. Dahinter wabbern die gewohnten Kräuternoten mit einem Einschlag von frischer Zitrone. Eine Süße und viel Vanille, wie nachgezuckerte Vanillsauce, umrahmt die anderen Aromen. Nach rund 10-15 Minuten übernehmen die üblichen getrockneten Küchenkräuter und die zerstoßenen Fichtennadeln mit etwas Baumharz die Führung. Also entweder es sind die 13 Jahre Reifung oder eben wirklich die XXL-Fermentationsdauer, aber er wirkt weicher, gesetzter als meine bisherigen Kandidaten aus der Islay Brennerei. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, eine leichte Minznote zeigt sich kurz am Ende im Geruch.


Geschmack
Ein schönes cremiges Mundgefühl. Gleich sehr kräftiger, leicht pfeffriger Antritt. Mehr Rauch und kalte Asche als in der Nase, deutliche Würzigkeit nun, vor allem von den getrockneten und geräucherten Kräutern, weniger Süße als vom Geruch erwartet. Die klassische Zitrone und Grapefruit ist nun mehr präsent. Die tropischen Früchte treten in den Hintergrund. Ein Hauch von Vanille, viel weniger als in der Nase. Die 13 Jahre im Fass merkt man nun. Leicht bittere Noten vom Holzfass, mittelstarker Kakao, Anis ist nun deutlich zu schmecken. Beim zweiten und dritten Schluck wird er doch wieder süßer, der Pfefferantritt bleibt jedoch.


Abgang
Mehr Fasseinwirkung und eine Trockenheit am Gaumen ist zu schmecken und zu spüren. Nun immer mehr teeriger Rauch und Aschenbecherfeeling. Etwas getrocknete Zitronenscheiben. Gegen Ende hin wird er immer mehr zu einem typischen Vertreter aus Islay. Insgesamt ein mittellanger Abgang, der Rauchgeschmack dominiert das Finish.

Fotocredit: Ardbeg


Fazit
Am Rand des Glases rinnen die Schlieren sehr langsam und ölig herunter. Dies ist schon sehr Appetit anregend. Und so ist auch die Nase des kleinen Produktionsunfalls. Sehr appetitlich und schon anders, als andere Ardbegs. Vor allem die weiche, fruchtige Seite gefällt mir. Im Geschmack und im Abgang übernehmen Schritt für Schritt wieder stärker die typischen Ardbeg Attribute die Führung. Gefällt er mir? Durchaus! Würde ich ihn mir zulegen? Klar, why not? Um € 180,- Erstausgabepreis? Ne, € 100,- bis € 115,- für einen 13y Ardbeg mit erhöhter Trinkstärke wäre mir der Spaß schon wert. Mehr nicht. Die aktuellen Sekundärmarktpreise braucht man nicht erwähnen. Die sind rein was für Sammler und Flipper, die die Flasche nie öffnen werden. Egal, trotzdem nice ihn mal verkostet zu haben!

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English Text-Version


Just under a year ago, Ardbeg presented a special committee bottling - Ardbeg Fermutation 13 Years. Maturing for 13 years in ex-bourbon casks is not unusual for the Islay distillery. The creation of this bottle is due to a coincidence or better a damage in the distillery.

In November 2007, a boiler that provides heating for the distillery's six washbacks was defective. A quick repair was not possible. It threatened to dispose of the entire mash, which had been fermenting in the washbacks for 72 hours - the usual period at Ardbeg. However, Dr Bill Lumsden, Director of Distilling and Whisky Creation at Ardbeg decided otherwise and continued to leave the mash in the fermenting vats.

I don't know if he expected it to last that long. But the mash remained in the vats for over three weeks until the boiler was ready for use again and the stills could be restarted. A daring experiment, or perhaps an ingenious marketing campaign. Because after 13 years of maturation, the "accident" with 49.4% was filled into the nicely designed bottle and, as mentioned, sold to Ardbeg fans as a Committee Member bottling in 2022.

And the deal worked out, the bottle was sold out in less than an hour, at the issue price of € 180,-. A bottle was not worth the experiment, but a sample found its way to me. I am curious to see how this extremely long fermentation has affected the distillate.

Fotocredit: whiskyexperts.net


Appearance
Pale gold or Chardonnay white wine.


Nose
There is a clear cold charcoal smoke at the start with some ashiness already present in the smell. However, it strikes me as less distinct and strong than usual with an Ardbeg. Quite a tropical fruity nose! Ripe mango and pineapple are present in the first attack on the nose. Behind that, the usual herbal notes waft with a hint of fresh lemon. A sweetness and lots of vanilla, like sweetened vanilla sauce, frame the other aromas. After about 10-15 minutes, the usual dried kitchen herbs and crushed spruce needles with some tree resin take over. So it's either the 13 years of maturation or really the XXL fermentation time, but it seems softer, more settled than my previous candidates from the Islay distillery. The alcohol is very well integrated, a slight mint note appears briefly at the end in the smell.


Taste
A nice creamy mouthfeel. Immediately very strong, slightly peppery attack. More smoke and cold ash than on the nose, definite spiciness now, especially from the dried and smoked herbs, less sweetness than expected from the smell. The classic lemon and grapefruit is more present now. The tropical fruits fade into the background. A hint of vanilla, much less than on the nose. The 13 years in the barrel are now noticeable. Slightly bitter notes from the wooden barrel, medium cocoa, aniseed can now be clearly tasted. On the second and third sip it becomes sweeter again, but the pepper tang remains.


Finish
More barrel influence and a dryness on the palate can be tasted and felt. Now more and more tarry smoke and ashtray feeling. Some dried lemon slices. Towards the end it becomes more and more a typical representative from Islay. Overall a medium-long finish, the smoke flavour dominates the finish.


Conclusion
At the rim of the glass, the streaks run down very slowly and oily. This is already very appetising. And so is the nose of this little production accident. Very appetising and already different from other Ardbegs. I especially like the soft, fruity side. In the taste and in the finish, the typical Ardbeg attributes take the lead again step by step. Do I like it? Absolutely! Would I buy it? Sure, why not? At € 180,- first edition price? No, € 100 to € 115 for a 13y Ardbeg at a higher strength would be worth it to me. No more than that. There is no need to mention the current secondary market prices. They are only for collectors and flippers who will never open the bottle. Anyway, nice to have tasted it!



Mittwoch, 30. November 2022

Ardbeg Hypernova CR

 

Whiskybase

English Text-Version


Anfang November fieberten alle Ardbeggians mal wieder dem Verkaufsstart der neuen Committee Release entgegen. Hypernova heißt er und soll einerseits die beliebten Supernova Abfüllungen beerben und andererseits mit 170 ppm der rauchigste Ardbeg aller Zeiten sein. Klingt in der Theorie doch schon mal interessant. 

Der Hypernova hat offiziell keine Altersangabe und ist somit ein NAS, jedoch konnte ich bei einem bekannten Online-Händler die Information finden, dass er 2015 gebrannt wurde. Da er 2022 in die Flasche kam, wäre er somit zwischen sechs und sieben Jahre jung. Welche Fässer verwendet wurden hat Ardbeg zwar nicht verlautbart, dass aber keine Färbung und keine Kühlfiltration zum Einsatz kam sehr wohl. Abgefüllt wurde mit 51%.


Aussehen
Heller Weißwein, wie Welschriesling aus der Steiermark


Nase
Schöner intensiver Ardbeg Rauch, schwer, speckig, ölig, nach getrocknetem Seetang und Baumharz riechend. Der Rauch hält lange an, jedoch scheint er mir nicht so brachial zu sein wie beispielsweise bei einem Octomore mit vergleichbarer ppm-Anzahl. Ein wenig schüchtern ist er ansonsten. Die restlichen Aromen, bis auf die typischen von Ardbegs bekannten maritimen Fixpunkte wie salzig, Jod, Kieselstein Mineralität und Seetang, verstecken sich introvertiert hinter den Rauchschwaden. Er benötigt etwas Zeit und Ruhe im Glas.
Oh ja. Sauerstoffzufuhr tut ihm gut. Nach gut fünfzehn bis zwanzig Minuten geht der Rauch mehr in den Hintergrund - oder die Nase hat sich daran gewöhnt. Es finden sich nun neben den klassischen in Zucker eingelegten und leicht ausgedrückten safttriefenden Zitronenscheiben auch Stücke einer noch nicht überreifen Ananas, die leicht angeräuchert wurden. Dazu zeigen sich auch würzige Aromen von getrockneten Kräutern und Nadeln von Fichten und Tannen, zusammen mit einer Spur von Eukalyptus und Minze.
Der Alkohol ist wunderbar eingebunden, keine Schärfe und Stechen in der Nase zu spüren.


Geschmack
Beim ersten Probieren startet der Hypernova wie schon in der Nase gleich mit einer ordentlichen Portion an Rauch, nun vor allem von der trockenen aschigen Art mit leicht phenolischen Anklängen. Jod, Meeresassoziationen und so etwas wie Maschinenöl vom alten Motor eines Fischkutters folgen der heftigen Rauchspur im Geschmack. Danach folgt ein kurzes Aufflackern einer dezenten Süße, gepaart mit der Ananas und Vanille, bis er sich dann auf die würzige Seite einpendelt. Etwas Harz, getrocknete Kräuter, Anis bzw. Lakritze und eine leichte Note von Bitterschokolade.
Beim zweiten Schluck, natürlich weiterhin mächtig rauchig, kommen die Süße mit der Ananas, der Zitrone und die würzigen getrockneten Kräuteraromen mehr zur Geltung. Der Alkohol ist, wie schon in der Nase, toll eingewoben. Wasserzugabe ist meiner Meinung nach nicht nötig.


Abgang
Gegen Ende wird es etwas adstringierend, vor allem vorne im Mundraum. Die Vanille zusammen mit dem leicht gezuckerten Saft der Ananasstücke ist weiter zugegen. Natürlich ist der aschig, würzige Rauch immer noch hyperpräsent und bleibt das prägende Merkmal im Finish. Ansonsten, was die anderen Aromen betrifft, eher mittellanges Ausklingen.


Fazit
Der macht Spaß. Der Rauch ist wirklich mächtig. Aber nicht zu mächtig. Er übertüncht die anderen Aromen nicht. Er benötigt etwas Zeit um sich vollends zu entfalten, dann zeigt er seine Islay and Ardbeg Gene aber vollends. Ich finde die anderen Aromen sehr präsent und ausgeprägt präsentiert - trotz des hohen ppm-Gehalts.
Über den Preis bei den Committee Releases schreibe ich nichts mehr. Wem es nicht weh tut, für einen Schnaps mehr als € 200,- Erstausgabepreis zu berappen, der hat hier einen sehr schönen Ardbeg. Öffnet die Flaschen und genießt den Tropfen. Vielleicht bekomme ich irgendwo noch ein Sample von einer der früheren Supernova Abfüllungen. Würde mich reizen, ob der Hypernova wirklich hypermäßig besser ist, als die alten Flaschen. 

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English Text-Version:


At the beginning of November, all Ardbeggians were once again eagerly awaiting the launch of the new committee release. It is called Hypernova and is supposed to be the successor of the popular Supernova bottlings on the one hand and on the other hand the smokiest Ardbeg of all times with 170 ppm. Sounds interesting in theory. 

The Hypernova does not have an official age statement and is therefore a NAS, but I was able to find information at a well-known online retailer that it was distilled in 2015. Since it was bottled in 2022, it would be between six and seven years young. Ardbeg did not say which casks were used, but they did say that no colouring or chill filtration was used. It was bottled at 51%.

Fotocredit: Moët Hennessy


Appearance
Pale white wine, like Welschriesling from Styria.


Nose
Nice intense Ardbeg smoke, heavy, bacony, oily, smelling of dried seaweed and tree resin. The smoke lasts for a long time, but it doesn't seem to me to be as brute as for example an Octomore with a comparable ppm count. It is a little shy otherwise. The rest of the aromas, except for the typical maritime fixed points known from Ardbegs like salty, iodine, pebble minerality and seaweed, hide introvertedly behind the clouds of smoke. It needs some time and rest in the glass. Oh yes. Oxygenation does it good. After a good fifteen to twenty minutes, the smoke fades more into the background - or the nose has got used to it. In addition to the classic sugar-soaked and lightly squeezed juice-soaked lemon slices, there are now also pieces of a not yet overripe pineapple that have been lightly smoked. Spicy aromas of dried herbs and needles of spruce and fir also appear, along with a hint of eucalyptus and mint. The alcohol is wonderfully integrated, no sharpness or stinging in the nose to be felt.


Taste
On first tasting, the Hypernova starts off as it did on the nose with a fair amount of smoke, now mainly of the dry ashy kind with slight phenolic hints. Iodine, marine associations and something like machine oil from the old engine of a fishing boat follow the heavy smoke trail in the taste. This is followed by a brief flare-up of subtle sweetness, paired with the pineapple and vanilla, until it settles into the spicy side. Some resin, dried herbs, aniseed or liquorice and a slight hint of dark chocolate.
At the second sip, still powerfully smoky of course, the sweetness with the pineapple, the lemon and the spicy dried herb flavours come more to the fore. The alcohol is, as already in the nose, great woven in. Addition of water is not necessary in my opinion.


Finish
It gets a little astringent towards the end, especially at the front of the mouth. The vanilla along with the slightly sugared juice of the pineapple chunks continues to be present. Of course, the ashy, spicy smoke is still hyper-present and remains the defining feature on the finish. Otherwise, as far as the other flavours are concerned, rather medium-long finish.


Conclusion
This one is fun. The smoke is really powerful. But not too powerful. It doesn't drown out the other flavours. It needs some time to fully develop, but then it shows its Islay and Ardbeg genes to the full. I find the other flavours very present and distinctly presented - despite the high ppm content.
I won't write anything more about the price of the Committee releases. If you don't mind paying more than € 200,- for a schnapps, this is a very nice Ardbeg. Open the bottles and enjoy the drop. Maybe I can still get a sample of one of the earlier Supernova bottlings somewhere. I'd be interested to see if the Hypernova is really hyper better than the old bottles.

Mittwoch, 13. Juli 2022

Ardbeg Uigeadail

 

Whiskybase

English Version


Ardbegs Whiskysortiment besteht gottseidank nicht nur aus den bekannten und hassgeliebten Sonderabfüllungen, sondern auch aus einer beliebten Standard-Range. Mit dem TEN habe ich den Klassiker bereits verkosten dürfen. Ebenso den im Alter jüngsten Vertreter, den 5jährigen Wee Beastie. Und auch den 8jährigen For Discussion hatte ich unter anderem bereits im Glas, der vielleicht auch bald als ständiges Mitglied der Standard-Serie angehören könnte. Denn die eigentlich als Committee-Abfüllung veröffentlichte Flasche ist immer noch um den Einführungspreis von € 65,- verfügbar - und das bereits seit einem Jahr. Aus diesem Grund häufen sich die Spekulationen ob der For Discussion eventuell sogar den TEN mittelfristig ablösen könnte. 

Zusätzlich komplettieren die drei NAS-Abfüllungen An Oa, Corryvreckan und Uigeadail die Standardreihe. Letzteren habe ich mir nun zu Gemüte geführt. Er ist ein Vatting aus 90% Ex-Bourbonfässern sowie 10% Sherryfässern und kommt mit 54,2% in die bekannte dunkle Ardbegflasche. 


Aussehen
Warmer Bernstein


Nase
Sofort steigt ein Schwall süßem Holzkohlerauch aus dem Glas. Als würde man Äste von Brombeersträuchern, noch mit Früchten bepackt, in ein offenes Feuer werfen über dem gerade Speckstreifen gebraten werden. Die Sherryfässer sind hier durch eine dunkelfruchtige Beerennote deutlich präsent. Der Rauch verändert sich mit mehr Luftzufuhr und geht mehr ins phenolische über. Dazu zeigen sich die für mich bei Ardbeg typischen Küchen- und Wildkräuter zusammen mit Zitronenzeste und einem Hauch Vanille. Im Hintergrund schwebt etwas Jod mit und sorgt für eine Meeresbrise in der olfaktorischen Wahrnehmung.
Mit Wasser nimmt der Rauch einerseits zwar nicht ab, es wird aber doch weicher und vermischt sich mehr mit den anderen Armonen. 


Geschmack
Der Malt gleitet samtig weich auf die Zungenspitze. Anfänglich mit einer schönen Süße ausgestattet, gleitet es schnell in die herbere Richtung mit dunkler Schokolade. Aber vor allem ist der Rauch sehr dominant, ein richtiges dreckiges Rauchmonster, hüllt den Mundraum komplett mit diesem markanten aschig, teerigen Rauch aus. Die Kräuter aus der Nase sowie etwas Zitrone sind ebenfalls im Geschmack vorhanden. Von den säuerlichfruchtigen Beeren der Sherryfässer ist nun nicht mehr viel zu merken. Eine leicht prickelnde Schärfe, wie geriebener Ingwer, erscheint nach der Süße. Sehr angenehm. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Wasser ändert nicht wirklich die Grundbalance. Es bleibt weiterhin rauchig mit einer ordentlichen würzigen Basis.


Abgang
Der aschige Rauch drückt weiterhin ordentlich an. Gegen Ende hin ist mehr von der Eiche zu merken, leicht bittere Noten mit etwas adstringierendem Einfluss im Mundraum. Weiterhin schöne Würzigkeit mit Kräutereinfluss. Langes Finish.


Fazit
Toller Islay-Whisky. Schöne intensive Raucharomen mit angenehmen Sherryeinflüssen, vor allem im Geruch, und einer ausgewogenen Würzigkeit mit einer guten Balance zwischen Süße und den Kräutern und dem Fass. Bei solchen Standard-Abfüllungen muss man sich um Ardbeg keine Sorgen machen. Man fragt sich nur, warum halten die vielen Sonderabfüllungen nicht dieses Niveau? Neben dem 8y For Discussion ist der Uigeadail bis dato meine Lieblingsflasche von Ardbeg.

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English Version


Thankfully, Ardbeg's whisky range consists not only of the well-known and hated special bottlings, but also of a popular standard range. I have already tasted the classic TEN. As well as the youngest representative in age, the 5-year-old Wee Beastie. And I also had the 8-year-old For Discussion in my glass, among others, which might soon be a permanent member of the standard series. The bottle, which was actually released as a committee bottling, is still available at the introductory price of € 65 - and has been for a year already. For this reason, speculation is mounting as to whether the For Discussion could even replace the TEN in the medium term. 

In addition, the three NAS bottlings An Oa, Corryvreckan and Uigeadail complete the standard series. I have now had a look at the latter. It is a vatting of 90% ex-bourbon casks and 10% sherry casks and comes with 54.2% in the well-known dark Ardbeg bottle. 


Appearance
Warm amber


Nose
Immediately a waft of sweet charcoal smoke rises from the glass. It's like throwing branches of brambles, still laden with fruit, into an open fire over which strips of bacon are being roasted. The sherry casks are clearly present here with a dark fruity berry note. The smoke changes with more air and becomes more phenolic. In addition, the kitchen and wild herbs typical for Ardbeg show up together with lemon zest and a hint of vanilla. A little iodine hovers in the background and provides a sea breeze in the olfactory perception. With water, the smoke does not diminish on the one hand, but it does soften and mix more with the other armons. 


Taste
The malt glides velvety smooth on the tip of the tongue. Initially endowed with a nice sweetness, it quickly slides into the more tart direction with dark chocolate. But above all, the smoke is very dominant, a real dirty smoke monster, completely enveloping the mouth with this distinctive ashy, tarry smoke. The herbs from the nose as well as some lemon are also present in the taste. There is not much of the tart, fruity berries from the sherry casks now. A slightly tingling spiciness, like grated ginger, appears after the sweetness. Very pleasant. The alcohol is very well integrated. Water doesn't really change the basic balance. It remains smoky with a decent spicy base.


Finish
The ashy smoke continues to press on nicely. Towards the end there is more of the oak, slightly bitter notes with some astringent influence in the mouth. Still nice spiciness with herbal influence. Long finish.


Conclusion
Great Islay whisky. Nice intense smoky flavours with pleasant sherry influences, especially in the nose, and a balanced spiciness with a good balance between sweetness and the herbs and cask. With standard bottlings like this, you don't have to worry about Ardbeg. One only wonders why the many special bottlings do not maintain this level? Next to the 8y For Discussion, the Uigeadail is my favourite Ardbeg bottle to date.

Mittwoch, 27. April 2022

Ardbeg Scorch Limited Edition

 

Whiskybase


Kaum eine andere Brennerei in Schottland oder überhaupt auf der Welt betreibt so intensives Marketing mit ihren Abfüllungen wie Ardbeg. Auch die Frequenz der limitierten Flaschen fürs Ardbeg Committee oder Events wie den jährlich stattfindenden Ardbeg Day nimmt gleichermaßen zu, wie die Abfüllungen in Rekordzeit ihren Abnehmer finden. Am Zweitmarkt werden diese limitierten Serien zu teilweise astronomischen Summen verkauft. 

Diesem Treiben kann man kritisch oder neutral gegenüberstehen. Ich finde das Marketing von Ardbeg zwar teilweise schon ein wenig überspitzt aber es ist auch unterhaltsam. Ardbeg Fanboys and -girls sollen ruhig bei jeder Abfüllung am Start sein und versuchen eine zu bekommen. Ich sehe da meist von der Ferne zu und freue mich die eine oder andere Probierprobe zu ergattern.

Dies ist mir auch beim Ardberg Scorch Limited Edition geglückt. Dies war die Abfüllung zum Ardbeg Day 2021 und wurde mit 46% in die Flasche gefüllt. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Committee Release, die 51,7 Volumenprozent aufweist. Die Geschichte rund um diese Flasche basiert auf einen Feuer speienden Drachen, der im Warehouse 3 von Ardbeg sein Unwesen treibt und Fässer ankohlt. Wie gesagt, ich mag das "leicht" übertriebene Marketing von Ardbeg. 

Und passend zur Mär ist auch die Reifung, die in extra stark ausgebrannten Ex-Bourbonfässern stattfand. Natürlich ist der Scorch weder gefärbt noch kühlgefiltert. Na das wäre ja noch schöner, ein gefärbter und unterkühlter Drache mit Halsschmerzen.


Ausehen
Warmer Bernstein


Nase
Oh ja! Ardbeg wie ich es mag. Viel Raucharoma schwebt hier sofort aus dem Premium Snifter in die Nase. Sehr aromatisch. Holzrauch von einem Lagerfeuer auf dem einige Kräuter verbrannt und Spieße mit Ananas- und Pfirsichstücke gegrillt werden, von denen immer wieder Tropfen vom Fruchtsaft in die glühenden Holzkohlenstücke tropft. Verwehen diese süßfruchtigen Rauchschwaden entdeckt man den Hauch einer zartblumigen Note, die ich von Ardbeg so gar nicht kenne. Dahinter wird es wieder würziger mit feuchten Zweigen von Nadelbäumen, auf denen noch kleine Harzkrümmel haften, die ins Feuer fallen. Eine leichte Mentholnote ist zugegen, jedoch in keinster Weise störend oder auf den Alkohol zurückzuführen, sondern die anderen Gerüche untermalend.

Fotocredit: Ardbeg.com


Geschmack
Sehr cremig, ein weiches Mundgefühl. Erstmals eine leichte Süße auf der Zunge, die sehr rasch vom heftigen Holzrauch und den nun zur Asche niedergebrannten Holzscheite des Lagerfeuers aus der Nase weggeweht wird. Dann wird es leicht würzig mit zartem roten Pfeffer oder Ingwer und vielen Kräutern wie Salbei und Rosmarin. Von der Frucht aus der Nase ist eher wenig zu schmecken. Er ist vor allem im herben Geschmacksspektrum beheimatet. Beim zweiten Schluck wird die Würzigkeit sogar noch dominanter, jedoch entfalten sich sowohl die süßen Aromen mit Vanilleextrakt anfänglich länger als auch eine leichte Frucht wie etwa Zitronenabrieb mit ein paar Tropfen Zitronensaft zeigen sich.


Abgang
Die Asche und der Rauch dominieren anfänglich im Finish. Dann werden Lakritze und wieder die Kräuter und Gewürze zum tragenden Aroma. Etwas dunkle Schokolade, eine leichte bittere Note ist zwar präsent aber eher im Hintergrund. Der Abgang ist durchaus lang, vor allem dem Rauch geschuldet.


Fazit
Eine durchaus gelungene limitierte Abfüllung von Ardbeg. Vor allem in der Nase hat er, neben dem markanten Holzrauch, sehr schöne fruchtige Anklänge. Die für mich bis dato typischen Zitronennote ist nicht vorhanden. Im Geschmack übernimmt der Rauch und die Asche dafür dann umso stärker und es wird herbwürziger. Sehr lecker. Die 46% Alkoholgehalt stehen ihm gut. Er ist sehr süffig, gefährlich süffig. Wenn man die Chance hatte, eine Flasche zu ergattern.

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Hardly any other distillery in Scotland, or indeed anywhere else in the world, engages in such intensive marketing of its bottlings as Ardbeg. The frequency of limited bottles for the Ardbeg Committee or events such as the annual Ardbeg Day is also increasing, just as the bottlings find their buyers in record time. On the secondary market, these limited series are sometimes sold for astronomical sums. 

One can be critical or neutral about this hustle and bustle. I find Ardbeg's marketing a little exaggerated in parts, but it is also entertaining. Ardbeg fanboys and -girls should be at the start of every bottling and try to get one. I usually watch from a distance and am happy to get hold of a sample or two.

I also managed to do this with the Ardberg Scorch Limited Edition. This was the bottling for Ardbeg Day 2021 and was bottled at 46%. Not to be confused with the committee release of the same name, which has 51.7% by volume. The story around this bottle is based on a fire-breathing dragon that is wreaking havoc in Ardbeg's Warehouse 3 and charring casks. As I said, I like Ardbeg's "slightly" exaggerated marketing. 

And in keeping with the fairy tale is the maturation, which took place in extra heavily burnt ex-bourbon casks. Of course, the Scorch is neither coloured nor chill-filtered. Well that would be even nicer, a coloured and hypothermic dragon with a sore throat.

Fotocredit: Ardbeg.com

Appearance
Warm amber


Nose
Oh yes. Ardbeg the way I like it. Lots of smoke aroma floats into the nose here immediately from the Premium Snifter. Very aromatic. Wood smoke from a campfire on which some herbs are burnt and skewers of pineapple and peach pieces are grilled, from which drops of fruit juice keep dripping into the glowing charcoal pieces. When these sweet-fruity clouds of smoke dissipate, one discovers a hint of a delicate floral note, which I am not at all familiar with from Ardbeg. Behind it, things get spicier again with damp twigs of coniferous trees, on which small crumbs of resin still cling, which fall into the fire. A slight menthol note is present, but not in any way disturbing or due to the alcohol, but underlining the other smells.


Taste
Very creamy, a soft mouthfeel. First a slight sweetness on the tongue which is very quickly blown away from the nose by the heavy wood smoke and the logs of the campfire now burnt down to ashes. Then it becomes slightly spicy with delicate red pepper or ginger and lots of herbs like sage and rosemary. There is rather little of the fruit from the nose. It is mainly at home in the tart flavour spectrum. On the second sip, the spiciness becomes even more dominant, but both the sweet flavours with vanilla extract initially unfold longer and a light fruit such as lemon zest with a few drops of lemon juice show up.


Finish
The ash and smoke initially dominate the finish. Then liquorice and again the herbs and spices become the carrying aroma. Some dark chocolate, a slight bitter note is present but rather in the background. The finish is quite long, mainly due to the smoke.


Conclusion
A thoroughly successful limited bottling from Ardbeg. Especially in the nose, it has, besides the distinctive wood smoke, very nice fruity hints. The lemon note, which has been typical for me until now, is not present. In the taste, the smoke and ash take over even more strongly and it becomes more spicy. Very tasty. The 46% alcohol content suits it well. It is very drinkable, dangerously drinkable. If you had the chance to get hold of a bottle.


Mittwoch, 9. Februar 2022

Ardbeg 8y For Discussion

 

Whiskybase


Gestern war der D-Day der neuen Ardbeg Committee Abfüllung Ardbeg Fermutation. Wie gewohnt war die Abfüllung in Minuten ausverkauft. Ein 13jähriger Ardbeg mit nicht ganz 50% Alkoholgehalt mit einer interessanten Story um € 180,-. Mehr muss man nicht wissen, die war blitzschnell weg. Kann man jetzt ums ca Doppelte am Zweitmarkt kaufen. Der normale Ardbeg Wahnsinn :-) 

Ich hab dies aber zum Anlass genommen, die letzte Committee Abfüllung, die ich Gegensatz zur aktuellen erstanden habe, auch endlich zu verkosten. War erfreulicherweise wesentlich länger um € 65,- zu kaufen.

Der 8y For Discussion - ein Hybrid zwischen dem Wee Beastie und dem 10y? Wir werden sehen. Der junge Islaylander ist eine Mischung aus American Virgin Casks, Ex-Bourbon Casks sowie Ex-Sherry Casks und wurde mit 50,8% in die Flasche gefüllt.


Aussehen
Hellgolden. Ein dünner Film bildet sich beim Schwenken im Glas am Rand mit kaum einer Tränenbildung. 


Nase
Ardbeg. Yes. Sofort ein Schwall an kaltem aschigen Holzrauch mit einem süßen Zitronenaroma im Hintergrund - wie ein Zitronenzuckerl, dass in die Asche gefallen ist. Der Alkohol ist gut eingebunden, die Geruchsnoten werden mit Vehemenz zur Nase gebracht ohne einem Stechen oder sonstigen Zeichen von Alkohol. Hinter dem Rauch und der Zitrusfrucht zeigt sich eine sanfte Süße mit Vanilleeinschlag. Dazu gesellen sich Kräuter wie getrockneter Rosmarin, Thymian und Salbei. Die gesamte Zeit weht unterschwellig ein Hauch von Jod und Mineralien dahin, wie bei einem Spaziergang am steinigen Meeresstrand. Was ich jedoch nicht rieche ist der Einfluss der Sherry Fässer.


Geschmack
Cremiges aber zugleich auch intensives Mundgefühl. Der Jüngling beginnt mit einer leichte Süße. Dann setzt sofort der Rauch in Form eines vollen Aschenbechers ein sowie der Meereseinfluss in Form des salzigen Jods. Klingt komisch, ist jedoch lecker. Wie schon im Geruch nun auch im Mund zeigt sich die Zitrusnote, die nun eher zur Grapefruit mutiert ist. Dazu auch etwas Vanille und die Kräuter. Leichte Schärfe, nicht unangenehm - die Eichenaromen vom Fass ist auch anwesend. Wie im Geruch kann ich auch beim Geschmack keinen Sherry-Fass-Einfluss wahrnehmen, die waren offenbar sehr dezent oder nur im geringen Maße am Fassbestand anteilig. 


Abgang
Die getrockneten Kräuter sowie die abgeriebene Schale der Zitrone/Grapefruit sind weiterhin präsent. Schön wärmend gleitet der Malt in den Rachen hinab. Hinzu kommt der schwere kaltaschige Rauch. Langer Abgang. 


Fazit
Ich mag ihn. Ein Rüpel. Finde ihn von seinem Rauchvolumen sogar etwas heftiger als der 5jährige Wee Beastie. Ein Rachenputzer. Die über 50% Alkohol gefallen. Ist er besser als der Beastie? Ja, intensiver. Besser als der TEN? Die zwei Jahre weniger im Fass merkt man zwar, das Mehr an Alkoholgehalt drückt jedoch die kantigen Aromen mehr in die Nase und Gaumen. Daher ist der Vergleich nicht 100% möglich. Aber ja, im Moment tendiere ich sogar eher zum 8er. Er wäre definitiv ein Nachkaufkandidat.

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Yesterday was the D-Day of the new Ardbeg Committee bottling Ardbeg Fermutation. As usual, the bottling was sold out in minutes. A 13 year old Ardbeg with not quite 50% alcohol content with an interesting story for € 180,-. You don't need to know more, it was gone in a flash. Now you can buy it for about twice as much on the secondary market. The normal Ardbeg madness :-) 

But I took this as an opportunity to finally taste the last Committee bottling, which I bought in contrast to the current one. Fortunately it was on sale for € 65,- for much longer.

The 8y For Discussion - a hybrid between the Wee Beastie and the TEN? We will see. The young Islaylander is a combination of American Virgin Casks, Ex-Bourbon Casks as well as Ex-Sherry Casks and was bottled at 50.8%.


Appearance
Pale gold. A thin film forms around the rim when swirled in the glass with barely tears. 


Nose
Ardbeg. Yes. Immediately a blast of cold ashy wood smoke with a sweet lemon aroma in the background - like a lemon sugar dropped in the ash. The alcohol is well integrated, the olfactory notes are brought to the nose with vehemence without any stinging or other signs of alcohol. Behind the smoke and the citrus fruit, a gentle sweetness with a hint of vanilla emerges. Herbs such as dried rosemary, thyme and sage join in. All the while, a hint of iodine and minerals waft subliminally, like a walk on a stony seashore. What I don't smell, however, is the influence of the sherry casks.



Taste
Creamy but at the same time intense mouthfeel. The youngster starts with a slight sweetness. Then the smoke immediately sets in in the form of a full ashtray as well as the sea influence in the form of the salty iodine. Sounds strange, but it is delicious. The citrus note, which has now mutated into grapefruit, appears in the mouth as it did in the aroma. Also a little vanilla and herbs. Slight spiciness, not unpleasant - the oak aromas from the barrel are also present. As in the smell, I can't detect any sherry cask influence in the taste either, they were obviously very discreet or only a small part of the cask stock. 


Finish
The dried herbs as well as the grated peel of the lemon/grapefruit continue to be present. The malt glides down the throat nicely warming. Added to this is the heavy cold-ash smoke. Long finish. 


Conclusion
I like it. A bully. I even find it a bit more violent than the 5 year old Wee Beastie. A throat cleaner. I like the 50%+ alcohol. Is it better than the Beastie? Yes, more intense. Better than the TEN? The two years less in the cask are noticeable, but the more alcohol content pushes the edgier flavours more into the nose and palate. Therefore, the comparison is not 100% possible. But yes, at the moment I'm actually leaning more towards the 8. It would definitely be a post-purchase candidate.






Mittwoch, 28. Juli 2021

Ardbeg TEN

 


Whiskybase


Nach dem fünfjährigen Wee Beastie wage ich mich mit dem TEN an die Ikone der Core Range von Ardbeg. Bin gespannt, auch hinsichtlich wie der Unterschied zum 5jährigen ist.  


Nase & Aussehen
Im Glas könnte man den Whisky farblich mit seinem hellen Strohgelb leicht mit einem Weißwein verwechseln. Kalter Holzkohlenrauch mit leichten medizinisch phenolischen Tendenzen zum Schluss hin. Der Rauch ist präsent, durchaus aber bei Leibe nicht erdrückend - er schiebt weniger kraftvoll nach vorne, wie beim nur halb so alten Wee Beastie. Die anderen Aromen lassen sich gut aufschlüsseln. Grüner knackiger Apfel mit schönen Citrusnoten. Eine sanfte Süße weht die gesamte Zeit im Hintergrund mit, zusammen mit einer Brise Vanille. Von Zeit zu Zeit kommt beim Riechen eine Spur von Jod in die Nase, hat etwas von Meer, Strand und Küste. 


Geschmack
Angenehmes, nicht allzu cremiges, süffige Mundgefühl. Der Rauch nimmt im Mund mehr phenolische Züge an. Die Zitrone und die Vanille aus der Nase sind auch im Geschmack ordentlich vorhanden, die Süße ist weniger prägnant wie angenommen. Dafür nun mehr italienische Küchenkräuter wie Rosmarien und Oregano. Die Eiche zeigt sich am Schluss mit einer angenehmen Herbe und einem leichten Prickeln.

Fotocredit: Ardbeg.com


Abgang
Das Finish zieht sich geschmacklich mittellang. Der Rauch, nun wieder mehr kaltaschig und holzkohlenartig bleibt noch länger im Mundraum haften. Das Holz von den Eichenfässern zeigt sich mit einer gewissen Ingwerschärfe und leichter Bitterkeit, für einen Espresso zu wenig, eher mitteldunkle Schokolade. Dazu noch Eindrücke von Vanille und Zitronenzesten.


Fazit
Der Rauch ist wirklich sehr harmonisch mit den anderen Aromen beim Geruch verwoben. Es ist nicht super filigran aber ich könnte ständig am Glas schnuppern.
Im Vergleich zum 5y ist der Ten im Geschmack gesetzter, klar bei einer doppelt so langen Verweildauer im Fass. Die Aromen sind milder und mehr miteinander im Einklang. Der Wee Beastie ist hier teilweise knackiger und wilder.
Der Ardbeg TEN gefällt, für einen 10jährigen Standard ist dies schon eine Hausnummer. Welchen würde ich mir zulegen? Den 5y Wee Beastie oder die Ikone TEN? Schwierig. Wirklich. Kann beiden etwas abgewinnen. Preislich müsste es der 10jährige sein, da beide in der selben Preisrange sind. 

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After the five-year-old Wee Beastie, I dare to try the icon of Ardbeg's Core Range with the TEN. Am curious, also regarding how the difference to the 5 year old is.  


Nose & Appearance
In the glass, the whiskey could easily be mistaken for a white wine in terms of color with its pale straw yellow. Cold charcoal smoke with slight medicinal phenolic tendencies towards the finish. The smoke is present, but by no means oppressive - it pushes forward less powerfully than in the Wee Beastie, which is only half as old. The other flavors break down well. Green crisp apple with nice citrus notes. A gentle sweetness wafts along in the background the entire time, along with a breeze of vanilla. A hint of iodine comes to the nose from time to time when smelling, has something of the sea, beach and coast. 


Taste
Pleasant, not too creamy, quaffable mouthfeel. The smoke takes on more phenolic traits in the mouth. The lemon and vanilla from the nose are neatly present in the taste as well, the sweetness is less prominent than anticipated. Instead, now more Italian kitchen herbs like rosemary and oregano. The oak shows up at the end with a pleasant astringency and a slight tingle.


Finish
The finish drags in terms of flavor with medium length. The smoke, now more cold-ashy and charcoal-like again lingers longer in the mouth. The wood from the oak barrels shows up with some ginger spiciness and slight bitterness, too little for an espresso, rather medium dark chocolate. In addition, impressions of vanilla and lemon zest.


Conclusion
The smoke is really very harmoniously interwoven with the other flavors when smelling. It's not super delicate but I could sniff the glass constantly.
Compared to the 5y, the Ten is more set in flavor, clearly with twice as much time in the barrel. The flavors are milder and more in tune with each other. The Wee Beastie is crisper and wilder in places here.
The Ardbeg TEN pleases, for a 10 year old standard this is quite a house number. Which one would I get? The 5y Wee Beastie or the iconic TEN? Difficult. Really. Can find something to like about both. Price wise, it would have to be the 10 year old as they are both in the same price range. 

Mittwoch, 23. Juni 2021

Ardbeg 5y Wee Beastie

 

Whiskybase

Bis dato habe ich um Ardbeg bewusst oder unbewusst, keine Ahnung, einen Bogen gemacht. Dies ändert sich nun. Nachdem ich schon ein paar Islay Malt im Glas hatte, muss nun auch die Whiskyreise nach Ardbeg führen. Und ich beginne bewusst mit der jüngsten OA Abfüllung, dem Wee Beastie 5y. Reifen durfte der junge Malt in Ex-Bourbon und Oloroso-Fässern und wird mit 47,4% Alkohol in die Flasche gefüllt. Der Wee Beastie ist mit nicht sowohl die jüngste Ergänzung der Core Range von Ardbeg sondern auch die an Reifejahren jüngste Abfüllung, die eine Jahreszahl am Label aufzuweisen hat. 


Nase & Aussehen
Ölige Legs rinnen gemächlich am Glasrand hinab, das kleine Biest im Glas zeigt sich mit einem hellgoldenen Ton, einem Weißwein in de Farbe nicht unähnlich.
Kalter aschiger Rauch, viel Rauch. Holzkohlenrauch mit mineralischen Noten, so als wenn die Kohlen im Griller bereits Weiß werden. Aber auch in Richtung verbrannte Mullbinden geht der Rauchgeruch. Leichte Zitrone im Hintergrund. Etwas Vanille und ein wenig harzig, wie griechischer Retsinawein, könnte man auch mit einer Mischung von Küchenkräutern und zwischen den Fingern zerriebenen Fichtennadeln assoziieren. Mit ein wenig Zeit im Glas werden die zitrusfruchtigen Aromen mehr zur Orange, das Obst wird reifer.


Fotocredit: Ardbeg.com



Geschmack
Cremiges, öliges Mundgefühl. Der Rauch und Torf ist gleich ordentlich präsent. Aber dazu eine schöne Süße. Die Vanille sowie die Kräuter und die Zitrone aus dem Geruch sind auch hier im Geschmack sofort vorhanden. Leicht spritzig, pfeffrig geht es dann weiter.


Abgang
Der kaltaschige Rauch wird jetzt trockener. Die Kräuter sind weiterhin da. Die Zitrone wird nun eher zum etwas herberen Abrieb der Schale. Wenig Bitterkeit durch die Fässer, hier zeigt sich seine Jugend. Neben dem Torf und Rauch, der jetzt ein wenig an Motoröl erinnert, ist das Biest von mittellanger Zeit im Finish vorhanden. 


Fazit
Lecker. Wirklich Lecker. Für 5 Jahre bekommt man einen mehr als soliden Islay Malt ohne Fehlnoten, der zwar kein Biest, aber weit weg von Biederkeit ist. Ordentlicher Raucher, sehr ansprechende Aromen - vor allem hervorzuheben ist diese interessante Kräutermischung - in der Nase und am Gaumen. Mit seiner Rohheit, man könnte es auch ein wenig Dreckigkeit nennen, erinnert er mich in Ansätzen an Springbank. Für einen gemütlichen Grillabend, hoffentlich auch bald mal wieder mit Freunden, genau das Richtige. Bin gespannt, um wieviel mehr der viel gelobte Ardbeg 10y zu bieten hat.

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To date, I have made around Ardbeg consciously or unconsciously, no idea, a bow. This is now changing. After I already had a few Islay Malt in the glass, must now also lead the whiskey journey to Ardbeg. And I deliberately start with the latest OA bottling, the Wee Beastie 5y. Matured the young malt was allowed in ex-bourbon and oloroso casks and is filled with 47.4% alcohol in the bottle. The Wee Beastie is not only the youngest addition to Ardbeg's Core Range, but also the youngest bottling with a year on the label.


Nose & Appearance
Oily lees run leisurely down the rim of the glass, the little beastie in the glass shows off a light golden hue, not unlike a white wine in de color.Cold ashy smoke, lots of smoke. Charcoal smoke with mineral notes, as if the coals in the grill are already turning white. But the smoke smell also goes in the direction of burnt gauze. Light lemon in the background. Some vanilla and a little resinous, like Greek retsina wine, could also be associated with a mixture of kitchen herbs and spruce needles crushed between the fingers. With a little time in the glass, the citrusy aromas become more orange, the fruit ripens.


Taste
Creamy, oily mouthfeel. The smoke and peat is neatly present right away. But a nice sweetness to it. The vanilla and herbs and lemon from the smell are also immediately present here in the taste. Slightly tangy, peppery it then continues.


Finish
The cold ash smoke becomes drier now. The herbs continue to be there. The lemon now becomes more of a slightly tart abrasion of the zest. Little bitterness from the barrels, this is where its youth shows. Besides the peat and smoke, now a bit reminiscent of motor oil, the beast of medium length is present in the finish.


Conclusion
Yummy. Really Tasty. For 5 years you get a more than solid Islay malt with no off notes, not a beast but far from bland. Neat smoker, very appealing flavors - most notably that interesting blend of herbs - on the nose and palate. With its rawness, you could also call it a little dirtiness, it reminds me to some extent of Springbank. For a cozy barbecue, hopefully soon again with friends, just right. I'm curious to see how much more the much-praised Ardbeg 10y has to offer.

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